Wer von euch würde sich freiwillig eine Corona App installieren, bzw. hat das schon gemacht?

  • 100%ige Sicherheit ist nun mal nur eine Illusion.


    Mal anders herum gefragt: welche Nachteile habe ich denn durch die App? Was kostet es mich denn? Wiegen die Vorteile die Nachteile auf? Oder die Nachteile die Vorteile?


    Außer natürlich dem unbeirrbaren Glauben einiger, dass das Innenministerium die Finger im Spiel hat und alles abgreift was nur geht. Blöderweise gibt es in diesem Fall darauf so gar keine Hinweise.


    Bleiben noch die Konzerne, die aber sowieso schon alle Daten besitzen.


    Also: wo sind deine ganz persönlichen Nachteile? Was kostet es dich persönlich?


    Meine Antwort: nichts außer ein wenig Akkukapazität und Speicher. Die Kosten von 20.000.000 sind im Vergleich zu den sonstigen Beträgen die zurzeit durch die Medien geistern ja auch eher Peanuts. Und ganz konkret teile ich teile ich 20.000.000 durch 83.000.000 und denke, dass mir die paar Cents nun wirklich nicht weh tun.

    I feel a disturbance in the force...

  • seance: OK, nehmen wir mal an, dass man die Kennungen der App irgendwie mit den Standortdaten verknüpfen kann (was – nebenbei bemerkt – technisch durchaus eine enorme Herausforderung ist). Die Regierung (oder wer auch immer) erhält somit „Bewegungsprofile“ von potentiell infizierten. Was nun? Schicken sie die Inquisition vorbei? Robert Koch persönlich? Kim Jongs Schergen?


    Tatsache ist, dass das Schlimmste, was einem im Fall einer Infizierung droht, dass man Krankenstand und/oder Quarantäne sowie medizinische Versorgung erhält. Dafür die Stasi zu reanimieren steht in keiner Relation!


    Wir haben das Glück, in einer der wehrhaftesten Demokratien der Welt zu leben (DE und AT). Solange die Situation auch nur ansatzweise unkritisch bleibt, werden wir keine solche Situationen erleben. Es wird viel eher bei einer (mehr oder weniger dringenden) Empfehlung bleiben, sich einem Test zu unterziehen. Wohlgemerkt: Wir sind bereits jetzt in einem Bereich, der massiv gegen geltendes Recht verstoßen würde!



    Nebenbei bemerkt (ich hab‘ mal im Mobilfunkbau gearbeitet und kenne daher die Technik dahinter ziemlich gut): Die Daten, die ein Mobilfunkbetreiber hier generieren kann, sind für den von dir skizzierten Zweck vollkommen untauglich. Man liest im Internet tlw. ziemlich abstruse Theorien, wie genau diese Daten angeblich sein sollen. Genauso, wie ja angeblich der Stromnetzbetreiber feststellen kann, welches Fernsehprogramm man gerade schaut). X/




    Ansonsten: Ja, die App bringt keine Gewissheit (weder positiv (also ob ich infiziert bin), noch negativ). Das kann nur ein Test erbringen.


    Was sie aber kann ist, eine Testung zu veranlassen, wenn der Verdacht bzw. die konkrete Möglichkeit besteht, dass man sich angesteckt haben könnte.

    Klar wird es immer falsch-positive Alarme geben, und es wird auch immer Fälle geben, wo die App keinen Alarm schlagen kann (weil der Andere keine App benutzte; ein Metallgitter zwar Funkwellen, nicht jedoch die Viren abgehalten hat; …).

    Für mich als Öffi-Pendler aber ist die App definitiv eine Beruhigung (wir hatten gerade auf einer anderen Strecke den Fall, wo ein Infizierter 14 Tage trotz Fieber und Husten mit dem Zug gefahren ist!). Bzw. hätte ich in diesem Fall zumindest die Möglichkeit, mich Testen lassen zu können. Denn ich will den Virus nicht unbedingt zu meinen Eltern schleppen (die beide in mehr als eine Risikogruppe fallen).



    Aber zum Glück ist die Benutzung der App ja freiwillig. Ich hab‘ meinen Aluhut mittlerweile ein kleines Stück zurechtgerückt…

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • OK, nehmen wir mal an, dass man die Kennungen der App irgendwie mit den Standortdaten verknüpfen kann (was – nebenbei bemerkt – technisch durchaus eine enorme Herausforderung ist). Die Regierung (oder wer auch immer) erhält somit „Bewegungsprofile“ von potentiell infizierten.

    Der Clou an jeder Verschlüsselung, Codierung oder auch nur des plumpen Schleierns, wie ich es seinerzeit als Funkgerätebediener bei der Bundeswehr lernte besteht darin, den Mehrwert der entschlüsselten Information für den entschlüsselnden in Richtung wertlos zu bringen.


    Taktisch gesprochen: wenn ich mit meinem geschleierten Funkspruch erreichen konnte, dass der Feind erst übermorgen durch entschleiern erfolgreich die Information gewinnen kann, dass ich in fünf Stunden mit meinen meinem Tonner die Artilleriemurmeln in die Artilleriestellung gebracht haben werde. Und wenn der Artilleriebeschuss zehn Minuten nach der Nachschublieferung beginnt... Alles richtig gemacht, Ziel erreicht.


    Auf die Corona Warnapp übertragen: wenn irgendwer in 100 Jahren entschlüsselt hat, dass ich heute erst auf Arbeit, dann in Supermarkt xy, später noch auf einer verbotenen Party war, ehe ich noch erst bei meiner Geliebten vorbeischaute, ehe ich zu meiner BEVA zurückkehrte, so hat niemand davon einen Mehrwert. Weder Strafverfolgungsbehörden (verbotene Party), noch der Einzelhandel (Marketing/Werbung), noch meine BEVA (wegen der Geliebten, die ich im echten Leben gar nicht nötig habe).

  • Bleiben noch die Konzerne, die aber sowieso schon alle Daten besitzen.

    Paranoiamodus an


    Nicht ganz.

    GPS ist in Gebäuden zu ungenau und die Mobilfunkpeilung kann das auch nicht ausgleichen. WLAN Netze anpeilen kann das verbessern wenn man den genauen Standort des AP hat. Bluetoothpeilung kann die Lücke schließen wenn es darum geht wer wem wie oft und wie lange getroffen hat..


    Paranoiamodus aus


    Ich glaube wir sind schon wieder ganz weit off Topic.

  • APs sind mittlerweile zu 99% einem Gebäude zuordenbar. Nicht umsonst nutzen Apple, Google und Co diese Daten, um GPS-Lokalisierung genauer zu machen.

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Ich meinte den genauen Standort des APs im Gebäude selbst (Stockwerk, Raum). Der Standort des APs auf der Welt ist dank Wardriving allgemein bekannt. Bluetoothpeilung kann zwar nicht feststellen wo auf der Welt ich mich befinde, kann aber sagen wer in meiner Nähe ist und wie lange. Genau das macht schließlich die Corona App bzw. die neuen, extra dafür in die Betriebssysteme eingebauten Schnittstellen.

  • Ich hab da mal ne ganz blöde Frage: Wenn mich die App informiert dass ich möglicherweise einem Virenträger begegnet bin, befreit mich diese Information von den Kosten des Tests?

  • Da hast du vollkommen Recht, aber das ist dem Umstand geschuldet, dass die App nur anonymisierte Daten hat und diese dezentral verarbeitet werden und alles auf Freiwilligkeit beruht. Das ist auch gut so.

    Ansonsten müsste man ja alle zur Installation einer App zwingen, die Positions-/Bewegungs- und Gesundheitsdaten sammelt, diese zentral speichert und dort die Daten mit den Informationen der Gesundheitsämter und was weiß ich noch allem verwurstelt werden um dir eine klarere Aussage deines Infektionsrisikos geben zu können.


    Aus den Beiträgen hier habe ich rausgelesen, daß das keiner will (ich auch nicht).


    Ich denke, deshalb ist die App, so wie man sie jetzt entwickelt hat, eine gute Lösung um einerseits den Datenschutz und die Privatsphäre zu gewährleisten, andererseits aber doch eine Informationsmöglichkeit für den Einzelnen zu haben. Sie ist ein technisches Hilfsmittel, kein Allheilmittel.


    Gruß, Schwarzstart

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  • Ich hab da mal ne ganz blöde Frage: Wenn mich die App informiert dass ich möglicherweise einem Virenträger begegnet bin, befreit mich diese Information von den Kosten des Tests?


    In Deutschland definitiv ja, du bekommst den Test ohne weitere Diskussionen und Kosten.


    LG Vincent

    ™ Krisenvorsorge? Na klar, aber selbstverständlich doch... ©

  • du bekommst den Test ohne weitere Diskussionen und Kosten.

    Ok, das ist ein Vorteil den man der App nicht strittig machen kann. :thumbup:


    Ansonsten müsste man ja alle zur Installation einer App zwingen, die Positions-/Bewegungs- und Gesundheitsdaten sammelt, diese zentral speichert und dort die Daten mit den Informationen der Gesundheitsämter und was weiß ich noch allem verwurstelt werden um dir eine klarere Aussage deines Infektionsrisikos geben zu können.

    Genau das währe nötig damit das funktioniert.

    Aus den Beiträgen hier habe ich rausgelesen, daß das keiner will (ich auch nicht).

    Sehe ich genauso. :thumbup:


    Ich denke, deshalb ist die App, so wie man sie jetzt entwickelt hat, eine gute Lösung um einerseits den Datenschutz und die Privatsphäre zu gewährleisten, andererseits aber doch eine Informationsmöglichkeit für den Einzelnen zu haben. Sie ist ein technisches Hilfsmittel, kein Allheilmittel.

    Ich würde sie als Kompromiss bezeichnen der 95% Datenschutz schafft, dadurch aber nur 10-20% Wirkungsgrad.


    Ja,ich weiß schon was ihr gleich alle schreibt: "besser als nichts". ;)

  • Ich habe mir gestern die Stopp Corona App vom Roten Kreuz installiert.


    Allerdings messe ich dem Ganzen keinen besonders hohen Nutzen bei.


    Bei freiwilliger Nutzung erreicht man nie die Abdeckungsrate die notwendig ist, damit man Kontaktperson lückenlos nachvollziehen kann.


    Außerdem müsste ich nach einem positiven Test auch manuell in der App eintragen, dass ich COVID-19 positiv bin. Vermutlich habe ich nach einem positiven Testergebnis andere Sorgen, als das in der App einzutragen.


    Fazit: Guter Ansatz, ohne Verpflichtung allerdings relativ nutzlos.

  • Mit Verpflichtung würde es aber bestimmt noch mehr Widerstand dagegen und noch mehr Verschwörungstheorien geben.

    Mach's mal allen recht... ;)

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  • Zum Thema Freiwilligkeit:

    Bei uns in der Firma ist es vorgeschrieben, auf Diensthandies die Warnapp zu installieren, und sie während der Dienstzeit aktiv zu halten.

  • Zum Thema Freiwilligkeit:

    Bei uns in der Firma ist es vorgeschrieben, auf Diensthandies die Warnapp zu installieren, und sie während der Dienstzeit aktiv zu halten.

    Bei Diensthandys kann der Arbeitgeber als Eigentümer dieser Geräte natürlich eine entsprechende Installation vorschreiben und im Rahmen seiner Weisungsbefugnis entweder das eigenständige Installieren anordnen oder die Arbeitnehmer auffordern, das Diensthandy zu diesem Zweck der IT zu übergeben (oder wer in der jeweiligen Firma auch immer sich mit solchen Anwenderproblemen beschäftigt). Für private Handys könnte ein Arbeitgeber eine derartige Installation nicht vorschreiben/anordnen. Lediglich eine Empfehlung aussprechen.

  • Jepp... ich habe nicht dran gezweifelt, dass das legal ist.


    Und ich wollte das auch nicht kritisieren, ganz im Gegenteil. Gerade wenn der Arbeitgeber die Menschen in diesen Zeiten der Gegend rumschickt, hat er meiner Meinung nach auch eine gewisse Fürsorgepflicht.


    Für mich ist das eher ein Glaubwürdigkeitsproblem der Politik. Wenn da jeder "Freiwillig, Freiwillg" schreit, und dann doch die Rahmenbedingungen so setzt, dass Zwang ausgeübt werden kann, dass ist das für mich eine Lüge. Sie sollten halt ehrlich sein, und versuchen zu erklären, dass es ganz ohne Zwang manchmal nicht geht.



    Nick

  • Zum Thema Freiwilligkeit:

    Bei uns in der Firma ist es vorgeschrieben, auf Diensthandies die Warnapp zu installieren, und sie während der Dienstzeit aktiv zu halten.


    Das ist wohl nicht ganz so einfach vom Arbeitgeber anzuordnen. Die Rechtsanwälte haben da Bedenken.

    Die Installation der App auf Diensthandys darf zwar angeordnet werden, die Nutzung nicht. Ich habe mehrere Artikel zu diesem Thema gefunden. Diesen hier fand ich ganz gut:


    https://www.haufe.de/personal/…en-muessen_76_518650.html

    (Abschnitt "Installation der Corona-App auf Diensthandys kann angeordnet werden werden")


    Bei mir in der Arbeit wurde eine Empfehlung der Installation und Nutzung der App ausgesprochen.


    Anderes Thema:

    Dumme Idee in meinen Augen: Die App auf Dienst- und Privathandy installieren und dann abwechselnd nutzen.

    Entweder hat man damit kein durchgängiges Tracing (abwechselnde Nutzung) oder man hat schon mal einen Dauerkontakt unter 1,5m mit jemandem... 8o


    Gruß, Schwarzstart

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  • ich hab die schweizer Variante installiert und bis jetzt taucht sie noch nicht mal in der Akku-Statistik meines Handys auf. Da ich ansonsten sowohl Google als auch FB und Instagram nutze mach ich mir um den Datenschutz eher weniger Sorgen... Wenn die was rausfinden, was Google noch nicht weiss, sind sie gut und haben es sich verdient😉

    Improvisation ist, wenn niemand die Vorbereitung bemerkt.

  • Mittlerweile habe ich mich mal ein wenig - unrepräsentativ- unter den Leuten die ich kenne umgehört...


    Darunter sind Leute verschiedenster Art,vom "einfachen Arbeiter" bis zum Akademiker , Absolute Normalo`s bis hin zu " völlig durchgeknallt...ähnlich wie ich .


    Da kam etwa eine 3 %ige " Ja,habe ich laufen die App" Antwort. Diese gefühlten 3% waren dann ausschliesslich sehr IT affin...


    Mir stellt sich da die Frage ob die App z.Zt. überhaupt noch Sinn macht...


    bzw ob jemand von Euch schon davon gehört hat oder jeamden kennt wo das Ding " "Alarm" gemacht hat ?


    oder in Konsequenz eine Quarantaine o-ä. bei rumgekommen ist ?

  • Aktuell wurden bisher wohl um die 300 Warnungen versendet. Ich finde das passt ganz gut zum aktuellen Infektionsgeschehen. Ob wir die App aktuell brauchen ist eine gute Frage. Sollte die 2. Welle wie in vielen anderen Ländern bei uns starten wird sie definitiv helfen. Und dann macht es Sinn sie bereits auf vielen Geräten zu haben.

    -= NUNQUAM NON PARATUS =-