Gesetzliche Rente und Altersvorsorge

  • Eigentlich müssten die Finanzen im Alter ein klassisches Prepperthema sein, immerhin gibt es auch eine reale Chance darauf, das es zu keiner Katastrophe kommt ;-)


    Ich spiele derzeit ein paar "Szenarien" durch, was so möglich sein könnte...


    Das mit dem deutlich vorzeitigen Ruhestand bekomme ich vermutlich nicht mehr hin, dazu hätte ich früher das Sparen beginnen müssen und auch schlauer bei der Kapitalanlage sein müssen. Da sind uns Durchnschnittsdeutschen die "dummen" Amerikaner meilenweit voraus.


    Jetzt ist Geld immer so ein Tabuthema in unserer Gesellschaft, aber eie, aber eiegntlich müsste man da schon drüber reden.


    sagen wir mal mein Anspruch wäre als Retner 2000 Euro Monatlich in heutiger Kaufkraft zu haben.


    Bei 2% Inflation wären das in meinem Fall in 27 Jahren dann ca. 3500 Euro netto bzw (geschätzt) 4500-5000 Euro Bruttorente (die Abgabenlast in 27 Jahren wird vermutlich nicht kleiner angeishcts der demographischen Entwicklung)


    ein Rentenpunkt ist heute grob 30 Euro wert, bei 1% jährlicher Anpassung wären es 40 Euro in 27 Jahren.


    Um zu meinem Renteneintritt 5000 Euro gesetzliche Bruttorente zu bekommen bräuchte ich lächerlich 125 Rentenpunte, das sind 60 Jahre lang einzahlen an der Beitragsbemessungsgrenze, also utopisch.


    Realitisch sind für mich eher grob die Hälfte, aber auch nur wenn ich weiter ein fleißiger und braver Arbeitnehmer und Einzahler bleibe.


    Auf der einen Seite muss ich also die doch erhebliche "Lücke" schließen, auf der anderen Seite plane ich garnicht, 27 Jahre lang noch kontinuierlich in Vollzeit zu arbeiten, sondern könnte mir kumuliert schon so 3-4 "Auszeitjahre" vorstellen (also Teilzeit, Sabatical, etc...)


    Wahrscheinlich werde ich mich doch durchringen, eine kleine Eigentumswohnung für zu erwerben, auch wenn das hier in der Gegend Renditetechnisch eine Katastrophe ist bei den mir noch verbleibenden vermutlich 40-50 Jahren. So grob 25-30% Eigenkapital könnte ich einsetzen. Am Ende des Lebens bliebe zumindest/wahrscheinlich ein gewisser Restwert übrig, zumindest in einer Stadt die derzeit so wächst wie die meine.


    Außerdem hab ich ne Direktversicherung, die mir grob 600 Euro Brutto pro Monat prognostiziert (wenn ich weiter 27 Jahre brav einzahle), wovon dann inflationsbereinig und nach Abzug der erheblichen Steuern und Abgaben dann vermutlich 200 Euro in aktueller Kaufkraft bleiben, also auch nur 10% meiner Wunschvorstellung.


    Rest dann Aktien? Indexfonds? Priorität auf Hauskredit schnell abzahlen (über Sondertilgungen?) oder Priorität auf Aktiendepot?


    Ich sehe nicht, wie ansonsten meine Wünsche mit der Realität in Übereinstimmung gebracht werden können. Alternative dazu wären natürlich Abstriche zu machen.


    Ich bin hier im bundesweiten Vergleich schon eher in der oberen Hälfte mit meinen Überlegungen, aber damit sicherlich auch keineswegs alleine hier.


    Wie macht ihr (nicht Beamte) das mit Eurer Altersvorsorge? Mich würden mal Eure Strategien und Überlegungen dazu interessieren.


    MfG

  • Ich habe eine zusätzliche private Betriebsrentenversicherung. Dazu die normale. Rest fließt in Geld, wo am Ende noch was zu vererben ist, wenn ich unplanmäßig ins Gras beiße. Das sind Edelmetalle, Aktien und z.B. Grundstücke. Wenn im Rentenalter ein abbezahltes Häuschen bezogen werden kann, was die Zeit überdauert ist auch einiges an Geld gespart. Oder vorher...


    Sonst sollen wir ja eh alle möglichst bis zum Umfallen arbeiten. Rente bis 67, 70, 75, 85, 189..... Letztendlich wird man veralbert; wenn man was noch von der Rente haben will, sollte man überlegen, ob man ab 55 nicht in Teilzeit geht, später in deutlich mehr Teilzeit und am 62 in Rente. Klar, mit Abstrichen, aber Freizeit und Ruhe ist nun mal unbezahlbar. Oder man sitzt auf einem Job, der alles vereint. Aber diese Nischen sind selten und kostbar und haben andere Nachteile.

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • Ein in der Tat heißes Thema....!


    Nach Nobbies "Die Rente ist sicher" Statement ist die ganze Rentendebatte über die Jahre ins Wanken gekommen; zunächst konnte man sich ja mit einer Rentenversicherung oder Lebensversicherung mehr auf der sicheren Seite sehen, doch die sinkenden Zinsen machen auch derartige Anlageformen immer unanttraktiver und ich habe in 21 Jahren Berufstätigkeit (Öffentlicher Dienst) zunächst eine kleine private Rentenversicherung abgeschlossen, dann um die Jahrtausendwende herum eine Riester und sage mir mittlerweile, dass ich nicht mehr tun werde, weil ich dann auf einen Zustand (=Rente) hin spare, den ich im schlimmsten Fall (= mein Ableben) garnicht erreichen werde und daher mein frei verfügbares Einkommen dank Dynamisierung des Riester-Vertrags immer weiter verkleinere. Aktien, Fonds oder gar Anleihen sind eine bessere Form der Lotterie und gerade deshalb sage ich mir, dass ich es so belasse wie es ist und vermutlich mit etwas unter 2.000 EUR brutto und etwas mehr als 1.000 EUR leben werde - was immer man sich dann davon noch kaufen kann.
    Kurzum - ich resigniere und werde mich einschränken, da vollkommen unklar ist was geschehen wird.
    In Ungarn, soweit ich richtig informiert bin, wird die private Vorsorge zur staatlichen Rente hinzugenommen und damit verrechnet - will man das nicht, bekommt man keine staatliche Rente und ist nur auf seine Privatvorsorge angewiesen. Ob das in Deutschland auch mal so kommen wird, ist fraglich, aber im Rahmen des Möglichen (oder es wird per Gesetz ermöglicht!).
    Wir sind Prepper und Survivalisten, wir sind auf uns selbst angewiesen im Notfall und genau so sehe ich es auch in diesem Fall. Lieber gebe ich heute mein Geld aus, sehe zu, dass unser Haus einigermaßen in Schuss ist, damti wir wenigstens ein Dach über dem Kopf haben. Wenn im Alter die finanzielle Lage damit erklärt ist, dass jeder Euro verplant werden muß, damit man die notwendigsten Dinge fürs Leben zur Verfügung hat, dann wird es eben so sein. Finanziell erwarte ich von unseren Vorsorgesystemen keine Wunder mehr und sage mir eben, dass andere Generationen es teils besser, oder definitiv schlechter hatten. Man kann sich die Zeiten nicht auswählen - leider.
    Also: Augen zu und durch, ich kann mir nicht den Vorwurf machen nichts getan zu haben, aber irgendwann ist Schluss mit Investieren in Versicherungen, die z.B. 100 EUR pro Monate kosten um mir dann späterhin, in 20 oder 30 Jahren nur noch 80 EUR pro Monat auszahlen. Das Geschäft macht hier fraglos ein anderer; nicht ich.


    Gruss, Fairlane

  • Zuerst einmal vorhergeschickt, die Amerikaner machen das nicht besser als wir, denn die allermeisten Amerikaner besitzen kein Reinvermögen. Zusätzlich zum Sparvermögen (in welcher Form auch immer) kommt in Deutschland noch die Gesetzliche Rente, das im Alter dramatisch subventionierte Gesundheitswesen und solche Goodies wie Pflegeversicherung und sonstige Ansprüche gegen unser Sozialsystem. Davon könnten die Amis träumen, wenn sie es denn begreifen würden.


    Die erste Frage, die du dir stellen mußt, ist, wieviel kannst und willst du dir denn überhaupt leisten, heute zu sparen.
    Dann erst macht es Sinn, sich gedanken zu machen, wie du dieses Geld für dein Alter einsetzen willst.


    Eine Eigentumswohnung ist dann von Vorteil, wenn du an diesem Ort wohnen bleiben willst und dir ein Leben im Alter dann dort auch leisten willst. Zusätzlich schaffst du dir einen Mehrwert, denn Mietzahlungen schaffen kein Vermögen.


    Zu meiner Strategie gehört der Kauf/Bau von Wohnungen, die sich über die Vermietung finanzieren und nach Tilgung der Finanzierung dann Reinerträge abwerfen.
    Den Fokus setze ich einerseits auf 1 bis 1 1/2 Zimmerwohnungen für den modernen Single (Studenten usw.) andererseits auf Wohnraum am absolut unteren Ende der Preisskala. Das Geheimnis des erfolgreichen Investments in Mietwohnungen steht in der Auswahl der Mieter und dem Vermeiden von Leerstand.
    Die Studenten und jungen Leute bezahlen überproprtional hohe Mieten und schätzen die Bequemlichkeit eines Fullservicehauses (Möblierung, Hausmeister, Internet). Der recht hohe Fluktuation begegnet man mit Zeit- und Staffelmietverträgen.
    Das Klientel am unteren Preisende ist recht mühsam in der Betreuung, das Geld kommt aber, wenn man sich drum kümmert, sogar recht regelmäßig (meist vom Amt). Leerstand gibt es in der Preiskategorie nicht. Der Reparaturaufwand und Wartungsaufwand ist erheblich, aber dafür sind die Anforderungen eben auch geringer.

  • Zitat von Abendrot;312561

    Zuerst einmal vorhergeschickt, die Amerikaner machen das nicht besser als wir, denn die allermeisten Amerikaner besitzen kein Reinvermögen. Zusätzlich zum Sparvermögen (in welcher Form auch immer) kommt in Deutschland noch die Gesetzliche Rente, das im Alter dramatisch subventionierte Gesundheitswesen und solche Goodies wie Pflegeversicherung und sonstige Ansprüche gegen unser Sozialsystem. Davon könnten die Amis träumen, wenn sie es denn begreifen würden.


    Ich wollte nicht das amerikanische Gesundheits- und Rentensystem loben (die Mehrheitder US Amerikaner stirbt heute unterm Strich mit Schulden!), sondern bin der Ansicht, dass Amerikaner besser Investoren sind. Der deutsche Michel setzt auf Festgeld, Bausparvertrag, Riester und Eigenheim... Es ist kein Wunder, dass wir idR nicht reich werden. Ich bin da aber leider auch zu blöd dazu, ich wähle immer das was dann die nächsten Jahre nicht gut funktioniert. Der Aktienboom der letzte 9 Jahre ging z.B. weitgehend an mir vorbei, dafür hat mich seinerzeit das Implodieren des neuen Marktes gut erwischt.



    Zitat


    Die erste Frage, die du dir stellen mußt, ist, wieviel kannst und willst du dir denn überhaupt leisten, heute zu sparen.
    Dann erst macht es Sinn, sich gedanken zu machen, wie du dieses Geld für dein Alter einsetzen willst.


    Sparen _kann_ ich viel, die Fixkosten an meinem Nettoeinkommen liegen bei ca. 25%, sparen _wollen_ ist aber eine andere Geschichte. Zu meiner eigenen Verwunderung scheine ich zum Konsum zu neigen...


    Zitat


    Eine Eigentumswohnung ist dann von Vorteil, wenn du an diesem Ort wohnen bleiben willst und dir ein Leben im Alter dann dort auch leisten willst.


    das scheint sich so abzuzeichnen. Zur Not(!)muss mans halt wieder verkaufen, verliert dann aber die ganzen Nebenkosten, also grob 10% des Kaufpreises.


    Zitat


    Zusätzlich schaffst du dir einen Mehrwert, denn Mietzahlungen schaffen kein Vermögen.


    Jepp. Wenn man Kinder hat ist das ein gutes Argument, ich hab aber keine.


    Zitat


    Zu meiner Strategie gehört der Kauf/Bau von Wohnungen, die sich über die Vermietung finanzieren und nach Tilgung der Finanzierung dann Reinerträge abwerfen.
    Den Fokus setze ich einerseits auf 1 bis 1 1/2 Zimmerwohnungen für den modernen Single (Studenten usw.) andererseits auf Wohnraum am absolut unteren Ende der Preisskala. Das Geheimnis des erfolgreichen Investments in Mietwohnungen steht in der Auswahl der Mieter und dem Vermeiden von Leerstand.
    Die Studenten und jungen Leute bezahlen überproprtional hohe Mieten und schätzen die Bequemlichkeit eines Fullservicehauses (Möblierung, Hausmeister, Internet). Der recht hohe Fluktuation begegnet man mit Zeit- und Staffelmietverträgen.
    Das Klientel am unteren Preisende ist recht mühsam in der Betreuung, das Geld kommt aber, wenn man sich drum kümmert, sogar recht regelmäßig (meist vom Amt). Leerstand gibt es in der Preiskategorie nicht. Der Reparaturaufwand und Wartungsaufwand ist erheblich, aber dafür sind die Anforderungen eben auch geringer.


    Wieviel Deiner Zeit geht für das Managemnet Deiner Wohnung drauf und in welchem Alter hast Du mit dem kauf der ersten Wohnung begonnen oder musstest Du nicht bei Null starten?


    Der Vorteil für Dich ist sicher die Wertentwicklung der letzten Jahre. Auch hier hab ich mich leider saudämlich angestellt, ich hätte mir das Eigenheim vor 10 Jahren kaufen sollen, meine Sparquote war kleiner als das was die Wohnung heute mehr kostet, daher muss ich mich heute eher mit kleineren Brötchen zufrieden geben.


    MfG

  • Schweres Thema. Die Rente ist ja ein vages versprechen in ferner Zukunft. Ausserdem ist meine Glaskugel Recht trübe wenn es darum geht mein Einkommen und somit meine Rente bis zum erreichen dieser zu schätzen.
    Also was tue ich? Ich spiele den deutschen Michel und nehme mir was da so am Wegesrand liegt. Ein bissel Betriebsrente, ein wenig Riester, und etwas auf die Höhe Kante. Mit den Aktien hatte ich Glück den neuen Markt habe ich verpasst und danach nur in Firmen investiert mit denen ich direkt zu tun hatte und von denen ich absolut überzeugt war. Hat mich nicht reich gemacht aber es ist der einzige Posten der dauerhaft nennenswerte Gewinne einfährt.
    Da ich ein Nesthocker bin und mit meinen Eltern in einem Mehrgerätionenhaus wohne (aktuell 3 Generationen) sind meine Fixkosten Recht überschaubar.
    Ich neige zwar für die ein oder andere Anschaffung den Geldbeutel weit aufzumachen aber im Alltag bin ich Recht genügsam.
    Somit gehe ich davon aus daß ich im Alter den Gürtel zwar enger schnallen muss aber nicht am Hungertuch nage. Ob ihr allerdings meine Kinder genauso unterstützen kann wie es meine Eltern getan haben wage ich zu bezweifeln.

    -= NUNQUAM NON PARATUS =-

  • Zitat von Fairlane;312558

    Ein in der Tat heißes Thema....!


    Nach Nobbies "Die Rente ist sicher" Statement ist die ganze Rentendebatte über die Jahre ins Wanken gekommen;...


    Die gesetzliche Rente ist schon "sicher", immerhin hat sie zwei verlorene Weltkriege und eine Hyperinflation überstanden. Das "Problem" in meinen Augen ist eher, dass aufgrund demographischer Effekte die Auszahlungen aus der GRV alleine idR nicht reichen, um nur damit einen langen und gemütlichen Ruhestand damit zu bestreiten. Man muss sich also zusätzlich selber drum kümmern. Am besten gleich mit 25, aber wer war da schon schlau genug?


    Je länger man wartet, desto schwieriger ist es. Ab einem gewissen Alter scheint sich das dann bei manchen in Resignation und Fatalismus zu wandeln.


    In den Foren die ich zuerst aufgesucht habe ist das Thema scheinbar nur schwer zu diskutieren. 90% der Beiträge fallen entweder in die kategorie "ich bin gleich mit 80k Euro Grundgehalt eingestiegen und verdiene heute nach 2 Jahren Berufserfahrung 130k und ihr seid doch alle Loser" oder aber "ich habe 45 Jahre lang malocht und bekomme heute fast nix, die Politiker und der blöde Staat haben mich persönlich betrogen und selber vorgesorgt hab ich natürlich auch nicht).


    Bemüht man die Statistik dann ist aber weder der verarmte Rentner noch der 150k Verdienst heute der Normalfall in der Republik, sondern die meisten bewegen sich halt irgendwo um das Mittelmaß herum. Mittelmaß bedeutet aber leider auch, dass die Rentenbezüge aus der GRV eher dürftig sind:


    Die durchschnittliche reale Bruttorente liegt in Deutschland irgendwo bei etwas über 1000 Euro bei Männern, netto also irgendwo um die 1000 Euro. Bei Frauen ist der Durchschnitt idR erheblich geringer, da viele keine durchgängige Erwerbsbiografie aufweisen.


    Das ist nicht viel. Wenn man alleine in einer Großstadt zur Miete wohnt ist fast auf ALG II Niveau.


    MfG

  • Schwierig. Grundsätzlich würde ich breit streuen, also Lebensversicherung (trotz aller aktueller Probleme dieser Anlageform), Aktien(fonds), Immobilien(fonds), reales Edelmetall, eventuell auch konkrete Sachanlagen, Unternehmensanleihen oder Crowdinvesting (auf Feldern, von denen man was versteht).


    Ich persönlich habe vermutlich einen zu hohen Lebensversicherungsanteil, danach eine selbst genutzte Immobilie, ordentlich was in Aktienfonds, eine Solaranlage, ein bisschen in Immobilienfonds und in realem Edelmetall. In Zukunft werde ich noch ein bisschen in Edelmetall gehen und in Einzelaktien, auf lange Sicht vielleicht auch in ETF.


    Bei Immobilien ist halt problematisch, dass die für den üblichen Haushalt eine große Einzelinvestition darstellen, die dann auf Gedeih und Verderb in einem einzelnen Asset steckt. Wenn ich sehr vermögend bin, kann ich durchaus ein paar gestreute Eigentumswohnungen kaufen. Allerdings würde ich nicht 50% meines Vermögens in eine nicht selbst genutzte Immobilien stecken, weil man da erhebliche Marktrisiken tragen muss. Die genannten Studentenwohnungen sind beispielsweise aus den genannten Gründen sinnvoll. Allerdings sind die inzwischen auch teuer und wie sich die Studentenzahlen wo in welchem Zeitraum entwickeln, ist auch nicht ganz glasklar. Derzeit scheint der Gipfelpunkt der Immatrikulationen aber überschritten.


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    Zitat von wolpertinger;312563

    nur in Firmen investiert mit denen ich direkt zu tun hatte und von denen ich absolut überzeugt war.


    Das scheint mir für alle Anlageformen wichtig zu sein: Nicht einfach nur auf irgendwelche Charts schauen, sondern Verständnis für das Geschäfts- und Arbeitsmodell des Unternehmens bzw. Anlagevehikels entwicklen.

  • Hast du derzeit wirklich 2000€ die du nicht verplant ausgeben kannst? Also nach Abzug von Miete, Rentenversicherungen, Auto,...
    Wenn ja, dann investiere in Blue Chip Aktien. Nestle, Siemens, Unilever, Intel, Samsung sowas in der Art.
    Dazu ein wenig Gold. Vielleicht eine Bitcoin.
    Wohnung würde ich auch andenken, denn wenn die einmal gezahlt ist, dann sind die Kosten überschaubar.
    Mieten werden tendenziell eher steigen als fallen.


    Immobilien würde ich persönlich nur zur Eigennutzung kaufen. Zum vermieten ist mir das zu riskant.
    Meine Meinung ist, daß diese Lebens/ Rentenversicherungen in nächster Zeit keine gute Anlage sind.
    Besser eine Kobination aus Risikolebensversicherung und Aktien/ Anleihen/ Fonds.


    Das Alles ist aber nur meine Laienmeinung.

  • Zitat von Cephalotus;312562


    Wieviel Deiner Zeit geht für das Managemnet Deiner Wohnung drauf und in welchem Alter hast Du mit dem kauf der ersten Wohnung begonnen oder musstest Du nicht bei Null starten?
    MfG


    Mit Null starten geht bei Immobilien nicht. Ohne Eigenkapital geht es nur dann, wenn man über viel freies und sicheres Einkommen verfügt.
    Angefangen habe ich, als ich 27 war, ich habe das Haus gekauft, in dem ich wohnen wollte und den Rest des Hauses an Studenten vermietet.


    Das Management von Wohnungen erfordert ca. 1 bis max. 2 Arbeitsstunden pro Wohneinheit und Monat im Schnitt. Wobei ich keinerlei "fremde Hilfe" in Anspruch nehme. Das heißt ich mache Vermietung, Verwaltung, Nebenkostenabrechnung und Steuer selbst.
    Ein Tag wie heute (der Tag nach dem Sturm) erfordert z.B. alle anzurufen und nach Schäden zu fragen. Man muss auch notfalls mal selbst hinfahren und den Hausmeister machen. Dafür kenne ich auch jeden Mieter in Persona und merke schnell, wenn es irgendwo aus dem Ruder läuft.

  • [MENTION=11351]Abendrot[/MENTION]: Man kann durchaus mit kleineren Beträgen in Immos gehen. Dafür gibt es Immofonds und neuerdings auch Crowdfunding. Allerdings muss man da genau schon, um welche Objekte es geht. Kann auch übel daneben gehen. Allerdings hast du mit Einzelobjekten auch ein großes Klumpenrisiko, es sei den, dein Portfolio ist insgesamt ungewöhnlich groß für einen Privatanleger.

  • @Asrubal
    Ich kenne keinen Immobilienfonds, der seinen Zeichnern langfristig Freude gemacht hat, Bei den Emittenden sieht das immer anders aus.
    Wie Crowdfunding in Immobilien vernünftig in der deutschen Rechtsordnung funktionieren soll, hat mir noch keiner erklären können. (Prospekthaftung!)


    Das Klumpenrisiko ist überschaubar. Gerade in den von mir gewählten Bereichen ist stetige Nachfrage gegeben und sollte sie ausfallen, ist immer Potential gegeben (Standard anheben, Wohnungen zusammenlegen, ...)


    Ein rein passives Einkommen ohne eigenes Engagement oberhalb der Marke der Inflationsrate ist meines Erachtens nicht möglich. Jeder zusätzliche Punkt Rendite ist mit zusätzlichem Risiko erkauft, oder eben mit eigenem Engagement.

  • Dass das Geschäftsmodell Immobilienfonds durch die Bank für die Anleger unerfreulich wäre, würde ich mal bezweifeln. Natürlich muss man immer Risiko und Rendite abwägen. Und in dem Fall kommt eben die Chace hinzu, mit Beträgen in die Assetklasse Immobilie zu gehen, die für Einzelinvestments und geschlossenen Fonds verschlossen bleiben. Und gerade unter dem Gesichtspunkt eines diversen Portfolios sind die Beträge für Privatinvestoren nun mal gering.


    Was das Crowdinvesting hetrifft, gibt es ein paar Anbieter. Exporo dürfte einer der größeren in diesem überschaubaren Markt sein, und die gibt es beispielsweise schon drei Jahre mit mehreren abgeschlossenen Projekten. Rechtlich unmöglich ist das also nicht. Ob es sinnvoll ist, muss jeder selbst bewerten.

  • Für den "normalen" Werktätigen bleibt wohl nur die auch von Cephalotus anfangs erwähnte Alternative : Alternative dazu wären natürlich Abstriche zu machen . Abstriche im Konsum.Man möge sich mal vor Augen halten, was heute ein gutausgestatteter Mittelklassewagen , ne schnicke Einbauküche und ein passendes Schlafzimmer kostet. Sowas wird heute von vielen gerade jungen Arbeitnehmern auf Kredit gekauft. Für die Kreditsumme gäbs - nicht gerade in München oder Frankfurt - eine kleine Ein-/zweiraumwohnung. Auto und Möbelmäßig muß man sich was preiswerteres suchen. Statt Miete und Konsumkreditaten zu zahlen, finanziert man sich seine kleine Eigentumswohnung.Besteht wegen Familie die Notwendigkeit
    eines Umzugs in eine größere Wohnung , verkauft man die kleine , und hat da Anfangskapital für ne größere Wohnung.Dieses Modell scheint in England üblich.Die eigene Wohnung/Haus hat im übrigen zu anderen Anlagen einen großen Vorteil bei länger anhaltender Arbeitslosigkeit : Vor dem Bezug von Arbeitslosengeld II/Hartz 4 muß Anlagevermögen wie
    Investmentfonds, Aktien, Anleihen erst mal verwertet, sprich verbraucht werden. . Jobcenter kann aber nicht verlangen, daß ein kleines Hausgrundstück im sozialhilferechtlichen Sinn (auch Eigentumswohnung)
    verkauft und verlebt wird.


    Abendrot stimme ich voll zu, bei der Aussage mit dem Erwerb und der Vermietung von kleinen 1 Zimmer Wohnungen : Der Mensch braucht ein Dach über dem Kopf. Von 1000 € Lohn zahlt er 300 € Kaltmiete
    für 25 m² Appartement. 600 € für 50 m², oder 900 € für 75 m² verlangen das chon ein höheres Einkommen.


    Jetzt neben der selbstgenutzen Eigentumswohnung noch so ein oder gar mehrere Vermietungsobjekte anzuschaffen , klappt bei einem normalen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis nicht.


    Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit , mit einem Teil einer Tätigkeit, zB im Rahmen einer Selbständigkeit , der Sozialversicherungspflicht zu entgehen, und die eingesparten Sozialversicherungsbeiträge in die Anschaffung von kleinen Mietwohnungen zu stecken . (Kaufpreis sollte üblicherweise die 12 fache Jahresmiete sein) Nach zwei oder drei Jahrzehnten dürfte das dann zum Selbstläufer werden, wenn die
    Mieteinnahmen mehrerer Objekt in die Finanzierung/Tilgung fließen. Das ganze sollte dann ab geplanten Altersruhestand zu Mieteinnahmen führen . Zugegeben ein langfristiges Modell .



    Frieder

  • Zitat von frieder59;312574


    Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit , mit einem Teil einer Tätigkeit, zB im Rahmen einer Selbständigkeit , der Sozialversicherungspflicht zu entgehen, und die eingesparten Sozialversicherungsbeiträge in die Anschaffung von kleinen Mietwohnungen zu stecken . (Kaufpreis sollte üblicherweise die 12 fache Jahresmiete sein) Nach zwei oder drei Jahrzehnten dürfte das dann zum Selbstläufer werden, wenn die
    Mieteinnahmen mehrerer Objekt in die Finanzierung/Tilgung fließen. Das ganze sollte dann ab geplanten Altersruhestand zu Mieteinnahmen führen . Zugegeben ein langfristiges Modell .


    Eine einzelne Wohnimmobilie ist gerade für einen Normalverdiener brandgefährlich. Du hast ganz gehörige Risiken, insbesondere, wenn du wirklich einen Faktor von 12 anstrebst. Für den kriegst du in der Regel nämlich nur in strukturschwachen Regionen was, siehe beispielsweise hier: https://www.empirica-systeme.d…oren-fuer-wohnimmobilien/ Und das ist vermieteter Bestand. Bei neuen Objekten kannst du höhere Faktoren ansetzen.


    Wenn du es durchgängig vermieten willst, musst du schon in gefragten Wohnungsmärkten anlegen, und da hast du Glück gehabt, wenn der Faktor unter 20 bleibt. Es sollte zumindest eine Hochschulstadt sein. Wenn du einen niedrigere Faktor willst, dann kannst du auch in irgendeiner ländlichen Kreisstadt wohl noch was finden, das sich auch gut vermieten lässt. Allerdings werden diese Wohnungsmärkte zuerst wegbrechen, wenn die aktuelle Boomphase zu Ende geht - auch diese Anmerkung sei in unserem Diskussionsumfeld mal erlaubt.


    Um nicht falsch verstanden zu werden: Einzelne vermietete Wohnobjekte können ein interessantes Investment sein. Für Privatpersonen ist das aber nur dann der Fall, wenn sie ein deutlich überdurchschnittliches Einkommen oder aus irgendwelchen Gründen plötzlich einen größeren Barbetrag zur Hand haben. Klassiker sind Ärzte, Rechtsanwälte, Inhaber größerer Handwerks- oder Handelsbetriebe, die mit ihren freien Finanzen am Jahresende mindestens alle zwei oder drei Jahre eine Wohnung kaufen können, oder eben der Lottogewinn oder die Auszahlung durch andere Erben im Fall einer größeren Erbschaft. Wenn man ein Grundstück geerbt hat oder aus einer Umlegung bekommt, mag es auch interessant sein, da ein MFH hinzubauen, wenn man nur ein wenig überdurchschnittliches Einkommen bezieht. Aber sich ein oder zwei Wohnungen vom Mund abzusparen oder auf Pump zu finanzieren und darauf seine Alterssicherung aufzubauen, ist keine gute Idee.


    Wenn man so etwas vorhat, sollte man entweder vom Zeitbudget, vom Nervenkostüm und von der Entfernung zu den Objekten her in der Lage sein, selbst vieles daran zu machen, oder eine Hausverwaltung beauftragen. Das ist wiederum ein Kostenfaktor und ein Risiko, wenn der Dienstleister nicht ganz so zuverlässig ist.

  • Zitat von wolpertinger;312563

    Die Rente ist ja ein vages versprechen in ferner Zukunft


    Man kann im Alter nur konsumieren, was anderen zusätzlich zu ihren eigenen Bedarf produzieren.
    Daher ist jede Altersversorgen nur ein vages Versprechen.

  • Zitat von frieder59;312574

    .
    Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit , mit einem Teil einer Tätigkeit, zB im Rahmen einer Selbständigkeit , der Sozialversicherungspflicht zu entgehen, und die eingesparten Sozialversicherungsbeiträge in die Anschaffung von kleinen Mietwohnungen zu stecken .
    Frieder


    Zumindest bei der Krankenversicherung, insbesondere wenn man nicht Single ist, macht das keinen Sinn. Vor allem langfristig nicht. Trotz Altersrückstellungen steigen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung im Alter in unbezahlbare Höhen.


    Den Einwurf von [MENTION=8046]Asdrubal[/MENTION] über die Überhitzung des Marktes teile ich nur beschränkt. In Ballungsgebieten trifft das allemal zu. Bestimmte Wohnungsklassen sind da besonders betroffen - mE vor allem die, die heute von konsumorientierten Leute mit vergleichsweise hohem Einkommen bewohnt werden. Dieses Einkommen stammt oft aus nicht krisenfesten Jobs.


    Ein Investment in Vermiet-Wohnungen sollte meiner Meinung nach mit 20% Eigenkapital unterfüttert sein. Den Rest der Belastung muss die Vermietung alleine erbringen. Das geht meist nur, wenn man die wichtigsten Kostentreiber wegläßt: Eigentümergemeinschaft, Hausverwaltung und Bauträger. Wenn ein Investment sich rechnet, dann gibt es auch keine Probleme eine Finanzierung zu finden. Die Finanzierung sollte auch so gestaltet sein, dass Finanzierungsende und Eintritt in die "Rentenphase" zusammenfallen, so dass die Mieteinnahmen dann wirklich verkonsumiert werden können.


    Insgesamt geht Vermögensaufbau. egal mit welchem Investment er erreicht werden soll, nur über Konsumverzicht. Man kann eingenommenes Geld eben nur einmal ausgeben.
    Man kann auf den Malediven Urlaub machen oder einen Monat im Alter davon leben. Ein neuen Dacia Duster statt eines neuen Audi A4 fahren - über 20 Jahre sind das locker 70.000 €.

  • [MENTION=11351]Abendrot[/MENTION] :


    Ich denke an folgendes Modell : Teilzeitbeschäftigung in einer sozialversicherungspflichtigen Anstellung mit 25-30 Stunden. Da besteht dann ja auch die gesetzliche Krankenversicherung und dann ne
    selbständige Nebentätigkeit .

  • Zitat von frieder59;312574

    ... in die Anschaffung von kleinen Mietwohnungen zu stecken . (Kaufpreis sollte üblicherweise die 12 fache Jahresmiete sein) Nach zwei oder drei Jahrzehnten dürfte das dann zum Selbstläufer werden...


    Diese Daumenregel kenne ich auch.


    Das Problem ist, dass meine Kaltmiete hier unter 6 Euro/m² liegt und der Kaufpreis einer Wohnung in ähnlicher Lage und Ausstattung bei 2000€/m² liegt. (Wenn es etwas schönes neues in guter Lage sein soll zur dauerhaften Eigennutzung gefällt mir eher 3000€/m bis 4000€/m² Kategorie)


    Bei 70€/m² und Jahr Kaltmiete zu 2000€/m² Kaufpreis ist man fast bei Faktor 30. Als Investitionsobjekt ist das in meinen Augen Unsinn. Ich würde das nur tun, weil es zum Sparen zwingt und ein Sachwert zur Absicherung ist. Aus den Mieteinnahmen den Unterhalt zu bestreiten funktioniert nur, wenn man deutlich billiger kaufen kann (was vor 10 Jahren möglich gewesen wäre, hätte, hätte Fahrradkette) oder weil man mit sehr stark steigenden Mieten rechnet.


    Alles was noch billiger ist hat irgendwelche Nachteile oder ist so alt und verwohnt, so dass man da viel Geld in Instandhaltung reinstecken muss. Oder man konzentriert sich auf die Leute, denen die Miete vom Staat bezahlt wird und die vergleichsweise extrem hohe m²-Mieten für schlechte Ausstattung und Lage in 30m² kleinen Einheiten in Wohnsilos zahlen.


    MfG

  • Du wohnst für 6€/m² und bist zufrieden mit deiner Wohnung? Super! Zieh nicht aus und freue dich jeden Monat darüber, wieviel Geld du sparst.


    Hier mal eine Kalkulation eines meiner Objekte
    https://ethercalc.org/oa0ldnp3nmmk


    Man sieht wie langfristig das Investment sich gestaltet selbst bei diesem wirklich preiswerten Objekt (700€/m²), das zudem noch optimal vermietet ist (Staffelmiete).
    Vom Ertrag muss man nun noch die nicht umlegbaren Nebenkosten (Fahrtkosten, Porto, Telefon, Kleinreparaturen, ...) abziehen.
    Ein gutes Geschäft ist das nur für den deutschen Steuerzahler.