Fluchtszenarien/Verhalten auf der Flucht

  • Hallo,


    Ich weiß nicht, ob das thematisch hier her passt, wenn nicht Bescheid sagen.


    Folgendes: Ich hatte eben beim spazieren gehen ein paar Gedankenspiele/Spinnerein:


    Vor was würde ich fliehen:


    Naturkatastrophe,

    Reaktorunglück,

    soziale Unruhen,

    Oder was auch immer...


    Das Szenario bestimmt auch immer die Art der Flucht. Mich interessiert jetzt wie ihr bei welchem Szenario fliehen würdet, bzw. welche Situation euch zu einer "Flucht" veranlassen würde und wie ihr euch verhalten würdet.

    Also zum Beispiel, wegen einem Reaktorunglück, zur BO und das über Stock und Stein, zu Fuß und nur Nachts marschieren. Jetzt mal so als kurzes und nicht ausführliches Beispiel. Eure Backups interessieren mich auch, für den Fall, dass es nicht zu viel des Preisgebens wäre.


    Über ausführliche Antworten freue ich mich besonders;)

  • niro

    Hat den Titel des Themas von „Flucht zu Fuß“ zu „Fluchtszenarien/Verhalten auf der Flucht“ geändert.
  • Früher, bis vor 50 Jahren, wurde bei uns recht viel zu Fuß zurückgelegt, Mein alter Nachbar erzählte immer, dass er vom Fronturlaub heimkommend, mit der Bahn bis zur letzten Station im Tal vor der Alb fuhr und die letzten 10km inkl 400 Höhenmeter Anstieg zu Fuß ging. Google Maps rechnet dafür 2:20h, was ich für ambitioniert halte.

    Ich hab diverse Strecken auch schon mal in Google Maps mit dem Routenplaner im Fußgängermodus durchgespielt: sich von der Arbeitsstelle bis nach Hause durchzuschlagen, wäre bei mir eine Distanz von 48km, 700m rauf, 300m runter. Zeitbedarf lt. Google 10:30h.

    Als wenig trainierter Langstreckenwanderer ist mein derzeitiges Tageslimit irgendwo bei 20-25km, dann laufe ich mir Blasen und die Muskeln spielen nicht mehr mit. Ich würde mir daher den Heinweg in zwei Etappen einteilen (müssen). Es bringt nichts, wenn man mit letzter Anstrengung 2/3 der Strecke schafft, dann aber vollkommen kaputte Fußsohlen hat und am nächsten Tag nicht weiterkommt.

    Aus dem Grund würde ich wann immer es möglich ist, ein Fahrrad nehmen, notfalls würde ich mir eins ausborgen. Für meinen Weg von der Arbeit zurück in die Berge rechnet Google Maps ca. 3:30h mit dem Bike. MIt nem E-Bike müsste man noch ne Stunde rauskitzeln können, vor allem an der mehrere Kilometer langen Bergetappe.

    Bei größeren Fußmärschen muss man den Wasser- Elektrolyt- und Energiebedarf berücksichtigen. Ich hab für diese Fälle Brausetabletten von Isostar im Rucksack. Dazu eine Katadyn "MyBottle" mit eingebautem Wasserfilter und schon kann man am nächsten Bach oder Brunnen seinen Flüssigkeitsbedarf decken. Ebenso würde ich leicht verdauliche Energieriegel (z.B. Powerbars) mitnehmen, zur Not tuns auch Snickers, da ist durch die Menge an Erdnussbutter ordentlich Energie drin, die leicht verstoffwechselt werden kann. Erdnussbutter-Riegel werden auch in der Hungerhilfe von Hilfsorganisationen zur schnellen Versorgung akut Unterernährter eingesetzt (Plumpy Nut).


    Müsste ich zu unserem SO in den Norden radeln, wären das 33h Fahrzeit und zu Fuß 115h für ca. 550km. Da braucht man dann schon eine ausgefeilte Logistik und muss sich Tag für Tag langsam steigern, bis man im Flow ist. Ich bin schon mal 5 Wochen auf Island herumgeradelt, mit Tagesetappen zwischen 50 (Schotterpiste) und 120km (Teerstraße) - mit Zelt, Schlafsack, Proviant, Wasser etc. Zu Fuß wollte ich das nicht machen, weder auf Island noch einmal von Süd nach Nord durch Deutschland. Wenn ich da täglich auf einen Schnitt von 30km käme, wäre ich 18 Tage zu Fuß unterwegs. Mit dem Rad müsste das in 5-6 Tagen zu schaffen sein, bei 100km pro Tag.


    Lange Wanderstrecken bedeuten auch, dass man nach ein paar hundert km die Schuhe verschlissen hat. Evtl. sollte man von vorneherein zwei Paar Schuhe dabei haben und immer wieder wechseln: Trekkingstiefel und Laufschuhe z.B.

    Auch die Verpflegung ist bei einem angenommenen 18-Tage-Trip nicht trivial. Bei mäßigem Wetter oder Kälte braucht man was Warmes zu Essen und zu trinken. Also muss ein Kocher mit, Tee, Gemüsebrühe und Spaghetti. Auf Island haben wir pro Tag u.a. 500g Nudeln, ein 500g-Weissbrot und x Liter Wasser verbraucht - zu zweit als Radfahrer. Und jeder hat bei dieser "Diät" 5kg abgenommen. Also müsste man alleine unterwegs auf 18 Tage mit vielleicht 4-5kg Nudeln, 9kg Brot und 2-3 Litern Wasser pro Tag kalkulieren. D.h. man startet mit mindestens 20kg Gepäck, wenn man autark zumindest beim Essen sein will. Kocher, Geschirr, Zelt, Schlafsack sollte man auch einplanen.


    Deswegen für längere Distanzen: Fahrrad.


    Grüsse
    Tom

  • Ja mit dem Rad haste schon Recht. Auch deine Denkweise finde ich sehr nachvollziehbar, danke für die Antwort. :thumbup:

    Ich frage mich aber, ob man mit dem Rad auffälliger ist, oder nicht. Zu Fuß kann man ja darauf viel besser achten etc. Falls man nicht erwischt/gesehen/aufgeklärt werden will.:/

  • Ein Radfahrer dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unauffälliger sein und weniger Begehrlichkeiten wecken als ein SUV mit Prepper-Vollausstattung und wenn möglich feldgrüner Lackierung...

    Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren. - Abraham Lincoln

  • Deswegen für längere Distanzen: Fahrrad.

    Absolut auch meine Meinung. Mit dem Rad bin ich ja weitaus beweglicher und im Bedarfsfall schnell im Gelände verkrümmelt. Z.B. ein Verfolger mit Auto ist weitgehend chancenlos, wenn man es richtig anstellt. Z.B. Zack die Treppen runter, und weg (Das aber bitte keinesfalls ohne Anleitung probieren!)

    Was wär mir wichtig:

    Kein E-Bike - Nach einigen km ist da der Akku alle, und dann ist die E-Ausrüstung nur noch Ballast.

    Möglichst weniges und leichtes Gepäck, sonst schadet das der Beweglichkeit.

    Nach meiner Erkenntnis können sich zwar viele Menschen irgendwie auf dem Fahrrad-Sattel halten, aber tatsächlich "Radfahren" können nur einige wenige.

    Wenn es interessiert schaut sich mal die Filmchen von früheren Meißener Citydownhill an. Auch mit einer Motocross-Maschine wird man kaum in ca. 1 guten Minute von der Albrechtsburg zur Elbe herunterfahren können.

    (Die Veranstaltung gibts nimmer!)

    Etwas Literatur zum Thema: https://www.amazon.de/dp/37688…p_it&tag=httpswwwaustr-21

    Kurzum, es bedeutet auch für den sog. Alltagsradler deutlich mehr an Sicherheit, wenn er mal etwas Fahrtechnik für Anfänger übt. Kleines Filmchen zum Thema:

  • Kein E-Bike - Nach einigen km ist da der Akku alle, und dann ist die E-Ausrüstung nur noch Ballast.

    Möglichst weniges und leichtes Gepäck, sonst schadet das der Beweglichkeit.

    Nach meiner Erkenntnis können sich zwar viele Menschen irgendwie auf dem Fahrrad-Sattel halten, aber tatsächlich "Radfahren" können nur einige wenige.

    Fahrrad ok, fahren auch. Sich sicher fühlen auf dem Fahrrad sollte schon sein. Aber muss ich da ein Zirkusartist werden um mich irgendwann, Irgendwo auf ein Fahrrad zu schwingen und Querfeldein meine Flucht antreten.Dazu mit leichtem Gepäck und das über Tage. Wo nimmst du die Verflegung her wenn deine leichte Variante aufgebracht ist. Fahradfahren zehrt an deinem Körper, vorallem bei Wind und Wetter. Aber ich denke das weißt du selber. Zudem ist das nicht für alle durchführbar, weil entweder krank, behindert oder zu alt. Ein normales Fahrad für die Flucht, viellecht sogar mit einem Hänger und genügend Gepäck um nicht zu verhungern, sehe ich als eine Fluchtmöglichkeit, aber nicht wenn es in Akrobatik endet.

    Mag ja sein das du das gut findest, ich finde es übertrieben und sogar gefährlich.

    Und ich war früher ein geübter Fahrradfahrer. Jeden Tag 50 km und mehr zur Schule oder Arbeit, und das über 25 jahre lang, davon 2/3 des weges Wald und Buckelpisten. manchmal auch nur Wildwechsel. Ich weiß also wovon ich rede. Und das mit einem normalen Fahrrad ohne Gangschaltung. da musste man schon in die Pedalen treten wenn man voran kommen wollte. Und das bei Wind und Regen, Kälte und Hitze, Bei Helligkeit und Dunkelheit.


    Leute das ihr Vorschläge macht ist gut und soll auch sein, aber bitte solche die fast jeder umsetzen kann, so das sie der Allgemeinheit hilft.

    Wer das Fahradfahren abseits der Strasse fahren will der soll das machen, aber als Vorschlag für eine Fluchtszenarium sind diese Filmchen etwas zu heftig.

  • Leute das ihr Vorschläge macht ist gut und soll auch sein, aber bitte solche die fast jeder umsetzen kann, so das sie der Allgemeinheit hilft.

    Es gibt nunmal keinen Perfekten Weg der bei allen funktioniert. Schon dadurch das wir hier über mehrere Länder mit unterschiedlichen Topologien und Möglichkeiten und Lebenseinstellungen verteilt sind. Deshalb würde ich vorschlagen das möglichst viele sinnvolle Möglichkeiten aufgezeigt werden und dann jeder den passenden für sich finden kann.

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

    Einmal editiert, zuletzt von Concideratus () aus folgendem Grund: Meine üble Rechtschreibung

  • Es gibt nunmal keinen Perfekten Weg der bei allen funktioniert. Schon dadurch das wir hir über mehrere Länder mit unterschiedlichen Topologien und Möglichkeiten und Lebenseinstellungen. Deshalb würde ich vorschlagen das möglichst viele sinnvolle Möglichkeiten aufgezeigt werden und jeder den passenden für sich finden kann.

    Den Weg kenne ich auch nicht, aber man muss schon sehen was möglich ist und was nicht. Ich denke wir sind alle keine Hochleistungssportler, und das was die in den Filmchen gezeigt haben grenzt doch sehr an solche Menschen die ein Hobby daraus gemacht haben und auch tüchtig trainieren.

    Will das auch keinem Absprechen, jeder soll mit dem was er sich traut glücklich werden.

    Ich weiß was es heißt durch den Wald zu fahren, über Wurzeln, Sand und Geröll. Hab ich alles auf meiner damaligen Fahrstrecke gehabt, und bin nicht nur einmal gestürzt. Deshalb weiß ich wie unscheinbar, aber doch so gefährlich das sein kann, halsbrecherisch durch dann auch noch unbekannte Gegenden zu fahren.

    Man will und sollte sich ja auch nicht verletzen, weil man, das sollte nie vergessen werden, sich auf der Flucht befinden. Deshalb ist die Gesundheit ein doppeltes Gut. Krank oder verletzt wirst du kaum weiterkommen, oder zumindest sehr langsam. Ich könnte hier noch weiter aushohlen, glaube aber das das nur missmut bringt und im Endefekt keinem was bringt.

    Ich wollte auch nur zeigen, das eben mehr dazu gehört wie nur ordentlich Fahrradf fahren.