Plünderungen

  • Hallo Carlos


    Ja mir liegt auch was am Herzen ........, dass es gesittet zu und her geht. Dass fundierte Aussagen gemacht werden.


    Und nicht ganz Youtoube hierhin verlinkt wird.


    Wenn Ihr das hinkriegt bleibt er offen.


    Vielen Dank für die Beachtung.


    Viele Grüsse, Ernst

  • Mich interessiert das Thema auch sehr, und zwar aus naheliegenden Gründen. Da ich auf einer Insel lebe, die - zumindest bei der gegenwärtigen Einwohnerzahl - in keinerlei Hinsicht autark ist und in allen Bereichen auf die Versorgung vom Festland angewiesen ist, stellt sich mir nicht die Frage ob, sondern nur wann. Jedes nur vorstellbare Szenario würde meinen Einschätzungen zufolge spätestens nach drei Tagen in Plünderungen und Ausschreitungen münden.

  • Sollte langfristig ein Zusammenbruch der Infrastruktur entstehen (z.B.: ein Sonnensturm grillt das europäische Stromnetz) haben wir sowieso ein generelles Problem: Die aktuelle Bevölkerungsdichte kann nur mit enormen Einsatz aufrecht erhalten werden: massive Düngung, schwere Maschinen, Agrochemie in enormen Ausmaß, hybride Hochleistungssaaten uvm. In präindustriellen Zeiten (und vor der Entdeckung des Chilesalpeters zu Beginn des 19. JH)) war die Bevölkerungsdichte um mehr als den Faktor 10 kleiner! Und dahin würde die Entwicklung mMn auch wieder gehen. Das bedeutet einen brutalenn Überlebenskampf! Aus Familienvätern werden zu alles entschlossenen Berserker. Die Frage lautet: Du oder ich?!? Und diese Frage wird sich für Jeden stellen! Unweigerlich!
    Mein Plan für dieses Szenario ist: Lebensmittel für ein Jahr und Werkzeuge für ewig einbunkern, Füße stillhalten und warten, bis die große Säuberungswelle vorbei ist... Dann schön langsam den Kopf aus der Versenkung nehmen und ein neues Leben anfangen...

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Zitat von Maresi;95589


    aktuelle Bevölkerungsdichte kann nur mit enormen Einsatz aufrecht erhalten werden: massive Düngung, schwere Maschinen, Agrochemie in enormen Ausmaß, hybride Hochleistungssaaten uvm.
    ...
    In präindustriellen Zeiten (und vor der Entdeckung des Chilesalpeters zu Beginn des 19. JH)) war die Bevölkerungsdichte um mehr als den Faktor 10 kleiner! Und dahin würde die Entwicklung mMn auch wieder gehen.


    IMHO nicht zwingend. In Asien hatte man es in dieser Zeit geschafft, eine große Bevölkerung von kleinen Anbaupflächen zu ernähren.
    Und hochgerechnet ist das heute auch hier zu schafffen. Das Problem dabei ist, das das den totalen Umbau Gesellschaft erfordert.
    Nur wie sowas von jetzt auf gleich geschehen kann, kann ich mir nicht vorstellen. Erst recht nicht, wenn es zu massiver Gewalt gekommen ist.


    Ein Jahr Lebensmittel reichen da sicherlich nicht.



    Zitat von Maresi;95589


    Füße stillhalten und warten, bis die große Säuberungswelle vorbei ist...
    Dann schön langsam den Kopf aus der Versenkung nehmen und ein neues Leben anfangen...


    Und dann sind nur die bösen gestorben ?

  • Zitat von Henning;95612

    IMHO nicht zwingend. In Asien hatte man es in dieser Zeit geschafft, eine große Bevölkerung von kleinen Anbaupflächen zu ernähren.
    Und hochgerechnet ist das heute auch hier zu schafffen. Das Problem dabei ist, das das den totalen Umbau Gesellschaft erfordert.
    Nur wie sowas von jetzt auf gleich geschehen kann, kann ich mir nicht vorstellen. Erst recht nicht, wenn es zu massiver Gewalt gekommen ist.


    Dein Wort in Gottes Ohr (was den schaffbarenn Umbau betrifft). Aber ich glaube nicht, dass wir innerhalb von wenigen Monaten (denn dann sind auch die staatliche Vorräte leer) den Totalumbau der Agrarindustrie schaffen - schon gar nicht im Zuge einer Krise. Ausserdem hat auch Asien den Umbruch nicht nur durch härtere Arbeit oder besseres Saatgut erreicht. Auch hier hat Agrochemie, chemische Düngung und die Mechanisierung nachgeholfen. Und die stehen dann nur mehr eingeschränkt zur Verfügung. Ausserdem hat dort der Reisanbau sehr stark mitgeholfen - eine Option, die uns aus klimatischen Gründen nicht zur Verfügung steht.
    Vll. wird später die Bevölkerung wieder auf einen höheren Wert ansteigen. Aber kurz- bis mittelfristig wird ein massiver "Rückgang" (sprich: Brutaler Überlebenskampf, den der Großteil der Bevölkerung nicht überleben wird) die Folge sein.

    Zitat von Henning;95612


    Und dann sind nur die bösen gestorben ?


    Nein. Aber hoffentlich hat die Heftigkeit und Häufigkeit der Kämpfe abgenommen. Ob sich dann allerdings ein Madmax-Szenario herausbildet oder sich wieder eine gewisse Ordnung einstellt ist ein anderes Thema.

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Zitat von Maresi;95654


    Ausserdem hat auch Asien den Umbruch nicht nur durch härtere Arbeit oder besseres Saatgut erreicht. Auch hier hat Agrochemie, chemische Düngung und die Mechanisierung nachgeholfen.
    Ausserdem hat dort der Reisanbau sehr stark mitgeholfen


    Die haben die jahrehundertelang lang ohne Kunstdünger geschafft.
    Allerdings wurde dann zur Düngung wirklich jedes verfügbare organische Material benutzt und was bei uns in der Kläranlage landet, war ein begehrstes Gut.
    Fleisch war Luxus.
    Lesenswert: F. H. King: "Farmers of Forty Centuries", gibt es auch als Übersetzung ins Deutsche http://www.amazon.de/Jahre-Lan…1059?tag=httpswwwaustr-21


    Hekatarerträge:


    Winterweizen: ca. 8 Tonnen
    Reis: ca. 6 Tonnen (Japan) bis 2 Tonnen (dann aber oft 2 Ernten pro Jahr)


    So groß sind die Unterschiede nicht.


    Die Frage ist, wie groß sind die Erträge dann ohne Halmstablisatoren, Dünger, Fugiziede usw. und wo kommen großen Mengen Saatgut von Sorten
    her, die ohne den ganzen Zauber nenneswerte Erträge liefern.
    Und selbst Gemüsesamen werden heuet oft nicht mehr in Europa produziert.


    Ich glaube, so langsam werden wir OT.

  • Ok, vll. noch ganz kurz zum OT-Bereich: Bin ganz bei dir. Möglich wäre es. Aber wir haben die Strukturen nicht mehr, um nach einem kurzen aber um so heftigerenn Crash eine ertragreiche Ernte auf bzw. über dem präindustiellen Niveau einzufahren.


    Um wieder im Thema zu bleiben: Würde ich in der Stadt wohnen: Türen und (im EG/1. OG die Fenster) verrammeln, die Nahrungsmittelvorräte auspacken und jedem unangemeldeten Besucher einen kleinen Willkommensbruch reichen :-)
    Da ich aber auf dem Land wohne: Türen und (im EG/1. OG die Fenster) verrammeln, die Nahrungsmittelvorräte auspacken und jedem unangemeldeten Besucher einen kleinen Willkommensbruch reichen :-)

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.