COVID-19: Erfahrungen & Austausch

  • Mal eine hypothetische Frage in die Runde:


    Nehmen wir an, dass Omicron wirklich wie eine "Wand" Deutschland im Januar und Februar durchläuft. Es gibt X Tote dabei, aber der Großteil der Bevölkerung hat diese Wand entweder mit einer Infektion überstanden oder sie sind Dank der Impfung/Boosterung um eine Infektion herum gekommen. Das Frühjahr kommt, die Zahlen sinken saisonal-bedingt. Durchseuchung und/oder Impfung decken über 95% der Bevölkerung ab. Das halte ich nicht für unrealistisch, die jetzige Infektösität von Omicron angenommen nach der es ja ausschaut.


    Wie wird sich das auf die allgemeine Impfbereitschaft auswirken? Ich gehe davon aus, dass wenn wir hier Zahlen wie jetzt in UK oder Frankreich haben und das für ein paar Wochen die Leute sich von der Impfung abwenden werden. Ist aber nur mein Bauchgefühl und natürlich eine Gefahr für eine nächste Welle im kommenden Winter. In Israel sinkt die Impfbereitschaft beim 4ten Pieks ja auch schon sehr stark.


    Wie schätzt ihr die Lage diesbezüglich ein?

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Ich halte bei der Omikron-Welle die Kollateralschäden durch krankheitsbedingte Arbeitsausfälle für fast gefährlicher, als die individuelle Erkrankung bei einer Infektion mit der Omikron-Variante. Es sieht wohl so aus, dass die Omikron-Krankheitsverläufe aufs Ganze gesehen etwas milder sind. Das wird natürlich durch die rasante und flächendeckende Ausbreitung wahrscheinlich mehr als kompensiert. Wenn bisher 2% der COVID-19-Erkrankungen tödlich verlaufen und künftig vielleicht nur 1%, dann ist das zwar gut, aber bei 10x mehr Erkrankten nützt das nicht viel, dann hat man dennoch 5x mehr Tote, als bei den vorherigen Virusvarianten.


    In London war letzte Woche ein Drittel der Feuerwehr-Einheiten nicht einsatzfähig, weil zuviele Kollegen krank gemeldet waren oder wegen positiver Tests in der Familie in Quarantäne mussten, in New York fährt die Metro nur noch eingeschränkt, weil Fahrer fehlen. Das kann wird uns natürlich genauso passieren. In der Landwirtschaft werden uns im Frühjahr/Sommer nicht nur die Erntehelfer auf den Erdbeerplantagen und Spargelfeldern fehlen. Sondern auch die Bauern/Lohnunternehmer bei der Getreideernte werden Probleme haben.


    Frei nach Jens Spahn "Nach diesem Winter sind wir entweder geimpft, genesen oder tot."


    Pragmatisch finde ich den Ansatz der Stadt New York: "COVID-19 is bad for business". Impfpflicht für Berufstätige. Impfnachweis vorlegen oder man darf nicht mehr bei der Arbeit erscheinen, ergo der Job ist weg.

    Damit erhält man die Infrastrukturen und Produktionsbetriebe am Leben und dann können die Schwurbler gerne weiter ihre Infektionsspaziergänge machen. Die Impfbereitschaft ist mir dann Jacke wie Hose.

    Triage wird in nächster Zeit gesetzlich eindeutig(er) geregelt und dann brauchen wir halt mehr Kühlräume und Krematorien.

  • Durchseuchung und/oder Impfung decken über 95% der Bevölkerung ab. Das halte ich nicht für unrealistisch, die jetzige Infektösität von Omicron angenommen nach der es ja ausschaut.


    Halte ich für ausgeschlossen 95% zu erreichen, bei der aktuellen Impflücke von etwa 25 bis 30%. Denn aufgrund der hohen Fallzahlen wird eine massive Kontaktreduzierung (vulgo "Lockdown") noch vor Ende des Winters nötig werden, um die Welle zu brechen, bevor sie unser Gesundheitssystem bricht. In Österreich hatten wir ja das "Glück" im Lockdown zu sein, während die Omikron-Welle sich aufgebaut hat. Dieser Vorteil verschwindet die nächsten 1 bis 2 Wochen.


    Wie wird sich das auf die allgemeine Impfbereitschaft auswirken?


    Das Stichwort ist hier "immunologisch naiv" - also wie viele Menschen weder infiziert sind / waren oder geimpft wurden / deren Impfschutz noch aufrecht ist.


    Wenn sich weniger Menschen boostern lassen, sinkt die Grundimmunität in der Bevölkerung und lässt die Impflücke weiter anwachsen. Einzige Lösung: Impfpflicht.


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    Hier ist gut erklärt wie es "nach" der Pandemie mit einer Endemie aussehen würde.


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  • Triage wird in nächster Zeit gesetzlich eindeutig(er) geregelt

    Wobei Ärzte nicht besonders viel davon haben, wenn es bessere Gesetze zur Triage gibt.

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  • Meiner Einschätzung nach sind 95% drin, gerade wenn viele Infektionen symptomfrei ablaufen wovon wir in der Vergangenheit ja auch schon etliche Fälle hatten aber es gerade in Deutschland nie geschafft haben hier eine saubere Datengrundlage zur bzw. Erfassung zu schaffen.


    In den meisten Artikeln wird von einer doppelt so hohen Anzahl an Infizierten ausgegangen als in den Statistiken ausgewiesen wird. Willkürlicher Artikel von vielen die in diese Richtung gehen:


    https://www.tagesspiegel.de/po…unkelziffer/27798414.html


    Gerade das Aussetzen der kostenlosen Bürgertest wird hier als extrem zahlenverfälschend angesehen weil in dem Zeitraum viele Infektionen aus "Kostengesichtspunkten" von mild erkrankten nicht festgestellt wurden.


    Von diesen unerkannt Infizierten wird ein Teil geimpft gewesen sein, aber es wird auch noch genügend Ungeimpfte geben die es in dieser Kohorte erwischt hat.


    Dazu wird Omicron noch durch die Schulen und Unis jagen und quasi den Impfrückstand bei den Jungen ausgleichen.


    Bei 25% Ungeimpften von denen ein Teil aber schon umbemerkt eine Infektion hinter sich hat ohne das zu wissen und dem Potential was Omicron bietet sehe ich Gesamtzahlen von über 90% bei Impfung und Durchseuchung durchaus für möglich.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Ich halte bei der Omikron-Welle die Kollateralschäden durch krankheitsbedingte Arbeitsausfälle für fast gefährlicher, als die individuelle Erkrankung bei einer Infektion mit der Omikron-Variante.

    Da wäre ich mir noch nicht so sicher.

    Auf den ersten Blick mag das sicherlich zutreffend sein. Und in der Tat entsteht durch eine mehr oder weniger erzwungene oder einfach nur angeordnete, aber nicht engmaschig überwachte, Quarantäne sicherlich im ersten Moment höhere Schäden als an tatsächlichen reinen Kosten für die Heilbehandlung entstehen.

    Aber mal provokativ gefragt: Hat mal jemand ausgerechnet, was an Witwen- und Waisenrenten bereits JETZT gezahlt werden muss, weil jemand an Covid-19 erkrankte und schließlich auch verstarb? Welchen Preis unsere Kinder zahlen, weil sie nicht in der Weise beschult werden können, wie es eigentlich vorgesehen ist? Und hier werden ganz sicher die Kinder aus finanzschwächeren Haushalten, die ohnehin schon einen mitunter sehr prekären Zugang zu Bildung haben, erst recht höhere Bildung, einen hohen Tribut zollen.


    Nach meinem Kenntnisstand gibt es technische und organisatorische Möglichkeiten, um eine Verbreitung des Virus zu vermindern. Und wir haben seit ziemlich genau einem Jahr in Deutschland effektive Impfstoffe, die entweder einen schweren Verlauf verhindern helfen (und damit recht gut auch den Tod der Patienten), wenn nicht sogar die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion erheblich reduziert wird.


    Ja, die Einschränkungen durch die Pandemie sind ätzend. Aber soll das jetzt noch die nächsten keine Ahnung, wie viele Jahre oder gar Jahrzehnte weitergehen, nur weil ein paar Zehntausend oder einige Millionen Menschen der Ansicht sind, sie würden sich in einer riesengroßen, weltweiten Verschwörung befinden und sie die einzigen "aufgeklärten" Menschen auf diesem Planeten seien, die jenseits von Wissenschaft und Logik die "Wahrheit" kennen würden. Früher nannte man sowas wohl religiösen Wahn oder sowas ähnliches.

    aus DE gesendet...

  • Ein Arzt und Naturheilpraktiker in unserer Stadt hat sich auch ganz klar zur Impfung von Kindern

    positioniert. Allein der Sprachstil disqualifiziert schon.


    K800_IMG_20211230_125741_626.JPG


    Wir haben nach intensiver Suche einen Impftermin für unsere Kinder für den 03.01. in einer 30

    Kilometer entfernten Stadt im Ruhrpott in einem Impfzentrum bekommen und können den

    eigentlich anberaumten Termin Ende Januar bei deren Kinderarzt für die zweite Impfung wahrnehmen.

    Nur nebenbei: Wir haben diese Maßnahme unseren Kindern nicht befohlen sondern mit ihnen

    darüber gesprochen, vorab eher nur gefragt. Beide (8 und fast 11 Jahre alt) stehen der Impfung

    äußerst positiv gegenüber.

  • Ein Arzt und Naturheilpraktiker in unserer Stadt hat sich auch ganz klar zur Impfung von Kindern

    positioniert. Allein der Sprachstil disqualifiziert schon.

    Ich weiß, dass es in Deutschland nicht einfach ist, einem Arzt seine Approbation abzuerkennen. Aber das, was er da schreibt, ist gefährlicher Schwachsinn und entbehrt jeder wissenschaftlichen, juristischen, politischen und medizinischen Grundlage.

    aus DE gesendet...

  • Ist das überhaupt ein richtiger Arzt? Finde weder irgendwo einen Dr. oder ein med.


    Stattdessen schreibt er so etwas auf seine Homepage:


    Zitat

    Trotz meiner Ausbildung, Zulassung und meiner 15-jährigen Berufserfahrung und Berufstätigkeit als Heilpraktiker, ist es mir auf Grundstandesrechtlicher Vorschriften nicht erlaubt, die Berufsbezeichnung Heilpraktiker neben der Berufsbezeichnung Arzt zu führen. Daher wird meine Praxis seit 1995 mit dem Status "privatärztliche Praxis" geführt. Dennoch ist und bleibt die Basis meiner ärztlichen Tätigkeit der ganzheitliche Aspekt der Naturheilkunde, mit all ihrer diagnostischen und therapeutischen Bandbreite.


    Was sind "Grundstandesrechtlicher Vorschriften"? ;)

    Hat man den Schwachsinn bei ihm schon früher erkannt?



    Ansonsten kann ich UrbanTrapper nur zustimmen....

  • Dr. med. darf sich ein promovierter Arzt nennen. Arzt ist man aber schon mit der Approbation.

    Wobei gefühlt 99% alles Ärzte auch promovieren.

    Birds aren't real!

  • Als Heilpraktiker kann man dem Heilpraktikergesetz von 1938/1939 ? in D die Heilkunde beruflich ausüben, ohne approbierter Arzt zu sein . Man kann also entweder ein Heilpraktiker oder ein Arzt sein.

    Privatärztlich heisst, daß er keine Zulassung von den gesetzlichen Krankenkassen hat und mit denen nicht abrechnen kann.

  • Man könnte erst die Heilpraktikerprüfung ablegen und dann anfangen, Medizin zu studieren und dieses Studium abschließen. Es ist nicht zwingend erforderlich, seine Heilpraktikerzulassung zurückzugeben. Aber besonders sinnvoll wäre der Verweis auf diesen Abschluss nicht, da der des Arztes höherrangig ist.

  • Man könnte erst die Heilpraktikerprüfung ablegen und dann anfangen, Medizin zu studieren und dieses Studium abschließen. Es ist nicht zwingend erforderlich, seine Heilpraktikerzulassung zurückzugeben. Aber besonders sinnvoll wäre der Verweis auf diesen Abschluss nicht, da der des Arztes höherrangig ist.

    Sieht für mich nach einem Schwurbler aus, der keinen großen Wert auf den "normalen" Arzt legt, sondern nur auf den Heilpraktiker. Er schreibt ja selber, dass er fast nur danach behandelt.

    Passt halt auch ein wenig zu der Einstellung zum Impfen.

  • Aber besonders sinnvoll wäre der Verweis auf diesen Abschluss nicht, da der des Arztes höherrangig ist.

    Aber sowas von!


    Ein "Kompaktstudium" zum Heilpraktiker ist in 8 bis 12 Monaten abgeschlossen. Da hat ein approbierter Arzt noch nicht einmal sein Vorklinikum hinter sich! Fünf sechs Jahre Studium, Facharztausbildung, Praktisches Jahr und was nicht alles dazugehört. Da sind schnell mal 10 bis 15 Jahre ins Land gegangen, ehe ein Arzt auch nur ansatzweise den Silberstreif am Horizont sieht und hat dann noch nicht einmal seine eigene Praxis. Es sei denn, Papa hat ihm seine vererbt...


    Ich kann daher überhaupt nicht nachvollziehen, dass jemand zu einem Heilpraktiker geht und sich für weniger Ausbildung auch noch mehr Geld aus der Tasche ziehen lässt. 🤷

    Sorry, es mag gute, verantwortungsvolle Heilpraktiker geben, die auch die Grenzen ihrer fachlichen Kompetenzen kennen und akzeptieren. Bei den Heilpraktikern, um genau zu sein Heilpraktikerinnen, aus meinem weiteren Bekanntenkreis haben deren "Heilkunstansichten" aber nichts mit Heilung, sondern eher mit gefährlichem Halbwissen und Mystizismus zu tun. 🙄

    aus DE gesendet...

  • So eine TCM Fachausbildung dauert je nachdem, wo du sie machst, 2-3 Jahre. Diese Ausbildung, die mit einer theoretischen und praktischen Prüfung abschließt, gehört nicht zur Heilpraktikerausbildung, sondern ist extra.

  • So eine TCM Fachausbildung dauert je nachdem, wo du sie machst, 2-3 Jahre. Diese Ausbildung, die mit einer theoretischen und praktischen Prüfung abschließt, gehört nicht zur Heilpraktikerausbildung, sondern ist extra.

    Ich rede NICHT von traditioneller chinesischer Medizin. Hat für mich auch nichts mit konventioneller Medizin zu tun und insbesondere bei einem Teil der "Medikamente" (getrocknete Tigerhoden etc.).

    aus DE gesendet...

  • Ein Corona Treffer im Nahbereich.

    Gesundheitsamt öffnet erst ab Montag wieder.

    Keine weitere Analyse möglich.

    Warum ist das Gesundheitsamt nicht erreichbar ???

    Wir werden ganz sicher nicht die einzigen sein, die Gesprächsbedarf haben.

  • Ein Corona Treffer im Nahbereich.

    Gesundheitsamt öffnet erst ab Montag wieder.

    Keine weitere Analyse möglich.

    Warum ist das Gesundheitsamt nicht erreichbar ???

    Wir werden ganz sicher nicht die einzigen sein, die Gesprächsbedarf haben.

    Wozu braucht ihr das Gesundheitsamt?....einfach alles quarantänisieren.

    Ansonsten bei schwererem Verlauf Notruf.

    Ich glaub die Nachbarn waren auch nicht offiziell betreut.

    Und als mein Mann Corona hatte hab ich nach 3 Tagen einen Anruf bekommen, ob ich einen kostenlosen freiwilligen PCR Test will.

    Hab ich dann nach 9 Tagen gemacht um sicher negativ zu sein.

    Ansonsten keine angeordnete Quarantäne nur gesunder Menschenverstand.

    Also für PCR Test (damit man weiss, dass man nicht mehr ansteckend ist) Gesundheitsamt kontaktieren und Bescheinigung für kostenlosen Test zu mailen lassen. Wenn man das nicht braucht, kann man das auch lassen.


    Ich drück euch die Daumen für leichten Verlauf und dass der Rest der Familie sich nicht infiziert! :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup:

    Birds aren't real!