Selbstversorger ein Irrweg, oder das Mittel ein Szenario zu überstehen.

  • Ich möchte hier mal versuchen zu klären ob man als Selbstversorger, ob nun als kleine,sagen wir dreimann Gruppe, oder als Dorfgemeinschaft, ja sogar als Straßengemeinschaft einer Stadt fähig sind sich selbst zu versorgen und eine Basis für ein Danach aufzubauen, solange die staatlichen Stellen nicht greifen.


    Ich weiß das man als Selbstversorger sich bis zu 90 % sich sebstversorgen kann. Das geht aber nur wenn man kein Einzelkämpfer sein will sondern in einer Gruppe, Familie Freunde, mit den verschiedensten Fähigkeiten zusammenbringt. Und das nicht 5 Minuten vor 12, sondern solche Gruppen müssen über mehrere Jahre wachsen. Genau so wie das Vertrauen, das ich in jeden dieser Gruppe setze.

    Wie muss eine solche Gruppe aufgebaut sein, und was würde man benötigen.

  • Nur als Anmerkung, nicht als Lösungsvorschlag: Es hängt sicher auch von der genauen Art des Szenarios ab.


    Um mal eine gewisse Bandbreite aufzumachen: Haben wir "nur" eine schwere Wirtschaftskrise mit verbreiteter Arbeitslosigkeit oder haben wir einen Zusammenbruch weiter Teile der Gesellschaft, möglicherweise vor einem kriegerischen (Wobei da vermutlich in irgendeiner Form eine Besatzungmacht Strukturen schaffen würde.) oder einem ökologisch katastrophalen Hintergrund? Was in einem dieser Szenarien gut funktionieren dürfte, würde sich bei den anderen wohl als vollkommen ungeeignet herausstellen. Insofern dürften die Antworten je nach Szenario sehr verschieden ausfallen.

  • Da hast du recht, aber ich bin auch der Meinung das sich einiges geändert hat. Vielleicht kann Jörg ja dazu was schreiben.

    Außerdem sollte nach einer gewissen Zeit jedes Thema mal wieder auf den Tisch kommen, um auch Neulingen die Chance zu geben mitzureden.

    Nur als Anmerkung, nicht als Lösungsvorschlag: Es hängt sicher auch von der genauen Art des Szenarios ab.


    Um mal eine gewisse Bandbreite aufzumachen: Haben wir "nur" eine schwere Wirtschaftskrise mit verbreiteter Arbeitslosigkeit oder haben wir einen Zusammenbruch weiter Teile der Gesellschaft, möglicherweise vor einem kriegerischen (Wobei da vermutlich in irgendeiner Form eine Besatzungmacht Strukturen schaffen würde.) oder einem ökologisch katastrophalen Hintergrund? Was in einem dieser Szenarien gut funktionieren dürfte, würde sich bei den anderen wohl als vollkommen ungeeignet herausstellen. Insofern dürften die Antworten je nach Szenario sehr verschieden ausfallen.

    Auch hier gebe ich dir recht. Nicht jedes Szenario kann gleich behandelt werden. Auch gibt es Szenarien, z.b. ein Atomunfall, in dem es aussichtslos wäre weiter am Selbstversorgerdasein festzuhalten. Aber das würde ich hier gerne diskutieren. Klären kann man es warscheinlich nicht, aber Wege aufzeichnen, wie es gehen könnte.

  • Ich denke schon, dass man das als Gemeinschaft schaffen kann - alleine eher selten, da man garnicht alle Felder alleine abdecken kann. Meine Erfahrung hier in einer ländlichen Gegend ist auch im nicht-Krisenfall durchaus positiv. Ganz anders, als ich es aus einer Großstadt kannte - die Mentalität ist eine komplett Andere. Hier hilft man sich gegenseitig, und es gibt einen starken Zusammenhalt. Dem Nachbarn beim Schlachten/Rupfen der Enten unterstützt, geht man nicht ohne Ente unterm Arm nach hause, auch wenn man das absolut abgelehnt hat.


    Hier wird regelmäßig was verschenkt, und ich spreche bewusst nicht von "getauscht". Man gibt ohne jeglichen Hintergedanken Sachen weg (z.B. Äpfel, Erdbeeren, Birnen, ...), weil man davon einfach zuviel über hat, bekommt dann irgendwann aber z.B. Fleisch, Mais, ... von anderer Seite geschenkt, weil es dort wiederrum übrig ist. Wenn man das im Krisenfall optimiert, kann man in der Gruppe eine relative Selbstversorgung in einer Krise erreichen.


    Es könnte auch möglich sein, in einem Krisenfall z.B. die Heizölvorräte (ist hier noch stark verbreitet) auf weniger Häuser (und temporären Umzug einiger) zu konzentrieren, und somit durch den Winter zu kommen.

  • Da würde ich eher drau verzichten, das gut Heizöl zu verheizen, und es lieber als Reserve für den alten Schlepper aufheben, den man zum Pfügen , Eggen und vielleicht auch fürs Kartoffelroden nutzen kann.

    Wer kein Holz zum Heizen hat, hat hal Pech gehabt, und soll schauen wie er durch den Winter kommt.

    Ansonsten reg ich an, die Prepper-Heilsarmee zu gründen .


    Und wenn ich davon ausgehe, daß man zur Versorgung einer Person eine Fläche von ca. 2500 m² braucht, gehe ich davon aus, daß man das auch mit Ausnahme der Basisbodenbearbeitung alleine und händisch schafft, wenn man den ganzen Tag sonst nix zu tun hat.


    Frieder

  • Und wenn ich davon ausgehe, daß man zur Versorgung einer Person eine Fläche von ca. 2500 m² braucht, gehe ich davon aus, daß man das auch mit Ausnahme der Basisbodenbearbeitung alleine und händisch schafft, wenn man den ganzen Tag sonst nix zu tun hat.


    2500 m2 schafft man auch noch mit der Grabegabel zu lockert.

    Ob man ganz auf das Umgraben/Pflügen verzichten kann, hängt wohl vom Boden ab.

    Wenn das heute Wiese ist wohl eher nicht, wenn man noch im selben Jahr was ernten will.


    Aber um ein Schwein mit zu füttern, reicht die Fläche nicht.

    Dazu kommen noch die ganzen Arbeiten, um die Ernte zu verarbeiten.


    Und wirklich Maschienen, um das im Kleinstmasstab mach machen, scheint es ja auch nicht zu geben.

    Die Menge Sonnenblumenkerne, die man für den Jahrbedarf an Öl benötigt, per Hand schälen?

    Oder noch eine Metallerausbildung und eine sehr gut ausgestatte Werkstatt und die entsprechend Halbzeuge einlagern?

    Wer versorgt dann den Acker, wenn man am basteln ist?


    Dazu kommt noch die ganze Sammenzucht.

    Ich bauen z.B. 3 verschiede Sorten Möhren an. Sammen könnte ich in einen Jahr nur von jeweils einer Sorte gewinnen.

    Um die Sorten stabil zu halten, braucht man eine mindest Anzahl an Pflanzen.

    Dann hat man aber wieder dafür Fläche belegt und am Ende mehr Samen, als man benötigt.

    Meine Samenbestellung für diese Jahr war aber weit über 50 verschieden Sachen.


    usw.


    IMHO ist eine Überleben als Einzelkämpfer bei einer sehr sehr eingeschränkten Diät eine Weile möglich.

    Aber Krank werden darf man nie.


    Sowie man nur ein bischen mehr haben möchte, geht es nur ein einer Gemeinschaft.

  • Meine Frau und ich haben das 2005 mit einem klassischen Bauerngarten, wie die Bauern hier fast alle einen haben, probiert.

    Wir hatten klassische Jahreszeitenbeete auf ca. 150qm Fläche angelegt.

    2006 haben wir das Experemt final abgebrochen.


    Es nützt nichts nur die Fläche und das Knowhow zu haben. Bei uns war der limitierende Faktor schlicht die notwendige Zeit. Meine Frau war damals selbstständig, ich hatte einen Fulltimejob.

    Wir hatten nicht die Zeit die Beete zu pflegen und deshalb hat es nicht funktioniert.


    Ich hatte es so als Kind kennengelernt und musste feststellen, daß das Leben damals wohl "langsamer", bzw anders priorisiert war, als das wohl heute, zumindestens bei uns der Fall ist.


    Gruß


    Tid


    Arwed51

    Irgendwann müssen wir uns mal treffen :)

  • Bei uns war der limitierende Faktor schlicht die notwendige Zeit.

    Das wird bei den meisten Berufstätigen so sein. Ein Job, der das Leben sichern soll, und dann noch eine Selbstversorgung, die das Leben sichern soll: Das kann nicht gleichzeitig funktionieren.


    Ich gehe das so an, dass ich den Garten auf Hobby-Niveau betreibe, so dass in etwa ein halber Tag in der Woche dafür aufzuwenden ist. Das reicht nur für ein wenig körperlichen Ausgleich und ein bisschen Bereicherung des Speiseplans, aber dafür ist das auch leistbar. Auf der anderen Seite hole ich damit sicher nicht das Optimum aus dem Garten raus, insbesondere mit Blick auf Bewässerung und Schädlingsbekämpfung. Aber wenn die Lebensumstände schwieriger werden sollten, könnte ich damit immerhin schneller dem Aufwuchs zu einem höheren Selbstversorgungsgrad erreichen als die meisten anderen.

  • Hallo Asdrubal

    So kann man es natürlich machen, aber auch dazu fehlt uns die Zeit. Meine Frau versucht jetzt mal wieder mit Eimerkartoffeln zu spielen... ;-)


    Was bei uns gut funktioniert sind die Hühner....


    Gruß


    Tid

  • Bei Celle hatten wir einen etwa 1000qm großen Garten, in dem alles gezogen wurde was wichtig für die Ernährung war. Kartoffeln wurden auf angrenzenden Feldern angebaut , genau so wie Futterrüben.

    Uns standen 7 ha zur Verfügung. davon waren 3,5 ha Blaubeeren, die das Geld brachten für Versicherungen, Kredite oder für das was wir nicht anbauen konnten. In den ersten jahren haben wir noch Hafer fürs Pferd angebaut, da unser nachbar einen kleinen Mähdrescher hatte wo man noch die Säcke mit getreide abfüllen musste. Zu den heutigen Mähdreschern ein Winzling.

    Den Hafer haben wir bald wieder aufgegeben zugunsten von Kartoffeln und Futterrüben.

    Futterrüben wurde für die 2 manchmal drei Kühe benötigt dazu noch ein oder zwei Nachzuchten. Schweine hatten wir immer so um die 8-10. Die wurden bis auf zwei an den Ortansäsigen Schlachter verkauft. Die anderen zwei zu Hause mit einem Schlachter.

    Zudem ein Pferd das für die Äcker zuständig war. Ende der 60ger wurde das Pferd aus altersgründen verkauft und der Einachsschlepper übernahm seine Arbeit. Ca. 50-80 Hühner rundeten den Tierbestand ab.

    1978 kaufte ich mir den ersten Trecker einen Fend mit 24 PS von 1948. Danach stand der Einachser nur noch herum und irgendwann in den Jahren wurde er an einen Griechen verkauft um in seinem Olivenhain damit zu arbeiten.

    Unser Boden bestand hauptsächlich aus Sand mit nur einer 20 cm Humuskrume. Und wir hatten in den 60 und 70ger recht nasse Jahre, was für das Wachstum auf Sandböden recht ergiebig war. Erst in den 80ger ließen die Niederschläge nach und heißere Sommer trockneten den Boden schnell aus. Aber da hatten wir mit der Selbstversorgung schon aufgehört.

    Trotz allem wurde der Garten beibehalten. Als meine Mutter nicht mehr konnte fürhrte ich ihn im kleinen weiter. Da so um die 100-150 qm, also das was TID auch hatte.
    Das man einen so großen Garten nicht bewirtschaften kann wenn beide Berufstätig sind versteht sich von ganz allein. Wir arbeiteten damals alle auf dem Hof. Da die Blaubeeren unsere Geldquelle war, wurde das ganze Jahr auf dem Hof gearbeitet. Im Winter Sträucher schneiden und pflegen, und die restliche Zeit als Selbstversorger.

    Ich kannte bis dahin nur die Stadt, wo ich aufgewachsen war, mit 9 bin ich aufs Land gekommen und ab da wollte ich nie mehr in die Stadt.

    Ja ich habe so manches Mal über die Arbeit geflucht und so manche Träne wurde vergossen, deshalb kann ich junge leute auch verstehen wenn sie in die Stadt wollen, aber irgendwann sehnen sie sich nach einem Ort der so war wie in ihrer Kindheit.

    Zur Zeit fahre ich ja meinen kleinen Garten auch nur auf Sparflamme. Mit meinen ca.100 qm ist nicht viel zu reißen. Aber ich versuche für eine Zeit mich vorzubereiten damit man nachher nicht bei 0 anfangen muss. Und wenn ich zu alt dafür bin, werde ich hoffendlich jemand finden der das weitermacht.

  • Mir ist schon klar, daß ich keinen Riesenselbstversorgergarten versorgen kann, wenn ich berufstätig bin . Wenn ich aber von einem Szenario wie einem lang anhaltenden Blackout , langedauernde Pandemie, Kriegsfolgen , Wirtschaftskrise ausgehe, kann es ja durchaus die individuelle Situation geben, daß man eben keine anderweitige Arbeit hat, mit der man

    den Gegenwert für Lebensmittel erwirtschaften und diese Lebensmittel dann auch erwerben kann.

    In dem Fall hat man dann viele Stunden am Tag Zeit Unkraut zu zupfen , einzumachen usw.


    Wenn ich in so einem Szenario natürlich eine systemrelevante Stelle zB im Staatsapparat habe und von dem nicht nur mit Geld , sondern tatsächlich mit Lebensmittel versorgt werde, muß ich nicht versuchen , mich lebensmittelmäßig selbst zu versorgen.


    AUßerdem gehts ja nicht um alles oder nichts. Ich finde es zur Zeit sehr angenehm, daß wir jetzt nicht nur von den Vorräten leben müssen, sondern die Speisekarte langsam mit den ersten frischen Gartenprodukten und Eiern von eigenen Hühnern aufpeppen können.



    frieder

  • Bei Selbstversorgung muss ich automatisch an die Geschichten meiner Oma vom 2 Weltkrieg denken. Jeder hatte etwas angebaut, der eine Rübern, der nächste Kartoffel, der andere hatte dafür Hühner. Und da wurde dann fleissig getauscht. Es war keine klassische Gemeinschaft, sondern ein lockerer Verbund von Nachbarn die Sachen zum tauschen hatten.


    Wichtige Faktoren damals: Zeit hatte man genug und die Samen waren für die Nachzucht wieder verwendbar, also kein modernes Turbozeugs für eine Saison.


    Was es definitiv nicht war: Ein geschlossenes System

  • Hallo Zusammen,


    Wir betreiben unseren Garten auch nur Hobby mäßig, auch wenn wir ein großes Glashaus haben. Von einer Selbstversorgung sind wir sehr sehr weit entfernt.
    Wie hier schon erwähnt es mangelt an Zeit. Zeit um die vielen Schädlinge halbwegs in Schach zuhalten aber auch die Bewässerung in den Sommern der letzten Jahre war eine Herausforderung. Der Brunnen Anfang August nur mehr mit wenig Wasser so das eine Bewässerung damit nur mehr ab und zu möglich war.
    Dagegen versuchen wir jetzt mit einer 3000 Liter fassenden Zisterne, die permanent vom Brunnen gefüllt wird, gegenzusteuern. Ende April bei der ersten Trockenheit hat das mal gut funktioniert. Aber mal sehen.
    Aber auch an der Zeit größere Flächen an Boden jedes Jahr ordentlich auf zu bereiten.
    Im Freien hatten wir bisher einige Hochbete vor allem für Tomaten in verschiedensten Sorten und Salat. Heuer versuchen wir zum ersten Mal auf einer kleinen Fläche Erdäpfel Kohl und Kraut. Mit mäßigem Erfolg. Die Kohlfliege hat sich eingenistet und wir haben sie zuspät entdeckt.
    Die Chilis im Glashaus gedeihen.

    Die Idee der absolut Selbstversorgung hat ich nie, da ich der Meinung bin das eine kleine Gruppe immer bessere Ergebnisse hat wie der einzelne. Ich bin fast geneigt zu glauben das sogar ein losses Gefüge mit Tauschhandel besser für den einzelnen ist.
    zumindest hier sind in Gärten die nahe zueinander liegen so unterschiedliche Mikroklimas das nicht alles überall gleich gut gedeiht. Warum sollte man sich dies nicht zu nutze machen?
    Dazu kommen noch die verschieden Fähigkeiten der Menschen und das Alter. Irgendwann geht die große Fläche im Alter nicht mehr.


    Ich hab mal versucht die Pferde vor einen Pflug zu spannen und damit eine Furche zu ziehen. Erkenntnisse: Unsere Reitpferde haben das nicht gelernt. Ich habe das nicht gelernt. Damit ist es unfallträchtig und im Ergebnis nicht zugebrauchen.
    klar könnte ich es lerne, könnte es der Pferden lernen. Da sind wir aber beim Thema Zeit.
    Gruß

    Kcco

    Gsund bleiben

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    Einmal editiert, zuletzt von Kcco120 ()

  • Ich denke eine 100% - ige Selbstversorgung wird schwierig. Als Einzelperson, Gruppe, Dorf oder gar Nation. Denn zum Einen spielt die Bevölkerungsdichte eine Rolle, dazu kommt noch die landwirtschaftliche Nutzfläche die vor allem in Ballungsräumen gerne durch rentablere Mietshäuser ersetzt wurden. Zudem ist eine reine Selbstversorgung ein Full-Time-Job. Das geht wenn gar keine bezahlte Arbeit mehr existiert. Allerdings wären dann auch viele Selbstbediener unterwegs wenn der Hunger kommt und man selbst aus Platzgründen nichts anbauen kann.


    Allerdings sehe ich ein gewisses Potential um die eigene Grundversorgung zu steigern und / oder gar Tauschwaren zu generieren.

    Die grösste Verwundbarkeit ist die Unwissenheit - Sun Tsu

  • Ich hab mal versucht die Pferde vor einen Pflug zu spannen und damit eine Furche zu ziehen. Erkenntnisse: Unsere Reitpferde haben das nicht gelernt. Ich habe das nicht gelernt. Damit ist es unfallträchtig und im Ergebnis nicht zugebrauchen.

    klar könnte ich es lerne, könnte es der Pferden lernen. Da sind wir aber beim Thema Zeit.

    Ich musste schmunzeln, als ich den letzten Absatz las, und erinnerte mich an die erste Stunde, als mir mein Vater das pflügen mit dem Pferd beibrachte.

    Das war eine schwere Geburt. Auch wenn ich es schon tausendmal gesehen hatte und nebenhergelaufen war. Es ist was völlig anderes hinter dem Pflug zu stehen, die Leine nur locker um den Hals, um notfals die Richtung zu dirigieren, und den Pflug so zu halten das er nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Erde mitnahm.

    Es war damals ein richtiger Krampf, und ich war schweißgebadet nach ein paar Metern.

    Aber ich möchte garnicht mehr daran denken wie die Furche ausgesehen hat, den die bestand nur noch in der Fantasie. Es war eher eine zerwühlte Vertiefung.

    Ich habe dann wütend die Leine weggeschmissen und habe mich weinend an de Rand gesetzt. Mein Vater schüttelte nur den Kopf, nahm die Leine, zog den Pflug einige Meter zurück und beendete die Furche. Als er wieder bei mir ankam. forderte er mich auf es wieder zu versuchen.

    Na ja es blieb mir ja nicht anderes übrig. Also die Zähne zusammengebissen und los gings.

    Dieses Mal schaffte ich schon ein paar Meter bis der Pflug erneut aus der Furche glitt.

    Ich will es aber kurz machen. Noch am selben Tag konnte ich das Feld allein zuende Flügen. Mein Vater schaute nur noch zu.

    Im nachherein kam es mir so vor als wenn mein Vater darin unerbittlich was was Arbeiten auf dem Hof betrafen. Aber heute weiß ich das es für uns überlebensnotwendig war . Selbst meine Mutter musste das lernen, hat es aber dann nie gemacht. Sie hatte mit Garten, Melken, Kochen und Kleintieren genug am Hals.

    Trotzdem waren wir glücklich, auch wenn die Arbeit manchmal einen über den Kopf wuchs. Wenn ich dagegen so manchen heute jammern höre, kann ich nur den Kopf schütteln.


    Kocco, deine Bemühungen mussten scheitern. Man spannt auch nicht ein Pferd vor den Pflug ohne vorher mit ihnen geübt zu haben. Sei froh das nichts passiert ist. Wenn du Pech hast. gehen die Pferde schnell durch ,da sie nicht sehen was hinter ihnen vorgeht, und es unbekannte Geräusche entstehen. Wenn ein Pferd mit einem Pflug durchgeht dann kann der Pfug schon mal nach allen seiten fliegen, hab das nicht nur einmal erlebt, und schwere verletzungen beim Pferd herbeirufen. Zum Glück ist das bei uns nicht passiert, aber unser Jonny hatte die schlechte Angewohnheit, egal ob er den ganzen Tag schon gearbeitet hat oder nur ein paar Stunden. Die letzte Pfurche war seine. Dann irgendwann schlug er aus und fing an zu rennen was das die Hufe hergaben. Der Pflug schlug dabei rechts und links herum. Erst als das Feld zuende war, hielt er zitternd an und schnaufte ein paarmal, das man es über das ganze Grundstück hörte. Erst dann schien er zufrieden zu sein. Also wurde er aus dem Geschirr entlassen und auf die Weide gebracht, wo er sich ausgiebig rollte.

    Einmal editiert, zuletzt von Arwed51 ()

  • Kocco, deine Bemühungen mussten scheitern. Man spannt auch nicht ein Pferd vor den Pflug ohne vorher mit ihnen geübt zu haben. Sei froh das nichts passiert ist. Wenn du Pech hast. gehen die Pferde schnell durch ,da sie nicht sehen was hinter ihnen vorgeht, und es unbekannte Geräusche entstehen. Wenn ein Pferd mit einem Pflug durchgeht dann kann der Pfug schon mal nach allen seiten fliegen, hab das nicht nur einmal erlebt, und schwere verletzungen beim Pferd herbeirufen.

    Arwed51 ganz so unbedarft mit dem Pferd war ich nicht ... dieses Pferd konnte ich an der doppellonge Dressur mäßig führen. Aber es ist halt ganz was anderes ein Pferd zu Gymnastizieren und sein Gangbild verbessern oder ein Arbeitsgerät angespannt zuhaben und damit zu arbeiten.


    P.S. Ich war früher öfter im Jahr in Celle, Honnover und auch ovelgönne zum Fohlen aus suchen und besuchen. jetzt komm ich nur mehr einmal im Jahr nach Warendorf und das scheint heuer nicht sicher.

    Gruß Kcco

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  • Ich denke eine 100% - ige Selbstversorgung wird schwierig. Als Einzelperson, Gruppe, Dorf oder gar Nation. Denn zum Einen spielt die Bevölkerungsdichte eine Rolle, dazu kommt noch die landwirtschaftliche Nutzfläche die vor allem in Ballungsräumen gerne durch rentablere Mietshäuser ersetzt wurden. Zudem ist eine reine Selbstversorgung ein Full-Time-Job. Das geht wenn gar keine bezahlte Arbeit mehr existiert. Allerdings wären dann auch viele Selbstbediener unterwegs wenn der Hunger kommt und man selbst aus Platzgründen nichts anbauen kann.


    Allerdings sehe ich ein gewisses Potential um die eigene Grundversorgung zu steigern und / oder gar Tauschwaren zu generieren.

    Du wirst recht haben, aber die Schweiz hat die Selbstversorgung durch die Bauern in der Verfassung stehen. Von daher sollte es als Nation zumindest eingeschränkt möglich sein.

    Gsund bleiben

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  • Jaws


    eng, ungewohnt und anders wird das sicherlich! Aber ich finde es schon mal vom Vorteil wenn Behörden den Sachverhalt regelmäßig beleuchten.
    wenn’s dafür Pläne in der Schublade gibt usw usw

    Gsund bleiben

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