uns ein Super-Taifun heimsucht?

  • Hi an alle Preppers,


    in Tokio wird gerade ein Taifun erwartet, den es so in den letzten 60 Jahren nicht mehr gegeben hat. Bilder zeigen leere Regale von Supermärkten, leere Straßen und Einwohner, die ihre Häuser barrikadieren.


    So ein Super-Taifun kann auch Europa treffen oder liege ich da falsch? Was wären nach eurer Sicht die beste Vorbereitungen, um sich vor so ein Super-Taifun zu schützen?


    LG

  • Ein Taifun trifft uns ganz sicher nicht, denn so werden nur tropische Wirbelstürme in Ostasien bezeichnet.

    Unser Äquivalent wäre ein Orkan. Und ja, sowas kommt immer mal wieder vor - an der Küste zum Beispiel dann in Verbindung mit Sturmfluten.


    Die Vorbereitung hängt sehr vom Standort und persönlichen Gegebenheiten ab:

    Wohne ich an der Küste in einem Gebiet, das überschwemmungsbedroht ist?

    Wohne ich im Inland exponiert auf einem Hügel/Berg?

    Sind auf meinem Grundstück oder bei den Nachbarn Bäume, die beim Umfallen evtl. mein Haus treffen können?

    ETC.


    Im Fall 1&2 wäre ein Fluchtgepäck nicht schlecht.

    Im Fall 3 reicht es die Bäume zu kontrollieren und sich bei Sturm einfach nicht draußen aufzuhalten.


    Und nochmal zu Japan:

    Unsere Medien bauschen das mal wieder zu einem "Super-"/"Mega"-Katastrophenszenario auf.

    Ein Familienmitglied lebt in Tokio.

    Ja die Leute füllen nochmal die Vorräte auf. Es gibt Warnungen die Küste zu meiden, sich nicht notwendigerweise draußen aufzuhalten etc.

    Aber das ist "nur" ein Sturm laut den dortigen Prognosen.


    Nachtrag:

    Die statistische Stärke von Stürmen hängt von der zugeführten Energie ab.

    Ein großer Faktor ist hier die Temperatur, insbesondere die Oberflächentemperatur des Meeres.

    Hier kann man sehen, warum Europa prinzipiell weniger bedroht ist:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Wiki_plot_03.png

  • Ein Taifun hat ja den "Vorteil" , dass er realtiv gut vorhergesagt werden kann. Bei uns sind ja eher plötzliche Gewitter des Problem. Orkanlagen in Mitteleuropa, die ähnlich wie ein Taifun längerfristig vorhergesagt werden können, sind in der Regel ja eher "nur" heftige Stürme, dann aber ohne Regen oder nur mit überschaubaren Regenmengen.


    Nehmen wir mal an, wir hätten eine Orkanwarnung mit zusätzlich angekündigtem starkem Regen und zwar tatsächelich auf dem Level "so schlimm wie seit Jahrzehnten nicht mehr". Was ich in dem Fall machen würde:


    Im Garten alles wegräumen oder anderweitig sichern, das wegfliegen kann, und zwar auch Sachen, die man eigentlich nicht für flugfähig hält.


    Akkus (insbesondere von Werkzeug), Powerbanks und Co. laden. Wasserbehälter (in meinem Fall so an die 600 Liter) und Badewanne füllen.


    Nochmal in den Baumarkt fahren und den Bestand an Planen und OSB-Platten aufstocken.


    Neben der vorhandenen Evakuierungs-Dokumententasche noch einen Evakuierungsrucksack packen. Der ist bei mir nämlich nicht dauerhaft vorhanden.


    Den derzeit ziemlich wuchernden Fliederbusch neben dem Auto kappen (Ist eigentlich erst nach dem ersten Frost geplant.)


    Am Tag vorher Auto volltanken.


    Verbindungstür zwischen Garage (niedrigester Zugang zum Gebäude) und Keller mit Sandsäcken abdichten.


    Urlaub/Homeoffice/Überstundenabbau für den Ereignistag klar machen.


    Taschenlampen im Wohnbereich bereitlegen.


    Wenn's denn losgeht, Rollläden an der windzugewandten Seite zu machen und drin bleiben.


    Natürlich sollte man langfristig immer schauen, dass eventuell umfallende Bäume dem Haus nicht gefährlich werden können, Rückstaubklappen und Abflüsse funktionieren, etc.



    Sonst noch Vorschläge? Habe ich was vergessen?


    Anzumerken wäre noch, dass das mein Szenario für echte Extreme wäre. Bisher habe ich bei "normalen" Orkanwarnungen immer nur den Garten aufgeräumt und maximal 100 Liter Wasser auf Vorrat in Kanister gefüllt, weil ich allenfalls von ein paar Stunden, vielleicht einem Tag Stromausfall ausgegangen bin.

  • Asdrubal


    Danke für die detaillierte Ausführung, klingt für mich optimal an Vorbereitung. Grundsätzlich kann man Wasser nie genug haben....


    Einzig bei dem Thema "Rollläden" bin ich unsicher geworden, zerstörte doch die letzte Wetterkapriole bei vielen Bekannten die Rollläden (Hageldurchschlag), selbst die aus Alu.


    Bin selbst am überlegen, passend gesagte OSB-Platten für die Wetterseitenfenster mitsamt einfachem Spanngurt je Platte einzulagern. Diese dann bei größer angekündigten Wetterereignissen vor das Fenster/die Fenstertür gehalten und über das gesamte Fensterkonstrukt festgezurrt. Die Spanngurte sind so dünn, dass die Fenster/Fenstertüren trotzdem gut schließen müssten an der Gummidichtung.


    Oder?

  • Die Spanngurte sind so dünn, dass die Fenster/Fenstertüren trotzdem gut schließen müssten an der Gummidichtung.

    Asdrubal



    Oder?

    Ich frage mich, wie das funktionieren soll. Die Spanngurte müssen ja etwas "umfassen" um die OSB-Platte an Ort und Stelle zu halten. Wenn du ein Fenster mit Mittelholm hast ok, allerdings wirst du dann das Fenster nicht schließen können. Sind die Spanngurte so festgezogen, dass diese die OSB-Platten auch bei Sturm halten, wirst du das Fenster niemals über die gespannten Gurte schließen können. Gespannte Spanngurte können hart wie ein Brett sein.

  • Ich glaube auch nicht so recht, dass der Aufbau mit den Spanngurten funktioniert. Und selbst wenn man die auf andere Weise vor dem Fenster verankern würde, ist halt noch, die Frage, ob man das beim häufigsten Szenario eines sommerlichen Gewitters mit Hagel schnell genug installiert bekommt.


    Was die Rollläden betrifft: Die haben den Vorteil, dass man ein paar Lamellen leichte rund billiger ausgetauscht bekommt als eine Glasscheibe. Und ob das Glas wirklich so viel widerstandsfähiger als der Rollladen ist, weiß ich auch nicht.

  • Und selbst wenn man die auf andere Weise vor dem Fenster verankern würde

    die OSB-platten könnte man ja auch leicht mit 4 Schlossriegeln (2 auf jeder Seite / oben & unten) in den Führungsschienen der Rollläden festmachen, die Fenster sollten dann auch noch leicht zugehen. Die Größen der Platten müssten dann aber auf die Fenster angepasst werden.

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:

  • Stickstoff:

    Hast Recht, hab mir das genauer angeschaut, der Gurt würde so stramm den rechten Winkel am Fenster durchziehen, dass das Fenster nicht schließen würde.


    Asdrubal:

    Der Ansatz war nicht als Dauermaßnahme gedacht, sondern für die Fälle die bereits mit größeren Auswirkungen angekündigt werden. Bei uns wie gesagt für die Wetterseite, das ist die mit dem geringsten Glasanteil.


    Canuck:

    Sehr gute Idee, vielen Dank! Das bekommt sogar ein Techniknoob wie ich hin :)

  • die OSB-platten könnte man ja auch leicht mit 4 Schlossriegeln (2 auf jeder Seite / oben & unten) in den Führungsschienen der Rollläden festmachen, die Fenster sollten dann auch noch leicht zugehen. Die Größen der Platten müssten dann aber auf die Fenster angepasst werden.

    Vielen Dank für den Denkanstoß :thumbup:


    Ich grübel schon länger, wie ich meine Fenster schützen könnte, weil es weder Fensterläden noch Rollläden gibt.

    Die Idee mit der passend zugeschnittenen OSB-Platte hatte ich schon, aber die Befestigung =O


    Dank Canucks Link sind mir beim Googeln danach auch sog. Bolzenriegel untergekommen...


    Nächstes Jahr werde ich bei einem Fenster mal 4 Löcher in die Laibung bohren, eine Platte passend zuschneiden und kucken, ob man die nicht von innen mit 4 Bolzenriegeln in den gebohrten Löchern fixieren kann.

    Das hätte nämlich den Vorteil, dass man die Platten im Obergeschoß mit dem Seil hochziehen und dann eben von innen befestigen/lösen kann - ohne langwierige Aussenoperationen mit Leiter oder sogar Gerüst...


    Und wenn das klappt und auch hält, kann ich die OSB-Platten ja auf der Aussenseite noch bemalen - ähnlich den aufgemalten Fenstern mitsamt Vorhängen bei den Bunker-Chalets in der Schweiz, Google-Stichwort dazu: Villa Verde ^^

  • Mal Meta: Ich finde ziemlich gut, wie hier ein Haufen neuer Ansätze und Denkanstöße zusammenkommen, obwohl "nur" ein scheinbares Standardthema angesprochen wurde, mit dem sich vermutlich jeder schon auseinandergesetzt hat. Das sollte meiner Meinung nach ein Ansporn sein, auch Dinge, die vermutlich x-mal diskutiert wurden, nochmal zu besprechen. (Natürlich darf gerne auch zusätzlich die Suchfunktion genutzt werden.)

  • OK, die Idee musste aber aus dem Kopf raus

    Natürlich darf gerne auch zusätzlich die Suchfunktion genutzt werden

    zu Einschlaganker, Setzwerkzeug und Volierendraht hab ich hier leider noch nix gefunden

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:

  • die OSB-platten könnte man ja auch leicht mit 4 Schlossriegeln (2 auf jeder Seite / oben & unten) in den Führungsschienen der Rollläden festmachen, die Fenster sollten dann auch noch leicht zugehen. Die Größen der Platten müssten dann aber auf die Fenster angepasst werden.

    Genau diese Idee hat mir für die Befestigung gefehlt. Meine Haus hat große Raumhohe Fenster und eine Klinker Verblendung ich könnte versuchen die Sperriegel hinter die Klinker zu setzen. Wenn die Aufbauhöhe das nicht hergibt könnte ich Aussparungen in die Klinker setzen. Gibt es denn etwas widerstands fähigeres als OSB? Was ist mit Kunstoff Verbundplatten? Was wäre OSB mit einer 2 mm Metallplatte zu kombinieren? Das mit der Befestigung in der Rolladen Führung ist genial- weil es keine Veränderung außen verursacht.

  • um die Löcher etwas stabiler zu machen könnte man Einschlaganker mit dem passenden Setzwerkzeug verwenden - nur so als Anregung :)

    Sowas in der Art schwebte mir auch bereits vor ;)


    Allerdings möchte ich auf jeden Fall bis ins "Mauerwerk" (das Haus ist uralt und aus Bachsteinen) bohren, weil ich nicht weiß, wie dick und vor allem wie "haltbar" die Putzschicht darüber ist. Meine bisherige Überlegung wären Edelstahlrohr-Abschnitte, die mit Montagekleber im "Bachstein"werk fixiert werden.

    Die Rohrenden ließen sich dann mit weißen Kunststoff-Abdeckstopfen verschließen, so wären die Löcher nicht auf den ersten Blick sichtbar, bei Bedarf aber auch schnell wieder geöffnet.


    man könnte auch die OSB-Platten durch mit Volierendraht fest bespannte Rahmen ersetzen - das sollte auch was abhalten ;) und ist ned so schwer

    Hmm, zOSh schrieb hier ja bereits, dass Hagelkörner sogar die Alu-Rollläden von Bekannten durschlagen haben... ich glaube, so fest kann man das Drahtgeflecht auf einem Rahmen gar nicht spannen, ausserdem müsste dann der Rahmen auch wieder ziemlich stabil/massiv gebaut werden, damit ein "Tennisschläger-Effekt" gegeben ist.


    Dran rumdenken tue ich aber...

    Pro: so käme weiterhin Licht in die Bude. Contra: Jeder Rahmen muss, ggf. sogar mit stabilisierendem Mittelkreuz, einzeln geschreinert und mit Drahtgeflecht bespannt werden, die OSB-Platte nur passend zugesägt :/


    Ich kann mich noch gut an die mehr als Tennisballgroßen Hagelkörner von 1984, die zerstörten Kunststoffrollläden sowie die durchschlagenen Eternit-Platten erinnern...

    Einmal editiert, zuletzt von Lunatiks ()

  • [...]


    Was die Rollläden betrifft: Die haben den Vorteil, dass man ein paar Lamellen leichte rund billiger ausgetauscht bekommt als eine Glasscheibe. Und ob das Glas wirklich so viel widerstandsfähiger als der Rollladen ist, weiß ich auch nicht.

    Aussage von meinem Fensterbauer (Stand Mitte letztes Jahr): Bei Sturm und Hagel immer die Rollläden öffnen. Fenster und Fensterscheiben halten viel mehr aus als der Rollladen. Außerdem greift der Wind unter einen geschlossenen Rollladen viel leichter und "entfernt" dann nicht nur diesen, sondern auch die Führungsschienen.


    Ich hätte beim Neubau gerne neben die Fenster (innen) Gewindehülsen eingespeist. Dann hätte man fertig zugeschnittene OSB / MDF-Platten binnen einer Minute mit einem Akkuschrauber und Gewindeschrauben anbringen können. Aber das hat die BEVA nicht genehmigt X/

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Fenster und Fensterscheiben halten viel mehr aus als der Rollladen.

    Das kommt auf den Rolladen drauf an. Wir haben einen Bau aus den 60er jahren und zum Teil noch die alten Fenster drin gelassen. Da sind massive Holzrolläden davor. Denen vertraue ich mehr als den Fensterscheiben.

    Im Dachgeschoss ist ein Dachflächenfenster mit Alurolladen - das mache ich lieber auch hoch. Und das Fesnter bekommt eben durch die Schräglage Hagel im Winkel von mehr als 45° ab - dafür sind die neuen Fenster eben ausgelegt.


    Ich überlege gerade - gibt es nich auch eine Art (Adhäsions)-Folie, die man auf das Fenster machen könnte - ähnlich zu den Displayschutzfolien beim Smartphone?

    Ok - Google liefert da einiges

    https://www.google.com/search?…fenster+schutzfolie+hagel

    Danach hat das Fenster evtl. zwar Sprünge, aber es "hält" noch zusammen udn erfüllt seine Funktion.

    Wäre für mich die bessere Alternative zu den OSB-Platten.

  • Sicherlich kommt es auch auf die Fensterscheiben und deren Alter an. Unsere Fensterscheiben sind wegen des Einbruchschutzes alle mit durchschlagsicherer P4A Folie ausgeführt, es ginge also erstmal die äußere Scheibe zu Bruch, bevor die folierte mittlere Scheibe (in der Theorie) halten sollte. Natürlich wäre der Wunsch, dass nichts kaputt geht, aber "nicht durch" wäre mir gut genug.


    Massive Holz-Klappläden würde ich auch schließen und hätte, soweit ich mich an Omas Fensterläden erinnere, ein gutes Gefühl bei einem Sturm. Bei Ihren Einglas-Fensterscheiben sieht das allerdings ganz anders aus...


    Ein unterschätzter Schwachpunkt bei einem Rollladen sind m.E. immer die Führungsschienen. Sobald der Wind irgendwo druntergreifen kann, ist es eigentlich schon rum.


    Edit: Hier ein kurzer Artikel der SV Versicherung zur Sturmvorbereitung: Link. Da heißt es auch "Rollladen hoch".


    Interessant wäre tatsächlich der Versicherungs-Aspekt. Sind Rollläden bei Sturmschaden mitversichert? Ich meine mich zu erinnern, dass vereinzelt Versicherungen da die Zahlungen gekürzt haben, da der Hausbesitzer nicht seiner Schadensminderungspflicht nachgekommen ist (finde den Artikel nicht mehr). Geborstene Scheiben müssen auch nicht zwangsläufig durch die Gebäudeversicherung abgedeckt sein, da sollte man seine Versicherungsleistungen mal auf den Prüfstand stellen, zumal die Wetterkapriolen gefühlt immer mehr zunehmen.

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

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