Kleines elektronisches Gerät betreiben

  • Ich besitze einen Wasserkocher, der in meinem Arbeitszimmer steht und sehr praktisch immer nur Wasser für genau eine Tasse heiß macht. Das dauert nur wenige Sekunden jeweils.


    Nun wäre dieses Gerät bei einem Stromausfall super praktisch, um eben sehr schnell und sparsam mal eben einen Tee zu kochen oder so. Habt ihr eine Idee wie man das mit Solar und/oder Kurbel realisieren kann?


    Müsste halt ein normaler Stecker anschließbar sein. Oder ist dies nicht möglich? Dies ist das gute Stück: https://www.amazon.de/gp/produ…sc=1&tag=httpswwwaustr-21

  • Mal grob abschätzen...


    Eine Tasse sind ca 0,25l. Wasser aus der Leitung hat ca 17°C. Um es zum Kochen zu bringen muss es um 83 Kelvin erwärmt werden. Es sind also ca. 90 Kilojoule nötig. Das entspricht 0,025kWh. kommt jetzt drauf an, wie schnell das gehen soll. Wenn wir 1 Minute annehmen, dann brauchen wir 1500W Leistung. Bei 12V sind das 125 Ampere Strom über eine Minute lang. Das nuckelt ganz schön an der Batterie. Aber bitte passende Kabel verwenden. So ca 35², sonst werden die Kabel schneller heiss als der Tee und die Leitungsverluste wären größer als die Nutzleistung.

    Mit einer 125Ah Autobatterie kannst du theoretisch 50 Tassen erwärmen. Ein Handkurbelgenerator liefert ca. 5 Ampere Ladestrom. Solls mehr sein, wirds echt sehr anstrengend. Damit du die Batterie wieder vollbekommst, musst dann 25 Stunden kurbeln.


    Das jetz nur auf die Schnelle ganz überschlagsmäßig. Wer Fehler findet, darf gerne korrigieren


    LG. Nudnik

  • So eine verrückte Idee hatte ich auch einmal mit einem 12V Tauchsieder. Ok, zum Kochen habe ich das Wasser in 10 min. nicht gebracht, fürn Tee war es aber warm genug. Fazit: Kann man machen ist aber völlig blödsinnig.

    Ich habe mir einen alten TURM Kocher restauriert und erhitze mir ab und zu mittels Spiritus damit eine Tasse Wasser für einen Grog im Wohnzimmer. Ist auch blödsinnig, macht aber Spaß und ist auf alle Fälle effizienter.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • Danke Nudnik! Schön veranschaulicht.


    scherbensaenger Nutz am besten bei Stromausfall einen kleinen Gaskocher oder einen Trangia. Feuerfeste Unterlage und so weiter natürlich nicht vergessen.


    z.B. https://www.amazon.de/Mini-Cam…WN2K?tag=httpswwwaustr-21

    oder: https://www.amazon.de/Lixada-C…QWND?tag=httpswwwaustr-21


    Gut, im Büro würde ggf. der Brandschutzbeauftragte zum HB Männchen werden. Beide Kocher kann man auf einem Schreibtisch betreiben. ;)

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • Oh okay, hätte nicht gedacht, dass es doch soviel Strom frisst. Ich kenne mich mit sowas gar nicht aus, Daher hoffte ich, dass dieses Gerät entsprechend Luxus bieten könnte, ohne umständlich den Gaskocher hervorzuholen. Daher hab ich ihn auch verlinkt, weil da was über die Dauer und die Stromstärke steht. Sehr schade. Hatte nur von entsprechenden Akku-Kurbelradios gehört, die auch Handys laden können. Dachte das ginge in ungefähr die gleiche Richtung.


    Btw. das Büro bleibt bei Stromausfall eh ungenutzt ^^ da gibt's dann auch keinen Brandschutzbeauftragten. Bei mir zuhause eh nicht.

  • Wärme mit Strom zu erzeugen ist insbesondere bei einem Blackout, bei dem ja Strom Mangelware ist, äußerst ineffektiv.


    Entweder du brauchst einen Stromerzeuger mit der angegebenen Leistung von 3000W oder eine entsprechend dimensionierte Solar-Inselanlage mit Wechselrichter 3000W Dauerleistung.


    Ich würde das Wasserkochen in jedem Fall mit einem Gaskocher oder Holzofenbewerkstelligen.

    Einmal editiert, zuletzt von PreppiPeppi () aus folgendem Grund: Links eingefügt

  • Nudnik ist schon auf dem richtigen Rechenweg, mit den Angaben aus dem Link komme ich (3000 Watt und 45 Sekunden pro Portion) auf 37,5 Wattstunden pro Tasse. Auf 12 Volt bezogen sind das etwas mehr als 3 Amperestunden.


    Mit einem Hometrainer könnte ich das in 15 Minuten auf die Kurbelwelle strampeln, da fehlen aber noch die Umwandlungs- / Ladeverluste, also eher 20 Minuten mit 150 Watt, danach möchte ich eigentlich duschen... Gut, man könnte sich eine Stunde Zeit nehmen zum strampeln, 45 Watt ist easy.


    Der Knackpunkt ist die Leistung von 3000 Watt die - wenn auch nur für ein paar Sekunden - halt erst mal bereitstehen muss. Ein Wechselrichter in dieser Klassse kostet bei vernünftiger Qualität vierstellig, die Akkus ebenfalls wenn sie lange halten sollen, oder wahlweise ein paar Hundert alle drei, vier Jahre.


    Am billigesten wäre noch die Solarzelle, die für einen Hunderter problemlos die Energiemenge für eine Tasse Tee pro Sonnenstunde liefern könnte.


    Der langen Rede kurzer Sinn, bei solchen Rechenexempeln merkt man erst was für ein Luxus da für 30ct pro Kilowattstunde aus der Steckdose kommt.


    Eine Gaskartusche von 250g ermöglicht ungefähr doppelt so viele Tassen Tee wie eine handelsübliche Autobatterie, nur um das mal "greifbar" darzustellen, bei erheblich kleineren Infrastrukturkosten.

    If you are looking to government for the answer, you obviously don´t understand the problem.

  • Statt 3.000 Watt zu betreiben, könntest du auch länger warten. Das verringert den technischen Aufwand, wenn auch nicht den Energiebedarf.


    Ich hab das an meiner kleinen Inselanlage im Sommer mal getestet. Mit einem kleinen Reisewasserkocher für 500 ml Wasser. Geht, aber klar sind Holz- oder Gaskocher geeigneter. Besonders im Winter. 😄


    Bilder eurer letzten Anschaffung