Selbstverteidigung im öffentlichen Raum

  • Ich schließe mich hier mal Arwed51 an. Wenn ich als Ordnungskraft / als Sicherheitsdienst eingesetzt bin, dann ist m.E. schon mal grundsätzlich von einer möglichen Bedrohungslage auszugehen. Ansonsten würde man Euch nicht anfordern. Das hieße für mich auch mindestens Stichschutzweste, Reizgas sowie eine brauchbare Taschenlampe (brauchbar im Sinne von "sie macht nicht nur Licht sondern auch Aua"). All diese Utensilien lassen sich fast unsichtbar tragen, so dass keine optische Eskalation im Vorfeld stattfindet. Aber wenn es hart auf hart kommt bin ich lieber derjenige, der 30 cm Meinungsverstärker (und damit eine 30 cm größere Reichweite als der Andere) und Reizgas ins Feld führen kann anstatt derjenige, der nur abwehrend die Hände heben kann.


    Just my 2 cents, wobei ich keine Erfahrung in diesem Bereich habe.

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • @ Fabrice:


    Mit dem von dir aufgezeigten Betätigungsfeld rate ich unbedingt zu einer Stichschutzweste sowie schnitthemmenden Handschuhen als Passivschutz.


    Zusätzlich ein realitätsnahes SV Training, wie z.B. KravMaga + Boxen oder Pencat Silat.


    Der Besuch und das Training von Seminaren, die messerspezifisch sind, öffnen Augen!


    Alkohol, Drogen sowie Gruppendynamik mündet nicht selten in sich schnell hochschaukelnder Aggression und endet häufig in einer Eskalation von körperlicher Gewalt.


    Die Wahrnehmung für seine Umgebung, die taktisch kluge Wahl seines Standortes, gepaart mit ruhiger Gesprächsführung und Körpersprache ist sicherlich notwendig und sinnvoll.

    Allerdings sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass die Sch**** nicht ruck-zuck in den berühmten Ventilator fliegen kann. Dazu bedarf es nicht einmal deinem Zutun. Du weißt NIE was ggf. vorher passiert ist wenn du z.B. auf Gruppen oder alkoholisierte Personen triffst.


    Stichwaffen und/oder scharfe Gegenstände sind bei vielen schnell zur Hand und werden gerne und blitzschnell benutzt. Oftmals auch dann, wenn die Situation sich nicht als gefährlich darstellt oder schon als erledigt erscheint.

    Ein Stich mit einer Spritze kann dein ganzes Leben verändern.


    Denk immer daran, dass es Menschen gibt die ein enormes Gewaltpotential in sich tragen und aus unterschiedlichsten Gründen so etwas wie ein Dampfkessel sind, der sich bei Überdruck entlädt. Diese Art von Mensch muss dann irgendwohin mit dem Druck. Und das bist dann ggf. DU.


    Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen: Nie ohne Schutzweste!


    Just my 5 cents


    Bleib gesund

  • ...

    So arbeite ich seit kurzem im Sicherheitsdienst und bin auf Patrouille nachts unterwegs in verschiedenen Gemeinden.

    ...

    Hallo Fabrice


    eine persönliche Frage, und ich werde sofort akzeptieren, falls Du sie nicht beantworten willst.


    Warum entscheidet man sich dazu, im Sicherheitsdienst zu arbeiten? Für mich ist das, weil ich doch an meinem Leben hänge, komplett unverständlich.

    Da es aber viele Security-Arbeiter gibt, muss es wohl gute Gründe geben, so etwas zu machen. Ich kenne keine Security persönlich, deshalb die oben gestellte Frage. Du kennst sicher andere Securities, was sind so die Hauptbeweggründe?


    Darf ich gleich mal raten: Gerechtigkeitsempfinden? Beschützerinstikt (Es leben Dir wichtige Personen in den Gemeinden)?


    Nochmal: Ich möchte Dich nicht kritisieren, aber ich hätte viel zu viel Angst, mich täglich mit potentiellen Messerern anzulegen, um das für Geld zu tun.


    Falls hier andere im Beschützer-Umfeld tätige sind, würde mich natürlich deren Meinung auch interssieren.


    Unsere Nachbarstochter wollte unbedingt Polizist werden. Ist dann letztendlich Soldat geworden, aber es geht in die gleiche Richtung. Bei ihr war es eine Kombination aus Abneigung vom Schreibtischjob, sehr starkes Gerechtigkeitsempfinden und ich glaube das wichtigste: Bewunderung für die, die ihr Leben riskieren für andere.




    Nick

  • @Michamehl

    Danke für deinen Beitrag und das teilen deiner Erfahrungen.

    Diese nehme ich gerne so mit. Die schnitthemenden Handschuhe habe ich bereits dabei.

    In das SV Training bin ich auch schon gestartet.


    @Opa

    Es ist wohl eine Mischung aus Gerechtigkeitsempfinden und dem Wunsch einen Dienst für die Gesellschaft zu leisten.

    Aus dem gleichen Grund habe ich mich auch entschieden Militärdienst zu leisten und der Feuerwehr beizutreten.


    Mir gefällt der Gedanke dass in einer Notsituation jemand für mich da ist und sich für mich einsetzt.

    Warum dann nicht auch für andere da sein?

  • Was ist mit Messern, bist du so gut das du, sagen wir mal zwei oder drei mit Messern abwehren kannst.

    Wer das von sich behauptet, ist ein Lügner!


    Warum entscheidet man sich dazu, im Sicherheitsdienst zu arbeiten? Für mich ist das, weil ich doch an meinem Leben hänge, komplett unverständlich.


    Nochmal: Ich möchte Dich nicht kritisieren, aber ich hätte viel zu viel Angst, mich täglich mit potentiellen Messerern anzulegen, um das für Geld zu tun.

    Bin jetzt seit 16 Jahren in der Sicherheit - in wechselnden Betätigungsfeldern. Mit Waffe und ohne, mit Publikumsverkehr und ohne. Warum man das macht? Von irgendwas muss man leben. Ideale verliert man sehr sehr schnell, so man sie denn überhaupt hat. Den Anspruch dürfen sich die uniformierten Hoheitlichen erhalten. Als Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes ist das Blödsinn.


    Ansonsten:

    Wisse wie Menschen funktionieren, lerne sie zu lesen und wenn du aussiehst wie ein Panzer, dann ist das durchaus von Vorteil. Der erste Eindruck ist wichtig, allerdings sollest du dann auch die entsprechende Feuerkraft (und wenn´s bloß rein körperlich ist) haben und das Mindset sie einzusetzen. D.h. Training, Training, Training.


    Mir gefällt der Gedanke dass in einer Notsituation jemand für mich da ist und sich für mich einsetzt.

    Ja, ein hübscher Gedanke...

    1984 is not an instruction manual!

  • ist mein letzter Ausbildungsstand dass man die Beatmungsstösse auch weglassen kann.

    Dafür die Toraxkompression durchziehen soll.

    Korrekt. Man geht bei der Laien-CPR davon aus, dass eine beherzte, korrekt durchgeführte Herzdruckmassage für die Dauer der üblichen Hilfsfristen (10 bis 15 Minuten im urbanen Umfeld) ausreichend sind, den Organismus mit dem noch im Blut befindlichen Sauerstoff zu versorgen.

    Gerade wenn man alleine unterwegs ist und eine CPR machen muss, ist die Unterbrechung der Zirkulation weniger hilfreich als der nicht zusätzlich zugeführte Sauerstoff durch die Beatmung.


    Das unmittelbare Absetzen des Notrufs ist natürlich das Wichtigste überhaupt in so einem Fall, denn sonst könnte man drücken und beatmen, bis wahrscheinlich auch für Laien eindeutige Todesanzeichen zu erkennen sind... 🤪