Große Akkus (12 V) lagern die man momentan nicht braucht

  • 12 V (oder auch 24 V,36 V,48 V) Stromversorgung ist immer wieder ein Thema, direkt aus der Solarzelle oder einem Windgenerator. Nur wie kann ich mir solche Akkus auf Lager legen wenn ich sie aktuell nicht benötige? Kann ich eine "normale" Auto Batterie leer (ohne Säure) für 20 Jahre aufheben und sie erst vor der Benützung füllen? Oder zerfällt da irgendwas chemisches im Inneren? Oder sind da Gel Batterien besser geeignet? So man das Teil auch ohne Gel Füllung bekommt.


    Mir geht es darum gewisse Speicherkapazitäten für schlechte Zeiten aufzubauen, die ich derzeit aber nicht nutze.

  • Hallo "DP",


    es gibt Blei-Säure Batterien ohne Füllung.


    Bei dem Kauf sollte man aber darauf achten, dass es sich nicht um solche handelt, die vorgeladen sind (und somit schon mal in der Säure (gebadet) waren und bei denen nur die Säure nur wieder ausgekippt wurde, oder das mit dem Plattenpack im Werk in einem Tank gemacht wurde).


    In Gel Batterien kannst Du das Gel nicht getrennt einfüllen. Solche Batterien sind meistens nach spätestens +/- 10 Jahren kaputt.
    Selbst wenn Du die zwischenzeitlich wieder lädst und versuchst die Sulfatierung / Platten- Korrosion zu verhindern.


    Es gibt aber von diesen Gel Batterien auch Langzeittypen mit einer größeren "Shelf Life" um 12 ... 20 (?) Jahre. (-> Firma Sonnenschein aus der Exide Gruppe z.B.)


    Allerdings wird jede Batterie, die nur steht, und nicht benutzt wird, in irgendeiner Art und Weise sulfatieren / korridieren und damit wird sich ihre Spannungslage nach unten bewegen.


    Damit einhergehend erniedrigt sich auch die Kapazität der Batterie.


    Zu Deinem Problem:


    Ich würde mich bei den Lieferanten der kommerziellen "nassen" 2 Volt Batterieblocks umsehen, ob die Typen liefern, die unbefüllt sehr lange zu lagern sind.


    Insbesondere stelle die Frage, ob diese Batterien schon "trocken vorgeladen" sind. Wenn ja, wird wohl die Plattenkorrosion /Sulfatierung irgendwann einsetzen (?).


    Solche Batterietypen gibt es allerdings nicht im "Sondernagebot", die sind ziemlich teuer.



    Eine Alternative wäre ein "nasse" Nickel-Cadmium oder Nickel-Eisen Batterie, die mit Kalilauge (KOH) befüllt wird.


    Solchen Batterien sagt man Lebensdauern von ca. 70 Jahren nach.


    Hier gäbe es z.B. kleinere Zellen solcher Batterien:


    http://www.ebay.de/itm/Nickel-…ksid=p2060353.m1438.l2649


    Bei diesen Batterien muss man nach ein paar Jahren die Lauge tauschen und sie sind dann wieder leistungsfähig.


    KOH gibt es auch als Granulat zu kaufen und man kann die Lauge mit destilliertem Wasser selbst herstellen (-> lange Lagerdauer möglich) .


    Diese Batterien kannte man schon vor über 100 Jahren als sogenannte Edison Zellen.


    Diese Batterien müssen allerdings "Bepampert" werden, d.h. Wartungsintensiv, können aber auch leer stehen glassen werden ohne dass sie dabei kaputt gehen.




    Alternativ gibt es die modernen LiPo und LiFePo4 Zellen, denen man eine lange Lebensdauer nachsagt, wobei es zu diesen Zellen eben noch wenig Langzeiterfahrung gibt.


    Eine interessante Zusammenstellung habe ich mal hier gefunden:


    https://www.oeko-energie.de/pr…dex.php#04a2089a2e0a24d01


    und hier speziell was über die NiFe Akkumulatoren:


    https://zukunftswerkstattverke…ator-wunsch-und-wahrheit/



    Hoffe das hilft Dir ein bisschen weiter.


    Das Thema ist nicht ganz trivial.


    Gruss, Udo

  • Zitat von Udo (DL 8 WP);316748

    Hallo "DP",


    es gibt Blei-Säure Batterien ohne Füllung.


    Bei dem Kauf sollte man aber darauf achten, dass es sich nicht um solche handelt, die vorgeladen sind (und somit schon mal in der Säure (gebadet) waren und bei denen nur die Säure nur wieder ausgekippt wurde, oder das mit dem Plattenpack im Werk in einem Tank gemacht wurde).


    Warum ist das so?


    Geladen hast Du halt zwei Bleisulfatplatten und Entladen eine Blei- und eine Bleioxidplatte. In trockener Umgebung sollte beides eigentlich beliebig lange haltbar sein.




    Wenn man die Kalilauge tauschen muss ist eine Reaktion abgelaufen. Ich vermute mal es handelt sich dabei nicht um die Aufnahme von Kohlendioxid aus der Luft sondern eine Reaktion mit den Elektroden.
    (Offene) Nickel Cadmium würde ich auf gar keinen Fall einlagern, das ist heute gefährlicher Sondermüll. Außerdem sind die ziemlich kompliziert zu laden und haben einen sehr schlechten Ladewirkungsgrad und eine sehr hohe Selbstentladung, sind also für Solaranwendungen maximal ungeeignet.


    Um die Nickel-Eisen Batterie wurde im Internet sehr geschickt ein Hype aufgebaut über die angebliche Langlebigkeit. In der Praxis taugen auch diese Zellen wenig, deswegen sind sie ja auch schon vor Jahrzehnten vom Markt verschwunden (und nicht wegen einer geheimen Weltverschwörung aller Akkuproduzenten)



    Zitat


    Alternativ gibt es die modernen LiPo und LiFePo4 Zellen, denen man eine lange Lebensdauer nachsagt, wobei es zu diesen Zellen eben noch wenig Langzeiterfahrung gibt.


    Mein ältester Li-Ionen Akku ist eine LCO Zelle mit nunmehr 20 Jahren, die ist noch recht gut, wurde aber auch 19 Jahre lang nicht benutzt. Die meisten für Normalsterbliche zu erwerbende Li-ionen Akkus sind nicht auf hohe kalendarische Lebensdauer optimiert, wenn man es unbedingt versuchen will würde ich zu NCA Kathoden raten statt NMC oder gar LMO und leider auch nicht zu LFP, obwohl man mit 4 Stück von denen gute 12V Akkus bauen kann (bei den anderen Li-Ionen passt das Spannungsfenster für "12V" eher nicht, 5 Stück LTO in Serie gingen noch, aber das wird hier keiner bezahlen wollen)


    Die alten LCO kann man ebenfalls niemandem aus Kosten und Sichreheitsgründen empfehlen.


    Ich rate dazu trockene Bleisäure Panzerplatten Akkus einzulagern, die kann man ewig lagern und bei "Aktivierung" dann nochmal 10-20 Jahre lang gut nutzen und wenn man sie dann doch verkaufen will bekommt man abhängig vom Bleipreis möglicherweise sogar den Neupreis wieder.


    Problematisch kann aber die Lagerung der Schwefelsäure sein und zum Anmischen braucht man einen Dichtemesser. Und NIEMALS das Wasser in die konzentrierte Säure schütten sondern immer umgekehrt.


    MfG

  • Hallo zusammen,


    so haben die Schweizer Zivilschutz Leute Langzeiteinlagerungen von NI-Cd Batterien für Handlampen gelöst....


    http://www.ebay.de/itm/Batteri…ht-Iltis-BW-/290830141568




    Und hier gibts einen kompletten Lampenset inkl. eingedosten Batterien, Lauge in Plastikfläschchen (wie oben) und Ladegeräten.


    http://www.ebay.de/itm/Notbele…atteriesatz-/302275506724


    Ich habe so ein paar Sätze für meine Lampen besorgt.


    Sicher ist eine NICd Batterie am Ende ihrer Lebensdauer ein "Entsorgungsfall" (wie die andern Batterien aber auch).


    Zum Thema "Ladeprobleme": So eine Batterie könnte man sogar direkt aus eine Solarzelle sogar ohne einen Regler laden, wenn man weiss was man da tut.


    Diese Zellen sind äusserst Rubust.


    Man kann sowas im Prinzip mit einem Trafo und einem Gleichrichter aus dem Netz laden, wenn die Spannung genügend hoch ist.


    Das ist dann natürlich kein "Idiotensicheres" Laden (man muss wissen was man da macht), aber im SHTF Fall ist sowas für mich genau das was sich mbMn bewähren wird....


    Diskussionen über diesen Batterietyp hatten wir schon vor ein paar Jahren.


    Wer sowas nicht will, soll es eben einfach nicht kaufen, ansonsten vorsichtig handhaben und am Lebensende für eine fachgerechte Entsorgung sorgen (Schadstoffmobil der Gemeinden).

    Aber auch die andern (Blei u.a. ) Batterien sind zum Thema Entsorgung mit Vorsicht und Vernunft zu handhaben. Cadmium ist schon nicht so ganz ohne.


    Zum Thema Laugenwechsel gibt es hier einen interessanten Beitrag aus der Grubenlampen Szene:


    http://www.geleucht.de siehe dann "Pflegeanleitung"


    Gruss, Udo

  • Zitat von KUPFERSALZ;316763

    Moin Cephalotus,


    wie sieht es mit NCR aus? Bei der Suche nach NCA (LiNiCoAlO2) bin ich kaum fündig geworden und werde immer auf NCR verwiesen. Ist dasselbe oder?


    NCR ist "nur" eine Typbezeichnung von Panasonic und steht meiner Erinnerung nach für Nickel, Cobalt, rechargeable. Das kann also NCA sein oder NCO oder NMC oder eine wilde Mischung.


    Deine Panasonic NCR18650PF haben (sehr wahrscheinlich) NCA Kathoden und damit vermutlich eine hohe kalendarische Lebensdauer. Ich habe hier die Ergebnisse professioneller Zyklentests einiger 18650er Zellen (die ich nicht publizieren darf) und die PF hält als Einzelzelle bei 0,5C / 1C Vollzyklen über 1000 Zyklen gut durch und hat dann immer noch über 2Ah bei allerdings erhöhtem Innenwiderstand.


    Man soll die Kathodenchemie als alleinigen Indikator auch nicht überbewerten, die Qualität und Langlebigkeit einer Li-Ionen Zelle hängt von sehr vielen Dingen ab wie z.B. dem Aufbau dieser Elektroden, aber auch den Zusätzen im Elektrolyt (alles geheim) und nicht zuletzt auch von der Fertigungsqualität.


    Und dann gibt es halt diese ganzen Internetmythen. Klassiker: "LithiumEisenPhosphat ist sicher". Gerade die so gern genommenen LFP Zellen aus China fallen bei den professionellen Sicherheitstests oft mit Pauken und Trompeten durch, zumindest bekomme ich das so erzählt.


    Beweisen kann ich das hier nicht, aber Du weißt ja womit ich mein Geld verdiene.


    MfG


    [COLOR="silver"]- - - AKTUALISIERT - - -[/COLOR]


    Zitat von Udo (DL 8 WP);316766

    Sicher ist eine NICd Batterie am Ende ihrer Lebensdauer ein "Entsorgungsfall" (wie die andern Batterien aber auch).


    Mehrere Kilogramm Cadmium zu entsorgen ist keineswegs vergleichbar mit dem Aufwand bei anderen Batterien. Wenn Du Glück hast nimmt es die Sammelstelle in 10 Jahren an, wenn nicht wird es wahrscheinlich teuer.


    Zitat


    Zum Thema "Ladeprobleme": So eine Batterie könnte man sogar direkt aus eine Solarzelle sogar ohne einen Regler laden, wenn man weiss was man da tut.


    Offene NiCd gasen, offene NiCd haben meines Wissens ganz erhebliche Probleme mit Kristallisationsprozessen (Memory), die Akkus lassen sich nicht warm laden, man sollte sie eigentlich nach dU laden, was in einer solchen Serienschaltung mit 10 Zellen für 12V unmöglich ist, also überlädt man zur Sicherheit stets die ganze Serie deutlich, was bei den offenen Zelle zu Wasserverlust führt und dann haben sie auch noch einen furchtbaren Spannungshub und damit unterm Strich einen sauschlechten Wirkungsgrad.


    Oben drauf dann noch die Selbstentladung, alte NiCd können mit Pech auch mal 20% pro Tag an Ladung verlieren.


    Es gibt meiner Meinung nach im Grunde genau einen Grund warum man im Militär größere NiCd verwendet hatte und das war, dass die Bleiakkus bei Kälte keine hohen Ströme liefern konnten und NiCd bis ca. -40°C funktionieren kann.


    So weit ich weiß wurden solche NiCd Starterbatterien z.B. für Flugzeugmotoren aber in kurzen Intervallen getauscht, weil sie eben ohne sehr aufwändige Pflege und Monitoring schnell problematisch werden. Klar kann man die teilweise wieder hegen und pflegen und hoch päpeln, ich möchte nicht wissen, wieviele der "Bastler" dann die Cadmium verseuchte alte Kalilauge im Ausguss entsorgt haben.


    Früher haben die CityEl Fahrer mal eine Weile mit diesen Zellen gespielt, eben wegen der Kälteproblematik von Blei. Ich vermute heute fasst die keiner mehr freiwillig an.



    Zitat

    Wer sowas nicht will, soll es eben einfach nicht kaufen, ansonsten vorsichtig handhaben und am Lebensende für eine fachgerechte Entsorgung sorgen (Schadstoffmobil der Gemeinden).


    Bei uns nehmen die haushaltsübliche Mengen. Ein paar kg Cadmium ist meiner Einschätzung nach nicht haushaltsüblich.

    Zitat


    Aber auch die andern (Blei u.a. ) Batterien sind zum Thema Entsorgung mit Vorsicht und Vernunft zu handhaben. Cadmium ist schon nicht so ganz ohne.


    Für Bleiakkus gibt es ein etabliertes Rücknahme und Recyclingsystem. "Altes Blei" hat je nach Kurs sogar noch einen signifikanten Wert.

  • Hallo "Ceph",


    dass Cadmium "nicht sehr fein" ist (nämlich giftig), darüber sind wir uns einig. Allerdings sind NiCd Batterien immer noch in professionellen Geräten zugelassen. Ausserdem sind NiCd Batterien in Massen in der vor NiMH Zeit eingesetzt worden. Dazu muss es dann offensichtlich wohl auch einen Recyclingweg geben...


    Die von Dir angesprochenen 20% Selbstentladung pro Tag der ofenen Zellen findest Du höchstens in einer defekten Zelle. Ich habe einige der alten Eisemann Lampen und gute Zellen behalten ihre Ladung über Monate.



    Aber ich will hier keine pro NiCd Diskussion weiterführen.



    Die Ni-Fe Typen sollten dann doch wohl OK (ungiftig) sein, oder ?


    Welche Batteriesysteme soll man dann nun (als größere Speicherbatterien) einsetzen, und welche sind (bewiesenermaßen) Langzeit-Lagerfähig, so wie das der Threadersteller nachgefragt hat ?



    Aus meiner Sicht eben Blei-Säure Batterien (möglichst mit Panzerplatten), die nicht befüllt sind, oder ?


    Die ganzen Lithium Systeme sind ja immer noch recht teuer....



    Gruss, Udo

  • Blei Säure Batterien sind fast unbegrenzt lagerfähig, so lange man diese beiden Dinge getrennt lagert. Das dabei die trocken vorgeladene Energie flöten geht ist völlig Wurst. Bei Bedarf Batterie mit Säure befüllen und vorsichtig aufladen. Dann ist sie voll einsatzfähig und kann bei entsprechender Plattenstärke und Pflege auch sehr lange halten.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • Zitat von Udo (DL 8 WP);316841

    Welche Batteriesysteme soll man dann nun (als größere Speicherbatterien) einsetzen, und welche sind (bewiesenermaßen) Langzeit-Lagerfähig, so wie das der Threadersteller nachgefragt hat ?



    Aus meiner Sicht eben Blei-Säure Batterien (möglichst mit Panzerplatten), die nicht befüllt sind, oder ?


    Ja, Bleisäure (am besten OPzS / OPzV) und die trocken lagern (+ Schwefelsäure)


    Alles andere halte ich für Langzeitlagerung plus(!) später auch längere Zeit benutzen aus bereits genannten Gründen für eher untauglich.