Heizkosten abschätzen und Einsparpotentiale erkennen

  • Deutsche schätzen ihren Anteil an den Heizkosten falsch ein


    Nicht wirklich überraschend, dass die meisten Leute ihre Heizkosten entweder deutlich zu hoch oder deutlich zu niedrig einschätzen. Und erst recht nicht genau den Anteil an ihren gesamten Nebenkosten abschätzen können...


    Bei den meisten wird man das sicherlich auch auch auf Stromkosten, Müllentsorgung und dergleichen übertragen.


    Jemand, der ein Häusle sein eigen nennt, oder auch nur ein Häusle gemietet hat, so wie meine BEVA und ich, wird da sicherlich einen besseren Überblick haben.


    Aber für die meisten Mieter ist IHR eigener Anteil tatsächlich eher undurchsichtig. In der Zeit, in der ich noch in Mietwohnungen zur Miete wohnte und bei denen die Heizung zentral gesteuert wurde (Zentralgasheizung oder Fernwärme), gab es immer einen Anteil, der anteilig je Quadratmeter auf die Mieter umgelegt wurde und einen Anteil, der verbrauchsabhängig auf die Mieter umgelegt wurde.


    Ich weiß nicht, ob Abrechnungsdienstleister das bewusst so kompliziert gestalten müssen oder ob das einfach in der Natur der Sache liegt. Aber ich konnte die Abrechnungen nur mit Unterstützung einer Excel-Tabelle nachvollziehen und für die nächsten Jahre abschätzen...


    Was den Anteil der Heizkosten an den gesamten Nebenkosten angeht, so liegt es ja na jedem selbst, seine monatlichen Abschlagszahlungen für die Heizung in Relation zu den Abschlagszahlungen für die übrigen Nebenkosten zu setzen.


    Zu den Einsparpotentialen: Natürlich lässt es sich einfach sagen, man solle die Wohnung oder das Haus ein oder zwei Grad kälter heizen und sich im Zweifelsfall einen dicken Pulli überziehen. Für jemanden, der seine Heizkosten vollständig unter Kontrolle hat (eigene Therme in der Wohnung oder dem Haus) mag das ja noch realistisch sein. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es für Mieter und Eigentümer von Wohnungen mit zentraler Heizung und entsprechender anteiliger Abrechnung schwieriger ist. Man bekommt dann leicht das Gefühl, dass man selbst so viel sparen kann, wie man will, wenn andere Mieter im Block den Stadtpark mitheizen...


    Wie sieht das bei euch aus? Habt ihr da eine Idee, wie hoch euer Einsparpotential bei den Heizkosten ist (Mieter in Wohnung mit zentraler Heizung)? Welche Einsparpotentiale nutzt ihr aktiv?


    Wir zum Beispiel halten das Haus konsequent auf über 18 Grad, egal, ob wir zu Hause sind oder nicht. Und die vorhandenen Rollläden fahren wir nach Einbruch der Dunkelheit runter, um den Wärmeverlust über die Fensterflächen zu minimieren.

  • Bei mir läuft die Heizung über Gas mit Thermostat im Wohnzimmer, Dem Strom und Gas anbieter gehört die Therme wo auch das Warmwasser drüber Läuft. Keine Ahnung was die für einen Vertrag mit dem Vermieter haben, ist ja auch nicht wichtig.


    Mein Strom / Gas Anbieter schlüsselt das eigentlich sehr gut pro Jahr auf, mit Statistik und Graphen und so, vor dem Jahreswechsel habe ichnoch die Warnung erhalten, das jetzt ca 0,5416 ct/kWh inkl. MwSt. mit eingerechnet werden müsse, wegen dem Brennstoffemissionsgesetz BEHG.


    Eine Tonne CO2 kostet im Moment zwar weniger, aber was soll man machen , Ausgleichsflächen kaufen, wäre evtl eine Alternative ^^

    "Derjenige, der zu Fuß unterwegs ist und alles dabei hat,

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    Gruß AlienTF/Alex

  • Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es für Mieter und Eigentümer von Wohnungen mit zentraler Heizung und entsprechender anteiliger Abrechnung schwieriger ist. Man bekommt dann leicht das Gefühl, dass man selbst so viel sparen kann, wie man will, wenn andere Mieter im Block den Stadtpark mitheizen...


    Der Grossteil der Heizkosten bei meiner Stadtwohung ist Verbrauchunabhängig. Das geht damit los, das vom Wäremverbrauch nur 50% Verbrauchsabhängig umgelegt werden, die Messgeräte nur gemietet sind und die Mieten dann auf die Mieter umgelegt wird, die Abrechnung eine externe Firma macht und die teuererst möglichkeit (Fermwärme) gewählt wurde. Die Gipfel ist dann, das in der Hausordnung 21°C als Mindestemperatur vorgeschrieben wird.

  • Die Gipfel ist dann, das in der Hausordnung 21°C als Mindestemperatur vorgeschrieben wird.

    Ach du Schreck, wer macht denn sowas?! 😳


    Für einen Schlafraum wäre das selbst meiner Frau mit ihrem Rheuma zu warm. Und außer im Bad und Wohnzimmer sehe ich da keinen großen Mehrwert darin. 🤷‍♂️ Wenig genutzte Räume halten wir auf so um und bei 19 bis 20 Grad. Alles andere wäre Bullshit.


    Wir achten eher darauf, dass die Luftfeuchtigkeit in den Räumen so um und bei 50% liegt. Deutlich weniger trocknet die Schleimhäute aus und fordert dadurch Erkältungskrankheiten. Deutlich höher fördert die Gefahr von Schimmelbildung an Kältebrücken.


    Ist so eine allgemeine Festsetzung der Raumtemperatur per Hausordnung überhaupt rechtlich bindend? Ich meine, alleine das Argument "laut Empfehlung sollten Schlafräume eine Temperatur von 16 bis 18 Grad haben" hebelt das doch schon aus. Oder bin ich da jetzt auf dem Holzweg.


    Was deine "bedarfsunabhängige Abrechnung" angeht, ist das ja schon ein ziemlicher Klopfer, welche geringen Einflussmöglichkeiten du da auf deinen Verbrauch hast. Und damit natürlich auf deine Kosten. Ich vermute, dass wird den meisten Mietern von Wohnungen so gehen, bei denen Wohnungsgesellschaften für die Verwaltung im Hintergrund sitzen. Denen kann es ja egal sein, wieviel der Mieter bezahlt. Entweder er zahlt es oder zieht aus und ein neuer Mieter rückt nach...

  • Die Gipfel ist dann, das in der Hausordnung 21°C als Mindestemperatur vorgeschrieben wird.

    Ich frage mich, ob das überhaupt rechtens ist. Zum Glück wohne ich nicht mehr zur Miete,

    aber bis vor 10 Jahren war ich in solchen Dingen unser "WG-Anwalt" und im Mieterschutz-

    bund sowieso. Beste Passus waren in Mietverträgen immer: Nach 22 Uhr nicht duschen und

    zwischen 22 und 6 Uhr bleibt die Haustür verschlossen.

    Und das Allerbeste ist eh die 70/30-Regel bei der Heizkostenabrechnung. Man selber heizt

    moderat und der Nachbar für die Luftwaffe: Fenster auf Kipp und die Heizung auf Blitzkrieg.

  • Ach du Schreck, wer macht denn sowas?! 😳

    Desintersierte Eigentümmergemeinschaft + Hausverwaltung, die wohl von den Abrechnungsfirmen bestochen wird.

    Rauchmelder und Wasserzähler sind auch nur gemietet incl. Wartungsvertrag.


    Die Temperaturvorgabe ist mir egal, in der Küche sind 16°C und im Schlafzimmer 15°und Bad 15°C eingestellt. WZ hat Nachtabsenkung (die geht Werktag dann bis 1h, bevor ich nach Hause komme) auf 15°C. Er den Teufel tun, jemand in die Wohnung zu lassen, die Temperatur kontrollieren will.


    In meiner nicht wärmegedämmt "Gartenhütte" sind es im SZ sogar nur 14°C, im WZ, das gleichzeitig Home-Office ist, tagsüber 20°C und Abend dann 22°C.

    Nachts dann 15°C, hochgeheizt wird 1h Vorlauf. Am WE wird der Kaminofen angeworfen.

  • 15 °C im bad ist etwas wenig. Man sollte schon über Taupunkt temp. Sein.


    Bei mir sind es im bad meist um die 20 Grad.

    Schlazimmer wird nachts gar nicht geheizt.

  • Ich gestehe:

    Solange ich es mir leisten kann, gönne ich mir und den Meinen angenehme Temperaturen in den Wohnräumen (21-22 Grad). Bad und WC sind in einem Raum und auch dort mag ich es nicht klamm, da hat es 19-20 Grad.

    Der Schlafraum allerdings wird nicht geheizt, was an Wärme ohnehin eindringt, reicht uns, da mögen wir es kühl.

  • Im Schlafzimmer sind das momentan +10°C. Da das auch mein Funkraum ist und das Antennenkabel durchs Dachfenster geführt ist, muss ich mich beim Funken eben warm anziehen. Mein Arbeitszimmer hat morgens so 16 Grad, das wird dann, sobald die Heizung aus der Nachtschaltung raus ist, etwa 18 Grad (gemessen am Fenster, die Heizung ist am anderen Ende des Raumes), Das Bad hat wirklich 20 °C. Die Räume dazwischen, Flur, Treppenhaus usw. werden nur indirekt mitgeheizt, und wenn das Wohnzimmer genutzt wird, mache ich den Kaminofen an.


    Natürlich hab ich im Winter dann warmes Zeug an!