28-Jährige starb in Deutschland an Knollenblätterpilz

  • Aus solchen Gründen fotografiere ich die Pilze nur.

    Essen würde ich sie nur, wenn sie absolut als essbar bekannt sind.

    Von den meisten Essbaren gibt es auch ähnlich Aussehende, die giftig sind.

    Örtlich sind viele Pilze auch vom Aussehen verschieden.

  • Hallo zusammen!


    Ben, man kann nicht oft genug auf solche Vergiftungsfälle hinweisen! Die Pest sind Pilz Apps in den Händen von Unkundigen...


    BSV Sobi, Du hast recht, genauso muss man es machen, das ist der sicherste Weg!

    Wenn man vor hat, Pilze zu Speisezwecken zu sammel, dann muss man da hineinwachsen. Also Langsam anfangen. Das A und O ist es, nur Pilze zu sammel, die man 100% kennt.

    Will man mehr wissen über Pilze, dann ist der nächste Schritt, an geführten Pilzwanderungen teilzunehmen, wie sie von Pilzsachverständigen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie veranstaltet werden. So bekommt man ein Basiswissen. Später kann man mit seinen selber gesammelten Pilzen nach kurzem Anruf beim PSV vorbei schauen und sich das ok zum Verzehr geben lassen und bekommt die Merkmale von giftigen Pilzen erklärt.


    Wenn man sich ein Grundwissen erarbeitet hat ist es durchaus hilfreich, die Videos von bestimmten Youtubern anzuschauen, es ist erstaunlich, was man da alles lernen kann. Das sind teilweise richtige Fernkurse, die geballtes Pilzwissen vermitteln!

    Pilzforen sind auch eine tolle Sache.

    Art für Art erweitert man seine Pilzkenntnisse. Es ist ein Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum ersteckt. Aber es macht unglaublich Spass und bereichert das Leben in vielerlei Hinsicht!

  • Die einzigen Pilze, die ich zum Essen mitnehme sind Eierschwammerl, Steinpilz und Parasol. Von allen anderen lasse ich noch die Finger und bevor ich einen Pilz in mein Speisenrepertoir aufnehme wird der sehr genau inspiziert. Wenn ich nicht 100% sicher bin, dann esse ich den auch nicht. Ich esse auch keine Pilzgerichte von anderen Sammlern, wenn ich die "Pflücker" nicht gut genug kenne.

  • Die einzigen Pilze, die ich zum Essen mitnehme sind Eierschwammerl, Steinpilz und Parasol. Von allen anderen lasse ich noch die Finger und bevor ich einen Pilz in mein Speisenrepertoir aufnehme wird der sehr genau inspiziert. Wenn ich nicht 100% sicher bin, dann esse ich den auch nicht. Ich esse auch keine Pilzgerichte von anderen Sammlern, wenn ich die "Pflücker" nicht gut genug kenne.

    Dem kann ich mich nur anschließen. Die Schwammpilze/ Röhrlinge eignen sich sehr gut als Einstieg in das Pilzesammeln. Von denen sind in hiesigen Breiten nur der Satansröhrlingröhrling und der netzstielige Hexenröhrling giftig, aber nur leicht. Und der Gallenröhrling ist ungenießbar. Dass heißt, alle anderen Pilze mit Schwamm drunter die hiesig vorkommen kann man sehr wahrscheinlich essen. Doch obacht: Wenn man im Urlaub ist kann es dort andere Arten geben, die bei uns nicht vorkommen. Oder die durch den Klimawandel hier bei uns heimisch werden.


    Die meisten Pilzvergiftungen in Deutschland kommen durch eingewanderte Menschen aus Osteuropa vor. Dort wird der weiße Champignon gesammelt, weil dort der zum Verwechseln ähnliche hochgiftige weiße Knollenblätterpilz nicht vorkommt. Hier kommt er jedoch regelmäßig vor. Und der Schirm der Pilze ist nach einem Regenschauer oft sehr abgewaschen, weshalb dann nur der untere Stil und der Geruch als Unterscheidungsmerkmale bleiben. Doch viele unbedarfte Sammler schneiden die Pilze hoch ab und verarbeiten sie dann im Akkord ...


    Aber an Schwammerln ist noch keiner gestorben. Außer jemand hätte Chemikalien im Wald versprüht, auf denen die Pilze gewachsen wären.

    Prepper-Vorrat.

  • Aber an Schwammerln ist noch keiner gestorben. Außer jemand hätte Chemikalien im Wald versprüht, auf denen die Pilze gewachsen wären.

    Hallo consuli, wie meinst Du das?


    Die meisten Pilzvergiftungen entstehen übrigens durch Pilze, die sich schon im Zersetzungsprozess befinden. Man muss wirklich sehr aufpassen und darf nicht vergessen, dass Pilze zum Großteil aus Eiweiß bestehen.

  • Was ich so gelesen habe, gehen die 90% der Todesfälle auf das Konto des grünen Knolleblätterpilzes. Grund genug, sich Aussehen und Geruch dieses Pilzes in seinen verschiedenen Vegetationsphasen sehr genau einzuprägen.


    Was consuli wohl meint ist, die giftigsten Vertreter sind bei den Blätterpilzen zu finden und nicht bei den Röhrenpilzen.

  • Hallo consuli, wie meinst Du das?

    Wenn der Bauer mit seinem Pflanzenschutzprüher am Waldrand langfährt (wo viele Pilze bevorzugt wachsen) , futterst Du - je nach dem wie lange das her ist - mit dem vermeintlichen Naturprodukt Pilze auch Glyphosat & Co mit.

    Prepper-Vorrat.

    2 Mal editiert, zuletzt von consuli ()

  • consuli

    Mal ne doofe Frage? Was für Bauern habt ihr bei Euch? Bei uns wachsen die Pilze im Herbst und da wird von den Bauern nicht gespritzt. Aktuell werden verschiedene Getreidesorten gesät. Da wird das Spritzen erst im Frühjahr notwendig.

    -= NUNQUAM NON PARATUS =-

  • Grundsätzlich kann man schon im Herbst spritzen, Insbesondere in früh geernteten Kulturen, wie Raps. Allerdings dürfte der Eintrag in den Wald, selbst bei fehlerhaftem Einsatz bei Wind, minimal sein.

  • Grundsätzlich kann man schon im Herbst spritzen, Insbesondere in früh geernteten Kulturen, wie Raps. Allerdings dürfte der Eintrag in den Wald, selbst bei fehlerhaftem Einsatz bei Wind, minimal sein.

    Es mag schon sein, dass der Eintrag von Pestiziden in den Wald grundsätzlich eher niedrig ist.


    Die sichtbare Pilzfrucht - die wir sammeln - ist aber nur ein winziger Teil (wie ein Eisberg) des ganzen unterirdisches Pilzmycels, dass sich über viele Quadratmeter manchmal sogar über einen ganzen Quadratkilometer erstreckt. Das unterirdische Pilzmycel kompostiert Generationen von abgestorbenen Pflanzen und kann dementsprechend aus vielen Quadratmeter Boden auch deren sämtliche Schadstoffe der vergangenen Jahrzente aufsammeln (Bioakkumulation). Z.B. DDT aus den 60er und 70er Jahren, obwohl es in Europa schon seit Jahrzehnten abgeschaft wurde.


    Z.B. sind Pilze in Bayern sogar heute noch von Tschernobyl mit Caesium-137 belastet (obwohl die Waldpflanzen das normaler Weise nicht mehr sind).


    Deshalb würde ich Pilze an Waldrändern mit angrenzender Agrarfläche vorsichtshalber nicht sammeln/ essen.

    Prepper-Vorrat.

  • Leider mal wieder zur Pilzsaison ein sehr tragischer Fall, der hoffentlich dazu beiträgt für das Thema zu sensibilisieren!

    Z.B. sind Pilze in Bayern sogar heute noch von Tschernobyl mit Caesium-137 belastet

    Yep, leider schöne Schei**e allein schon, da ich/wir eine leckere Pilzpfanne mit Zwiebel, Speck & Petersilie und frisches Backofenbrot einfach lieben, gehört dieser Wahnsinn abgeschaltet! HIER mal ne interessante, interaktive Karte der Belastungsgebiete bzw. Messungen und sogar der Möglichkeit/Aufforderung selbst Proben einzusenden um für seine Region eine gewisse Sicherheit zu bekommen und auch die Karte zu erweitern!

    Wenn man vor hat, Pilze zu Speisezwecken zu sammel, dann muss man da hineinwachsen. Also Langsam anfangen. Das A und O ist es, nur Pilze zu sammel, die man 100% kennt.

    Genau, ich sammelte Pilze schon als Knirps zusammen mit meinem Urgroßvater und hab dementsprechend mein dabei erlerntes Wissen auch dann an meine Kinder weitergegeben. In "die Pilze gehen" ist für die ne völlig normale Sache & Spaß im Gegensatz zu anscheinend vielen anderen, hier mal klischeehaft Abwertend - Städtern. Vergesse nie den echt entsetzten Ausspruch/Gesichtsausdruck der KiTa-Erzieherin meiner Söhne bei der Nachfrage an mich, als diese bei der Montagsrunde vom wochenendlichenunternehmungenerzählen (lach, was ne Wortschöpfung) von unserem erfolgreichen Pilze sammeln den anderen staunenden Kindern berichteten...


    O-Ton: "Aber essen tun sie die gesammelten Pilze aber nicht, da haben die Beiden aber geflunkert!" ...kopfschüttel!


    Klar, beschränken wir uns auf die wirklich uns bekannten Arten in unserem Landstrich und gerade mein Kleener hat, ein von meinem Uropa so bezeichnetes: "Pilzauge" ...der sieht wirklich jeden noch so versteckten Pilz, da staune sogar ich, der dreimal an der Stelle vorbeigesucht hatte!

    Ich esse auch keine Pilzgerichte von anderen Sammlern, wenn ich die "Pflücker" nicht gut genug kenne.

    ...deswegen sollte man auch keine Pilze in einer Speisegaststätte essen, wenn der Kellner beim Bestellen des Gerichts sofort abkassiert ;)

    Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!
    Gruß derSchü

    Einmal editiert, zuletzt von derSchü ()

  • Gerade als Prepper und Survivalist sollte man sich unglaublich intensiv mit den Pilzen beschäftigen. Wir sammeln nun schon seit Generationen
    und das Wissen hat man von Klein auf gelernt. Pilze sind kostenlose, hochwertige Nahrung mit hohem Eiweißgehalt, zu deren Beschaffung man keinen
    Krach machen muss (Schüsse etc.) und die auch mit eingeschränkter Fitness noch möglich ist. Die Zubereitung ist einfach und man kommt mit wenig Kochgeschirr und nur einer Kochstelle aus.
    Nun sollte man sich erst einmal nicht selbst mit all den schönen Fotos von ganz vielen Pilzsorten verwirren, denn in Realität muss man feststellen :"Die gibt es gar nicht wo ich wohne".Dafür gibt es einige Arten, die andere nicht kennen, nicht mögen oder die nicht in den gängigen Büchern vorkommen.
    Somit ist die Wahrscheinlichkeit, "was kann ich überhaupt finden" schon recht schnell auf einige wenige Arten reduziert.

    Einige würde ich sowieso nur im Notfall nehmen, wel sie nicht soo toll schmecken oder unschön aussehen. Der Stoppelpilz z.B. gehört nicht zu meinen
    Lieblingen, oder die Rotkappe. Klar notfalls essbar. Beim Schnitt läuft die Schnittstelle schwarz an .
    Dann einfach das lassen, was einen sehr ähnlichen giftigen Zwilling hat. "Ungeniesbaren Zwilling" ist auch schlecht, weil dann hat man vermutlich die ganze Mahlzeit verdorben, aber eben nicht tödlich. Es gibt essbare Pilze (wir lieben hier den Hallimasch) die roh giftig sind aber zubereitet sind die Hütchen lecker (die Stiele nicht). Wenn das heißt das ich unsicher bin und Champignon nicht nehme , gut dann ist das so. Nun haben Wiesenchampignon sowieso zumindest bei uns enorm abgenommen. Hexenröhrling und Maronenröhrling gibt es hier, Pfifferlinge manchmal, Steinpilze fast gar nicht, und wenn selten ohne erhebliche Fraßschäden.
    Einfach auch hinsehen, wo die Pilze wachsen und in welcher Form, Champignons wachsen bei uns (wenn überhaupt) auf Wiesen und nicht im Wald unter Bäumen.
    Dann sehen nicht ale Pilze immer so aus wie auf dem Foto. Gut dann bleiben sie stehen. Man ernetet nicht ab, sondern nimmt nur klare Exemplare. Sehr junge Champis haben noch keine gefärbten Lamellen, sehen als eigentlich wie ein Knolli aus. Gut der hat den Ring und eine andere Struktur am Stiel. Aber
    KEIN Risiko.


    Am Ende ist es so, dass wenn meine Mischpilze fertig sind, möchte ich die ohne jegliches beklemmende Gefühl genießen und sicher sein, dass das Magendrücken danach durchs Überfressen kommt und nicht vom falschen Pilz.
    Auch genießbare Pilze erst mal in kleinen Portionen genießen. Manche liegen "schwer" im Magen und so verträgt nicht jeder jeden Pilz.
    Bei der Zubereitung ruhig etwas mehr Fett und gerne auch die berühmte Sahnesauce. Die hatte nämlich "anno dazumal" durchaus Sinn, das Fett hilft das Eiweiß verdaulicher zu machen.

    Grundsatz : "Kenn ich nich, fret ich nich"


  • Nur um einem möglichen Missverständnis vorzubeugen. Ich hatte das Caesium-137 in Waldpilzen in Bayern nur als Beispiel für eine Bioakkumulation genannt. Sicherlich ist es erstmal unvorteilhaft, wenn der Körper Caesium-137 wie Kalzium behandelt und es in Knochen und Zähne einlagert. Auf der anderen Seite ist Radiokativität aber auch ein ganz natürliches Phänomen. Das Weltall ist voll von Gammastrahlung. Und den Wildtieren in Tschernobyl geht es - wider Erwarten - prächtig. Wenn man im Erwachsenenalter in Bayern Waldpilze isst, ist das glaube ich nicht so tragisch. Nur bei Kleinkindern und Kindern wäre ich immer noch vorsichtig. Weiter nördlich in Deutschland gibt es m.W. gar kein Caesium-137 Problem bei Waldpilzen mehr.

    Prepper-Vorrat.

  • Nur um einem möglichen Missverständnis vorzubeugen. Ich hatte das Caesium-137 in Waldpilzen in Bayern nur als Beispiel für eine Bioakkumulation genannt. Sicherlich ist es erstmal unvorteilhaft, wenn der Körper Caesium-137 wie Kalzium behandelt und es in Knochen und Zähne einlagert. Auf der anderen Seite ist Radiokativität aber auch ein ganz natürliches Phänomen. Das Weltall ist voll von Gammastrahlung. Und den Wildtieren in Tschernobyl geht es - wider Erwarten - prächtig. Wenn man im Erwachsenenalter in Bayern Waldpilze isst, ist das glaube ich nicht so tragisch. Nur bei Kleinkindern und Kindern wäre ich immer noch vorsichtig. Weiter nördlich in Deutschland gibt es m.W. gar kein Caesium-137 Problem bei Waldpilzen mehr.


    Hier findet ihr detaillierte Infos :

    https://www.umweltanalysen.com…ive-belastung-von-pilzen/