Tarnen und Täuschen beim bei Anbau von Nahrung

  • Luftikus hatte eine Intersante Idee:


    Zitat von Luftikus;104606


    Ich säe schon seit 2 Jahren Kolbenhirse im Garten aus, immer mit dem eigenen aufbewahrten Saatgut. Das Gute an solchen Nutzpflanzen ist, daß es hierzulande so gut wie keiner kennt.
    Gerade wo kürzlich über Plünderungen auf spanischen Feldern berichtet wurde, mache ich mir Gedanken, welche Nutzpflanzen eher unbekannt sind und von ungebetenen Erntehelfern links liegengelassen werden, weil sie keinen Tau haben, was das ist.


    Ein großer Teil der Bevölkerung erkennt ja die gängigen Nutzpflanzen nicht in jungen Stadium und viele nicht mal erntereif.
    Wenn man die Ideee von Luftikus weiter verfolgt, möglichst unbekannte Pflanzen anzubauen, mit welchen habt ihr gute Erfahurng gemacht?
    Weiter wäre es nicht schlecht, wenn der Garten verwildert aussehen würde, also eine Mischkultur und nicht klinisch saubere Beete mit exakten Reihen.



    Ich habe nur einen winzigen Garten und außer Salat und Küchenkräutern experimentiere ich da gerne.
    Nach meinen Erfahrungen keimen züchterisch wenig bearbeitete Sorten oft sehr unregelmäßig.
    Außerdem hat bei mir schon öfter mal eine Pflanze seinen Nachbarn überwuchert,so das ich da Totalausfall hatte,
    Z.B. haben sich dieses Jahr die Saubohnen nicht mit ihren zugewiesenen 40x40 cm begnügt, sondern sich umgelegt und
    den Salat und die Pastinaken plattgemacht.


    Geeignete Pflanzen:


    Hirse
    War in südlichen Deutschland weit verbreitet, wurde aber durch andere Gerteide verdrängt.
    Warum ?
    Wie ist der Ertrag bei moderen Sorten?
    Wie leicht ist die Verarbeitung?
    Da ich die noch nicht probiert habe, würde mich hier eure Erfahrung intersieren.



    Buchweizen
    Wächst schnell und leicht.
    Bei der Sorte, die ich ausprobiert hatte, waren die Körnen nicht alle gleichzeitig reif.
    Ungelöstes Problem: Wie bekomme ich die harte Schale ab.


    Linsen
    Wird in Deutschland erst seit kurzen in sehr kleinen Maßstab wieder angebaut.
    Seit meinen Anbauversuch weis ich auch warum: Sehr kleiner Ertrag, ich mußte mehrmals mühsam durchernten, da die
    ersten Linsen ausfielen, andere aber noch nicht reif waren.
    Vorteil: Sehr unscheinbare Pflanze.


    Gartenmelde
    Keimt ungleichmäßig, sonst aber problemlos. Recht guter Ertrag, Spinat wächt aber schneller.
    Verwendung als Spinat, also nichts zum einlagern.



    Guter Heinrich
    Mehrjährig (war bei mir aber nach 3 Jahre verschwunden), wen man nicht reglmäßig erntet,
    hat man nicht viel davon. Wird auch als Spinat verwendet.


    Winterportulak
    Habe ich reglmäßig im Frübeet, liefert mir von Dezember bis März was grünes.
    Wächst aber sehr langsam und ohne Frühbeet habe ich es noch nicht probiert.


    Amarant
    Die Körner reifen recht spät und ungleichmäßig (blüht noch, während die ersten Körnerreif sind), der Ertrag war entäuschend.
    Baue ich nur noch als Gemüse an.




    Bitte fortsetzen.

  • Für Getreide braucht man einen Acker, sonst lohnt es sich nicht.
    Ob bekannt oder unbekannt, wenn alle Pflanzen gleichförmig sind, kommt selbst der dümmste Städter auf die Idee, dass die Dinger einen Sinn haben. Von daher finde ich Chaos im Garten ganz gut ( kommt mir ohnehin entgegen;-), aber wenn die Horden kommen, werden sie nehmen, was sie kennen und den Rest zertrampeln.
    Für ziemlich sicher halte ich den "Anbau" von Brennesseln ( da macht es noch nichtmal was, wenn sie zertrampelt oder abgerissen werden ) und Topinambur ( beim Buddeln findet man nie alles ).

    [SIGPIC][/SIGPIC]Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit ist der Mut

  • Zitat von Firehorse;104729


    Für ziemlich sicher halte ich den "Anbau" von Brennesseln ( da macht es noch nichtmal was, wenn sie zertrampelt oder abgerissen werden )


    Die hatte ich vor vielen Jahre bei mir ausgesäht.
    Für den Mischanbau eignen sie sich nicht, einmal etabliert, sind sie so durchsetzungstark, das sie alles andere unterdrücken.
    Durch die Wurzelausläufer bekommt man sie dann kaum wieder weg und sie verbreiten sich munter weiter.

  • Zitat von Henning;104676

    Luftikus hatte eine Intersante Idee:



    Hirse
    War in südlichen Deutschland weit verbreitet, wurde aber durch andere Gerteide verdrängt.
    Warum ?


    Hallo Henning.


    Hirse ist ziemlich robust und kommt mit einem ganzen Spektrum von Witterungsbedingungen ohne viel Pflegeaufwand und Düngung klar , hat aber nur von allen Getreidearten den geringsten Hektarertrag. Sie ist in der kommerziellen Landwirtschaft heute schlicht und einfach nicht mehr interessant, weil nicht ertragreich genug.

    Zitat von Henning;104676

    Buchweizen
    Wächst schnell und leicht.


    Ist auch ziemlich robust, aber es ist biologisch gesehen trotz des Namens kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs, es taugt z.B. mangels Klebeiwess nicht zum Brotbacken. Man kann Brei davon machen oder Crepes.


    Zitat von Henning;104676

    Linsen
    Wird in Deutschland erst seit kurzen insehr kleinen Maßstab wieder angebaut.
    Seit meinen Anbauversuch weis ich auch warum: She kleiner Ertrag, ich mußte mehrmals müsam durchernten, da die
    Ersten Linsen ausfielen, abeander noch nicht reif waren.
    Vorteil: Sehr unseinbare Planze.


    Die wurden in Deutschland sogar traditionell auf der Schwäbischen Alb angebaut, einer Hochebene, auf der wegen ganzjährigem Sauwetter sonst nicht viel wächst. Ich habe allerdings mit einem Versuch zum Linsenanbau auch schon mal Schiffbruch erlitten. Der Ertrag war mehr als kläglich.



    Viele Grüsse


    Matthias

    They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety.
    Benjamin Franklin (1775)

  • Nicht nur Plünderer könnten getarnten Nutzpflanzenanbau interessant machen, sondern die immer perfektioniertere und billigere Überwachung aus der Luft mittels Satelliten und Drohnen durch staatliche u./o. kommerzielle Akteure.

  • einige Exoten


    Salü,


    wir kämpfen hier jedes Frühjahr mit einer Bärlauch-Invasion :staunen:
    Wir nutzen die Blätter nicht nur in Pesto, sondern auch als Spinatersatz in gekochtem Zustand.


    Als Sonnenblumen getarnt, wachsen Topinambur.


    Eine kleinfrüchtige Kiwi Issai (selbstfruchtbar) rankt als Efeuersatz den Balkon entlang.


    In diesem Jahr wird eine saure, wuchernde Brombeere durch eine Akebiahttp://de.wikipedia.org/wiki/Akebia
    ersetzt.


    In einem grossen Topf steht eine Chinesische Dattelhttp://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Jujube


    Gerne hätte ich noch 2 Pawpaw (Indianerbanane)http://pawpaw-info.de/.


    Gruss
    's Hörnli und Minigarten

  • Felsenbirne (Obst, kleine leckere Beeren an dekorativem Strauch ca. 150-2m)
    Aronia (Apfelbeere)
    Kamille
    Bärlauch
    Kapuzinerkresse
    Haselnüsse
    Holunder
    Edelkastanie
    Vorteil: alle mehrjährig bzw. selbstaussamend, unauffällig, nützlich bzw. lecker
    Gruss Luka


    Oh, vergessen, Kornelkirsche.

  • Henning: Nur die "große Brennessel" hat Wurzelausläufer (was sie in positiver wie negativer Hinsicht fast unausrottbar macht). Die "kleine Brennessel" hingegen ist einjährig, bildet keine Wurzelausläufer und muss sich jedes Jahr neu aussäen.


    hörnli: Trägt Deine Issai schon? Ich habe auch ein paar Minikiwis (Issai, Ken´s Red) gepflanzt, hatte aber gelesen, dass manche Pflanzen zwar selbstfruchtbar sind, ohne Befruchter jedoch winzige Früchte tragen, die oft schon vor der Reife abfallen sollen. Ich habe daher jetzt noch zwei "Jungs" gekauft.
    Paw paws fand ich auch toll, habe jetzt einige, aber die wachsen sehr langsam, und ich bin gespannt, ob sie wirklich ab Jahr 5 fruchten...

    [SIGPIC][/SIGPIC]Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit ist der Mut

  • Zitat von hinterwäldler;104734

    Nicht nur Plünderer könnten getarnten Nutzpflanzenanbau interessant machen, sondern die immer perfektioniertere und billigere Überwachung aus der Luft mittels Satelliten und Drohnen durch staatliche u./o. kommerzielle Akteure.


    Dagegen hilft ein Hut aus Alufolie. :crazy:


    Das Problem ist das niemand von Brennesseln, Bärlauch oder Kresse satt wird. Die sind zwar lecker als Beilage, aber das wars. Was man braucht ist Stärke, Fett und Protein. Also Kartoffeln, Weizen, Roggen, Erbsen, Bohnen, Nüsse. Die benötigten Mengen für einen Selbstversorger lassen sich nicht verstecken, ich glaube das muss man sich klarmachen.

  • Bei all diesen Pflanzen vergesst ihr eine ganz wichtige: Die Kartoffel. Zwar weiß jeder, wie Kartoffeln aussehen, die Pflanze erkennen aber nur recht wenige Leute. Wenn man dann noch ein paar Disteln mittenrein pflanzt sind die Pflanzen noch besser getarnt.
    Bei mir sind zwischen den Kartoffeln Disteln aufgegangen, die eine ähnliche Blattform und Farbe haben, allerdings recht schmal und hoch werden. Und falls es wirklich soweit kommen sollte, dass Plünderer auftauchen, gibt es bei der Kartoffel noch die Chance, das einer die Früchte statt der Wurzel probiert. Danach überlegen die anderen sich das Probieren dann zweimal.


    Gruß Ulfhednar

  • Zitat von Ulfhednar;104774

    Bei all diesen Pflanzen vergesst ihr eine ganz wichtige: Die Kartoffel. Zwar weiß jeder, wie Kartoffeln aussehen, die Pflanze erkennen aber nur recht wenige Leute. Wenn man dann noch ein paar Disteln mittenrein pflanzt sind die Pflanzen noch besser getarnt.
    Bei mir sind zwischen den Kartoffeln Disteln aufgegangen, die eine ähnliche Blattform und Farbe haben, allerdings recht schmal und hoch werden. Und falls es wirklich soweit kommen sollte, dass Plünderer auftauchen, gibt es bei der Kartoffel noch die Chance, das einer die Früchte statt der Wurzel probiert. Danach überlegen die anderen sich das Probieren dann zweimal.


    Gruß Ulfhednar


    Mit Verlaub, Du unterschätzt Dein Mitmenschen gewaltig!
    Die, die sich dafür interessieren erkennen eine Kartoffelpflanze aus 100m Entfernung.
    Bei uns in der Gegend wurden schon von 15 Jahren Kartoffeln von den Äckern gestohlen.
    Die Plünderer haben sich auch nicht die Mühe gemacht, zu graben, sondern einfach den gesamten Stock herausgerissen, was in der Erde geblieben ist, darfste dann selber behalten...


    Ping

    [SIZE=2]Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei und Unwissenheit ist Stärke.[/SIZE]

  • Zitat von Firehorse;104729

    Für Getreide braucht man einen Acker, sonst lohnt es sich nicht.


    Wenn man kcal/Quadratmeter rechnet, ist Getreide garnicht mal so schlecht.
    Man darf nicht vergessen, das Gemüse zum großen Teil aus Wasser besteht.
    Im Garten läußt sich z.B. durch die Umpflanzmethode der Ertrag nochmal steigern.

  • Die Plündereien nehmen offenbar wirklich immer dreistere Formen an. Mitte Juni wurde in der Nähe von Graz ein Erdbeerfeld geplündert, zehn bis zwölf Personen haben dort eine Tonne Erdbeeren gestohlen, Schaden knapp € 3000,- beziehungsweise ein Drittel des gesamten Bestandes.
    An der Ostgrenze Österreichs wurden vor einer Woche drei völlig überladene Kleintransporter mit insgesamt 9,5 Tonnen gestohlenem Knoblauch gestoppt, Ursprungsland Spanien.


    Vorteilhaft sind wahrscheinlich auch dornige Büsche rundherum oder zwischen den Nutzpflanzen. In Tunesien werden gerne große Kakteen als lebender Gartenzaun verwendet, als Bonus tragen die Dinger essbare Kaktusfeigen.
    Antipersonenminen wären natürlich am wirkungsvollsten, sind aber aus gutem Grunde geächtet worden.

  • Zitat von pinguin;104779

    Mit Verlaub, Du unterschätzt Dein Mitmenschen gewaltig!
    Die, die sich dafür interessieren erkennen eine Kartoffelpflanze aus 100m Entfernung.
    Bei uns in der Gegend wurden schon von 15 Jahren Kartoffeln von den Äckern gestohlen.
    Die Plünderer haben sich auch nicht die Mühe gemacht, zu graben, sondern einfach den gesamten Stock herausgerissen, was in der Erde geblieben ist, darfste dann selber behalten...


    Ping


    Also ich bin schon mehrfach gefragt worden was das denn für Pflanzen seien die ich anbaue, weshalb ich annehme, das zumindest hier in der Gegend nicht allzuviele Leute Kartoffelpflanzen erkennen. Ist allerdings auch möglich dass das nur ein Ortsfaktor ist (hier in der Gegend wird fast nur Wein angebaut).


    Gruß Ulfhednar

  • Von der jüngeren Generation kennt doch kaum noch einer eine Kuh.....


    In Berlin gibts Leute die waren noch nie in Brandenburg.


    Wie sollen die Kartoffeln kennen?


    Ja klar die gibs im ALDI/REWE/LIDL was weis ich zu kaufen, aber mal eine ausgebuddelt haben die wenigsten.

  • Zitat von Henning;104788

    Wenn man kcal/Quadratmeter rechnet, ist Getreide garnicht mal so schlecht.
    Man darf nicht vergessen, das Gemüse zum großen Teil aus Wasser besteht.
    Im Garten läußt sich z.B. durch die Umpflanzmethode der Ertrag nochmal steigern.


    Du müsstest aber auch die kcal/qm abziehen, die Du, bis Du die Getreidekörner in den Händen hältst, verbraucht hast. Ich finde Getreideanbau sehr aufwändig, abgesehen von Mais. Ich kann es mir ohne Acker und Zugtiere nicht vorstellen, das kräftemässig zu schaffen.
    Nur Gemüse würde mir zum Sattwerden allerdings auch nicht reichen. Darum haben wir auch Nutztiere (Ziegen, Hühner, Kaninchen, Gänse, demnächst noch Enten), die überflüssiges Grünzeug in Fleisch, Eier und Käse verwandeln (sollen). Leider kann man diese noch viel schlechter wegtarnen.

    [SIGPIC][/SIGPIC]Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit ist der Mut

  • Zitat von Anubisfwk;104797

    Von der jüngeren Generation kennt doch kaum noch einer eine Kuh.....


    Wie sollen die Kartoffeln kennen? [...] mal eine ausgebuddelt haben die wenigsten.


    Ich fühle mich hier als jüngere Generation mal angesprochen und kenne beides..


    ....als ich noch jünger war, hab ich nämlich immer Kartoffeln ausgegraben um damit Kühe zu bewerfen :kichern:

  • Hi,
    Luftikus hat ganz am Anfang die Kolbenhirse ins Gespräch gebracht.
    Ich habe davon ein kleines Beet stehen und will die Ernte im Winter als Entenfutter nutzen.Die Hirse lässt sich leicht vermehren, ich habe aber festgestellt, dass Vorkultur für eine gute Ernte sinnvoll ist.[ATTACH=CONFIG]8938[/ATTACH]


    Hoffentlich bekommen tatsächlich die Enten die Hirse und ich fertige Brötchen beim Bäcker.


    Grüße,
    Norbert

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    Gestern standen wir vor dem Abgrund. Heute sind wir einen Schritt weiter.

  • Tulpen? Wer denkt da schon an Essen!


    Die Holländer haben im WK2 auch Tulpenzwiebeln gegessen.


    Grüsse, Gresli

  • Hirse? Wer denkt da schon an Essen!
    Ich.
    In Form von Spiegeleiern und Entenbraten. :-)
    Bei meinen Laufenten sind letzte Nacht wieder 10 Stück geschlüpft. Hoffentlich mögen die Hirse.


    Grüße,
    Norbert

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    Gestern standen wir vor dem Abgrund. Heute sind wir einen Schritt weiter.