Fotoapparat für den Fluchtrucksack

  • Hallo,


    auf jeder meiner Reisen habe ich bisher einen Fotoapparat dabei, und auch wenn die Flucht keine "Reise" ist, ist es sicher gut, da für einige Dinge, die man sieht, "Beweise" mitbringen zu können, weil sie sonst kein Mensch glauben würde. Vielleicht kann man die Bilder ja sogar zu Geld machen, was vielleicht manchmal ethisch bedenklich sein könnte, aber dem leeren Magen vollkommen egal ist :-/


    Also für mich ist klar: es muss auf jeden Fall ein Fotoapparat rein. --> Frage was für einer?


    1. Robust. Der Rucksack kann sicher mal geworfen oder draufgetreten werden. Es reicht auch robust verpackt.
    2. Mit Feldmitteln in Betrieb zu halten, d.h. keine Akkus und wenn schon Batterien notwendig sind, dann verbreitete Typen, z.b. AA oder AAA.
    3. Digi oder Film? Digi kann ich direkt an der Kamera die Bilder zeigen, Film ist vermutlich robuster und haltbarer....
    4. Stand der Technik? Nicht unbedingt. Wenn ich jetzt einen neuen kaufe, ist der in drei Jahren sowieso veraltet. Warum nicht gleich den alten ausgedienten mit 5 Megapixeln? Reicht doch locker "für den Notfall"
    5. Wirklich notwendig? hab doch eh mein Ei-Fon dabei! --> Siehe punkt 2.
    6. Ach ja, Nachtaufnahmen ohne Blitz sollen möglich sein!
    7. Filmfunktion? Nicht unbedingt notwendig.


    Weitere Entscheidungshilfen?



    Nick

    Quidquid agis prudenter agas et respice finem

  • Festfokus oder Tele/Wide? Je weniger bewegliche Teile desto gut.
    Auf jeden Fall Digi - wer kann schon noch chemische Entwicklung? Die Profis mögen mich verbessern, aber stieg Farbfilm nicht jenseits 30°C aus?


    Was willst Du nachts ohne Blitz aufnehmen?

    Das Problem am Sozialismus: irgendwann geht einem immer das Geld anderer Leute aus

  • Ich denke eine alte Kamera (Film, nicht digital) dürfte besser sein als ein aktuelles Modell (egal ob Film oder digital), da der Stromverbrauch viel geringer ist. so läuft z.b. meine Minolta X300 seit 8 Jahren auf der selben Knopfzelle, die meisten Digitalkameras halten bei vergleichbar seltenem Betrieb keine 6 Monate durch.


    Nachtaufnahmen ohne Blitz sind möglich wenn genug natürliches Licht da ist und Kamera und Motive lang genug ruhig bleiben, manche Filme kann man auch mit IR belichten (keine Ahnung ob das spezielle Filme sind, aber auf jeden Fall muss man die Kamera nicht umbauen, während die meisten Digitalkameras IR nicht erfassen.).


    Was die Robustheit angeht habe ich kaum Erfahrungen, runterfallen aus 1m und Gewichtsbelastung von 10 kg haben meiner Kamera auf jeden Fall nicht geschadet.


    Gruß Ulfhednar

  • Pentax Optio 33 WR oder eben deren Nachfolger


    erfüllt all Deine Kriterien, ist bis ein Meter wasserdicht
    hat ein Metallgehäuse mit Gummicken, kommt mit 2 AA
    Batterien aus schafft immerhin 3,2MP hat ein 2,8fach Zoom
    hat eine Kommentarfuktion wie ein Diktiergerät für die Bilder
    und hält bei mir schon seit einigen Jahren den Gebrauch auf
    dem Motorrad aus

    Gibts so leider nicht mehr zu kaufen, gibt aber sicher passende
    und ähnliche Nachfolger


    Grüße


    Eugen j.keusen

  • Reicht nicht evtl. auch die Kamera am Handy?
    OK, man hat kein Blitz, kann dafür aber das Handy per Batterie aufladen (Powerchimp o.ä.) und hat zusätzlich ein Kommunikationsmittel und Radio mit dabei.
    Gewicht spart man dann auch noch, weil man die Kamera zuhause lassen kann.

  • Also Film ist weder robust noch haltbar.
    :rolleys:


    Es hilft nix...gerade wenn die Zeiten übel wären,
    würde ich eher auf eine primitive, einfache Digicam zurückgreifen,
    weil, auch wenn sich sicher Wege finden einen Film zu entwickeln,
    ich der Digicam den Vorzug gebe.
    Mehr Fotos, auch unauffällig das gemachte Material auf der Karte
    zu verstauen, zu verstecken, was auch immer.
    Wenn als Wechselmedium erkannt...nahezu auf jedem Computer der Welt
    abspielbar, kopierbar, ansehbar.


    Ministativ dazu, damits auch in der Nacht was wird,
    obwohl da die Erwartungen nicht allzu hoch sein dürfen.


    Ich hab da zb. eine superstabile Digicam (~5 Megapixel) liegen, von Olympus.
    Hat meine Freundin mal gekauft...gebraucht um knapp 50 Euro.
    Nicht kaputt zu bekommen das Ding.


    Oder Du gehts einen ganz, ganz anderen Weg.
    Wir haben damals, war vor der Zeit, wo Digitalkameras leistbar waren...
    ...schlicht Einwegkameras genommen.
    ~ 5 Euro. 36 Bilder.
    Wenn weg, dann weg. Wenn kaputt...auch egal.
    Gibts auch als Unterwasserausführung.


    Ciao,
    Occam

    [CENTER]"Alle, außer mir, haben sich verirrt!"... Indiana Jones[/CENTER]

  • Zitat von Opa;105552

    Weitere Entscheidungshilfen?


    Hochwertige Ergebnisse bekommt man nur mit hochwertigem (schwerem) Equipment.


    Schraubt man die Ansprüche runter, wird automatisch die Kamera leichter und "robuster", zumindest für Packmaß und Stossempfindlichkeit aufgrund Transportrisiken.


    Ich verwende alle drei Varianten nach Bedarf: Fotohandy (5MP, Cybershot-Technik), Kleinkamera (5MP, Cybershot) mit Standard-AA (Batterie oder Akku) und DSLR (12MP). Gewicht 110 > 190 > 830 Gramm (inkl 35mm Festbrennweite), dazu kommt die extra Tasche, je größer umso schwerer.


    Für den Fluchtrucksack kommt eigentlich (für mich) nur die Minimallösung in Frage, welche o.g. Kamera sollte klar sein, einfach weil platzsparender als Handy geht nicht, Aufrüsten mit internem Speicher ist logisch, möchte man auch Tonaufnahmen machen, mal zur Motivation ein mp3 hören oder einfach Podcast-Tondokumente statt Musik mitnehmen.


    Was selten gemacht wird: die Auflösung in den Einstellungen senken, d.h. bewusst Fotos mit niedrigerer als maximaler Auflösung machen, die Bilder werden z.T. besser und der freie Speicherplatz vergrößert sich.


    Ausser beim Handy würde ich unbedingt auf einen echten Sucher achten, weil der Gebrauchsnutzen "im Feld" dramatisch sinkt wenn man sich verrenken muss, um überhaupt das Bildmotiv anzuvisieren.


    Wer Schnappschüsse machen will - auch bei Naturobjekten sehr wichtig - braucht einen schnellen Autofokus. Da scheiden sich die Geister, die günstigsten Kameras kranken genau daran, einschalten bis Betriebsbereitschaft und danach Autofokus. Ein superschneller Autofokus "kostet" Batterie und evtl. Lebensdauer. Ist die Linse zu klein und wenig Licht, fokussiert ein Handy vergeblich d.h. zeitraubend, für viele ein Ausschlußkriterium für´s Fotografieren. Eine Kleinkamera zu finden, die bei Dunkelheit noch brauchbare Fotos macht, ist schwer und nicht der billigste Kauf.


    Eine Empfehlung habe ich nicht, es gibt so viele Modelle am Markt, jeder hat andere Fingerkuppen, da sollte sich immer etwas finden lassen. Die neuen, teuren Kleinkameras mit Wechselobjektiven sind sicher die top Lösung, weil eine Kombination mit grösserem, lichtstarken Objekt wahrscheinlich die beste Synthese aus beiden Foto-Welten darstellt. Ein Handy mit zig Features und sehr langer Akku-Laufzeit zielt auf andere Einsatzzwecke ab, läuft ergo in einer anderen Kategorie. Gute Fotos kann ich mit dem Handy durchaus machen, bei Sonnenschein und sich nicht bewegenden Motiven.

  • Moin im Thema,


    als analoge Kamera verwende ich immer noch eine OLYMPUS XA, eine sehr kompakte analoge Kleinbildkamera, die ich einmal in den 1970er Jahren bei einem Schaufensterwettbewerb gewonnen habe. (Wird mal wieder Zeit für eine Rolle Film...)


    OLYMPUS XA: http://www.erikfiss.com/foto/cams/xa/


    Als Radler habe ich als "Immerdabeikamera" stets eine MEDION MD 85820 digitale Kompaktkamera dabei, die MEDION kostete vor Jahren 99,- Euro, ist sehr robust, 10 Megapixel Auflösung, für schnelle "Schüsse" sehr geeignet.


    Zum ernsthaften Fotografieren nutze ich eine kleine NIKON D40. http://de.wikipedia.org/wiki/Nikon_D40


    Eine sehr handliche und gute Einsteiger DSLR Kamera, die ich aber trotz ihres kleines Gewichtes nicht immer mitschleppen möchte, schon gar nicht an einem Tragegurt um den Hals, da wird selbst die kleine D40 sehr schnell "bleischwer"...


    Allzeit gut Licht! Michel

  • Hi,


    Erklärung für Nachtaufnahmen ohne Blitz:


    1. Entfernung zu groß, die meiste eingebauten Blitze reichen wenige Meter.
    2. Ich möchte unauffällig Fotografieren, da stört der Blitz.


    Dauerbelichtung oder Nachtaufnahme können, glaub ich, sowieso die meisten Digiknipsen.



    Nick

    Quidquid agis prudenter agas et respice finem

  • Zitat von Opa;105643

    Dauerbelichtung oder Nachtaufnahme können, glaub ich, sowieso die meisten Digiknipsen.


    Und hast du dir die Ergebnisse mal angesehen ?


    Aus dem Fakt, dass es diese Einstellungen im Menü gibt, kann man nicht ableiten, dass bei kleiner Objektivgröße und irgendeinem Stativ etwas Vernünftiges auf dem Bild zu sehen sein wird. In der Dämmerung kann ich mit einer DLSR noch gute Bilder machen, aber in der Nacht ... probier es einfach. Oder investiere in gute + eingebaute Bildstabilisierung, Objektiv die dafür halbwegs geeignet sind, dürften gebraucht schon ab 500 Euro zu bekommen sein, ein selbstgenähtes Sandsäcken ersetzt ein Stativ, dann kann´s los gehen mit der "Beweissicherung" für was auch immer.

  • Moin Nick,


    ich denke, für deine Ansprüche ware eine kompakte Digitalknipse gut geeignet, meine kleine MEDION Digitalknipse hat z.B. etwa 50 integrierte spez. "Aufnahmemodi" für die verschiedensten Situationen...


    Bis man das alles raus hat, vergehen Monate der Benutzung, da spreche ich aus eigner Erfahrung. :staunen:


    Auch hochauflösende Filme kann ich mit der kleinen MEDION drehen, und das in einer erstaunlich guten Qualität, angesichts des damaligen Preises von 99,- Euro.


    Allerdings beschäftige ich mich lieber mit meiner NIKON DSLR, da ich es aus den Zeiten der analogen Fotografie sehr gewohnt bin, die meisten Einstellungen manuell vorzunehmen. Und das werden dann die meistens wirklich "guten" Fotos, die man mit den Ergebnissen der digitalen Kompaktknipse nicht vergleichen kann...


    In meinen "Analogen Jahren" habe ich immer sehr gerne mit einer CONTAX RTS fotografiert, eine damals endgeile Kamera, allerdings ein sehr schwerer Brocken, wenn der sog. "Real-Time-Winder" (Elektrischer Motorantrieb) sowie große Objektive montiert waren.


    CONTAX RTS: http://camerapedia.wikia.com/wiki/Contax_RTS


    Gerade als Radler schätze ich die modernen, und größtenteils doch recht leichten Kameras sehr, für die damalige CONTAX samt allem Zubehör wäre manchmal ein "Kofferkuli" sehr nützlich gewesen... :lächeln:


    Gruß Michel

  • Ich hab mir jetzt mal die von Nudnik empfohlene Nikon AW 100 gegönnt


    Der Hammer das Teil , mächtig robust, wasserdicht, macht prima Fotos und Videos
    mit GPS drin, da weiss man wo man war und noch jede Mnege anderer feiner Sachen


    Ich bin noch gar nicht durch mit probieren und schon restlos begeistert.


    Nich tbillig das teil, aber meiner Meinung nach jeden Euro wert


    Danke und Grüße an Nudnik und den Rest des Forums



    Eugen j.keusen

  • Bei allgemeinem Zivilisationszusammenbruch sind Zugang zu Filmentwicklung oder auch digitaler Auswertung möglicherweise eingeschränkt.
    Deshalb würde ich eine Sofortbildkamera mit großem Vorrat Belichtungsmaterial nehmen.
    Damit kann man auch unter primitiven Bedingungen spontan wertvolle Tauschobjekte produzieren, z.B.:
    - Produktfotos für Händler zu Werbezwecken, oder
    - Personenfotos als Erinnerungsstücke, für Behelfsausweise, Suchanzeigen an Pinnwänden in Flüchtlingslagern,
    - Dokumentationen von Gebäudeschäden, Unfallsituationen,Tatorten, Todesopfern, Verletzten,...

  • Ich würde da mal einen konkreten Vorschlag machen wollen. Eine Sony DSC-1.


    Ist eine Digiknipse, AA-Batterien, robust genug für meine Wurstfinger, als Sucher kann man den Bildschirm oder einen echten Sucher nehmen. 5 Megapixel ist der perfekte kompromiss zwischen größe der Sensorpixel und Auflösung. Im Ergebnis gibt es wenig Bildrauschen. Meine hat deutliche Gebrauchspuren, lebt aber nach wie vor und hat schon zigtausende Bilder gemacht. Man kann externe Objektive anschrauben, falls man Weitwinkel oder Extremmakro braucht.


    Wenn man will kann man ganz viel Einstellen, was ich bei Aquarienbildern auch immer mache. Sonst nehme ich die Automatik.


    http://www.digitalkamera.de/Te…cht/Sony_DSC-W1/2289.aspx


    Kriegt man gebraucht für um die 50 Euro. Ich habe sie in Silber, gibts aber auch in Tacticool-Black ;).

  • Zitat von Opa;105552

    2. Mit Feldmitteln in Betrieb zu halten, d.h. keine Akkus und wenn schon Batterien notwendig sind, dann verbreitete Typen, z.b. AA oder AAA.


    Jeder halbwegs taugliche Fotoapperat benötigt Batterien


    Zitat


    3. Digi oder Film? Digi kann ich direkt an der Kamera die Bilder zeigen, Film ist vermutlich robuster und haltbarer....


    Also da wette ich alles dagegen.


    Zitat


    6. Ach ja, Nachtaufnahmen ohne Blitz sollen möglich sein!


    Fotografieren benötigt Licht. Wenn wenig da ist brauchts ne lange Belcihtungszeit und damit einen stabilen Stand der Kamera.


    Zitat


    7. Filmfunktion? Nicht unbedingt notwendig.


    Ein Film kann zur Dokumentation genauso wichtig sein wie ein Foto. Wenn man diese Option ausscheließt werden die Argumente für den Fotoapperat sehr dünn, v.a. wenn eh schon ein smartphone dabei ist.


    Zitat


    Weitere Entscheidungshilfen?


    ich würd einen Kauf, der bei heutigen Outdooraktivitäten(?) auch nützlich ist und den man regelmäßig benutzt.


    Film im Fluchtrucksack erscheint mir eher sinnlos, wenn man nicht zufällig auch noch eine Fotolabor mit rumtragen möchte.


    Unter den abgedichteten/rousten Kameras ist die Olympus tough TG-1 ein recht aktuelles Modell und meines Wissens die einzige mit halbwegs lichtstarker Optik. Wie üblich muss man aber immer gewisse Kompromisse eingehen.


    mfg