Die Bundeswehr soll (wieder) kriegsfähig gemacht werden.

  • Meiner Meinung nach müsste dafür erst mal ein stringentes Konzept verfolgt werden. Landesverteidigung und Kolonialkrieg (vulgo: Bündnisverteidigung) mit dem Anspruch, für beides einen Großteil des Geräts aus der eigenen Rüstungsindustrie auf technischem Top-Niveau zu beziehen, wird nicht funktionieren, erst recht nicht bei begrenzten personellen Ressourcen eines in dieser Hinsicht mittelgroßen Staats.

  • Ich denke, das passt momentan nicht wirklich in die politische Landschaft. Vielleicht gerade eben noch die Digitalisierung, aber wie bekommst du den Panzer auf dein Fahrrad? Schwere, inkompatible, viel Kraftstoff schluckende und viel Feinstaub emittierende Fahrzeuge wirst du den Linksgrünen kaum unterjubeln können.

  • Was für ein Artikel. Bei der Überschrift dachte ich "Und weiter? Das ist deren Job."


    Im Artikel selbst steht auch nix neues. Dass bei der BW was schieft läuft wissen alle. Das es bei den Sanis auch nicht rund läuft überrascht also nicht.


    Das alle Welt mehr Geld fürs Militär fordert auch nicht neu und dass der Schreiberling psychische Probleme bekommt wenn´s um die Formulierung "Krieg" mit Geschützlärm im Hintergrund geht, ist nicht verwunderlich.


    Und ich widerspreche dem Generalinspekteur des Heeres in aller mir verfügbaren Deutlichkeit. Landesverteidigung ist keine Bündnisverteidigung und auch nicht an den Außengrenzen der Nato. Der Mann hat ein Rad ab. Sonst nix.


    Und wenn ich mittlerweile lesen muss, dass man Bündnisfälle trotz selbst begonnener Angriffskriege diskutiert könnt ich echt garstig werden.

    Unsere liebe Presse schreibt grade ein Wirtschaftshilfsprogramm zusammen oder herbei, dass uns nicht gefallen darf. Just my 5 cents.


    Ned gschimpfd is fei gloobt gnuuch!
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  • So lange die BW für so einen Rotz Geld ausgibt, kann ich den Verein nicht mehr ernst nehmen.


    https://www.focus.de/politik/d…undeswehr_id_6483481.html



    Statt dessen haben wir jetzt die zweite Frau an der Spitze der BW und die schaffen es nicht mal Schuhe zu besorgen.......


    https://www.sueddeutsche.de/po…fstiefel-soldat-1.4578660



    Die armen Soldatinnen und Soldaten, die unter solch einer Führung, eine vernünftige Arbeit abliefern sollen.....mein Beileid!

  • Die armen Soldatinnen und Soldaten, die unter solch einer Führung, eine vernünftige Arbeit abliefern sollen.....mein Beileid!

    ... es gibt keine Wehrpflicht mehr ...


    Zu BW Themen empfehle ich zum Lesen z.B.: Diesen Blog hier: https://augengeradeaus.net/


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  • Wenn wir in Bayreuth Alarm hatten - da sind von 6 Haubitzen 6 ausgerückt !

    War in der Munabteilung -da gab es keine Engpässe -

    Eher noch zuviel - von den "Zupfern" in Grafenwöhr eingesammelt.


    Das KO... mich an ... für 1,5 Tage Munition ??????


    hat keine(r) mehr den A... in der Hose ???

  • Was ist aus unserer Welt geworden? Ich bin aufgewachsen in einer Welt, wo Vernunft regierte und die Staatsregierungen handlungsfähig waren. Die Behörden hatten klar umrissene Aufgaben, waren strukturell kompetent und es gab echte Entscheider. Und in den Dörfern und Stadtteilzentren gab es ein Miteinander und soziale Vernetzung.


    Jetzt ist nichts mehr davon da. Scheinbar weltweit. In anderen Staaten ist es sogar noch dümmer und ohnmächtiger. Ich weiß überhaupt nicht, wer und wie die Wiederholung der Geschichte überhaupt noch verändern könnte. Diese Menschen dieser Gesellschaften offenbar nicht.


    Kann ich aber nicht glauben. Ich bin doch nicht Einzige, der das sieht. Aber in Zeiten von globalen Suchmaschinen ist das Finden der anderen, die das auch sehen, vollkommen unmöglich geworden, weil die Suchmaschinen völlig überfrachtet sind von dem globalen Geplappere in allen Winkeln dieser Welt. Die Vernunft und Handlungsfähigkeit der gesamten Welt ist untergegangen unter dem Getöse der Medien.


    Und das Perverse ist - die haben genau dieses Bild in den 80ern als Sciencefiction-Horror gezeichnet - und es dann erschaffen, mit aller medialen Wucht. Wer wissen will, wie es weiter gehen wird, schaue sich die Horror-SciFis der Medienwelt zuende an. Es entsteht das, was wir groß machen!


    Wie und wo findet man Menschen, die noch nachdenken und verstehen und die noch "Hebel" im Petto haben, mit denen sich das Ruder noch rumreißen liesse? Vielleicht gibt´s die gar nicht mehr ... vor dem Krieg.

  • Hallo Schlack,


    ja, das stimmt, es gibt jedoch auch Soldaten, welche sich unter anderen Bedingungen, sprich längerfristig verpflichtete haben.


    Da war es u.U. auch noch nicht absehbar in welche Richtung die Reise (kaputtsparen, völlig ungeeignetes Führungspersonal und weltweite Kriegsspielereien)


    geht.

  • maniacmantis Ich war recht lange bei dem Verein. Mein Abschied ist allerdings gut 11 Jahre her.


    Und selbst damals hatten wir unsere Ausrüstung vor allem dann für die Einsätze selber organisiert. Es sind uns die Augen übergelaufen wenn wir mit internationalen Kräften schießen waren - so von wegen 15 Schuß richtig übergeben. Da gabs dann auch auf Manövern mal "Feindkräfte", die mit Kettenfahrzeugen quer durch den Wald gemacht haben. Wir wären von der Standortverwaltung gelyncht worden.
    War das toll, als die Wölfe und 7,5 Tonner eingespart wurden und wir diese Fahrzeuge mit dem Fuhrparkservice der BW ( oft Fahrzeugen ohne Geländefreigabe) ausgleichen mussten.

    Ich könnt noch fleißig so weitermachen...


    Diese Situation in der Bundeswehr ist nicht neu und wird nur immer mistiger.


    Kein aktiver Soldat und auch kein informierter Bürger braucht heutzutage jammern. Das beziehe ich auch auf mich. Rege mich zu gern drüber auf, wenn ich mitbekomme, was da mit UNSEREN JUNGS abgezogen wird.


    Was die überzeugten Uniformträger brauchen, ist meiner Meinung nach Arsch in der Hose und Dienstunfähigkeit im Battailonsrahmen oder höher melden, wenn was nicht passt. (Heut wird keiner mehr exekutiert...)

    Und nicht, wie momentan üblich Material von irgendwo her zu besorgen, dezentral zu beschaffen oder auszuleihen, nur damit die Truppe, die grade nach sonstwohin los macht, alles hat. (Das andere Teile BW dann nicht mehr üben können, ist wieder ein ganz anderes Thema. )


    Wir sind - ganz nebenbei jetzt bei ~ 50Mrd $ Verteidigungsetat. Die Russen bei 60 Mrd. Und wir sollen nochmal um 2% Bip = 80Mrd € hoch. Wo sind denn da bitte die Relationen?


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  • Die 50 Mrd braucht man für Berater, die dann herausfinden, es ist zu wenig Geld da...


    Aber das Problem ist doch ein ganz anderes: Entweder ist der Soldat ein angesehener Beruf, dann wird er auch dementsprechend ausgerüstet werden, oder eben ein nicht angesehener Beruf, dass jeder Bankster und jeder Müllmann mehr Ansehen genießt. Dann muss er halt leben wie ein Bettler.


    Schon die Tatsache, dass eine Ministerin Nichtoffizieren von McKinsey mehr zutraut als Generälen, ist alles, was man über den Stellenwert unserer Bundeswehr wissen muss.



    Nick

  • Hallo,


    ich behaupte mal keck, eine echte Kriegs- und damit Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr bestand ansatzweis nur in den ersten Jahren nach der Gründung der BW 1955. Was heute die Illusion der international einsetzbaren "Interventionsarmee" ist, war dann in den 1960-80ern der Irrglaube, man könnte mit einer riesigen konventionellen Armee in einem nuklearen Schlagabtausch auch nur ansatzweise irgendwas sinnvolles im Sinne von Heimatschutz leisten. Deutschland hätte sich im Kalten Krieg bereitwillig in ein Schlachtfeld gigantischen Ausmaßes verwandelt, "um den Russen 48h aufzuhalten". Auf rund 2.000 Kampfpanzer und fast 4.000 weitere gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge war die BW zu ihrer "Blütezeit" aufgebläht. Mit 1 Mio. Mann (aktive plus Reserve) ohne eine einzige echte Einsatzerfahrung. Die NATO-Doktrin bestand bis in die 1980er im wesentlichen aus nuklearer Abschreckung und erst in zweiter Linie aus konventioneller Abschreckung. Angeblich hätte die BW damals diese berühmten 48h durchhalten müssen, bis massiv Truppen aus den USA und Kanada nach Mitteleuropa verlegt worden wären, um die Sowjets zurückzudrängen. Wers glaubt wird selig. Hätten die Sowjets nach dem Einsatz taktischer Atomwaffen Westdeutschland noch konventionell angegriffen, hätten die NATO-Partner jenseits des Atlantiks alles getan, aber niemals eigene Truppen hierher geschickt. Und selbst wenn, dann wäre die Kriegswalze einmal von Ost nach West über Deutschland gerollt und dann im "Erfolgsfall" wieder retour von West nach Ost. Wie Rückzugsgefechte und mehrfach hin- und her eroberte Landschaften aussehen, kennt man aus den ersten beiden Weltkriegen zur genüge.


    Insofern ist eine nichtnukleare Bundeswehr schon immer ein zahnloser Tiger gewesen, der zwar mal beeindruckend viel rollendes, fliegendes und schwimmendes Material besessen hatte, aber nichts davon hätte dazu getaugt, das eigene Territorium zu schützen. Dazu bräuchten wir in Mitteleuropa vor allem eine extrem massive Flugabwehr, die in der Lage wäre, alle Arten anfliegender Objekte noch ausserhalb des eigenen Territoriums abzufangen. Von solchen Systemen haben wir: nichts. Bis heute. Wer glaubt, dass die paar altersschwachen "Patriot"-Systeme der europäischen Armeen heutigen Raketen und Marschflugkörpern gewachsen sind, hat schon verloren. Selbst wenn jeder Schuss ein Treffer wäre, hätte man nach ein paar Stunden Abwehrfeuer gar keine Raketen mehr. Der zweite Weltkrieg ging auf allen Schlachtfeldern durch den Verlust der Lufthoheit verloren und durch das Fehlen wirksamer Flugabwehrmöglichkeiten. An dieser Erkenntnis hat sich bis heute nichts geändert.


    Israel ist meines Wissens das einzige Land, das diese Erkenntnis verinnerlicht hat und ein halbwegs wirksames Flugabwehr-Waffenarsenal besitzt.


    Grüsse

    Tom

  • Das halte ich für eine sehr treffende Analyse, tomduly . Zwar denke ich, dass es im kalten Krieg noch die Option gegeben hätte, dass unter dem Schirm der gegenseitig garantierten Auslöschung eine rein konventionelle Kriegsführung stattgefunden hätte, in der dann die Bundeswehr und die NVA schon eine dauerhafte Rolle gespielt hätten. Allerdings hätte eine Seite dann trotz aller Ängste doch mit Nuklearsprengköpfen geschmissen, wenn das Pendel zu sehr nach einer Seite ausgeschlagen wäre. Denkbar wäre allenfalls ein unentschiedener konventioneller Schlagabtausch gewesen, bei dem man sich schließlich weitgehend auf den status quo ante geeinigt hätte, vielleicht mit ein, zwei Mittelstaaten, die die Blöcke gewechselt hätten. Aber das ist natürlich alles mehr oder minder müßige Spekulation für Geschichts- und Geostrategiefans.