Stellt euch vor, ihr fahrt mit dem Zug und strandet witterungsbedingt im Nirgendwo

  • Allerdings habe ich eine Kritik am Szenario. "(...) sicherlich auch die Klimatisierung der Züge" -> Das ist ja wohl völlig unrealistisch! Als wenn bei der DB bei 35 Grad die Klimaanlagen funktionieren würden :D .

    Keine Ahnung, wie es bei den Leuten im IC (Deutsche Bahn) war, aber die Leute im Metronom hatten eine funktionierende Klimaanlage. Die ist gefühlt sogar regelmäßig "zu kalt". 🤣


    Was das Szenario als Szenario angeht: es war gestern bei uns im Landkreis für rund 2500 Menschen bittere Realität. 🙄🙈

    aus DE gesendet...

  • Also ich bin jetzt mal gemein und benenne den Ort des Zugstillstandes näher , und schenke noch einen dicken Schluck aus der Pessimismus-Pulle nach :evil:


    ( Unterlüß, nord-östlicher Landkreis Celle, Regierungsbezirk Lüneburg, D. Das liegt zwischen Uelzen und Celle, nahe dem Unglückssort Eschede wo es vor Jahren mal einen ICE Zug zerissen hat...

    Die HiOrgs hatten ja damals schon Tage und nicht Stunden gebraucht ihre Dienstleistung zu mobilisieren und anzukarren. Ich denke nur ungern dran zurück als ich mit meinem "zwangsverpflichteten" Kran-Abschleppwagen als einer der Ersten vor dem Chaos stand- um wenigstens durch Hebe-Dienste ein wenig zu helfen )


    Dort treffen 3 Landkreise aufeinander = Celle,Uelzen,Heidekreis.

    Fahrzeit jeweils 45 min zur nächsten Kreisstadt.

    Die Örtliche FFW Hat ein TLF und einen altersschwachen VW Bus.

    "Richtige" Städte mit nennenswertem THW,Feuerwehr,Kat Schutz ect, sind Hamburg,Hannover,Bremen. Jeweils etwa 1 Std Fahrzeit entfernt ( wenns gut läuft)

    Mobiltelefonnetz / mobiles Internet läuft nur über einen Anbieter und über einen Funkturm. ( 2G und bedingt UMTS)

    Die nächste Bundesstrasse ist 20 min entfernt,eine nahe Autobahn gibt es nicht.

    Das Taxi-Unternehmen vor Ort hat 1 Auto und einen Kleinbus.

    In der Umgebung gibt es keine Ortschaften wo die Infrastruktur besser aussieht, das Kaff liegt mitten im Wald, umgeben von dem großen Rheinmetall-Schiessplatz ( Sperrgebiet)

    Vor Ort gibt es einen Imbiss,einige Privatzimmer die man mieten könnte,beide Pensionen/ Hotel seit Jahrzehnten geschlossen und verfallen.

    Etwaige Dixi Klos wären vandalisiert oder geklaut.

    Eine regelmässige Busverbindung gibt es nicht - ausser Sonntagabends 22.00 und 23.00 - um die aus dem WE zurückkommenden Soldaten eines nahen Fliegerhorstes dorthin zu fahren.

    Ein Discounter fußläufig gut erreichbar (50m) neben dem Bahnhof


    Mal von der Örtlichkeit ausgegangen :


    Ich sehe da Wasserflaschen die verteilt werden, Wolldecken, Hockerkocher mit Suppe und ähnliches eher als Wunschdenken an.


    Mal von einem mit 1000 Menschen gut gefüllten Zug ausgegangen :


    Als erstes wird der Mobilfunkturm anfangen Handys auf denen aktuell nicht gesprochen wird aus dem Netz auszubuchen. 1000 Stück zusätzlich zu den örtlich genutzten schafft der nicht, die Funkzelle wird zusammenbrechen.

    Das vorhandene Taxi schafft es pro 2h jeweils 4 Personen nach Hannover zu karren.

    Der Discounter wird innerhalb einer Stunde leergekauft sein - zumindest Dinge die man ohne Kochen ect. so essen / Trinken kann.

    Die FFW / das Rote Kreuz wird anrücken mit dem bischen was der Ortsverband so hergibt. (Die würden sicherlich gerne mehr tun,sind engagierte gute Leute...) Doch aus "Nix" können die nicht viel zaubern.

    Die DB AG wird sich nicht sehen lassen, man wird auf die " 0800führtinsleere" Telefon-Hotline verweisen.


    Da die Strecke eine kombinierte Güter / Personenstrecke ist werden sich vor der Schadenstelle die Züge stapeln - bis das freirangiert ist und ein Reparaturzug dort durchkommt wird es dauern, wahrscheinlich so lange das Niemand eine Prognose abgeben mag.


    Günstigst möglicher Verlauf :


    Jemand vom Typ " Helmut Schmidt" der was zu sagen hat fordert die Bundeswehr aus dem 10 km entfernten Fliegerhorst an und sorgt so dafür das die Wartenden wenigstens versorgt sind. Die Feldküchen ect. müssen ja mal zu was gut sein. Zumindest wäre da einiges an Manpower,Fahrzeugen,Zelten,Feldküchen vorhanden - man müsste nur über den Bürokratie-Schatten springen.


    Willkommen in der Lüneburger Heide :D

    Aus dem Norden von DE bzw. dem Süden von ES gesendet

  • Ohne Handy wird das dann in der Tat doof. Aber kann man mal sehen wie wichtig es ist Wasser dabei zu haben. Ich habe den Ort gerade mal gestalkt. Bei den Möglichkeiten dort würde ich noch die Vereine ins Spiel bringen, ich sehe da einen Schützenverein und einen Fußballverein und eine Kirche. Das sind in der Regel gute Netzwerke, wenn der Ort noch nicht völlig ausgestorben ist. Wenn man da einen zu fassen kriegt, wäre das in der Situation nicht schlecht. Getränke und Sanitäranlagen sind dort auch oft vorhanden sowie kleinere Vorräte an Nahrung zum vereinsinternen Verbrauch und Verkauf. Ich würde auch vermuten, dass die Anwohner einspringen? Hat das funktioniert? Aber bei den Temperaturen durchaus nicht ganz ohne.

  • Nun ja... Sollte kein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden würde ich mir wohl ein Taxi oder einen Uber bestellen.


    Du hast wahrscheinlich noch nie erlebt, wie schnell dann Taxis weg (und alle Hotels ausgebucht sind).

  • Willkommen in der Lüneburger Heide :D

    Glaubst du, in der Nordheide sieht es besser aus? 🤣


    Der einzige Unterschied zwischen den Landkreisen Lüneburg, Harburg Land und Lüneburg besteht darin, dass sie dichter an Hamburg dran sind. 🤪 Dichtere Besiedlung und ein Provinzhauptkaff hat dann schon mal die Ausmaße einer Kleinstadt. 🤪


    Die Strecke Hamburg-Bremen-Norddeich Mole bzw. Hamburg-Uelzen-Hannover-Göttingen sind mir nicht nur in guter Erinnerung geblieben auf den Bahnfahrten. Egal, ob mit Fernverkehr oder Nahverkehr. Egal ob mit der Deutschen Bahn oder dem Metronom oder wie die auch immer gerade heißen.


    Vor allem auf der von AndreasH beschriebenen Strecke bin ich regelmäßig "gestrandet". 🙄 Ohne irgendwelche Unterstützung durch HiOrgs. 😬


    Insofern waren die gestern in der Nordheide gestrandeten Fahrgäste wahrscheinlich sogar noch gut dran. Wäre ja nicht das erste Mal. Vor ein paar Jahren hatten wir so einen ähnlichen Einsatz auf dieser Strecke auch schon mal. Auch nach dem Durchzug einer schweren Unwetterfront. 🤷

    aus DE gesendet...

  • Okay... Update zur neuen Situation.


    Als Schweizer muss ich in dieser Gegend Deutschlands zwangsweise mit zusätzlicher Kleidung unterwegs sein.

    Wie ich mich kenne, hätte ich trotz des Wetters zumindest eine leichte lange Hose und einen dünnen Pulli dabei. Frieren müsste ich also nicht.


    Leider habe ich als Ortsunkundiger zu lange gezögert und so sind alle Hotels in vernünftiger Fussdistanz ausgebucht. Taxis sind auch alle überbeschäftigt. Freunde oder Verwandte, an die ich mich wenden könnte, habe ich in dieser Region auch keine.


    Da ich aber früh genug aufgebrochen bin, konnte ich mich in einem Supermarkt oder einem Tankstellenshop mit passendem Essen und Getränken für die kommenden Stunden eindecken.

    Daher fällt es mir nicht schwer, Frauen und Kindern bei der beschränkten Ausgabe den Vortritt zu lassen. Da ich nicht beim Essen drängle, habe ich wenigstens eine Einwegdecke ergattert.

    Aus dieser werde ich mir ein Kissen für die Nacht basteln.


    Als etwas schüchterner Mensch hätte ich zunächst mal meine Nase in mein Buch gesteckt. Nach einer Weile beginnt aber der ältere Herrn im Abteil uns andere Passagiere anzusprechen. So kommen wir schnell ins Gespräch und lernen uns bald besser kennen.

    Nun zahlt es sich aus, dass ich ein Kartenspiel dabei habe. Auch wenn es französische Karten (Napoleons Erbe) sind, lerne ich ein örtliches Kartenspiel, dessen Namen ich mir aber nicht merken konnte.


    Noch scheint das ganze recht romantisch zu sein. Aber das kann sich noch ändern...

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

    Einmal editiert, zuletzt von Chuck Noland ()

  • Ah, das muss wohl "Doppelkopf" gewesen sein. Oder war es gar "Klabberjaß"?

    Eher Doppelkopf. Das habe ich schon während meines Abis im Physikunterricht gespielt. Wir vier waren die Anti-Skatgruppe. 🤣




    Zum Szenario: Mittlerweile ist es deutlich nach Mitternacht. Privat-Abholer gibt es kaum noch. Busse sind ums Verrecken nicht zu organisieren.


    Die Essensausgabe läuft weitestgehend reibungslos. Einzelne junge Burschen müssen mit einem "robusten Mandat" davon überzeugt werden, dass erst alle Kinder, also die richtigen Kinder und deren Mütter mit Suppe versorgt werden, dann kommen die alten Leute und erst, wenn dann noch was übrig ist, die jungen Männer. Und wer drängelt, stellt sich wieder hinten an

    Freiwillig oder nicht.


    Bei den HiOrgs werden erste Kräfte ausgelöst. Teils durch frische Kräfte ergänzt, teils nicht.


    Seitens der Bahn-Infrastruktur gibt es wenig gute Nachrichten. Die Reparaturen an der Strecke werden sich noch mindestens bis in die frühen Morgenstunden hinziehen, weil die Schäden erheblich sind. (Für den Verkehr auf dieser Relation ist das verheerend, denn die Ausweichstrecke, eigentlich schwerpunktmäßig für den Güterverkehr genutzt, ist auch nicht so ohne weiteres nutzbar. Hier müssen ebenfalls zunächst Bäume und Astwerk von den Gleisen geräumt werden.


    Da Hotels und Pensionen in der Umgebung keine Kapazitäten mehr haben, müssen sich die übrigen Fahrgäste darauf einstellen, in den Waggons die Nacht zu verbringen. Irgendwie. Zumindest sind durch drei Busse (mit etwas schieben knapp 200 Fahrgäste) und durch selbstorganisierte Abholungen sowie vereinzelt auch Unterbringung in Hotels/Pensionen in der Nähe die noch zu versorgenden Fahrgäste auf etwa 1000 reduziert.

    aus DE gesendet...

  • In diesem Fall bleibt mir nichts anderes übrig, als es mir im Zug für die Nacht so gemütlich als möglich zu machen.

    Mit der Decke und dem Rucksack (enthällt alles wichtige) mache ich mir ein Kopfkissen.

    Dadurch kann mir der Rucksack nicht unbemerkt gestohlen werden

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Ich würde mich weiter zurückhalten. Da ich auf dem Weg in den Urlaub bin, gibt es keinen Zeitdruck und ich muss nicht unbedingt einen Platz im Bus ergattern und brauche auch nicht der erste bei der Ausgabe von was auch immer zu sein. Ist zwar nicht schön, ist aber so.


    Bevor ich später am Tag auch mal meine Wasserflasche auffülle und vielleicht noch einen Schlag Suppe abhole, räume ich eventuell vorhandene Wertgegenstände (da fällt mir eigentlich nur das Tablet ein) aus dem Koffer in die Umhängetasche, wo jetzt wegen des aufgezehrten Mundvorrats Platz sein dürfte.


    Vermutlich wird inzwischen auch eine grundlegende Sanitärversorgung zur Verfügung stehen. Mit den Klamotten, die ich für die Urlaubswoche dabei habe, kann ich mich passend zur Temperatur für die Nacht einrichten. Kulturbeutel und damit das Nötige für eine grundlegende Körperpflege ist auch vorhanden. Bei insgesamt 1000 Leuten gibt es in den Zügen ja wenigstens Platz, so dass man sich halbwegs vernünftig lang machen kann. Dazu die Umhängetasche am Mann und die Taschenlampe aus dem EDC griffbereit: Damit sollte die Nacht ganz gut zu überstehen sein.

  • Wasser und Essen für mindestens einen Tag hätte ich bei einer Fahrt in den Urlaub dabei.

    Und je nach Länge des Urlaubs genügend Lesestoff.

    Ebenso ein Nackenkissen und eine leichte Decke.

    Also würde ich die Anderen erstmal machen lassen, mir eine ruhige Ecke suchen und - je nach Tageszeit - entweder lesen oder schlafen.

    Schlafen kann ich - auch heute noch - zu jeder Tages- und Nachtzeit und in jeder Situation, sofern sie nicht lebensbedrohend ist.

    Ich würde es machen wie Chuck Noland und Asdrubal und auf meinem Gepäck schlafen.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

  • Was man nicht vergessen sollte als Option.


    Man kann auch zu trampen versuchen.


    Ein "Schild" mit Ort drauf, wo man hin möchte ist immer hilfreich. Also DIN A3 Blatt und dicken Stift einpacken? Nachts ist ein Licht hilfreich, um gesehen zu werden, allerdings klappt trampen bei Dunkelheit (als Mann) ziemlich schlecht.


    Hier im Beispiel wären es bis zum Bahnhof Suderburg ca. 12km, also 3 Stunden gehen. Unterwegs gibt's ne Pension und den Campingplatz am Hardausee, evtl. haben die spontan eine Möglichkeit. Anrufen schadet ja nicht.

    Bis zum Bhf Uelzen sind es dann 24km, spätestens dort sollte man dann wegkommen können. Auch das kann man mit guten Schuhe als gesunder Mensch gehen. (wenn einen wirklich stundenlang niemand mitnimmt)

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

    7 Mal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Welche Ortungs-App nutzt ihr, damit ihr euch gegenseitig "stalken" könnt?

    Bei Apple gibts sowas „eingebaut“ und lässt sich freischalten, heißt: „wo ist“


    Interessanter Thread und tolle Beiträge mit guten Tips :gut:


    Eine Frage, die mir beim Lesen aufkam, ist: haben denn 2500 Leute denn dann überhaupt Handyempfang bzw. eine gute Internetverbindung ?


    Lediglich im Beitrag von Herzhaus wurde der Handy- Empfang nicht als selbstverständlich angenommen.


    Ich konnte online nichts dazu finden, ab wann eine Zelle überlastet ist, nur, dass sie unterschiedlich groß sind und auf dem Land halt eher größer sind. Bei Großveranstaltungen besteht wohl die Möglichkeit, was mit Hardware aufzustocken (?).

    Gibt es diesbezüglich Erfahrungen?

  • Eine Frage, die mir beim Lesen aufkam, ist: haben denn 2500 Leute denn dann überhaupt Handyempfang bzw. eine gute Internetverbindung ?

    Keine Ahnung, wie es mit den knapp 2500 Leuten in den beiden Zügen war.


    Ich als Einsatzkraft hatte zumindest theoretisch Empfang (meine Frau hatte vorher noch einen Termin und konnte nicht sofort mit ausrücken und fragte mich per WhatsApp zwischenzeitlich nach, ob noch Unterstützung gebraucht würde, dann würde sie nachziehen oder in der Fahrzeughalle den Nachschub vorbereiten. War dann in der Form dann scheinbar nicht der Fall, denn kurz danach kam die Ansage, dass von uns die ersten Einsatzkräfte wieder abgezogen würde; was wohl gemerkt auch arbeitszeitschutzgesetzliche und fürsorgerische Gründe hatte und dem Umstand geschuldet war, dass mehr als genug Einsatzkräfte vor Ort waren. So bummelig 30 oder 40, wenn ich das noch in Erinnerung habe. Für eine Betreuungslage brauchst du ja zum Glück nicht so viele Einsatzkräfte als für eine sanitätsdienstliche Lage, wo du gefühlt eigentlich 5 Sanis pro Verletzten brauchst anstatt auch mit 1 Einsatzkraft auf 10 bis 15 zu Betreuende. Oder wie hier einfach nur 10 bis 20 Leute brauchst, um eine Verpflegungsausgabe zu organisieren.)


    Aber was den Handy-Empfang angeht, standen wir auch auf dem Parkplatz vor dem Bahnhof und da waren eigentlich immer nur vielleicht 100 Leute zeitgleich.

    aus DE gesendet...

  • Bei Apple gibts sowas „eingebaut“ und lässt sich freischalten, heißt: „wo ist“

    Nicht alle Leute verwenden Fallobst-Geräte. ;-)


    Bei Kaspersky, Google etc. gibt's auch solche Funktionen.

    Think positive, stay negative! :)