Der etwas andere Urlaub

  • In Sommer führte uns unsere Urlaubsreise in die Südsee und da hatten wir unter anderem eine 10-Tage Robinsontour gebucht.
    Das bedeutete 10 Tage auf einer einsamen Insel mitten auf dem Meer, ohne Strom, fließend Wasser usw. -> vorhanden war aber eine Hütte zum Schlafen, Feuerstelle, ein Riff rings um die Insel mit Fischen. Vom Resort, was diesen Trip anbietet, hatten wir 120 l Wasser und eine Kiste mit Verpflegung mitbekommen, desweiteren Angel, Harpune, Machete.
    Wir selber mußten mitbringen: Schlafsäcke, Sanizeug, Regenjacken
    Im Vorfeld hatte ich mich in diversen Foren belesen und so haben wir noch zusätzlich mitgenommen: 2x Volleipulver, Solarpanel (Anker Powerport 21W), Powerbank, Universalladegerät, Armeeplane NVA, 30m Paracord, 4 Karabiner, 2 Stirnlampen, und 2 USB-Lampen für die Powerbank, Vitaminbrausetabletten
    Dazu kam natürlich noch unser Schnorchelzeug und ein paar Klamotten.
    Eigentlich wollten wir nur ein wenig entspannen und die Ruhe genießen, was uns auch gelungen ist, ein wenig Survival war natürlich auch dabei.
    In den ersten Tagen mußten wir natürlich noch ein paar Sachen bauen -> Klo, Regen- und Windschutz für unsere Feuerstelle, Regenauffangstation.
    Ansonsten hat man erst einmal mitbekommen, was es bedeutet über offenen Feuer zu Kochen. Das nahm schon viel Zeit in Anspruch, mit Holzsammeln, hacken (eine Machete macht sich da echt blöd) Holz trocknen. Zum Anzünden hab ich aber die einfache Variante gewählt, ein bischen Kerosien auf eine trockne Kokosschale und Feuerzeug ran. Ich hatte auch einen Feuerstein mit, hat aber irgend wie nicht geklappt -> muß ich noch üben.
    Zum Waschen haben wir in den ersten Tagen das Meer genutzt, wir hatten auch so eine Spezialseife mit. Nach ein paar Tagen und da es auch öfters geregnet hat, habe ich was zum Auffangen des Regenwassers gebastelt -> Holzrahmen mit einer Rettungsdecke aus unserem Saniset -> etwas schräg gestellt und eine Schüssel drunter -> brachte uns mehrmal 15 L Regenwasser zum Duschen.
    Mein Solarset hat super funktioniert, wir hatten immer genug Strom für Lampen, Tablett, Ebook-Reader und natürlich für die Kameras -> man mußte aber immer hinterher sein, das die Bank voll wird.
    Ein wenig Survivalkenntnisse habe ich mir auch angeeignet -> Kokosnuss öffnen (min 2 am Tag ergaben mit Bacardi einen super Inselcocktail) , Flechten von Wetterschutz aus Palmwedel, Fischen mit Harpune ( 1 Treffer bei 10 Schuß) und natürlich kochen über offenen Feuer.
    Alles in Allem hat es uns gut gefallen, es hat viel Spaß gemacht und ein wenig ist man von der Zivilisation weg gekommen.


    Norbi

  • Unsere Hütte


    [ATTACH=CONFIG]35921[/ATTACH]


    erfolgreiche Jagd


    [ATTACH=CONFIG]35922[/ATTACH]


    Kochen auf offenem Feuer


    [ATTACH=CONFIG]35923[/ATTACH]


    Regenwasserauffangstation -> Tarnung konnten wir vernachlässigen -> war eh keiner auf der Insel


    [ATTACH=CONFIG]35924[/ATTACH]


    Wind-und Regenschutz aus Palmenblätter


    [ATTACH=CONFIG]35925[/ATTACH]

    Dateien

    • DSCF6085.jpg

      (61,38 kB, 132 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • DSCF6155.jpg

      (52,92 kB, 135 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • P1010420.jpg

      (39,97 kB, 122 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • P1010427.jpg

      (48,25 kB, 123 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • DSCF6143.jpg

      (66,21 kB, 116 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Servus Norbi,


    also deine Beschreibung klingt toll!!


    Was mich jetzt interessieren wuerde, waren jetzt diese 10 Tage schnell oder langsam vorbei??




    Ich selbst habe auch ein Selbstversorgergrundstueck am "A.... der Welt" (Subtropen/Tropen), ohne Strom und ohne fliessend Wasser. Und da vergeht mir die Zeit, trotz aller "Umstaende" (wie Wasser holen, haendisch Zement und Moertel mischen, kochen im Freien,...) sehr langsam.


    Auf diesem Grundstueck ist es leise, man hoert nur die Tiere und den Wald, es stoert einen (fast) keiner, und man kann trotz der Arbeit oder dem Willen etwas schaffen zu wollen gaaaanz relext sein und herunterfahren. Es tut mir jedesmal weh, wieder in die Stadt fahren zu muessen.


    Komischerweise passiert mir das in Europa nicht, obwohl wir dort auch sehr abgelegen und "einsam" wohnen.... Da holt einen die Hektik sofort ein...


    Liebe Gruese von der Selbstversorgerin

  • @ Peterlustig
    Die 10 Tage waren nur ein Baustein unserer 4 Wochen-Tour -> zur Planung hatten wir einen Südseespezialisten genommen -> Pacific Travel House -> oder mal nach Sandy Beach Resort suchen -> wer mal bei Google Maps schauen will -> Luahoko heißt die Insel


    Selbstversorgerin
    für uns verging die Zeit eigentlich wie im Fluge -> wir hatten ja nur die 10 Tage
    Wir wollten uns ja entschleunigen -> haben viel gelesen, sind um die Insel gelaufen und haben stundenlang aufs Meer geschaut -> da schwammen ja die Buckelwale -> das war ja ein weiteres Ziel unserer Reise -> schnorcheln mit Buckelwalen
    Schon mal 10 Tage ohne Internet und Telefon (okay, wir mußten jeden Tag ein Kontrollanruf bei dem Resort machen) war sehr angenehm.


    So, noch mal ein Wort an die Wasserlagerer -> man liest viel von 2-3 l pro Tag pro Person -> in den 10 Tagen haben wir trotz sparsamen Verbrauch 90 l Trinkwasser verbraucht -> viele vergessen, das man zum Kochen schon einiges an Wasser braucht.
    Vor dem einlagern von Lebensmitteln muß man auch auf die Kochzeit achten -> unsere Nudeln waren top -> ins kochende Wasser geschütet, ein wenig gewartet und schon waren sie fertig.


    Norbi

  • Sehr schöne Bilder,danke !


    Beim Betrachten drängt sich einem die Frage auf ob wirklich viel mehr als das nötig ist um einen Menschen glücklich zu machen :))



    Zitat von Selbstversorgerin;285027


    Komischerweise passiert mir das in Europa nicht, obwohl wir dort auch sehr abgelegen und "einsam" wohnen.... Da holt einen die Hektik sofort ein...


    Hallo Selbstversorgerin,


    Uns passiert das auch gelegentlich,der Rückzugsort in Norwegen liegt auch mehr als einsam,aber auch dort schlägt (wenn auch abgeschwächt) die europäische Hektik zu. Die Uhren ticken dort zwar langsamer,aber das mit dem nicht ganz zur Ruhe kommen empfindet man dort gelegentlich auch.


    Mal sehen wie sich der neue ( Winter) Rückzugsort an der Costa de la Luz macht,geht aber schon sehr in Richtung " Mañana será otro día" - soll heissen " Morgen ist auch noch ein Tag"


    Viel kommt aber auch vom eigenen Kopf her,den muss man am besten auf "Reset" setzen und einfach die Unruhe nicht mehr an sich ranlassen.


    Handy = 1 x in 24h nachgucken wer angerufen hat,wichtiges zurückrufen.


    Termine = Zeitabsprache "Morgen" und dann einfach kurz vorher sehen was beiden Beteiligten am besten passt.


    Wecker = Unnötiges Instrument,mehr auf den Körper hören und den einfach machen lassen.


    Essen = Auswahl,Beschaffung und Zubereitung wird als wichtigster Punkt auf die Tagesordnung gehoben.


    So ziehe ich das - mit Ausnahme der Zeiten wom ich beruflich zu eingespannt bin - schon durch,man soll es kaum glauben..Mit meinem Arzt trinke ich öfter mal Kaffee und reisse ein paar Witze,aber als Patient war ich dieses Jahr nur 2 Mal dort.


    Es lohnt sich wirklich mal über eine Vereinfachung der Lebesumstände nachzudenken und dann seine Schlüsse konsequent umzusetzen ;)

  • Servus Andreas,


    sind gute Tipps dabei von dir...



    "aber" :peinlich:


    Handy MUSS ich "minuetlich" checken, nicht weil ich so gefragt bin, sondern weil wir momentan eine Auswanderung durchziehen und der Kontakt zur Familie auf zwei Kontinenten einfach ein MUSS ist. Soll ja das Leben einerseits in Europa weitergehen, und das im anderen Land (wie sagen die Spanier: tranquilo) aufgebaut werden. Gott sei Dank laesst mich der Zeitunterschied Zeit zum Schlafen :grosses Lachen: Ansonsten: wenn ich nicht reden mag, dann ist der Flugmodus drinnen. Fuer meine Familie gibt es eine Telefonnummer, die nur intern bekannt ist. Die anderen duerfen warten...



    In Europa gibt es leider sehr viel MUSS:


    du "musst" puenktlich sein. Die Kinder in der Schule auch..
    du "musst" aber warten, trotz Termine. Wehe aber, du bist zu spaet....
    wohnt man abgelegen, dann "muss" man einen Fuehrerschein haben, die Termine sind nicht mit den Oeffis vereinbar.


    du "musst" eine e-mail-Adresse haben, wo lebst denn du???
    Heutzutage ist ein Computer/Laptop/Smartphone ein "Muss", man "muss" ja mit der Zeit gehen.


    du "musst" Steuern zahlen und dafuer "musst" du viel arbeiten
    du "musst" Ueberstunden machen, natuerlich zu schlechten Bedingungen


    du "musst" einen gewissen Standard haben um keine Schwierigkeiten zu bekommen (z. B. wird dir das Maehen vorgeschrieben, Ortsbild ist wichtiger als das Futter fuer die Tiere...


    du "musst" bei Erhalt einer "hoeheren" Mindestpension fuer eine gewisse Zeit in Europa leben, ansonsten
    "musst" du viel Geld zurueckzahlen. (Ist aber nicht mehr lange, ich habe mich mit der Stelle geeinigt....)
    du "musst" in Europa "mehr" ueber die Gesetze/Foerderungen/Beihilfen Bescheid wissen als die Aemter zu denken glauben, ansonsten wird man "besch...en"!
    du "musst" Medikamente nehmen (probieren, vielleicht hilft dies oder doch eher das), ansonsten bist du eh nicht krank. Dass man aber nicht alles mit Medikamente heilen kann, sondern ein Ortswechsel viel helfen kann, wird nicht mit einbezogen. Wenn du zum Siedeln "gesund" genug bist, kannst eh auch arbeiten...
    du "musst" SOFORT alles melden und zahlen ... aber leider ist das andersum soooooo anders :traurig:


    du "musst" in Europa ganz einfach viiiiiiiel zu viel!!


    Deshalb bin ich eben beim Auswandern, das Erlernen neuer Sprachen ist zwar fuer mich "alte" Person nicht so leicht, aber ein positives Muss.
    Im neuen Land ist zwar vieles auch ein Muss, aber leichter loesbar. Improvisation, Gemeinschaft und das Leben leben wollen wirken sich sehr positiv auf die Seele aus..



    Norwegen und auch Schweden sind wunderschoene Laender, mir gefallen diese wirklich gut. Leider gibt es dort nicht die Temperaturen, die ich forciere. Ich liebe die Hitze.... und die einfachen Lebensumstaende. Mein Grundstueck ist abgelegen und hat keinen Stromanschluss, das fliessende Wasser ist ein Bach... Die Leute dort leben einen vor, was "einfache Lebensumstaende" heisst. Ausserdem habe ich schon Erfahrung damit.


    Liebe Gruesse,


    Selbstversorgerin

  • Ich muss mich erstmal bei norbi entschuldigen,ich wollte jetzt nicht Deinen Thread "zerlegen" nur das Bild von der Hütte und die Beschreibung des temporären Einfachst-Lebens hat halt wieder eine Überlegung mehr losgetreten : Warum einen derartigen Urlaub temporär begrenzen ?


    Selbstversorgerin Du hast völlig recht mit dem was Du sagst.
    Für den Fall des "Sie müssen" ( was bei mir sekundenschnell ein Desinteresse sowie Sofortstillstand auslöst ) weise ich dann auf eine ganz wichtige Tatsache hin :


    Man "muss" auf die Toilette gehen,alles andere ist kein "Muss" sondern nach Abwägung der Dinge eine Empfehlung.

  • AndreasH - du zerlegst doch nicht meinen Tread, ein Teil vom Urlaub ging ja ums entschleunigen -> und ja auch wir träumen von der Insel auf Lebenszeit, aber so einfach ist es halt nicht.
    Ich versuche schon so im realen Leben nicht mit dem Strom zu schwimmen -> Uhr hab ich seit 15 Jahren nicht -> Handy ist nur für Notfall da -> okay, das Internet versuche ich auszulesen -> muß mich da auch mal wieder bremsen


    @ Selbstversorgerin
    ein "muß" kann auch vom Vorteil sein -> eine gewisse Disziplin ist z.B. bei den Kindern schon wichtig, denn sie müssen erst mal lernen wie das geht vom "muß" zum "will" oder "es wäre schön wenn"
    Die Gesellschaft redet einem aber leider immer ein, das man "muß" -> wenn man da anders tickt, hat man es leider immer schwer


    Norbi

  • Zitat von norbi;285363

    und ja auch wir träumen von der Insel auf Lebenszeit, aber so einfach ist es halt nicht.


    Neulich hatte ich Besuch von jemandem aus dem Forum ( Der Mann von der Insel am A.d.W) . Sehr interessant was ich da so alles an Informationen bekommen habe.
    Von der Sache her wäre das genau richtig für mich,nur die doch sehr abenteuerliche und langwierige Anreise hat mich dann abgeschreckt. Daher gabs dann eben "nur" etwas an der Costa de la Luz,mit "nur" 2930 km einfacher Fahrtstrecke.
    Der Hintergedanke war halt dabei das man nicht auf fremde Logistik angewiesen ist ( Flugzeug/Schiff ) . Wir sind die Strecke mit einer Übernachtung gefahren. So etwas ist auch ( mit Einschränkungen ) machbar wenn hier mal der grosse Zores im Gange ist. Blöd nur wenn man dann auf einer 35 stündigen Flugreise darauf angewiesen ist 5 x die Umsteigeverbindungen zu kriegen.Am Tag "X" wird man ausserdem recht wenig wichtiges in seinen 27 Kg Freigepäck wegschaffen können.


    In Zeiten wo es dann hier alles relativ normal läuft kann man natürlich auch auf Ryanair & Co zurückgreifen,Flüge nach Huelva ( 50 km von meinem Ziel) gibts dann für 49,90.

  • Hallo Andreas,


    schön dass Du was passendes gefunden hast !


    Die Costa de la Luz gefällt mir auch ausgesprochen gut, dort könnte ich mir auch vorstellen hinzugehen.... ;)


    Die 2900 Km in 2 Tagen - das ist sehr schade, da gibt es nach meiner Erinnerung einige schöne Flecken an denen man doch vielleicht mal übernachten könnte.... So mache ich das inzwischen.


    Die Strecke könntest Du ja auch mal so in etwa 100 Tagen zu Fuss machen oder mit dem Fahrrad ? ;););)

    Wäre doch mal ein Herausforderung um zu sehen, ob es "denn ginge", wenn man müsste.... ich denke über sowas nach...


    Das Spanische Hinterland ist ausgesprochen schön und nahezu touristenfrei....mit verlassenen Dörfern.... nur im Sommer drückend heiss... Fast wie in Arizona im Sommer....


    @ norbi:


    ich denke die paar Tage sind mal ein erster Geschmack um zu testen, "wie es denn wäre" wenn.... Eure Hütte ist wohl doch noch recht gut ausgestattet gewesen wenn ich die schönen Töpfe so sehe........ diese touristischen Angebote ......... ;)



    @ Selbstversorgerin:


    Ganz weit weg ist ja schon eine feine Sache. Aber das ist eben dann so weit, dass man da nur mit dem Flugzeug oder Schiff hin kommt und wenn Du Deinen "Kram" dort eine Weile unbeaufsichtigt stehen lassen müsstest, ist wohl so ziemlich alles verschwunden was nicht Niet und Nagelfest ist ... oder von vielbeinigen "Viehchern" aufgefressen...


    Wie auch immer ein "Gringo" meint "einfach zu leben", es ist meistens noch deutlich über dem dortigen Standard...


    Ich habe meine Jugend in Südamerika verbracht, könnte dort problemlos wieder hin, weiss aber, was da passiert mit unbeaufsichtigten Sitios, Fazendas und Ländereien...


    Für mich ist mein "Örtchen" eher zufällig aufgekommen, da könnte ich mit dem Auto in einem Tag hin, wenn ich sparsam fahre, fast mit einem Tank Diesel .... und es ist nicht so "Remote" dass man am Ende doch nicht wirklich hin fährt, weil es immer eine "kleine Strapaze" inkl. Jet Lag ist...

    Wie wäre das mit medizinischer Versorgung im Fall der Fälle ?


    Meine "Gutste" ist dieses Jahr nur mal kurz hingefallen, hat sich das Schlüsselbein angebrochen und wir haben ein Krankenhaus als erste Anlaufstelle ausprobiert das aussah wie "Bates Motel" .... Aber ein Siemens Röntgengerät, das noch keine 100 Jahre alt war, hatten sie schon ... Wir sind dann "Zack Zack" nach Hause, gut wenn das geht wenn es wirklich sein muss....


    Einen alternativen Standort aufzubauen und zu erhalten ist immer mit viel Arbeit verbunden und sei es, dass man gegen Ungeziefer, Mäuse und "sowas" kämpfen muss.
    Wenn Du Dich umdrehst tanzen die auf dem Tisch und fressen alles an ;)


    Aber ich finde die Ansätze die sich hier entwickeln sehr interessant !

    Gruss, Udo (DL 8 WP)

  • Hallo Udo,
    in erster Linie diente der Urlaub ja nicht einem Hardcoresurvivaltraining und deshalb denke ich die Ausstattung war schon okay. :Cool:
    Ich hatte ja eigentlich nicht erwartert, das meine Holde so etwas mitmacht, aber für uns war der Urlaub genau richtig, viel Erholung und Ruhe und ein wenig Abenteuer.
    Wir haben eigentlich nicht vor Auszuwandern (es sei denn ein riesiger Lottogewinn überzeugt uns), werden aber einiges in der nächsten Zeit hier am Haus und unserer Lebenseinstellung verändern.


    Norbi

  • Zitat von Udo (DL 8 WP);287984


    Die 2900 Km in 2 Tagen - das ist sehr schade, da gibt es nach meiner Erinnerung einige schöne Flecken an denen man doch vielleicht mal übernachten könnte.... So mache ich das inzwischen.


    OT an :


    Auf der Rückfahrt haben wir nicht so rumgestresst,das " Barrio de Cuevas" nahe Guadix ( Granada) konnten wir nicht einfach unbeachtet liegenlassen,das war schon auf dem (termingebundenen) Hinweg schwer genug.
    Oder einfach an einer spanischen Gastwirtschaft wie der auf den Bildern vorbeifahren....nein,das war nix,da mussten wir anhalten und uns fürchterlich durchfressen ;)
    [ATTACH=CONFIG]36524[/ATTACH][ATTACH=CONFIG]36525[/ATTACH][ATTACH=CONFIG]36526[/ATTACH][ATTACH=CONFIG]36527[/ATTACH]


    Jamón Ibérico,Café con leche y dos raciones de tapas variadas - unter 10 Euro,für 2 Personen ;)
    Da soll noch mal einer sagen Spanien wäre teuer...
    Und der Ibérico war qualitativ einer der besseren Sorte,haben die Wirtsleute auch selber gegessen !


    OT aus.


    @ norbi :


    "und unserer Lebenseinstellung verändern" ist eine ganz wichtige Aussage,wenn das mehr Leute beachten würden wäre die Welt schon ein ganzes Stück weiter...Und weniger Kurzschlussauswanderer mit letztem Hartz4 Scheck in der Tasche nach Malle unterwegs...


    [COLOR="silver"]- - - AKTUALISIERT - - -[/COLOR]


    Zitat von Udo (DL 8 WP);287984


    Wenn Du Dich umdrehst tanzen die auf dem Tisch und fressen alles an ;)


    Span. Übersetzung dieses Types Maus = Campesino ;)

    Dateien

    • kneipe-1.jpg

      (21,91 kB, 30 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • kneipe-2.jpg

      (38,74 kB, 34 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • kneipe-3.jpg

      (46,12 kB, 27 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • kneipe-4.jpg

      (40,69 kB, 28 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • So,hab den Link wiedergefunden...


    In o.g. Höhlen kann man auch Probewohnen,die Übernachtung p.P. ab 20,00 €


    http://www.casasruralesencazor…po-norte-de-granada-id46/


    Eines ist dabei ganz sicher : Ruhiger habt ihr noch nie geschlafen :grosses Lachen:


    Wenn man hier mal die Faxen dicke hat und mal ein paar Tage/Wochen den "etwas anderen Urlaub" braucht ist so was bestimmt nicht verkehrt,mMn viel besser als jedes Touristenhotel,egal wie viele Sterne man vorne auch drangepappt hat ;)


    Ich will jetzt nicht jeden Pauschal-Urlaub verteufeln,aber das letzte Mal auf Teneriffa hatte ich im Hotel nicht das Gefühl in Spanien zu sein.
    Bierschinken,Gouda,Müsli und Rotwurst (!!!) auf dem Frühstücksbuffet mag ja OK sein,aber wir hätten es uns dann doch schon etwas mehr landestypisch gewünscht. Als der Kellner ( mit Sicherheit in dem Glauben mir was gutes zu tun) dann auch noch einen nach deutschem Muster hergestellten Filterkaffee gebracht hat...War ich froh nur "mit Frühstück" gebucht zu haben...


    Vom Erholungsfaktor her denke ich das viele Leute der Meinung sind das es für das "Batterieaufladen" gut ist in so einer Art Urlaub das Bedient werden zu geniessen...


    Nur - wieder meine persönliche Meinung- habe ich den Drang besonders im Urlaub mir viel anzugucken,auf Märkte zu gehen,usw.usw.


    Wenn mich dann z.B. im Mercado Municipal ein Fisch aus der Auslage heraus besonders lecker anglotzt kaufe ich den gerne.Habe dann Zeit um mir in Ruhe die Beilagen dazu auszusuchen und alles zuzubereiten.
    Solche Zeit fehlt mir im Alltag meist,so ist meine Definition von Urlaub ein wenig anders.Mehr Zeit für Dinge haben die man sonst gerne machen würde-aber es die Zeit zu Hause selten zulässt...


    In der Höhle aus dem Link oben ist alles drin was man braucht,incl. Küche....Da kann man sich den Aufenthalt schon spannender und vielseitiger gestalten als in jedem -wahrscheinlich sogar noch teurerem- Hotel.

  • Servus Udo,


    das mit der Entfernung "stoert" mich eigentlich nur bei der Uebersiedelung (Gesamtreisezeit einfache Strecke zwischen 30 und 40 Stunden). Ansonsten ist es unter anderem auch ein wichtiger Faktor, warum die Auswanderung ueberhaupt stattfindet.


    Das mit dem "sowas" (Entfernung des Eigentumes) kaempfen ist ganz sicher ein sehr wichtiger Faktor, der zu bedenken ist. Allerdings habe ich das Glueck, schon ein erwachsenes Kind zu haben, dem es sooo gut im Ausland gefaellt, dass er sich schon ein "neues" Leben aufbaut. Er spricht schon recht fliessend die Sprache, ist sehr integriert und passt so nebenbei auf mein Zeug auf :grosses Lachen:


    Mittlerweile sind schon weitere Familienmitglieder hingezogen, das Eingewoehnen war total unkompliziert, nur das Erlernen der neuen Sprachen ist fuer diese jetzt nicht mehr sooo leicht, da jetzt wieder zuviele Personen (also die ganze Familie, die nicht mehr in Europa ist) deutsch sprechen :peinlich:.



    Bis jetzt haben wir wirklich nur positive Erfahrungen gemacht (ausser die Strassen-Polizei braucht wiiiiiieder mal Geld), man macht es uns leicht anzukommen (trotzdem muessen WIR uns anpassen) und sie helfen uns sehr. Sei es nur mit der Info, warum man manches gerade so (nicht) macht, wo findet man Schnaeppchen oder ueberhaupt das Gewuenschte, serioese Notare, Uebersetzer oder Arbeit, etc.


    Vielleicht merken die Einheimischen doch, dass wir recht "einfache" Leute sind: wir haben mehr Kinder als man vom Europaer gewoehnt ist, fahren mit einem uuuuralten Auto, das mehr Makel hat als ihres, haben weniger Geld als man vom Europaer denkt, und machen deshalb viele selbst (und koennen es auch)...


    Wir haben echtes Interesse an der "einfachen" Bevoelkerung, zeigen dies, indem man sich einfach mal zusammensetzt, mit ihnen plaudert und versucht, die schwere Sprache zu erlernen (was immer zur Erheiterung ihrerseits beitraegt, da die Tonhoehe sehr entscheidend ist, um dem Wort die richtige Bedeutung zu geben....).


    Auch suchen wir ihresgleichen und nicht die Europaer. Kaufen beim kleinen Mann am Markt ein (solange der Preis passt, sonst bei der Konkurrenz nebenan ). Auch Moebel, die so "anders" einheitlich sind,... Essen manchmal im einheimischen "Restaurant" (max 5 Speisen zur Auswahl), europaeisch koche ich eh immer selbst...


    Und wir versuchen auch doch dort zu LEBEN und nicht uns wie im Urlaub zu verhalten. Helfen kurzfristig, wenn jemand krank ist, mussten selbst auch in die oertlichen Krankenhaeuser (zur ambulanten Versorgung), die gaaaaanz anders sind als der europaeische Standard, die Kinder besuchen die einheimische Schule, die auch gaaaaaaanz anders ist. Nehmen den Landestypischen Standard einfach an. Ohne zu meckern und kritisieren. Die Einheimischen sind eh im grossen und ganzen zufrieden. Natuerlich lockt das Geld, aber dafuer dann mehr arbeiten zu muesen,... (ich rede jetzt nicht von den gaaaanz armen Leuten, die nicht wissen, wie sie den Tag ueberleben sollen!!)



    Da der Thread ja vom "anderen Urlaub" handelt und nicht von der Auswanderung moechte ich mich beim Ersteller an dieser Stelle entschuldigen fuer meine Ausfuehrungen. Aber es war ja auch vor vielen Jahren der Erstbesuch dieses Landes ein "anderer Urlaub", der dann eben "Folgen hatte".



    In diesem Land wird noch soooo viel improvisiert, und man lebt auch noch teilweise "wie anno dazumals". Viele sehr einfache Haeuser (fuer den Europaer eigentlich nur Huetten, in denen man nicht mal ein Auto unterstellen mag), teilweise ohne Strom. Fliessend Wasser gibt es "natuerlich" :kichern: das ist der Bach (einige 100 m entfernt), WC ist sehr krisentauglich :grosses Lachen:


    Gekocht wird bei "reicheren" Landleuten auf einem 1-Platten-Gaskocher (die sind schon sooo stolz, wenn der eine Piezo-Zuendung hat), ansonsten halt so a-la-Tiroler-Almhuette ueber offenen Feuer, das aber auf dem Boden gemacht wird. Und das mit ganzen Staemmen, nichts Kleingehacktes (warum "sinnlos arbeiten", das Feuer ist eh stark genug).


    Und die Leute staunen, dass sogar ich darauf kochen kann (ohne An-/Verbrennen der Speisen) und ueber mein Kuechen(werk)zeug, das ich immer dabei habe (Schneebesen, Kartoffelschaeler, Messer, Topf, Backpulver, Germ, ....), nachdem ich mal einen Kuchenteig bloss mit einer Gabel schaumigruehren durfte, mangels Alternativen.


    Strom gibt es (nicht immer), und fuer Licht, Radio und Handyladung reicht eine Autobatterie an die ein Wechselrichter geschlossen ist. Wenn dann die Batterie leer ist, gibt man es dem Busfahrer mit, der laesst es in der Stadt aufladen und am naechsten Tag bekommt man es wieder.


    Einkaufen mit dem Bus funktioniert auch, aber etwas anders als man jetzt denkt. Man gibt dem Busfahrer eine Liste mit und das Geld fuer die Ware. Dann kauft dieser ein und bringt es dann. Kostet dann einfach den Preis einer Hin-/Rueckfahrt extra. Der Busfahrer besorgt dann je nach Liste Lebensmittel, Baumaterialien, mal ein Kuehlschrank, Matratze, Kleidung, ...


    Auch die Post funktioniert bestens mittels Bussen. Einfach Telefonnummer auf Ware draufschreiben. Busfahrer fragen, wann er (sooo ca. mal ankommen wird). Und die Busnummer merken. Entweder was Essbares (oder sonstiges fuer seine Familie) mitgeben, wenn man mit dem Busfahrer befreundet ist. Oder eine Karte zahlen...



    Es ist ein "einfach anderes Leben" :lachen: und wir lieben es!



    Liebe Gruesse,


    Selbstversorgerin

  • Hallo Selbstversorgerin



    Euer Projekt hört sich Spannend an.


    In welcher Gegend, Land oder Kontinent seit Ihr den?



    Gruss unabhäniger

    „Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer“

  • Hallo, Selbstversorgerin !



    .....Vielleicht merken die Einheimischen doch, dass wir recht "einfache" Leute sind.....


    Das geht bei den Leuten meist ganz fix,man merkt schnell ob man in die Kategorie " Gringo mit alles totfahrendem SUV und Geringschätzung für alles Einheimische unterwegs ist oder ein ganz normaler Mensch mit Ecken und Kanten - aber trotzdem zum Eigenen Stallgeruch passt.


    ....Wir haben echtes Interesse an der "einfachen" Bevoelkerung, zeigen dies, indem man sich einfach mal zusammensetzt, mit ihnen plaudert und versucht, die schwere Sprache zu erlernen....


    Mir ist es passiert ist das ich eine gegrillte Salami statt einer gegrillten Bratwurst bestellt habe. Mir fehlte damals das Wort für Bratwurst ( = Salchicha) zum Verständnis habe ich das durch "Salami" ersetzt. Man hatte genau verstanden das es um die Wurst ging,aber trotzdem ist der Typi erstmal mit 1m Salami im 150er Kaliber richtung Grill gelatscht und hat sich dabei vor Lachen nicht mehr halten können.
    Auf diese Weise seine eigene Sprache weiterzugeben macht auch den Einheimischen Spass,es wurde dann aus einer Schnellen Wurst Unterwegs dann eine Dauerinstitution,wir halten seitdem immer auf der Fahrt zwischen Córdoba und Sevilla dort an.
    Und er Wirt erzählt dann immer ( unter lautem Gelächter der anderen Gäste) das ich der Loco Alemán bin der seine Salami im Stück fressen wollte :grosses Lachen:


    Ich bin mir fast sicher das Du nicht in einem Spanisch-Sprachigen Land gelandet bist,aber egal wo - wenn es Dir gelingt mit den Einheimischen gemeinsam über eine vielleicht noch selbst verbockte Situation zu lachen - dann hast Du gewonnen.
    Im Gegensatz zu dem Gringo - der nie ein Lachen der Leute sehen wird weil er höchstens über diese lacht,aber nie zusammen mit ihnen.


    ......Auch suchen wir ihresgleichen und nicht die Europaer. Kaufen beim kleinen Mann am Markt ein (solange der Preis passt, sonst bei der Konkurrenz nebenan ). Auch Moebel, die so "anders" einheitlich sind,... Essen manchmal im einheimischen "Restaurant" (max 5 Speisen zur Auswahl), europaeisch koche ich eh immer selbst...


    Das sagt mir deutlich das Du genau verstanden hast,gut beobachtet hast und Deine mMn richtigen Entscheidungen getroffen hast.


    ....Und wir versuchen auch doch dort zu LEBEN und nicht uns wie im Urlaub zu verhalten. Helfen kurzfristig, wenn jemand krank ist.....


    Auch wenn es nur so banale Dinge sind wie älteren Leuten mal dabei zu helfen einen schweren Einkauf die Treppe hochzuschleppen.
    ( Das hatte sich dann aus einer ganz anderen Richtung bemerkbar gemacht,es waren die Eltern des Bürgermeisters wie wir später erfahren haben.)



    .....Da der Thread ja vom "anderen Urlaub" handelt und nicht von der Auswanderung moechte ich mich beim Ersteller an dieser Stelle entschuldigen fuer meine Ausfuehrungen. Aber es war ja auch vor vielen Jahren der Erstbesuch dieses Landes ein "anderer Urlaub", der dann eben "Folgen hatte"....



    Ich denke nicht das der TE uns böse ist,wir lassen uns ja im thematischen Zusammenhang über mögliche Urlaubsfolgen aus,das was wir durchziehen kann j e d e m anderen "Urlauber" auch passieren. Die Folge " Expat zu werden" ist ja eine schleichende Krankheit. Besonders dann wenn man Land und Leute auch hinter den Kulissen verstanden hat ist die Tat vorprogrammiert.


    Ich schmeisse jetzt obwohl ich selber in einem derbe maroden Glashaus sitze mal einen Stein in seine Richtung :


    Aus den Foto`s und dem Bericht spricht der Wunsch nach mehr :devil::devil:
    [/QUOTE]