COVID-19: Erfahrungen & Austausch

  • Bitte mal zurück zum Thema. Hier soll es primär um News und Informationen gehen.

    Möchte hier an dieser Stelle trotzdem nochmal meinen Eindruck zum ersten Tag des Shutsdowns in NRW posten, da sich darauf viel ableiten lässt, was für manche unter Informationen fallen könnte.



    Also, ich komme gerade von einem Ausflug in die Landeshauptstadt NRWs (Düsseldorf) zurück. Ich konnte mir einen Eindruck von Rhein, Rheinpark und dem Zentrum machen.


    Meinen Eindruck kann ich mit einem Wort beschreiben: Ferienzeit


    • Gruppensport, Fussball, Volleyball, Trinkgelage und Jamsessions im Rheinpark
    • Lustiges Joggen in der 4er Gruppe am Rhein
    • Auch nach 18 Uhr hatten die Restaurants teilweise geöffnet. Dönerbuden, Pizzerien und Imbisse waren durch die Bank weg offen (Weiß jetzt nicht, ob die unter Restaurants fallen).
    • Ca. 50% der Spielhallen war noch offen
    • Gerade die "Ihr macht uns unsere Zukunft kaputt" aka Fridays For Future Generation scheint auf das Social Distancing zu scheißen. Die haben jetzt Ferien und machen Party 


    Hätte die Landesregierung Eier, dann hätte das Ordnungsamt ein Bußgeld nach dem anderen verhängen können. Polizei und Ordnungsamt hatte ich aber auf meiner Runde nicht gesehen.


    Ohne harten Lockdown, bei dem dann auch Verstöße geahndet werden wird sich das Virus nahezu ungebremst ausbreiten, was dann zum Zusammenbruch des Gesundheitssystem führt

  • Eigenen Thread eröffnet wo ihr eure Erfahrungen mit Quarantäne, Ausgangssperren und Co. posten könnt.


    Wie immer gilt: Keine Politik. Politische Maßnahmen werden nicht bewertet.

  • Bestätige deinen Eindruck aus Oberfranken.


    Von Vereinzelung oder Situationsbewusstsein für´s Virus und seine Gefahren keine Spur. Vorherrschendes Gesprächsthema sind die leeren Regale und wo noch was erbeutet wurde. Vereinzelt Stimmen, die beklagen, nur noch wenig Klopapier zu Haus zu haben. Alles schimpfen auf die bösen Hamster und keiner war´s gewesen.


    Auch hier wird gemeinschaftlich gejoggt, spaziert, radgefahren. Wir haben hier keine Pandemie. Wir haben Sonnenschein und 18°C.


    Ned gschimpfd is fei gloobt gnuuch!
    Der nächste fränkische Stammtisch findet statt, Infos bitte bei mir erfragen.

  • Heute war ich in einem DM einkaufen. Der Parkplatz davor fast vollkommen leer. Drinnen nur wenige Kunden.


    Vor mir an der Kassa war eine Frau in ihren 30igern, sie hat Einweghandschuhe an und achtete penibel darauf nichts im DM zu berühren. Beim Bezahlen bestand sie darauf das Geld hinzulegen und nicht direkt zu übergeben. Ebenso verfuhr sie beim Wechselgeld.


    Ich habe nach ihr meinen Einkaufswagen zurück gegeben, dabei hat sie einen riesen Bogen um mich gemacht und den Augenkontakt gemieden. Sie wirkte richtig panisch und zu Tode geängstigt.


    Wenn das jetzt schon der Virus aus uns macht, Gute Nacht.

  • Abgesehen von dramatischen Szenen, weil der ortsansässige Aldi nur 2 Packungen Klopapier pro Person abgegeben hat, gibt es in Dresden und Leipzig keine merklichen Einschnitte. Die Leute stehen bzw kleben nach wie vor in Schlagen vor Post usw. Beim Einkauf hechelt einem der Nachfolger ins Ohr und auf dem Baumarktparkplatz, der sonst selbst an stark frequentierten Tagen nur halb voll ist, steht alles voll - im Markt Gruppenkuscheln.


    Mein subjektives Fazit: Shutdown? Freizeit- und Erholungsurlaubsstimmung!

  • In Wiesbaden habe ich schon ein merklich gedämpftes Leben in der Innenstadt festgestellt. Die Passantenfrequenz ist wesentlich gesunken. Ich weiß natürlich nicht, wie es in den Parks aussieht, aber im Stadtkern war schon deutlich weniger los. An der Kasse im Supermarkt haben sich die Leute schon sichtbar um Distanz in der Schlange bemüht. Ich denke, im vollen Umfang wird man die Effekte erst morgen sehen, wenn die Geschäftsschließungen wirklich in Kraft sind.

  • Man möge berücksichtigen, dass es mittlerweile recht viele Menschen mit Angststörungen gibt. Viele dieser Menschen haben Angst vor Keimen und Krankheiten. Grundsätzlich...also auch ohne covid-19. Es muss derzeit die Hölle für sie sein, einkaufen gehen zu müssen.
    Evtl. gehört sie dazu ... mal nur sone Idee...:/

  • Ben


    Ggf. gehört sie aber auch einfach nur zu einer Hochrisikogruppe und achtet deshalb besonders drauf?


    Nachtrag: Ich selber gehöre auch zu einer Risikogruppe und habe heute auch eine ältere Dame darauf hingewiesen, dass sie quasi in meinem Einkaufwagen saß und dass es für uns beide besser wäre einfach etwas Abstand zu halten. Ich versuche auch Leute zu umgehen bzw. enge Begegnungen zu meiden und ich hab aber bisher keine Panik und Todesangst.

    Wer bei der Planung versagt, plant sein Versagen.

  • Eigentlich hat die Frau doch alles richtig gemacht.


    Wir könnten das Virus innerhalb von 6-8 Wochen noch stoppen.


    Das ist uns aber zu mühsam, also lieber eine mehrmonatige, vielleicht 2-jährige Ausnahmesituation und optimistich 50.000 Tote, wenn es doof läuft aber auch 1 Million + x Tote in Kauf nehmen.


    Ich bin heute nicht mehr unter Leute gegangen, Wenn ich es noch mache dann mit Maske und Brille. Alleine schon als Statement.


    Einkaufen werde ich einstellen bis auf Frischwaren in sehr gering frequentierten Läden und das dann auch mit moderater Schutzausrüstung.


    Jetzt ist für mich die Zeit den Vorrat endlich auch mal zu benutzen, der mehr als ein Jahrzehnt nur herum stand.


    MfG

  • Meine Erfahrung:


    als es in Italien ankam und man äußerte, dass da noch was kommt, wurde man selbst in Fachkreisen teils belächelt. Medizin und Rettung/KatS.


    Krisenmanagement Uni in BaWü:

    Land erlässt dass nichts mehr stattfinden darf und keine Auflagen helfen worden und dass Mensa und Cafés geschlossen sein sollen.
    Uni lässt Mensa und Cafés offen. Man versucht irgendwie noch Prüfungen durchzudrücken. Bla bla.


    Gleichzeitig wirbt man darum, dass sich Studenten registrieren lassen sollen, um bei Bedarf Pflege und Ärzte zu unterstützen.


    Und: wenn die Unis jetzt sagen würden, dass nichts mehr geht, könnten zB die Empfänger von BAföG etc. ihre Gelder retten indem sie Urlaubssemester einreichten. Aber das wird auch nicht zugelassen, also werden sie, wenn nix erlassen wird, so vermutliche ihre Förderung verlieren wegen Verzugs.


    Also, die Bedeutung von Corina ist noch nicht überall angekommen.

  • Beim Großteil der Bevölkerung ist noch gar nichts angekommen, außer das es evtl. morgen kein Klopapier oder Bier mehr gibt. Das mag hart und sehr pauschal klingen, doch die Praxis am heutigen Tag zeigt dies deutlich.

  • grade im (privaten) TV tatsächlich ein public announcement gesehen, „gemeinsam gegen Corona“, das zu Hygiene und Distanz auffordert.


    Wow. Immerhin. Bitte mehr davon.

  • Meine bisherigen Erfahrungen:

    • Silber und Zigaretten als Tauschmitttel? Nö! Klopapier, Nudeln und Desinfektionsmittel
    • 96-99% iges Ethanol ist gut für den Spirituskocher (ggf n "Pitscher" Wasser dazu beim 99% Stoff) und mit Wasser zur Desinfektion geeignet
    • Bezüglich eigener Vorratshaltung war ich vor Corona nicht so falsch dabei
    • Ohne Balkon, Terrasse oder Garten möchte ich nie sein!
    • Dass die meisten Menschen dumm/unwissend sind, ist mir doch nichts neues*. Ich muss mich damit irgendwann abfinden
    • Homeoffice ist doof! Man macht weniger Pausen und man ist ohne sozialen Austausch (abgesehen von Telefon & Co)
    • Ich/wir sind live dabei, bei einer der wohl größten, weltweiten, akuten "Krise" des Jahrhunderts, welcher jeder zu spüren bekommt. Es trifft eben nicht nur "Finanzler" oder Immobilieneigentümer oder Soldaten oder bestimmte Branchen.

    Schöne Grüße

    Isomatte


    * letzten Sonntag in einem Café in Süddeutschland:

    Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen Kuchen zum Mitnehmen abzuholen...

    Doch trotz gefühltem Gästerückgang um 50%, saßen da noch immer Leute (auch Familie mit Kind) und aßen in Ruhe ihren Kuchen.

    Auch stand man ohne Abstand in der Schlange...

    Ich bin kein "Maskenträger" und extrem "Coronaschisser" aber da war ich echt erstaunt und ggf sogar ein bisschen entsetzt...

    ... Also brauche ich bald doch ne Maske - und wenn es ne FFP1 ist - um tatsächlich ein Statement zu setzen, wenn es mit gesundem Menschenverstand und Abstand nicht funktioniert.

  • Unsere Vorbereitungen waren gut und richtig.


    Das größte Problem ist tatsächlich die Psyche, das hätte ich so nicht gedacht.

    Ich hab kein Problem mit der Situation, jedoch gibts bei uns Familienmitglieder die eine regelrechte Panik verspüren. Der nicht einschätzbare zeitliche Verlauf der Krise und die Dynamik der Ereignisse und Entscheidungen überfordern sie. Jeden Tag eine neue Lage und daraus resultierende Maßnahmen.

    Es ist anstrengend, die lageangepassten Maßnahmen gegen die Pandemie immer wieder zu erklären und Zuversicht zu zeigen ohne unglaubwürdig zu werden.


    Tsrohinas

  • Situation an der Uni Stuttgart: kompletter Shutdown. Alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen dürfen nicht mehr betreten werden, Mensen und Cafeten geschlossen. Die Kantinen der umliegenden Forschungsinstitute (Fraunhofer, Max-Planck) wurden letzte Woche für Gäste geschlossen, seit Montag sind sie komplett dicht. Sämtliche Forschungsinstitute lassen keine Besucher mehr ein. Uni-intern gilt die Vorgabe: Besprechungen/Meetings nur noch mit max. 5 Personen und nur wenn die RKI-Abstandsregeln eingehalten werden können. Gemeinsame Einnahme von Speisen ist untersagt.


    An "meinem" Forschungsinstitut wurde ein Notfallplan in Kraft gesetzt, es arbeitet nur noch eine auf die Hälfte reduzierte Notmannschaft im technischen Betrieb und im Reinraum zur Chipfertigung. Alle Schreibtischtäter sind ins Homeoffice geschickt worden. Die andere Hälfte isoliert sich vorsorglich zuhause. Sollte ein Mitarbeiter im Betrieb erkranken, rückt einer aus der Reserve nach. Durch die ohnehin schon extremen Schutzkleidungsvorgaben und die Luftfilterung inkl. Desinfektion im Reinraum ist eine gegenseitige Ansteckung im Betrieb relativ unwahrscheinlich, aber natürlich nie auszuschließen. Die dortigen Anlagen (Impanter, Ätzer, Elektronenstrahlschreiber etc.) können nicht einfach stillgelegt werden und laufen normalerweise 24/7/365 durch, selbst bei Stromausfällen werden die Anlagen über ein 400kVA-Aggregat nach Möglichkeit so lange wie möglich "am Leben erhalten". Andernfalls sind die Prozessparameter weg und man braucht Monate/Jahre, um sie wieder "in spec" zu bekommen. Das ist die Krux, wenn man Produkte mit wenigen Atomlagen Genauigkeit reproduzierbar herstellen muss. Wir machen u.a. Teile für EUV-Belichter, die 5nm und 3nm Strukuren für Mikrochips der (über-)nächsten Generation produzieren. Das ist Technologie-Know-how, das wir gerne über Corona hinwegretten würden.


    Der Shutdown des öffentlichen Lebens in Stuttgart ist übrigens gleich bis Mitte Juni angeordnet worden.


    Grüsse

    Tom

  • Raum Regensburg:


    Bin gestern aus reiner Neugierde mal wieder die fünf Supermärkte in meinem "Einzugsbereich" abgefahren, um mir selber einen Eindruck zu verschaffen, denn man sollte nicht allzuviel auf Altweibergeschwätz oder das berühmte "Ich habe gehört, dass...." geben.

    Bei allen fünfen fiel mir sofort die mehr als schlechte Stimmung von Mitarbeitern auf. Überraschenderweise waren aber viele für ein kleines Schwätzchen zu haben....einfach nur ein freundliches Wort eines Kunden, der nur eine kleine Umhängetasche dabei hat.


    1. Es wird von Beschäftigten vermehrt über Schlägereien und Konfrontationen in Supermärkten in den Stadtrandgemeinden berichtet. Offenbar besteht ein reger Austausch von Nachrichten untereinander.


    2. Es kam in zwei Supermärkten auch schon zu Übergriffen auf die Beschäftigten, in einem wurde sogar das Lager nach Öffnung des Geschäfts regelrecht "gestürmt".


    3. Viele Regale sind leer (Konserven, Tomatenprodukte, Nudeln, Reis, Hygieneartikel). Davon ausgenommen sind allerdings höherpreisige Artikel....


    4. Logistikprobleme bei den Zulieferern führen bei drei der besuchten Supermärkte zu Engpässen.


    5. Die von zwei Supermärkten ausgesprochene Mengenbeschränkung wird größtenteils ignoriert und führt zu Diskussionen an der Kasse.


    6. Drei Supermärkte haben ab heute reduzierte Öffnungszeiten.


    Ich werde weiter berichten, denn die Entwicklung ist äusserst interessant.



    Grüsse vom Toni

    Grüße vom Toni

  • Ich war heute mit Maske und Schutzbrille auf der Straße.


    Der pure Wahnsinn. Die Leute sind dicht gedrängt im Supermarkt, alt und jung. keiner, kein einziger trägt irgendwelche Schutzausrüstung, kein Abstand, keine Handschuhe, keine Desinfektion, nichts.


    Wie wenn die das alles nix angeht.


    Narren!

  • Hab heute Vormittag für die Oma Rezepte beim Arzt geholt und dann bei der Apotheke die Medikamente. Beim Arzt eine Person im Wartezimmer, am Empfang das Personal mit Mundschutz und Handschuhen. In der Apotheke sind Abstandslinien auf den Boden geklebt und die Kassentheken mit Flatterband separiert. Innenstadt und Fußgängerzonen sind weitgehend leer Die Leute warten draußen vor dem Eingang. Personal mit Mundschutz und hinter einer Glasscheibe mit Durchreiche. Die Glasscheiben stehen auf den Kassentheken und sind ca. 1,2m hoch und 1m breit und haben unten mittig eine Aussparung durch die man das Rezept durchreicht, bezahlt und die Medikamente bekommt. Im Prinzip nicht schlecht, die Idee. Die Bäckereifilialen in der Region führen diese "Tröpfchenschutzscheiben" auch gerade ein.

  • Hab heute Vormittag für die Oma Rezepte beim Arzt geholt und dann bei der Apotheke die Medikamente. In der Apotheke sind Abstandslinien auf den Boden geklebt und die Kassentheken mit Flatterband separiert.

    Seit Jahren beobachte ich, das mein nächstgelegener Apotheker seinen pharmazeutischen Warenbestand laufend herunterfährt. Es gibt anstelle Nahrungsergänzungsmittel, Bonbons, Kosmetik und dgl., mehr. Also umsatzstarke Artikel. Wer ein Arztrezept auf den Tresen legt erfährt: Können wir Ihnen bis morgen nachmittag besorgen, etc. Der Bestellcomputer zum Großhändler ist permanent online, und was der auf Lager hat kann auch herangeschafft werden.

    Mir ist nun folgendes passiert: Ich gehöre zur "Risikogruppe" der über 60-jährigen. Mir wurde empfohlen mich gegen Lungenentzündung impfen zu lassen. Der Impfstoff heißt "Pneumovax 23" und kommt aus dem Firmenkonglomerat von Merck Darmstadt. Wird allerdings in Indien hergestellt. Also bis auf weiteres nicht lieferbar. Rückständig sollen über 100.000 Einzeldosen sein.

    Heute erfahre ich von meinem Schwager, daß ein anderer Apotheker bei uns in der Stadt solchen Impfstoff vorrätig, d.h. rechtzeitig gehamstert, hat. Rückt er aber nur auf direkte ärztliche Anweisung heraus. Ebenso hat er rechtzeitig kanisterweise Desinfektionsmittel auf Lager genommen und kann derzeit liefern.

    Welcher Schluß darf daraus gezogen werden:

    Die "nicht hamstern Anweisung" unsere Politiker betrifft nur den kleinen Mann.

  • Raum Regensburg:

    Bin gestern aus reiner Neugierde mal wieder die fünf Supermärkte in meinem "Einzugsbereich" abgefahren, um mir selber einen Eindruck zu verschaffen, denn man sollte nicht allzuviel auf Altweibergeschwätz oder das berühmte "Ich habe gehört, dass...." geben.

    Du fährst "zum Spaß" in fünf Supermärkte?


    Dir ist aber schon klar, dass auch Du das Virus verbreiten kannst, auch ohne ein Symptom?