Preppen, oder preppen lassen?

  • Hallo alle miteinander



    Nach einiger Zeit in diesem Forum ist mir eine mögliche Gefahr bewusst geworden. Preparedness zielt darauf ab, dass man in schweren Zeiten gerüstet ist, um das Überleben der Familie und sich selbst zu gewährleisten. Wie ich das sehe, haben viele Leute, welche sich aktiv an diesem Forum beteiligen, mehr oder weniger aufwändig ein gutes Vorratslager an Nahrung und Werkzeug angelegt. Ich selbst habe eine vernünftige Menge an Ressourcen im Haus und habe mich für den äussersten Extremfall auf intensives Bushcraft-Wissen spezialisiert. Also bin ich ein anständiger Kerl, der gern auf eigenen Beinen steht. Nun aber angenommen:



    Ich bin ein Freibeuter, Wegelagerer, Pirat oder Plünderer und befinde mich inmitten einer Internationalen Krise. Strom und Wasser sind weg, die Läden haben längst geschlossen und wurden schon reichlich geplündert. Ich war eigentlich immer ein normaler Mensch, aber habe nicht damit gerechnet, dass es soweit kommt. Nun erkenne ich, dass meine Familie nichts mehr zu essen hat und man nichts mehr einfach besorgen kann. Durch Insiderkreise weiss ich aber von "sogenannten" Preppers, die eben über jene Ressourcen verfügen, die ich benötige, um meine Kinder durchzukriegen. Ich bin nicht böse, aber verzweifelt. Gut gerüstet und mit einigen Gleichgesinnten begebe ich mich also auf Raubzüge, um von denen zu nehmen, die haben, was ich versäumt habe anzulegen.


    Und jetzt kehren wir diese fiktive Situation um und versetzen uns in die Lage des Preppers vor dem Überfall. Was gilt es zu tun, wenn Plünderer euer Refugium angreifen? Wie sollte das Lager angelegt sein, oder ist es sinnvoll, ein Sekundärlager versteckt anzulegen? Sind wir in Extremsituationen ein lohnendes Ziel für Freibeuter? Wie denkt ihr darüber? Wie schützt ihr eure langjährige Vorbereitung und Investition? Oder ist gar jemand von euch bereit, das Lager eines Anderen zu seinen Gunsten zu plündern?


    Was meint ihr?




    Stets gutes Gelingen


    Stefan

  • Hallo Stefan


    Das ist eine ganz schwierige Frage die Du da aufwirfst.


    Zum einen kann das niemand so genau sagen was im Krisenfall wirklich abgeht. Und wenn jemand zu gewissen Sachen bereit wäre so würde er kaum in der Öffentlichkeit dazu stehen.


    Was möchtest Du gerne hören?


    Viele Grüsse, Ernst

  • Hallo,
    der Punkt den Du da ansprichst ist genau der Punkt, warum ich hier und da so auf dem Thema operative Sicherheit herum reite. Was mich selber angeht, ich bin natürlich, alleine durch meine Firma und die damit verbundene Internetpräsenz bin ich ganz schön exponiert. Da mir das klar ist und ich nichts davon halte hier wer weiß wie auf zu rüsten, ich mein primäres Vorratslager auch nicht an meiner Meldeadresse.


    Was den Punkt der Materialaquise angeht muss ich Dir Antworten, dass dies dermaßen Szenarioabhänig ist, dass es darauf kaum eine pauschale Antwort gibt.


    Grüße,


    Frank


  • Hallo Stefan.


    Du sprichst ein schwieriges Thema an, auf das es die Antwort nicht gibt, also versuche ich mal eine Antwort:


    Gewalt als letztes Mittel


    Gewalt / Waffeneinsatz ist das Mittel der letzten Wahl. Ich kann dabei nicht nur den Kürzeren ziehen, sondern auch einen "Pyrrhussieg" erringen. Die Angreifer sind tot / überwältigt / in die Flucht geschlagen und ich bin verletzt. In einer Situation, in der es keine professionelle medizinische Hilfe gibt. Früher starb man an - aus heutiger Sicht - trivialen Verletzungen, oder verlor deswegen Glieder.


    Wichtig aus meiner Sicht ist daher intelligente Konfliktvermeidung und Risikominimierung/Risikostreuung.



    Tarnen und Täuschen


    Worauf gehen die Plünderer aus Deinem Beispiel? Vermutlich erst mal auf Objekte, die unübersehbar "hier gibt es was zu holen" verkünden. Ein offensichtlich frisch aufgerichteter Funkmast steht im Garten, in der Garage knattert ein Generator, im Küchenfenster brennt trotz allgemeinem Stromausfall Licht (Kochen die? Die müssen zu Essen haben!) und aus dem Schornstein quillt Rauch, ein Geländewagen mit mehreren Aluboxen und Treibstoffkanistern auf dem Dachgepäckträger steht anscheinend einsatzbereit vor der Garage.


    Eine Spur, breit wie eine Autobahn, ist vor allem auch das Wissen Deines Umfelds, besonders Deiner Nachbarn, Deiner Bekannten, Deiner "Schönwetterfreunde". Motto: "Ich weiss da was, komme aber allein nicht dran, gegen meinen fairen Anteil an der Beute führe ich euch hin. Ich bin nämlich auch nicht vorbereitet."


    Meine Nachbarn und engeren Bekannten wissen von einem gut ausgestatteten Küchenvorrat - wenn mal überraschen Gäste kommen - von einem gewissen Hang zu Outdoorurlauben, zum Basteln und Heimwerken. Das war's dann auch schon. Gleiches gilt für Kollegen und Verwandte. Mehr wissen nur wenige wirkliche und sehr ähnlich denkende Freunde - alle nicht aus unserem unmittelbaren Umfeld. Ich halte es persönlich für keine gute Idee, im Nachbar-, Kollegen- oder Bekanntenkreis zu mitteilsam zu sein oder gar den "Preparednessmissionar" zu geben, der andere zum Anlegen von Vorräten überzeugen will.



    Technische Sicherungen


    Plünderer sind in der Regel wenig diszipliniert, nicht durch eine klare Organisationsstruktur zusammengehalten, die sie auch durch anhaltende Schwierigkeiten führen kann, ohne auseinanderzubrechen und meist - siehe Dein Beispiel - schlecht ausgerüstet. Wir werden da mit Aufbruchwerkzeug wie Brechstangen, Hämmern und Beilen konfrontiert sein, Messern und Handfeuerwaffen, aber vermutlich kein schweres Gerät, keine transportablen Motorwerkzeuge, wie etwa Bohrer oder Trennschleifer mit Benzinmotor oder Elektromotor nebst Stromaggregat - ausser sie finden beides in Deiner Garage. Sie haben - siehe Dein Beispiel - nicht die Vorräte zu einer Belagerung und vermutlich auch nicht die Disziplin (=Frustrationstoleranz) dazu. Sprengstoff oder schwere Waffen schliesse ich auch mal aus.


    Bei gleich verlockenden Objekten wird das ungesicherte oder das mit der leichter überwindbaren technischen Sicherung ausgewählt, das gut gesicherte eher links liegen gelassen, wenn nach einer halben Stunde nichts zu machen war. Natürlich kann es dumm laufen und die Plünderer haben einen Radlader, Bagger oder ähnliches. Das ist dann natürlich Pech


    Eine alte Bauernregel


    besagt, dass man nicht alle seine Eier in einen Korb tun soll. Für Kapitalanlage gilt das gleiche. Für Vorräte ebenfalls. Mehrere, von einander entfernte Lager sind eine gute Idee. Risikostreuung eben. So wie man in wenig empfehlenswerten Gegenden nur eine Geldbörse mit dem unbedingt nötigen Geld und ohne Kreditkarten und Ausweispapiere mitführt, die man einer Gang ohne viel Bedauern aushändigen kann, könnte sich ein ebensolches Vorratslager empfehlen.


    Soweit mal einige wenige und ganz grobe Gedanken - aber wie gesagt, jede Situation ist anders und wirft viele individuelle Fragen auf.


    Viele Grüsse


    Matthias



    P.S. Nachtrag


    Der Nachrichtendienst


    Wer über ein funktionsfähiges Kommunikationsnetz verfügt, der weiss rechzeitig vorher, wo sich Plünderer herumtreiben, wohin sie sich bewegen und kann daher seine Massnahmen treffen. Ich kann daher nur nochmal Amateurfunkgeräte empfehlen - Antennen kann man auch sehr unauffällig und für Laien praktisch unerkennbar errichten.

    They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety.
    Benjamin Franklin (1775)

  • hallo Stefan,


    Dein Letzter Satz " Oder ist gar jemand von euch bereit, das Lager eines Anderen zu seinen Gunsten zu plündern? "
    führt bei mir spontan zu der Überlegung, ob es nicht besser ist, auf persönlichen Kontakt zu Foristen zu verzichten.
    Am sichersten ist wohl der, der für sich alleine handelt.



    wolpi

  • Ganz schwere Frage!
    Hab ich mir auch schon öfters gestellt.

    Was wäre man alles fähig zu tun, um die eigene Familie zu versorgen?
    Schliesslich ist jeder Vorrat mal aufgebraucht, je nach Situation kann man vielleicht gar nichts mehr nachwachsen lassen.
    Verzweifelte Menschen machen verzweifelte Taten.
    Ich habe keine Ahnung was mich betrifft, ich hoffe mir diese Frage nie ernsthaft stellen zu müssen.

    Verteidigung:
    Denke hier ist genau der Punkt wo Gemeinschaften ins Spiel kommen.
    Eine Familie alleine ist ein leichtes Opfer, aber eine ganze Sippschaft oder Gemeinde? (z.B. ein kleines Dorf)
    Kann mir gut vorstellen, dass gerade in einer Extremsituation die Dörfer ein guter Ort sind, da macht es nachts irgendwo laut „KLIRR“ und eine Minute später hat man 10 Leute mit ihren Flinten um nachzusehen was da los ist.

    Grüsse

  • @wolpi


    Zusammen hat man immer bessere Chancen als alleine.
    Ist der Vorrat dem Ende nahe, ist es besser, wenn man zu mehreren jagen/ sammeln gehen kann, als allein. . .


    Finde ich ^^


    Gruß
    DC

  • Früher oder später sind alle Vorräte aufgebraucht, der letzte Akku leer...... Danach kommen halt wieder die Naturgesetze zum tragen. Nur der stärkste, anpassungsfähigste oder auch skrupelloseste wird überleben. Solchen Naturgesetzen können wir uns nicht entziehen.
    Hunger macht auch Menschen wieder zu Tieren. (Was wir ja auch sind)


    Die Menschen werden sich zu Wolfsrudeln vereinen und zusammen "jagen". Das ist durch unsere Sozialstruktur eigentlich vorgegeben die bei den Wölfen auch gleich vorgegeben ist und sich bestens bewährt hat.


    Wie dann vorzugehen ist, wird dann am Tage X entschieden.

    Ich verliere nicht! Entweder ich gewinne oder ich lerne.

  • Hallo


    deshalb rate ich jedem Prepper sein Geld auch in Blei zu investieren.
    Ich würde vorher verhungern, bevor ich einem anderen etwas weg nehme. Ich würde aber jeden erschiessen der mir was wegnehmen will.


    Gruss Carlos der Prepper

  • Zitat von Stefan;95205

    Wie schützt ihr eure langjährige Vorbereitung und Investition? Oder ist gar jemand von euch bereit, das Lager eines Anderen zu seinen Gunsten zu plündern?


    Es scheint hier konsens zu herrschen, das es schon bei kleineren Katastrophen in kürzester Zeit zu plündertende Horden kommt (gut halte ich auch nicht für so unwahrscheinlich).
    Strategien dagegen: Flucht, Verstecken, Verschanzen. Nur, dauert es länger wird sich der Mob irgendwann organisieren und bessere bewaffnen.


    Wo ist man dann noch willkommen, wenn dort Millionen von Flüchtlingen eintreffen ?
    Wie will man sich verstecken, wenn systematisch der kleinste Winkel durchsucht wird ?
    Wird ein Objekt heftig verteidigt, wendet man sich sicherlich erst einmal leichteren Zielen zu. Vergessen wird man es nicht und irgendwann besser vorbereite zurückkommen.
    Und militärische Ausrüstung löst sich nicht einfach in Luft auf.


    Herrschen erst einmal Banden, dürfte es sehr schwer sein dann wieder zur einer lebenswerten Ordnung zurückzukommen und wieder was aufzubauen.
    Was ich vermisse, ist die Diskussion darüber, wie verhindere ich, das es erst soweit kommt.

  • Ich sehe das genauso


    1. Niemanden vom "Lager" wissen lassen
    2. Verschiedene Lager anlegen.
    3. Lager gut schützen (räumlich)
    4. Unauffällig verhalten.
    5. Überleben.

  • Wie ich an anderer Stelle argumentiert habe, die Existenz von Waffen wird Gewalt als Mittel zur Plünderung fördern. Weil sich solche Gruppen dann "gewappnet" sehen und losziehen. Bzw. die Fluchtwege abpassen, ist noch bequemer. :verärgert:


    Dem kann m.E. nur durch größere Gemeinschaften etwas entgegengesetzt werden. Diese "Festungsburgen" gilt es im eigenen Interesse aufzubauen und daran zu partizipieren, auf deren Grundlage kann Ordnung ins Chaos gelangen. Niemand will wirklich dauerhaft plündernd durch die Lande ziehen und Krieg um Ressourcen zu seinem Lebenszweck machen. Solche Gefühle, bei der Verteidigung und Ernährung der Anvertrauten, werden aufkommen, sind aber zu handhaben, falls es gelingt Alternativen zu präsentieren. Eine Festungsburg, praktisch ein Haus, mehrere Häuser, ein Dorf etc., ist eine Alternative, die Energien bündeln kann.


    Alleine auf weiter Flur ist man ausgeliefert, den Kräften, die da wirken. Deshalb liegen meine Pläne im Kern im Ausweichen, Flüchten, organisierten Widerstand finden und uns dort integrieren. Auf der Flucht ohne erwartbare Sanktion ist mir vieles vorstellbar, das hängt von der Eskalation der Situation ab wie an der geleisteten Arbeit im Vorfeld. Die psychische Belastung einer ausweglosen Situtation ist überhaupt nicht simulierbar, die Durchschnittsfamilie heute bricht bereits auseinander, wenn abends kein Hotel oder Restaurant gefunden wird.


    Vorgezogenes Fazit (das Thema ist unerschöpflich):
    - Preppen so gut es geht, flexibel und mit offenen Augen
    - Preppen in der Krisenzeit fortsetzen, in den Tauschhandel/Schwarzmarkt früh einsteigen, Kontakte aufbauen, Informationen werden zu Ressourcen
    - Survival wo Preppen versagt
    - Notwehr wo das Leben bedroht
    - Menschlichkeit bewahren, Lebensprinzipien verteidigen


    Ich bin kein Wolf. Sondern ein soziales Wesen. Solange wie es andere soziale Wesen gibt. Als einziger Mensch unter Wölfen ? Da könnten mir Krallen wachsen. Aber erst in einer Phase der Selbstvergessenheit.

  • Die Frage ist immer wie Agressive die Plünderer sind...weil wenn es ums Überleben geht werden die Plünderer bestimmt nicht zimperlich sein....da stellt sich mir immer die Frage warum sollte ich dann nett zu dene sein?


    Kennst du die Doku "Kolonie" die lief mal auf DMAX.... war sehr aufschlussreich .... da sieht man was passiert wenn die Lebensmittel knapp werden und wie die Leute um die Ressourcen kämpfen.


    Es ist schwer zu sagen was man tut wenn es soweit ist...helfe ich oder helfe ich nicht. Besonders wenn man selber eine eigene Familie hat. Fängt man an anders zu denken..... deswegen bin ich zu Anfang nett und bestimmend um denjenigen zu sagen das man selber nicht viel hat. Sollte er dann Agressiv werden gibt es leider nur eine Ausweg.....die Natur macht es auch so ....der Stärkere und Intelligentere wird Überleben.

  • Hallo wolpi,

    Zitat

    Dein Letzter Satz " Oder ist gar jemand von euch bereit, das Lager eines Anderen zu seinen Gunsten zu plündern? "
    führt bei mir spontan zu der Überlegung, ob es nicht besser ist, auf persönlichen Kontakt zu Foristen zu verzichten.
    Am sichersten ist wohl der, der für sich alleine handelt.


    naja, jemand der sich mit Vorbereitung beschäftigt und wenig Geld hat kann sich einen Jahresvorrat an Lebensmitteln (big four / große 4) für 100Euro hinlegen.
    Klar, das wäre einfaches Essen, aber um Hummer geht es dann wohl nicht. 100Euro wird jeder aufbringen können. Außerdem schläft es sich mit dem Wissen viel ruhiger.


    Ich denke nicht, dass es solche Volltrottel gibt, die hier im Forum lesen und verstehen, dass es sinnvoll sein mag sich einen kleinen Vorrat hinzulegen und es nicht tun - es kostet doch nichts.


    Jeder der versucht bei einem anderen Fori mit Gewalt vorstellig zu werden, tut mir jetzt schon leid. Durch das Lesen und Mitdenken wird der beglückte Fori seine Dosen ... wohl zu verteidigen wissen, es wird jedenfalls wesentlich risikoreicher sein, als den leeren Supermarkt um die Ecke heimzusuchen...


    Im Gegenteil, sollte Dir ein Unglück widerfahren und Du würdest ohne Vorräte und Ausrüstung dastehen, dann mag Dir ein Dir bekannter Fori auch etwas aushelfen...
    Jedenfalls wäre das möglich.


    Auch könntest Du auf den Gedanken kommen, eine Gruppe evtl, mit gegenseitigen Nahrungs- und Ausrüstungsdepots zur Nothilfe zu gründen. Oder einen gemeinsamen Plan absprechen / aushandeln, was wäre wenn ...


    Ohne persönlichen Kontakt stehst Du bestimmt allein da.


    Wir haben gegenseitige Hilfe Zusagen / Abkommen geschlossen. Sowohl in der Nähe, wie auch in weiter Entfernung.


    So haben andere in der Nähe wohl einige Tonnen verbuddelt, um im Falle eines Falles nicht mit leeren Händen anzuklopfen...


    Auch wurden für jeden möglichen "Gast" Hilfsmittel eingelagert, damit sich dieser "Gast", bei einem unfreundlichen Versuch anderer zur Teilhabe an möglicherweise vorhandenen Vorräten, mit zur Wehr setzen kann. Siehe unter Suche Biete Pfeilspitzen und Saufedern... Dies sind zwar nur einfache kalte Waffen, doch auf kurze Entfernung effektiv einzusetzen für mancherlei Zwecke.


    Mit freundlichen Grüßen
    Nikwalla

    „Der Tag mag kommen, da das Zeitalter der Menschen tosend untergeht.Doch heute kämpfen wir!
    Haltet Stand! Menschen des Westens!“

  • Ich möchte auf die Anfangsfrage zurückzukommen: Preppen oder Preppen lassen? Ich finde die Antwort einfach. Wenn ich mich vorbereite, dann kann ich trotzdem Pech haben und stehe im Ernstfall ohne Vorräte da. Aber wenn ich mich nicht vorbereite, dann stehe ich in jedem Fall ohne Vorräte da. Also bereite ich mich vor. Aber ich erzähle es nicht jedem. Das Hauptszenario sind für mich Energie- und Versorgungsausfälle ohne Zusammenbruch der inneren Ordnung. Das Bürgerkriegs-Szenario mit plündernden Horden ist für mich der schlimmste Alptraum. Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr, dass der Staat im Verlaufe eines Bürgerkrieges zwar die Oberhand zurück gewinnt, aber dabei zu einem Polizeistaat oder einer Militärdiktatur entartet. Falls es zu einem Bürgerkrieg kommt, schnüre ich mein Bündel und haue ab (hoffentlich früh genug). Viele Grüße


  • Hallo Proxi,


    alles hat seine Vor- und Nachteile. Gemeinschaften haben die unter Umständen sehr unangenehme Eigenschaft, über Dein Tun und Lassen bestimmen zu wollen, auch über die Notwendigkeiten eines vernünftigen Zusammenlebens hinaus. Sie könnten auch dazu neigen, Deine Vorräte zu "vergesellschaften" - zum Beispiel, wenn Du als "Grosskapitalist" auf zehn Säcken Getreide sitzt und die "neoliberale" Auffassung vertrittst, davon nur gegen Tauschwaren abgeben zu wollen. Wenn Dir der Dorfsozialismus nicht passt, lassen sie Dich gern ziehen, nur ohne Deine Vorräte, denn die gehören ja per Gemeinderatsbeschluss der Gemeinschaft.


    Kleine (Dorf-)Gemeinschaften sind auch nicht in jedem Fall Musterbeispiele an Toleranz. Es ist sicher kein Zufall, dass noch vor ca. 40 Jahren aus heutiger Sicht ganz harmlose Abweichler (etwa was die Sexualmoral betraf, z.B. Zusammmenleben ohne Trauschein) aus dem idyllischen Dorf in die Stadt eher flohen als umzogen. Vor allen Dingen sind kleine Gemeinschaften nicht notwendig Demokratien. Da kann sehr schnell der Patriarch oder eine Clique das Sagen haben.


    Du triffst immer eine Abwägung zwischen Sicherheit und Selbstbestimmung. Man sollte diese Entscheidung sehr bewusst treffen.


    Dass ich eher dem Individualismus zuneige, ist ein Persönlichkeitsmerkmal. Ob es ein Vorteil oder ein Nachteil ist? Kommt drauf an, wie bei allem im Leben.


    Viele Grüsse


    Matthias

    They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety.
    Benjamin Franklin (1775)

  • Die Kernfrage ist für mich: wie lange hält die "Ausnahmesituation" an ? Sind es nur ein paar Tage oder ein Monat, die zu überbrücken sind? Dann reicht es notfalls, wenn die Vorräte für die Kinder ausreichen, selbst wenn einem viel weggenommen wird.
    Als Erwachsener kommt man eine ganze Weile ohne Essen aus, und ich glaube nicht, dass Plünderer sämtliches Brennholz mitnehmen wollen.
    Ich gehe davon aus, dass bei einem "Kurzzeitchaos" nur Nahrung, Spirituosen und Wertsachen interessant sein werden.


    Hält man eine langanhaltende Krise für möglich, die vielleicht Jahre andauert (was ich tue), muss man m.E. eine Art grundlegende Planung machen. Da jeder Vorrat einmal aufgebraucht ist, muss man in der Lage sein, ihn selbstständig wieder aufzufüllen.
    Das wird nur möglich sein, wenn man eine Kunst beherrscht, die immer gebraucht wird (z.B. Handwerk) und die man gegen Vorräte tauschen kann, und/oder ein ausreichend großes Stück Land mit Nutzvieh hat, das weit entfernt von Menschenansammlungen liegt.


    Wenn eine "gut gerüstete" entschlossene Plünderertruppe erst vor der Haustür steht, wird sie Einlass erlangen, wenn die "Burgherren" nicht selbst sehr gut gerüstet, zahlreich und entschlossen sind. Selbst dann wäre es möglich, dass die "Bösewichte" wiederkommen.
    Ich denke also, dass es gut ist, sich rechtzeitig so weit wie möglich aus einer Zone, in der solches wahrscheinlich ist, zu entfernen. Das Refugium in der Stadt, in Vororten und größeren Ortschaften ohne ausreichend Land drumherum halte ich für sehr gefährlich.

    [SIGPIC][/SIGPIC]Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit ist der Mut

  • Eine generelle Aussage kann man sowiso nicht machen. Dafür sind unsere Lebenssituationen zu unterschiedlich.
    Das Ganze steht und fällt mit der sozialen Strukur in der wir uns dann befinden.
    Ob ich in einem Grossstadtquartier mit jetzt schon grossen sozialen Problemen wohne, wo die Polizei Tag und Nacht auf Trab gehalten wird, oder ob ich z.B. im Bündnerland wohne wo das Wort Polizei ein Fremdwort ist, ist ein zu grosser Unterschied.
    Auch der plündernde Mob (1.Phase = Kriminelle, 2. Phase = verzweifelte Menschen) wird ihre Taten auf Nutzen/Risko beurteilen und entsprechend vorgehen.
    Ich gehe sogar davon aus dass bestehende soziale Unruheherde weniger Probleme kriegen, da hier das Gewaltrisiko schon viel grösser ist und somit auch die Gefahr eins auf die Nase zu kriegen. Und zu holen gibts da sowieso nichts da diese meist nicht zu den Preppern gehören werden.
    Auf Zürich bezogen würde wohl das meiste an der Umgebung der Bahnhofstrasse und der Goldküste passieren. Da gibt es ja am meisten abzutransportieren. An der Langstrasse hingegen könnte es sehr schnell Tote geben.
    Auch dürfte dann der Zusammenhalt in den sozial schwachen Gegenden stärker sein als bei den Häuschenbesitzern.


    Aber wie schon oft empfohlen ist sicher das ruhig und unauffällig verhalten der beste Tip.
    Fexibel sein und sich durchschlängeln können sind nebst der Improvisation die besten Voraussetzungen gut durchzukommen mit der Familie.

    Ich verliere nicht! Entweder ich gewinne oder ich lerne.