Mennoniten aus Belice wandern aus nach Peru, an den Oberlauf des Amazonas.....

  • Hallo zusammen,


    ich habe hier ein interessantes Vodeo gefunden über Mennoniten, die in Belice leben.


    Dort ist es ihnen zu zivilisiert geworden und jetzt wandern sie aus nach Peru, an den Oberlauf des Amazonas....


    Von den gesamten Ersparnissen ihrer Sippe (18.000 US $) kauen sie dort ein Stück Land und fangen ganz von vorn an.



    Ist es das in etwa, was uns erwartet, wenn wir von dem Ende unserer heutigen Gesellschaft reden ?


    Entspricht das den Vorstellungen und Ist das so erstrebenswert ?


    Was meint Ihr ? ;)



    Gruss, Udo

  • Mennoniten sind nicht Mennoniten.

    Es gibt diejenigen, die leben wie wir. Nur daß sie sehr fromm sind.

    Dann gibt es die, die streng nach alter Art leben.

    Ohne Strom, ohne Auto, ohne Traktor.

    Alles Handarbeit.

    Alle weiblichen Wesen einer Gemeinschaft tragen Kleider aus dem gleichen Stoff und mit dem gleichen Schnitt und eine Haube.

    Alle männlichen Wesen tragen Hemd und Latzhose und einen Hut.

    Jegliches Vergnügen ist verboten.

    Kein Tanz, keine Musik, kein Fernsehen, kein Radio, kein Smartphone.

    Wer gegen diese Regeln verstößt, wird streng bestraft.

    Sie leben auch in streng geschlossenen Gemeinschaften und lassen keine Fremden zu.

    Wer außerhalb der Glaubensgemeinschaft heiratet, wird für immer ausgeschlossen. Der/die ist für diese Gemeinschaft gestorben. Im wahrsten Sinne des Wortes.

    Wer weggeht, darf nie wiederkommen.


    Ich vermute, ihnen ist "die Welt" einfach zu nahe auf den Pelz gerückt.

    Die jungen Leute möchten heute auch nicht mehr so leben und wollen die strengen Regeln nicht mehr einhalten.

    Also müssen sie dorthin ziehen, wo der Teufel seinen Poncho verloren hat.

    Was die Jungen nicht sehen wollen sie nicht.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

  • TejuJagua hat den Nagel auf den Kopf getroffen...


    Es gibt auch in den USA einige "Religionsgemeinschaften" wie z.B. die Amischen ( The Amish) oder Mormonen die mit ähnlichen Problemen kämpfen.


    Auch dort erkennt man das die Jugend davonläuft und will mit allen Mitteln gegensteuern. Meist in dünn besiedelten Gebieten lebend ist die "Führung" dort auf Desinformation angewiesen um den Laden zusammenzuhalten und die Alterssicherung des "Stammes" zu sichern.


    Da es keine allgemeine Schulpflicht in den USA gibt und "Homeschooling" weit verbreitet ist gelang es bisher recht gut die Wirklichkeit von dem Nachwuchs zu fernzuhalten.


    Durch das fast flächendeckende Mobile Internet haben die Kids jetzt aber doch Zugang zu Wahrheiten und ungefilterten Bildungsinhalten - sei es auch nur sporadisch und unter Strafandrohung,

    Wenn die dann ab einem gewissen Alter anfangen sich über das " ist da draussen noch as ausser uns" Gedanken zu machen werden die unkontrollierbar.


    Da die Welt dann zunehmend näher an diese Leute ranrückt nimmt man halt den Umzug in eine Gegend ohne Infrastuktur in Kauf.


    Im Falle " Belize" kann man evtl. auch davon ausgehen das es schwierigkeiten mit den Behörden gibt - man hat aus genau diesen Gründen schon mehrfach am Recht auf "Homeschooling" gewackelt.


    Es gibt sogar einen Zusammenschluss von Menschen die für den Erhalt von Homeschooling kämpfen - weltweit.

    Diese Organisation erkennt aber auch das "die Luft immer dünner wird" und viele Staaten dort eingreifen weil das Kindeswohl doch höher wiegt...


    Hier kann man noch nachlesen...


    https://hslda.org/post/belize

    2 Mal editiert, zuletzt von AndreasH ()

  • Entspricht das den Vorstellungen und Ist das so erstrebenswert ?

    für viele von uns wäre das bestimmt nicht so einfach, Regeln gibt es halt in jeder Gemeinschaft - sonst geht ja nix.


    damals :huh: in Ontario:

    Das war schon erstmal seltsam schwarze Kutschen, Männer mit Strohhüten und barfüßige Kinder zu sehen wenn man in der Gegend zwischen Kitchener und Elmira unterwegs war. Aber es sind nette, freundliche Leute wenn man ins Gespräch kommt und dann auch noch Fachgespräche über Summer Sausage & co führt :)

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:

  • Jegliches Vergnügen ist verboten.

    Kein Tanz, keine Musik, kein Fernsehen, kein Radio, kein Smartphone.

    Wer gegen diese Regeln verstößt, wird streng bestraft. ... Wie denn, vielleicht gibts ja doch Vergnügen, nur für die Außenwelt nicht sichtbar ^^


    Ach, wenn der Junge El Comunas aus dem Nebendorf mit dem Naggig oberkörper am Nachbarfluss was trinken geht, mussen die eh wieder umziehen.

    Weiß jemand wie groß das Land am Amazonas ist ?!

    Einmal editiert, zuletzt von AlienTF ()

  • Weiß jemand wie groß das Land am Amazonas ist ?!

    Also, was ich da auf dem Video gesehen habe, sind die erst mal 2 Tage mit einem Flussboot von dem nächsten Städtchen ins Landesinnere geschippert.


    Die Lichtung die da (auf dem gekauften Land) zu sehen war, war schon von allen (wohl wertvollen ?) größeren Bäumen "befreit"...


    Ich denke dieses Land wurde erst mal ausgeräubert (Thema wertvolle Bäume) um es dann zu verkaufen ....


    In der Gegend kann das Land nicht teuer gewesen sein, und Nachkaufen dürfte wohl kein wirkliches Problem sein, weil da wohl keiner wirklich hin will.


    Wenn die erst mal gemerkt haben , dass das Land dort wohl nur eine recht dünne Humusschicht hat und die Erosion ein Übrigens tut.... ist das in ein paar Jahren wohl Brachland (?)....


    Das sind die Erafhrungen z.B. aus Brasilien, wo es vor ein paar Jahren noch kostenlos Land im Norden gab....

    .....Land ruiniert, weiter ziehen....


    Selbst wenn sie mit ihrer Landwirtschaft erfolgreich sind, wird es eine harte Sache (und teurer Transport) die (verderblichen) Waren irgendwo (auf dem Markt) zu verkaufen um wenigstens an ein bisschne Geld zu kommen .... denn ganz autark haben die auch in Belice nicht gelebt, wenn man sich den Dorfladen da ansieht.


    Ich will hier auch gar nicht so intensiv auf das Thema Religion oder Home Schooling eingehen, sondern eher auf das Thema Selbstversorgung.


    Dieses Leben ist schon recht entbehrungsreich und krauftaufwändig.


    Wenn man im konventionellen System mit relativ großer Automatisation und Arbeitsteilung in einem qualifizierten Beruf arbeitet, verdient man mit seiner Arbeit wohl mehr (?) .

    Aber die ganzen "Verführer" der Werbung, was man alles so braucht ?


    Hmm


    Die Frage (für mich) ist, wie es denn langfristig mit der persönlichen Zufriedenheit aussieht.


    Gruss, Udo

  • Wenn die erst mal gemerkt haben , dass das Land dort wohl nur eine recht dünne Humusschicht hat und die Erosion ein Übrigens tut.... ist das in ein paar Jahren wohl Brachland (?)....

    Naja, wenn die schon lange Landwirtschaft betreiben, wenn auch in Mittel- und nicht in Südamerika, werden sie vermutlich schon über etwas Fachwissen verfügen, um die Fläche und das, was auf ihr möglich ist, einzuschätzen.

  • Wenn die erst mal gemerkt haben , dass das Land dort wohl nur eine recht dünne Humusschicht hat und die Erosion ein Übrigens tut.... ist das in ein paar Jahren wohl Brachland (?)....

    vielleicht gibt es dort ja "Terra Preta" - das wäre dann wie ein 6er im Lotto

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:

  • Naja, wenn die schon lange Landwirtschaft betreiben, wenn auch in Mittel- und nicht in Südamerika, werden sie vermutlich schon über etwas Fachwissen verfügen, um die Fläche und das, was auf ihr möglich ist, einzuschätzen.

    An der Stelle gab es wohl schon eine Vorhut der Mennoniten, die auch schon ein einfaches Haus gebaut hatten.

    Du könntest damit Recht haben.


    "Terra Preta" wird es dort aber wohl kaum geben, schätze ich.

    Canuck, Danke für den Link !


    Gruss, Udo

  • Wenn die erst mal gemerkt haben , dass das Land dort wohl nur eine recht dünne Humusschicht hat und die Erosion ein Übrigens tut.... ist das in ein paar Jahren wohl Brachland (?)....

    Das sind die Erafhrungen z.B. aus Brasilien, wo es vor ein paar Jahren noch kostenlos Land im Norden gab.........Land ruiniert, weiter ziehen....

    Die haben da ja einige Möglichkeiten den Sandboden etwas nachzudüngen...

    Die werden wohl wie verrückt anfangen alles was an Pflanzen beim Roden für die Felder anfällt zu kompostieren - entgegen der brasilianschen Methode ich hatte da keine Brandspuren gesehen.

    Wenn die also nicht so doof sind ihre Nährstoffe und den Dünger zu verbrennen kanns was werden.

    Alternativ würde mir dazu noch einfallen aus dem nahen Fluss einiges von dem Bodenschlamm in den Sandboden einzuarbeiten,auch so kriegen die gute Erträge hin von dem was angepflanzt wird.


    Macht eben nur viel Arbeit , mehr als das abfackeln und anschliessend Kunstdünger zu streuen.

    Aber die Leute sehen nicht aus als ob die Angst vor Arbeit haben ;)

  • Was bei unseren Böden funktioniert muss bei 3000mm Niederschlag im Jahr und ganzjährig 30°C noch lange nicht funktionieren.


    Amazonasbecken zu besiedeln ist sowieso ein Mega-Risiko in Zeiten des Klimawandels. Angenehmer wird es dort sehr wahrscheinlich nicht mehr, es kann aber noch viel, viel unangenehmer werden.


    https://www.suedkurier.de/ueberregional/wissenschaft/Dem-Regenwald-droht-der-Kollaps-Klimawandel-und-Brandrodungen-hinterlassen-tiefe-Spuren-am-Amazonas;art1350069,10410350

    Einmal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Die Mennoniten sind harte Arbeit gewohnt.

    Vor allem die, die noch nach traditioneller Art leben.

    Als die Mennoniten 1926 nach Paraguay einwanderten, kamen sie im Chaco in einer Gegend an, die menschenfeindlicher kaum sein konnte.

    Aus Gesprächen mit deren Nachkommen ( in Filadelfia gibt es auch ein Museum ) erfuhr ich, daß die Neuankömmlinge anfangs starben wie die Fliegen.

    Aber sie haben es geschafft, aus dem unwirtlichen Chaco ihre Heimat zu machen und heute haben sie praktisch die gesamte Milchwirtschaft in der Hand und mischen auch im Fleischgeschäft mit.

    Sehr viele von ihnen leben inzwischen so modern wie wir anderen.

    Ihr Zusammenhalt untereinander ist sehr stark, sie kennen sich untereinander und helfen sich.

    Die Meisten sprechen untereinander Plattdeutsch ( allerdinngs ein sehr altertümliches und ich tue mich schwer, sie zu verstehen ), fast alle sprechen auch Hochdeutsch.

    Im Chaco geben viele Gemeinschaften den dortigen Indigenen Arbeit, helfen ihnen beim Haus- und Zisternenbau.

    Es ist echt witzig, wenn dich ein waschechter Indio auf Plattdeutsch anspricht 8)


    "Terra Preta" wird es dort aber wohl kaum geben, schätze ich.

    Terra Preta kann man selber herstellen.

    Die ist ja auch früher schon nicht vom Himmel gefallen. Die wurde von den Ureinwohnern hergestellt.



    Die werden wohl wie verrückt anfangen alles was an Pflanzen beim Roden für die Felder anfällt zu kompostieren

    Das kannst du in tropischen und subtropischen Regionen vergessen.

    Alles Organische wird von den vielen Kleinorganismen komplett aufgefressen.

    Wir haben auch eine Abfallgrube für Organisches. Die wurde vor 9 Jahren, als wir auf den neuen Terreno umzogen, ausgehoben.

    Obwohl sie nur 50x50x50 cm groß ist, ist sie bis heute fast immer noch so tief wie zu Anfang.

    Anderes Beispiel:

    Ein Hund macht einen Haufen. Kurz darauf öffnet sich gleich daneben ein Loch, ca. ein Quadratzentimeter groß. Bis zum nächsten Abend haben die Ameisen den Haufen komplett beseitigt.

    Ebenso tote Tiere, Früchte, Speisereste, usw. Das "überlebt" nicht lange, dann ist es weg.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

  • Das kannst du in tropischen und subtropischen Regionen vergessen.

    Alles Organische wird von den vielen Kleinorganismen komplett aufgefressen.

    Das ist ja der Grund, warum es in diesen Landstrichen nur eine wenige Zentimeter dicke Humusschicht gibt. Alles an Nährstoffen wird sofort dem Kreislauf zugeführt. In einer Geschwindigkeit, da können wir hier in Europa nur von träumen.

  • In einer Geschwindigkeit, da können wir hier in Europa nur von träumen.

    Oh ja!

    Auch wenn es kein angenehmer Traum ist.

    Man kann Humus in die Erde einarbeiten, soviel man will, schon wenige Tage später findet man davon Nullkommanichts mehr wieder.

    Selbst aus den Hochbeeten verschwindet er.

    Ich habe mir vor einigen Jahren zwei Hochbeete gemacht. Und sie nach Anleitung befüllt.

    Bei dem einen haben die Ameisen die Ebene mit dem Strauchabfall gekapert, im anderen die Termiten.

    Den organischen Abfall haben sich alle möglichen Viecher geholt und das, was ich angepflanzt habe, holten die Vögel, die Raupen, die Ysaú und die wilden Kaninchen. :(

    Fazit: wir kaufen das Gemüse, das macht 1. weniger Arbeit und 2. ist es billiger

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )