... man große Teile seines Ersparten in Aktien investiert hat

  • Hallo zusammen,


    Mein Vermögen ist jetzt zwar nicht soo riesig, doch immerhin ist es das Ersparte von über 20 Jahren Arbeit - und es sollte auch irgendwann mal ein Teil meiner Altersvorsorge werden. Derzeit bin ich zu ca. 75% investiert (Was mir momentan leider schon viel zu hoch vorkommt).

    30% in Einzeltitel (10 verschiedene Werte vor allem in europäischen (vorwiegend nicht-deutsche) Firmen.

    20% in ETFs und 50% Rentenfonds bzw Fonds, die auf Anleihen basieren.

    Das ganze war langfristig geplant (Stichwort Altersvorsorge) - daher war mir von Anfang an klar, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten 20 Jahren noch einmal zu einer Wirtschaftskrise kommt. Daß nun allerdings innerhalb von 4 Wochen 20% des Werts "verloren" gehen, verunsichert mich jedoch jetzt ein klitzekleines Bißschen.. Vor allem ist es beunruhigend dass ausnahmslos alle Werte verlieren. Mein Konzept breit zu streuen ist nicht aufgegangen.

    Ich habe mir (1) vorgenommen

    Möglichkeit 1 : das ganze durchzustehen und nicht zu verkaufen - auch wenn es noch 10 Jahre dauert bis die Kurse wieder auf dem heutigen Niveau sind.

    Möglichkeit 2 : Jetzt verkaufen und später wieder neu einzukaufen, wenn die Kurse noch niedriger sind. Auch mit CFDs habe ich schon einmal gehandelt (als es noch Hebel von 100:1 gab) - aus dieser Zeit ist vor allem eines hängen geblieben : der Markt läßt sich nur selten vorhersagen - und in den meisten Fällen macht er genau das Gegenteil von dem, was man erwartet. Das könnte in diesem Fall jedoch anders sein, weil sich scheinbar tatsächlich etwas fundamental ändert.

    Möglichkeit 3 : Jetzt mit Verlust verkaufen. Das Geld auf einem Tagesgeldkonto parken. Vielleicht davon ein Reise nach Thailand finanzieren...


    Nach meinem Verständnis entstehen die fallende Aktienkurse dadurch, daß aktuell "alle" ihre Aktien verkaufen wollen. Privatanleger haben weniger Einfluß als viel mehr die Big Player / Institutionen. Eben jene mit richtig viel Geld. Nun frage ich mich jedoch, wo-hin diese ihr Geld umschichten :/. Schließlich können sie, selbst wenn sie wollten, nicht einfach ein paar hundert Tonnen Gold kaufen.. Oder doch ?


    Wie haltet ihr es mit eurem Ersparten ? Welche Möglichkeit bevorzugt ihr - jetzt, wo es tatsächlich (leider) konkret wird ? Oder gibts noch andere Ideen ?


    VG Alex

  • Also, ich bleibe größtenteils investiert. Schnell verkaufen und kaufen ist was für Trader, die entsprechend schnell reagieren können. 20% Verlust ist meiner Meinung nach was, das man bei langfristigen Anlagen auch mal hinnehmen muss. Grundsätzlich würde es mich auch nicht in Verzweiflung stürzen, wenn alles weg wäre.


    Ich denke, dass wir im schlimmsten Fall auf 6000 runter gehen. Wenn der Dax noch tiefer fällt (und prozentual auch internationale Indizes) wird das dermaßen Verwerfungen auslösen, dass das auch die Konten zerreißt, auf denen du dein Geld geparkt hast.


    Vorhin habe ich ein bisschen Cash auf mein Spekulationskonto geladen. Nächste Woche werde ich einen Wert kaufen, den ich ohnehin schon ein paar Monate im Blick habe. Eigentlich wollte ich erst im Sommer zuschlagen, aber jetzt ziehe ich das vor. Allerdings will ich erst mal bis nächste Woche warten, weil imho im Moment noch das Messer fällt.


    Ich habe noch Spielgeld in einem Produkt des grauen Kapitalmarkts, wo immer mal ein bisschen was liquide wird. Da werde ich in den kommenden Tagen was aus der betreffenden Plattform rausnehmen, kann aber eventuell auch schon zu spät sein. Aber das ist ohnehin nur ein Betrag im Taschengeldbereich. Ansonsten ziehe ich alles weiter durch. Notfalls gibt es nach Prepper-Art noch ein paar Goldmünzen. Finanztechnischer könnte man die auch als Hedging für die Aktien bezeichnen. Da habe ich dann halt im vergangenen Jahr 25% Plus gemacht.

  • Gold fällt aktuell auch. Warum? Cash is king. PUNKT


    Sei doch froh, 25% Liquidität zu haben, die du punktuell investieren kannst! Klingt für mich danach, dass du nicht im High gierig geworden bist und all-in rein bist!!! Dafür meine Anerkennung!


    DAX kaufen nenne ich aber nicht investieren.


    Im S+P500 sind wir nun wieder in der Nähe des langfristig fairen Niveaus, auf dem oberen Rand.

    Wenn ab Mai die Berichtssaison anläuft, wirst du dir ein Bild machen können - vorher ist es Timingspekulation.


    Jetzt an der strategischen Asset Allocation rumbasteln zu wollen, wird sich sehr wahrscheinlich rächen. Jetzt heisst es: deine Strategie wird echt getestet.

  • PS: Den Rebound würdest du als Privatanleger noch länger verschlafen, wenn du jetzt rausgehen würdest. Der grösste Anteil am langfristigen Aktienanlageerfolg auf das einzelne Jahr gesehen liegt an den besten 5-10 Tagen eines Handelsjahres. Die kann kein Mensch timen. PUNKT

  • Mein Depot liegt im Moment auch im tiefroten Bereich. Aber da ich hauptsächlich über Sparpläne investiere seh ich es ziemlich entspannt derzeit. Es ist zum einen Geld, das ich nicht dringend brauche, zum Anderen bekomme ich derzeit mehr Aktie für mein Geld. Also einfach abwarten, nicht zu oft auf das Depot schauen.

  • Möglichkeit 3 : Jetzt mit Verlust verkaufen. Das Geld auf einem Tagesgeldkonto parken. Vielleicht davon ein Reise nach Thailand finanzieren...

    Das Ganze hört sich ja nach einem ziemlichen Hammer an ! Du wirst momentan aber nicht alleine mit der Situation sein,viele Leute mit - ich sags mal laienhaft - Virtuellem Besitz raufen sich genau wie Du die Haare...


    Ich habe schon Geschäfte machen müssen bei denen ich mehr als 20% des Einsatzes verloren habe bis ich die Notbremse ziehen konnte.

    ( Nicht virtuell,sondern mit Zeugs in Realbesitz,wo denn auch mal mein Gablstapler zum Verladen sein muss,Sichwort Altmetalle mit

    " Kursgefahr " )


    Geld auf irgendwelchen Konten zu parken macht wenig Sinn,da begibst Du Dich wieder in Abhängigkeiten !


    Wenn Du einen Cashout hinkriegst und Dir wirklich s c h n e l l jemand Bares rüberrückt - Kauf davon physisch vorhandene Ware ein ! ( Hinweis : Der Goldpreis geht grad nach unten,wird aber wohl nicht mehr lange so bleiben. )

    Oder leg`s Dir zu Hause in Cash hin,den Euro wirds als europaweites Zahlungsmittel so schnell nicht reissen.


    In Kruegerrand oder Barren hast Du etwas mit " Wertaufbewahrungsfunktion " - Gold hat sich über alle Kriege/Krisen ect. immer wieder kursmässig normalisiert. Gold hat noch einen Vorteil...Der Wert ist auf Volumen und Gewicht gesehen sehr kompakt, Du kriegst 50.000 € locker auf 2 Hosentaschen verteilt. ( Aktuell ca. 44.800 € pro Kg )


    Wenn Du "splitten" willst : Aus meiner Laienhaften Sicht die bekannten Aktien von Firmen die einen physischen Gegenwert in Form von Besitz/Produktionsstätten ect haben behalten. Und das ganze virtuelle Zeugs wie "Fonds" sofort verkaufen .


    Ich hab das Thema grad mit einem Freund am Wickel, der hat das ( Luxus) Problem demnächst mit einer höheren 6-Stelligen Summe was Vernünftiges machen zu müssen.

    Wir haben da auch schon fast alles Durchgekaut, unter dem Strich bleibt da auch nur die Werterhaltung übrig. Immobilien sind alle völlig überteuert...20 Kg Gold hinterm Spülkasten auf dem Klo einzumauern macht auch keinen Sinn...Irgendwas wo Banken/Versicherungen involviert sind ist auch Hochrisiko,die wissen selbst nicht wie hoch denen das Wasser steht...Landgrabbing - schön und gut,nur da gibts nichts mehr zu kaufen...


    Aber zugucken wie es grad den DAX an die Wand fährt,die Nerven hätte ich nicht. Innerhalb von 4 Wochen um 5000 Punkte runter,das ist schon mehr als bedenklich.

  • in meinen Augen kann man nur halten und warten, dass es wieder besser wird.


    Es sollte, sowohl für die Psyche als auch für das allgemeine Leben, nur Geld investiert werden, welches man zur Not verschmerzen kann.

    Ich sage bewusst verschmerzen, natürlich ist es schöner wenn das Depot mit 30 oder 40% im Plus ist und dort ungeheure "Gewinne" stehen.


    Aber

    a) solange nicht realisiert wird, kann sich das ganze täglich ändern.

    b) ein etwas längerer Atem ist nötig, man kann Aktien eben nicht jederzeit günstig abstoßen.


    Von etwa 20% im Plus ist mein Depot derzeit auch bei -25%.

    Natürlich ist es nicht schön. Natürlich ärgert es mich. Aber ganz ehrlich, welchen Einfluss hat es derzeit auf mich?


    Vor ein paar Jahren war die Situation ähnlich, habe technische Aktien relativ stark übergewichtet, und im Rahmen des Dieselskandals ging da auch einiges nach unten.

  • Hallo,


    erstmal steckt man nicht sein ganzes Vermögen in spekulative Papiere - nichts anderes sind Aktien!

    Das kann man nur mit Geld machen das man nicht unbedingt brauchte. Keinesfalls sind Aktien eine Altersvorsorge!


    Es stimmt einfach nicht was heute immer behauptet wird, dass Aktien "immer" steigen würden - das sind selektiv gewählte Zeiträume die man hochgerechnet hat - mit der Realität hat das nichts zu tun. Nach der Weltwirtschaftskrise 1930 dauerte es ganze 30 Jahre (!) bis die Aktienkurse wieder so hoch waren wie zuvor - von wegen "steigen immer".

    Da man jetzt den Markt jetzt 10 Jahre hochspekuliert hat und zuletzt die Börsen 10 mal schneller gestiegen sind als die reale Wertschöpfung ist klar, dass da massive Verluste bei der Überbewertung anstehen.

    Siehe Weltwirtschaftskrise - alles heute analog zu damals.


    Nach dem Crash der jetzt kommt wird für Jahrzehnte die Börse gar keine Rolle mehr spielen. Gier frisst eben Hirn ist ja bekannt.


    Gruß

  • Ob der Crash kommt und wie stark er wird, bleibt abzuwarten. Außerdem hängt es stark von der Struktur des Portfolios ab. Insofern gibt es weder einen Grund, Aktien grundsätzlich zu verteufeln, noch, ausschließlich auf sie als Assetklasse zu setzen.

  • Ich halte die Aktienmärkte (pauschal gesprochen) seit einigen Jahren für völlig überbewertet, daher erscheint mir eine Korrektur nun mehr als nötig.


    Wenn die Märkte auf Werte um 2012-2014 zurück fallen fände ich das "angemessen".


    Wie es dann kommt weiß eh keiner.

  • Ich halte die Aktienmärkte (pauschal gesprochen) seit einigen Jahren für völlig überbewertet, daher erscheint mir eine Korrektur nun mehr als nötig.


    Wenn die Märkte auf Werte um 2012-2014 zurück fallen fände ich das "angemessen".


    Wie es dann kommt weiß eh keiner.

    Das ist die größte Blase die es je gegeben hat - gemessen am BIP dreimal größer als die Blase im Jahr 2000 und 2008.

    Das wenn kracht, dann geht es für lange Zeit nur nach unten


    Von wegen "Altersvorsorge" oder "jeder wird mit Aktien reich" wie es immer behauptet wird (wie soll das denn gehen wenn keiner mehr arbeitet weil es ja so einfach mit Aktien geht reich zu werden?)


    Was die meisten noch gar nicht bemerkt haben: Wir haben nicht bloß eine Aktiencrash wie im Jahr 2000 oder eine Finanzkrise wie 2008, sondern eine komplette Produktionskrise, weil die Firmen wegen der Seuche stillgelegt werden PLUS Finanz- und Aktiencrash dazu


    Da gibt es keine schnelle Erholung mehr - die "Rezepte" der Börsianer kann man jetzt getrost in die Tonne treten, sie war ohnehin immer schon eine Lüge

  • Ich bin ja mittlerweile etwas älter und habe daher mit Wertpapieren nie ernsthaft etwas am Hut gehabt.

    Unsere letzten Fonds etc haben wir 2013 aufgelöst.

    Das Geld ist in Quadratmeter investiert worden (Wald).

    Als vorbereiteter fand ich solche Immobilien Werte im tragfähige...


    Gruß


    Tid

  • Ich bin ja mittlerweile etwas älter und habe daher mit Wertpapieren nie ernsthaft etwas am Hut gehabt.

    Hey,wir scheinen hier ja fast auf einen " Generationskonflikt" zuzusteuern,mich ( dieses Jahr kommt die 6 beim Lebensalter vorneweg) würde mal interessieren wie sich "jüngere" von solchen Risikogeschäften überzeugen liessen...

  • @ TID :


    Da muss ich mit "Glauben" noch einen draufsetzen,an Versprechen dieser Finanzjongleure zu Glauben heisst schlichtweg " Nicht Wissen"

  • Ohne Risiko keine Rendite. Ist doch ganz einfach. Aktien bleiben nach wie vor eine sinnvolle Anlageoption. Man darf halt nur nicht alles reinstecken.

  • Hey,wir scheinen hier ja fast auf einen " Generationskonflikt" zuzusteuern,mich ( dieses Jahr kommt die 6 beim Lebensalter vorneweg) würde mal interessieren wie sich "jüngere" von solchen Risikogeschäften überzeugen liessen...

    Gier?


    Ansonsten sind Alternativen nun mal schwierig.


    Im Immobilienmarkt erleben wir exakt dieselbe Blase zumindest in Städten.


    Auf normale Anlagen bekommt man keine Zinsen.


    Unsere Generation ist angehalten, für das Alter vorzusorgen, die gesetzliche Rente kann nun mal nur eine "Basisversorgung" sicher stellen, solange wir nicht bis 70+ arbeiten. Das ist simple Mathematik.


    Also was tun?


    Seit 4-5 Jahren ploppen diese ganzen "in Rente mit 40" blogs auf und die Bücher dazu verkaufen sich scheinbar wie blöd. Die Akteure glauben alle, dass man mit Wertpapieren dauerhaft 7% Rendite nach Steuern erzielen kann, weil das halt jetzt 10 Jahre lang so geklappt hat.


    Wer dann ab 20 fleißig spart und weit unter seinen Möglichkeiten konsumiert kann so mathematisch mit 40 das Arbeiten aufhören.


    Ich selbst glaube nicht an den ewig steigenden Aktienmarkt und auch ich hab mich 2000 mit dotCom ganz schön verspekuliert.


    Es ist wie es ist. Der Pöbel aus meiner Generation wird ums Arbeiten nicht herum kommen außer man pokert sehr hoch und gewinnt. Ein hoher Zins lässt die Staaten kollabieren und Aktien funktionieren dauerhaft vor allem dann, wenn nur wenige dabei gewinnen.


    Die größten Gewinner im System bisher und vermutlich für weitere Generationen sind die heute 60-70 jährigen aus dem Westen. Kein Krieg. Wirtschaftsboom und Vollbeschäftigung in jungen Jahren, extrem hohe Zinsen in der Ansparphase und als Rentner dann Nutznießer einer Gerontokratie, die die Jungen ausbluten lässt. Außerdem ist/war diese Generation die größten Ressourcenverbraucher vermutlich aller Zeiten und sie haben hier in D mal eben 2 Billionen Euro Staatsschulden angehäuft.


    (Erklärung: Entscheider sind typischerweise 30-70 Jahre alt. Die heute 60-70 jährigen sind also für die Entwicklung ab 1980 mitverantwortlich, meine Generation der 40+x jährigen ist für die Entwicklung seit 2010 in gewissem Maße mitverantwortlich, wobei aktuell die genannte Generation davor noch überwiegend an den Schalthebeln der Macht sitzt)


    MfG

  • Gier?



    Seit 4-5 Jahren ploppen diese ganzen "in Rente mit 40" blogs auf und die Bühcer dazu verkaufen sich scheinbar wie blöd. Die Akteure glauben alle, dass man mit Wertpapaieren dauerhaft 7% Rendite nach Steuern erzielen kann, weil das halt jetzt 10 Jahre lang so geklappt hat.

    Aber das kann man sich doch am Arxxx abfingern das die Rchnung nicht aufgeht,zumindest langfristig nicht. Werden die aber noch merken,wenn dann mit 70+ erkannt wird das dann niemand mehr arbeitet und dann zum abwischen des Arxxx kommt oder in der Küche des Pflegeheimes für Essen sorgt =O

  • Keine Panik auf der Titanic.

    Mein Depot ist auch rot.

    Verluste sind aber nur wenn ich JETZT verkaufen würde. Daher mache ich jetzt folgendes:


    Nachkaufen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und dann aussitzen.

    Und hier gelten zwei Regeln

    Die Kurse werden sich immer erholen.

    Niemand schlägt den Markt.


    In diesem Sinne Hummel Hummel