Inselanlage / Inselsystem Sammelthread

  • Telekom Verteilerkasten

    der sollte eigentlich batteriegepuffert sein und ein paar Stunden noch funktionieren.


    Gefrierschrank (150 Watt)

    mit einem Stromkosten-Messgerät kannst du Anlaufstrom feststellen, der kann leicht ein vielfaches der 150 Watt sein, um danach den Spannungswandler (Sinus) auszuwählen.

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:

  • Welche technischen Werte sollte die Inselanlage haben welche ich für den Betrieb der oben genannten Geräte benötigen würde?

    Die Frage lässt sich so nicht beantworten, es kommt drauf an wie oft / wie lange du die Geräte betreiben willst und vor allem zu welcher Jahreszeit.


    Beim Gefrierschrank kommt es nicht auf die Leistung an, sondern auf den täglichen kWh-Verbrauch, den kannst du ggf. mit einem Energiekostenmessgerät ermitteln. Bei einem größeren Gefrierschrank werden es wahrscheinlich ca. 0,5 kWh bis 1 kWh am Tag sein, zzgl. ca. 0,2 kWh bis 0,5 kWh für den Eigenverbrauch des Wechselrichters im Dauerbetrieb.


    Zum Vergleich: meine 2800 W Einspeiseanlage liefert beim derzeitigen Wetter zum Teil nur 0,8 kWh am Tag, bei einer Inselanlage wäre die nutzbare Energie nochmal etwas weniger. Eine 2800 W Anlage würde also beim derzeitigen Wetter schon für den Gefrierschrank alleine nicht ausreichen, bei schönem Wetter dagegen wären Überschüsse oder Ende da, wenn im Winter Schnee drauf liegt liefert sie wiederum praktisch gar nichts.


    Es ist daher schwierig so eine Anlage auf gegebene Verbraucher auszulegen, das geht im Gartenhaus wenn man es nur bei schönem Wetter im Sommer nutzt, aber im halbwegs ganzjährigen Betrieb in D käme man schon bei wenigen Verbrauchern auf irrsinnige erforderliche Anlagengrößen. Ich würde mich da eher von der anderen Seite nähern: wieviele PV-Module kannst du sinnvoll unterbringen oder wieviel Geld willst du ausgeben, damit ist dann halt festgelegt bei welchem Wetter die Anlage noch ausreichen wird, komplett ganzjährig geht es in D eh nie.


    Wenn es eine eher kleine Anlage werden soll, müsste man versuchen auf einen Wechselrichter zu verzichten oder zumindest auf den dauerhaften Betrieb des Wechselrichters zu verzichten, weil sonst dessen Eigenverbrauch schon einen Großteil des Gesamtverbrauchs ausmacht. Dazu müsste man ggf. den Gefrierschrank durch ein Gerät mit Gleichspannungsbetrieb ersetzen.

    Macht es Sinn auch den Router der Telekom mit Notstrom zu versorgen? Also was ich meine: kann ich damit das Internet noch nutzen oder braucht der Telekom Verteilerkasten irgendwo paar km entfernt auch Strom um zu funktionieren? Dann würde bei einem regionalem Stromausfall den Router zu versorgen ja nichts bringen... Mag sein das diese Frage etwas naiv klingt, aber ich hab echt Null Plan ob dem so ist.

    Das kannst du auch nicht wissen, wenn du an einem Outdoor-DSLAM hängst wird der kaum Notstrom haben, wenn die Leitung direkt zur Vermittlungstelle geht, kann es sein dass es dort über Notstrom läuft, muss aber nicht. Das kannst du nur ausprobieren.

    2 Mal editiert, zuletzt von Thomas ()

  • Vielen Dank für den Input.


    Also auf den Punkt gebracht: den Telekom Router bei einem längeren regionalen Stromausfall mit Strom zu versorgen bringt nix, da über kurz oder lang da sowieso nix mehr ankommt. Und den Gefrierschrank werde ich von der Verbraucherliste streichen.


    So gesehen bleiben TV und die Möglichkeit meine Werkzeugakkus zu laden für die Solar Inselanlage übrig. Macht es diesbezüglich dann noch Sinn eine Solar Inselanlage zu kaufen oder wäre ein Notstromaggregat die bessere Alternative?

  • Macht es diesbezüglich dann noch Sinn eine Solar Inselanlage zu kaufen oder wäre ein Notstromaggregat die bessere Alternative?

    der "Solarsprit" kostet halt nix und kommt täglich frisch von oben wenn die Sonne scheint, ein Notstromaggregat läuft nur solange du Öl & guten Sprit hast.

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:

  • Bei deinen TV solltest du noch erwähnen woher er sein Fernsehsignal bekommt. Hat er einen integrierten Tuner oder ist eine Settopbox nötig? Antenne oder Satellit sollten noch gehen wenn die sendeanlagen Strom haben, Kabelfernsehen und IPTV fallen mit dem Rest der Infrastruktur aus.

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

  • Ja, Solarsprit kostet nix, stimmt.


    TV wird einen integrierten Receiver haben und ist dann an die SAT Schüssel angebunden.


    Gibt es für den "minimalen" Verbrauch wie so ne Art Komplettpakete? Nach dem Motto: alles dabei, auspacken, installieren und fertig?

  • Es gibt ja auch 12V-Fernseher für Wohnwagen und -mobile. Und eine gescheite Gefriertruhe

    verbraucht heute im Jahresschnitt keine 0,3kw/h am Tag.

  • woher er sein Fernsehsignal bekommt

    wenn da mal nix mehr gesendet wird, ist bestimmt auch nicht verkehrt einen DVD/Blu-ray Player mit den nötigen Medien vorzuhalten.

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:

  • Ich persönlich halte von der ganzen Niederspannungs-Gleichstromgeschichte (also ein 12- oder 24V-System) zunehmend weniger.

    Weil die Verluste in der Leitung wesentlich höher sind als die Verluste beim Spannungswandler.


    Beispiel: Wenn ich 150W (das ist jetzt nicht besonders viel) über 5m Leitung mit einem Querschnitt von 1,5mm² übertragen möchte, dann bedeutet das über 12% Spannungsabfall! (lt. Norm: maximal 3%).


    Also muss man bei so einem System zwei Dinge machen:

    - Dicke Leitungen legen (6mm² aufwärts) und

    - Die Leitungslängen so kurz wie möglich halten



    Gute Wechselrichter haben einen Wirkungsgrad von bis zu 98% und schalten sich ab, wenn keine PV-Leistung ansteht.

    Also wäre es vernünftiger, sich gute Komponenten auszuwählen als Kupferbergwerke zu verlegen...

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Gute Wechselrichter haben einen Wirkungsgrad von bis zu 98% und schalten sich ab, wenn keine PV-Leistung ansteht.


    PV-Wechselrichter? Und woher kommt Nachts der Strom?


    Ansonsten auch nur, wenn Du sie in der nähe ihrer Nennleistung betreibst. Wenn an einen 4,5kW Batteriewechselrichter nur ein Verbrauchen mit 100 W an ist, ist der Wirkungsgrad jenseits von gut und Böse.

  • Nachts kommt der Strom hoffentlich aus der Batterie. Ist ja beim Gleichstromsystem nix anderes. Dem PV-Wechselrichter ist es ja egal, woher der Saft kommt - zumindest wenn es der richtige Wechselrichter ist...


    Das mit dem sinkenden Wirkungsgrad bei sinkender Last stimmt schon. Darum ist es ja auch wichtig, nicht einfach hirntot irgendwelche Komponenten zu installieren, sondern sich gut zu überlegen, was man betreiben möchte und dementsprechend auch die Anlage dimensionieren.

    Außer man hat so viel Geld, dass man sich eine 10kWp-Anlage aufs Dach klatschen kann, weil man dann auch im Winter seine 20kWh/t (im Schnitt) rausbekommt.


    Ich würde allerdings die gegenteilige Richtung einschlagen und unter 1kW (zumindest beim WR) bleiben. Kühl- und Gefriergeräte werden mit Zeitschaltuhren wechselweise versorgt.

    Die Batterie und die PV-Module kann man durchaus ein wenig großzügiger dimensionieren. Und ich würde die Module auch relativ steil stellen (~50°), um in den Wintermonaten den maximalen Ertrag zu erhalten.

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  • wie kann ich denn den Anlaufstrom beim Kühlschrank/ Gefrierschrank messen?

    mit einem Stromkosten-Messgerät kannst du Anlaufstrom feststellen, der kann leicht ein vielfaches der 150 Watt sein, um danach den Spannungswandler (Sinus) auszuwählen.

  • wie kann ich

    1.) das Stromkosten-Messgerät in die Steckdose stecken

    2.) Kühlschrank/ Gefrierschrank ins Stromkosten-Messgerät stecken

    3.) dann beobachten wieviel Watt verbraucht werden wenn der Kühlschrank/ Gefrierschrank anläuft (notfalls mal kurz die Tür des Gerätes dazu aufmachen) möglicherweise hat das Messgerät auch eine min. / max. Funktion

    so hab ich das gemacht

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:

    Einmal editiert, zuletzt von canuck ()

  • Nachts kommt der Strom hoffentlich aus der Batterie. Ist ja beim Gleichstromsystem nix anderes. Dem PV-Wechselrichter ist es ja egal, woher der Saft kommt - zumindest wenn es der richtige Wechselrichter ist...

    Jetzt wird die Sache kompliziert, bei Inselanlagen gibt es normal gar keinen PV-Wechselrichter sondern einen Laderegler und einen Batteriewechselrichter. Es gibt sicher auch andere Lösungen, aber ob die für Kleinstanlagen in Frage kommen?


    Problem beim Wechselrichter in kleinen Anlagen ist weniger der Wirkungsgrad, sondern der Eigenverbrauch bei Dauerbetrieb. Wenn man den Fernseher 2 Stunden am Tag nutzt, wird man damit leben können, dass während dieser Zeit zu den 75 W für den Fernseher nochmal ca. 10 bis 30 W für den Eigenverbrauch des Wechselrichters dazukommen. Man muss den Wechselrichter dann aber abschalten, wenn man ihn nicht braucht. Wenn der Wechselrichter 24/7 läuft, um Dauerverbraucher zu versorgen, ist der Eigenverbrauch von ca. 10 bis 30 W ständig wirksam, und das summiert sich. Eine kleine Solaranlage arbeitet da schnell mal mehr für den Wechselrichter als für die eigentlichen Verbraucher, bei großen Anlagen fällt das nicht mehr ganz so ins Gewicht.


    Gibt es für den "minimalen" Verbrauch wie so ne Art Komplettpakete? Nach dem Motto: alles dabei, auspacken, installieren und fertig?

    Klar gibt es Komplettpakete, sowohl bei spezialisierten Anbietern wie Offgridtec oder auch bei eBay usw. Problem ist halt die Variantenvielfalt, und nicht immer sind die besten Komponenten dabei oder die, die man für die eigene Anwendung braucht. Und für die Installation sind ggf. auch Kabellängen entscheidend, das geht nicht immer Plug & Play.


    Kritisch bei Inselanlagen sind die Batterien. Gute Batterien sind teuer und billige Batterien halten nicht lange und sind dadurch auf Dauer noch teurer, vor allem wenn man sie auch noch falsch benutzt. Problem ist, dass man einem Bleiakku nicht ansieht, wie voll oder leer er ist, man muss das mehr oder weniger im Gefühl haben, welche Verbraucher man wann wie lange betreiben kann, ohne die Batterie zu stark zu entladen. Ansonsten eignen sich vielleicht eher fertige Geräte mit Li-Akkus, siehe Stromerzeuger 2.0: Power Stations werden erwachsen


    1.) das Stromkosten-Messgerät in die Steckdose stecken

    2.) Kühlschrank/ Gefrierschrank ins Stromkosten-Messgerät stecken

    3.) dann beobachten wieviel Watt verbraucht werden wenn der Kühlschrank/ Gefrierschrank anläuft (notfalls mal kurz die Tür des Gerätes dazu aufmachen)

    Damit misst du sicherlich nicht den Anlaufstrom des Kühl-/Gefrierschranks, denn der tritt nur für Sekundenbrauchteile auf. Ich weiß aber auch nicht, wozu man diesen Anlaufstrom messen sollte, es reicht zu wissen dass er zig-fach höher ist als der Strom im Normalbetrieb. Für die Wechselrichter gibt es ja gar keine brauchbaren Angaben, welchen Anlaufstrom sie verkraften. Ob sich ein bestimmter Wechselrichter eignet, weiß man letztlich nur, indem man es ausprobiert, wobei man mit kleinen HF-Wechselrichtern eher nicht anfangen braucht, da ist auch die Gefahr da dass sie direkt kaputtgehen.

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas ()

  • Ich weiß aber auch nicht, wozu man diesen Anlaufstrom messen sollte

    ich hab danach meinen Spannungswandler ausgewählt, damit der Wandler nicht abschaltet wenn der Kühlschrank anläuft

    Für die Wechselrichter gibt es ja gar keine brauchbaren Angaben, welchen Anlaufstrom sie verkraften.

    Gerät die keine brauchbaren Angaben liefern würde ich eh vom Kauf ausschließen.

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:

  • ich hab danach meinen Spannungswandler ausgewählt, damit der Wandler nicht abschaltet wenn der Kühlschrank anläuft

    Gerät die keine brauchbaren Angaben liefern würde ich eh vom Kauf ausschließen.

    Ich bezweifle, dass das Verfahren so funktioniert.


    Ich kenne dein Stromkosten-Messgerät nicht, aber ich kenne auch keines, mit dem man den Anlaufstrom korrekt messen könnte. Wie gesagt, der tritt nur für Sekundenbruchteile auf, mit einfachen Mitteln lässt sich das nicht messen. Es gibt spezielle Messgeräte dafür.


    Und bei guten Wechselrichtern ist zwar zum Teil angegeben, welche Überlast sie für 5 Sekunden können, der Anlaufstrom tritt aber eben deutlich kürzer auf. In der Praxis können zumindest NF-Wechselrichter kurzzeitig nochmal mehr als die angegebene 5-Sekunden-Überlast, auch wenn sie dafür eigentlich nicht spezifiziert sind. Und darauf ist man beim Betrieb von Kühl-/Gefriergeräten auch angewiesen, sonst ginge es nur mit riesigen Wechselrichtern.

  • Für das Geld, was ein guter Batteriewechselrichter kostet, der 230V mit einem reinen Sinussignal erzeugt und genügend Überlastreserve hat, damit der Kompressor des Kühlgeräts sicher anspringt, bekommt man auch eine Kompressorkühlbox für 12/24V-Betrieb. Damit stellt sich die Frage, was man mit einer PV-Inselanlage erreichen will:

    a) Will ich meine bestehende 230V-Elektroanlage möglichst nahtlos weiterbetreiben? -> Dann wird die Inselanlage mit stakem Wechselrichter, großer PV-Anlage und großer Batteriekapazität sowie einer Netz-Umschaltmöglichkeit relativ groß und teuer (>10.000€)

    oder

    b) Brauche ich z.B. aus medizinischen Gründen unbedingt eine Kühlmöglichkeit (Insulin o.ä., könnte mcih aber ansonsten bei elektrischen Verbrauchern einschränken)? -> Dann würde ich zu einem reinen DC-System raten, bei dem z.B. eine 12V-Kompressorkühlbox direkt an der Solarbatterie betrieben werden kann, was sich (inkl. Kühlbox und 1-2 großen Solarmodulen, Batterie und Regler) für unter 1.000€ realisieren lässt)

    oder

    c) genügt mir im Notfall auch schon "ein bisschen" Strom, um Handy, Tablet, Laptop oder einen 12V-Fernseher betreiben zu können und etwas Beleuchtung zu haben? Dann genügt eine "Camping-Solaranlage" bestehend aus einem Faltmodul oder einem Solarkoffer, ein kleiner Laderegler und eine 12V-Batterie, was sich für unter 500€ machen lässt.


    Grüsse

    Tom

  • der sollte eigentlich batteriegepuffert sein und ein paar Stunden noch funktionieren.


    mit einem Stromkosten-Messgerät kannst du Anlaufstrom feststellen, der kann leicht ein vielfaches der 150 Watt sein, um danach den Spannungswandler (Sinus) auszuwählen.

    Die Zeiten sind rum. Meines Wissens war das so als die aktive Vermittlungstechnik noch in den HVTs der Telekom untergebracht war. Seit diese in die Straßenverteiler ausgelagert wurden um Kabellängen zu verkürzen gibt es meines Wissens nach keine Batteriepufferung mehr.

    -= NUNQUAM NON PARATUS =-

  • Kurzer Exkurs zum Thema Internet&telefon bei Stromausfall:


    Hier ein Thread aus dem Kundenforum der Dt- Telekom über die Situation bei Stromausfall, bei dem auch Telekom-Service mit diskutiert hat.

    Demnach können die Netzverteilerkästen am Straßenrand (DSLAMs), die DSL und IP-Telefonie in die Häuser bringen, kurzzeitige Glitches in der Stromversorgung unter 1 Minute über Pufferkondensatoren überbrücken. So ein DSLAM braucht aber um die 300W Dauerleistung. D.h. eine echte Notstromversorgung, die eine Betrieb über 6-24h ermöglichen würde, müsste pro 6h Überbrückungszeit knapp 2kWh bereitstellen. Für 24h wären das knapp 8kWh, die man aus einer Batterie entnehmen können müsste. In Lithiumtechnik wäre das eine 10kWh-Batterie, die kostet allein schon um die 4.000€, dazu noch ein Ladegerät und ein Inverter und die Kosten für die Nachrüstung der DSLAMs und man dürfte die 10.000€-Marke locker überschreiten. Skaliert man das auf 25 Mio. DSL-Anschlüsse in D und 200-300 Ports pro DSLAM hoch, bedeutet das eine Investition von knapp 1 Mrd. €. Und dann sind erst die grauen Kästen auf 24h Überbrückung aufgerüstet, die Switches und die Ortsvermittlungen etc. müsste man sehr wahrscheinlich mit nochmal mindestens dem selben Aufwand auch aufrüsten. Umgelegt auf 25 Mio. Anschlussinhaber wären das bei 2 Mrd. Investition zwar nur einmalig 80 Euro, aber das würden die allerwengisten akzeptieren. Frei nach Brinkhaus: "das machen wir in aller Ruhe beim nächsten Blackout"


    Die Telekommunikationsanbieter stellen sich auf diesen Standpunkt: eine gesetzliche Pflicht zur Stromausfall-Sicherheit gibt es nicht. Punkt. Für die zuverlässige Bereitstellung der Energieversorgung sind andere Unternehmen zuständig. Und die Statistik spricht für diese Argumentation: in D fällt im Schnitt der Strom in einem Haushalt für 14min aus pro Jahr.


    Man hat sich mit der allumfassenden "Digitalisierung" schon in so manche Sackgasse manövriert:


    Analogrundfunk ging zur Not mit dem batterielosen Detektorradio. Digitalradios für DAB+ sind wahre Stromfresser, darum gibts kaum welche mit Batteriebetrieb. Der Analogrundfunk LW, KW, MW ist schon abgeschaltet, UKW folgt in wenigen Jahren.


    Das klassische analoge Telefonnetz hat eine zentrale Sternstruktur: alle Anschlüsse eines Orts gehen zur zentralen Orts-Vermittlungsstelle. Über die Telefonkabel kann man alle Telefone von der Orts-Batterie stundenlang mit Strom versorgen. Mit der Umstellung auf das digitale ISDN, das weiterhin die sternverkabelten Kupferleitungen nutzte, hatte man die Möglichkeit der Fernversorgung zumindest für die Grundfunktionen eines ISDN-Telefons beibehalten. Mit der Umstellung auf IP-Telefonie hat man die Zentralversorgung bei Stromausfall aufgegeben und auch die Vermittlungstechnik mit den DSLAMs ist (s.o.) nicht mehr notstromversorgt.


    Wenn ich dann noch moderne Mobilitätsdienstleister wie Rufbusse/Anmeldelinien, Uber-Taxi oder Selbstbedienungs-Mietwagen wie Car2Go oder Flinkster ansehe: die kann ich ohne funktionierende Kommunikationsnetze nicht nutzen. Einen Car2Go-Smart kann nich nicht öffnen oder freischalten, wenn mein Smartphone keine Verbindung zum Server hinbekommt.


    Man darf auch gespannt sein, wie die Entwicklung bei modernen E-Auto- und E-Bike-Systemanbietern weitergeht, ob man so ein Fahrzeug ohne Echtzeit-Serveranbindung per 5G überhaupt noch nutzen kann..


    Grüsse

    Tom

  • Beim letzetn Stromausfall den ich mitbekommen hatte, habe ich versucht unsere Fritz Box und das Glasfaser-Kabel Eingangs-Modem mit einem kleinen Wechselrichter zu speisen.

    Dabei musste ich feststellen, dass ich aus dem Glasfasernetz gar kein Sgnal mehr bekam....


    Letzte Woche habe ich mir beim Feinkost Aldi einen mobilen LTE Hotspot besorgt.


    Das ist prinzipiell eine feine Sache hatte, sowas hatte ich in USA und das hat prima funktioniert beim Camping solange ich in Reichweite von einem LTE Netz war.....


    Beim Aldi Hotspot allerdings schicken die ein Password per SMS auf diese Box zum Freischalten, aus der man diese SMS nicht auslesen kann.... Ein EInlegen in ein Handy hat auch nicht funktioniert, habe 5 mal bei der Hotline angerufen und der letzte Rat war eine App runter zu laden, für die ich allerdings das Chrome Betriebssystem benötigt hätte ... dazu müsste ich meinen alten Windows 7 Rechner fast neu aufsetzten..... Sch..... e.

    Die Service-Leute, sowohl in der Hotline für die SIM Karte, als auch in der Garantie Hotline haben für diese Kisten offenbar keine Schulung bekommen wie mir einer verraten hatte...

    Ich denke ich werde das DIng wieder zurück geben.... bin nicht bereit als Kunde so etwas hin zun nehmen.


    Dieses System funktioniert auch dann nur, so lange wie die eventuell noch vorhandene (?) Batterie in dem LTE Funkmast auch noch funktionert, nämlich Ladung hat....


    Im Endeffekt werde ich mir wohl irgendwann ein auf einer Kurzwellen (Amateurfunk-) Datenfunk Verbindung basierendes System kaufen (wohl Pactor / Winlink) , das über mehrere Notstromgepufferte Gateways einen Internet Zugang ermöglicht. Dieser Zugang ist wohl nicht so sehr "schnell", aber immerhin kann man darüber zumindestens jederzeit Nachrichten versenden und empfangen.

    Zusätzlich wohl noch ein Satellitentelefon.


    Allerdings ist mir der ganze Kram noch zu teuer, um das für eine eher seltenen Nutzung vorzuhalten....


    Gruss, Udo



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