Szenario Ausbruch VEI 7 der phlegräischen Felder

  • Würdet ihr bei folgendem Szenario irgenwie tätig werden und wenn ja was würdet ihr tun?


    Hier bei Previval postet jemand, der die Vulkanüberwachungssysteme im Blick hat an einem Dienstag (normaler Arbeitstag), dass es früh am morgen einen Ausbruch der phlegräischen Felder gegeben hätte und aktuell alles für einen Ausbruch der Stärke VEI 6 bis VEI 7 spricht. Genaueres wüsste man nicht.

    In die Massenmedien ist davon noch nichts zu vernehmen. Bei Katwarn und Nina gibt es nichts.

    Wer Vulkanologen-Blogs und -Webseiten ansurft sieht, dass sich die Experten in nichtendende Diskussionen ob es jetzt VEI 6 oder VEI 7 ist verlieren und es wird mit Fachtermini um sich geworfen.


    Ein paar Stunden später um die Mittagszeit erscheinen die ersten Artikel in den Online-Mainstreammedien in den Panorama- bzw. Sonstigesrubriken.

    Gegen Nachmittag kommen die ersten Videoaufzeichnungen in den Onlinemedien.

    Abends steht dann fest, dass es sich um einen VEI 7 Ausbruch handelt, der es dann auch mit einem Kurzbeitrag in die Tagesschau (bzw. in das Pendant aus Österreich) mit beschwichtigenden und beruhigenden Untertönen schafft.


    Hier im Forum wird ab dem späteren Nachmittag im entsprechenden Topic heiß diskutiert was dies Bedeutet, welche Folgen dies haben könnte, was man tun könnte und wieviel Zeit dafür bleibt.

    Es fallen Stichworte wie vulkanischer Winter, Vulkanstaub, Solarenergie, Flüchtlingsströme, Einschränkungen im Flugverkehr und bei den Warenströmen und auch Eyjafjöll bzw. Eyjafjallajökull.


    Würdet ihr im Sinne dieses Forums noch tätig werden? Und wenn ja, was würdet ihr tun? Und wieviel Zeit würdet ihr euch dafür lassen?


    PS: Ich hab jetzt bewusst mal unterschlagen, dass man einen derartigen Ausbruch auch hier spüren würde und natürlich alle Medien sich drauf stürzen würden. Es könnte halt dann auch in Indonesien passiert sein.

    Einmal editiert, zuletzt von b3llemere ()

  • Zuerst wäre ich sehr froh, dass der Plan mit dem Landgut in der Toskana oder in Apulien noch nichts geworden ist. ;)

    Das zweite wird sein: Maßnahmen zum Schutz vor der Asche, die möglicherweise bis zu uns transportiert wird?
    Im Garten gibt es derzeit nichts mehr zu ernten. FFP2-Masken sind noch aus bekannten Gründen ausreichend auf Lager.


    Als drittes ohne Panik, aber gezielt, in den nächsten Tagen den Vorrat an langfristig haltbaren Lebensmitteln massiv aufstocken.
    Die folgende Wirtschaftskrise aufgrund der Zerstörung eines wichtigen europäischen Indusrtielandes und die Auswirkungen des möglichen ein- bis dreijährigen vulkanischen Winters auf die Lebensmittelversorgung könnten sehr schwerwiegend werden.

    b3llemere zu deinem PS möchte ich ein weiteres PS anfügen: zum Glück würde sich so ein Ausbruch ein paar zehn oder gar hundert Jahre vorher ankündigen
    Korrektur, habe nachgelesen: tausend Jahre vorher ...
    Aktuelle Einschätzung der Vulkanforscher ist in etwas 20.000 Jahren.

    Einmal editiert, zuletzt von Jongleur ()

  • OK, habe mal nachgelesen, das mit der Asche habe ich unterschätzt: beim letzten Ausbruch kam die Asche bis Südrussland und war flächendeckend 10 bis 15cm hoch. Ist natürlich immer eine Frage, der dann gerade herrschenden Windströmungen.

  • Ich bin mir nicht sicher, ob wir das hier in D überhaupt merken würden, wenns nicht in den Medien kommt bzw. wir vom Flugverkehr abhängig sind.


    Den Ausbruch des isländischen sowie des Vulkans auf La Palma merken wir hier auch nicht direkt.


    Gut, dann liegt halt kein italienisches Obst im Laden, aber was solls?


    Gruß Peter

    An sich ist nichts gut oder böse. Erst das Denken der Menschen macht es dazu.

  • zu deinem PS möchte ich ein weiteres PS anfügen: zum Glück würde sich so ein Ausbruch ein paar zehn oder gar hundert Jahre vorher ankündigen

    Es brodelt da unten ganz gewaltig unter der Erde. Die Oberfläche wird jährlich ein paar cm angehoben und es tritt immer mehr Dampf aus. Wann das hoch geht kann keiner sagen. Aber das die Aktivitäten in den letzten 10 Jahren massiv zugenommen haben steht außer Frage.


    Ich würde bunkern was noch zu bekommen ist. Heizöl, Gasflaschen, Benzin, Lebensmittel und Hygieneartikel.

  • Peter, ich habe den leisen Verdacht, dass du die Dimensionen eines solchen Ausbruchs möglicherweise leicht unterschätzt.


    Der Ausbruch des Toba vor 74.000 Jahren fällt mit dem genetischen Flaschenhals der Menschheit zusammen, wo die Menschen beinahe ausgestorben wären. Nur ein paar Tausend haben überlebt.

    https://www.spektrum.de/news/d…inahe-ausgerottet/1563464

    Das dürfte aber ein VEI 8 gewesen sein.

    Der Krater umfasst jedenfalls unglaubliche 87km x 27 km. Schätze mal diese Distanzen anhand von Städten in deiner Nähe ab und stell dir vor dies wäre ein Schlund der Lava fast bis ins All spuckt.


    Hier im Szenario ist es "nur" eine 7, die im Mittelalter für die sogenannte kleine Eiszeit verantwortlich gemacht wird.

    https://www.scinexx.de/news/ge…n-die-kleine-eiszeit-aus/

    Einmal editiert, zuletzt von b3llemere ()

  • Hier im Szenario ist es "nur" eine 7, die im Mittelalter für die sogenannte kleine Eiszeit verantwortlich gemacht wird.

    https://www.scinexx.de/news/ge…n-die-kleine-eiszeit-aus/

    Die Auswirkungen wären gigantisch, nicht vorstellbar. Aber dieses Szenario liegt so weit weg, irgendwann in zigtausend Jahren, da ist es bisschen müßig darüber zu spekulieren.
    Wesentlich realistischer wäre ein kräftiger Ausbruch des Vesuvs. Das könnte praktisch jederzeit mit relativ geringer Vorwarnzeit passieren.

  • Die Auswirkungen wären gigantisch, nicht vorstellbar. Aber dieses Szenario liegt so weit weg, irgendwann in zigtausend Jahren, da ist es bisschen müßig darüber zu spekulieren.

    Theoretisch könnte so ein Ausbruch auch morgen bereits passieren. Nur: Nach meiner Einschätzung dürfte das ein Szenario sein, das jede individuelle aber auch jede staatliche/gesellschaftliche Vorbereitung bei weitem übersteigt.


    Das einzige, was man als Gesellschaft, oder sogar als Menschheit insgesamt, als Vorbereitung auf so ein Szenario machen kann, ist entsprechend gesicherte Archive anzulegen, um am Tag X eben eventuell nicht mehr in der Steinzeit anfangen zu müssen, sondern vielleicht in der Renaissance...


    Bei so einem VEI8-Szenario wirst du davon ausgehen können, dass weite Teile der Menschheit tot sein werden. Da die Bevölkerungszahl insgesamt deutlich höher ist als damals werden es nicht ein paar tausend Menschen sein, die überlebt haben, sondern vielleicht ein paar hundert Millionen, vielleicht sogar eine Milliarde. Tendentiell eher auf der anderen Seite des Globus. Und wenn es ganz blöd läuft, hast du da ganz viele Ackerbauern und Viehhirten darunter, aber nicht einen einzigen Ingenieur. Und wenn es richtig doof läuft, können die auch nicht annähernd gut genug lesen und schreiben, um die Informationen der weltweit verteilten Archive zu interpretieren...


    Der beste Schutz gegen so ein "Global Killer Event" ist es meiner Meinung nach, dass möglichst alle Menschen Lesen, Schreiben und Rechnen können und wir die Problematik der Illeteraten abbauen. Lesen, Schreiben und Rechnen ist das eine. Nicht Analphabet sein ist das eine. Aber Textverständnis, insbesondere von komplexen technischen und naturwissenschaftlichen Texten ist alleine durch die Fähigkeit, Buchstabenfolgen einer sinnvollen Bedeutung zuzuführen, nicht zwingend gegeben...


    Effektive Globalisierung von Wissen und Bildung ist meiner Meinung nach die beste Vorbereitung.

    aus DE gesendet...

  • Ich denke auch, dass wenn die phlegräischen Felder plötzlich hochgehen würden, beinahe jegliche Planung und Vorbereitung in unseren Breitengraden obsolet wird.

    Die wenigsten von uns haben die Alternative, dass sie rasch in den Privatjet hüpfen und den Südseeurlaub vorziehen und auf unbestimmte ausdehnen können.


    Ich persönlich würde die Bargeldreserven nehmen und so unauffällig wie möglich den Vorrat von lang haltbaren Lebensmitteln aufstocken, so gut es geht.

    Dies auf mehrere GEschäfte und während mehreren Tagen.

    Meine Frau geht zwischenzeitlich mit sämtlichen Bankkarten an den Automat und hebt an Bargeld ab, was sie kann.

    Dann das obligatorische Absprechen mit der Familie, was hoffentlich noch funktioniert.

    Am ersten Abend würde ich mal meinen selbstangesetzten Trapperrum kosten, auch wenn noch nicht Weihnachten ist.


    Danach wird es aus meiner Sicht nur noch ein Beobachten und reagieren.

    Da ich keinen SO am anderen Ende der Welt mein Eigen nennen kann, muss ich auch nicht innerhalb Europas umher reisen.

    In der Schweiz sollte ich wohl von den unmittelbaren Gefahren des Ausbruchs mehr oder weniger verschon bleiben. Da machen mir die längerfristigen Auswirkungen mehr Sorgen.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Da ich keinen SO am anderen Ende der Welt mein Eigen nennen kann, muss ich auch nicht innerhalb Europas umher reisen.


    Man muss nicht Millardär sein. Mir reicht ein Freund in Newseeland, Canada, USA, Russland. Das Mädel, was während ihres Auslandssemesters meine Wohnung gehütet hat, wird mir wahrscheinlich auch weiterhelfen, wenn ich in Indien vor ihrer Tür stehe.

  • Peter, ich habe den leisen Verdacht, dass du die Dimensionen eines solchen Ausbruchs möglicherweise leicht unterschätzt.

    Mag sein, daß Du recht hast. Ich habe in meinem Post nur geschrieben, daß wir damals in DACH nix mitgekriegt haben.


    Wenns aber so läuft, wie Du denkst, halte ich es mit



    Ich denke auch, dass wenn die phlegräischen Felder plötzlich hochgehen würden, beinahe jegliche Planung und Vorbereitung in unseren Breitengraden obsolet wird.

    Die wenigsten von uns haben die Alternative, dass sie rasch in den Privatjet hüpfen und den Südseeurlaub vorziehen und auf unbestimmte ausdehnen können.

    Da ich noch nicht mal ein Auto habe, könnte ich mich nicht mal in den "Devil´s Cave" in den Frankonian Rockies (Teufelshöhle in der Fränkischen Schweiz) verkriechen.


    Also muß ich es nehmen, wie´s kommt.


    Gruß Peter

    An sich ist nichts gut oder böse. Erst das Denken der Menschen macht es dazu.

  • Ein Ausbruch VEI 7? Langfristig gute Nacht Europa, denke auch das es schwierig werden wird Flüge auf die andere Seite der Kugel zu bekommen, oder zumindest nur in den ersten Stunden und das zu horrenden Preisen. Dann ist Schluß mit lustig bzw. der Fliegerei. Eventuell noch per Schiff? Aber auch da wird ordentlich zugelangt werden.

    Zu Hause einigeln, Vorräte usw. noch aufstocken soviel es geht. Schutzkleidung bereit legen und diverse Besen und Schaufeln. 10 bis 15 cm Asche auf dem Dach ist auch nicht ohne.

    Man sollte sich vor Augen halten das so ein VEI 7 globale Auswirkungen haben wird. In Europa wird für Jahre die Nahrungskette unterbrochen sein. Wirtschaftlich rechne ich mit dem totalen down nach und nach in Europa. Was widerum Auswirkungen global haben wird.

    Und es wird huschelig sprich sehr kühl.

  • denke auch das es schwierig werden wird Flüge auf die andere Seite der Kugel zu bekommen

    und die Länder auf der anderen Seite müssen den Flieger auch erstmal landen lassen - Warteschleifen drehen verbraucht auch Kerosin.

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:
    - aus Oberfranken in DE -

  • Man muss nicht Millardär sein. Mir reicht ein Freund in Newseeland, Canada, USA, Russland. Das Mädel, was während ihres Auslandssemesters meine Wohnung gehütet hat, wird mir wahrscheinlich auch weiterhelfen, wenn ich in Indien vor ihrer Tür stehe.

    Ich kann mir aber vorstellen, dass der offizielle Flugverkehr ziemlich rasch eingestellt wird.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Weg aus Europa... vielleicht am ehesten noch per Schiff.

    Nehmt ihr euer Erspartes mit? Gold? Schnell noch Aktien verkaufen?

    In diesem Falle pfeife ich doch auf anonymen Kauf und bezahle halt digital und damit nachweisbar?!?


    Nur zur Erinnerung:

    der Ausbruch des Sibirischen Trapps läutete das Ende eines Erdzeitalters ein und verursachte ein Massenaussterben.

    https://www.scinexx.de/news/ge…d-kam-verheerend-schnell/


    Neuesten Simulationen zufolge könnte es sein, dass gegenüber (Wilkesland-Asteroidenkrater) also auf der anderen Seite ein gigantischer Brocken auf die Erde knallte und die Druckwelle durch den Planeten durchging sowie innen an der Erdoberfläche reflektierte um in Sibirien ein Loch in die Kruste zu reißen.

    Hier ein Artikel der dies negiert, aber nicht ausschließt:

    https://www.spektrum.de/frage/…eite-der-erde-aus/1766551

    Einmal editiert, zuletzt von b3llemere ()

  • Ich halte es für sinnlos sich auf Szenarien wie den Ausbruch von Megavulkanen, Asteroideneinschlag, Zombieapokalypse oder den Angriff der Zylonen vorzubereiten. Ich halte es da mit Majestix. Der fürchtete das ihm der Himmel auf den Kopf fallen könnte und lies sich auf einen Schild heben um der Katastrophe näher zu sein. Hunde wollt ihr ewig leben?;)

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

    Einmal editiert, zuletzt von Miesegrau () aus folgendem Grund: Rechtschreipunk

  • Ich kann mir aber vorstellen, dass der offizielle Flugverkehr ziemlich rasch eingestellt wird.


    Es gib auch noch Schiffe (ok, die werden auch sehr schnell voll sein).

    Das Problem dürfte eher sein, irgendwo in ein Land einreisen zu können, wenn da plötzlich Million armen Europäer an die Tür klopfen.