Altersarmut

  • Damit entlastet man die Grossen, um den Kleinen zu helfen. Und wenn die Chose bachab geht, ist man sowieso wieder in der Grundsicherung. Es kann, wer mit seinem kleinen Tariflohn geradeso über die Runden kommt, keine rentablen Aktien kaufen, ohne hoch spekulative Titel einzuholen. Also erhöht man das Risiko der Kleinen und entlastet steuerlich diejenigen, die es eh schon dicke haben, sowie die institutionellen Anleger. Will man das, soll man es auch so nennen.

    Muss man halt schauen, wohin das führt.


    Ich zahle gefühlt ziemlich viele Steuern und in einem gewissen Maße sehe ich das ein. Ich bin aber seit Jahren am überlegen, ob ich nicht meine Arbeitszeit reduziere und wenn hier so eine große Umverteilung kommen soll, dann arbeite ich eben nur noch Halbtags.

    Dann können die Umverteiler sich das Geld von den anderen holen.


    Das wird ja bei diesen Diskussionen immer ausgeblendet. Wenn es darum geht, das Geld zu verteilen sind alle ganz gut dabei, wenn es darum geht, das Geld einzunehmen kommt immer nur "von de Reichen" oder "von den Konzernen". Na dann macht mal und schaut was passiert.


    Frankreich hat unter Hollande ja sowas in der Art versucht und meiner Einschätzung nach ist das krachend gescheitert.


    Die gesetzliche Rente wird aufgrund der Demographie für die kommenden 30(?) Jahre aller Wahrscheinlichkeit massiv unterfinanziert sein. Diese Entwicklung ist seit 20-30 Jahren bekannt, ein Zeitraum, in dem man sehr viel Vermögen hätte aufbauen können, sei es als Staat oder als Bürger. Noch bis vor 2 Jahren konnte sich der Staat für 0% Zins Geld über 10 oder gar 30 Jahre leihen, hat das aber für solche Zwecke nicht genutzt. Deutschland halt.


    Ich halte es für wahrscheinlich, dass man das bisherige Rentensystem mit 1 Rentenpunkt ergibt linear x Euro und alle drunter bekommens mit Grundsicherung auf gleiche Höhe aufgefüllt, egal ob 0 Jahre eingezahlt oder 45 Jahre (mit der Ausnahme der Solidaritätsrente für Zahnarztgattinnen, oder wie das Ding hieß) eh nicht zukunftsfähig sein wird, weil nur so wneig Geld zum Verteilen bleibt, dass über kurz oder lang auch "Normalverdiener" dann mit Grundsicherungsleuten fast gleichauf wären, die ihr ganzes Leben lang nicht einen Cent einzahlten. Das dürfte einer Gesellschaft nicht mehr vermittelbar sein.


    Die Gutverdiener mit gesetzlichen Rentenanspruch werden da künftig sowieso geschröpft werden.


    Wer in seinem Arbeitsleben also keine private Vorsorge betreibt wird im Alter halt nur einen moderaten Betrag haben, der nicht viel mehr tun wird als die Existenz zu sichern (über kurz oder lang wird das auch Pensionen betreffen, auch die sind bei einem Finanzkollaps nicht sicher, siehe Griechenland), oder wird eben über das Renteneintrittsalter hinaus arbeiten.

    Das wäre jetzt schon möglich, interessanterweise wird es so gut wie garnicht in Anspruch genommen.


    Wer das nicht so sieht, der sorgt halt nicht privat vor und kann dafür x-beliebige Gründe anführen. Ist auch alles okay, aber dann nicht rufen, dass gefälligst andere den Wohlstand im eigenen Alter bezahlen sollen, weil man ja x Jahre hart gearbeitet hätte und das kanns ja nicht sein...


    Die Mathematik ist halt wie sie ist und wenn man sich auf etwas jetzt wirklich seit Jahrzehnten vorbereiten kann und soll, dann ist das die eigene Rente


    MfG


    PS: Mit der Statistik hab ich mich auch nochmal beschäftigt und das hier gefunden:


    "...

    28.03.2022, 16:16 Uhr -

    Seit dem 1.1.2021 gelten bei der Grundsicherung im Alter und Erwerbsminderung höhere Regelsätze. Das Gleiche gilt auch für Hartz IV.

    Für viele Senioren dürften die neuen Sätze dieses Mal von besonderem Interesse sein, denn ebenfalls seit dem 1.1.2021 haben die Betroffenen vielfach Anspruch auf einen zusätzlichen Rentenfreibetrag in Höhe von bis zu 223,– €. Bei Ehepaaren kommen bis zu 446,– € zusammen. Hierdurch erhalten viele Senioren erstmals einen Anspruch auf Grundsicherung im Alter..."


    Grundsicherung 2022: Viele Rentner haben Leistungsanspruch (steuertipps.de)


    Es ist also nicht so, wie der Artikel zum Themenstart suggeriert, dass mehr Grundsicherung mehr arme Rentner bedeutet, sondern dass stattdessen Grundsicherung jetzt auch vielen Leuten noch eine zusätzliche Rente oben drauf bringt, die bisher keinen Anspruch hatten. Diese armen Rentner hatten also in Wirklichkeit in 2022 mehr Geld und nicht weniger Geld bekommen.


    Ich nehme an, die GruSi ist auch eine versicherungsfremde Leistung (da ja keine Ansprüche dafür aus der Rentenkasse erworben wurde) und wird damit vom Steuerzahler bezahlt und nicht aus den Rentenkassen (?)


    Jährliche versicherungsfremde Leistungen seit 1957 – Teufel-Tabelle (adg-ev.de)

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

    2 Mal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Nach dem Staat als Unternehmer zu rufen, ging bislang regelmäßig in die Hose. Kommt den Steuerzahler teuer zu stehen, und ist ineffizient.

    Das ist neoliberale Denkweise. Schlanker Staat und effiziente Wirtschaft. Heraus kommt dabei dann sowas wie "Seniorenresidenz als Kapitalanlage mit 8% Rendite", in der die Bewohner schnellstmöglich auf den höchsten Pflegegrad gepflegt werden, damit sie wartungsarm in ihren Betten liegen und von angelernten Hilfskräften für einen Hungerlohn versorgt werden, während die monatlichen Kosten für diese Art der Unterbringung, die dem Bewohner berechnet werden, dann bei 3.500 bis 4.000€ liegen. Nein Danke!


    Mietwohnungsbau sollte genauso wie der Bau und Betrieb von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen möglichst nur von gemeinnützigen, nicht gewinnorientierten Unternehmen gemacht werden. Es ist ein Fehler, soziale Systeme von Unternehmen betreiben zu lassen, die aus dem Betrieb dieser Systeme Erlöse ziehen, die sie dann an "das Kapital" abliefern. Denn bei jeder Kostensteigerung muss die Effizienz des Betriebs erhöht werden, um die Dividenden und Ausschüttungen aufrecht erhalten zu können. Das bedeutet Rationalisierung, in dem man an den Kosten und Investitionen spart und die Mieten gleichzeitig erhöht.

  • Bisher funktioniert die soziale Marktwirtschaft gut, man muss aber akzeptieren, dass die nicht "Reichtum für alle" schaffen kann.


    Im Vergleich dazu sehe ich den Sozialismus in Venezuela oder neoliberale Märkte z.B. in USA. Beides finde ich schlechter als unser System.


    Ich bin auch der Ansicht, dass ein gewisses Maß Eigenverantwortung für das eigene Leben existieren soll und damit verbunden aber auch die Akzeptanz, dass man dann auch selber die Konsequenzen tragen sollte.

    Ich hab z.B. keine private Berufsunfähigkeitsversicherung, was ja idR sehr empfohlen wird. Im Falle des Falles muss ich dann eben mit en Konsequenzen leben und das wäre ein deutlich reduzierter Lebensstandard. Dafür habe ich z.B. eine private Haftpflichtversicherung, denn die Konsequenzen einer fehlenden möchte ich im Falle des Falles nicht tragen. Ich habe ein eigenes Konto/Depot für meine Altersvorsorge (auch wenn manche mentale Buchführung für einen Fehler halten), weil ich eben davon ausgehe, dass ich mit der staatlich umverteilten Rente alleine nicht zufrieden wäre.


    Nichts tun und dann bei Bedarf nach dem Staat und Umverteilung rufen, dass einen gefälligst andere raus hauen sollen, das lehne ich ab.

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

    Einmal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Bei der Rentensicherung sollte man nicht den Fehler machen, nur in Kapital zu denken.

    Jede Rente ist ein Rechtsanspruch darauf, in einer irgendwann eintretenden Zukunft von der dannzumal produktiven Gesellschaft mit Lebensmitteln, Waren und Dienstleistungen versorgt zu werden, ohne dass noch was rum kommt - das wurde ja zum Zeitpunkt des Rentenerwerbs vom zukünftigen Rentner geleistet.

    Diese Transferleistungen von produktiven an unproduktive Personen gehen dann an den Wirtschaftsleistungen der produktiven Gesellschaft ab, d.h. jede Rente ist nur so viel wert wie es zum Zeitpunkt des Rentenanspruches eine produktive Gesellschaft gibt, die das *zusätzlich" zu ihrem Eigenbedarf leisten kann.

    Man stelle sich eine Gesellschaft vor, in welcher es nur noch Rentner gibt - dann kann das alles nicht mehr funktionieren, egal wie gut die Renten finanziell abgesichert scheinen.

    Daraus geht schon hervor, dass es unsinnig ist, Renten nur durch Einkommensabzüge aus produktiver Tätigkeit zu finanzieren.

    Ausserdem ist es unbillig, Frühverrentung zu kritisieren, solange es so viele Leute gibt, die in Saus und Braus leben, ohne selbst je produktiv gewesen zu sein, und die für ihre Einkommen auch keine Sozialversicherungsbeiträge bezahlen müssen - eben die Bezüger leistungsloser Einkommen. Denn diese spielen die gleiche Rolle wie die Rentner und die Kranken - sie beanspruchen produktive Kräfte und deren reale Erzeugnisse für ihren täglichen Bedarf.

    Weil die Wirtschaft für die Leute da ist und nicht umgekehrt, ist ein gewisser Prozentsatz von wohlerworbenen Bezugsrechten wie Renten kein Problem. Da es aber gesellschaftsrelevant ist, müssen alle Finanzierungsquellen in Betracht gezogen werden (insbesondere Unternehmensgewinne und Transaktionssteuererträge), denn auch die leistungslosen Einkommen sind auf einen funktionierenden Staat angewiesen, der z.B. mit der Rechtspflege Eigentum garantiert.

    Sonst haben wir einen Staat, der den Reichen immer mehr Reichtum garantiert und wo die Armen die noch arbeiten die Armen die nicht mehr arbeiten mitfinanzieren müssen.

  • Da kann ich nur eindringlich davor warnen: Nach dem Staat als Unternehmer zu rufen, ging bislang regelmäßig in die Hose. Kommt den Steuerzahler teuer zu stehen, und ist ineffizient. Ich denke mal es ist sinniger, und auch preislich günstiger, die privaten, und auch gewerblichen Vermieter, soweit staatlich zu fördern, das diese auch wieder mehr in den Wohnungsbau investieren.

    Das stimmt nicht, etwa die SUVA (in der Schweiz obligatorische staatliche Berufsunfallversicherung) arbeitet sehr effizient. Auch die AHV (staatliche Rentenversicherung) hat wesentlich weniger Spesenverluste für die Bezugsberechtigten als das ebenfalls obligatorische, aber privatwirtschaftlich organisierte Pensionskassenwesen.

    Wie sehr privatiserte Wasserversorgungen oder öffentliche Transportsysteme in die Hose gehen können, haben die Briten bis zu ihrer doch sehr weiten Toleranzgrenze geübt.

    In der Praxis war es so: Der Staat kann nicht wirtschaften, also wird alles privatisiert was bisher staatlich war und rentabel sein könnte, da nach der allein gültigen neoliberalen Lehre ja private Unternehmen effizienter und deshalb preisgünstiger sein sollen. Das wird gebetsmühlenartig wiederholt und wenns nicht klappt braucht es noch mehr davon. Dem Staat bleibt dann noch das, was man nicht rentabel gestalten kann, und das wiederum wird als Beweis dafür hergenommen, dass der Staat eben nicht wirtschaften kann.

    Ein Beispiel ist der öffentliche Verkehr, wo es viele Konkurreszunternehmen auf stark befahrenen Strecken gibt, der Staat aber die Randregionen subventionieren muss, weil man dorthin keine rentablen Linien betreiben kann.

    Eben so oft wurden bestehende Infrastrukturen ruiniert, indem man Unterhaltsarbeiten zurückfährt und so kurzfristig rentabler sein kann.

    Zusätzlich werden sehr viele Arbeitsplätze für die nicht so interessanten Arbeitnehmer gestrichen, die fallen dann auch noch dem Staat zur Last, nur eben einer anderen Rechnungsstelle.

    Ich bin der Meinung, dass alles, worauf alle Anspruch haben: Wasser, Strassen, Energieversorgung, Medizin, Bildung, sozialer Wohnungsbau usw. vom Gemeinwesen nach genossenschaftlichen Prinzipien geleistet und kostenmässig auf Basis einer langfristig soliden Nachhaltigkeit angeboten werden soll. Das freie Unternehmertum kann sich dann in den nicht lebensnotwendigen Bereichen austoben. Zum Markt gehört eben auch, dass man auf eine Ware oder Dienstleistung ganz verzichten kann, wenn sie einem teuer erscheint.

    2 Mal editiert, zuletzt von jp10686 ()

  • Man stelle sich eine Gesellschaft vor, in welcher es nur noch Rentner gibt - dann kann das alles nicht mehr funktionieren, egal wie gut die Renten finanziell abgesichert scheinen.

    Man bedenke, wie lange die Rentner noch nach Eintritt ins Rentnerdasein ihre Rente bezogen, als das System in Deutschland eingeführt wurde. Da waren es mit wenigen Jahren ein sehr überschaubarer Zeitraum.


    Und selbst seit den 1960er Jahren bis heute hat sich die durchschnittliche Rentenbezugsdauer verdoppelt! Mittlerweile rund 20 Jahre. Frauen etwas länger, Männer etwas kürzer.


    Und die Lebenserwartung wird in Zukunft eher höher als kürzer. Damit muss dann das System kollabieren. Natürlich erwerbe ich mit meinen Rentenpunkten Rechtsansprüche auf eine bestimmte Gegenleistung.


    Aktuell bekommt man für jeden Rentenpunkten rund 35€ monatliche Rente. Mal schauen, wie viel ich in dann in den 2040er bekomme, wenn ich in Rente gehe. Entweder ist der Rentenwert dann deutlich höher oder er gibt mir dann so und soviele Rabattmarken für die Lebensmittelausgabe. Ist mir dann auch egal. Hauptsache Essen. 🤪😁

    aus DE gesendet...

  • Es betrifft vor allem Frauen in Rente die Grundsicherung ergänzend brauchen.

    Tja bei den meisten liegt es an der fehlenden Vorsorge. Arbeit Geringfügig ohne Renteneinzahlung, Schwarzarbeit,

    oder gleich gar keine Arbeit, der Kinder wegen. (Das gibt der Blick in mein Umfeld)

    Obwohl man ja sagen muß, Kinder werden für 3 jahre Erziehungszeit mit dem Durchschnittlohn angerechnet.


    Es wird immer Menschen geben die nicht genug Rente "erwirtschaften" können.

    Die im Alter Hilfe brauchen. Ein Großteil der Menschen mit wenig Rente, ist aber sehens darauf zugelaufen.

    Ich kann keine hohe Rente erwarten, wenn ich nichts oder nur wenig eingezahlt habe.

    Ja klar, heißt es dann immer sie haben X Jahre gearbeitet, fragt man genauer waren es aber oft nur geringfügige Beschäftigungen, Teilzeit,

    oder die Kindererziehung wird als "Arbeit" betitelt. Natürlich ist Kindererziehung Arbeit, aber halt auch nur eine die

    mir maximal 3 Rentenjahre pro Kind bringt.


    Dabei war es nie so einfach wie heute Informationen zu bekommen. Sich online seine zu erwartende Rente auszurechnen,

    seine regelmäßigen Rentenbescheide RICHTIG zu lesen würde auch oft schon reichen.

    Aber da steht dann, zu Rentenbeginn kommen da mal 3000 Euro raus........ vergessen dabei, wieviel 3000 Euro in 25 Jahren wohl noch wert sind.

    Vorausgesetzt die nächsten 25 Jahre wird auch weiterhin so verdient und man träumt nicht davon mit Abschlägen schon eher in Rente zu gehen.

    Das führt bei vielen zum bösen Erwachen. Weniger Rentenpunkte durch weniger Einzahljahre, dazu noch den Lebenslangen Abzug

    durch eher in Rente und ja von der Rente vom Bescheid gehen auch noch KV, Pflegeversicherung und DIE STEUER AB !


    Genauso wie es heißt Frauen, bevorzugt EHEfrauen seien benachteiligt. Ich kanns nicht mehr hören....... Das geleier von den "armen" Frauen.

    Benachteiligt sind bei einer Scheidung beide.

    Weil die erwirtschafteten Rentenjahre während der Ehe bei der Scheidung aufgeteilt werden. Hat also Frau nicht gearbeitet, bekommt sie die Hälfte

    der Rentenpunkte vom Mann die er während der Ehe erwirtschaftet hat. Was ja nur dazu führt, das später vielleicht beide nicht viel haben.

    Ich bin auch lange bei den Kindern zuhause gewesen, habe nur geringfügig gearbeitete. Na und, das ist meine Entscheidung

    und die haben wir beide getroffen mit dem Wissen das dadurch meine - unsere Rente geringer ausfallen wird.

    Da brauch ich dann auch später nicht nach den Staat brüllen. Das habe ich schon ganz allein mir zuzuschreiben.


    Natürlich steigt der Anteil an Rentner die Grundsicherung brauchen, es steigt auch die Zahl der Rentner stetig an.
    Nicht zu vergessen das die Grundsicherung angehoben wurde und auch die Freibeträge für selbst erwirtschaftete Rente.

    Allein dadurch fallen viele Rentner nun neu in die Grundsicherung. Es gibt nicht mehr arme Rentner, nur mehr die jetzt Anspruch haben.


    Ich bin der Meinung egal wie, aber es muß immer noch einen Unterschied geben für das Geld das ich mir selber erwirtschaftet habe (Rente)

    und der Grundsicherung die man bekommt, wenn man "nix zustande" gebracht hat.

    Daher finde ich die höheren Freibeträge bei der Grundsicherung für sehr gut.

    Ich weiß mir auch keine Lösung wie man "niedrige Renten" - "niedrige Rentenbeiträge" - wegen Vollzeit Geringverdiener z.B. - aufwerten könnte.

    Ohne das Ganze noch komplizierter machen.

    Sehe da nur gefährliche Entwicklungen, warum soll ich überhaupt arbeiten, wenn ich erstens jetzt kaum mehr wie mit ALGII habe,

    oder im Alter so oder so nur noch eine Grundrente bekomme ?

    Wer stellt sich für 200€ mehr im Monat 40 Stunden in die Arbeit ?

  • Und die Lebenserwartung wird in Zukunft eher höher als kürzer. Damit muss dann das System kollabieren. Natürlich erwerbe ich mit meinen Rentenpunkten Rechtsansprüche auf eine bestimmte Gegenleistung.

    ne ne, in vielen Ländern, darunter auch Deutschland sinkt die Lebenserwartung bereits wieder.

    als Beispiel

    da gibt es einige Berichte dazu.

    Aber klar, im Vergleich zum Anfang des Rentensystems sind sie natürlich gestiegen.

    Nur geht das scheinbar nicht mehr weiter hoch, sondern ist eher rückläufig.

  • wie definiert sich vollzeit bei der Rentenberechnung? Wieviel wochenstunden sind das?


    @nachvogel heißt halbe rebtenpunkte, dan halbe jahre bei gleichem durchschnittsverdienst?

    Das lohnt sich dann die Scheidung ja richtig für die rentenkasse

    aus DE gesendet....

    Einmal editiert, zuletzt von Traumgarten ()

  • wie definiert sich vollzeit bei der Rebtenbetechnung? Wieviel wochenstunden sind das?


    @nachvogel heißt halbe rebtenpunkte, dan halbe jahre bei gleichem durchschnittsverdienst?

    Das lohnt sich dann die Scheidung ja richtig für die rentenkasse

    Für die Rentenkasse ist es schnurz, die gewinnt dabei nicht. Denn ob sie dem Ehemann einen Rentenpunkt auszahlt oder den beiden geschiedenen Eheleuten jeweils einen halben Punkt ist Banane.


    Vollzeit, Teilzeit, Viertelzeit, was auch immer, ist eigentlich auch schnurz. Es ist wichtig, wie hoch der rentenrelevante Bruttoverdienst im Kalenderjahr ist. Ein Rentenpunkt entspricht dem Jahresdurchschnittsverdienst, auf dem Rentenbeiträge gezahlt wurden. Aktuell bummelig 40k Euro, wenn ich mich recht entsinne.


    Wer also 40k Brutto hat, von dem aber 10 k Spesen und sonstige steuerfreie Zuschläge bekommt, kann sich zwar jetzt freuen, weil er jetzt mehr netto auf dem Konto hat, aber wird sich bei der Rente ärgern. Denn für die Rente werden nur die 30 k Bruttoverdienst gerechnet, auf die auch Rentenbeträge gezahlt wurden. Also effektiv jährlich 0,75 Rentenpunkte und damit nach 40 Jahren scheinbarem Durchschnittseinkommen noch 40 Rentenpunkte, sondern nur 30.


    Und wer eben 30 oder 40 Jahre in Teilzeit arbeitet, weil er sich um Kindererziehung und/oder Haushalt kümmern möchte oder sich einfach damit bequem arrangiert hat oder es aus gesundheitlichen Gründen gar nicht (mehr) anders hinbekommt, wird natürlich auch entsprechend weniger Rentenpunkte erwarten dürfen.


    Wenn ich einen total überbezahlten Job hätte, bei dem ich bei regulärer Arbeitszeit 100k im Jahr verdiene, dann könnte ich ohne Probleme auf 16 bis 20 Wochenstunden reduzieren und wäre immer noch beim Jahresdurchschnittsverdienst was für die Rentenpunkte hergenommen wird.

    Wenn ich aber einen der üblichen verdächtigen Jobs nehme, in dem Frauen üblicherweise a) arbeiten und b) dann auch noch gut in Teilzeit arbeiten können, dann tun sich zwei Probleme auf:

    1. Häufig sind solche Jobs bereits in Vollzeit unterdurchschnittlich bezahlt. Jahresbrutto in der Altenpflege, Kindererziehung und im Einzelhandel liegt in der Regel irgendwo bei 20k bis untere 30k.

    2. Darauf dann noch 50 bis 75% der (tariflichen) Vollzeitarbeit und jeder kann sich ausrechnen, dass das zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben sein wird. Meine Schwester arbeitet für ihr Leben gern im Einzelhandel. Aber sie ist sich klar darüber, dass sie von der Rentenkasse nicht viel zu erwarten haben wird. Zumal sie die letzten zehn Jahre auf 20 Stunden gearbeitet hat und noch ein paar Jahre auf 75%, ehe sie wieder auf Vollzeit gehen möchte, weil dann ihre Tochter alt und selbstständig genug ist. Von ihrem Ex wird sie da eher weniger Unterstützung erwarten dürfen.

    aus DE gesendet...

  • dankecfür die ausführliche erklärung. Also sind es im endeffekt prozentuale werte nur anders benannt.


    Meine f3age zieltevauf die grubdrebte, wo ja die bedingung eb4sprechende jahre vollzeit gearbeitet zu haben

    aus DE gesendet....

  • wie definiert sich vollzeit bei der Rentenberechnung? Wieviel wochenstunden sind das?

    Bei der Rentenberechnung legen die gezahlten Beiträge in die Rentenversicherung die spätere Höhe der Rente fest.

    Hier zwei Beispiele aus einem Artikel des Focus:

    • Um mindestens 1.000€ monatliche Rente zu bekommen, muss man 45 Jahre lang pro Monat mindestens 2.103€ verdienen und Rentenbeiträge zahlen
    • Um mindestens 2.000€ monatliche Rente zu bekommen, muss man 45 Jahre lang pro Monat mindestens 4.214€ verdienen und Rentenbeiträge zahlen

    Wieviele Wochenstunden dafür nötig sind, hängt von der Höhe des Stundenlohns ab:

    • 2.103€ / 4x40h = 13,14€
    • 2.103€ / 4x35h = 15,02€
    • 4.214€ / 4x40h = 26,34€
    • 4.214€ / 4x35h = 30,10€


    Sprich, wer ne 35h-Woche als "Vollzeit" sieht und nur 13€ in der Stunde verdient und das 45 Jahre durchzieht, hat am Ende gerade mal 1.000€ Rentenanspruch. (Nach aktuellen Werten der Rentenpunkte, tatsächlich erwirbt man bei der Dt. Rentenversicherung lediglich Ansprüche auf "Rentenpunkte", deren Wert in Euro jederzeit angepasst werden kann).

  • Ihr seht aber schon dass das System im Grunde unfair ist und die systematisch benachteiligt die zwar viel arbeiten aber wenig dafür bekommen? Das sind doch genau die Jobs die sich in der Pandemie als systemrelevant herausgestellt haben, und wo es dann Aufrufe zum Gemeinschaftsapplaus gab ...

    Zitat

    Um mindestens 1.000€ monatliche Rente zu bekommen, muss man 45 Jahre lang pro Monat mindestens 2.103€ verdienen und Rentenbeiträge zahlen

    Das heisst, die Kassiererin kann bestenfalls auf eine halbe Rente kommen. Hat sie noch Kinder, ist sie doppelt benachteiligt, denn dann wird sie kaum Vollzeit arbeiten können, und wenn ihr Ehemann noch vorhanden und aber auch nur ein "gewöhnlicher" Arbeiter ist, wird es trotzdem nicht reichen.

    Warum gibts nicht für den gesetzlichen Mindestlohn die volle Rente?

    Dann kommt noch dazu, dass in vielen Niedriglohnsektoren eine Frühverrentung aus gesundheitlichen Gründen nur fair wäre. Ein normaler Mensch kann nicht bis 65 auf dem Bau oder im Wald oder auf Stundenbasis in der Reinigung oder als Kurierfahrer arbeiten. Bist du Anwalt oder sowas, sieht es ganz anders aus.


    Die Überlegung, soll ich für ALG II oder Hartz IV oder wie immer das heisst gar nix machen und auf Grundsicherung gehen oder für 200 mehr netto 8 Stunden, gerne auf Abruf, an der Kasse sitzen, mich von genervten Kunden anpissen lassen, und genauso nie auf ein vernünftiges Einkommen und eine Rente kommen, wird sich jeder halbwegs vernünftige Mensch stellen.


    Was die ganze Zeit extrem am Selbstwertgefühl zehrt: Du arbeitest dich ab und musst noch dankbar sein, wenn du dank Zuschüsse, für die du gar nicht gearbeitet hast, so irgendwie über die Runden kommst.

  • Die Zukunft ist eh ungewiss.


    Wenn man in der Größenordnung um 40 Rentenpunkte landet ist man irgendwo in dem Bereich, indem viele andere Rentner sind und die sind auch alle potenzielle Wähler. Vermutlich wird man die besser stellen als das absolute Minimum.


    Die Anzahl der Rentenpunkte, die man benötigt, um besser zu sein als die Grundsicherung hängts stark vo den Preisen der Warmmiete am Wohnort ab. Tendenziell entwickelt sie sich nach oben Richtung 30 Rentenpunkte, in Metropolen könnte das noch höher sein.


    Wer sich ausrechnen kann, dass er da nicht drüber kommt muss bei der Altersvorsorge bedenken, dass vieles dann angerechnet wird. Freibeträge gibt es aber mittlerweile bvei der bAV, was diese Art der Vorsorge dann schon attraktiv machen kann. Oder halt das, was der Staat nicht weiß. Bei Goldmünzen muss man halt hoffen, dass deren Wert sich nicht weginflatiniert und der anonyme Handel später noch möglich sein wird. ist nur ein gedankenspiel, ich will nicht zu ilegalen Handlungen aufrufen, natürlich müsste man die beim Vermögen mit angeben.

    Aber andere Dinge gehen auch. Langlebige Möbel besitzen, nochmal neue langlebige Haushaltsgeräte anschaffen, ein Schrebergarten sollte mWn auch nicht zum Vermögen zählen und wenn man dazu Lust und die Fähigkeiten hat kann man da auf 100-200m² Anbaufläche auch 500-1000 Euro im Jahr an Gemüse raus holen bei Minimalkosten von 100-200 Euro pro Jahr (zumindest hier bei mir) und hat noch den Freizeitwert oben drauf.


    Ansonsten würde ich immer versuchen, soviele RP wie möglich zu haben. Selbst wenn man mit 28RP dann unter der GruSi landen sollte, so ist es doch der "eigene Rentenanspruch" und kein Almosen und es redet einem keiner rein, wie man das Geld verwenden soll (z.B. Miete) und man kann beliebig dazu verdienen oder weitere Einkommen haben und auch das Vermögen interessiert nicht.


    Bei der privaten Altersvorsorge über Aktien gibts ja mittlerweile unzählige Ratschläge. Wichtig wär halt möglichst früh anzufangen, wenn man nur geringe Geldbeträge sparen kann und dann ist das natürlich ein Leben lang Konsumverzicht fürs Alter. Das muss man automatisieren, sonst halten das die meiste nicht durch. Es ist ja verzichtsmäßig was anderes, wenn ich von 3000 Euro netto 300€ abzweige, als wenn ich von 1000 Euro netto 100 Euro abzweige. Letzteres ist viel härter.


    Und dann kommen die Lebenssituationen, in denen man Geld bräuchte


    In jungen jahren endlich das erste richtige Auto, die Hochzeit, einmal eine richtig fette Reise machen, das Eigenkapital für eine Immobilie aufbringen, in der midlife crises der Sportwagen, die Scheidung, usw, usf...

    Und da hat man dann ein Depot mit zehntausenden, später vielleicht sogar hundertausenden Euro, auf das man jederzeit zugreifen könnte.


    Viele sagen, die menatle Buchhaltung wäre fatal und es gibt nur ein Gesamtvermögen und kein "Geld für Urlaub", "Geld für Altersvororge" usw, aber ich z.B. brauche genau das, um das Geld dann auch wirklich nicht anzufassen.


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    Und was man bei der Diskussion um die GRV nicht vergessen soll. Wir haben jetzt 15 Jahre weitgehend Boomphase am Arbeitsmarkt. Vielleicht bleibt das wegen der Demographie auch so und 7 Millionen Arbeitslose sind ein Gespenst aus der Vergangenheit.

    Es kann aber auch anders kommen und dann funktionieren all die Wohltaten und Geschenke auch an die Wähklergruppe der Rentner plötzlich einfach nicht mehr.

    In Umlage- oder Steuerfinanzierten Systemen werden in der großen Not dann auch Renten und Pensionen gekappt und Regeln wieder geändert. Bevor ein Staat bankrott geht spart er halt doch, das war schon immer so.


    Von daher würde ich mich auch nie auf die Grundsicherung verlassen. Es wäre ja durchaus denkbar, dass man dann im fall des Falles irgednwann die Wohnung vorschreibt (z.B. im Wohnheim auf Studentenniveau) und dann auch Bargeld reduziert, weil man im Wohnheim z.B. nen Essensausgabe hat. das passiert heute alles nicht, dazu ist heute genügend Geld da, aber wie sind halt auch grad in einer Wohlstandsphase.


    Ich würde daher immer versuchen, die Altersvorsorge breit aufzustellen und auch dann RP ansammeln, wenn man meint, es wäre eh nicht genug, um damit alleine über GruSi zu kommen.


    MfG

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

  • Ist das mit der Zuschlägen für die Grundrente berechnet? Ich habe den Eindruck das fehlt.


    Ich hab mich damit nicht im Detail beschäftigt, aber gerade für solche Konstellatioen wird die Rente doch seit 2021 oftmals noch (aus Steuergeld) aufgestockt.


    Grundrentenzuschlag | Deutsche Rentenversicherung (deutsche-rentenversicherung.de)

    Bei der Rentenberechnung legen die gezahlten Beiträge in die Rentenversicherung die spätere Höhe der Rente fest.

    Hier zwei Beispiele aus einem Artikel des Focus:

    • Um mindestens 1.000€ monatliche Rente zu bekommen, muss man 45 Jahre lang pro Monat mindestens 2.103€ verdienen und Rentenbeiträge zahlen
    • Um mindestens 2.000€ monatliche Rente zu bekommen, muss man 45 Jahre lang pro Monat mindestens 4.214€ verdienen und Rentenbeiträge zahlen

    Wieviele Wochenstunden dafür nötig sind, hängt von der Höhe des Stundenlohns ab:

    • 2.103€ / 4x40h = 13,14€
    • 2.103€ / 4x35h = 15,02€
    • 4.214€ / 4x40h = 26,34€
    • 4.214€ / 4x35h = 30,10€


    Sprich, wer ne 35h-Woche als "Vollzeit" sieht und nur 13€ in der Stunde verdient und das 45 Jahre durchzieht, hat am Ende gerade mal 1.000€ Rentenanspruch. (Nach aktuellen Werten der Rentenpunkte, tatsächlich erwirbt man bei der Dt. Rentenversicherung lediglich Ansprüche auf "Rentenpunkte", deren Wert in Euro jederzeit angepasst werden kann).

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

  • Ihr seht aber schon dass das System im Grunde unfair ist und die systematisch benachteiligt die zwar viel arbeiten aber wenig dafür bekommen? Das sind doch genau die Jobs die sich in der Pandemie als systemrelevant herausgestellt haben, und wo es dann Aufrufe zum Gemeinschaftsapplaus gab ...

    Das heisst, die Kassiererin kann bestenfalls auf eine halbe Rente kommen. Hat sie noch Kinder, ist sie doppelt benachteiligt, denn dann wird sie kaum Vollzeit arbeiten können, und wenn ihr Ehemann noch vorhanden und aber auch nur ein "gewöhnlicher" Arbeiter ist, wird es trotzdem nicht reichen.

    Warum gibts nicht für den gesetzlichen Mindestlohn die volle Rente?

    Dann kommt noch dazu, dass in vielen Niedriglohnsektoren eine Frühverrentung aus gesundheitlichen Gründen nur fair wäre.

    Das kann man alles fordern, nur wer soll das finanzieren? Man darf nicht vergessen, dass Geld für Rentner bestenfalls einmal im Kreis läuft, aber keine Rendite mehr erzeugt. in manche Fällen landet die Rente eben bei iPhones, Heizöl und ähnliches Zeug finanziert, was dann ins Ausland abfließt. Im Vergleich dazu hat z.B. Investition in Bildung und Forschung für den Staat eine gigantische Rendite (sagt man zumindest) und auch Geld in Infrastruktur ist idR sehr nützlich, auch Geld in Krankenvorsorge / Prävention bei jüngeren Leuten hätte noch einen hohen Nutzen. Auch Kinder sind sehr gut für die Wirtschaft (ökologisch ist das eine andere Frage). Je mehr Geld ein Staat zu den Alten verschiebt umso stärker sinkt der Wohlstand des Staates.

    Die Hälfte der Gesundheitskosten in Deutschland fällt im allerletzten Lebensjahr an, zumindest wirtschaftlich ist das nicht sonderlich klug.


    Irgendwer muss das Geld verdienen und ein Blick in die Welt zeigt, dass man mit Dienstleistungen am Menschen keinen finanzielle Wohlstand erzielt, auch wenn das unbestritten wichtige Jobs sind. Friseure gibt es auch im Sudan und einen top bezahlten Kassierer wird es nicht geben, weil das über kurz oder lang dann eben eine Maschine besser und billiger macht. (das ist auch nicht tragisch, das war schon immer so und niemand wird heute bereits verlorenen Berufen nachtrauern wie z.B. dem Rüben hacken auf dem Feld oder dem Schuften mit der Spitzhacke in der Kohlemine)


    Es mag vielen sauer aufstoßen und man mag das doof finden, aber ein Programmierer, der sein Leben lang einmal eine wichtige Software optimiert hat, die dann aber 100 Millionen mal verkauft wird schafft - zumindest im Kapitalismus- mehr Wohlstand als 100 Friseusen über ein ganzes Leben lang.

    Klar, vielleicht hat ihn just 5 Wochen vorher eine Krankenschwester gesund gepflegt, aber das ist nicht quantifizierbar und nicht in Geld messbar.


    Man kann das alles fordern, dass all dieses Jobs vom Staat finanziert im Alter und am besten schon ab 55 alle Wohlstand genießen sollen und das völlig sorgenfrei. Das könnte ein Land wie Norwegen vielleicht tun mit seinem Ölreichtum und dem riesigen Aktienfonds, aber ein Land wie Deutschland kann das nicht. Wir erzeugen diese Art von Wohlstand nun mal nicht.

    Das kann übrigens auch Frankreich, Italien oder Österreich nicht. Wenn man Wohltaten verteilt ohne sie erwirtschaften zu können so wie z.B. in Frankreich die frühe Rente (die Franzosen haben allerdings mehr Kinder als wir und damit eine andere Demographie) führt das irgendwann zum Kollaps und dann ist das ganz große Heulen da. Siehe z.B. Griechenland.


    MfG

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

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  • Ist das mit der Zuschlägen für die Grundrente berechnet? Ich habe den Eindruck das fehlt.

    Das wird noch ohne den Grundrentenzuschlag sein. Folgt man Deinem Link zur Grundrente erfährt man, dass dieser Zuschlag bei Menschen, die im Arbeitsleben nur unterdurchschnittliche Einkommen (und damit niedrige Beitragszahlungen) hatten, zwar automatisch berechnet und ausgezahlt wird, aber auch: "Der durchschnittliche Zuschlag zur Rente wird nach Schätzungen des BMAS voraussichtlich 75 Euro betragen."

    Das ist besser als nichts, aber macht bei einer 1.000€-Rente den Kohl auch nicht fett. Vor allem nicht bei der momentanen Inflation und einem Renteneintritt in einigen Jahrzehnten...



    Warum gibts nicht für den gesetzlichen Mindestlohn die volle Rente?

    Definiere "volle Rente".


    Bei 12€ Mindestlohn und einer 40h-Woche bzw. 160h im Monat verdient man knapp 2.000€ brutto. Und dann kommen nach 45 Jahren um die 1.000€ Rente heraus. Und wer 4.000€ brutto verdient, bekommt rund 2.000€ raus, bei 6.000€ brutto sind es rund 3.000€


    Was rein praktisch nicht geht, ist eine Rente in Höhe des bisherigen Gehalts. Der Beitragssatz für die gesetzliche Rente liegt in D bei 18,6% und die Rentenbezugszeit ab Eintritt ins Rentenalter liegt im Schnitt bei 18 Jahren. Da geht die Rechnung noch halbwegs auf, wenn man 45 Jahre vollbeschäftigt Beiträge zahlt, dass man dann ca. die Hälfte des bisherigen Bruttogehalts als Bruttorente bekommt.


    Wenn mit weniger Lohn/Teilzeitbeschäftigung/weniger Beitragsjahren mehr Rente herauskommen soll, müsste der Beitragssatz stark angehoben werden. Aber wer will schon 30% vom Bruttolohn nur für den Rentenbeitrag abgezogen bekommen? Bei einem Durchschnittsgehalt werden in D heute schon 45% vom Brutto abgezogen, da ist nicht mehr viel Luft für Abzüge. Und man treibt die Menschen noch mehr in die Schwarzarbeit, wenn man 60% vom Gehalt abgeben muss. Und Schwarzarbeit höhlt die Sozialsysteme weiter aus, weil dann nur noch die dummen Ehrlichen Sozialabgaben zahlen, mit denen dann aber auch die Sicherungssysteme für die Schwarzarbeitenden finanziert werden müssen.

  • Der Fehler ist, Renten ausschliesslich über Beiträge von Lohnempfängern zu finanzieren.

    Es entstehen dann Schlagworte wie "wer für Lohn arbeitet hat keine Zeit zum Geld verdienen" und so.



    Wieviel netto sind in D 2000 .- brutto? Gehen davon die erwähnten 45% Abzüge für Sozailversicherungen usw. ab? Falls ja, wären das dann etwa 1100 netto?

  • Und was man bei der Diskussion um die GRV nicht vergessen soll. Wir haben jetzt 15 Jahre weitgehend Boomphase am Arbeitsmarkt. Vielleicht bleibt das wegen der Demographie auch so und 7 Millionen Arbeitslose sind ein Gespenst aus der Vergangenheit.

    Das wurde aber hauptsächlich durch Aushöhlung der Löhne und Arbeitsbedingungen erreicht, d.h. durch Konstrukte wie dauernde temporäre Anstellung, Scheinselbständigkeit und so weiter. Kaufkraftbezogen hat die untere Hälfte der Lohnbezüger nicht vom Boom profitiert. Die können nahe am Existenzminimum deshalb auch nicht namhaft zur Rentensicherung beitragen.