Erfahrungsbericht Hochwasserkatastrophe

  • Kannst du für einige Tage zu Hause bleiben ?

    Das schützt am besten vor Plünderern.

    Mein Arbeitgeber bietet dieses ausdrücklich an.

  • Kannst du für einige Tage zu Hause bleiben ?

    Das schützt am besten vor Plünderern.

    Mein Arbeitgeber bietet dieses ausdrücklich an.

    Ich war, allein aufgrund der Impfung am Donnerstag zuhause geblieben.


    Geh aber wieder arbeiten, ich darf mich jetzt nicht hier einschließen, das wäre nicht gut.


    Ich geh, leider, davon aus, das hier ganz gezielt eingebrochen wurde und die genau wussten wie sie hier am besten hinkommen etc.

  • Ich geh, leider, davon aus, das hier ganz gezielt eingebrochen wurde und die genau wussten wie sie hier am besten hinkommen etc.

    Gerade auch weil die Zeit und der Aufwand in Kauf genommen würde das Gitter am Fenster zu zerstören.

    Könntet Du beschreiben wie das Gitter zerstört worden ist? (Aus der Verankerung gehebelt, abgeflext mit einem Trennschleifer oder mit Brechstange zur Seite verbogen etc.?)

    Würde mir helfen meine eigenen Ideen für eine Sicherung zu prüfen.


    Dir und deinen Eltern viel Kraft in der aktuellen Situation. Wenn du was brauchst melde dich.

  • Gerade auch weil die Zeit und der Aufwand in Kauf genommen würde das Gitter am Fenster zu zerstören.

    Könntet Du beschreiben wie das Gitter zerstört worden ist? (Aus der Verankerung gehebelt, abgeflext mit einem Trennschleifer oder mit Brechstange zur Seite verbogen etc.?)

    Würde mir helfen meine eigenen Ideen für eine Sicherung zu prüfen.


    Dir und deinen Eltern viel Kraft in der aktuellen Situation. Wenn du was brauchst melde dich.

    Das Gitter ist ein Hohlgitter mit Innenliegender Stange, so das man es nicht unbedingt aufsägen kann. Es ist 89 Installiert worden.

    Es wurde halt mit einem Bolzenschneider durchgetrennt. Insgesamt 4 Streben.

    20210722_084716.jpg

  • Tip: bei Erneuerung durch Versicherung nimm Volleisen feuerverzinkt und setzt 30cm Bolzen in das Mauerwerk verankert (oben, unten, rechts, links pro Seite 2 Bolzen) mit 300er Rundkopfschrauben wobei du die Löcher größer machst und mit Hilti Hit verklebst. Kriegt keiner mehr auf/ab. Funktioniert nur wenn das Fenster für Reinigungsarbeiten nach Innen geöffnet wird was nach dem Foto bei dir gegeben ist. Hilti Hit ist wirklich Teufelszeug.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Tip: bei Erneuerung durch Versicherung nimm Volleisen feuerverzinkt und setzt 30cm Bolzen in das Mauerwerk verankert (oben, unten, rechts, links pro Seite 2 Bolzen) mit 300er Rundkopfschrauben wobei du die Löcher größer machst und mit Hilti Hit verklebst. Kriegt keiner mehr auf/ab. Funktioniert nur wenn das Fenster für Reinigungsarbeiten nach Innen geöffnet wird was nach dem Foto bei dir gegeben ist. Hilti Hit ist wirklich Teufelszeug.

    Bedenke! Ein Fenster ist immer auch ein Fluchtweg bzw. Angriffsweg bzw. Zugang für die Feuerwehr (z.B. Patientenrettung mittels DLK).


    Die Feuerwehr kommt trotzdem rein, kostet ggf. Zeit.

    Im Übrigen werden wohl zunehmend Akku - Rettungssätze aus Feuerwehrhäusern gestohlen, der Dieb von heute geht mit der Zeit.


    Transalp.

    Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum!

  • Tip: bei Erneuerung durch Versicherung nimm Volleisen feuerverzinkt und setzt 30cm Bolzen in das Mauerwerk verankert (oben, unten, rechts, links pro Seite 2 Bolzen) mit 300er Rundkopfschrauben wobei du die Löcher größer machst und mit Hilti Hit verklebst. Kriegt keiner mehr auf/ab. Funktioniert nur wenn das Fenster für Reinigungsarbeiten nach Innen geöffnet wird was nach dem Foto bei dir gegeben ist. Hilti Hit ist wirklich Teufelszeug.

    Danke für die Ideen,

    Ohne ein Mauerwerk ist es aber nicht ganz so umzusetzen.

    Ich werde demnächst mal schauen was sich wirklich alles machen lässt.

  • "Verschlanken" ist da die Devise.


    ... dann alle Schlüssel mitsamt Ring auf einen Karabiner, diesen direkt im Gürtel eingehängt und zusätzlich mit einem an einer Gürtelschlaufe befestigten Schlüsselband gesichert. So war ich dann mit sämtlichen Schlüsseln von teilweise bis zu 8 Fahrzeugen unterwegs - hat ohne Verluste geklappt :slightly_smiling_face:

    Lunatiks das ist genau das, was ich nicht möchte... bin in meinem Job ein sog. Springer, d.h. für sehr viele unterschiedliche Bereiche in der Firma zuständig. Daher auch ein Firmenschlüsselbund, für den man eigentlich einen Waffenschein beantragen müsste, so groß und schwer ist der. U.a. passiert es bei mir, dass ich Instandhaltungsarbeiten im Bergwerk mache, dann kommt der Anruf "1x von OÖ nach Stmk an den anderen Standort, dort 1x 90 min. Führung durchs Bergwerk, und dann retour nach Hallstatt an den Infopoint...." da brauche ich dann Firmen- und Autoschlüssel, und wenn von denen was im Bergwerk verloren geht, bin ich maximal aufgeschmissen... daher bleiben Auto- und Wohnungsschlüsselbund immer "obertage", sicher ist sicher!

    Mein Wohnungsschlüsselbund hat ausserdem ein Schlüsselbändchen, um ihn auch in den unendlichen Weiten eines Rucksackes oder einer Frauenhandtasche finden zu können, der Autoschlüssel hat das Bändchen nicht. Hatte bei meinem ersten Auto so eins am Schlüssel, und klassisch über die Schaltung geschlungen...und dann bleibst einmal hängen beim Abziehen vom Schlüssel...nicht so toll - und schnell sehr teuer...

  • Ich halte nichts vom Katastrophen Tourismus und trotzdem, kann ich jedem empfehlen, sich das ganze mal am Rande anzuschauen, da man daraus einige leeren für die Vorbereitung ziehen kann.


    Wer mehr oder weniger in der Nähe von Bad Münstereifel wohnt, den lade ich gerne mal ein, das wir eine kleine Tour machen, wo ich gern bisschen was zeige oder uns gemütlich irgendwo treffen und ich an Hand von Bildern und Karten bisschen was versuche zu zeigen.


    Wenn so, paar kleine Treffen ggf.zusammen kommen, können hier die Tourberichte eingestellt werden.

  • PreppiPeppi

    Ich hatte aus Vorbereitungsgründen ein Thuraya-Satellitentelefon nebst aufgeladener Prepaidsimkarte auf Lager, damit ich auch bei (lokalem) Netzausfall telefonieren kann Ich habe mich aber nach 5 Jahren Besitzdauer dann dagegen entschieden und es verkauft.

    Hauptgrund war die Umstellung aller Tarife von Prepaid auf monatliche Zahlweise. Das war mit auf Dauer zu teuer.


    Ich fragte mich: Wen soll ich in der Krise anrufen?

    Polizei, Feuerwehr, THW? Ich gehe davon aus, dass die bescheid wissen.


    Verwandte vielleicht? Um zu sagen, dass es einem gut geht oder fragen ob man bei denen unterkommen kann? Ja, das wäre was.

    Je nach Szenario wäre ein Telefonat mit Prepperfreunden auch noch sehr sinnvoll.

    Bei einer großflächigen Krise mit großflächigem TelComausfall und wenn da ich der einzige mit Satphone bin, kann ich ohnehin niemanden anrufen.


    Mein Fazit:

    Nutzen ist zwar durchaus gegeben, der Preis dafür war mir nach der Tarifumstellung aber zu hoch.


    Dennoch würde mich natürlich die Einschätzung von JacktheRippchen interessieren, denn meine Überlegungen sind rein theoretischer Natur - und nichts geht über die Praxis!


    LG

    Bo

  • PreppiPeppi  borath


    Deinen Text, Borath, kann ich so unterschreiben.

    Für meine Situation, wären die nur kurz sinnvoll gewesen um meinen Eltern zu sagen, das es mir gut geht und sie sich keine Sorgen machen müssten, denke meine Mutter hätte sich aber eh weiter Sorgen gemacht.


    Ob ich das Gerät in dem Augenblick überhaupt mit dabei gehabt hätte, ist auch zu bezweifeln.


    Das Mobilfunknetz war recht schnell wieder soweit stabil, das man ganz normal telefonieren kann oder zumindest Nachrichten versenden kann.


    In der Schadensnacht, glaube ich zumindest nicht, das Einsatzkräfte solche Geräte groß genutzt haben.


    Richtung Ahr etc.kann ich mir schon eher vorstellen, das man dort die Geräte hätte eher nutzen können, wobei, auch von dort kamen recht schnell Berichte und Informationen raus in die Welt.


    Was ich massiv festgestellt habe, wie wichtig eigentlich mittlerweile das Internet für die Kommunikation und die Informationensbeschaffung ist.


    Wieviel Informationen soll schon in 2min regionale Radionews vermittelt werden? Zumal es ja ein recht umfangreiches Gebiet betrifft, TV hab ich immer noch nicht aber da käme noch weniger regionale Informationen rüber, welche genau auf meinen Umkreis zutrifft.


    Facebook und dort Regionale Ortsgruppen, waren und sind Gold wert. Mich interessiert aktuell nicht die Lage in Erftstadt, Mich interessiert Bad Münstereifel, minimal noch Euskirchen.


    Informationen zu meinem Arbeitsplatz, habe ich aus der entsprechenden WhatsApp Gruppe erhalten. Ganz wichtige Sachen, zusätzlich von meiner direkten Vorgesetzten, per WhatsApp.


    Sachen über den Ort, auch direkt in der Dorf WhatsApp Gruppe.


    Hoffe ich konnte euch, die Frage einigermaßen beantworten.

  • Guten Morgen,


    soweit, so richtig.

    Aber ich sehe noch einen Zusatznutzen, außerhalb von Groß-/Flächenlagen.


    Hier - im Gebirge - gibt es durchaus nicht GSM versorgte Gebiete, da ist das Mitführen eines Sat 📞 ganz beruhigend, auch wenn die Topographie hinsichtlich „Empfängnis“ noch eine Rolle spielt.


    Es gab hier mal einen Link zu einer Karte, die die Bereiche bzw. die Entfernung zur nächsten Straße (= Distanz zur Zivilisation) grafisch visualisiert hat. Und das unerschlossenste Gebiet in Deutschland befindet just bei uns, wenn Du da allein eine Mountainbike Tour unternimmst ist ein Sat 📱 nicht das Schlechteste.


    Habs: Orte der Unzugänglichkeit

    https://hanshack.com/pointnemo/


    Es muss also nicht unbedingt die Wüstentour sein.


    Schönen Sonntag, Gruß Ernst

    Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum!

  • Vielen Dank, Jack, für deinen ausführlichen Erfahrunsbericht! Wie die anderen zuvor, wünsche ich deiner Familie und dir, dass ihr die materiellen Folgen möglichst bald bewältigen könnt. Emotional wird es vermutlich länger dauern. Wenn im Ahrtal von dem einen auf den anderen Tag nichts mehr so ist, wie gewohnt, braucht es Zeit, um sich umzugewöhnen oder wegzugehen.


    Wie sehr ihr das mit einigen Wochen Abstand? Denkt ihr oder deine Eltern daran, wegzuziehen?


    Nachdem, was in Bad Münstereifel und in anderen Orten passiert ist, denke ich bei mir schon daran, zumindest von der Flussnähe wegzugehen. Unser Ort ähnelt von der Lage dem, wie es topografisch im Ahrtal aussieht ...


    Noch kurz ein paar Gedanken und Stichpunkte aus der eigenen Familie. Bei uns ist das Haus meines Schwagers im Rheinland betroffen gewesen. Am 13.07. erreichte mich um 22 Uhr die Nachricht, dass sie Sandsäcke auslegen würden. Da war ich schon ziemlich perplex, da ihr Haus in keinem mir bekannten Überschwemmungsgebiet liegt. Am 14.07. dann die Nachricht, dass der Keller und die tiefer gelegene Garage überflutet wurde. In der darauffolgenden Nacht kam ein weiterer Starkregen. Die FW, die nachmittags noch versucht hatte zu helfen, ist abends abgerückt, als das Wasser wieder in die Straße drückte, um ihre Fahrzeuge zu retten.


    Morgens stand das Wasser dann bis zur Kellerdecke. Viel hätte nicht mehr gefehlt und es wäre auch ins EG gelaufen. Soweit die Lage kurz umrissen. Folgende Erfahrungen aus den folgenden Tagen möchte ich mit euch teilen:

    • Nicht in den überfluteten Keller (Bereich) gehen, solange nicht zweifelsfrei ist, dass kein Strom mehr da ist. Klingt banal, meine Schwester wollte aber am ersten Tag noch die Sachen retten, die noch nicht nass waren. Auch Lebensmittel und Kleidung. Lebensgefährlich!
    • Nicht draußen im überfluteten Bereich, der von starker Strömung beeinträchtigt ist, herumlaufen. Klingt auch banal, aber sie hatten überlegt, nachdem das Haus nur eingeschränkt bewohnbar war, zu Fuß mehrere Kilometer weit zu einer anderen Unterkunft zu gehen. Das konnte ich ihnen zum Glück ausreden. Offene Gullideckel, starke Strömung und Trümmerteile sind ebenfalls lebensgefährlich!
    • Heißes Wasser / generell Trinkwasser bevorraten, solange es geht. Ich hatte geraten, kochendes Wasser in Thermosgefäße zu geben, bevor sie das umsetzen konnten, war der Strom im Viertel auf unbestimmte Zeit schon abgeschaltet. Trinkwasser musste die ersten Tage abgekocht werden. Ohne Strom und Vorbereitung eine kaum zu nehmende Hürde. Also nicht lange hadern, sondern handeln, solange es noch geht!
    • Information und Kommunikation, wie Jack schon geschrieben hat, waren in den ersten Tagen extrem wichtig: wo gibt es welche Hilfe? Wie sieht die Situation in der unmittelbaren Umgebung aus? Wen kann ich ansprechen? Was sollte ich sinnvollerweise in welcher Reihenfolge machen? All das prasselt auf einen innerhalb kürzester Zeit ein, während man noch unter Schock steht. Eine Planung in ruhigeren Zeiten hilft hier ungemein (soweit das im Vorfeld möglich ist).
    • Aufräumen: immer an Eigenschutz denken! In der Umgebung war eine Kläranlage übergelaufen. Das Flusswasser zusammen mit Klärschlamm in den Keller eingedrungen. Da musste alles bis auf die Grundmauern raus: Böden, Putz, Tapeten, Kacheln, Holzverkleidungen. Dichtsitzende FFP2-Masken, Handschuhe (!) und Maleranzüge (!) zusammen mit Gummistiefeln sind ein Muss. Ebenso Wasser und Seife zum anschließenden Waschen.
    • Nachbarschaftshilfe: sie haben das Glück, dass es im Ort viele Freiwillige gab, die über eine private Initiative organisiert und vermittelt wurden. Ohne die Unterstützung wäre es im Nachhinein noch viel schwieriger geworden.
    • Mentale Einstellung: das lässt sich nur schwer trainieren oder im Vorfeld vorbereiten. Jeder reagiert anders. Aber die Erkenntnis, dass das Gewohnte für viele Tage, Wochen oder vielleicht sogar Monate nicht mehr da sein wird, muss man erstmal anerkennen und verarbeiten. Auch hier hilft vielleicht eine Beschäftigung mit wahrscheinlichen Extremsituationen im Vorfeld: „Was mache ich, wenn ...“

    Was hat ihnen konkret gefehlt:

    • Stirnlampen, Batterien, Ersatzstromversorgung
    • Haltbare, einfach zuzubereitende Lebensmittel, Trinkwasser (oder die Möglichkeit, welches selbst herzustellen)
    • Die oben genannte Schutzkleidung

    Alles andere konnten sie dank einer um sie herum intakten Infrastruktur nach ein paar Tagen organisieren. Bautrockner, Lampen, Müllcontainer, Werkzeug, Lebensmittel etc.


    Wie vom BBK empfohlen, waren die ersten Tage kritisch. Danach rollte die Hilfe von offizieller und privater Seite an. Insgesamt gilt für Vorbereitungen: alles was in der Krise zeitaufwendig ist, ist unbrauchbar. Man hat so viel gleichzeitig zu tun, dass man keine Zeit hat, um z. B. Dinge zu kochen, zu backen oder Wasser zu filtern. Je mehr davon (in den ersten Tagen) fertig zur Verfügung steht, umso besser.

    Ob es jetzt selbsterhitzende Lebensmittel sein müssen oder ob ein Convar-Riegel ausreicht, muss jeder selbst entscheiden. Aber aufwendige Bastellösungen, die zeitintensiv sind, haben sich als unbrauchbar erwiesen. Die Vorstellung, ich habe in der Krise viel Zeit und sitze die Lage zu Hause aus, hat sich zumindest in diesem Fall nicht bewahrheitet. Dafür war/ist zu viel zu tun.


    Vielleicht gibt das noch ein paar Anregungen für die eigenen Vorbereitungen.