Graues Wetter und nichts von der PV Anlage

  • Hallo zusammen,


    Seit dem Sommer hab ich eine PV Anlage auf dem Dach mit 16.88kwp.


    Speicher mit 3phasen 10kw ist bestellt, Lieferzeit, keine Ahnung.

    Kommt wohl aus Österreich.


    Bisher hatte ich immer echt tolle Werte, was Sie geliefert hat.

    Seit dem Wochenende, haben wir hier allerdings echt schlechtes Wetter und einfach nur grau und nass und ungemütlich. Genau das denkt sich die Anlage auch...


    Aber schaut selbst, achtet bitte rechts auf den Wert


    45kwh am Freitag zu 3,6 bzw 3,1kwh heute.

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    Gruß vom Rand der Eifel


    Das Rippchen

  • Bei uns ist seit Tagen fast den ganzen Tag lang (Hoch-)Nebel, da kommt auch kein Strom über die PV-Anlage.

    Think positive, stay negative! :)

  • Und? Was kann ich davon lernen?

    Ich plane eine deutlich kleinere PV Anlage mit einem Speicher.

    Dieser soll im Normalfall mithelfen Strom (Geld) zu sparen.


    Bei langfristigem Stromausfall möchte ich damit für drei Tage Minimum den Gefrierschrank und den Kühlschrank nutzen können um hier nichts verderben zu lassen.


    Welche Parameter hast du zu Grunde gelegt?


    Tsrohinas

  • Batterie haben wir eh, aber die ist dann irgendwann mal auch leer, wenn tage-/wochenlang schlechtes Wetter ist.

    Think positive, stay negative! :)

  • Ja, das ist klar und wahrscheinlich auch frustrierend. Wie sind in diesem Forum um uns auf Notlagen vorzubereiten und gewappnet zu sein. Deshalb die Frage, was ich aus den Postings lernen kann.


    O.a. Anlage ist ja nicht klein und und der Speicher ordentlich dimensioniert.

    Kann man das nicht konfigurieren? Ich meine, so dass im Normalfall (also wenn Netzstrom vorhanden ist) immer ein ausreichender Rest in dem Akku verbleibt zum 3 tägigen Betrieb der gewünschten Geräte im Netzausfall?

    So ist unser Plan.


    Tsrohinas

  • Als Faustregel für die Dimensionierung von PV-Anlagen nehme ich Faktor 10 zwischen Winter und Sommer. Im Winterhalbjahr kriegt man etwa 1/10 des Ertrags aus der Anlage, verglichen mit den Sommermonaten. Will man seinen Strombedarf ganzjährig decken, muss die Anlage entsprechend dimensioniert sein. Man lebt dann halt mit einer im Sommer krass überdimensionierten PV-Anlage. Anders als bei Solarthermie ist das aber technisch problemlos, ich muss "überschüssigen" Solarstrom nicht abnehmen. Ist nur eine Frage der Kosten, ob man sich das leisten kann/will - aber wenn man die Dachfläche hat, warum nicht. Speicher sind nur eine Scheinlösung bei trübem Wetter. Um Wetterphasen wie derzeit zu überbrücken, bräuchte man einen Speicher für 1...3 Wochen. Wenn man mal 9kWh/Tag ansetzt, wären das 126kWh. Die Preise für Solarstromspeicher mit Lithium-Akkus liegen gerade bei 400€ - 700€ je kWh, d.h. man müsste mindestens 50.000€ investieren, um 14 Tage lang 9kWh/Tag aus dem Akku ziehen zu können.


    Andererseits:

    3kWh Tagesertrag aus Rippchens 17kWp-Anlage bei diesem Wetter ist an sich ganz gut. Ich kenne Haushalte (mit 2-3 Personen), die kommen mit weniger als 3kWh Stromverbrauch über den Tag.


    Wir liegen im Schnitt bei 8kWh Bedarf pro Tag, wenn wir uns null einschränken. Dann laufen aber auch 3 PC-Arbeitsplätze 8-10h tagsüber, abends TV und Licht bis Mitternacht, es wird elektrisch gekocht, gebacken, die Spülmaschine und Waschmaschine werden genutzt und die Zentralheizung läuft. Verzichten wir auf die elektrischen Haushaltsgeräte (bis auf Kühlschrank/-truhe), kochen mit Gas und schränken uns bei den PCs und dem TV ein, können wir den Verbrauch drastisch drücken. Das wäre auch meine Vorgehensweise bei einem Blackout.


    Grüsse

    Tom

  • Naja, lernen kann man daraus oder zumindest habe ich das jetzt gelernt, daß Solar im grauen Winter absolut fürn Arsch ist, mir selbst war zwar bewusst, daß dort nicht viel runterkommen wird, das es aber so schlecht aussieht, hätte ich persönlich nicht gedacht.


    Da ich bisher noch keinen Speicher habe, weiß ich nicht genau, was man alles genau später konfigurieren kann, denke aber schon, das man diese Punkte einstellen kann.


    Was meinst du genau mit der Frage, welche Parameter ich als Grundlage genommen habe?



    Gruß vom Rand der Eifel


    Das Rippchen

  • tomduly


    Ich hab im Haus eine Grundlast von ca.600w

    Allein das Gebläse, welches für die Heizung ist, läuft mit gut 300W


    Ich hatte halt gehofft, das ich wenigstens meine Grundlast über solche Tage, halbwegs abdecken aber ok.


    Dach habe ich schon komplett voll, Nord Westseite würde sich da dann nicht mehr wirklich lohnen.

  • Dach habe ich schon komplett voll, Nord Westseite würde sich da dann nicht mehr wirklich lohnen.

    Warte mal noch 10 Jahre - dann werden wir bei Gebäudesanierungen auch die Fassaden nicht nur dämmen, sondern auch mit vorgehängter PV verkleiden.

    - Preise bei Solarmodulen: "Pro Quadratmeter fallen etwa 36 bis 77 Euro an." (Quelle)

    - bei Fassadendämmungen: "Die reinen Kosten für das WDVS liegen bei 60 - 100 Euro pro Quadratmeter." (Quelle)


    PV-Module sind heute schon deutlich günstiger, als Flachkollektoren für Solarthermie. Ich hab schon Norddächer mit PV-Anlage gesehen.


    Die Frage ist, wie man "sich lohnen" definiert?

    - Als Investor, der sein aufgewendetes Kapital verzinst haben möchte?

    - Als Bewohner eines Hauses, der jede verfügbare Sonnenenergie nutzen möchte, um in Sachen Komfort und Lebensqualität möglichst unabhängig zu sein?


    Ich lege mich bei PV-Diskussionen gerne mit Vertretern der "Investorenfraktion" an, ob sie denn bei anderen Investitionen an Haus&Hof auch so strenge Kriterien anlegen? Wie rechtfertige ich den Anbau eines 50.000-Euro-Wintergartens? Wann rechnet sich eine für 10.000 Euro gepflasterte Hoffläche? Ein 4.000-Euro-Gartenhäuschen? Ein Weber-Grill für 2.400 Euro?

    Oder eine neue Haustüre mit 5fach-Einbruchschutz, stabiler als das Haupttor von Fort Knox für 7.000 Euro?


    Die Generation nach uns wird aus dem Kopfschütteln nicht herauskommen, dass wir ohne Not auf die möglichst umfassende Sonnenenergienutzung verzichtet haben. Obwohl es technisch und finanziell machbar gewesen wäre.

  • ….

    Was meinst du genau mit der Frage, welche Parameter ich als Grundlage genommen habe?

    …..

    Wie oben schon beschrieben, habe ich zuerst einen Forderungskatalog aufgestellt, damit mein Ing Sohn rechnen und planen kann.


    - Dachflächen, Neigungswinkel, Ausrichtung und unser Breitengrad sind feste Größen

    - Im Notbetrieb ( also bei Stromausfall ) möchte ich mindestens drei Tage den Kühlschrank und die Gefriertruhe mit der im Speicher verfügbaren Energie betreiben können um so die Lebensmittel nicht zu verlieren und ordentlich verbrauchen bzw, verarbeiten zu können. Der Rest bleibt dann ausgeschaltet.

    - Im Normalbetrieb möchte ich möglichst viel Energie selbst erzeugen um Kosten zu sparen und die Anlage abzuzahlen.


    Das meinte ich mit Parameter.


    Tsrohinas


  • Das meinte ich mit Parameter.


    Tsrohinas


    Meine Parameter waren, mein zu hoher Stromverbrauch und mein Budget, aufgrund einer Neufianzierung.


    Damit bin ich zum Solartyp, der hat ein Angebot erstellt, mit einem Zusatzangebot und meinte, es wäre am sinnvollsten, das Dach voll zu machen, Angebot erhalten, Preis passte, also zugesagt.


    Und dann, Anlage aufbauen lassen. FERTIG :D

  • ….

    Und dann, Anlage aufbauen lassen. FERTIG :D

    ….

    Interessant.
    Die Finanzen hatte ich nicht als feste Parameter vorgegeben, da dadurch eine weitere Planung möglicherweise sinnlos geworden wäre….

    Überdimensioniert wird sie nur im Sommer bzw. Normalbetrieb sein. Dafür aber im Notfall die relevanten Vorgaben erfüllen.

    Wir werden die Anlage selbst planen, konfigurieren und aufbauen.

    Das wird uns viel Geld sparen.


    Tsrohinas

  • Ist hier auch so, und der Klimawandel müsste sich schon echt Mühe geben, um im Winter, gerade bei diesen ruhigen Hochnebellagen, zu Ertrag zu führen. Ich habe 3 Tage Stromreserve für's Notebook, da alle Akkus voll geladen sind. Ich brauche das, da ich haftbar dafür bin, meine Aufträge pünktlich zu erledigen.


    Ich war daher nicht optimistisch ob der reinen Lehre, der Wind und die Sonne würden das schon richten und keine Rechnung schicken.


    Wenn uns nicht was sehr gutes einfällt in Bezug auf Power-to-Fuel, dann können wir die saisonalen Schwankungen nicht puffern. Ich übersetze ja recht viele Patente aus Fernost in Richtung Brennstoffzellen, vielleicht ist da mal was dabei, aber momentan ist das eher in Richtung Elektromobilität.

  • Wir haben ein Norddach mit PV Anlage und auch ein Ostdach mit PV.

    Also bei uns ist wirklich alles voll - was nicht abgeschattet ist.

    Norddach ist bei uns "Aufgeständert". Die Module sind schräg stehend nach süden zeigend aufgebaut.

  • So sehe ich das auch.


    Du hast bei der Aufzählung des Menschen liebstes Kind - DAS AUTO - vergessen.

    Da würde es auch reichen wenn es fährt und nicht reinregnet...... ;)


    Oder wie bei vielen die momentan bauen und ich auch schon mal gesprochen habe........

    ja der Gartenbauer macht den Garten im 6stelligen Bereich mit Pool und pipapo fertig.

    2 Neue Audis stehen auch vor der Türe...... (in einem Beispiel wirklich so)

    PV Anlage, nö, dafür haben wir kein Geld...........


    Das muß Mensch dann nicht verstehen.......

  • Naja, lernen kann man daraus oder zumindest habe ich das jetzt gelernt, daß Solar im grauen Winter absolut fürn Arsch ist, mir selbst war zwar bewusst, daß dort nicht viel runterkommen wird, das es aber so schlecht aussieht, hätte ich persönlich nicht gedacht.

    Nun ja, so erstaunlich ist das nicht.

    Wenn du 10:1 Sommer/Winter rechnest und dann so dimensionierst, dass du im Winter statistisch gerade so rumkommst, dann ist das nur die halbe Miete, denn der mittlere Ertrag des schlechtesten Monats ist auch nur ein langjähriges Klimamittel. Es gibt Januare mit stabilen Hochdrucklagen, da hast du drei Wochen Hochnebel, also Sonne deutlich unter dem statistischen Mittel.

    Im Sommer schwanken die Erträge ähnlich, aber weil man da immer reichlich zuviel hat, spielt das keine Rolle.


    Für die Autarkie:
    Heizung und Kochmöglichkeit ohne Strom vorsehen (der gute alte Holzofen mit Heizplatte ist gut dafür, es gibt dann halt öfters Eintopf oder Grillsachen)

    Wenn der Wetterbericht droht, Batterien per Stromerzeuger aufladen und dann aber Notprogramm fahren, also Kühltruhe, Heizungssteuerung, sparsames Licht, alles andere muss warten.


    Der Kühlschrank steht ja der Bequemlichkeit halber meist in der Küche, wo es am wärmsten ist - steht das Teil im kühlen Flur, läuft auch weniger Strom durch.

  • tomduly


    Mit sich lohnen meinte ich vorallem den Sonnenertrag.

    Leider ist auf der Seite vom Haus ein kleiner Hügel und der Wald, dort kommt also definitiv so wenig Sonne hin, das es Materialverschwendung gewesen wäre.


    Und von den Finanzen wäre es definitiv überhaupt nicht möglich gewesen, da gerade auch die Scheidung läuft, dei Heizung erneuert wurde, von Öl auf Pellets.


    Sonst hätte ich sehr gern, dort nochmal die ein oder andere Zelle hingesetzt.


    Aber Du hast recht, das man bei sowas auch weiter in die Zukunft gucken sollte, deswegen wird es auch ein Salzwasserspeicher, der mal eben etwas mehr kostet aber keine lithium ionen Akku hat, welcher auch direkt lieferbar gewesen wäre.



    Gruß vom Rand der Eifel


    Das Rippchen

  • Aber Du hast recht, das man bei sowas auch weiter in die Zukunft gucken sollte, deswegen wird es auch ein Salzwasserspeicher, der mal eben etwas mehr kostet aber keine lithium ionen Akku hat, welcher auch direkt lieferbar gewesen wäre.

    Kannst du uns etwas mehr über den Salzwasserspeicher erzählen. Ich habe mal sowas aus den Niederlanden gehört. Schien aber nirgendwo mehr in Erscheinung zu treten. Deshalb war ich erstaunt als ich deinen Post las.

  • Für die solare Sauregurkenzeit (Nov.-Jan.) bei Aufrechterhaltung der komfortablen elektrischen Grundbedürfnisse im SHTF ohne wesentlichen Einschränkungen lohnt sich eher ein Aggregat. Ich poste ja monatsweise die Erträge meiner NordSüdAnlage, das ist derzeit eher auf BMS-Erhaltung ausgerichtet ;)

    Wie immer im Leben: die Mischung macht's (wenn das Geld dafür da ist).


    Grüße

  • Kannst du uns etwas mehr über den Salzwasserspeicher erzählen. Ich habe mal sowas aus den Niederlanden gehört. Schien aber nirgendwo mehr in Erscheinung zu treten. Deshalb war ich erstaunt als ich deinen Post las.

    Viel kann ich darüber ehrlich gesagt nicht erzählen, ich fand das System grundsätzlich sehr interessant, das es scheinbar, bedeutend Umweltfreundlicher ist und, das im Brandfall, keine große Gefahr von ausgeht, so wie es bei Lithium ja ist.


    Hier mal der Link zu dem Speicher


    https://www.bluesky-energy.eu/greenrock-home/