Corona und das Geld

  • Was mich seit Tagen mehr als eine etwaige Coronainfektion beschäftigt: das Thema Geld! Meiner Meinung nach sollte man dem Thema Geld jetzt mehr denn je Beachtung schenken.


    Begründung:


    "Wir" sind uns alle einig: es ist keine Frage mehr ob, sondern wann die nächste Finanzkrise kommt. Und das sehr wahrscheinlich mit ungeahntem Ausmaß. Dazu gibt es den einen oder anderen Faden nicht nur hier im Forum. Das Internet ist voll davon.


    Ich sehe die Problematik in der Sache selbst.


    Finanzkrisen wurden bisher stets durch massive An- bzw Verkäufe eingeleitet oder schlechten Quartalszahlen oder nicht erfüllte Prognosen oder Inflation oder was auch immer. Es sind irgendwelche Zahlen die einen Markt bisher in den Ruin gestürzt haben.


    Jetzt aber haben wir bald ein tatsächliches Problem: die Auswirkungen von Corona auf die Wirtschaft, weltweit. Hier geht es nicht mehr um virtuelle Zahlen, hier geht es bald um fehlende Produkte, um Unternehmen die nichts mehr herstellen können weil die Lieferkette unterbrochen ist. Es ist eine Situation, mit der keiner gerechnet hat. Der Aktienmarkt fährt derzeit massive Verluste ein.


    Wohin also mit seinem Sparguthaben?


    Gold? Das Thema ist ausgelutscht. Sollte übergangsweise Gold als Zahlungsmittel benutzt werden dann wird der Markt damit überschwemmt, denn gefühlt jeder hat in den letzten Jahren Gold als Krisenvorsorge gekauft. Gold wird in der Krise kiloweise gegen Nahrung usw. eintauschbar sein, weil es einfach jeder hat.


    Mir ist durchaus bewusst das hier niemand das Patentrezept schlechthin hat. Nur was sollte man tun? Aktien, Anleihen und Co? Schließe ich aus. Digitale Währungen? Da fehlt das Vertrauen. Edelmetalle? Siehe oben. Mir gehen die Optionen aus :/ Hab schon überlegt einiges von EUR in CHF zu tauschen - ja, auch nur Papiergeld, aber die Wahrscheinlichkeit das der EUR baden geht sehe ich wesentlich höher als die CHF. Wobei auch das nur scheinbare Sicherheit bringt.


    Anregungen, Hinweise, Ideen dazu?

  • Hallo OSL,


    ich sehe eine der wenigen Anlageformen die Sinn machen in Edelmetallen.

    Kannst du mir bitte erklären, wieso das Thema Gold für dich ausgelutscht ist?

    Auch wenn viel Gold gekauft wurde, ändert das nichts an der bestehenden Gesamtmenge an Gold auf dem Planeten und das ist der entscheidende Punkt.


    Zumal sich viele "Experten" einig sind, dass der Goldpreis massiv nach unten manipuliert ist (fragt mich bitte nicht, wie das in der Praxis gemacht wird, vielleicht kann's ja jemand erklären).


    Die Frage ist ja, willst du dein Vermögen sichern um nach einer Krise gut aufgestellt zu sein, dann hat Gold sicher seine Berechtigung, oder willst du eine Krisenwährung, dann sind wir bei den bekannten Tauschmittel oder Silberbullionmünzen.


    Gruß

    mm

  • Es geht mir darum Sparguthaben für ein "nach der Krise" zu sichern. Für innerhalb einer Krise bin ich gut aufgestellt.


    Edelmetalle sehe ich persönlich so:


    Gold ist nur in begrenzter Menge vorhanden, mit einem Abbauvolumen von X. Soweit so gut. Und dennoch steht massenhaft Gold zur Verfügung, da wir das schon ewig abbauen, nicht erst seit gestern. Zudem kauft gefühlt jede unbedarfte Hausfrau seit gut 10 Jahren Gold zur Krisenvorsorge (es tut mir leid, dies soll keine Negativierung der Frau sein). In einer Krise sehe ich eine Überflutung des Tauschmarktes mit Gold, weil eben "jeder" Gold zum Tausch lagert. Viel verfügbares Gold bedeutet daß der Wert sinkt, drastisch. Ob dann der Goldpreis nach der Krise tatsächlich wieder auf alte Größen klettert ist sehr fraglich.


    Mir ist durchaus bewusst das dies eine sehr subjektive Meinung ist, viele mögen das ganz anders sehen. Allerdings wurden nach '45 auf dem Schwarzmarkt auch sehr hohe Goldwerte für Essen, Zigaretten und Alkohol getauscht. Das war fernab jeglicher Relation zwischen Goldwert und dem Tauschobjekt. Daher bin ich von Edelmetallen nicht wirklich begeistert.

  • Ich denke eine Mischung aus Gold, Geld und wenn möglich Immobilien sind ein guter Mix.

    Wenn das Geld knapp ist, dann eben keine Immobilien.

    Mit Gold und Geld kann man in einer eventuellen Krise wahrscheinlich etwas kaufen/tauschen, die Immobilie wäre eher eine Anlage für die Zeit danach.

  • Ein eigenes Haus haben wir schon, ohne Belastung (war günstig). Zudem schon jegliches Material zur Sanierung (fast fertig) gekauft. Selbst die Einrichtung haben wir teilweise schon da, zumindest was große finanzielle Posten sind. Eine weitere Immobilie wollten wir nicht kaufen, abgesehen davon daß man nicht an jeder Ecke ein Schnäppchen machen kann, ist sie eben immobil. Man will sich ja nicht zweimal in selbiger Gegend binden und weit weg fern ab der Heimat ist eher ungünstig bezüglich Pflege der Immobilie.

  • "Wir" sind uns alle einig: es ist keine Frage mehr ob, sondern wann die nächste Finanzkrise kommt. Und das sehr wahrscheinlich mit ungeahntem Ausmaß.

    Nö. Natürlich kann es immer wieder zu Krisen kommen. Ich sehe aber keinen Grund, warum mit sicherheit etwas von "ungeahntem Ausmaß" passieren sollte. Wenn wir mal die Weltwirtschaftskrise der 1920er als bislang schwersten Vertreter dieser Art annehmen, sehe ich nicht unbedingt, warum es schlimmer als damals kommen sollte, mit einem extremen wirtschaftlichen Einbruch von rund fünf Jahren Länge. Und sowas wie der Gründerkrach, die Ölkrise, die Subprime-Krise etc. sind halt zwar gravierende aber normale Ereignisse, die es immer wieder geben wird. Das alles muss aber keinen dauerhaften Zusammenbruch des kapitalistischen Wirtschaftssystems auslösen.


    Zitat

    Finanzkrisen wurden bisher stets durch massive An- bzw Verkäufe eingeleitet oder schlechten Quartalszahlen oder nicht erfüllte Prognosen oder Inflation oder was auch immer. Es sind irgendwelche Zahlen die einen Markt bisher in den Ruin gestürzt haben.


    Hinter den Zahlen stecken immer reale Probleme, beispielsweise das Drosseln der Ölförderung aus politischen Gründen, eine Überexpansion der Immobilienkreditvergabe an Leute mit zu geringem Vermögen und Einkommen etc. Insofern hat Corona da keine neue Qualität. Natürlich kann das ein Ereignis, das eine Krise auslösen kann. Nur muss die Krise dadurch nicht heftiger sein als vorherige Krisen.


    Zitat

    Gold? Das Thema ist ausgelutscht. Sollte übergangsweise Gold als Zahlungsmittel benutzt werden dann wird der Markt damit überschwemmt, denn gefühlt jeder hat in den letzten Jahren Gold als Krisenvorsorge gekauft. Gold wird in der Krise kiloweise gegen Nahrung usw. eintauschbar sein, weil es einfach jeder hat.

    Es hat nicht einfach jeder Gold. Außerdem ist der Eintausch gegen Nahrung nur ein Notbehelf. Gold ist eigentlich dazu da, es in der Krise nach Möglichkeit nicht zu verbrauchen. Vielmehr gilt es, Gold über die Krise hinweg zu retten, um es nach der Krise, wenn es wieder einen funktionierenden Markt gibt, in Geld umzuwandeln und dieses dann zu nutzen.


    Letztlich gilt auch mit Blick auf Krisen, dass ein breit gesteutes Portfolio am sichersten ist. Wer die Wahrscheinlichkeit einer Krise hoch einschätzt, der setzt den Gold-Anteil eben etwas höher und versucht an Agrar- und Forstimmobilien zu kommen und verzichtet dafür auf ein paar Prozent Rendite in normalen Zeiten. Das alles unter der Prämisse, dass man erst einmal seine persönlichen Lebensumstände vernünftig regelt, bevor man ans Investieren geht, also zum Beispiel die Schulden tilgt und/oder Wohneigentum erwirbt.

  • Ich habe einen Teil meines Geldes in Pharmaaktien angelegt, weil ich nicht glaube, dass es in DE eine Gesundheitsreform gibt, die diesen Namen verdient. Bislang bin ich damit gut gefahren. Aber ich habe da berufsbedingt auch eine bestimmte Blickrichtung auf den Markt, weil ich viele Pharmapatente übersetze.

  • Hallo OSL!


    Soviel Gold wie Du vielleicht denkst ist nicht vorhanden.

    Das bisher Weltweit geschürfte Gold ergäbe, wenn man daraus in einen Würfe herstelletn würde, einen Körper mit der Kantenlänge 21,71m.


    Wenn Du jedem Erdenbürger etwas davon geben würdest, dann wäre das ein verschwindend kleines Stückchen. Darum, Gold wir aufgrund der Seltenheit niemals seinen Wert verlieren!

    Gold taugt meiner Meinung aber als Krisenwährung nicht, es ist ein reiner Wertspeicher. In einer Krisensituation, in der Papiergeld keinen Wert mehr hat schlägt die Stunde von Silber.

    Eine Kombination beider Edelmetalle, im Idealfall zusammen mit einer Schuldenfreien Immobilie, das halte ich persönlich für eine sehr gute Absicherung.

  • bei 7,5 Milliarden Menschen wären das etwa 26g Feingold pro Person - immerhin etwas über 7 Golddukaten.

    In der Krise sehe ich auch eher Silber als geeignet an, Gold als Wertspeicher. Aber immer so gelagert dass man

    zumindest die Chance hat einem Goldverbot zu entgehen. Letzteres kann eine geraume Weile dauern, gut, in

    der Praxis war es oft nicht sehr effektiv.

  • Ich streue das Risiko.

    Komplett alles Geld auf dem Girokonto ist höchst gefährlich. Bei einer schweren Finanzkrise kann der Staat darauf zurückgreifen (siehe Griechenland und Zypern).

    Daher streue ich in Aktien, Immobilie,

    Krypto, P2P Kredite, physisch Gold und Silberund Barmittel.


    Hummel Hummel

  • Ich kaufe hin und wieder mal Silber wenn der Preis gut ist, anderseits habe ich seit Corona einen Bestand Bargeld vergraben, in einer Finanzkrise kann der Staat auch auf das Bankschliessfach zugreifen, aus dem Grund habe ich einige Dinge überall gut verbunkert. (nicht im Haus).

    Territorialdivision 9: Besser für etwas zu kämpfen, als für nichts zu leben!

  • Ich besitze in Moment eine Immobilie, jedoch keine weiteren Anlagen oder Sicherheit . Würdet ihr dazu raten Bargeld zu besitzen? Momentan liegt mein gesamtes Guthaben auf meinen Konten.

  • Ich besitze in Moment eine Immobilie, jedoch keine weiteren Anlagen oder Sicherheit . Würdet ihr dazu raten Bargeld zu besitzen? Momentan liegt mein gesamtes Guthaben auf meinen Konten.


    Cash für einen Monat schadet bestimmt nicht.

  • ....Und dennoch steht massenhaft Gold zur Verfügung, da wir das schon ewig abbauen, nicht erst seit gestern. Zudem kauft gefühlt jede unbedarfte Hausfrau seit gut 10 Jahren Gold zur Krisenvorsorge (es tut mir leid, dies soll keine Negativierung der Frau sein). In einer Krise sehe ich eine Überflutung des Tauschmarktes mit Gold, weil eben "jeder" Gold zum Tausch lagert. Viel verfügbares Gold bedeutet daß der Wert sinkt, drastisch. Ob dann der Goldpreis nach der Krise tatsächlich wieder auf alte Größen klettert ist sehr fraglich.


    Mir ist durchaus bewusst das dies eine sehr subjektive Meinung ist, viele mögen das ganz anders sehen. Allerdings wurden nach '45 auf dem Schwarzmarkt auch sehr hohe Goldwerte für Essen, Zigaretten und Alkohol getauscht. Das war fernab jeglicher Relation zwischen Goldwert und dem Tauschobjekt. Daher bin ich von Edelmetallen nicht wirklich begeistert.

    Bzgl Wert von Gold hört man die unterschiedlichsten Dinge. Der eibe erzählt für 5 Unzen konnte msn einen ganzen Straßenzug kaufen, der nächste behauptet es gab dafür eiben Sack Kartiffeln. Vermutlich alles frei erfunden.


    In Simbabwe kostete ein grosses Brot 0.1g Goldbrösel.Das wäre eine eher geringe Kaufkraft.


    Der durchschnittliche Privatbesitz von Gold liegt in Deutschland bei ca. 100g pro Person. Das sollte als Bargeldersatz gut ausreichen.


    Eine Relevanz zu Corona sehe ich derzeit nicht.

  • Ich denke Gold und Silber werden bei den meisten zu hoch bewertet. Kann man Gold essen, NEIN. kann man Silber essen, auch NEIN.

    Wenn man hungrig ist, und an jemanden gerät der alles hat, für den ist Gold ein lohnendes Geschäft. Bei dem kann man dann alles bekommen was es für Gold oder Silber zu kaufen gibt.

    Ich habe kein Gold und auch nur ein paar alte Silbermünzen, das wars aber auch. Ich baue lieber Lebnsmittel an, oder stelle was her. Ob nun aus Metall oder Holz ist egal. Da wird sicher auch genug Gold und Silber dabei abfallen. Da mache ich mir heute doch keine Sorgen um den Kauf von Gold/Silber.

  • Wenn man das Kapital nicht wirklich übrig hat, ist das mit Edelmetallen eher nicht so relevant. Gut, ich habe ein bisschen, noch aus der 2008er Zeit und im Umfang wohl im Bereich von zwei Monatsgehältern. Also eher keine Goldunzen sondern kleine Stückelungen. Vielleicht hilfts was, wenn nicht ist nicht viel dahin. Beim Silber habe ich einfach 1:1 getauscht in Gedenkmünzen. Damals gab es noch die "Guten", 10€ Nennwert und 1/2 Unze Silber, also Absicherung in zwei Richtungen. Auch nicht richtig viel, um jemanden zu erschlagen würds wahrscheinlich reichen...

    Von der Kaufkraft her, wenn ich jetzt die 0,1g für ein großes Brot mit dem aktuellen Preis eines Golddukat gegenrechne, komme ich auf etwa 5€ für das große Brot. Letztlich würde die aktuelle Situation durch Gold halbwegs abgebildet. Wenn erste größere Einschläge im Finanzsektor kommen, verschiebt sich das sicher erstmal. Und ja, es könnte kurze Zeitfenster geben in denen man extrem profitiert. Auf längere Sicht gemittelt wird es aber meiner Meinung bei einem realistischen Wert bleiben - für eine Unze hat man vor 200 Jahren, vor Hundert Jahren und heute einen brauchbaren Anzug bekommen. Goldverbot mal ganz ausgeblendet.

  • In Simbabwe kostete ein grosses Brot 0.1g Goldbrösel.Das wäre eine eher geringe Kaufkraft.


    Das ist Rohgold, was vor Ort gewaschen wurde. Also nichts mit definierten Zusammensetzung. Überprüfen kann man so kleine Mengen mit einfachen Mittel auch nicht. So etwas würde ich auch nur mit erheblichen Abschlag zum Goldkurs annehmen. Also statt 4,66 maximal 2 Euro.

  • Das ist Rohgold, was vor Ort gewaschen wurde. Also nichts mit definierten Zusammensetzung. Überprüfen kann man so kleine Mengen mit einfachen Mittel auch nicht. So etwas würde ich auch nur mit erheblichen Abschlag zum Goldkurs annehmen. Also statt 4,66 maximal 2 Euro.

    Schon klar. Es ist nur das einzige reale Beispiel mit einem goldbasierten Währungssytem bei kollabierter Papierwährung, das ich kenne. Der Sonderfall war, dass das Gold hier vor Ort geschürft wurde.


    Dies Geschichten aus dem 2. Weltkrieg sind für mich alles nur Geschichten.


    Die kollabierte Währung in Venezuela hat nicht so einem Goldsystem geführt, sondern zu einem Ausweichen auf US Dollar. Zumindest als ich dort war konnte man mit US Dollar noch (fast) alles kaufen zu normalen bis sehr günstigen Preisen.

    Ähnliches war am Balkan im Krieg zu sehen, dort wurde dann sehr viel mit DM gezahlt.


    Ich sehe nicht, dass durch Corona die Leitwährungen wie USD oder EUR oder Renminbi in Gefahr geraten.

  • Ich sehe nicht, dass durch Corona die Leitwährungen wie USD oder EUR oder Renminbi in Gefahr geraten.


    Doch. Alle drucken zur Krisenbekämpfung wie verrückt Geld. Im Gegensatz zur Finanzkrise wird das diesmal auch in der Realwirtschaft landen und dort auf ein geringeres Angebot an Waren und Dienstleistungen treffen. Wir werden wohl bald eine spürbare Inflation haben.