Stromausfall Dresden 13.09.2021

  • Mehr Infos

    Der Stromausfall ereignete sich kurz nach 14 Uhr in Dresden.


    In mehreren Stadtteilen war plötzlich der Strom weg. Ursache ist eine Störung im Hoch- und Mittelspannungsnetz.


    TAG24 steht mit dem Dresdner Energieversorger SachsenEnergie AG in Kontakt. Derzeit wird unter Hochdruck an der Behebung des Problems gearbeitet.

  • In der

    @stadt_dresden

    ist in zahlreichen Stadtteilen der #Strom ausgefallen. Der Notruf 112 ist nach wie vor erreichbar!

    WarnsignalBitte rufen Sie nicht an, um nach der Dauer des Stromausfalls zu fragenWarnsignal Rufen Sie nur bei Notfällen die 112! #EinsatzfuerDresden #Stromausfall #Dresden

    Auf Grund des Stromausfalls sind unter anderem zahlreiche Personen in Aufzügen stecken geblieben. Wir sind unterwegs und arbeiten die Einsatzstellen ab. Das Personal in der #IRLS wurde aufgestockt.

    Liebe Kunden, wir haben gerade eine Störung im Hochspannungsnetz / Mittelspannungsnetz. Es betrifft das UW Dresden Süd mit dem Ausfall einer 110kV Anlage.

    Die Störungsursache wird untersucht.

  • Interessant, wie die Schlagzeilen "eskalieren"...


    Ein Nachrichtenblatt aus der Region (Sächsische): "großflächige Stromausfall in Dresden und Umgebung"

    Ein anderes Blatt (Dresdner neue Nachrichten): "Stromausfall in der gesamten Stadt"

    BILD: "Blackout in Sachsen: ganz Dresden und Umgebung ohne Strom!"

    (sowie ich diesen Stimmungsmacher kenne, wird auf der oberen Hälfte der Seite der Teil vor dem Doppelpunkt zu lesen sein und erst auf der unteren Hälfte, oder zumindest in deutlich kleinerer Schrift, der zweite Teil...)

  • Interessant ist das Einsatzfazit, besonders diese Punkte:


    Im Georg-Arnold-Bad kam es zu einer Überflutung durch Abwasser, weil die Hebeanlage durch den Stromausfall nicht mehr funktionierte. Der Rettungsdienst wurde einige Male zu Patienten gerufen, bei denen die Heimbeatmungsgeräte durch den Stromausfall nur für eine begrenzte Zeit noch funktionierten.

    Ich hoffe die Betroffenen ziehen die richtigen Schlüsse daraus.

  • Nach 10 h Blackout wäre Tetra ausgefallen, nach 24 h Blackout wären die Tiefkühlfächer in privaten Haushalten aufgetaut...

    Die Funkmasten für Mobilfunkzellen haben, meines Wissens nach, Standzeiten von wenigen Stunden bei einem generellen Stromausfall. Ich war daher doch einigermaßen überrascht, bereits nach recht kurzer Zeit von Ausfällen im Mobilfunknetz zu lesen. Ich hätte ja gedacht, dass an dieser Stelle bereits einigermaßen nachgebessert worden wäre. Immerhin haben ja immer weniger Haushalte noch so etwas wie einen klassischen Festnetzanschluss. Die wenigsten sind noch auf Kupferkabelbasis, das meiste dürfte auch hier bereits auf Voice-over-IP umgestellt sein => Kein Strom => Kein Telefon => Kein Notruf

  • Gegen 21 Uhr dann ein neuer Zwischenbericht: Im Umspannwerk wurde ein verkohlter, ehemals mit Alufolie beschichteter Flugballon in den Leitungen gefunden. Aktuell ist unklar, ob der mit Absicht oder aus Versehen dort landete.

    In dem Artikel ist auch ein Bild besagter Alufolie: https://media.tag24.de/951x634…x4rtwuv3g2lf0bm7xlrws.jpg


    ... und auf der Folie aufgedruckt der Satz: "Do not release Outdoors or near Electric Power Lines - may cause Power Outages" :confounded_face:

    Si vis pacem, para bellum.

  • ... und auf der Folie aufgedruckt der Satz: "Do not release Outdoors or near Electric Power Lines - may cause Power Outages" :confounded_face:

    Demnach also kein Zusammenbruch eines maroden Netzes, sondern ein zufälliger Unfall?

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

  • Und was lernen manche Menschen daraus?

    Noch nen Draht oder ne Kohlefaserschnur dran und schon kann man ganz einfach den Strom abdrehen.

    Selber denken macht schlau

  • Das US-Militär setzte Graphitbomben gegen Umspannwerke im Golfkrieg und im Jugoslawienkrieg ein, um die Stromversorgung durch provozierte Kurzschlüsse lahmzulegen.


    Die metallisierten Luftballons mit Heliumfüllung gehören ohnehin verboten. Helium ist eine mittlerweile sehr knappe Ressource und die Ballons sorgen regelmäßig im Umfeld von Volksfesten an den Oberleitungen von Bahnen für Ärger.

  • Honi soit qui mal y pense ....

    Demnach also kein Zusammenbruch eines maroden Netzes, sondern ein zufälliger Unfall?


    Sieht so aus, als wäre der Ballon tatsächlich die Ursache - ob allerdings absichtlich oder versehentlich, wird nun ermittelt:

    Der großflächige Stromausfall in Dresden und Umgebung am Montagnachmittag ist nach jetzigem Kenntnisstand vermutlich durch einen metallbeschichteten Ballon verursacht worden. Ob dieser Ballon gezielt gesteuert oder zufällig an die neuralgische Stelle des Einspeise-Umspannwerks Dresden Süd gelangte, wurde im Laufe des Abends von der Kriminalpolizei vor Ort untersucht, wie der Netzbetreiber SachsenEnergie mitteilte.

    Si vis pacem, para bellum.

  • Interessant wäre die Information, über wie viele Notstromgeneratoren die BOS in Dresden verfügen, um Tetra bei Blackout am laufen zu halten.

    200 oder 400 ?

    Polizei ohne Funk ist wie Fisch ohne Wasser.

  • Die Anzahl der Notstromgeneratoren dürfte uninteressant sein, außerdem wäre die Information ohnehin vertraulich. In D haben Bund und Länder vor einigen Jahren die sogenannte "Netzhärtung" der behördlichen Funknetze beschlossen. Das schließt einen autarken Notstrombetrieb für mindestens 72h ein. Zuständig für den BOS-Funkbetrieb und auch für die Umsetzung der Netzhärtung ist die Bundesanstalt für digitalen Behördenfunk BDBOS. Laut der Beantwortung einer kleinen Anfrage im dt. Bundestag aus dem März 2020 durch die Bundesregierung waren zum damaligen Stand rund 900 der der 4.700 BOS-Basisstationen "gehärtet" und bis 2023 sollen alle Basisstationen dann für 72h notstromversorgt sein.


    Nach einem Artikel im pv-magazine vom November 2019 wurde für 505 BOS-Basisstationen in fünf Bundesländern eine Nachrüstung mit wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen beschlossen.


    Diese Art der Stromversorgung wurde in BaWü 2013-2016 in einem Pilotprojekt erprobt.


    Die H2-Brennstoffzellen als Notstromquelle sollen den Vorteil gegenüber z.B. Diesel-Aggregaten haben, dass sie jahrelang wartungsfrei im Standbymodus bleiben können, während man bei Dieselaggregaten den Sprit regelmäßig verbrauchen oder austauschen muss (wg. Dieselpest-Problematik) und die Generatoren in relativ kurzen Abständen probehalber laufen müssen. Der Kaltstart solcher Aggregate unter widrigen Bedingungen (Basisstation auf Berggipfel im Winter) muss auch sichergestellt sein, d.h. die Aggregate müssen bei Kälte permanent vorgewärmt sein.


    Grüsse

    Tom

    Einmal editiert, zuletzt von tomduly ()

  • EIn Bekannter von mir arbeitet als Angestellter bei der Landespolizei in BaWü und ist u.a. für den Funk verantwortlich. Einrüstung in neue Streifenwagen, Handgeräte und die BOS-Basisstationen. Die Umrüstung auf wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen für die oben angesprochenen 72 Stunden ist wohl schon recht weit (fragt mich jetzt aber nicht wie weit) und er hat ein Strom-Aggregat auf Anhänger um die Akkus von Stationen wieder laden zu können. Wieviele dieser Aggregate in BaWü dafür zur Verfügung stehen? Keine Ahnung.

  • Bei uns stand an einer neuralgischen Einrichtung auch mal monatelang ein riesiges Aggregat vom THW rum... Sicherheit demonstrieren...

    Allerdings haben wird derart viele solche Stellen da kann sich jeder denken dass es niemals ausreichen würde.

    Ein klassisches Leuchtturmprojekt, wobei aber eigentlich Flutlicht und landesweite Straßenbeleuchtung notwendig wäre.

    Selber denken macht schlau

  • Die Umrüstung auf wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen für die oben angesprochenen 72 Stunden ist wohl schon recht weit

    Laut https://www.bdbos.bund.de/DE/F…ruktur/funknetz_node.html gibt es in Deutschland 4.650 BOS Basisstationen, Netzabdeckung 99 %. Wäre interessant zu wissen, wie viele davon am Ende des Tages tatsächlich gehärtet werden können.