Radio für alte Mitbürger bei Blackout

  • Ich denke, das Technisat Techniradio 8 könnte für ältere Menschen gut bedienbar sein. Es hat eine helle Anzeige, große Knöpfe und eine Sprachausgabe. Damit können UKW und DAB+ empfangen werden. Es funktioniert mit Netzteil und 4 AA-Batterien.


    Allerdings würde ich das nicht als 08/15 Radio bezeichnen. Wenn meine 80-jährigen Eltern ein Radio brauchen würden, fiele meine Wahl genau auf dieses Teil.



    P.S.: Vielleicht sollte das Radio als Alltagsradio bei den älteren Menschen etabliert werden, damit sich beim Umgang damit eine gewisse Routine einstellt. Denn im Blackoutfall sind die Herrschaften ohnehin „durch den Wind“, da fällt die Bedienung eines ungewohnten Radios noch schwerer. Und nur für den Blackout ist das Techniradio doch fast zu schade…:)

    Einmal editiert, zuletzt von PreppiPeppi () aus folgendem Grund: P.S ergänzt

  • Das Tecsun PL-660 mit leichter Bedienung.

    Leichter Bedienung? Das Ding hat gefühlt 1000 Knöpfe :P

    Selbst für mich als IT-Profi wirkt das auf den ersten Blick ultra-komplex - oder ich werde einfach nur alt. ||

  • Bei einem flächendeckenden Blackout würde ich mal nicht davon ausgehen, dass man über Radio Informationen bekommt. Zwar haben die öffentlich-rechtlichen Sender für eine gewisse Zeit Notstrom, aber was da genau abgesichert ist, weiß ja auch keiner, wahrscheinlich bezieht sich das eher auf lokale Ausfälle. Es gibt heute keine Mittelwellensender mehr, die im ganzen Verbreitungsgebiet empfangbar sind. Es müssten zig UKW-Sendestationen und der Übertragungsweg dorthin über Tage per Notstrom abgesichert sein. Das wird nie was, und selbst wenn, müsste die Radioredaktion ja selbst erst mal an Informationen kommen. Das hat nicht mal am Warntag bei voll funktionsfähiger Infrastruktur funktioniert, was soll das erst beim Ausfall von Telefon und Internet werden?


    Wenn man trotzdem einen Radio für diesen Fall vorhalten will, würde ich auf Gimmicks wie tolles Display und und solange nicht zwingend nötig auch auf DAB-Empfang verzichten, denn das verkürzt massiv die Batterielaufzeit. Stattdessen würde ich gezielt ein Gerät mit langer Batterielaufzeit wählen, zum Beispiel Philips AE2160. Die 300 Stunden Batterielaufzeit wird man vielleicht nicht brauchen, aber das ist ja auch der Idealfall mit frischen Batterien, geringer Lautstärke usw.

    2 Mal editiert, zuletzt von Thomas ()

  • Das Autoradio...

    Da ist wenigstens die Batterie nicht ausgelaufen und vermutlich hat sie sogar Saft...

    Ich kann sie nicht alle retten, will ich auch nicht mehr.

    Andere wissen es "Besser"? Dann Popcorn raus und kein Applaus:popcorn:

  • Philips AE2160

    Habs mal zum testen gekauft. Für derzeit 26 € im großen Fluss mit Prime 1 Tages Lieferung kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • Ein x-beliebiges UKW-Radio sollte in jedem Haushalt (eigentlich) jetzt schon zu finden sein. Für ältere Menschen würde ich zu einem "Retro-Radio" raten, mit zwei Drehknöpfen für Senderwahl und Lautstärke, so wie das hier. Alle Radios, die Sendersuche per Tasten und mit Speicherfunktion daherkommen, sind selbst für technikaffine Leute kaum bedienbar, ohne Bedienungsanleitung wirds zum Try-and-Error und mit Anleitung ist es oft auch nicht besser. Unrühmlicher Spitzenreiter ist da Sony mit möglichst "un-intuitiver" Bedienung bei der Auswahl und Abspeicherung von Radiosendern.


    Allerdings sehe ich das selbe Problem wie Thomas, dass es bei einem flächendeckenden Stromausfall für vielleicht 12h oder 24h noch UKW-/DAB-Radiosender geben wird, gerade wegen der nötigen vielen Sender. Bei MW oder KW würde ein zentraler Sender für ein ganzes Land oder die halbe Welt reichen, aber die Sender wurden ein Opfer des technischen Fortschritts und sind längst abgeschaltet.


    Am ehesten dürften noch Satellitenprogramme (TV/Radio) empfangbar sein, sofern deren Sendestudios und die Sat-Bodenstation außerhalb der Blackoutregion liegen. Allerdings gibt es leider keine reinen "SAT-Radios". Man kann aber mit jedem handelsüblichen Sat-Receiver bzw. Fernseher, der einen eingebauten Satelliten-Tuner hat (heute quasi Standard), über Satellit ausgestrahlte Radiosender empfangen. Nachteil: man muss den Sat-Receiver/Fernseher mit Strom versorgen. Es gibt aber Fernseher und Sast-Receiver fürs Camping mit 12V-Anschluss. Eine simple Lösung ist das allerdings nicht. Ich nutze dafür einen USB-SAT-Receiver, den ich an ein Notebook anschließen kann. Damit kann auf dem Rechner SAT-TV/-Radio nutzen.

  • Habs mal zum testen gekauft. Für derzeit 26 € im großen Fluss mit Prime 1 Tages Lieferung kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

    Hast du auch R20 (D)- Batterien zuhause? Das Radio wird damit betrieben (oder mit dem eingebauten Netzteil).

  • Eine Frage zwischendurch :


    Kommen die Radiomeldungen bei Blackout über UKW analog oder über DAB ?


    (zu meiner aktiven Zeit gab es noch Ballempfang für den Notfall)

  • Ich habe eine gewisse Freude an alten Transistor-Kofferradios aus den 70er Jahren. Mir gefällt das schnörkellose Design, und sind unverwüstlich.
    https://www.ebay.de/itm/altes-…t-Ohne-Kabel/392883256019

    So eines steht bei mir in der Küche und ist auch für ältere Menschen das Richtige. Der Vorteil eines neuen Modells wäre allerdings, dass es mit wesentlich weniger Batterieleistung auskommt. Sollte halt nur nicht zuviel Funktionen und Knöpfe haben.


    Ein anderes kleineres Kofferradio ist vorbereitet samt Batterien in einer Kiste als unser Notfallradio, und auch meine Mutter, über 80, hat eines in der Küche im Dauerbetrieb. Sie hat von mir dazu Batterien bekommen, den Batteriebetrieb habe ich auch getestet, und damit kommt sie bestens zurecht. Im Notfall würde sie auc die Batterien selbst einlegen. 5 Tage ohne Strom hat sie letztes Jahr auch schon einmal überstehen müssen, wegen grobem Schaden an der Hauselektrik. Allerdings war das natürlich kein Blackout, und der Nachbar hat mit Verlängerungskabel eine Notversorgung für die TK-Truhe usw. gelegt.

    Jedenfalls würde sie bei Stromausfall nicht in Panik verfallen, 44 als Kind ausgebombt, später auf dem Dorf oft nach Sturm kein Strom, kein Telefon usw..
    Und zum Glück wohnt einer meiner Brüder nur 6 km entfernt.

    Was den Radioempfang angeht: in Ö ist der Sender Ö3 auf UKW per Gesetz als Notfallsender vorgesehen und muss für mindestens 3 Tage sendefähig sein, nach eigenen Angaben schaffen sie es sogar eine Woche.

  • Welches 08/15 Radio ist für alte Mitbürger bei einem Blackout empfehlenswert ?

    Ohne Kurbel aber mit Batterie...

    Egal ob "für Senioren" oder "für technikaffine Nerds": in meinen Augen ist hierfür jedes "klassische" UKW-Radio geeignet, das sehr minimalistisch daherkommt:

    • Einschalten/Ausschalten durch den Lautstärkeregler
    • Separater Sendersuchlaufknopf (Failsafe: analog; bei meinem UKW-Radio habe ich einen digitalen Sendersuchlaufknopf und zusätzlich die Option, 6 Sendeplätze zu speichern.)
    • Batteriefach (vorzugsweise AA, kleiner oder größer oder vor allem exotische Batterietypen sollten vermieden werden. Warum keine AAA? Das Radio wird dadurch unnötig klein und damit potentiell bruchanfällig. Bei größeren Batterien wird das Gerät insgesamt voluminös und schwer) 
    • 3,5mm Klinkensteckerbuchse, um in einer Notunterkunft Nachrichten hören zu können, aber nicht die anderen zu stören. 

    Das sind für mich die wichtigsten Punkte, die ein einfaches Radio im Blackoutszenario bieten sollte.

    Einmal editiert, zuletzt von UrbanTrapper ()

  • Ein x-beliebiges UKW-Radio sollte in jedem Haushalt (eigentlich) jetzt schon zu finden sein. Für ältere Menschen würde ich zu einem "Retro-Radio" raten, mit zwei Drehknöpfen für Senderwahl und Lautstärke, so wie das hier.

    Genau solch eines oder besser drei haben wir von Rossmann gekauft. Sind Baugleich wie das abgebildete. Einfach zu bedienen, mit AA Batterien zu bestücken. Leicht und es hält auch mal ein Sturz ab.

  • in meinen Augen ist hierfür jedes "klassische" UKW-Radio geeignet, das sehr minimalistisch daherkommt:

    Habe gerade ein altes aus dem Keller gekramt und werde dieses mit AA Batterien mal testen.


    Bleibt nur die Frage: Welcher Sender geht nach 24 h Blackout noch ???


    Während der Flutkatastrophe brachte der WDR Köln Tanzmusik, GEZ gefördert.

    Nur der " Lokalfunk Wuppertal GmbH & Co. KG " brachte Katastrophenmeldungen und hatte sein Programm auf Zuruf spontan geändert. Leider hatten die dann irgendwann keinen Strom mehr...

  • Leider hatten die dann irgendwann keinen Strom mehr...

    Leider habe ich keine Ahnung, welcher Radiosender im Falle eines Blackouts oder einer sonstigen Katastrophe hinreichend Notstromreserven hätte.


    Einem Radiosender, der seine Aufgabe eher darin sieht, mit Musikgedudel für Ruhe zu sorgen, wird gerade in der Nacht nicht wirklich eine tatsächliche Besetzung mit Moderatoren haben, sondern ab 22, 23 Uhr spätestens eine Vollkonserve bis zum nächsten Frühprogramm laufen lassen. Bei dem hohen Stand der Automatisierung würde ich spontan sogar vermuten, dass es nicht einmal eine Notbesatzung an Techniker für Ton etc. geben wird...


    Ich hoffe, dass NDR Info in meiner Region noch am ehesten frühzeitig und verlässlich Informationen senden wird. Sofern man in einem solchen Szenario überhaupt verlässliche Informationen beschaffen kann... 🙄

  • Leider habe ich keine Ahnung, welcher Radiosender im Falle eines Blackouts oder einer sonstigen Katastrophe hinreichend Notstromreserven hätte.

    Gestern habe ich eine diesbezügliche Anfrage an das BBK gestellt. Die Antwort, sofern ich denn je eine bekomme, werde ich hier veröffentlichen.


    Hintergrund ist bei mir auch, dass bei mir kein UKW-Sender empfangbar ist und ich im Fall der Fälle auf DAB zurückgreifen muss.

  • In älteren Unterlagen der ARD zu ihren Sendern findet man Hinweise darauf, dass die großen Sendetürme, die sog. Grundnetzsender, allesamt notstromversorgt sind. Dabei wird (wurde) schon bei herannahenden Gewittern vorsorglich der gesamte Sendebetrieb über die Dieselgeneratoren abgewickelt, weil man Überspannungsschäden bei Blitzschlägen in die zum Sender führenden Stromversorgungsleitungen befürchtet(e).


    Die Notstrom-Infrastruktur ist also bei den großen Rundfunksendern vorhanden. Wie lange der Treibstoff dann ausreicht, konnte ich bislang nicht herausfinden. Ich würde mal von 24 - 72h ausgehen.


    Für UKW und DAB braucht man zusätzlich jede Menge "Füllsender", die im 1stelligen Kilowatt-Bereich arbeiten und die Regionen versorgen, die von den Grundnetzsendern nicht erreicht werden oder z.B. hinter Bergen im Funkschatten liegen. Bei DAB kommt noch hinzu, dass die Sender untereinander synchronisiert werden müssen, damit beim Empfänger, der sich z.B. in einem fahrenden Auto befindet, kein Datensalat herauskommt.

    Diese Füllsender haben vermutlich nicht mehr als eine USV für kurzzeitige Stromausfälle und eine Einspeisemöglichkeit für Stromerzeuger für geplante Stromnetzabschaltungen oder Wartungsarbeiten an der Stromversorgung.


    Nach meiner Einschätzung können die Grundnetzsender der öffentlich-rechtlichen UKW-Sender relativ lange mit Notstrom betrieben werden. Interessant ist dann die Frage, wie das Sendematerial zum Sender gelangt, hier werden Datenleitungen und Richtfunkstrecken verwendet. Die müssen dann wie die Sendestudios natürlich ebenfalls notstromversorgt sein, ansonsten nützt der beste Sendeturm nichts.

  • Ich habe eben mal einen kurzen Leerlauf auf Arbeit dazu genutzt, um bei NDR Info eine Anfrage zu stellen, wie deren Notbetriebsfähigkeit bei einer Katastrophe oder einem längerfristigen Stromausfall aussieht...


    Ich bin gespannt auf deren Antwort. Rechne aber nicht mit viel mehr als leeren Blabla-Worthülsen...