Gesetzliche Rente und Altersvorsorge

  • Wenn Du die Miete nicht zahlen kannst hast Du ein Problem. Wenn Du und noch 10 Millionen andere die Miete nicht zahlen können haben die Vermieter ein Problem.


    Das ist z.B. einer der Bereiche, wo mir tatsächlich der physikalische Besitz von Gold sinnvoll erscheint. Ich zumindest würde versuchen meine Miete so zu bezahlen. Wie sich dann die Preise entwicklen und wie lange das dann so klappt müsste sich zeigen...


    Das gilt analog für Zwangssteuern auf Immobilien, auch da müsste man dann eine entsprechende Liquidität besitzen.

  • [MENTION=8448]xsurvivor[/MENTION]
    Ich gebe dir Mal ein Beispiel aus unserer Familie. Wir sind in 6. Generation Besitzer unseres Hauses. Davor hat unsere Familie ein anderes Haus im Ort bewohnt das jetzt ein anderer Zweig der Familie gehört. Wir haben schon Napoleons Truppen kommen und wieder gehen gesehen (auf den alten Hof). Den Aufstieg des Kaiserreiches und dessen Fall. Mehrere Wirtschaftskrisen, Hungersnöte, Inflationen und Hyperinflationen.
    Und was soll ich sagen: wir sind immer noch da!
    So schlecht ist der Ansatz wohl nicht.
    Unser Unterschied zu anderen? Wir haben nie nach den Tauben auf den Dächern gegriffen. Sprich der Bank gehörte, wenn überhaupt, immer nur ein Bruchteil des ganzen. Geld wurde in die Substanz der Gebäude und nicht in modischen Schnickschnack investiert.
    Der Wertverlust in einer Krise ist mir egal. Wir wollen nicht verkaufen. Das Haus ist keine "Wertanlage" oder gar Wette auf steigende Preise in der Zukunft. Das Haus ist der zentrale Platz unserer Familie. Hier wohnen und Leben 3 Generationen miteinander.
    So haben es meine Altvorderen gelebt, so leben wir heute auch.

    -= NUNQUAM NON PARATUS =-

  • Zitat von xsurvivor;314009

    Eine Immobilie gehört Dir nie - sie gehört dem Staat auf dem sie steht und der kann damit machen was er will - Oder Immobilien werden komplett enteignet, siehe DDR


    Wer also Immobilien kauft muss ein 100% Gläubiger an das System und die Politiker sein - ob das noch mit Preppertum vereinbar ist?


    So gesehen, gehört dir exakt nichts. Denn der Staat oder verwandte Institutionen werden immer Möglichkeiten haben, dich zu enteignen. Das ist kein Argument speziell gegen eine Immobilie. Aber da kommen wir ohnehin nicht überein.

  • Wenn man eine Immobilie nur als Wertaufbewahrungsmittel oder gar als Quelle passiven Einkommens betrachtet, dann hat xsurvivor möglicherweise Recht.


    ABER:
    Wenn du jetzt, hier und heute mietest, aus den oben genannten Gründen, dann zahlst du unterm Strich mehr als wenn du besitzest. Dass man eine fremdfinanzierte Hütte nominell mindestens doppelt bezahlt, stimmt auch für den Mieter, mit dem feinen Unterschied, dass die Hütte nach den 30 oder 40 Jahren eben nicht Dir gehört. Als Mieter zahlst du selbstverständlich auch die Fremdfinanzierungskosten des Vermieters mit. Das gehört auch in diese Rechnung, und es erklärt, warum man als Mieter durch Sparen alleine kaum zu einer eigenen Immobilie kommt.


    Die Risiken durch staatliche Eingriffe ins Wohneigentum haben Vermieter und Mieter.
    Wenn der Staat enteignet oder Zwangshypotheken einführt oder Wohnungen zwangsverwaltet, dann nur, weil eine allgemeine Staatspleite oder ein Krieg (egal ob gewonnen oder verloren - in beiden Fällen ist die Volkswirtschaft ruiniert) die Ursache sind. In diesen Fällen kann man als Mieter nicht einfach finden, ich zieh halt aus, ist mir doch wurscht. Vermutlich bist du dann deinen Job los, weil so ziemlich alles am Arsch ist. Wenn du als Mieter illiquide wirst, dann darfst du gehen, und zwar bald. Wohin? Das interessiert ausser Dir selbst niemanden.
    Das angehäufte Kapital, das man als Mieter nicht für den Wohnungskauf ausgegeben hat (hat man doch, siehe oben), wird in einem solchen Fall illiquide, weil Papierguthaben auf Konten für den klammen Staat noch leichter greifbar sind als Immobilien. Auch dieses Risiko gehört in den Vergleich, ob Kaufen oder Mieten.



    Als Selbstnutzer sieht die Rechnung schon ganz anders aus.
    @ xsurvivor: Wohnen muss man, das sind Sowiesokosten. Den Unterhalt der genutzten Wohnung oder des Hauses muss immer derjenige leisten, der drin wohnt, entweder indem man sich selber kümmert oder über die Miete. Das eherne Gesetz der Marktwirtschaft gilt für alle: "There is no such thing as a free lunch", oder auf Deutsch frei übersetzt: Gratis Käse gibts nur in der Mausefalle.
    Der Papierwert der selbst genutzten Immobilie ist unwichtig - solange ich drin wohne, kann mir wurscht sein was ein anderer dafür bezahlen würde, und wohnen muss ich so oder so.


    Als Eigentümer ist man gegen die Willkür des privaten Wohnungeseigentümers geschützt. Das ist wichtig, denn sonst ist man z.B. von Handänderungen betroffen, etwa wenn der nette Vermieter stirbt und die Erben Wertsteigerungspotential sehen. Stichwort Gentrifizierung. Da zudem die Renten der Wirtschaftslage immer hinterherhinken, wenn sich diese in Konjunkturzeiten verbessert, wird Wohnen dann überproportional teurer. Der Staat sucht das zwar durch Mieterschutz und durch Eingriffe in den Wohnungsmarkt in tragbarem Rahmen zu halten, aber nicht aus Mitleid mit den Mietern, sondern aus rein politischen Gründen. Dennoch wird eine Immobilenblase nie ganz abgefedert. Als Mieter wird Wohnen teurer, bloss weil andere auch in der Gegend wohnen möchten. Man bezahlt mehr, ohne mehr dafür zu kriegen. Da muss man nicht freiwillig mitmachen.


    Zudem ist Wohnen gefühlt nicht das Gleiche, wie etwa ein Auto. Es ist auch ein wesentlicher Bestandteil der gefühlten Lebensqualität, die sich nicht in Euros messen lässt. Für die Vermieter hingegen ist es eine reine Renditefrage. Der zieht nicht gleich aus, wegen 50 mehr im Monat, und wenn doch, find ich einen anderen. Also hauen wir das mal drauf. Reine Marktwirtschaft eben.



    Der Hauptgrund für Wohneigentum in Selbstnutzung ist aber, und das sollte mein vorheriger Beitrag zeigen, folgender:
    Systembedingt finanziert jeder, der reell etwas produziert, den ganzen Wasserkopf an unproduktiven Einrichtungen und Zinsen auf Fremdkapital mit, und zwar immer, wenn Geld fliesst. Das geht über direkte Einkommensteuer und indirekte Konsumsteuer, durch Zinsen auf Fremdkapitalien, durch Versicherungsprämien, durch die Teuerung, und vor allem dadurch, dass sich der relle Wert des Geldes vermindert, weil sich die Geldmenge relativ zur Menge der insgesamt produzierten reellen Waren und Dienstleistungen immerfort erhöht. Dabei sind Steuern nur insofern unproduktiv, als sie zur Rettung von Banken und zur Bedienung von Schuldzinsen seitens des Staates dienen, aber dieser Anteil ist deprimierend hoch.
    Deswegen ist es mein Ziel, mit möglichst wenig Fixkosten zu leben; überall wo Geld fliesst, bedienen sich all diejenigen, die passives Einkommen erzielen. (Steuer auf Einkommen zahlen, das ich erzielen muss, um damit Schuldzinsen oder Miete bedienen zu können ... ) Ich kaufe nur Dienstleistungen ein, die ich mir leisten kann und will, aber nichts, was ich selber kann. Das geht nicht mit einer extrem auf Kante genähten Fremdfinanzierung und das geht nicht als Mieter, aber es geht, wie Misfits es ausgeführt hat und wie auch ich es mache: mit einer preiwerten, selbst renovierten, selbst genutzten und selbst instand gehaltenen Wohnimmobilie. Die ist vielleicht bezüglich Komfort und Einrichtigsstil nicht der letzte Schrei. Egal. Es gibt andere Werte.

  • Zitat von jp10686;313995

    Eine auf Geld basierende Wirtschaft, wo der Wert des Geldes nur auf seiner Funktion als Zahlungsmittel mit Annahmezwang, aber ohne reellen Sachwert als Basis, kann auf Dauer nicht funktionieren, weil immer mehr Ansprüche aus Geld (Zinsen, Dividenden, Renten, usw.) durch diejenigen bedient werden müssen, die zusätzlich zu ihrem eigenen Bedarf produzieren müssen.


    Das würde ich nicht unbedingt als Gesetzmäßigkeit betrachten. Ja, daraus können krisenhafte Entwicklungen hervorgehen, aber das System muss nicht notwendigerweise in seiner Gesamtheit kollabieren.


    Erst mal muss es nicht so sein, dass immer mehr Ansprüche aus Geld entstehen. Es gibt schließlich immer wieder kleinere Krisen, wie Kriege, Börsencrashs, geplatze Kredite und Unternhemensinsolvenzen, die diese Ansprüche auf Null stellen. Jedes dieser Eriegnisse mag für die Beteiligten ein schlimmer Schlag sein, aber er führt halt zur Vernichtung von Renditeansprüchen. Zudem vernichten viele dieser Ereignisse auch reale Werte, aber sie schaffen auch freiraum, damit neue Reale Werte geschaffen werden.


    Vor diesem Hintergrund ist es letztlich auch Glückssache, ob meine Ansprüche vernichtet werden oder die von anderen.


    Um es mal plastisch zu machen: Wenn ich das Pech hatte, stiller Teilhaber bei Schlecker gewesen zu sein, dann habe ich meine Ansprüche daraus durch die Insolvenz verloren. Mein Nachbar, der stiller Teilhaber bei dm war, hat Glück, weil dm in die Lücken expandiert, die die Schlecker-Pleite gerissen hat, odurch seine Ansprüche mehr wert werden. Wenn morgen Berlin durch einen Nuklearschlag ausgelöscht wird, sind meine Mieterträge aus der dort befindlichen Wohnung vernichtet. Wer eine Wohnung in Stuttgart hat, wird davon aber profitieren, weil die Nachfrage durch Flüchtlinge aus dem Berliner Umland steigt. Wer Aktien eines Bauunternehmens hält, wird ebenfalls profitieren, weil für den vernichteten bzw. nicht mehr nutzbaren Wohnraum neuer geschaffen werden muss.

  • Zitat von Samui;314010

    Das sehe ich ganz anders, @xsurvivor.
    Gerade Immobilien gewähren Dir umfassende Vorbereitungen, da Du frei (wenn es die Statik erlaubt) Veränderungen durchführen kannst.
    Du kannst das elektrische Netz nach Deinen Wünschen und Bedürfnissen aufbauen. Du kannst Wasserleitungen so anlegen, dass Du maximal abgesichert bist.
    Dämmung was Schall, Geruch und Wärme angeht, alles ist Dir überlassen. Ein groß angelegter Kräuter- und Nutzgarten, Heilpflanzen, Bäume, all das wird Dir durch die Kriese helfen.
    DANACH wird man Dich zur Kasse bitten. Nicht während der Kriese, nicht davor. Davor und darin bringt sie nur Vorteile.


    Das sit aber auch schon der einzige Vorteil!
    Ansonsten nur nachteile, insbesondere ist Wohneigentum deutlich teurer als Miete und man verliert seine Freiheit, weil man auf Gdeih und Verderb an die Bude gebunden ist - bzw. man ist voll und ganz vom System und dessen Wohlwollen abhängig.


    Da hat es zu viele Immobilienabgben und Enteignungen allein in unserer jüngsten Geschichte gegeben um da noch dem Staat trauen zu können!


    Außerdem gehört Dir gar nichts solange der kredit nicht abbezahlt ist und Veränderungen sind heute nur sehr eingeschränkt möglich


    Zitat

    Wohnst Du hingegen auf Miete würde ich innerhalb der Kriese die Kosten an meinen Bedarf anpassen und Dich zur Kasse bitten.
    Die hübscheren Damen dürfen ihre Schuld auch anders abtragen.
    Kannst oder willst Du nicht zahlen? Raus mit Dir.
    Was bleibt Dir dann? Dein BOB? Im Winter? Unrealistisch. Dein Leben liegt in der Hand der Vermieter.


    Der Vermieter kann gar nichts - das was er auf die Miete umlegen darf ist eng begrenzt und auch raus bekommt er mich nicht, da ist der Mieterschutz extrem stark
    Was ich im gegensatz zu den Immobilienbesitzern habe ist kapital - und damit bin ich flexibel und kann mir überall auf der Welt ein gutes Plätzchen suchen wenn es nötig ist.
    Wenn da nur einmal Immobilienabgaben in einer Finanzkrise kommen, ist die Bude wertlos, weil keiner mehr sich so einen Klotz ans Bein binden will.


    Solange die Eigentumsverhältnisse insbesindere in D nicht wirklich geklärt ist, ist es Wahnsinn sich da an das System zu ketten.
    In D ist Eigentum nicht einmal gesetzlich definiert - es heißt nur "Eigentum verpflichtet!" im Grundgesetz
    nein danke zu solchen nicht näher definierten und dem Wohlwollen der Politiker überlassenen Verpflichtungen!

  • Zitat von xsurvivor;314020


    In D ist Eigentum nicht einmal gesetzlich definiert - es heißt nur "Eigentum verpflichtet!" im Grundgesetz


    Das stimmt so nicht. Dort steht: "Das Eigentum wird gewährleiste." und Eigentum wird im BGB als Herrschaft über eine Sache definiert. Natürlich sind das sehr allgemeine Festlegungen, aber zur genaueren Definition, was Eigentum genau in welchen Zusammenhängen bedeutet, gibt es eben umfangreiche Gesetze, vom Bundeswaldgesetz bis zum Handels- und Aktienrecht.


    Mit nicht-immobilienförmigen Kapital bist du im Zweifelsfall genauso gekniffen wie mit einer Immobilie. Je nach genauer Form bist du von Zentralbanken, politischen Entscheidungen, Rechtsprechung, unternehmerischen Entscheidungen etc. abhängig.

  • Naja wenn man davon ausgeht das alle Immobilienbesitzer hohe Kredite bei der Bank haben und das Konto notorisch leer ist betrachtet man halt auch nur einen Teil der Wahrheit.
    Aber ich denke wir können die Diskussion hier beenden und auf das eigentliche Thema Rente zurück kehren.
    Du hast deine Sicht der Welt andere eine andere. Und das ist auch gut so.

    -= NUNQUAM NON PARATUS =-

  • Zitat von jp10686;314017


    ABER:
    Wenn du jetzt, hier und heute mietest, aus den oben genannten Gründen, dann zahlst du unterm Strich mehr als wenn du besitzest. Dass man eine fremdfinanzierte Hütte nominell mindestens doppelt bezahlt, stimmt auch für den Mieter, mit dem feinen Unterschied, dass die Hütte nach den 30 oder 40 Jahren eben nicht Dir gehört...


    Kommt drauf an.


    Ich zahle hier nur 420 Euro Kaltmiete für 77(?)m² in der Innenstadt, würde ich die Wohnung kaufen wären das geschätzt mit Kaufnebenenkosten im mittlerweile völlig überhitzten Markt ca. 200.000 Euro und monatlich vielleicht 100 Euro Rücklagen für Instandhaltungskosten.


    Macht also einen Unterschied von ca. 320€/Monat oder ca. 4000€/Jahr.


    Statisch hätte ich die Wohnung also nach "nur" 50 Jahren abbezahlt (ob ich da noch lebe ist fraglich), wenn ich aber nur 2% Zinsen auf das Kapital zahle sind die Zinskosten identisch zu den Mietkosten und das Eigenheim gehört mir am Ende nur dann, wenn ich Willens bin, monatlich deutlich mehr hinein zu stecken als ich das als Mieter tue.


    Eigenheimbesitzer haben (in meinem Fall) am Ende nur mehr, weil sie zum Sparen gezwungen sind.


    Auf dem Dorf mögen sich die Verhältnisse anders darstellen, ebenso würde ich eine solche Wohnung heute nicht mehr zu diesem Mietkosten bekommen, aber das gilt analog genauso für die Leute, die vor 10 Jahren eine Immobilie kauften und das jetzt mit ihren Preisen vorrechnen und alten Kauf mit neuer Miete verrechnen.


    Vernachlässigen darf man nicht, dass eine Immobilie oft dazu zwingt, in ihr wohnen zu bleiben, zumindest handhaben das viele Leute so weil sie Verkauf und Neukauf scheuen und idR das Geld das man in die Umsetzung eigener Wünsche gesteckt hat beim Verkauf nicht mal ansatzweise wieder bekommt.


    Das führt dann bisweilen dazu, dass Leute gewaltige Strecken pendeln, was ebenfalls Geld und vor allem auch Zeit kostet.


    Meine Kosten für Mobilität (außer Urlaubsreisen) sind unter 200 Euro im Monat, davon dürften viele Immobilienbesitzer nur träumen.


    Mein "Nachteil" ist, dass ich das Geld halt anderweitig in Konsum stecke, das ist dann am Ende natürlich auch "weg".


    Hier in der Gegend hatten wir auch noch das Thema "Flutopfer". Zumindest nach Darstellung der Medien greift hier der Staat den Flutopfern unter den Eigenheimbesitzern regelmäßig unter die Arme, weil die ansonsten von den Flutschäden ruiniert würden. Versicherungen sind auch nur dort bezahlbar, wo solche "Jahrhundertfluten" eben nicht alle 10 Jahre auftreten. Klar muss man dort nicht bauen oder kaufen, manche mache es halt trotzdem.
    Auch eine Immobilie schützt einen nicht vor dem Ruin.


    Als Prepper bereitet man sich auf Krisen vor. Klassiker sind sicherlich der Verlust eines gute bezahlten Arbeitsplatzes oder eine Scheidung. Szenarien könnten z.B. ein GAU sein, unversicherte Naturkatastrophen oder Krieg / Terror, die Immobilienbesitzer härter treffen können als Mieter, die dann halt von A nach B ziehen.


    Wenn man die Altersvorsorge betrachtet müsste man als Mieter halt zusätzliche erhebliche Rücklagen bilden, was viele halt nicht tun.


    MfG

  • Lieber xsurvivor,
    jeder kann sich seine Lebensstrategie schönrechnen, indem er das gewichtet oder weglässt, was ihm wichtig erscheint.
    Dagegen ist nichts einzuwenden, solange man weiss, dass das, was man tut, schönrechnen ist.


    Kapital als Gutschrift auf einer Bank wird im Falle, wo der Staat Zwangshypotheken auf Immobilien erlässt, wertlos.
    Stelle Dir vor, du hättest in den von dir zitierten Fällen eine halbe Million Reichsmark oder eine entsprechende Wohnimmobilie gehabt.


    Nach dem Ersten Weltkrieg: Kapital weg. Fort, futsch, nicht mehr da. Die Immobile: Zwar steuerlich höher belastet (nennt es Zwnagshypothek statt Steuer, ist aber dasselbe), aber noch da und noch nutzbar.


    Nach dem Zweiten Weltkrieg: Kapital weg oder 1:10 zwangsumgetauscht gegen Papiergeld mit anderer Bezeichnung. Immobilie: Nun entweder noch da aber höher besteuert (BRD) oder Volkseigentum (DDR), aber du wärst in beiden Fällen immer noch drin.


    Zitat

    Solange die Eigentumsverhältnisse insbesondere in D nicht wirklich geklärt sind

    Das ist, verzeihe mir die direkte Ausdrucksweise, falsch.
    Zwar trifft folgendes zu: "Das BGB enthält keine (Legal-)Definition des Eigentumsbegriffs; die in § 903 BGB enthaltene Regelung, dass der Eigentümer einer Sache nach Belieben mit ihr verfahren kann, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen, legt im Wesentlichen den Inhalt der dem Eigentümer zustehenden Befugnis fest."


    Es definiert sich ganz einfach dadurch, was man damit machen kann.
    Eigentum bedeutet einfach, dass dir der Staat im Rahmen deiner Rechte, notfalls per Gerichtsentscheid, dazu verhelfen muss, unerwünschte Eingriffe Dritter in deine Sache zu verhindern oder sie dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Die Verfügungsgewalt ist auch der einzige Sinn, den Eigentum haben kann. Zwar gibts Leute, die den Mond kaufen würden, aber dann wird es esotherisch.
    Eigentum wird folglich uninteressant, wenn es am Nutzen fehlt oder wenn es keinen Staat gibt, der die Rechte durchsetzen könnte. Deshalb kauft hier keiner Baugrundstücke in der Antarktis oder in Syrien.


    Frag doch mal einen Mathematiker, was eine Zahl ist, oder einen Physiker, was Energie eigentlich ist, oder einen Biologen, was Leben ist, oder einen Architekten, was ein Haus ist.

  • Zitat von jp10686;314025

    Immobilie: Nun entweder noch da aber höher besteuert (BRD) oder Volkseigentum (DDR), aber du wärst in beiden Fällen immer noch drin.


    Wenn sie nicht zerbombt oder du als bürgerlicher Reaktionär in die Flucht gedrängt worden wärst.


    Soll heißen: Natürlich bringt eine Immobilie allein durch ihre Immobilität und Stofflichkeit Nachteile mit sich. Aber grundsätzlich gebe ich dir Recht und noch grundsätzlicher hat halt jede Anlage- und Vorsorgeform ihre Vor- und Nachteile.

  • Mal abgesehen davon, ob ein Immobilienkauf jetzt Vor- oder Nachteile gegenüber dem Mieten hätte...
    Für die meisten Personen trifft vermutlich zu, dass der (nachhaltige) Erwerb eines Hauses schlicht nicht machbar ist.


    Das gesamte Gehalt geht bei diesen bereits für wohnen, essen, Mobilität und andere Lebenshaltungskosten raus.
    Von den übriggebliebenen 50 Euro im Monat, die man sich bereits aus den Rippen schneiden muss, kommt man auf keinen Betrag,
    von dem man ansatzweise einen Immobilienkauf in Betracht ziehen kann (600 Euro im Jahr, 166 Jahre für 100.000 Euro?)
    Also bleibt gezwungenermaßen nur Miete übrig.


    Versuchen diese Menschen es dennoch und binden sich für den Immobilienkauf einen übergroßen Kredit ans Bein,
    dann kommen sie später u.U. in die Situation, dass sie diesen Kredit nicht mehr richtig bedienen können.
    Das kann z.B. durch Jobverlust geschehen oder z.B. auch durch das Platzen einer Immobilienblase --> haus ist nur noch die Hälfte wert, Bank fordert zusätzliche Sicherheiten, die es natürlich nicht gibt.
    Darauf folgt dann die Zwangsversteigerung des Hauses und zum Schluss steht man genauso da wie vorher, nur mit noch einem riesigen Haufen Schulden zusätzlich.


    Ich würde von mir selbst nicht behaupten, dass ich schlecht verdiene. Aber auch bei mir reicht das Gehalt nicht dafür aus, genügend Rücklagen für einen zukünftigen Hauskauf zu machen.
    Bei der Rente gehe ich derzeit vom Worst-Case aus. Nämlich davon, dass ich keine Rente mehr bekomme.
    Eine (einigermaßen) sichere Lösung für dieses Problem habe ich allerdings nicht.


    Gruß,
    Kc

  • Ein paar Zahlen


    Grüß Gott zusammen,


    ich habe jetzt nicht den gesamten "Fred" gelesen, möchte aber von meiner Seite ein paar echte Zahlen beisteuern. So hat meine Frau und meine Wenigkeit das gemacht:


    1. Hauskauf 1991 vom Bauträger zu 312.000,- DM; Eigenkapital gespaart ca. 150.000,- DM
    2. Eingezogen Mai 1992 - Zinsen beliefen sich um die 7% p.a.
    3. Abbezahlt / schuldenfrei ca. Mitte 2001


    Aktuell ist das Haus ca. 350.000,- € teuer. Das wurde uns im letzten Jahr angeboten / ohne Besichtigung. Auch die Nachbarn haben ähnliche Preise beim Verkauf erlösen können.


    Zum Haus: Grund ca. 415qm; Reihenendhaus mit Garage + Stellplatz, Hanglage: Hauptwohnung ca. 115 qm mit Holzkamin (nachgerüstet); Einliegerwohnung mit Balkon: ca. 45 qm. Ausstattung gutes Mittelmaß, kein Renovierungsstau. Elektro, Gas/Wasser und Dach i.O.


    Auch wenn uns das Haus heute enteignet werden würde, haben wir das Haus, hätten wir es gemietet, schon lange abgewohnt! Wir sind im positiven Bereich, d.h. an Miete hätten wir deutlich mehr dafür gezahlt als alle bisher angefallenen Kosten. Jeden Monat sparen wir dadurch deutlich Geld.


    LV und andere Rentendinge habe ich zu 100% gekündigt. Habe noch eine RV-Zusatzversicherung vom Arbeitgeber. Die bringt mir ab 65 so ca. 300,- € netto zusätzlich.


    Worin investiere ich? Anfassbare Dinge UND in die Zukunft!


    Aktuell ist unser Sohn im dritten Lehrjahr zum Tischler. Mai 2018 macht er die Gesellenprüfung und wir haben ihn bereits jetzt bei der HWK zum Meisterlehrgang angemeldet. Denen fehlen ohne Ende Meister. Deshalb geht das heute direkt nach der Gesellenprüfung.


    Wir sparen für seine eigene Firma (oder bei einer bestehenden Firma einkaufen) um ihn den Start zu erleichtern. Dazu hat er KEINE laufenden Kosten / wohnt noch bei uns. Die Freundin schläft auch regelmäßig bei uns und mit dem Platz klappt das ohne Probleme. Daher brauchen die beiden derzeit auch keine eigene Wohnung. Das hat noch Zeit und spart auch Geld.


    Dann können wir "im Alter" auf 400,- € Basis vielleicht noch ein wenig beim Sohnemann (oder was es auch immer geben wird) nebenbei sein Büro machen. Oder er zahlt nur unser Essen / wäre auch in Ordnung und wir hätten nichts dagegen. Da sind wir sehr genügsam - auch heute schon. Ich möchte nur lesen, ein wenig Schach spielen, Amateuerfunk machen.


    Fazit: Unsere Investition ist ein Mix aus - Ausbildung des Kindes - eigengenutze und abbezahlte Immobilie - "Wertgegenstände"


    Waidmannsheil
    zero

    Wetten Sie niemals gegen den menschlichen Erfindungsreichtum. Der größte Feind der Propheten der Apokalypse ist ein Ingenieur (Daniel Lacalle)

  • Auch ich habe mir den Faden durchgelesen und möchte jetzt was einwefen.


    Letzendlich ist das eine persönliche Entscheidung die jeder treffen muss wenn er den kann.
    Für mich hat beides seine Vor und Nachteile.
    Entscheident ist halt auch die Lage, sprich der Preis des Hauses. Ich habe früher nirgends gewohnt wo ich ein Haus um die 300.000 hätte kaufen können. Da war immer alles teurer.


    Tja zur Rente. Ich wünsche allen, die eine Zusatzrente bezahlen, dass es auch so kommt wie geplant.
    Meine Erfahrung sagt mir halt, dass solche Dinge regelmäßig nach einer Wahl verändert werden. Für mich wäre das alles viel zu unsicher. (Jetzt ist es eh zu spät)


    Dann gibts auch noch spezielle Fälle. Ich, geschieden, erster Teil der Rente weg an die Ex. Später die Rentenreform, wieder ein Teil weg.
    Dann hies es dann man solle selber was ansparen. War da schon für mich zu spät, da chronisch krank und somit keine vernünftige Versicherung mehr bekommen.


    Und jetzt was, das hier noch gar nicht berücksichtg wurde, aber jeden treffen kann.
    Die Frührente, richtiger Erwerbsunfähigkeitsrente.
    Ist mir im zarten Alter von 48 Jahren passiert. Ich bekomme aktuell nicht ganz die Hälfte meiner Altersrente!
    Wenn dann immer damit geprotzt wird die Rente wird um 3-4 % erhöht, kann ich mir von dieser Erhöhung gerade mal ein Bier in einem Lokal leisten...


    Wenn da nicht vorgesorgt ist und man hat dann noch ein Haus an der Backe, kann man gleich unter die Brücke ziehen.


    Also seid auch darauf vorbereitet.


    meint
    der Boxer

    Das Leben ist das, was dazwischen kommt, wenn man alles geplant hat

  • [MENTION=8448]xsurvivor[/MENTION]
    In den 1920er Jahren haben Immobilien zwar an Wert verloren, es gab auch viele Jahre lang eine Hauszinssteuer. Allerdings wurde die Steuer auch meist auf die Mieten umgelegt. Die Mieten sind also auch entsprechend gestiegen.
    Zudem war die Inflation so hoch, dass das Geld einen noch höheren Wertverlust erlebte als Immobilien.


    Und auch ich habe nicht vor mit dem Immobilienwert zu spekulieren. Solange ich mir ein Haus leisten kann und es irgendwann meins ist, sehe ich auch große Vorteile, so wie samuii sagte, kann ich mich im Eigenheim viel individueller austoben, im Haus und Garten: umbauen, anpassen, vorsorgen, pflanzen, was auch immer.

  • Wenn man sich Europa mal so ansieht, gibt es nur in der Schweiz noch weniger Menschen, die in einer eigenen Immobilie leben - begründet ist das durch die Besteuerung der fiktiven Mieteinnahmen in der Schweiz.


    https://de.statista.com/statis…igentumsquoten-in-europa/


    Das Problem ist nicht die Immobilität der Immobilie an sich, sondern der schlecht organisierte Markt für Gebrauchtimmbilien und die deutsche Furcht bei einem Hausverkauf etwas zu verlieren.

  • Ich habe in meiner Ausführung vergessen, dass ich Scheuklappen auf habe. Ich habe mein Haus NICHT bei der Bank finanziert, sondern kaufe auf Raten direkt beim Eigentümer. Der Abschlag is +/- genauso hoch wie Miete wohnen.
    Ich kann mir im Falle der Arbeitslosigkeit das Haus immer noch leisten. Da ich Lebensmittel einlagere, hab ich auch da einen Bonus ;-) Ich arbeite auf Autarkie hin, dass ich keine/kaum mehr laufende Kosten haben werde.
    Und das Wichtigste: Das haus ist nach weniger als 10 Jahren abbezahlt. (jetzt noch ~3). Ich wäre jederzeit wieder dazu bereit, mir exakt dieses Risiko ans Bein zu binden.
    - Ich wohne etwas ländlich *hust* und spartanisch. Ist das Haus bezahlt, dann geht's rund. :-)


    Für alle, die ein Haus kaufen mögen: Es ist unfassbar, welche versteckten Kosten da auf einen zukommen :-) Hausanschlusskosten, eine Kläranlage, huiuiui :-D

  • Um mal wieder zum Thema zurück zu kommen:


    Ich beschäftige mich seit Monaten mit ähnlichen Themen.


    Mittlerweile denke ich auch darüber nach ob es Sinn machen könnte, einen Teil in die gesetzliche Rentenversicherung freiwillig einzuzahlen.


    Auch wenn es ja zum guten Ton unter Preppern gehört, solche Anlagen als total unsicher zu verteufeln da ja der Staat seine Hand darauf hat: Ich denke mittlerweile genau gegenteilig darüber.


    Warum? Mittlerweile traue ich den privatwirtschaftlichen Unternehmen in diesem Bereich noch sehr viel weniger als unserem Staat.

    I feel a disturbance in the force...

  • Eine wohl begründete Meinung und bei der DRV ist das Geld immer noch besser aufgehoben als in einer Rürup-Rente.
    Das größte Problem bei der gesetzlichen Rente (und bei Rürup) ist, dass das Geld im Todesfall eben weg ist und nicht vererbt werden kann.

  • Bei der gesetzlichen Rente hast du trotz aller strukturellen Probleme halt den Vorteil, dass bei weitem die meisten im Land auf sie angewiesen sind, auch weil viele überhaupt nicht die Möglichkeiten für eine Alternative haben. Das erzeugt politischen Druck und hat zur Folge, dass die Politik arge Klimmzüge unternehmen wird, bevor das System wirklich vollkommen scheitert. Irgendwas wird es immer noch daraus geben, selbst wenn die Rentenbeiträge drastisch steigen, die Auszahlungen sinken und eine Quersubventionierung aus Steuern erfolgt. aber selbst dann will man doch tunlichst zu denen gehören, die aus dem System wenigstens noch ein bisschen was ziehen. Bei einer wie auch immer gearteten privaten Anlageform ist der Komplettausfall wesentlich wahrscheinlicher.


    In meiner Zeit als Freiberufler habe ich auch zuallererst geschaut, dass ich wieder in die Rentenkasse einzahlen durfte.