Hallo! Hat jemand praktische (!) Erfahrungen mit thermoelektrischen Generatoren?

  • Hallo JonnyB, ich habe einen Haufen Fragen:


    Wofür genau brauchst Du denn die Zwischenplatte?
    Wie groß ist Dein Peltier-Element?
    Meine Elemente sind 4 x 4 cm, 4 Stück. Ich glaube jeweils 100 Watt. Kann ich noch rauskramen.
    Isolierst Du die warme Fläche um das Element herum, damit es nicht soviel Konvektion und Wärmestrahlung gibt?
    Funktioniert Deine Anlage mit einem Ventilator oder ohne?
    Was hältst Du von der Alternative Wasserkühlung? Damit könnte man vielleicht eine größere Temperaturdifferenz erreichen.
    Benutzt Du Wärmeleitpaste?
    Wie stellst Du sicher, dass die warme Fläche, an der das Peltier-Element liegt, nicht zu heiß wird?
    Die Peltier-Elemente sind da ja wohl etwas heikel.
    Es soll auch spezielle Elemente zur Stromerzeugung geben, die höhere Temperaturen vertragen, aber da ist schlecht ranzukommen. Und teurer sind sie sowieso.
    Es wäre nett, wenn Du mir antworten würdest.
    Gruß
    Selbermacher

  • @Selbermacher:
    Ich muss wohl mal wieder das ganze Zeug rauskramen und etwas weiterexperimentieren, recht weit bin ich damals nicht gekommen.
    Zu Deinen Fragen:
    1. Die Zwischenplatte ist nötig um das Peltierelement gleichmäßig kühlen zu können da die Kontaktfläche des CPU-Kühlers deutlich kleiner ist als das Peltierelement.
    2. Mein Peltierelement ist 5 x 5 cm, 1 Stück (für die ersten Versuche)
    3. Welche warme Fläche um das Element meinst Du? Ich habe einen 5 x 5 cm großen (gleich wie das Peltierelement) simplen Alu-Kühlkörper auf der warmen Seite montiert zur gleichmäßigen Verteilung der Wärme.
    4. Es handelt sich um einen Towerkühler für CPUs mit einem montierten Lüfter, genaue Versuchsreihen mit und ohne Lüfter habe ich nicht durchgeführt (wegen dem Problem aus Antwort 7.)
    5. Mit einer Wasserkühlung lässt sich eine höhere Kühlleistung erzielen, allerdings braucht man dazu eine Pumpe die mit Sicherheit nennenswert Leistung frisst.
    6. Ja, ich verwende eine gute Wärmeleitpaste aus dem PC-Bereich.
    7. Wie in einem meiner vorherigen Posts hier im Thread erwähnt ist die Temperaturregelung eines der Hauptprobleme wenn man gängige Peltierelemente einsetzt, ich habe ein Multimeter mit Temperaturfühler verwendet um die Temperatur am "Heizkörper" (=Kühlkörper auf der warmen Seite) zu überwachen.


    Hast Du bei Thermalforce.de schon nachgesehen? Die haben dort eine ganze Menge verschiedener Module die als TEG optimiert sind.


    Hab in der Zwischenzeit auch gleich die Schachtel mit den Teilen meines Generators gefunden, vielleicht schaffe ich in den nächsten Tagen noch ein paar Versuche damit, dann werde ich hier darüber berichten.


    NACHTRAG 22.05.2012:
    Nachdem es mir keine Ruhe gelassen hat habe ich gerade einen neuen Versuch mit meinem TEG durchgeführt, mit wenig Erfolg.
    Als Wärmequelle habe ich ein Jumbo-Teelicht (zirka 5 cm Durchmesser) genommen, 5 cm über der Oberkante des Teelichtes habe ich den "Heizkörper" (Bestellnummer 188549 bei Conrad Electronic, damals € 4,28) montiert, darauf das Peltierelement (Bestellnummer 193674 bei Conrad Electronic, damals € 41,95), dann die Kupferplatte zur Wärmeverteilung und den Kühlkörper (Freezer 64 Pro von Arctic Cooling, damals € 19,95).


    Gemessen habe ich Strom und Spannung an einem Lastwiderstand (12 Volt H4-PKW-Leuchtmittel mit 0,6 Ohm) und die Temperatur am "Heizkörper" mittels Temperaturfühler den ich zwischen die Rippen gesteckt habe. Eines meiner Multimeter hatte ich leider nicht zur Hand, sonst hätte ich noch die Temperatur auf der kalten Seite mitgemessen.


    Ergeben haben sich bei dem relativ simplen Aufbau zirka 1 V und 80 mA, also zirka 80 mW. Die gemessene Temperatur von knapp 80 °C auf der warmen Seite hat sich leider als Schätzwert herausgestellt da bei einer Verringerung des Abstands Teelicht-Heizkörper die Temperaturanzeige auf 70 °C gesunken ist. Daraufhin habe ich den Abstand wieder vergrößert und den Temperaturfühler weiter in die Mitte des Heizkörpers gehalten. Dort waren dann plötzlich Temperaturen von 100 bis über 230 °C zu sehen, je nach Flackern der Flamme. Somit habe ich den Versuch sicherheitshalber abgebrochen.


    Fazit oder auch "lessons learned":
    1. Die Temperaturmessung muss möglichst nahe am Peltierelement erfolgen, eine Bohrung im Heizkörper muss also her.
    2. Bei einer punktförmigen Wärmequelle sollte man tunlichst eine gute Verteilung der Wärme über die gesamte Fläche des Peltierelements für eine optimale Energieausbeute und Schutz vor lokaler Schädigung sicherstellen.
    3. Zur Optimierung der Kühlung wäre ein um 90 ° gekippter Aufbau zu überlegen, kalte und warme Seite also nebeneinander anstatt übereinander.
    4. Meine Anordnung zur Kühlung funktioniert zwar, zumindest mit laufendem Lüfter, ganz brauchbar, die Kontaktfläche des Kühlers sollte aber die selben Abmessungen wie das Peltierelement haben. Bei mir ist das Peltierelement 49,5 x 49,5 mm, die Kupferzwischenplatte rundherum etwas größer und die Kontaktfläche des Kühlkörpers nur 35 x 32 mm ... dafür war es billig und alles bis auf die Zwischenplatte schnell im Laden vor Ort verfügbar. Die Zwischenplatte hab ich von einem Kumpel, war Abfall.

  • Hallo JonnyB,
    vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!
    Ich wälze das in meinem Kopf hin und her.
    Mittlerweile überlege ich mir auch, ob ich nicht doch das Zimmer ein bisschen verschandele. Nämlich indem ich von dem Thermoelement auf der Ofenplatte im Erdgeschoß einen dicken Wasserschlauch/-rohr in ein kühleres Zimmer obendrüber und wieder zurück führe, um so die Wärme abzuführen und gleich auch noch oben ein bisschen zu heizen.
    Vielleicht brauche ich da gar keine so starke Pumpe, weil das warme Wasser von alleine nach oben steigt.
    Ich glaube, ich neige dazu, die Sachen doch eher selbst herzustellen als fertige Teile teuer zu kaufen.
    Bei thermoforce.de schaue ich mich gerade um.
    Gruß
    Selbermacher

  • Zitat von Selbermacher;101788

    Ich habe mich übrigens schon oft nach brauchbaren Stirling-Motoren umgesehen. Leider totale Fehlanzeige. Da gibt es nur Modelle zum Spielen und zum Angeben, aber nix Brauchbares.


    Was willst Du denn damt tun? Der Stirling selbst hat zwar theoretisch einen guten Wirkugsgrad, doch was nutzt Dir das, wenn das Rauchgas dan mit 600°C gen Kami geht. Man hat mit Stirling BHKW herum probiert, die Anbieter gehen meistens 2-3 Jahre nach Produkteinführung in die Insolvenz. Interessant ist das Konzept meiner Meinung nach eh nur dort, wo es keine Alternative (Ottomotor) gibt, also z.B,. bei Pellets.


    Aber selbst da. Der ganze Aufwand für 10% Wirkungsgrad, wenn überhaupt?


    Klar, im Survivalhaus nach dem Systemkollaps mag das attraktiv erscheinen (warten kannst Du die Dinger aber eh nicht selber), aber die meisten suchen ja doch eher was energieeffizientes für ein Leben in der normalen Welt, wo es ein funktionierendes Stromnetz gibt.


    Zitat


    Leider habe ich für einen thermoelektrischen Generator noch keine zündende Idee, wie ich die eine Seite des Elements ordentlich kühlen kann - ohne das ganze Zimmer zu verschandeln. Und danke für die Adresse!


    Die PC Tuner bieten hier eigentlich die perfekten Lösungen zum fertig kaufen an. Einfach mal Wasserkühlungssysteme für Mikroprozessoren anschauen, die sind darauf ausgelegt, auf ein paar cm² Fläche dauerhaft und 100% zuverlässig mal eben 100W wegzutransportieren. Die spannende Frage ist natürlich die Relation zwischen dem Stromverbrauch für Pumpen und Lüfter und der Stromerzeugung aus dem Thermoelement.


    mfg

  • Zitat von C71;101872


    Zur Not eben bei Windstille an den Heimtrainer ranbauen. 200Watt denke ich mal sind mit Muskelkraft und der richtigen Übersetzung möglich.


    200W el. Leistung mit 'ner 08/15 Lichtmaschine aus dem PKW Bereich? Respekt, das sind (sehr optimistisch) 400W mechanisch, das kannst Du ja mal versuchen am Ergometer länger als 1 Minute zu treten...

  • Hallo !
    Also was den Kostenvergleich Stirling zu Thermovoltaik-Anlage betrifft:
    Zwischen ca.5Watt und 100Watt ist eine Thermovoltaik-Anlage in der Anschaffung sicher preiswerter als eine Stirling-Anlage.
    Allein die Bauteile und das ganze Material für einen brauchbaren Stirlingmotor übersteigt die Kosten für entsprechende Thermogeneratoren mit Heiz-und Kühlelementen.


    beste Grüße
    Explorer

  • Hallo Selbermacher,


    was machen deine Selbstbauversuche mit Thermoelementen? Insbesondere würden mich
    dabei die Materialkombinationen interessieren.


    Mir ist vor einer Weile der Gedanke im Kopf rumgeschwirrt die ungenutzte Abwärme bei einem
    gemauerten Gartengrill zur Energiegewinnung zu nutzen. Die Temperaturdifferenz zwischen Brennraum
    und Rückseite beträgt schließlich viele hundert Grad.


    Nur sollte bei einem Versuchsaufbau das Material leicht zu verarbeiten sein und kein Vermögen kosten.


    Einen Testaufbau von einer Studienarbeit aus Eisen und Konstantanblechen hab ich beim Suchen mal entdeckt,
    sah ziemlich selbergemacht aus und hat funktioniert.


    Gruß Andreas


    Rechne mit dem Schlimmsten aber hoffe das Beste. -Arthur Schopenhauer-

  • Hm


    Interessante Sache.


    Wenn man jetzt darüber nachdenkt, dass eine moderne Grundlos Alpha 2 Heizungspumpe,
    Je nach Einstellung um die 22 Watt benötigt, könnte man über die Wassertasche eines
    Kaminofens rein theoretisch einige Heizkörper versorgen.

    Mögen die Schwingen der Freiheit niemals Ihre Federn verlieren....

  • Hallo zusammen.


    Ich habe mir zum Experimentieren mal den Quick-Cool-Bausatz von Conrad geleistet, wohlwissend, dass der auf der Ebene "Spielzeug" rangiert. Die Fertigungsqualität war enttäuschend: Das Entgraten scheint Glückssache zu sein, und die im Bausatz enthaltenen Distanzhülsen passten nicht über die M4 Schrauben. Zudem gab es in der ursprünglichen Ausführung einige Dinge, die mir schlicht falsch erschienen (heiße Seite unterhalb der Elemente und kalte Seite oben [Konvektion!], Gewindebohrungen in der heißen Platte = ungewollte Wärmeleitung über die nicht entkoppelten Schrauben zur kalten Seite, an Elementen und heat-pipes keine Wärmeleitpaste, etc.). Das habe ich entsprechend umgebaut und alles bestmöglich mit Hartfaserringen und Teflonband voneinander isoliert, ohne am ursprünglichen Entwurf unnötig viel zu verändern. Wunder wirkt das Ding selbstverständlich trotzdem nicht, aber eine Verbesserung ist doch erkennbar. Zum Lesen reicht es locker:
    [ATTACH=CONFIG]10094[/ATTACH]








































    Statt des momentan verwendeten Spiritusbrenners könnte im besten Falle natürlich das Rauchgas eines Ofens (passend verrippter Alu-Körper im Rauchrohr) die nötige Wärme liefern.


    Gruß,


    Wahlbayer.

    Dateien

    • TEG.jpg

      (17,92 kB, 224 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Hallo allerseits.


    Ein kleiner Nachtrag zur Praxisverwendung des bereits beschriebenen Quick-Cool-Bausatzes.


    Zu Weihnachten bekam ich einen Kindle Ebook reader geschenkt (ich selbst hätte ihn mir nie zugelegt, da ich Papier klar vorziehe - aber ein wenig "Modernität" ausprobieren schadet ja nicht).
    Angeblich soll dieser mit einer Akkuladung bei täglich zweistündiger Nutzung rund einen Monat funktionieren, da nur für die Sekunde des Seitenaufbaus Energie benötigt wird.
    Trotzdem stellte sich mir die Frage: Könnte ich den im Falle des Falles vielleicht auch mit einem Schluck Spiritus nachladen?


    Die Antwort: Ja, es funktioniert einwandfrei!


    [ATTACH=CONFIG]10828[/ATTACH]


    Gruß,


    WB.

    Dateien

    • Img_2516.jpg

      (36,64 kB, 52 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Also ich find die Idee und den Aufbau genial, wenn es tatsächlich genau so ist, wie dargestellt :)
    Danke!


    So long,
    Sam

    There is only one god and his name is Death. (Syrio Forell)

  • Das lässt mich jetzt nicht ganz in Ruhe,


    unter dem Gesichtspunkt der Autarkie, würde ich mich gerne mal mit einem Elektriker hier unterhalten.


    In Kombination mit einem Kaminofen, müsste es doch möglich sein, über so ein Element eine Pumpe anzutreiben oder???


    Das bedeutet, man heizt den Ofen an, bei der richtigen Spreizung versorgt das Element die Pumpe mit Strom,
    diese schickt das Heiße Wasser dann zu den Heizkörpern.


    Ich weiss, hab ich oben schon mal geschrieben, ist aber niemand drauf eingegangen...

    Mögen die Schwingen der Freiheit niemals Ihre Federn verlieren....

  • Ich hab mir von Thermalforce eine Zeltheizung M803 bestellt. Die gehen auch auf Sonderwünsche ein, ich wollte z.B. die Wärmeaufnehmende Fläche von außen verschraubbar haben, um die ggf später nach eigenen Wünschen durch was anderes ersetzen zu können.


    http://thermalforce.de/de/download/m803.pdf


    Zu gegebener Zeit schreibe ich dann meine Erfahrungen damit nieder.

  • Hallo, bin gerade dabei ein Thermogenerator umzubauen. Habe mir ein 10W modulm2411 von Thermalforce bestellt,leider haben die mir ein Modul geliefert,welches nur halbe Leistung brachte,da minderwertige TEC´s zum Coolen schlecht verbaut sind(zu wenig Wärmeleitpaste).schade eigentlich.. Mein Ziel ist ein portabler Generator zum bedarfsweisen Betrieb auf einem kleinem Holzofen. Das modul2411 von TF ist zwar recht portabel,denke aber derselbe Kühlkörper mit nur 2Modulen anstelle von4 bringt mehr,Wärme kann er dann gut abführen,gefühlter gemütlicherer Betrieb,Lüfter muss nicht auf Vollgas laufen. Denke gerade noch eine petroleumvariante durch- Die Lampe hab Ich im Winter eh an,wegen des gemütlichen Lichtes. Sie bringt ca 100W Thermische Leistung,ein kleines Schlafgemach macht das Ding warm! ein 5W Peltier braucht so 200 W,doppelt so grosse Lampe(Kosmos14´´ )sollte diese Leistung bringen.. 5W entsprechen einem USB2 Anschluss(5V@1A),kann also alles gut+schnell geladen werden können was einen usb Stecker hat. Hab Ich das mit der russischen Petroleumlampe die ein Röhrenradio antreibt hier gelesen?-genial,alles was mann braucht-lach Heres Ziel wär es doch so eine Lampe mit Heizdiesel betreiben,Wärme drinnelassen,Abgase raus,Licht und Strom. Mit einem Liter Diesel am Tag und einer Top isolierten Hütte..ein Traum.. Ist das utopisch??2Liter? lach Werde jetzt erstmal weiterexperimentieren und das Generatormodul optimieren + gute Peltiergeneratoren besorgen(irgendwie reagieren die bei TF wg.Modul nicht so,die ham bestimmt garkeine-lach) und nach einer Petrolampe ausschau halten.. Sammelbestellung TEG´s?ab 100 wird bestimmt unverschämt günstig.. Werd Euch auf dem laufenden halten, So long S.

  • nettes Stöfchen,auch so 5W?
    finde immer so schlecht die Leistungsangaben:)


    Habe heut mal ein TEG von Quickcool geordert-6,8W@10V bummelig.


    Zum laden von 8 Mignons auf jeden Fall gut.
    5V kriegt man da immer raus..


    Gruss Thomas

  • Zitat von Cephalotus;126996

    Ich hab mir von Thermalforce eine Zeltheizung M803 bestellt. Die gehen auch auf Sonderwünsche ein, ich wollte z.B. die Wärmeaufnehmende Fläche von außen verschraubbar haben, um die ggf später nach eigenen Wünschen durch was anderes ersetzen zu können.


    http://thermalforce.de/de/download/m803.pdf


    Zu gegebener Zeit schreibe ich dann meine Erfahrungen damit nieder.


    Das Gerät, das man mir geschickt hatte war ein neues deutlich lesitungsstärkeres Modell, leider mit 2,4kg Gewicht. Ich habs nur auf dem Gaskocher ausprobiert, da hat das Ding schon einen ganz ansehnlichen heißen Luftstrom erzeugt (wie ein kleiner Fön) und nebenbei noch rund 3W elektrische Leistung abgegeben.
    Wegen des Gewichts ist es aber für meine Zwecke völlig untauglich und daher gings zurück.


    Mein nächstes Experiment wird ein Power Pot V werden. Mit einer starken Heizquelle (mehrere Teelichter reichen wohl nicht) und Eiswasser im Topf sollen bis zu 5W möglich sein, mit kochendem Wasser im Topf noch rund 3W. Ein DC-DC-Wandler mit 5V USB Ausgang liegt bei.


    Im Gegensatz zu Solarmodulen, die über einen sehr weiten Leistungsbereich einen überschaubaren Nennspannungsbereich haben scheint es mir bei Thermogeneratoren problematisch zu sein, dass bei geringer Leistung auch die Leerlaufspannung massiv einbricht.


    mfg


    [COLOR="silver"]- - - AKTUALISIERT - - -[/COLOR]


    Zitat von MessageMan;129168


    Das Gerät muss man evtl. etwas kritischer sehen. Der hier hats gut zusammen gefasst:


    http://andrewskurka.com/2012/biolite-campstove-review/


    edit: das war der falsche link eigentlich meinte ich ein anderes echtes Review, das ich aber grad nicht mehr finde.
    Der Inhalt war in etwa: Der Ofen kaum elektrische Leistung und kann Geräte mit hohem Strombedarf nicht laden, weil die Spannung zu sehr einbricht. Der Ofen frisst Holz wie ein schwarzes Loch. Außerdem ist das Gebläse sehr laut, also eher nix fürs gemütliche Feuer am Abend.
    Wenn man nicht ständig alle 2 Minuten Holz nachlegt ist das Ding auch ratzfatz wieder aus und nach spätestens einer Stunde muss man den Ofen aus machen, weil er dann voll mit Asche ist.


    Wenn man damit ein Smartphone laden möchte verheizt man quasi einen halben Baum und ist stundenlang mit Holz zubereiten und nachlegen beschäftigt.

  • Ich will mit dem Ofen nicht mein Handy laden, sondern etwas kochen und nebenbei den Accu auffrischen. Hier noch eine Review in Englisch:


    Do you bring into the backcountry a flashlight (headlamp), a compass and a map? unless you are going somewhere you have been before and don’t plan on taking a piss in the dark, these are good tools to have. Similarly, my iPhone does all that plus it is a gps, a camera, a book, a conversion chart for converting milliliters to cups, and much more at no more weight, all kept working with a little help from the biolite. We just used the biolite for a week long backpacking trip with my oldest nefues, it performed very well. It allowed me to not bring my mini solar charger and weighed less than my gas stove an fuel and solar charger combined. Also it let me have many many hot cups of tea, hot water for dishes and washing up, and let the boys roast marshmallows even though open wood fires were not permitted, and never once did I worry about running out of fuel.
    The biolite rocks, boils fast, and entertained the boys.


    lg Till

  • Zitat von MessageMan;129452

    Ich will mit dem Ofen nicht mein Handy laden, sondern ... den Accu auffrischen.


    Kannst Du mir den Unterschied erklären?


    Zitat


    Do you bring into the backcountry a flashlight (headlamp), a compass and a map? unless you are going somewhere you have been before and don’t plan on taking a piss in the dark, these are good tools to have. Similarly, my iPhone does all that plus it is a gps, a camera, a book, a conversion chart for converting milliliters to cups, and much more at no more weight,


    Dem stimme ich uneinegschränkt zu, aber...


    Zitat


    all kept working with a little help from the biolite.


    ...dem hier nicht.
    Wenn ich mein smartphone den ganzen Tag intensiv nutze (z.B. das GPS), dann ist abends der Akku leer. Mein Smartphone gönnt sich z.B. 3 Stunden lang einen Ladestrom von 600mA, um wieder voll zu werden (und das Motorola Defy ist alles andere als ein Akkufresser, im Gegensatz zu manch modernerem Teil mit 4,7" Display und Quadcore Prozessor...)


    Schau mer uns mal an, was man da an "little help" benötigt.


    Den kritischen Reviews nach lassen sich viele Smartphones mit hohem Strombedarf am biolite garnicht erst zuverlässig laden und wenn dann nur bei maximaler Feuerungsleistung. Sagen wir mal es geht und sagen wir mal, man bekommt tatsächlich 600mA Ladestrom raus, dann musst Du das Ding also drei Stunden lang brennen lassen.
    Prinzipiell ist das bei einem Lagerfeuer abends schon denkbar, nur ist der biolite eben kein Lagerfeuer, sondern Du musst bei hoher Leistung alle 2-3 Minuten Holz nachlegen und ca. jede Stunde den Ofen ganz leeren und neu anzünden, weil die Asche dann zuviel wird.
    Du bist also ständig beschäftigt, verbrauchst große Mengen an Holz und hast das Geräusch vom Gebläse.


    Der Biolite wiegt 935g, ein leichter Holzhobo wiegt vielleicht 150-200g (etwas weniger leistungsstark, braucht dafür aber bei weitem nicht soviel Aufmerksamkeit). Für 700-800g kannst Du ziemlich viele Ersatzakkus oder Ersatzbatterien mitnehmen.


    Ich stehe diesen Ideen nicht prinzipiell kritisch gegenüber (ich experimentiere ja selber mit solchen Geräten herum und geb dafür derzeit auch reichlich Geld aus), aber ich finde, man sollte sich die Zahlen und Fakten aus den Reviews genau anschauen und das mal durchrechnen und dann abwägen ob das wirklich zu dem passt, was man tun will. Der biolite ist in erster Linie ein sehr leistungsstarker aktiv belüfteter Holzkocher, dessen Ventilator keine externe Stromversorgung braucht. Will man ihn als Ladegerät benutzen ist man damit stundenlang beschäftigt und verbraucht sehr große Mengen an Holz, das zumindest das Fazit der Leute, die die Ladefunktion getestet haben.


    Den Powerpot V als Gegenbeispiel stellst Du auf einen normalen Holzhobo, den man deutlich seltener befüttern muss und der sich bei weitem nicht so schnell durch diese Holzmengen durch frisst. Er macht auch keine Geräusche, man muss nur darauf achten, dass einem nicht das ganze Wasser verdunstet. Auch das Mehrgewicht fällt etwas moderater aus, weobei man damit halt nur Wasser und vielleicht Suppen kochen kann, ggf also noch einen 2. Topf oder eine Pfanne braucht. Und wenn der Topf über, Feuer steht kann man natürlich auch nicht gleichzeitig grillen...


    Zur Umweltfreundlichkeit/Nachhaltigkeit:


    Elektrischer Wirkungsgrad Biolite: 0,10%
    Elektrischer Wirkungsgrad Power Pot V: 0,28%
    Elektrischer Wirkunggrad eeines thermalpower "Ladegerät/Spielzeugs": 0,78%


    Quelle: http://www.pocketnavigation.de…rpot-v-strom-aus-feuer/2/


    Wenn man sich vorstellt, dass die Wanderer künftig ihre Spielzeuge an Holzöfen aufladen, dann wäre bei uns das Holz entlang der Routen vermutlich ratzfatz weg (das auch in Bezug zur Überlegung, solche Geräte in die dritte Welt zu verbringen)


    Ich sehe das daher eigentlich nur als Ergänzung zu einem großzügig dimensionierten Solarladegerät und Zusatzakku, was dann für 90% des Stroms ausreichen sollte, so dass der Thermogenerator eher die Sonderfälle im Winter abdeckt.


    Für Kurztouren (also ohne Survival Gedanken) sollte man einfach Ersatzakkus mitnehmen.


    Zitat


    We just used the biolite for a week long backpacking trip with my oldest nefues, it performed very well. It allowed me to not bring my mini solar charger and weighed less than my gas stove an fuel and solar charger combined.


    Mein Gaskocher wiegt 70g, meine Gaskartsche wiegt 200g. (ein Leichtgewicht-Hobo wiegt so 150-200g).
    Mein Solarmodul wiegt 150g und mein Pufferakku wiegt 200g (beides geht auch noch etwas leichter). Mit dem Solarzeug habe ich eine lange Trekkingtour im Himalaya prima überstanden, aber da wars halt auch häufig sonnig.
    Der Biolite wiegt 935g.


    Zitat


    Also it let me have many many hot cups of tea, hot water for dishes and washing up, and let the boys roast marshmallows even though open wood fires were not permitted, and never once did I worry about running out of fuel.
    The biolite rocks, boils fast, and entertained the boys.


    Der Biolite ist ein sehr leistungsstarker Holzkocher mit gewisser Geräuschemission und hohem Holzbedarf und mit einem satten Gewicht im Vergleich zu (leistungsschwächeren) normalen Holzhobos ohne Zwangsbelüftung. Ich denke aber, dass man ihn sich eher nicht als Stromquelle kaufen sollte. Bleibt die Frage, ob man einen leistungstarken Holzofen braucht.


    mfg


    PS: wenn Du Dir trotzdem einen kaufst würde mich ein Erfahrungsbericht natürlich sehr interessieren, ich werde hoffentlich irgendann auch mal einen vom Power Pot V schreiben können. (auch das Konzept hat seine Schwächen)