Meeresspiegel 2050: Augen auf beim Grundstückskauf

  • Wie hat es Monika Gruber unlängst so gut formuliert (Aussage zu den Teslafahrern und anderen "Umweltschützern"): "Wir haben unsere Welt von den Kindern geborgt. Von den Nigerianern steht da nichts"!


    Hobbyholzspalter : Du verwechselst da was Grundlegendes: Es gibt einen Unterschied zwischen Angst und berechtigtem Interesse. Gerade ein Prepper sollte das wissen: Ich fürchte mich nicht vor vielen Dingen bzw. Szenarien - und zwar deshalb, weil ich mich damit auseinandersetze und weil ich Strategien zum Abfedern der Konsequenzen ergreife.

    Ob ich mich da für den Fall eines Blackouts wappne oder versuche, den Planeten bewohnbar zu hinterlassen, ist für mich unerheblich. Und wie gesagt: Ich zumindest bräuchte eine radikale Klimaerwärmung bzw. -veränderung in 50, 60 Jahren nicht zu fürchten. Bis dahin bin ich längst über die Regenbogenbrücke gegangen.


    Also bitte die Angstkeule wieder einstecken und dahin zurückstecken, wo sie hingehört: In die Märchenabteilung.


    Ich z.B. glaube übrigens auch nicht daran, dass sich die Rate des Anstieges des Meeresspiegels über einen längeren Zeitraum massiv erhöhen wird (wenngleich sich natürlich der Meeresspiegel kontinuierlich anheben wird). Aber selbst die aktuelle Rate ist schon besorgniserregend. Das Blöde am Klimawandel ist, dass es irgendwann einen Kipppunkt gibt, ab dem es kein Zurück mehr gibt, weil ab einem gewissen Temperaturanstieg die Effekte nicht mehr umkehrbar sind: Auftauender Permafrost sowie auftauendes Methanhydrat werden ab einem gewissen Punkt einen sich selbst erhaltenden Treibhausgaskreislauf aufbauen, den wir nicht unterbrechen können. Und dann wird es für eure Kinder und Enkel so richtig ungemütlich!

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Nix für ungut, aber die Aussage ist wieder die klassische wenn es schwer wird, wenn Zeitreihen mit geometrischen Wachstum nicht verbildlicht sind, also nicht graphisch aufgereit sind.

  • Nix für ungut, selbst wenn deine eigene Interpretation des zukünftigen Raten-Wachstums übertrieben sein sollte, ist das zu erwartende Gesamtergebnis im Mittel "schlecht", umgangssprachlich "katastrophal ".

  • Ich z.B. glaube übrigens auch nicht daran, dass sich die Rate des Anstieges des Meeresspiegels über einen längeren Zeitraum massiv erhöhen wird (wenngleich sich natürlich der Meeresspiegel kontinuierlich anheben wird). Aber selbst die aktuelle Rate ist schon besorgniserregend. Das Blöde am Klimawandel ist, dass es irgendwann einen Kipppunkt gibt, ab dem es kein Zurück mehr gibt, weil ab einem gewissen Temperaturanstieg .

    Wenn, der Rest an Parametern bleibe gleich, steigende Erwärmung der Wassermasse linear verläuft, steigt der Wasserpegel überproportional, da mit weiter verlaufender Zeit mehr "wärmere" Masse der "kälteren" gegenübersteht. Schau dir ein Zeitraffervideo eines schmelzenden Eiswürfels an...


    Aber wie von mir gesagt, ich kann die Materie insgesamt nicht nachvollziehen. Bin schon an der Pflege und Temperierung eines simplen Aquariums gescheitert, als Folge mit einem Massensterben an allem Leben darin, daher masse ich mir nichts mehr an als die Aussage, dass fast jeder (Kind, Erwachsener, Konzern) mehr tun kann als bisher, vor allem meinereiner selbst - den kenne ich am besten von allen....

  • Die USA sind nun endgültig aus dem Klimaabkommen ausgestiegen.


    Und nur um nochmal zu verdeutlichen was es bringt wenn wir unseren CO2-Ausstoß auf 0 verringern würden:


    2019-11-05 09_28_35-CO2 Ausstoß weltweit nach Ländern _ Statista.png


    Quelle: https://de.statista.com/statis…-c02-emittenten-weltweit/


    Genau gar nix nämlich. 2,23% würden Stand heute eingespart. Da ist wahrscheinlich nicht der Anteil CO2 eingepreist den wir in die Länder verlagert haben aus denen wir importieren, welchen wir nur durch unseren Konsum beeinflussen können. Was aber nochmal ein ganz anderes Thema ist.


    Ohne China, USA und Indien ist alles was wir zur Verringerung unternehmen umsonst. Alles was wir hier an Ressourcen und Geld in die Vermeidung von CO2 stecken ist dann sinnlos verprasst und fehlt möglicherweise dann an anderer Stelle wenn es später dann um die Eindämmung der Auswirkungen gehen wird. Es ist sinnlos. Und wenn ich dann die Diskussionen über eine weitere hoch komplexe Steuer verfolge (die btw mich als Vielfahrer ohne Alternative ziemlich was kosten wird) kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln.


    Oder denke ich da irgendwie falsch?


    Kleiner Joke am Rande: Mit Duckduckgo mal nach Details zum Austritt der USA aus dem Abkommen gesucht. Lustig, der erste Link. Da war jemand aber ganz schlau.


    2019_11_05_09_22_49_usa_klimaabkommen_at_DuckDuckGo.png

    I feel a disturbance in the force...

  • Die USA steigen erst mal nur als Staat aus. Eine relativ große Zahl von Kommunen und Bundesstaaten hat sich bereits verpflichtet, unabhängig von Washington am Klimaschutz festzuhalten. Man muss allerdings abwarten, was das letztlich bringt, zumal das vermutlich nicht unbedingt die Hauptstandorte der Karbonindustrie sein werden.


    Natürlich bringen die 2,23% eines nur noch gering industrialisierten, mittelgroßen Staats wenig. Da sind tatsächlich die Konsumentscheidungen wichtiger, aber auch die lassen sich politisch steuern. Wenn Deutschland plötzlich als Abnehmerland für Verbrennungsmotoren komplett wegfiele, hätte das auch eine Auswirklung auf die Strategie der Autofirmen weltweit, nur mal als Beispiel. (Und auf ewig werden Autoakkus auch nicht auf Lithiumbasis funktionieren. Da können diejenigen beruhigt sein, die sich angesichts der Propaganda mit kleinen Kindern in südamerikanischen Salzseen grämen.)


    Dazu kommen die Investmententscheidungen, die sich politisch und von einem Kulturwandel steuern lassen. Damit meine ich nicht primär unsereiner, der ein paar Zehntausend in eine Lebensversicherung oder einen ETF reinhängt, obwohl es da auch "grüne" Varianten gibt. Das große Geld hängt im Private Equity (weltweit rund 2 Billionen USD alleine an hochliquidem Kapital in der Klasse Ende 2018, inzwischen sicher mehr), Pensions- und Versorgungsfonds, nachgeordnet auch in Staatsfonds und Versicherungen. Und dessen Verwendung lässt sich politisch beeinflussen.


    Insofern stimmt es auch nicht, dass Geld, das jetzt in den Klimaschutz investiert würde, für irgendwas fehlen würde. Wenn von irgendwas auf der Welt genug gibt, dann Geld. Finanzminister Scholz, von dem ich ansonsten wenig halte, hat ja diesen Klimafonds vorgeschlagen. Der wird ihm zu den aktuellen Negativzinsen sicher aus der Hand gerissen. Da braucht man auch keine populistischen Vorschläge von feudalen 2% positiver Rendite für den Klimafonds zu machen, wie sie aus Teilen der Politik kommen. Natürlich ist das nichts für Privatanleger, nur braucht halt auch keiner deren paar Groschen.

  • Für Holland, Norddeutschland und Dänemark sind das keine schönen Aussichten.

    Wenn sich Wasser doch gleichmäßig auf der Erde verteilt, dann verstehe ich nicht, warum die Nordseeküste anscheinend 10 Mal stärker vom ansteigenden Meeresspiegel betroffen sein soll, als die Ostsee. Beide Meere sind über den Skagerakk verbunden. Als ich das letzte Mal an der Ostsee war, kam es mir gar nicht so vor, dass das Land dort deutlich steiler ansteigen würde als an der Nordsee. (Die Steilküste von Rügen ist ja eher die Ausnahme als die Regel.) :/:/

    Def.: Prepping bedeutet, den potentiell Existenz bedrohenden Problemen bereits dann zu begegnen, bevor sie akut werden. Jippie ja ja ja, jippie jippie jey.

  • Die Ostsee hat ja auch einen sehr geringen Tidenhub und anderen geografische, hydrologische und Wetter-Bedingungen. Die Karte zeigt nicht den höheren Spiegel stehenden Wassers, sondern die Gefährdung durch Sturmfluten. Sturmfluten entstehen durch die Kombination von Wind und hoher Tide, und da ist die Nordsee, ob mit oder ohne Erderwärmung, ohnehin anfälliger als die Ostsee.

  • Die Ostsee hat ja auch einen sehr geringen Tidenhub und anderen geografische, hydrologische und Wetter-Bedingungen. Die Karte zeigt nicht den höheren Spiegel stehenden Wassers, sondern die Gefährdung durch Sturmfluten. Sturmfluten entstehen durch die Kombination von Wind und hoher Tide, und da ist die Nordsee, ob mit oder ohne Erderwärmung, ohnehin anfälliger als die Ostsee.

    Aha. Das scheint ja eine sehr wichtige Information zu sein. Überflutungsmodell kann man entweder als Wasser dauerhaft stehen bleiben verstehen oder als temporäre Sturmüberflutung. Gegen letztere kann man sich mit baulichen Maßnahmen schützen, gegen erstere wohl eher nicht.

    Def.: Prepping bedeutet, den potentiell Existenz bedrohenden Problemen bereits dann zu begegnen, bevor sie akut werden. Jippie ja ja ja, jippie jippie jey.

  • In den USA schätzt man den Aufwand für bauliche Maßnahmen, um alle Küstenstädte ab 25.000 Einwohner "nur" gegen Sturmfluten der nächsten Jahrzehnte zu schützen, auf 400 Mrd. Dollar.


    Allein für den Raum Houston gilt:


    "In Harris County, home to Houston, planners say $30 billion is needed to provide protection against a 100-year flood. Hurricane Harvey, which in 2017 caused 68 deaths and $125 billion in damages in the state, was the city’s third 500-year-flood in three years."


    Übersetzung: In Harris County, der Heimat von Houston, sagen Planer, dass 30 Milliarden Dollar benötigt werden, um vor einer 100-jährigen Flut zu schützen. Der Hurrikan Harvey, der 2017 68 Todesopfer und 125 Milliarden Dollar Schaden im Staat verursachte, war die dritte 500-Jahres-Flutkatastrophe der Stadt innerhalb von drei Jahren.


    Grüsse

    Tom

  • lord_helmchen


    Rechne mal prozentualer Anteil am globalen CO2 Ausstoß in Abhängigkeit zur Anzahl Einwohner. Dann stehen die 80Mio Einwohner Deutschlands mit ihren 2,23% Anteil am CO2 Ausstoß im Vergleich zu China mit Ihren 1,4Milliarden Einwohnern bei 28% ziemlich doof da. Die Chinesen werden da plötzlich zu Umweltengeln.

    -= NUNQUAM NON PARATUS =-



  • Das sind echte gemessene Werte, wir sprechen also von ca. 17 Zentimentern in 100 Jahren. Ich finde da kann man schon mal in Panik ausbrechen und alles stehen und liegen lassen.

    Fakt: Die Meeresspiegel ist im 20. Jahrhundert um 17cm gestiegen


    Deine These daraus: Der Meeresspiegel wird im 21. Jahrhundert auch nur 17cm steigen?


    Ich frag nur vorsichtshalber mal nach, weil ansonsten macht Dein Beitrag ja eher wenig Sinn.

  • Naja, iss ja nicht gesagt, dass der Meeresspiegel immer weiter steigt. Das Eis was schon schwimmt zählt nicht, da es genauso viel Wasser verdrängt, wie es selber darstellt. Das was oben rausguckt ist nur wegen der geringeren Dichte. Also kommt nur noch das Wasser aus dem Eis der Gletscher, die auf Landmassen liegen dazu. Laut GEZ-Medien sind die schon fast alle weggeschmolzen, also kanns ja so dolle nicht mehr weden. 8)

    Alles Panikmache um den Yethi aus dem Versteck zu locken.

  • Adventurebiker

    Du weißt aber schon das der Grönlandeisschild und große Teile der Antarktis auf Land aufliegen? Dagegen sind die paar restlichen Gletscher Kindergarten.

    -= NUNQUAM NON PARATUS =-

  • Wenn alle Gletscher (inklusive Grönland) geschmolzen sind, hebt sich der Meeresspiegel lt. Berechnung um zusätzliche 66 Meter (nicht cm!).

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Aktuell ist der Großteil des Meeresspiegelanstiegs auf die Erwärmung des Wassers zurück zu führen. Warmes Wasser jenseits der 4°C hat eine geringere Dichte und dehnt sich folglich aus.


    Wenn das Eis Grönlands und der Westantarktische Eisschild schmelzen sollte (die Wahrscheinlichkeit steigt von +2K über +3K zu +4K stark an) haben wir zumindest langfristig ganz andere Probleme. Bisher hat man die Sensibilität der Eisschilde und damit die Gefahr eher unter- als überschätzt.

  • 66 Meter? Das kann ich mir nicht vorstellen. Hast du mal geguckt wie groß die Ozeane sind? Wenn man die auf 66 m aufstocken will und das über den ganzen Globus, dann müsste ja Grönland, Nord und Süd Eismassen geschätzt ein paar 100 Km hoch sein. 🤔

  • Alleine nur das Schelfeis in der Westantarktis kann den Meeresspiegel um 3m ansteigen lassen, das scheint schon im Gange:


    https://www.klimareporter.de/e…lement-ist-das-schnellste


    Grönland, erstmal noch nicht dramatisch, aber langfristig (ist da Potenzial f+r +7m und das großflächige Abschmelzen des Grönlandeises gilt erstmal (ohne Eiszeit) als unumkehrbar.


    https://wiki.bildungsserver.de…l%C3%A4ndischer_Eisschild


    wie sich die größte Eismenge in der Antarktis selbst entwickelt wird sich zeigen und zu allem kommt eben noch dazu dass sich das Wasser in dne Ozeanen erwärmt und damit ausdehnt.


    man darf nicht vergessen dass die +2K heute Utopie sind, im bestmöglichen Szenario wenn Deutschland und alle anderen die Klimaschutzzeile wie versprochen gegen alle Widerstaände schnell umsetzen sind +3K noch denkbar. So wie es bisher in der Praxis läuft ist leider alles denkbar.


    Die letzte rasanate Erwärmung um +5K hatten wir am Ende des Perm durch die Supervulkane der sibirischen Trapp. Deren CO2 hat damals ca. 2000 Jahre gebraucht. danach sind die Weltmeere weitgehend sauerstofffrei geworden und gekippt, das Erdklima kippte ebenfalls durch Ausgasung von Methan Richtung +15K und es gab das größte Massensterben, das der Planet jemals erlebt hatte, deutlich übler als der Asteroid, der vor 65 Millionen Jahren die Zeit der Dinosaurier beendete.


    Das was die Supervulkane damals vermutlich in 2000 Jahren schafften bekommen wir in 200 Jahren hin, wenn wir einfach weiter machen.


    MfG

  • Dann fällt mir sofort der Film Waterworld mit Cevin Costner ein. 🤔 Wir müssen als Prepper über Boote und Flösse sprechen. ☝️😲

    Einmal editiert, zuletzt von Adventurebiker ()