sind lokale und globale Lieferketten in Gefahr?

  • Bei immer mehr Produkten machen die Lohnkosten nur noch einen geringen Anteil der Herstellkosten aus, aufgrund steigender Automatisierung.


    Warum produziert das chinesische Unternehmen CATL seine Lithiumbatterien für Europa in Deutschland und nicht in China? Weil man kaum noch Köpfe in der Produktion braucht. Oder warum hat Märklin seine nach China ausgelagerte Spielzeugproduktion wieder zurück nach Europa geholt? Weil die dortigen Taglöhner zum einen die Qualitätsansprüche der Kundschaft (hochpreisige Modellbahnen verkaufen sich nicht mehr an Kinder, sondern an Sammler Ü60) bei weitem nicht erfüllen konnten und zum anderen, weil es der Präzisionsspritzgussmaschine egal ist, ob sie in Shenzen oder Göppingen steht.


    Das ist ja auch ein Problem, das Chinas Regierung nervös macht. Eine hochautomatisierte Fertigung braucht vor allem stabile Standortbedingungen und nicht massenweise billige ungelernte Arbeitskräfte. China punktet momentan eher als Absatzmarkt, weniger als idealer Produktionsstandort.

  • Ein weiteres Problem ist, wenn man uns als rohstoffarmer Region quasi den Zugang zu den Vorprodukten abschneidet wie das gerade bei Magnesium durch China der Fall zu werden droht:


    China stoppt Magnesium-Produktion: Metallindustrie warnt bereits vor Katastrophe - FOCUS Online


    Gründe wie der Umweltschutz lassen sich dafür natürlich wunderbar nehmen, das man somit dem Westen Marktanteile wegnimmt ist vermutlich der wahre Hintergrund. Wir waren in den letzten Jahrzehnten halt so blöd einerseits unser Wissen zu exportieren und damit die Konkurrenz stark zu machen, auf der anderen Seiten haben wir es verpennt uns langfristig Rohstoffe zu sichern und das nur aus Bequemlichkeit und Überheblichkeit. Das rächt sich nun mit abbrechenden Lieferketten in einem Umfeld wo wir recht wehrlos sind. Das ist halt der Preis für das schnelle Geld das mit der Globalisierung eingenommen wurde ohne zu sehen das man damit auf lange Sicht unseren Lebensstandard absenkt.


    Wenn die Magnesiumzufuhr nicht gesichert ist wird das in extremer Breite in unseren Produktionsketten Niederschlag finden. Und wenn China dann den heimischen Magnesiumabnehmern noch günstige Preise verschafft, wir hier aber mit viel teurerem Magnesium wirtschaften müssen und sich dies auf den preis des Endproduktes niederschlägt wird das schnell ein Teufelskreis was uns massig o. g. Marktanteile kosten wird.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Bei immer mehr Produkten machen die Lohnkosten nur noch einen geringen Anteil der Herstellkosten aus, aufgrund steigender Automatisierung.


    Warum produziert das chinesische Unternehmen CATL seine Lithiumbatterien für Europa in Deutschland und nicht in China? Weil man kaum noch Köpfe in der Produktion braucht.

    Weil die Transportkosten und Importzölle für Waren aus China überdimensional hoch sind.

    Das nennt sich dann zwar Lokalisierung, wird aber erst ab einer bestimmten jährlichen Produktionsmemge kostendeckend.


    Ich nehme an, dass die deutschen OEMs CATL quasi dazu gezwungen haben, sich in der EU niederzulassen, um die Kosten auf einem halbwegs vernünftigen Maß zu halten.

    Think positive, stay negative! :)

  • Kleiner Hinweis für diejenigen die in naher Zukunft Arbeiten an ihrer Elektroinstallation machen wollen/müssen: legt euch Kabel ins Lager. Grund: Kupferpreis hat wieder die 10k/t geknackt aber was viel schlimmer ist sind die fallenden Inventories an der LME und die weiter fallenden Lagerbestände in China. Kann zu Engpässen führen. Ich hab mir heute noch NYM-Leitungen (300m verschiedene Querschnitte) und Silikonleitungen auf Reserve bestellt. Könnte mir vorstellen das da in 1-2 Monaten die Lage und die Preise unschöner werden…..


    Spot/ Cash wird an der LME mit 1kUSD Premium gehandelt. Das explodiert gerade.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Kleiner Hinweis für diejenigen die in naher Zukunft Arbeiten an ihrer Elektroinstallation machen wollen/müssen: legt euch Kabel ins Lager. Grund: Kupferpreis hat wieder die 10k/t geknackt aber was viel schlimmer ist sind die fallenden Inventories an der LME und die weiter fallenden Lagerbestände in China. Kann zu Engpässen führen. Ich hab mir heute noch NYM-Leitungen (300m verschiedene Querschnitte) und Silikonleitungen auf Reserve bestellt. Könnte mir vorstellen das da in 1-2 Monaten die Lage und die Preise unschöner werden…..


    Spot/ Cash wird an der LME mit 1kUSD Premium gehandelt. Das explodiert gerade.

    Wichtiger als der Preis ist für uns noch die Lieferfähigkeit. Den ganzen Sommer war es schwierig. Ein Partner mit dem wir zusammen arbeiten, hat seine Einkäuferin jeden Tag die Großhändler abtelefonieren lassen, und jede verfügbare Trommel gekauft.

    Und natürlich spielt der Preis immer eine Rolle, aber 10 Monteure, die rumstehen und nicht arbeiten können, sind teurer. Also zahlt man halt die hohen Preise, schluckt das, weil man beim aktuellen Auftrag nicht nachverhandeln kann, aber beim nächsten Angebot wird es halt teurer. Und so schleicht sich die Inflation weiter ...

  • Hatte heute ein Gespräch mit einem Gebrauchtwagen Händler.

    Sein Hof ist nur zu 25 Prozent ausgelastet (er hat Platz für 165 Fahrzeuge) .

    Wegen der fehlenden Neuwagen werden gerade sehr viele gebrauchte Autos gekauft.

    Und diese sind dann auch noch teurer als sonst.

    Er erwartet Verbesserungen erst Ende 2022.