China: Aufbau der Seidenstrasse und Ausdehnung Machtgebiet

  • Hie mal eine (wie ich finde) gut zusammengefasste Sammlung von Maßnahmen die China zur Zeit weltweit zur Etablierung einer neuen Seidenstrasse durchführt und wie es auch sonst seinen Machtbereich immer weiter ausdehnt.


    https://www.focus.de/finanzen/…t-heraus_id_13446713.html


    Man muss den Chinesen lassen, dass sie wirklich langfristig planen, aus ihrer Position heraus sehr geschickt vorgehen und so langsam die westlichen Mächte aus diversen Zukunftsmärkten raus drängt und dabei die "interessanten" Länder finanziell immer weiter von sich abhängig macht. Steuert der Westen nicht mal etwas robuster dagegen dann verlieren wir hier den Anschluss und damit in Zukunft auch gehörig an eigenem Wohlstand. Auch interessant zu sehen wie weit diese Interessen selbst nach Deutschland hinein ragen (Rhein).


    Persönlich bin ich der Meinung das man diesem Gebahren schon aus Selbstschutz Gegenmaßnahmen gegenüber setellen sollte und insbesondere in Europa den chinesischen Machteinfluss schon jetzt zurückdrängen müsse. Macht nur keiner, weil alle wie Kuh vor Scheunentor dastehen und Angst haben China als Absatzmarkt (bei Gegenmaßnahmen) zu verlieren. Sichert aber nur kurzfristig den eigenen Wohlstand in Zukunft werden wir für diese Bücklingshaltung mit Wohlstandsverlusten draufzahlen müssen.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • lord_helmchen

    Hat den Titel des Themas von „China: Aufbau der Seitenstrasse und Ausdehnung Machtgebiet“ zu „China: Aufbau der Seidenstrasse und Ausdehnung Machtgebiet“ geändert.
  • Für Gegenmaßnahmen ist es schon zu spät. Es wird allenfalls noch ein wenig Verzögert werden. China hat schon in der Vergangenheit gezielt Firmen aufgekauft und Know-How Transfer betrieben.

    Alle Firmen haben auf den chinesischen Markt gedrängt und wurden in diverse Beteiligungsgesellschaften gedrängt. Die Firmen haben darauf oft mit Überheblichkeit und Arroganz reagiert, nach dem Motto "Können wir machen, wir werden da die Gewinner sein". Im ersten Moment vielleicht ja, auf längere Zeit gesehen jedoch nicht.

    Diese Überheblichkeit alla "China kann nur Schrott" fällt uns auf die Füße. Alleine im Studiengang Elektrotechnik haben die jährlich so viele Absolventen wie es in D überhaupt an studierende gibt. Selbst wenn "nur" 25% davon sehr gut sind, ist das immer noch eine immens große Menge an wissbegierigen Leuten die etwas bewegen wollen. Die haben aus "Schrott machen" gelernt und verbessern sich stetig auf allen Gebieten, im Gegensatz zum "Westen" der sich an irgendwelchen Political Correctness, Gender und sonstwas Debatten ergötzt und in vielen Bereichen immer langsamer wird oder sogar ins hintertreffen gerät. Es wird darüber Diskutiert ob alles PC ist, alle Gendersternchen, -doppelpunkt, -unterstriche richtig gesetzt sind, anstatt sich auf wesentliche Dinge zu konzentrieren.

    Ich vergleiche den Westen gerne mit dem alten römischen Reich. Der Zenit is überschritten, die dringenden und großen Probleme werden ignoriert und statt dessen irgend etwas anderes gesucht mit dem man sich Beschäftigen und Ablenken kann. Wir sind die, die wie im römischen Reich, dabei zuschauen können wir es an die Wand gefahren wird.

  • Die letzten Sargnägel untergegangener Zivilisationen war meistens die eigene Dekadenz und Überheblichkeit. Auch da werden wir keine Ausnahme bilden.

  • Was wir bei der Betrachtung diktatorisch geführter Staaten manchmal verdrängen, ist die "Selbstreparaturfähigkeit" der westlichen Demokratien, auch wenn es bei uns gelegentlich mal drunter und drüber geht, ewig debattiert wird oder manchmal kuriose Entscheide von den Wählern getroffen werden oder das demokratische System auch mal strapaziert wird, bis es ächzt (siehe Trump).

    So etwas kennen Diktaturen nicht, da gibt es nur schwarz und weiss. Wer nicht für die Regierung ist, wird von ihr als ein Feind betrachtet. So lange der Staat für Brot & Spiele sorgt, bleiben die Menschen ruhig, hakt es daran, fängt der Staat mit Repressalien an und Überwachung, damit reduziert der Apparat aber selbst die Zahl seiner Unterstützer und hat immer mehr Feinde, die Menschen laufen maximal noch mit oder tun nur so, als wären sie loyal. Das höhlt so einen Staat nach und nach aus. Manchmal zerlegt sich eine absolutistische Machtstruktur aber auch spontan von innen her: Gier und Korruption sind nunmal fester Bestandteil menschlicher Gesellschaften, vor allem bei den Leuten, die in Machtpositionen sitzen, auch in Diktaturen.


    Bei Xi Jinping lässt sich feststellen, dass er in letzter Zeit die Zügel straffer anzieht, sich offenbar seiner Sache nicht mehr ganz so sicher ist. Das Land ist außenpolitisch komplett unerfahren und agiert vielfach stümperhaft. Selbst bei mit dem Regime befreundeten Staaten, wie dem von sozialistischen Ex-Guerriallkriegern regierten Namibia: hier machte sich das vielfach massiv engagierte China zuletzt keine Freunde, die letzten politisch-militärischen Besuche von Chinesen in Namibia wurden von wütenden Protesten der Bevölkerung begleitet. Es kommt auch vermehrt zu Übergriffen auf die sich immer mehr ausbreitende Schicht an chinesischen Händlern dort.


    Die Seidenstraße entwickelt sich nicht so performant wie erhofft, der Aufbau riesiger Infrastrukturen gerät ins Stocken und irgendwer muss das ganze ja auch betreiben, warten, reparieren. So machen sich Bahnlinien durch ganz Asien, Autobahnen und Brückenbauwerke in Afrike auf den ersten Blick gut, sind aber nur Anfangsinvestitionen in Stahl und Beton. Würde mich nicht wundern, wenn die Hälfte davon schon in 10 Jahren anfängt zu verrotten.

    Strategisch wichtigte Partnerländer steigen aus (Australien) oder sind verstärkt durch die Pandemie finanziell nicht mehr in der Lage, ihren Beitrag an der "Neuen Seidenstrasse" zu leisten (vielfach in Afrika, aber auch in Asien).


    Da fällt China das fehlende diplomatische Geschick und das nicht vorhandene globale Netzwerk auf die Füsse. Es kostet auch China Milliarden, neue Hochleistungs-Bahntrassen über tausende Kilometer z.B. durch die kasachische Steppe zu ziehen, aber es kostet nur ein paar Dollar, einen Anschlag auf so eine Bahnlinie zu verüben. D.h. wenn die Transitländer nicht für die Sicherheit der Trassen garantieren können, ist die Seidenstrassen-Infrastruktur nur ein Papiertiger.

    Das wird für China zu einem Milliardengrab - Geld das im Land fehlt, um z.B. eigene Hochtechnologie nachhaltig aufbauen zu können und für "Brot&Spiele". Mit dem rigiden Umgang Jinpins mit erfolgreichen chinesischen Unternehmern macht er sich beim eigenen Volk keine Freunde. Ich vermute mal, dass Jinping den Höhepunkt seiner Macht jetzt hat oder ihn sogar schon überschrittenhat


    Die VR China kann sich nur zu geschätzt 8% selbst mit Mikroelektronik-Produkten versorgen, der Rest kommt von extern. Da nützt auch der Griff nach Taiwan nichts, wo der weltgrößte und modernste Chiphersteller TSMC sitzt: wenn China hier zuschlägt, wird der Rest der Welt, Taiwan von der Versorgung abschneiden, dann stehen die Bänder bei TSMC sehr schnell still. Und schlimmstenfalls fällt das was aus heiterem Himmel auf die ungeschützt in der Landschaft stehenden Chipfabriken.

    Denn die USA und Europa haben die Gefahr erkannt und handeln bereits (verstärkter Aufbau eigener Chip-Produktionsstätten).

    Die G7-Länder haben kürzlich eine eigene Infrastruktur-Initiative als Antwort auf die Seidenstrasse beschlossen.


    Insofern kann man Chinas Aktivitäten auch was Positives abgewinne: es rüttelt den Westen auf, sich mal wieder zu bewegen.

    Einmal editiert, zuletzt von tomduly ()

  • In allen Diktaturen musste man früher oder später erkennen das man Loyalität, Kreativität und EIgeninitiative nicht erzwingen kann. Was nützt das "richtige" Parteibuch in der Tasche das Türen zu verantwortungsvllen Posten öffnet wenn da nur Idioten duchmarschieren ?


    Ein Freund von mit studiert Sinologie , hält sich momentan in Taiwan auf. Man sieht der Sache dort recht gelassen entgegen, denn sehr viele der Leute aus "Großchina" die in Europa oder den USA studieren sind für den "Großchinesischen" Arbeitsmarkt verloren weil die dann bestens ausgebildet in Taiwan oder anderweitig in Asien auftauchen... Wo sie so leben und kreativ sein können wie sie wollen und ohne das staatlich angeordnete Sozialgefüge aus Anschiss und Beobachtung etwas persönlich erreichen können.


    Herr Xi scheint sich nicht bewusst zu sein das sein eigenses System grad dabei ist ihn bös in den Hintern zu beissen. Seine "Zuträger" die in hohen Positionen sitzen werden einen Teufel tun - ihm aber nie die volle Wahrheit sagen über die Vorgänge in ihren Bereichen. Da wird nur so weit berichtet wie es sich als positiv sehen lässt - einmal weils besser für die eigene Karriere ist und zweitens weil die Asiatische Kultur so anders der unseren gegenüber ist das man schlechte Nachrichten einfach wegfallen lässt.


    Bleibt aber trotzdem spannend mit anzusehen wie man sch in China mit dem Bau von Prestigeobjekten verzettelt und personell/finanziell verausgabt während an anderen Ecken nichtmal die Infrasturkturen funktionieren...


    Die Entscheidung den Kommunismus beizubehalten und mit einem staatlich zugelassenen Kapitalismus zu verbinden ist zudem auch nicht die Beste - aus zwei maroden und noch nie richtig funktionierenden Systemen ein brauchbares zimmern ? Das geht nicht gut.


    Bis jetzt ist jedes Land das den Kommunismus ertragen musste jämmerlich baden gegangen - schlichtweg weil die Bevölkerung irgendwann so die Schnauze voll hatte das dort auch noch der geringste Rückhalt aufgebraucht war...


    Es bleibt halt nur die Frage wie weit sich der Machtapparat um Xi herum in die Enge getrieben fühlt und evtl unkontrolliert durchdreht. Es wird nicht mehr lange dauern und "die Chinesen" werden in den Ländern Afrikas und Lateinamerikas nicht mehr so willkommen sein, dort wächst das Bewusstsein darüber das die ganzen Investitionen nur einem Ziel dienen. Aber keinesfalls dem Wohl des entsprechenden Landes oder dessen Bevölkerung.

    In einer Dekade werden die Politiker die man zum erreichen der Ziele dort geschmiert hat weg sein und neue nachrutschen. Da werden dann auch vergangene Vorgänge erkannt und evtl. wieder aufgerollt werden.


    Trotz einer gewissen Gefahr durch China....Ganz einfach werden es die Leute nicht haben, denn im Rest der Welt setzen immer mehr Erkenntnisprozesse ein und man wird gegensteuern. Hoffentlich ohne militärisches einzusetzen.

  • Mir fällt bei solchen Diskussionen immer Kostelany ein, der Börsenguru. "Ich mache keine Geschäfte mit Chinesen. Die haben eine so andere Kultur die wir nicht verstehen. Ich kann sie nicht einschätzen." (Sinngemäss)

    Er mag wohl Recht haben. Jede grosse Firma die sich mit China eingelassen hat bereut diesen Schritt zu tiefst. Denn die sind in der Geschäftswelt knallhart und gehen über Leichen, ohne mit der Wimper zu zucken. Den wir Westler haben den selben Stellenwert wie bei angehörigen einer anderen Religion aus den südlichen Gegenden.

    Lügen und betrügen gegenüber einer Langnase schadet deren Karma nicht im geringsten.

    Auch hier, wir graben unser Grab selber und nicht die Chinesen. Womit wir auch wieder beim kurzfristigen finanziellen westlichen denken sind und bei der chinesischen Strategie mit grossem Zeitrahmen.


    Oder kurz zusammengefasst: Selber Schuld.

    Ich verliere nicht! Entweder ich gewinne oder ich lerne.

  • Chinesen und ihr Reich der Mitte.

    Diese Menschen einer Jahrtausende alte Zivilisation und Kultur halten sich für die Krone der Schöpfung. Andere Asiaten, Europäer, Afrikaner usw. sind bestenfalls sprechende, dumme und unkultivierte Halbmenschen, die man ungestraft ausnehmen und bescheißen darf. Man erwirbt Achtung und Ansehen anderer Chinesen wenn einem das gut gelingt und so ein weißes Schwein an Gesicht verliert. Dabei ist es besonders lustig und verdienstvoll wenn die dämliche Langnase nicht mal merkt was ihm da gerade passiert.

    Chinesen planen ihr Vorgehen viele viele Jahre voraus. Und sie bleiben da dran, egal wie lange das dauert oder welche Umwege das erfordert. Sie werden ihre Ziele immer erreichen, weil sie definitiv den längeren Atem haben. Wenn es diese Generation nicht schafft, dann eben die näxte.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • Ich hab im Bekannten- und Kollegenkreis einige Chinesen, die ich auch privat kenne. Alle freundlich, nett, zuvorkommend, höflich. Manchmal etwas überraschende Tischmanieren, Martin Luther hätte seine Freude daran. Aber nie irgendwie missionierend oder in Diskussionen ihre Staatsform als die bessere verkaufend. Was wir ja permanent tun. Das ist bei offiziellen Begegnungen z.B. bei Wirtschaftsdelegationen sicher anders, da sind geschulte Parteikader mit am Tisch, da gruselts mir dann schon mal, wenn sie lächelnd ihr diktatorisches Staatssystem als genauso lebenswert oder gar besser als unsere demokratischen Systeme darstellen.


    Die USA sorgen sich aktuell um die Bautätigkeit in China, was Silos für Atomraketen angeht:


    Spiegel: USA alarmiert wegen Chinas Raketensilos in der Wüste


    Ich denke, man darf das chinesische Staats-System der KPCh durchaus sehr kritisch sehen und auch mit Sach-Argumenten "bashen".

    Aber der "Otto-Normalchinese" ist wie wir, will seine Ruhe, in Frieden leben, glücklich sein, etwas Wohlstand haben und den Eltern Enkelkinder bescheren. Wie die Menschen überall auf der Welt halt.

  • Vielleicht geht es ja ausnahmsweise auch ohne China-Bashing. Also bitte zurück zum Thema.

    Das ist kein Bashing sondern Realität. Ich habe da so einige Einblicke in die chinesische Psyche, glaube mir. Nicht alle, aber sicherlich über 90% aller Chinesen denken genau so. Sie lächeln dir freundlich ins Gesicht während sie dir das Fell über die Ohren ziehen.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • Ich kann über die mir bekannten Austauschschüler aus China, Hongkong, Südkorea nur gutes sagen. Sie waren nett und höflich, hatten eine ungeheure Disziplin und einen herausragenden Arbeitseifer. Beide Seiten haben von dem Austausch in vielerlei Hinsicht profitiert.


    Im aktuellen Vergleich zwischen europäischen Ländern, vor allem DE, und China fällt auf, dass China erfolgreich ist. Sie können forschen, bauen, liefern. Ich halte die aktuelle Negativsteuerung in DE, die dummdreistes Fordern, dumme Ausreden, sich selbst im Weg stehende Bürokratie, nutzlose Beschäftigungsstrategien, wie z.B. Gendern, hofiert, für einen absolut gefährlichen Irrweg. Die Chinesen stehen mit ihrer Arbeitshaltung und Disziplin dort, wo DE für 50+ Jahren war. Und wir meinen, wir hätten den Ruhm abonniert. Nein, das kann man nicht, den muss man sich jeden Tag erarbeiten.

  • Das ist kein Bashing sondern Realität. Ich habe da so einige Einblicke in die chinesische Psyche, glaube mir. Nicht alle, aber sicherlich über 90% aller Chinesen denken genau so. Sie lächeln dir freundlich ins Gesicht während sie dir das Fell über die Ohren ziehen.


    Vielleicht geht es ja ausnahmsweise auch ohne China-Bashing. Also bitte zurück zum Thema.


    Ich unterschreibe die Erklärung von Miesegrau zu 100%. Warum? Weil ich Erfahrung habe. Ich habe durch meine Ehe mit einer Chinesin sehr gut in die Kultur und das Denken der Chinesen hineingesehen.

    Was unser Waldbär geschrieben hat ist absolut KEIN Bashing, sondern schlicht die Realität. Mehr als einmal erlebt. Und schlimmer, es wurde auch immer wieder mal erwähnt.


    Meine 5 Rappen:

    Leider ist es wohl genau diese neue Angewohnheit Dinge nicht mehr beim Namen nennen zu dürfen genau das, was uns Europäer beim derzeitigen Wirtschaftskrieg (und nichts anderes ist es was da läuft) mithilft in die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit zu versinken. Manchmal muss man eben einen Grashalm umknicken um vorwärts laufen zu können.

  • Ben

    Hat das Thema geschlossen