"Fernaufklärung" mittels Mikrokopter?

  • Hossa alle,


    Bin ich hier richtig mit diesem Thema?
    Ich hoffe schon. Schien mir am ehesten zu passen.


    Ich weiß nicht, ob Ihr Euch auch schonmal Gedanken darüber gemacht habt, ob es jemals mal nötig sein könnte, weite Geländestriche observieren zu müssen?


    Könnte ja vielfältige Gründe dafür geben.
    Entweder haltet Ihr Ausschau nach möglichen Natur- oder Katastrophenphänomenen (Feuer, Hochwasser) und wollt abschätzen,wie weit diese noch entfernt sind und wann Ihr selbst die Flucht ergreifen solltet.
    Oder es ist gar soweit und der böse Russe..., äh..., Chinese..., wer auch immer rollt mit seiner geballten Militärmaschinerie auf Eure direkte Heimat zu und Ihr habt noch nicht alles zusammen gepackt oder Eure Frau muss sich erst noch die Fingernägel lackieren und der Lack is noch nicht trocken oder die Waschmaschine läuft noch und Ihr müsst abchecken, ob bereits die ersten Panzer am Horizont auftauchen.


    Ganz praktisch könnte da ein sogenannter Mikrokopter sein. Der steigt locker bis auf hundert Meter und höher und mit dem nötigen Zusatzequipment lässt sich verdammt viel Gegend observieren.


    Ich möchte zur Veranschauung gerne zwei Videos verlinken, die nicht als Werbung für irgendwelche Firmen gedacht sein sollen, sondern einfach nur aufzeigen sollen, was mit solchen Dingern möglich ist.


    Zum ersten einen kurzen Bericht einer Computer-Zeitschrift:




    Quelle: www.youtube.com bzw. www.chip.de


    ...hier muss ich leider trennen und ein Doppelposting verursachen, ich bitte um Verständnis, denn um die Möglichkeiten richtig abschätzen zu können, ist ein zweites Video unumgänglich...

  • ...hier zum zweiten Teil mit dem nächsten Video...


    nämlich ein noch kürzeres Amateurvideo, das aus Sicht eines solchen Quadrokopters zeigt, was für eine unglaubliche Fernsicht man mit solchen Geräten gewinnt:



    Quelle: www.youtube.com bzw. "CrazyHeliDude"


    Es ist faszinierend, welche Möglichkeiten sich einem heute bereits bieten.
    Und wenn man die Erfahrungsberichte im Net so verfolgt, scheint die Technik mittlerweile recht robust zu sein bzw. die Flugeigenschaften scheinen durch die ausgefeilte Bordelektronik recht einfach zu kontrollieren sein.


    OK, einem EMP hält auch das Ding natürlich nicht stand, aber wer wird denn gleich vom schlimmsten ausgehen?


    :Zunge raus:



    Was meint Ihr, wäre das eine denkbare Option für die Nutzung im Falle eines entsprechenden Szenarios?



    Liebe Grüße, A.

  • Kann man das Gerät auch ohne Sichtkontakt steuern?


    Ich könnte es mir vorstellen als Aufklärungsinstrument für einen Fahrzeugkonvoi.

  • Hossa,


    ohne Sichtkontakt?
    Hm, zum einen wird im ersten Video ja die Option erwähnt, dass man das mithilfe einer speziellen Brille direkt steuern kann mit Blick aus dem Kopter heraus.


    Und soviel ich weiß, kann man die etwas teurere Exemplare dieser Kopter auch mit GPS ausrüsten und so gewisse Koordinaten einspeichern, zu denen die Dinger dann autark hinfliegen.


    Ich denke aber, Funkkontakt zum Sender muss schon permanent vorhanden sein?!


    :lächeln:


    Liebe Grüße, A.

  • Zitat von Aspergillus;96321


    ohne Sichtkontakt?
    Hm, zum einen wird im ersten Video ja die Option erwähnt, dass man das mithilfe einer speziellen Brille direkt steuern kann mit Blick aus dem Kopter heraus.


    Ich kann die Videos mangels geeigneter Internetverbindung nicht ansehen, daher die vielleicht etwas überflüssig erscheinende Frage.

  • Es gibt keine überflüssigen Fragen. Nur dämliche Antworten.


    :grosses Lachen:


    Ich hoffe, ich habe Dir nun wenigstens eine Antwort gegeben, mit der Du was anfangen kannst?


    Gruß, A.

  • Diese Mikrokopter (Quad-, Hexa-, Octo-, Wasauchimmer-Copter) sind für kurzzeitige Aufklärung im Nahbereich eine feine Sache. Allerdings ist die Flugdauer recht begrenzt und mehr Akkukapazität (~ Gewicht) bedeutet weniger Sensor-Zuladung.


    Je nach Ausführung ist ein ständiger Funkkontakt nicht zwingend nötig. Wenn nur vorprogrammierte Wegpunkte per GPS angeflogen werden und eine Kamera auf eine Speicherkarte im Copter aufnimmt, dann kommt man theoretisch auch ganz ohne Funk aus, sieht die Bilder / Videos dann aber erst nach der Landung. Sollte der Copter unterwegs abstürzen oder abgeschossen werden, dann hat man bei der Variante ohne Funk natürlich überhaupt keine Daten zur Verfügung. Wenn zumindest die Bilddaten zurückgefunkt werden, dann sieht man alles bis zum bitteren Ende.


    Eine Anwendung für so einen Mikrocopter wäre in meinen Augen die Aufklärung der weiteren Fahrstrecke im unbekannten Gelände. Wenn man es richtig macht müsste man sonst nämlich zu Fuss einen Hügel erklimmen und nachsehen, ob und wie man oben überhaupt weiterkommt. Der Copter könnte einem den Marsch ersparen.


    Für längerfristige Aufklärung / Überwachung, z.B. auch für die Konvoibegleitung, würde ich eine Flächen-Drohne (Modellflugzeug / Motorsegler) wegen höherer Reichweite als sinnvoller betrachten. Alle 15 bis 30 Minuten den Akku wechseln zu müssen ist auf der Flucht vielleicht nicht so prickelnd.

  • Hallo,


    meiner Meinung nach egnen sich diese Geräte für die oben erwähnte Aufklärung eher nicht.
    Wie schon erwähnt beträgt die Flugdauer höchsten 12-18 Minuten (je nach Gewicht).
    Aber selbst wenn danach die Akkus gewechselt werden, müssen erst noch die Motoren abkühlen - dauert auch noch eine ganze Weile.


    Ich denke da schon eher an einen Ballon nach Art der Wetterballons.
    Am Boden verankert, können diese Ballons einiges an Equipment in eine respektable Höhe transportieren (GPS, Kameras, Transmitter, usw.).
    Die Verweildauer ist nahezu frei wählbar, genauso wie die Höhe.
    Geräuschfrei, und in der richtigen Farbe beinahe unsichtbar.


    Eignet sich leider nur für den "stationären" Einsatz.


    Gruss
    Dietmar

    Hunde retten Menschenleben - wir bilden sie aus.

  • Zitat von Aspergillus;96454


    So ein Teil muss man aber auch erstmal mit dem richtigen Gas füllen. Warmluft kühlt irgendwann ab und Helium muss man kaufen. Dass einzige geeignete Gas das man selbst herstellen kann ist Wasserstoff, aber das ist riskant (ich sag nur Hindenburg :devil:).


    Die Microkopter sehen ja witzig aus, aber wenn da mal der Akku aufgibt während die in der Luft sind hat man ein Problem. Evntl. könnte man dass mit einem Fallschirm beheben? (Steigflug bis die Akkus leer sind, dann heruntergleiten mit Fallschirm, währenddessen zieht man den Kopter an einer Schnur oder so zu sich zurück). Was man aber auch immer bedenken muss, ist dass solche Geräte die eigene Position verraten.


    Gruß Ulfhednar

  • Ich habe gerade noch etwas gefunden:
    http://www.mikeestee.com/blog/…d-a-cardboard-quadcopter/
    auf dieser Seite steht eine Bauanleitung für Quadcopter. Da der über den sogenannten "Arduino" betrieben wird kann jeder mit Programmierungskenntnissen seine eigenen Programme draufladen. Man kann auch die Größe des Copters frei wählen um mehr Equipment draufzuladen (Kamera, Richtmikro, Raketenwerfer:Cool: etc). ob man damit allerdings billiger kommt als mit einem Fertigprodukt weiß ich nicht.


    Gruß Ulfhednar

  • Alles Technik, was kaputtgehen kann und wichtige Ressourcen wie Batterien und Zeit verbraucht. Vertraue aufs gute alte Fernglas, sowie Augen und Ohren offen halten. Denn wenn man den Modellheli steigen lässt, kannst selbst nichts arbeiten. Wenn ein Eindringling o.Ä. den sieht/hört kann der sich leicht verstecken und warten, bis das Spielzeug vorbeigeflogen ist und geht dann weiter.


    Lustiges Gimmick, aber doch eher was für Kinder / zum spielen. Dann doch lieber nen klass.Stolperdraht oder infrarot-Bewegungsmelder mit Funk-Warnung ans Funkgerät oder so.

  • Hallo,


    ganz als Spiezleug abtun würde ich dieser Dinger mittlerweile nicht mehr. Die entwachsen gerade rasend schnell ihren Kinderschuhen, während die Preise bei steigender Performance am fallen sind.


    Ein Beispiel: ein Arbeitskollege von mir, iPhone-Jünger, wie viele andere auch, bekam kürzlich von seiner Familie zum 40sten Geburtstag die "AR Drone" von Parrot geschenkt (Preis 250-270 Euro). Kurz gesagt, ein geiles Teil. Hinstellen, einschalten, entsprechendes App auf dem iPhone aktivieren und der Quadrocopter steigt automatisch auf und geht in etwa 150cm Flughöhe in Wartestellung. Die Drone hat zwei eingebaute Kameras, eine schaut nach vorn, eine senkrecht nach unten. Die Video-Kamerabilder werden per WLAN-Verbindung live aufs iPhone des Piloten gesendet. Mit dem Lagesensor des iPhones steuert man den Quadrocopter, während man permanent das Livebild aus der Flugperspektive bekommt. Reichweite und Flughöhe: etliche hundert Meter, Flugzeit 10-20 Minuten, je nach Flugmanövern und Windbedingungen.


    Was man als ambitionierter Hobbyflieger mit einem anderen Fluggerät, einem Octocopter anstellen kann, zeigt dieser Kurzfilm von Uwe Reiman: "Achtsam in Island", beeindruckend, vor allem für alle, die schon mal aif Island waren. Quadro-/Octocopter dieser Liga kosten allerdings dann schon vierstellige Eurobeträge, man kann sie bis über 2.000m Flughöhe und 1h Flugdauer "pimpen" und sie schleppen ein knappes Kilogramm Nutzlast mit. Von Spielzeug würde ich da nicht mehr reden. Dann steigt der Gegenwert allerdings derzeit noch in den den 5stelligen Bereich, weil die Dinger einzeln in Handarbeit aus Karbonfaser-Verbund-Teilen zusammengebaut werden. Aber lass das mal die Chinesen in Angriff nehmen...


    Angenommen, ich bin irgendwann mal in einer Situation, wo ich zur Aufklärung der Lage mein Leben riskieren müsste (weil draussen der Mob tobt) oder man Stunden mit mühsamer Erkundung in schwerem Gelände verbringt (was sind wir schon durch die tunesischen Stoppeldünen des Erg Oriental gestapft, um für die Gruppe einen für alle Fahrzeuge machbaren Weg zu finden...), es könnte bei der Klärung helfen, ob es sich lohnt, mit Mann und Maus den nächsten Berg mühsam zu erklimmen, um festzustellen, dass es danach nicht weitergeht... - also ich könnte mir etliche Situationen vorstellen, in denen so ein "Spielzeug" recht nützlich wäre. Es ersetzt natürlich keinen Wachposten mit wachen Sinnen und ich würde so einem Technikteil niemals das Schicksal einer Mission allein überlassen. Aber nützliche Informationen, die es mit vergleichsweise geringem Aufwand und möglicherweise Null Risiko für die "Bedienermanschaft", würde ich durchaus mitnehmen.


    Grüsse


    Tom

  • Zwar kein Micro-Quad-Octo-Hexa-Deca oder sonstiger Copter aber ein erfolgreicher Einsatzort :lächeln: http://www.seashepherd.de


    Aber auch die demokratischen Grundrechte lassen sich mit Drohnen dokumentieren: http://www.zeit.de


    Vorteil der Teile: klein, Ursprungsort so gut wie nicht aus zu machen, billig (ok, ist relativ...), Verlust ist zu verschmerzen (besser als Kundschafter tot oder so...),teilweise programmierbar


    Nachteile: je nach Modell kurze Flugdauer, störungsanfällig (Störsender und aus die Maus) , als Copter sehr laut(keine Ninja-Aktionen mehr möglich:lächeln: )


    In ein paar Jahren werden die Teile so günstig sein, das sich quasi jeder so nen Ding leisten kann um den Nachbarn aus zu spionieren...


    DAS ist dann der Moment, wo ich Zwillen auf dem nächsten Flohmarkt verkaufen werde...:devil:

  • Die Idee an sich ist nicht schlecht. Was mich daran stört ist eben die kurze Leistungszeit und dass die Dinger so auffällig sind.
    Wenn die Steuerung noch halbwegs intuitiv funktioniert ist es eine nette Sache..

  • Hallo Thomas,
    meiner Meinung nach wird es noch ein paar Jahre dauern bis das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.


    Zudem wird sich die Akkukapazität durch die Lithium Polymer Technik weiter deutlich erhöhen.
    Durch leichtere und leistungsfähigere Akkus wird sich die Flugdauer deutlich erhöhen.


    Grüße buchemer