Fluchtrichtung bei Kriegsfall

  • Bitte das alles aber selbst recherchieren.

    Das ist immer gut.

    Und dann stößt man auch schnell auf den Begriff des Insolvenztourismusses.


    Machst du nur einen kleinen Fehler, wird dieser Versuch nicht anerkannt. Die Hürden sind durchaus hoch. So musst du, wenn du Pech hast, deinen Lebensmittelpunkt im Ausland nachweisen.

    Keine Heizkostenrechnung im Winter? Mobiltelefon aus Deutschland?

    Kein Job?

    Keine Befreiung.

    Die Frage ist auch, ob du nach der Befreiung noch ein pfändbares Einkommen abführen musst.


    Soooo einfach ist es auch nicht.

  • Ich finde es höchst interessant diese Unterhaltung auch wenn sie ziemlich weg von dem eigentliche Thema driftet.

    Ich kam mit 14 als Flüchtling nach Deutschland mit nichts außer was ich am Leib trug. Ich konnte die Sprache nicht, hatte keine Ahnung wie es weiter geht.

    Heute besitze ich eigenes Haus mit 3 Garage, einen kleinen Gewerberaum als Werkstatt,1 Motorrad, 2 Autos. Auf das alles würde, nein, werde ich ohne zu zögern verzichten wenn das Leben meiner Kinder oder meiner Frau in Gefahr wäre. Denn wieviel ist das Leben meiner Kinder wert? Scheiss auf den ganzen Krempel. Wenn es knallt dann packen wir das nötigste, räumen die Konten leer und weg. Ich mache mir dabei doch keinen Kopf ob ich dann in der Schufa lande. :rolleyes:

    Wenn die Gefahr besteht, dass euere Haus wegen Krieg in Schutt und Asche gelegt würde, dann passiert es so oder so. Ob ihr noch drin hockt oder nicht. Dann besser wäre es wenn ihr woanders in Sicherheit wärt.

    Vielleicht bin ich nach so lange Zeit noch nicht genug "integriert" aber so denke ich nun mal.

    Mit Leute die gendern rede ich nicht. Gegenderte Texte lese ich nicht.

  • Meiner Meinung nach hängen hier viele an Besitzstandswahrung. Ob diese im Fluchtfall überhaupt realistisch ist, darf bezweifelt werden. Bei einem größeren kriegerischen Ereignis gibt es in den umkämpften Gebieten ein 'Davor' und ein 'Danach', diese unterscheiden sich signifikant voneinander. Ich glaube, man darf, bei allem investierten Kapital, keine Scheu davor haben, loszulassen. Wer auch nur einen Tag zu lange auf seiner Scholle sitzt, um diese gegen anfliegende Granaten zu sichern (wie macht man das genau?), der hat den Knall nicht gehört (vermutlich ziemlich wörtlich).


    Ich stehe regelmäßig in unserem Keller und freue mich an dem ganzen Krempel. Dieser ist aber zu mindestens 70 % auf Bug-In ausgelegt und nicht umfänglich verlastbar. Um mich gegen das krampfhafte Festhalten an Unhaltbarem zu wappnen, sind die ganzen Sachen farbcodiert untergebracht und priorisiert. Wenn ich einen Anhänger mitnehmen kann, kommen die grauen und die grünen Kisten mit. Nur ein KFZ: die grünen Kisten. Nur Rucksack: ebendiese. Und dann immer möglichst früh möglichst weit weg vom Kampfgeschehen. Primäre Aufgabe: Familie in Sicherheit bringen. Wenn dann die Familie in Sicherheit ist, ist meine Aufgabe die Rückkehr und Verteidigung des Gesamtsystems. Dann ist mein Haus aber echt egal.


    Die Materialien haben nach NATO-Codierung Versorgungsstufen 1 (immer verfügbar, Sofortbedarf) bis 4 (nachhaltige Versorgung). Versorgungsklassen I bis V. Siehe NATO Logistigs Handbook. https://www.nato.int/docu/logi…gistics_hndbk_2012-en.pdf


    Wenn man danach wieder aufbauen will, muss man Vermögenswerte irgendwo gespeichert haben oder bei 0 anfangen, im schlimmsten Falle. Aber das ist ein anderes Thema.


    PS: Meine Großeltern väterlicherseits sind nach WK1 aus dem Elsass geschmissen worden, Vorwarnzeit 2 Stunden, 5 Kilo Gepäck p. P., keine Wertgegenstände. Meine Großmutter und Mutter nach WK2 aus Schlesien. Da hatte man etwas mehr Zeit, aber nicht mehr Gepäck. So schnell kann's gehen...

    Erklärter FDGO-Fan

    3 Mal editiert, zuletzt von StefanS ()

  • Ich erhöhe diesbezüglich schon mal meine Chancen da ich in Zivil rumlatsche, keiner militärischen Einheit angehöre, bis heute als eines der wichtigsten Papierstücke in meinem Besitz die Bestätigung der Bundeswehr habe nicht eingezogen zu werden ( eigentlich wäre ich als 69er Jahrgang noch dran gewesen hab aber so viel Terror gemacht das sie auf mich als Mitspieler freiwillig verzichtet haben) und dann in einem Winzkaff als SO in einer der dünnbesiedelsten Ecken von McPom mit viel Wäldern drum rum. Ich glaube da hat man gute Chancen als Grey Man durch zu rutschen. Auf jeden Fall besser als in einer Einheit an der Front stehen.

    Servus,

    ich habe da eine Frage dazu.


    Bei mit war es so das ich krankheitsbedingt mich nicht bei der Musterung vorstellen musste und "nicht wehrdienstfähig" bin.

    Das heißt es wäre Sinnvoll diese Schreiben zu sichern? Zum Glück habe ich die noch! Dank meiner Mutter!


    Die schreiben sollte man dann auch im Fluchtfall mitführen!?

  • Auf das alles würde, nein, werde ich ohne zu zögern verzichten wenn das Leben meiner Kinder oder meiner Frau in Gefahr wäre. Denn wieviel ist das Leben meiner Kinder wert? Scheiss auf den ganzen Krempel. Wenn es knallt dann packen wir das nötigste, räumen die Konten leer und weg.

    Wenn die Gefahr besteht, dass euere Haus wegen Krieg in Schutt und Asche gelegt würde, dann passiert es so oder so. Ob ihr noch drin hockt oder nicht. Dann besser wäre es wenn ihr woanders in Sicherheit wärt.

    Vielleicht bin ich nach so lange Zeit noch nicht genug "integriert" aber so denke ich nun mal.

    Da hab ich genau die gleiche Einstellung wie du. Obwohl ich nie flüchten musste und alteingesessene Biodeutsche bin.

    Das Leben der Kids und allg. von Familienangehörigen ist das wichtigstes, danach kommt lange nichts.

    Vielleicht weil im letzten Krieg fast meine komplette Familie getötet wurde, inkl. meines Babybruders. Da ist das halt viel näher.

    Ich hab mehrere Prepperebenen. Vorräte, dass wir einen Stromausfall oder eine KillercoronaMutanten aussitzen könnten.

    Aber ich habe auch dafür gesorgt, dass die Kids Englisch auf nativ Speakers Niveau sprechen, etwas Spanisch und Schulfranzösisch.

    Und die Kids studieren Info bzw. Chemieingenieur, das kann man überall auf der Welt brauchen.

    Ich lebe hier sehr gerne, aber die Koffer wären schnell gepackt.

    Birds aren't real!

  • Würde ich machen, ich hab das Schreiben auch auf meinem Not-USB-Stick. Ich gehe davon aus als absolut Nicht-militärmäßig-erzogener-Mensch recht uninteressant bin, für beide Seiten. Im Heimatbereich höchsten als potenzieller Volkssturm-Lurch der letzten Garde einsetzbar. Und bis es so weit wäre kann man sich Verpissungs-Möglichkeiten suchen.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Die schreiben sollte man dann auch im Fluchtfall mitführen!?

    Wen willst Du damit beeindrucken? Einen Kommandeur vor Ort? Einen rangniedrigen Soldaten an einem Checkpoint?

    In der Ukraine dürfen Männer im wehrfähigen Alter zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen. Fertig aus. Und wer von denen nicht fit genug für den Kampfeinsatz ist oder aus gesundheitlichen Gründen das nicht kann, für den gibt es immer noch genügend Verwendungsmöglichkeiten. Innendienst, Fahrer im rückwärtigen Bereich, Instandsetzung, Sanitätsdienst, Küche etc. Selbst der nach deutschen Recht amtlich mit unanfechtbarem Bescheid anerkannte Zivi ist lediglich berechtigt, den Kriegsdienst an der Waffe zu verweigern. Im V-Fall wird der Zivi aber genauso eingezogen und ensprechend seiner Qualifikation eingesetzt werden. Und wenn es dann Fahrdienst für die Truppe ist. Und wenn Du nun bei einer Fluchtbewegung dem Feind in die Hände fällsts, dann lacht er nur über so eine Bescheinigung, denn unser Grundgesetz und unsere "unanfechtbaren Bescheide" interessieren ihn nicht, weil er ja aus einen ganz anderen Rechtssystem kommt, er wird sich nach seinen Vorschriften verhalten, nicht nach denen des Flüchtlings...


    Grundsätzlich sollte ein Flucht weg vom bewaffneten Konflikt führen. Und um Gottes Willen nicht dorthin. Es sei denn man freut sich so über die ankommenden Befreier. Aber wenn ich mal annehme, Putins Heere walzen sich mit Orbans Hilfe durch Ungarn Richtung Westeuropa, dann gehe ich doch nicht nach Osten?


    Ich würde versuchen, in Namibia Fuß zu fassen. Kenne da jetzt ein paar Leute und Platz wäre auch da. Evtl. wäre auch Angola interessant. Das hat momentan niemand auf dem Schirm und hat sich in den letzten 20 Jahren erstaunlich gemausert.

    Als Elektroingenieur dürfte man weltweit ohnehin relativ gefragt sein, so dass eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis erreichbar scheint.

  • Ich stehe regelmäßig in unserem Keller und freue mich an dem ganzen Krempel. Dieser ist aber zu mindestens 70 % auf Bug-In ausgelegt und nicht umfänglich verlastbar. Um mich gegen das krampfhafte Festhalten an Unhaltbarem zu wappnen, sind die ganzen Sachen farbcodiert untergebracht und priorisiert. Wenn ich einen Anhänger mitnehmen kann, kommen die grauen und die grünen Kisten mit. Nur ein KFZ: die grünen Kisten. Nur Rucksack: ebendiese. Und dann immer möglichst früh möglichst weit weg vom Kampfgeschehen. Primäre Aufgabe: Familie in Sicherheit bringen. Wenn dann die Familie in Sicherheit ist, ist meine Aufgabe die Rückkehr und Verteidigung des Gesamtsystems. Dann ist mein Haus aber echt egal.

    Sehr interessanter Ansatz den ich bei ein oder zwei Kaffee länger auf mich wirken lassen werde. Eigentlich habe ich mein ganzes Notsystem auf Bug-In ausgelegt. Der Grund liegt an der Einstellung meiner Frau welche im Gesundheitssystem tätig ist und ihre Patienten niemals im Stich lassen würde. Die Kinder sind in ganz Österreich verstreut und ich müsste nur bei der Flucht meiner Schwiegereltern und Freunden helfen. Ich habe mein Lager nach Krisenfall sortiert, also nach für Feuer, gegen Feuer, Hochwasser, Licht, Werkzeug u. Ersatzteile, Stromausfall, Chemie- u. Atomunfall, Sturm, Hagel, Schnee, Kälte, Hitze, Wasserhaltung und Filterung, Kommunikation, Verteidigung und Rettung mit Hausapotheke, Haushaltsbedarf und Hygiene, Die Lebensmittel wegen der Rotierbarkeit nach Kurz-Mittel-Langfristigkeit eingeteilt mit Extraartikel für Tausch sowie Tierfutter. Schon länger versuche ich das Thema Fluchtrucksack umzusetzen aber hatte dafür noch keinen Schubs. Einzig bei Spritlagerung bin ich im Moment mit 100L in Kanistern für Flucht vorbereitet.

    Deinem Gedanken folgend wäre meine evtl. Fluchtausrüstung in jedem Abteil verstreut, dort Taschenlampe, da Gaskocher, oben Schlafsack, hinten Toilettsachen, unten die Wasserflaschen und Filter, da die Medikamente etc. Bis ich da alles zusammen hätte und auf nichts vergesse (Dokumente, Geld, Powerbank usw.) und das dann auch noch unauffällig ins Auto verbringe würde Zeit vergehen die mir dann abgehen könnte. Mhm..... darüber muss ich jetzt mal ein paar Gedanken stricken. Jedenfalls kommt ein Anhänger leider nicht in Frage, ich habe am Grundstück keine Abstellmöglichkeit. Aber vielleicht - ich bin schon im Stricken - eine Dachbox? Diese könnte ich auch fix in der Garage lagern............. ich stricke und stricke

  • Mal eine Frage in die Runde:

    Wieso wollen eigentlich fast alle fliehen und sich vor dem möglichen Dienst und der Verteidigung der Familie / der Heimat / des Vaterlands / der Freiheit was auch immer für den einzelnen wichitg und bedeutend ist drücken?

    Wer soll dies denn dann tun?

    Hier sind doch die meisten dafür die Ukraine u.a. mit Waffen zu unterstützen, aber ggf. im eigenen Land selber kämpfen und dieses verteidigen will kaum einer. Das erscheint mir doch ein wenig seltsam.

  • Ich bin zum Glück nicht mehr weit von der 60 Jahr-Grenze entfernt.

    Und bin auch untauglich. Allerdings ohne abschliessenden Bescheid.

    Die haben mich damals wegen Asthma untauglich geschrieben für 1 Jahr.

    Dann erneute Prüfung, O-Ton " ist ja alles gleichgeblieben", trotzdem auf einmal tauglich mit Einschränkungen.

    Habe natürlich Einspruch erhoben. Dann zum dritten mal hin, dann hieß es, erstmal Test beim Lungenfacharzt, dann kommt der Bescheid .

    Beim Lungenarzt war ich. Auf den Bescheid zu warten habe ich aufgegeben. :-)

    Jahre später hat mein Vater einen Mitarbeiter vom Kreiswehrersatzamt kennengelernt und ihm die Geschichte erzählt.

    Der hat nur gemeint, die hätten mich beim 2ten mal schon zum Lungenarzt schicken müssen. Die haben bestimmt meine Akte in den Papierkorb geschmissen, damit sie keinen Ärger bekommen.

    War mir dann auch recht.

    Der Optimist glaubt in der besten aller Welten zu leben.
    Der Pessimist befürchtet, der Optimist könnte recht haben.

  • Anyway...

    Ich habs zu meinen Dokumenten gepackt. im übrigen wurde ich bereits vor der Musterung ausgemustert. ;(

    Verweigern an der Waffe ist eh nicht.


    Ob ich im V-Fall eingezogen werden würde kann ich gar nicht sagen. Würde bedeuten das die Firmen geschlossen werden müssten.

    Keine Ahnung wie das ist. Spielt dann aber auch keine Rolle mehr.


    Nach Afrika hab ich keine Kontakte. Wir müssten dann eher in die USA zur Verwandtschaft.

    Das dürfte sich aber mit mehreren Personen schwierig darstellen.

  • Wirklicher Luxus ist es, wenn man das Material nicht nur einmal hat und dann je nach Fall zusammenstellen muss (kostet Zeit, richtig!), sondern mehrfach und in jedem Set redundant. Dann heißt es nur noch: Set packen, Rest bleibt stehen.


    Wir trainieren das schnelle, modulare Packen regelmäßig, sei es Rucksäcke für einen Ausflug oder Trekking (10 Minuten), Auto für Wochenendurlaub (15-30 Minuten), Auto mit Fahrrädern (30 Minuten), Anhänger komplett mit Zelten, Küche und Betten für das Reenactment (da nimmt man ja wirklich alles mit, 1,5 bis 2 Stunden). Mittlerweile haben meine Frau und ich so dermaßen Routine im Packen (und wieder Zurückräumen), dass wir dabei gar nicht mehr reden. Jeder weiß, was wann wohin kommt. Packpläne sind im Kopf gespeichert. So muss das. Da gibts den alten Kavalleriespruch, was Materialerhaltung angeht: Erst das Pferd, dann der Sattel, dann der Reiter.


    Zum letzten Themenkomplex: Familie in Sicherheit bringen, dann wieder zurück und machen, was nötig ist. Ich habe nicht umsonst einen Eid geschworen.

    Erklärter FDGO-Fan

  • Das erscheint mir doch ein wenig seltsam.

    Sehe ich nicht so. Wenn ein Angreifer aus der Distanz mit Artillerie wochenlang meine Stadt beschießt, dann macht es keinen Sinn, dort als Zivilist auszuharren (vgl. Mariupol). Also versuche ich, meine Familie/Peergroup doch per Flucht in Sicherheit zu bringen. Das kann erst mal mit einem kürzeren Sprung ins Hinterland sein oder gleich ins Ausland.


    Natürlich kann ich eingezogen werden bzw. werde ich ggf. von meinem Staat zu irgendwelchen Diensten verpflichtet. Dem würde ich mich auch nicht entziehen. Bevor das soweit ist, will ich aber die Familie in Sicherheit wissen.


    Ein anderer Fall wäre eine nukleare Eskalation zwischen Russland und der Nato. Hier halte ich die vaterländischen Pflichten tatsächlich für vernachlässigbar. So etwas spielt sich dann auch auf einer anderen Ebene ab, da haben gewöhnliche militärische Mannschaften keinerlei Einfluß mehr.


    Schließlich gibt es den Fall: mein Land wird vom Feind überrollt und besiegt. Es wird eine mörderische Diktatur errichtet, die alle verfolgt, die nicht schon immer auf ihrer Seite stehen (die russischen Propagandisten haben das ja schon ausführlich für die Ukraine vorgestellt: mehrere zehntausend Angestellte und Beamte des ukrainischen Staats gelten als nicht erziehbar und müssen getötet werden, mehrere Millionen gelten als evtl. korrigierbar und kommen in Umerziehungslage - die ersten Feldversuche mit solchen Lagern mit gut eine Million deportierten Ukrainer laufen ja mutmaßlich schon in Russland).


    Wenn sich eine derartige Perspektive eindeutig abzeichnet, dann ist Widerstand aus meiner Sicht sinnlos und es bleibt nur die Flucht. Da gibt es dann nichts zu verteidigen. Das könnte ein Szenario für die baltischen Kleinstaaten sein. Wenn da mal 150.000 Soldaten anklopfen, dann ist es zwar ehrenwert, sich mit ein paar tausend Mann entgegenzustellen, aber nutzlos.

  • Mal eine Frage in die Runde:

    Wieso wollen eigentlich fast alle fliehen und sich vor dem möglichen Dienst und der Verteidigung der Familie / der Heimat / des Vaterlands / der Freiheit was auch immer für den einzelnen wichitg und bedeutend ist drücken?

    Bei mir ist das:


    1. Ein (mein) Land ist mir wurscht, das sind nur willkürliche, politisch gezogene Genzen die sich über die Jahrhunderte eh verschieben, warum soll ich mich für ein künstliches Konstrukt in Lebensgefahr begeben, geht mir am Arsch vorbei. Ist schön hier, gibt aber auch andere schöne Ecken auf der Erde. Bin ja hier nicht festgepflockt.


    2. Jeder in meiner Familie hat nur 1 Leben, das ist das Kostbarste. Alles andere ist nachgeordnet und wird niemals der Grund sein das Leben zu gefährden. Das gilt sowohl für das Heimatland als auch für all unserenFamilienbesitz. Wenn es blöd kommt ist es halt weg, das Wichtige für uns ist uns als Familie (lebend) zu haben.


    3. Die heroische Auseinandersetzung mit dem Feind mag andere Leute stark, kühn oder was auch immer machen, ich hab keinen Bock auf posttraumatische Schädigungen, wer kämpfen will kann das gerne tun (jeder nach seiner Facon) aber bitte ohne mich/meine Familie. Wer da draus Befriedigung zieht kann das gerne tun, wäre bei mir nicht der Fall. Ich steh auch nicht auf den Anblick von Uniformen oder Orden. Man erwarte bitte von mir auch keine Dankbarkeit oder Ehrfurcht wenn man das Land verteidigt. Muß jeder für sich selber entscheiden.


    4. Das Leben hat für mich auch übergeordnete Wertigkeit gegenüber Begriffen wie Demokratie, Freiheit etc., ich würde für keine Ideologie der Welt kämpfen auch wenn ich sie (wie bei den beiden Begriffen als Beispiel) unterstütze.


    Vermutlich würden einige von euch mich für diese Einstellung gerne Vierteilen, aber als gute Demokraten hat man auch diese Meinung zu tolerieren.


    Freiheit ist auch immer die Freiheit des Andersdenkenden.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Was meiner Ansicht nach genau das widerspiegelt, was die Realität bei den meisten in D ist.


    Grund:

    Keine gemeinsamen Werte.

    Keime gemeinsame Religion.

    Nur geringe Bindung an Sippe / Familie / Volk


    Wenn sich der Zusammenschluss innerhalb der Gesellschaft auflöst, für was soll dann gekämpft werden?


    Eigentlich ist das sehr traurig.

  • Ich interessiere mich sehr für meine Vorfahren. Habe über meinen Stammbaum viel recherchiert, und kann je nach Linie der Vorfahren teils bis zu 21 Generationen zurückverfolgen. Da sind auch einige Soldaten (und Bauern, Leinenweber, Bürokraten, Barone...) dabei gewesen. Aber nur ein einziger Soldat (kein direkter Vorfahre, ein Onkel meiner Mutter), auf den ich wirklich stolz bin. Nicht weil er als Soldat so viele umgebracht hat, sondern weil er so viele gerettet hat, bei einem erfolgreichen Rückzug.

    Der Optimist glaubt in der besten aller Welten zu leben.
    Der Pessimist befürchtet, der Optimist könnte recht haben.

  • Was ist bitte eine Sippe oder ein Volk? Das sind wandelbare Größen die hin- und her-wabern. Ab wann waren zuwandernde Hugenotten "deutsch"? Was ist "mein" Volk heute? Die autochthone Bevölkerung? Auch die erst seit kurzem hier Lebenden? Die Russlanddeutschen? Was ist meine Sippe? Die ganze erweiterte Familie? Die Leute in meiner Stadt oder meinem Dorf? Was ist meine Familie? Die Kernfamilie? Auch „Familienmitglieder" die ich alle Jubeljahre mal sehe? Verwandte die ich gar nicht kenne? Verwandte die ich scheisse finde? Ab wann hab ich mit jemandem gemeinsame Werte, wie groß dürfen die Unterschiede laut Regelung DIN 12345 sein damit ich als Gleichwertmensch gelte? Ist der nette Muslim schlechter als der Kack-Deutsche den ich auf Grund seiner Persönlichkeit nicht abkann?


    Fragen über Fragen…….die mich dann zu der Ursprungsfrage bringen: was soll ich denn nun verteidigen? Am Ende ein vorgekautes Konstrukt wo mir jemand oder eine Institution erzählen will was richtig und falsch ist. Nö, Arschlecken 3.50! Ich entscheide für mich und zusammen mit der Familie was richtig ist. One mir Werte und Genzen aufdrücken zu lassen. Ich bin der kleinste Furz der durch die Luft fliegt - ein Mensch. Nix weiter. Freiheit beginnt im Kopf.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Freiheit ist auch immer die Freiheit des Andersdenkenden.

    im Grunde unterstreiche ich den Satz, in Verbindung mit deiem Post kann ich nur sagen. Wenn deine Freiheit andere einschränken sollte, dann ist das ziemlich egoistisch, wenn.

    Jede Seite eines Schwertes hat immer zwei Seiten.

    Was willst du machen, wenn das Weglaufen zu einem Maraton wird. Immer etwas hinter dir her, egal wo du dich niederlassen willst. Nach kurzer Zeit steh jemand an deiner Haustür und verlagt das du gehen sollst. Du bist in einem fremden Land. Vielleicht musst du allein gehen weil er deine Frau und deine Kinder als Faustpfand behalten will. Vielleicht will er sie auch nur quälen, weil es ihm gerade so in den Kram passt. Gehst du, oder versuchst du dich zu wehren.

    Ich will damit sagen, weglaufen ist keine Lösung. Aber wenn du schon auf das Land sch....t das dir dieses verhältnissmäßig angenehme Leben ermöglicht, dann tu es wenigstens für deine Freudne Nachbarn oder sonstwehn. Irgenwelche Leute sind es doch bestimmt wert zu bleiben und sich für sie einzusetzen, anstatt das Weite zu suchen um nicht in einen Krieg hineingezogen zu werden den man ablehnt. Ich glaube keiner mit vernünftgen Verstand will in einen Krieg, vielleicht die, die woanders nicht zurechtkommen und nur hauen und stechen können.

    Und die sind es gegen die man sich wehren muss. Damit meine ich auch Politiker und Industriebosse, die nichts anderes im Kopf haben als Geld und Macht, und ihre Laufburschen haben.

  • Baerti


    Und gerade weil Du diese Fragen stellst, ist klar, dass Du keinen Bezug mehr zu den Ankern des Daseins mehr hast.


    Seit je her gab es eine Gruppe von Menschen (Personen ist ja nach Neusprech wieder falsch), bei denen sich der Einzelne angenommen, geborgen und sicher fühlte. Ausnahmen gab es natürlich immer.


    Je kleiner diese Gruppe wird, desto weniger ist der Drang da, für diese einzustehen.


    Und die Gruppe wird kleiner durch Schrumpfung, z.B. der Familie.


    Ja, immer wieder gab es Wanderbewegungen, dennoch war die Gruppe früher groß genug.

  • Arwed51 :


    Hätte, hätte Perlenkette. Der böse Russe verfolgt mich bis in die Antarktis und auch da muss ich mich in der Eishöhle verstecken und da ist dann der Eisbär der mich fressen will und grämend sitze ich im dunklen Eisloch….


    Das einzige was für mich zählt ist meine wirkliche Kernfamilie. Meine (kleine) Aufgabe im Leben ist es diese beim bestmöglichen überleben in der jeweiligen Situation zu unterstützen. Dann hört es auf. Volk, Stadt, Grenzen sind mir vollkommen egal weil all diese Dinge sind dem Wandel unterworfen, seit Jahrhunderten und für die kommenden Jahrhunderte. Dafür kämpfe ich nicht.


    Ich will irgendwann mal Abschied nehmen von diesem Leben in einem Zustand wo ich kein psychogestörter Kriegsküppel bin, ich wünsche mir nichts sehnlicher als das meine dann noch lebende und unverwundete Tochter über meine Wange streicht und sagt ich hab dich lieb. So einfach gestrickt bin ich. Ich kann das gute Leben hier genießen, ich bin absoluter Genussmensch. Aber ich kann auch ein schlechteres Leben mit weniger Freiheiten leben und mich trotzdem am Wichtigsten, dem Leben, erfreuen…..nur dazu muss die Familie leben

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd