....die Regierung über euren (Strom-)Verbrauch entscheidet und ggf. den Saft abdreht

  • Die Diskussion um die Umsetzbarkeit der Energiewende wird ja seit Jahren ausführlich geführt. Stichworte wie Spitzenglättung, Grundlast und eine allgemeine Vorstellung wie fragil unser Stromnetz ist und wo die Probleme beim Netzausbau liegen (Stromautobahnen Nord-Süd und auch der Netzausbau auf lokaler Ebene) hat jeder irgendwie schon mal gehört.


    Mit zunehmender Elektromobilität wird dieses Thema immer aktueller, weil mit steigenden Zahlen an Elektrofahrzeugen quasi gleichzeitig mehr Verbraucher hinzu kommen, gleichzeitig aber auch eine dezentrale Energiespeicheroption über die Akkus in den Karren.


    Nun haben wir wieder mal eine interessante Diskussion zu dem Thema, diesmal aus dem Hause Altmeier. Auch hier kann man wieder wunderschön sehen, wie (physikalische) Realität auf Intentionen trifft die eher emotional und politisch geleitet sind:


    Zwangs-Ladepausen für E-Autos – Altmaier hat es sich anders überlegt - WELT


    Der verlinkte Artikel zeigt schön, welche Planspiele existieren um einen zeitlichen Mittelweg zu finden das Netz am Laufen zu halten und gleichzeitig "die Energiewende" zu schaffen der nun mal ganz einfache physikalische Gegebenheiten beim jetzigen Ausbaustand entgegen stehen.


    Auch wenn es jetzt nicht zu "zwangsweisen Glättungen der Spitzenlast" kommen soll (zumindest nicht im Augenblick), so gibt der Redakteur doch (zwischen den Zeilen) einen ganz guten Überblick wohin die Reise gehen wird.


    Ich persönlich halte das Risiko der erneuerbaren Energien für unser Stromnetz so lange für hoch, so lange es keine (wirtschaftliche) Zwischenspeichermethode im großen Stil gibt. Und so lange hier nicht eine flexible Grundlastregulierung vorhanden ist, so lange wird mit zunehmender Hinwendung zum Strom unser Netz auch immer fragiler werden. Oder man ist halt "von Außen" abhängig und "importiert" die Grundlast dann über konventionelle Kraftwerke aus dem Ausland.


    Bei der jetzigen Dauer von Genehmigungsverfahren für Stromtrassen, der notwendigen baulichen Tätigkeiten für Ladestationen für E-Autos etc. kann uns die Energiewende auch ganz schnell in den wirtschaftlichen Ruin führen, Strom muß so zwangsweise immer teurer werden.


    Aus Preppersicht würde ich mich nie auf eine geregelte Stromzufuhr verlassen, hier werden je intelligenter die Netze werden auch in der Zukunft Zwangsabschaltungen bestimmter Verbraucher kommen. Und dann kommen die Probleme: Gerade im Winter die bis zum Letzten versiegelte Energiesparhütte mal richtig für 20 min gelüftet (und damit gegen die Empfehlungen und Berechnungen der dazugehörigen Lüftungsanlage verstoßen, man wollte ja nur schnell mal ordentlich frische Luft haben), kaum Wärmespeicher im zu Tode gedämmten Mauerwerk (bzw. Styrodur-Konstruktion) und zack, wird der Strom für die Wärmepumpe abgedreht für ein paar Stunden - danke! Das E-Auto gerade noch mit den letzten paar Metern Saft im Akku abgestellt, man will ja erst in 2 Stunden wieder in den 10km entfernten Supermarkt fahren und dann kommt man nach Hause und die Superduper-Schnellcharger ist leider gerade ferngewartet außer Funktion um die Stromspitzen zu glätten.


    Das läuft meiner Meinung nach so nicht, wir werden länger brauchen hier eine Wende zu schaffen. Wunschdenken und Realität kollidieren hier eindeutig und die Situation wird immer schlimmer. Man prescht vor ohne den Unterbau tragfähig zu gestalten.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • So viele Worte, so viel Angst...


    Wärmepumpentarife mit 2x1.5h Abschaltung gibt es seit langem.

    Hat ich auch mal und habe mich über 17,9 ct/kWh gefreut.


    Bist Du schaust n mal im Alltag eAuto gefahren? Ich fahre seit 2013 eAuto. Die letzten 2 Jahre Car Sharing. Diese Panikszenario existiert in der Praxis nicht, wenn man nicht gerade Greenhorn ist und jein gefühl für Stromverbrauch, Reichweiten und Rahmenbedingungen hat.


    Bei dem heutigen Akku größen müss n viel doch i.d R. Nur 1-2 x pro woche laden oder jedem Tag, wenn wenig Last herrscht.


    Notfallladung ist prinzipbedingt über ne CEE Steckdose immer möglich, da diese dumm ist.


    Ich hatte ne CEE63 Steckdose für die 43kW Ladestation, aber geladen hab ich dort selten, da es genügend kostenlose Angebote gibt. Ich sach nur "Lidl lohnt sich".

    In 30 min einkauf war das Auto meist wieder voll.

  • Sorry wenn ich vielleicht meine Intention nicht richtig rüber gebracht habe.


    Es geht mir hier nicht um pro oder contra E-Auto. Da soll jeder machen was er aus eigenen (wie auch immer gearteten Gründen) für richtig hält. Auch nicht um Wärmepumpen an sich (ich mag die Dinger von der Technik her).


    Mir geht es darum: Hier schreibt jemand vor was ich wann wo und wie zu lassen habe um eine Technik durch zu drücken die noch nicht ausgereift ist für die Masse, weil die Lebensumstände zu unterschiedlich sind. Das wird mit dem Mittel der Konditionierung und Fremdbestimmung gemacht und das stört mich.


    Finde ich gut, wenn z.B. das E-Auto für dich passt. Für mich wäre es ein Horror. Hier bei mir in der Straße eine Ladesäule, ständig durch Falschparker oder ladende Fahrzeuge belegt. In der Tiefgarage kein Anschluß, Mittelspannungsanlage vom Nachbarhaus wo ich den Garagenplatz habe ausgereizt, Ladestation(en) dort wären kostentechnisch Irrsinn. Würde mich Stunden kosten ein E-Auto zu "betanken" hab ich überhaupt keinen Bock drauf. Und ja, ich bin schon E-Autos gefahren, das Fahrgefühl ist super, geiler Durchzug aber im Alltag nix für mich für andere aber sicher.


    Auch ein langsames Laden über CEE-Steckdose muss erst einmal möglich sein, man kann einfach nicht davon ausgehen das ein Stromanschluß überall vorhanden ist. Wird noch zig Jahre dauern.


    Aber je intelligenter die Netze werden um so intensiver wird die "Gängelung" zur Zielerreichung sein. Und das stört mich. Ich will nicht in meinem SO bei (bleiben wir beim Beispiel) auf dem Land dasitzen, muss dringend los, gerade ist der Schnellader gesperrt und ich muss stundenlang warten um die Karre voll zu bekommen. Mag für einige nicht relevant sein, für mich schon.


    Ich wehre mich nicht gegen die Technik, sage nicht das es nicht möglich ist in der Zukunft das hin zu bekommen. Nur ich sehe im Augenblick keine sinnvolle zeitliche Koordinierungsmöglichkeit zwischen Netzausbau und stark ansteigenden Nutzerzahlen bei Erhalt der Flexibilität der Nutzer. Und diese Flexibilität ist das was für mich zählt, verbunden mit der Freiheit zu entscheiden wann ich wie diese Flexibilität einsetze. Und Kontrollmöglichkeiten können auch schnell mißbräuchlich genutzt werden.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Von den Netausbaukosten her ist es nicht sinnvoll, jeden immer einer 22kW (oder mehr) sicher zu Garantieren. Es sind ja nicht kurze peak, wie beim DLE, sondern schnelle mehrere stunden.


    Man kann auch den österreichischen Ansatz nehmen und den Preis für die Netzkosten nach der Tatsächlichen Peakleistung pro monat berechnen.

    Kenne jmd. Aus Ö. der zur Reduzierung dieser kosten dann privat einem akkuspeicher betreibt.


    Am sinnvollsten finde ich den Absatz der flexiblen Strompreise. Ich bin 1.5 jahre kunde bei awattar und habe so einen tarif (hourly). Der spread ist aber zu gering, um deutlichen Verhaltensänderung zu erreichen.


    Wer sein eAuto ab 18 uhr laden möchte, müsste da schon >50 ct zahlen und in der windigen Nacht entsprechend 10 ct.


    Da kann dann jeder auf seine Freiheit bestehen, der möchte. Wer schlau ist, lädt in der nacht.


    Analog dazu im Sommer mittags...


    Wer die freiheit haben möchte

    Einmal editiert, zuletzt von Traumgarten ()

  • Wie schrieb die Welt:

    „Es handelt sich um einen Entwurf der Arbeitsebene, der nicht die Billigung des Ministers gefunden hat“.


    Planspiele sind eigentlich nichts verwerfliches und gehören zum Alltag eines Politikers, Managers - und zu jedem, der für sich die Zukunft planen möchte.

    Wo will ich in 20 Jahren sein, wie kann ich das finanzieren, wie komme ich dahin, ..., ...


    Wenn jedes Planspiel nur ansatzweise Realität geworden wäre, dann hätten wir bereits längst den Mars besiedelt oder wären ausgestorben.


    Aus Preppersicht würde ich mich nie auf eine geregelte Stromzufuhr verlassen,


    Das war die Aussage für Prepper.

  • Hallo,

    für mich wäre nur ein E-Auto interessant bei dem ich den Strom bei Bedarf auch wieder aus dem Akku entnehmen könnte um ihn ins Hausnetz einzuspeisen.

    Warum soll man sich noch einen teuren Speicher z. B. für die PV Anlage anschaffen wenn schon einer vor der Tür steht. Aber wie gesagt, es gibt viele verschiedene Lebensumstände und Wohnsituationen. Da muss bei der Planung einfach mehr Flexibilität angesetzt werden..

    Vg

    Karsten

    Viele Grüße aus dem Münsterland

    Karsten

  • @ Karsten : wenn Dei Auto tagsüber zuhause ist und an Deiner PV hängt , oder Du es beim Job kostengünstig aufladen kannst, macht es natürlich Sinn, nachts den Strom aus dem Autoakku zu holen.

    Wenn das Auto tagsüber unterwegs ist und die Sonne scheint , nützt Dir der selbst erzeugte PV-Strom recht

    wenig , wenn du dann nachts Dein AUto laden willst. Da ist dan der PV-Speicher sinnvoll.

  • Mir geht es darum: Hier schreibt jemand vor was ich wann wo und wie zu lassen habe um eine Technik durch zu drücken die noch nicht ausgereift ist für die Masse, weil die Lebensumstände zu unterschiedlich sind. Das wird mit dem Mittel der Konditionierung und Fremdbestimmung gemacht und das stört mich.

    Das ist allerdings ein sehr pauschales Argument. Das könnte ich auch auf rote Verkehrsampeln (stört mich, ich will da fahren und nicht konditioniert und fremdbestimmt bei Rot anhalten müssen), auf das Verbot von Ladendiebstahl und Banküberfällen (stört mich, ich will das Geld oder die Ware einfach mitnehmen können) anwenden. Gesellschaften legen sich nunmal Regelwerke zurecht, die die Freiheit des Einzelnen durchaus einschränken. Bei Verkehrsampeln überwiegt der Nutzen für alle die Freiheitseinschränkung des einzelnen bei weitem.


    In demokratischen Gesellschaften haben wir Bürger (noch) die Möglichkeit, an solchen Regelwerken mitzuwirken und sei es nur, in dem wir eine Mehrheit dafür finden, bestimmte Regeln _nicht_ aufzustellen.


    Und das ist übrigens mit dem Thema Spitzenglättung bei Wallboxen gestern passiert:

    Zwangsabschaltung von Elektroauto-Wallboxen abgewendet


    Natürlich weiss der alte Demokrat, dass es ein Teil des Spiels ist, wenn man bestimmte Regeln erreichen will, dass man zunächst etwas ganz Übertriebenes öffentlichkeitswirksam fordert ("Zwangsabschaltung!") und die Wellen bebachtet, die dieser ins Wasser geworfene Stein schlägt. Dann rudert man genauso öffentlichkeitswirksam wieder zurück "So war das doch gar nicht gemeint!") und plötzlich hat man eine Zustimmungsbasis für die Regel, die man eigentlich wollte ("Regulierung des Ladestromzugriffs über last- und zeitabhängige Tarife").


    Wir werden auf dem Energiesektor noch ganz andere "Freiheitseinschränkungen" erleben: mit dem Rückgang der Einnahmen aus der Energiesteuer beim Verkauf von fossilen Energeiträgern wie Öl, Kohle oder Gas wird der Staat seinen Steuerbedarf auf regenerative Energien ausdehnen, um die fossilen Steuerausfälle auszugleichen. Wir wollen alle, dass Wasser aus dem Hahn kommt, das Abwasser geklärt in die Umwelt fließt und unsere Kinder und wir mit funktionierenden Verkehrsmitteln in brauchbare Schulen und Universitäten gehen können. Stichwort Daseinsvorsorge.


    Um hier keine politische Diskussion aufkommen zu lassen, schnell wieder zurück zur Spitzenglättung:


    aus technischer Sicht ergeben sich hier und da Notwendigkeiten, die man per "Zwang" regeln muss, damit ein System nicht in Schieflage gerät oder ganz ausfällt. Wenn ich in einem Stadtviertel 500 Wallboxen mit 63A/400V Anschlusswert gleichzeitig einschalte, habe ich einen Lastsprung von 12,6MW. Das kann ich nicht abpuffern, ohne die Netzspannung in diesem Bereich um die Hälfte einbrechen zu lassen.


    Aus genau dem selben Grund steuert man Nachtspeicherheizungen schon seit 40 Jahren "fremdbestimmt" über Rundsteuerempfänger. Als Gegenleistung bekommen die Nutzer den "Wärmestrom" günstiger und haben eine in ihrer Wohnung emissionslose Heizungstechnik, die gerade bei Altbauten in den 1970/80er Jahren, die noch mit Einzelöfen, mit Holz, Kohle oder Öl befeuert wurden, mit wenig Investitionsaufwand nachgerüstet werden konnte.


    Was die Wallboxen angeht, würde ich sogar noch weiter gehen: ich würde den Anspruch auf eine private Hochleistungs-Schnell-Ladestation bei Einfamilienhäusern verneinen. Das ist reine Ressourcenverschwendung zu Lasten der Allgemeinheit. Eine normale 16A-Ladeeinheit, meinetwegen 3phasig in der heimischen Garage reicht völlig. Wozu brauche ich eine Wallbox, die mein E-Auto innerhalb der ersten 80 Minuten einer 10h-Nutzungspause über Nacht auflädt?

    In Gemeinschaftsgaragen könnte ich mir eine Wallbox vorstellen, die an jedem Stellplatz ein Ladekabel hat. Jeder stöpselt sich ein und über Nacht lädt die eine Wallbox reihum z.B. Autos an 8 Stellplätzen. Hier 8 Supercharger hinzustellen, wäre völliger Blödsinn.


    Grüsse

    Tom

    Einmal editiert, zuletzt von tomduly ()

  • Von den Netausbaukosten her ist es nicht sinnvoll, jeden immer einer 22kW (oder mehr) sicher zu Garantieren. Es sind ja nicht kurze peak, wie beim DLE, sondern schnelle mehrere stunden.


    Es wurden aber bei Netztanschluß je WE 14,5 und je Haus 30kW garnatiert (in den DIN-Norm). Dafür hat man Ausbauzuschüße und danach jährliche Grundgebühren bezahlt. Alles was offensichtlich darüber hinaus ging (Durchlauferhitzer, größeren E-Heizung incl .Wärmpumpen) Wallboxen ,

    usw. geht sowieso nur mit Zustimmung des VNB.

  • Dann zeig doch mal den DIN Text, wo 30 kW Dauerlast pro Hausanschluss garantiert wurden.


    Die 14.5 kW sind auch keine Dauerlast. Üblicherweise rechnet man mit 2 kW Durchschnittslast pro Wohnung (wenn kein Durchlauferhitze o.ä.)

    Kochfelder, Backöfen etc. Takten.

    Ein altes Tesla Modell S mit 22 kW Lader nimmt such dann schon mal 4h ohne Pause die 22 kW

  • auf dem Land dasitzen, muss dringend los, gerade ist der Schnellader gesperrt und ich muss stundenlang warten um die Karre voll zu bekommen. Mag für einige nicht relevant sein, für mich schon.


    Und Kontrollmöglichkeiten können auch schnell mißbräuchlich genutzt werden.

    Ich würde das zumindest in "der Fläche" noch nicht so kritisch sehen - dort sind die E-Anlagen meist aus den 1950er Jahren,die Zähler evtl. in den 80gern mal getausccht worden.

    Bis es dort soweit ist das man "selektiv" den Verbrauchern was sperren kann...Ist unser BArt schn mehr als Grau !


    Die "Kontrollmöglichkeiten" machen mir da mehr "Sorgen" denke ich da z.B. an intellegente Stromzähler wie sie seit kurzer Zeit be Neuinstallationen eingebaut werden.

    Von dort ist mMn der Weg zu einem Intellegenten Zählerschrank der Weg nicht mehr weit. Das man - überspitzt gesagt- die Kaffemaschine nur noch zwischen 7 und 9 Uhr morgens betreiben kann bzw. einem des Nachts die Waschmaschine und der Durchlauferhitzer abgestellt werden können :(

  • Von dort ist mMn der Weg zu einem Intellegenten Zählerschrank der Weg nicht mehr weit. Das man - überspitzt gesagt- die Kaffemaschine nur noch zwischen 7 und 9 Uhr morgens betreiben kann bzw. einem des Nachts die Waschmaschine und der Durchlauferhitzer abgestellt werden können

    Die Möglichkeit ist zweifellos gegeben, allerdings bin ich nicht sicher wehm das was nützt?

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

  • Dann zeig doch mal den DIN Text, wo 30 kW Dauerlast pro Hausanschluss garantiert wurden.


    Sorry, die 30kW haben sich auf den damals gefordert Baukostenzuschuß bezogen. Ansonsten wird dort auf DIN 18015 verweisen.

  • Ich weiß ja nicht genau wie die Situation in Deutschland ist, aber bei uns in Ö muss man sich ein "Netzbereitstellungsentgelt" kaufen.


    Beim Hausanschluss sind das normalerweise 7kW/35A.

    Will man jetzt bei uns einen Schnellader (22kW), muss man auf 30kW/63A nachkaufen. Das würde mich knapp 6.000 Euro kosten.

    Bei "nur" 11kW müsste ich realistischerweise (ohne Lastmanagement) auf 20kW/50A nachkaufen, was immer noch ca. 3.250 Euro kostet.


    Anders sieht es mit unterbrechbaren Tarifen aus: Da muss man nur 50% des NBE bezahlen. Und hat einen günstigeren Netztarif.

    Das alleine ist vermutlich für viele ein Anreiz, das E-Auto an einen solchen unterbrechbaren Tarif anzuschließen.


    Tatsache ist: Ohne Lastmanagement wird das Netz in Zukunft nicht stabil zu halten sein. Wenn der Anteil an E-Autos wirklich mal auf 25% (von derzeit mehr als 5 Mio KFZ) oder mehr hoch geht, dann kommt nicht nur das Netz an seine Grenzen, sondern auch der Kraftwerkspark.


    Abgesehen davon, dass viele Trafostationen verstärkt werden müssten (was kaum finanzierbar sein wird, außer durch viel höhere Leistungspreise): Wenn in Österreich 1.125.000 E-Autos laufen würden, und 60% davon mit 22kW laden, dann sind das knapp 15 GW an Leistung - und damit mehr als die Engpassleistung sämtlicher Kraftwerke im Land!


    Klarerweise ist das nur ein Zahlenspiel, aber es veranschaulicht das Problem.

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Die Möglichkeit ist zweifellos gegeben, allerdings bin ich nicht sicher wehm das was nützt?

    Das sind ganz klar die Leute die sich von "selbst geschaffenen Folgekosten" ernähren...


    In dem Fall wäre es recht einfach eine Abrechnung nach Verwendungszweck des Stroms zu machen,nicht einfach nur nach den verbrauchten Kw/h !

    So passiert es ja schon bei der Elektromobilität - wenn erkennbar nur die "motorische" Verwendung des Stroms verkauft wird geschieht das ja zu Horrorpreisen die einen normalen Kw/h Preis in den Schatten stellen !


    Siehe hier :


    https://www.autobild.de/artike…-als-benzin-11360715.html


    oder hier :


    https://www.heise.de/autos/art…toff-4411434.html?seite=2


    Und wenn man solche "Geschäftsmodelle" z.B. dank einer intellegenten Stromverteilung im Haus zur Einzelabrechnung von Verbräuchen heranziehen kann...

    Dann dauert es nicht lange das die Preise dann mit Verträgen die einer Nebelkerze gleichen so verschleiert werden das kaum jemand in der Lage ist das auseinanderzurechnen.


    Überspitzt geasgt : Wenn der Kunde bereit oder in der Lage ist für eine Waschladung in der Maschine ca. 1€ zu bezahlen - warum sollte er das dann nicht auch für 1/2 Stunde Staubsauger tun. Oder "eine Nacht Umwälzpumpe Heizung" - alles für nur 1€ !


    Bezahlung also Zweckgebunden - je dringender desto teurer ;)

  • Mir geht es darum: Hier schreibt jemand vor was ich wann wo und wie zu lassen habe um eine Technik durch zu drücken die noch nicht ausgereift ist für die Masse, weil die Lebensumstände zu unterschiedlich sind. Das wird mit dem Mittel der Konditionierung und Fremdbestimmung gemacht und das stört mich.


    Du musst einen solchen tarif nicht wählen, sondern kannst Deinen PKW auch ganznormal mit dem 08/15 Haushaltsstrom aufladen, den stellt Dir schon keiner ab.

    Evtl. ist dann halt keine Schnelladung möglich, aber das braucht man daheim ja eh nicht.


    das ist einfach typische Panik und Schlechtreden, noch bevor etwas da ist.

  • Hallo,

    für mich wäre nur ein E-Auto interessant bei dem ich den Strom bei Bedarf auch wieder aus dem Akku entnehmen könnte um ihn ins Hausnetz einzuspeisen.

    wenn das kommt wird es aber keine Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz geben oder nur zum üblichen Preis.


    da die Lademöglichkeit am Arbeitsplatz weitaus wichtiger ist als das Rückspeisen gehe ich mal davon aus, dass das keine hohe Priritäät genießen wird.


    Klar, für Prepper wäre es eine coole Sache, ganz besonders bei einen Plug-In-Hybrid, das Auto als Notstromgenerator nutzen zu können, aber Prepperbelange dürften hier keine große Rolle spielen.

  • Ich weiß ja nicht genau wie die Situation in Deutschland ist, aber bei uns in Ö muss man sich ein "Netzbereitstellungsentgelt" kaufen.

    Leistung ist in Deutschland für Haushalte extrem billig, die Netzentgelte stecken vollumfänglich im Arbeitspreis und auch da ist es nicht leistungsabhängig.


    Ich hillete es auchfür klüger, wenn man das Netzentgelt leistungsgerecht dem Grundpreis zuschlagen würde.

  • Wenn in Österreich 1.125.000 E-Autos laufen würden, und 60% davon mit 22kW laden, dann sind das knapp 15 GW an Leistung - und damit mehr als die Engpassleistung sämtlicher Kraftwerke im Land!


    Klarerweise ist das nur ein Zahlenspiel, aber es veranschaulicht das Problem.

    Und wenn in Deutschland nur jeder 10. PKW zum tanken fahren würde, ginge 24h lange rein garnichts mehr.


    Es wird nicht kommen, dass 60% aller BEV gleichzeitig mit 22kW laden, genausowenig wie 60% aller Hauhalte zeitgleich den Elektroherd, den Fön und den Toaster anschalten. Auch da käme es zum sofortigen Kollaps der Stromversorgung auf allen Ebenen.


    Zuerst einmal sollte man den Leuten ausreden, dass sie daheim zum Aufladen des PKW einen 22kW Lader brauchen. Im Schnitt(!) genügen tatsächlich 0,5kW Ladeleistung, damit sollten 99% aller Anweder einphasig mit 5kW allerbestens versorgt sein.

    Die, die regelmäßig 500km fahren, abends um 22:00 Uhr daheim sind und am nächsten morgen um 6.00 Uhr gleich wieder 500km fahren müssen sind eben die anderen 1% und auch die können alternativ zum 22kW Lader halt 5 Minuten länger am 150kW Schnellader stehen.


    Wer es trotzdem unbedingt will, der soll für die Leistung dann auch entsprechend Netzentgelte bezahlen (dann lässt sich Attraktivität ratzfatz nach, 22kW extra sind keineswegs billig) und/oder akzeptieren, dass man ihm bei Engpässen eben mal für 2-3 Stunden den Strom abdreht.


    MfG

  • Wer es trotzdem unbedingt will, der soll für die Leistung dann auch entsprechend Netzentgelte bezahlen (dann lässt sich Attraktivität ratzfatz nach, 22kW extra sind keineswegs billig)

    Eigentlich ist das doch gegen jede "Kaufmannsregel" normalerweise wird es doch billiger je mehr ich von einer Sache kaufe...


    Kann mir diese Logik mal einer erklären ? Ich bin "Großabnehmer" und muss dafür mehr bezahlen als wenn ich die gleiche Sache "in kleinen Häppchen" kaufe ?