....die Regierung über euren (Strom-)Verbrauch entscheidet und ggf. den Saft abdreht

  • Ich wage mal zu behaupten, dass 90% der Österreicher und Deutschen bereits heute mit ihrer Stromrechnung überfordert sind. Komplexe Tarife braucht es da gar nicht mal.

    Und dass es immer wieder findige (windige?!?) Lieferanten am Markt geben wird. Allerdings leben Stromlieferanten in der Regel nicht von Kundenerpressung (schon gar nicht lange). Und gerade auf einem Commodity-Markt wie dem Strommarkt sehe ich diese Gefahr auch nicht wirklich.

    Dass die 60% nicht kommen werden, ist klar (wie gesagt: Ein einfaches Rechenbeispiel, um die Dimension zu veranschaulichen).

    Aber selbst eine Gleichzeitigkeit von 20% würde das Stromnetz bereits erheblich belasten, wenn nicht überlasten.


    Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass (auch 2-phasiges Laden zu 99% komplett genügen würde) die meisten E-Auto-Besitzer, sofern sie die Möglichkeit dazu haben, mit 11 oder 22 kW laden werden. Und zwar einfach deswegen, weil sie a) die Ladesäule sowieso haben, b) es ja bequemer ist, wenn man nicht nachdenken muss, ob 2-phasig jetzt ausreicht oder nicht und c) "man weiß ja nie".

    Außer, die Lastspitzen werden so teuer, dass sich das Nachrechnen lohnt. Die Diskussion bei uns in Österreich geht ja schon seit Jahren in diese Richtung: Höhere Leistungskomponente, niedrigere Arbeitspreise. Und seit Jahren (vermutlich bis zu einem kritischen Ereignis) passiert: Nichts!


    Eigentlich ist das doch gegen jede "Kaufmannsregel" normalerweise wird es doch billiger je mehr ich von einer Sache kaufe...


    Kann mir diese Logik mal einer erklären ? Ich bin "Großabnehmer" und muss dafür mehr bezahlen als wenn ich die gleiche Sache "in kleinen Häppchen" kaufe ?

    Du hast dazu die falsche Sichtweise! Dein Lastverhalten (also wann du welche Leistung beziehst) und nicht die Abnahmemenge ist in der Strombranche preisbestimmend. Es entspricht also quasi der "Qualität" des Produkts: Je gleichmäßiger (oder idealerweise antizyklisch, also in der Nacht und am Wochenende), desto günstiger.

    Das Angebot ist ja durch die EE stark vorgegeben und nur zu einem kleinen (Österreich) bis maximal mittleren (Deutschland) Prozentsatz steuerbar.

    Wenn also das Angebot fix ist, entscheidet die Nachfrage den Preis.

    Ich weiß nicht mehr, wie oft ich diese Diskussion mit Kunden geführt habe (gerade am Beginn der Strommarktliberalisierung): Da haben sich der Geschäftsführer der Firmen X und Y getroffen und am Stammtisch mit den Strompreisen geprahlt. Und dann ist halt der große (aber eben "schlechte") X dahergekommen und hat sich beschwert, dass der kleine Y so viel weniger für den Strom zahlt. Dass aber X einen Einschichtbetrieb fährt, Y hingegen 5-er-Schichten, war immer ziemlich mühsam zu erklären.

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Interessant ist ja....

    Wenn ich JETZT eine Wallbox mit 22KW beantragt und genehmigt bekomme....


    Ist das dann "für Immer" oder kann einem dieses Privileg wieder genommen werden?


    Da ich ja noch kein Elektro Auto habe aber es jetzt ja in NDS Förderung für die Wallbox gibt denke ich drüber nach mir so ein Teil an die Hauswand zu klatschen...


    Evtl kann man ja auch 22kw beantragen und nur 11kw verbauen.... Kostet ja vielleicht nix extra... Die Zusage ist aber ja da....


    Gruß EZS

  • Ist das dann "für Immer" oder kann einem dieses Privileg wieder genommen werden?

    Mal bei deinem Netzbetreiber nachfragen. Bei uns wäre es so, dass du die 22 kW Anschlussleistung bezahlst und die dann dir gehören, sofern der Anschluss technisch möglich ist. Diese Zahlung ist ja nicht 'weil die Netzbetreiber so gierig sind', sondern du finanzierst damit den Netzausbau.

    Wenn du aber dann die 22kW voll ausnutzt, werden diese Spitzen nochmal gesondert verrechnet.

    Werden nur 11kW benötigt, ist die Spitze natürlich niedriger.

    Sofern die Spitzenlast noch niedriger ist, kommt nur eine kleine Bereitstellungsgebühr dazu.


    Bei einer Preis von ca. 200€/kw x 22 = 4.400€ wage ich aber zu bezweifeln, ob sich jemand 22kw 'einfach so' kauft.


    Tipp: In AT gibts momentan eine Fördermöglichkeit wenn du dir eine Wallbox hinschraubst und diese auch anderen zum laden zur Verfügung stellst. Die Energie wird dir natürlich bezahlt, es geht hier mehr um eine Verdichtung der Lademöglichkeiten.


    Lg

    "Wir brauchen kein Telefon, wir haben genügend Boten!" Britische Post 1878

  • Mit der Förderung der Wallbox weiß der Staat, wer eine solche nutzt . Es würde sich ja anbieten, dem dann

    wegen der potentiellen Abschaltmöglichkeit eine spezielle abschaltbare Zähl/Steuereinheit zu verpassen.

    Können das eventuell die "Smart-Meter" ?

    Da sollte man sich im Zweifelsfall mindestens einen Starkstromanschluß und sich ein entsprechendes Ladekabel bereit halten.

  • Kann eigentlich jemand sagen woran ein SmartMeter erkennt was für ein Verbraucher angeschlossen ist? Also mal abgesehen vom Energieverbrauch?

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

  • Ich kann hier nur für Österreich

    Früher (vor der Strommarktliberalisierung 2001) gab es mal die Unterscheidung zwischen rechtlich und technisch gesicherter Leistung. Die rechtlich gesicherte Leistung wäre das, was du oben beschrieben hast.

    Aber wie gesagt: Das ist eher eine Lektion in Stromgeschichte als heute praktisch relevant.

    Heutzutage ist es so, dass du das sogenannte Netzbezugsrecht (genauer gesagt: Netzbereitstellungsentgelt aka NBE) erwirbst. Beim normalen Hausanschluss entscheidet die Nachzählerhauptsicherung darüber, welche Leistung du beziehen kannst bzw. darfst.

    Bei lastprofilgemessenen Tarifen (> 100.000kWh bzw. 50kW) entscheidet die tatsächlich bezogene Leistung...


    Langer Rede kurzer Sinn: "Anmelden und damit Absichern" geht nicht. Nur das, was man auch bezahlt hat, bekommt man auch zugesichert

    Mit der Förderung der Wallbox weiß der Staat, wer eine solche nutzt . Es würde sich ja anbieten, dem dann

    wegen der potentiellen Abschaltmöglichkeit eine spezielle abschaltbare Zähl/Steuereinheit zu verpassen.

    Können das eventuell die "Smart-Meter" ?

    Da sollte man sich im Zweifelsfall mindestens einen Starkstromanschluß und sich ein entsprechendes Ladekabel bereit halten.

    Die Kommunikation zwischen Staat und Netzbetreiber läuft in dieser Hinsicht *hüstel* unbefriedigend. Lies: Letzterer erfährt von Ersterem gar nichts.

    Allerdings würde ich mich als Konsument für so einen unterbrechbaren Tarif stark machen, da ich mir bei der Anschaffung bereits tausende Euro sparen kann, und dann auch noch im laufenden Betrieb.

    Kann eigentlich jemand sagen woran ein SmartMeter erkennt was für ein Verbraucher angeschlossen ist? Also mal abgesehen vom Energieverbrauch?

    Gar nicht! Ist aber auch nicht seine Aufgabe.

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.