Aktuelles zum Thema Stromausfall

  • Zitat von ChrisHamburg;95860

    Was passiert, wenn großflächig und länger der Strom ausfällt? Hier ist ein Link zu einem Fachbericht an den Bundestag Deutschland.
    http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/056/1705672.pdf
    Ich dachte ja immer, ich sehe zu schwarz, aber ich habe wohl noch 'ne rosarote Brille aufgehabt :staunen:.
    Was die gar nicht erwähnen, sind die Folgen für die Kernkraftwerke. Wie wir jetzt wissen, brauchen die ja auch Strom zum Kühlen, wenn sie gar keinen Strom produzieren. Wie lange reichen die Vorräte für die Notstromaggregate??


    Hallo,


    die gesetzlichen verlangen redundante Notstromaggregate und einen Treibstoffvorrat auf dem Betriebsgelände für 72 Stunden.


    VG
    Ranger

  • Zitat von Luftikus;95900

    daß die Entscheidung zum Abschalten und Herunterfahren sofort getroffen wird, wenn nur geringes Risiko besteht, daß die Kühlung während des Runterfahrens aufgrund längeren totalen Netzzusammenbruches nicht möglich sein wird und daher jede Stunde zählt.


    Leider wird das nicht so viel nützen. Auch ein heruntergefahrenes AKW braucht weiterhin Kühlung (ein Reaktor in Fukushima war wegen Revision heruntergefahren!)!
    Selbst die alten Brennstäbe im Abklingbecken (welches meist nicht unter der Betonkuppel ist!) müssen weiterhin gekühlt werden.




    Grüsse, Gresli

  • Nabend!


    Mich würde mal ein klares Bild ohne Lobbyeingriffe interessieren, das aufzeigt, in wieweit die großen geplanten "Stromautobahnen" die Netzstabilität besser verbessern, als lokale Systeme die die bestehende Infrastruktur nutzen.


    Bei den Riesenprojekten können ebend nur wieder die großen mitstinken, aber der kleine Mann hat keine Chance....


    In meinen Augen der letzte Notnagel der Großkonzerne um nicht die Zügel aus der Hand zu verlieren....


    Ich glaube gute vernetzte Systeme auf Kommunalebene tun ihren Job genau so gut!


    --- Eure Kommentare dazu?!


    Gruß Bastian

  • Hallo beisammen,



    in dem von ChrisHamburg mal wieder in Erinnerung gebrachten Fachbericht an den Bundestags wird im Hinblick auf fehlende Notstromversorgung bei öffentlichen Einrichtungen wie Rathäuser, Schulen(als Aufahmezentrum, Wärmestube, Ambulanz) auf die Möglichkeit von dezentralen regenerativen Anlagen zB PV hingewiesen.


    Das Dilema bei der dezentralen Stromversorgung besteht gerade darin, daß viele Gemeinden ihre eigenen Elektrizitätswerke aufgegeben haben . Im Fall des großflächigen Stromausfalls nutzt es nichts, wenn in einer Gemeinde die PV-Anlagen und die Biogasanlagen ausreichend Strom liefern könnten, aber automatisch vom Netzgenommen werden. Da wäre es dann vorteilhaft, wenn - sinnbildlich gesprochen - der Dorf-E-Werker an der Gemeindegrenze den Stecker aus dem EON/Vattenfall/RWE Steckdose ziehen könnte und sich das Dorf selbst versorgt. Die Frage ist, ob die Kommunen (auch Landkreise) bereit sind,sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und sich diese gemeindliche Versorgungsaufgabe wieder zurückholen wollen.


    Immerhin gibts ja individuell den etwas umständlichen Weg eine eigene PV-Anlage für die Krise auf Inselbetrieb-Umzuschaltung vozubereiten.



    wolpi

  • Hallo Endzeitstimmung,


    ich gehe davon aus, dass du hier das "lokale" Netz im Hochspannungsbereich ( 6 bis 30 kV) ansprichst.
    Bitte gehe davon aus, daß dieses aus Kostengründen bei der Auslegung des Netzes mit einen Gleichzeitigkeitsfaktor < 1 für die Verbraucherseite bedacht wurde.
    Man ging also bisher davon aus, dass halt nicht alle in einem Netzabschnitt ihre Waschmaschinen,Trockner und Herde zum selben Zeitpunkt einschalten.
    Die sonstigen Verbraucher sind dagegen sehr klein.


    Wenn jetzt als als ein stimulierender Hebel des Smart Grdts+ Smart Metering alle Verbraucher den zu diesem Zeitpunkt guten Momentanstrompreis ( auch für das Laden der Akkus der zukünftigen Elektroautos) nutzen wollen, dann ist das lokale Netz durch den neuen Gleichzeitigkeitsfaktor anders und sehr heftig ausgelastet. Es muß also präventiv ausgebaut werden. Zur Kasse bitte.....
    Das gilt auch für den Fall, das im Wohngebiet schrittweise mehr und mehr Solardächer ihren Dienst verichten und dieser Strom nicht sofort vor Ort wesentlich selbst verbraucht wird.



    Entgegen üblicher Werbung oder politischen Gebrabbel ist Strom im Wechselspannungsnetz weder gelb noch grün oder andersfarbig.
    Er hat eine Spannung, eine Frequenz und eine Phasensynchronität. Alle 3 Merkmale sind mit Sollgrößen definiert und belegt, so dass Netzbetreiber ( nicht die Erzeuger) diese Parameter überwachen und bei Bedarf in die Zuführung und die Abführung eingreifen müssen, um diese normierten Güteparameter für den Verbraucher sicherzustellen.


    Bei einer drohenden Überlastung durch einen Verbrauch, der oberhalb der Zuführung liegt, kann auch er nicht zaubern.Er müßte Verbraucher sehr schnell abschalten.
    Die noch zu errichtenden "Stromautobahnen" dienen somit der ausgleichenden Zuführung des nördlich erzeugten Windstromes zu den historisch vorrangig im Süden angesiedelten Verbrauchern und sorgen damit hinsichtlich der verfügbaren Leistung für die von uns allen mehr unbewußt genutzten Netzstabilität.


    Ich weiß das diese Darstellung sehr komprimiert ist, aber ich hoffe, das sie noch hinreichend verständlich ist.


    Mit besten Grüßen


    Bernd

  • Hallo Bernd,


    ist ja schön, wenn Du die Darstellung komprimierst, nur bitte nicht bis zur Unkenntlichkeit.


    "Smart Grid" hat ein Wort im Namen, das verhindert, dass "alle Verbraucher" gleichzeitig eingeschaltet werden. Warum dramatisierst Du das unnötig?


    Und die Stromnetze in den Wohngebieten sind genug leistungsfähig, dass alle gleichzeitig den Sonntagsbraten in die Röhre schieben. Das vorhandene Netz + ein Smart Grid in Minimalform (steuert z. B. Gefriertruhen, E-Autos, etc. und kann auch Photovoltaikanlagen abschalten) verhindert eine Überlastung zuverlässig.
    Aktuelle Gleichrichter steuern Photovoltaikanlagen ohne Smart Grid aber über die Frequenz.


    Ich sehe auch keinen Vorteil in Stromautobahnen. Die sind nur dafür da, dass die großen vier ihre Offshore Windparks bauen können.
    Eine Energieversorgung, die auf Kreisebene mind 80% der verbrauchten Energie selber erzeugt und steuert, würde unsere Stromversorgung deutlich mehr stabilisieren als alle Dukatenesel von Eon, Vattenfall und Co.
    Wichtig wäre mir hier noch, dass die Vernetzung auf sinnvolle Beine gestellt wird. Und das Internet ist hier sicherlich nicht zielführend. Da die Stadtwerke aber sowieso ständig die Straßen aufbuddeln und in jedes Haus eine Wasserleitung etc. legen, wäre es ein Leichtes hier im Laufe der Zeit ein eigenen Steuernetz aufzubauen.
    Auch müsste die Steuerung von lokalen Grids durch unterschiedliche Systeme geschehen. Wäre schon dumm, wenn alle eine Steuerung von z. B. CISCO einsetzen, die dann alle die selbe Sicherheitslücke haben ...


    Viele Grüße
    Lupus

  • Zitat von Lupus;95934

    Hallo Bernd,


    ist ja schön, wenn Du die Darstellung komprimierst, nur bitte nicht bis zur Unkenntlichkeit.


    "Smart Grid" hat ein Wort im Namen, das verhindert, dass "alle Verbraucher" gleichzeitig eingeschaltet werden. Warum dramatisierst Du das unnötig?


    Hallo Lupus,


    Bernd hat das Wesentliche an sich ganz gut zusammengefasst, unkenntlich komprimiert finde ich das nicht.


    Zu "smart grids". Das ist gerade ein Modewort, dem Attribut "smart" würde ich momentan noch keine Wundereigenschaften zuschreiben. Derzeit hechelt die Standardisierung für den Betrieb von Stromnetzen und das Einspeisen von Energie in die Netze der Realität hinterher und wird nur mühsam durch Übergangsverordnungen und -empfehlungen geregelt. Das ist nicht ganz ungefährlich. Eine derzeit nur auf Empfehlungscharakter beruhende Anpassung gibt es z.B. beim "50,2-Hz-Problem". Die Normungsgremien bitten(!) die Hersteller von (Solar-)Wechselrichtern zur Netzeinspeisung, bestimmte technische Empfehlungen zu berücksichtigen, nämlich die tatsächliche Einspeisung an der aktuellen Netzfrequenz zu orientieren, bei Überschreiten der 50 Hz automatisch die Einspeiseleistung erst zu drosseln und erst dann ganz abzuschalten. Bei Unterschreiten der Netzfrequenz soll das Wiedereinschalten nicht sofort erfolgen, sondern erst nach einer Pause usw. Möglicherweise müssen bei einem (künftigen) Smart Grid sogar Einspeisequoten und -zeiträume den einzelnen Einspeisern zugeteilt werden. Ohne effektive dezentrale Energiespeicher ist da Potenzial für ne Menge Ärger drin. Insofern ist der goldene Ausweg in der Tat das selbst Verbrauchen des eigenen Stroms im Inselmodus.


    Da diese frequenzabhängige Wirkleistungsanpassung erst vor kurzem als Empfehlung herausgebracht wurde, geht man davon aus, dass die Mehrzahl der bereits im Feld installierten PV-Einspeise-Anlagen nicht damit ausgerüstet ist. Zitat aus o.g. Link: "Es besteht Einigkeit, dass die Situation bereits mit der vorhandenen installierten PV-Erzeugungsleistung der Bestandsanlagen kritisch werden kann."
    Das Kernproblem ist derzeit nämlich, dass die bisherigen Vorschriften vorsehen, dass bei einspeisungsbedingtem Überschreiten der Netzfrequenz (über den Wert 50,2Hz) die Einspeisung sofort hart abgeschaltet werden muss und später die Einspeiser alle wieder genauso hart zugeschaltet werden: "Wird die Netzfrequenz von 50,2 Hz zu einem Zeitpunkt mit hoher dezentraler Einspeisung überschritten, schalten sich im Extremfall mehrere Gigawatt an Leistung ab. Der entsprechende Leistungssprung kann signifikant höher sein als die europaweit vorgehaltene Primärregelleistung, so dass die Leistungsfrequenzregelung die Netzfrequenz nicht mehr stabilisieren kann. Zudem kann ein näherungsweise zeitgleiches Wiederzuschalten der dezentralen Erzeugungsanlagen bei einer Frequenzerholung zu einem erneuten Überschreiten der Frequenz von 50,2 Hz und damit zu einem erneuten Abschalten der Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz führen ("Jo-Jo"-Effekt)."


    Für den Laien verständlich ausgedrückt, könnte man sagen, dass unser Stromnetz aufgrund des rasanten Anstiegs der PV-Einspeiser in einen vorkritischen Zustand gebracht wurde, da durch das beschriebene quasi-gleichzeitige Zu- und Abschalten von sehr vielen PV-Einspeisern die im europäischen Netz vorgehaltene "Regelleistungsreserve" immer wieder voll gefordert wird. Wenn dann noch dazu kommt, dass - wie kürzlich rausgekommen - Stromhändler ihre Spielchen damit treiben, bei hohen kWh-Preisen ihren Bedarf zu untertreiben, um Profit zu machen und dabei auf die Regelreserve vertrauen, falls ihre Kunden doch mehr Strom wollen als gemeldet, ist das System hauchdünn vor dem Blackout. Denn die Regelreserve soll ja (technische) Netzschwankungen abfangen, nicht die Knausrigkeit der Stromhändler, die ihren Bedarf kleinlügen, um Geld zu sparen.


    Ein anderer Aspekt, den die Kredit-Finanzierer und Verkäufer von PV-Einspeiseanlagen gerne verschweigen, ist die langfristige Rentabilität einer einspeisenden PV-Anlage: gerne rechnet man nur mit den langjährigen Sonnenscheindaten am Standort der Anlage mal installierte Leistung, um die Investition über den erwirtschafteten Solarstromverkauf zu amortisieren. Nicht berücksichtigt wird das künftig nötige dynamische Steuern der Einspeiseleistung einer PV-Anlage. Denn wenn das Netz "voll" ist, was man am Anstieg der Netzfrequenz sieht, regelt mein Wechselrichter seine Einspeiseleistung zurück, bis er irgendwann sogar ganz vom Netz geht. Da kann die Sonne noch so schön scheinen, Geld verdiene ich dann in dem Moment nicht... In Gegenden mit vielen PV-Einspeisern und wenig Stromverbrauchern kann das zu hässlichen Ertragsrechnungen führen...Solarstrom, den das Netz nicht abkauft.



    Ich möchte aber noch einen anderen Punkt bezüglich des Threadtitels "Aktuelles zum Thema Stromausfall" in die Runde werfen. In der zu Beginn des Threads genannten Bundestagsstudie zu einem langanhaltenden flächendeckenden Stromausfall zieht sich das Problem der Kommunikation in so einer Situation wie ein roter Faden durch das Dokument. Im Grunde gehen die Autoren davon aus, dass nach einer Woche Stromausfall keinerlei geordnete Kommunikation mehr möglich ist: weder Telefon, noch Internet oder Mobilfunk. Keine Kommunikation zwischen Behörden, keine Verständigung zwischen Einsatzkräften, kein Austausch zwischen Bürgern, keine Kommunikation in der Wirtschaft. Rien ne vas plus.
    Dabei sollte man sich auch klar machen, dass Radio und Wandzeitung eben keine Kommunikation darstellen, sondern maximal Information. Das gesellschaftliche Leben wird sich deshalb auf das nähere Umfeld mit wenigen Kilometern Radius beschränken.


    Es gibt keine allgemein verfügbaren Kommunikationsnetze, die ohne Stromnetz funktionieren. Selbst die BOS-Organisationen haben auf digitale, zell-netz-basierte Kommunikation umgestellt oder sind gerade dabei. D.h. sie sind auf funktionierende Basisstationen bzw. "Funkmasten" wie bei gewöhnlichen Handynetzen auch, angewiesen. Die wenigen (analogen) Funksysteme in diesem Bereich beschränken sich maximal auf Sprechfunk zwischen einer Leitstelle und den Einsatzfahrzeugen in deren Umkreis (wenige Kilometer).
    D.h. schon die simpelsten "Befehlsketten" etwa innerhalb einer Kommune vom Bürgermeister zu den Stadtwerken und weiter zu den Räumfahrzeugen oder Servicetechnikern funktionieren nicht mehr. Genausowenig kann ein Supermarkt seinen Warenbedarf beim Zentrallager mehr anmelden oder eine Apotheke ihre Medikamentenbestellung absenden.


    Das Thema "Kommunikation bei Stromausfall" ist IMO nahezu vollkommen ungelöst und sehr schwerwiegend. Es müssten Notfall-Systeme vorgehalten werden, die die wichtigsten Kommunikationskanäle provisorisch am Leben erhalten, auch über Wochen hinweg.


    Im persönlichen Umfeld könnte man z.B. die einem nahestehenden Haushalte mit (CB-)Funkgeräten ausstatten und z.B. regelmässige abendliche Funkrunden vereinbaren, um sich auszutauschen. Oder, um z.B. alleinstehende ältere Personen abzusichern, dreimal am Tag eine zweistündige "Funkwache" zu vereinbaren, während der immer ein zuständiger Funker die Kanäle überwacht, ob jemand ein Problem hat oder Hilfe benötigt. Klassische Funktechnik hat nämlich den Nachteil, dass sie personalintensiv ist. Man kann nicht eben mal jemand "anrufen" - der angerufene muss dazu schon empfangsbereit am Funkgerät sitzen. Auch kann man eine Funkstation nicht wie ein Handy in der Hosentasche mit sich herumtragen und schnell mal losfunken. Eine grössere Station braucht vom Aufbau bis zur Einsatzbereitschaft mindestenes ein zwei Stunden und Handfunkgeräte sind zwar fast so schnell einsatzbereit wie ein Handy, haben aber nur wenige Kilometer Reichweite und setzen auch voraus, dass der "Angefunkte" den Anruf auch mitbekommt.


    Eine andere (lokal begrenzte) Kommunikationsmöglichkeit sind WLANs, die man nach dem Freifunk-Prinzip konfiguriert. So kann man im Grunde ganze Dörfer oder Stadtviertel mit der in fast jedem Haushalt vorhanden Technik (PC, WLAN-Router) untereinander vernetzen. Über Richtfunk-Strecken können auch Strecken über 10km überbrückt werden, was dann allerdings spezielles Know-how und Gerät erfordert.


    Grüsse


    Tom

  • Guter Beitrag Tom! Was noch dazukommt mit all den entstehenden Kleinst-Möchtegern-Stromlieferanten: es werden viele neue Leitungen gebaut werden müssen, mit allem Zubehör wie ev. Umspannstationen usw.
    Auf der einen Seite quäken die Grünbewegten nach Photovoltaik und Windmühlen, gleichzeitig sabotieren sie neue Leitungstrassen.
    Sie reden von nachhaltig und kümmern sich nicht um Schadstoffe bei Solar-herstellung und späterer Entsorgung.
    Sie verlangen Subventionen die andere bezahlen sollen. Sie verhindern wirklich umweltschonende Flusskraftwerke trotz heutiger Fischtreppen und Schaffung von Ersatzbiotopen.
    Sie werden als erste schreien, wenn sie ihre idiotischen Eifouns nicht mehr aufladen können.

  • Zitat von Lupus;95934


    Aktuelle Gleichrichter steuern Photovoltaikanlagen ohne Smart Grid aber über die Frequenz.


    ???


    Zitat


    Ich sehe auch keinen Vorteil in Stromautobahnen. Die sind nur dafür da, dass die großen vier ihre Offshore Windparks bauen können.
    Eine Energieversorgung, die auf Kreisebene mind 80% der verbrauchten Energie selber erzeugt und steuert, würde unsere Stromversorgung deutlich mehr stabilisieren als alle Dukatenesel von Eon, Vattenfall und Co.


    Mitnichten. Ein gutes Stromnetz ist das Sinnvollste, was man aufbauen kann. Das zu erklären übersteigt den Rahmen dieses Forums bei weitem, wer sich einlesen will findet ein gutes Dokument dazu hier:


    Strommarktdesign angesichts des Ausbaus fluktuierender Stromerzeugung:


    http://www.ensys.tu-berlin.de/…sertation_Ehlers_2011.pdf


    ---


    Wenn es künftig möglich ist, auf autarke regionale Strukturen zurück zu greifen, wenn es im Höchstspannungsnetz eine Havarie gibt, dann wäre das natürlich nicht schlecht, aber davon sind wir noch recht weit entfernt. Das sollte derzeit auch keine Priorität haben, da es ökonomisch unsinnig ist im Vergleich zum Netzausbau. Detaillierte Begründung siehe link.


    mfg

  • Schöne Diskussion! Danke!


    Noch mal ein paar Einwürfe zu den letzten Beiträgen!


    - Für den Fall, das von der Netzseite her die PV-Anlagen abgeregelt werden müssen stehen dem Anlagenbetreiber Ausgleichszahlungen zu! Wenn man also eine ordentliche Anlagenüberwachung hat, hat man zumindest einmal Beweise für die Abregelung.... ob das nun anerkannt wird, weil nicht geeicht - keine Ahnung...
    Die Windmühlen hier im Windpark werden auch bei bestem Wetter teilweise angehalten, weil die PV das Netz vollballert, der Betreiber freut sich, kein Getriebeverschleiß und trotzdem Kohle aufs Konto...


    - PV Module armortisieren sich energetisch in kürzester Zeit, und sind sehr gut Recycelbar! Luftikus - Welche Schadstoffe? Selbst das in der Minderheit der Module enthaltene Cadmium ist fest gebunden und auch lange nicht so gefährlich wie immer behauptet, ich will nicht wissen wieviel Cadmium in deinem alten Akkudreher-Akku ist... Selbst ROHS Konform sind die allermeißten Module, also bleifrei verlötet - ob sich das nun positiv auf die Lebensdauer auswirkt wird sich noch zeigen! (achtung Ironie! Militärische Technik wird immer noch mit bleihaltigem Lot verlötet...warum wohl...)


    Und nur weil die Großbauern sich die billigen China-Module zu hauf aufs Dach legen und die Chinesen vielleicht die Abwässer in den Dorfteich leiten ist das bei den Japanern, Koreanern, Europäern noch lange nicht so, ich glaube nicht, das ein Schott, Bosch, oder Aleo... sich sowas hier leisten kann!
    Da sollte man vielleicht auch mit ein paar Euro mehr aus der Tasche, dann gibts bei den Modulen auch nix zu maulen!


    - Natürlich ist es wichtig auch die grossen Energieautobahnen zu bauen, aber ist es so viel teurer, das Nieder und Mittelspannungsnetz zu optimieren?
    Rundsteuerempfänger gibt es, und auch die Möglichkeit Daten durch die Strom-Leitungen selbst zu senden, die RWE hat vor 6 Jahren mal ein "DSL durchs Stromnetz" Projekt gestartet, von dem ich aber nix mehr gehört habe!


    Gruß Bastian

  • Zitat von tomduly;95948


    Da diese frequenzabhängige Wirkleistungsanpassung erst vor kurzem als Empfehlung herausgebracht wurde, geht man davon aus, dass die Mehrzahl der bereits im Feld installierten PV-Einspeise-Anlagen nicht damit ausgerüstet ist. Zitat aus o.g. Link: "Es besteht Einigkeit, dass die Situation bereits mit der vorhandenen installierten PV-Erzeugungsleistung der Bestandsanlagen kritisch werden kann."


    Für Altanlagen >10kW kommt eine Nachrüstpflicht. Siehe aktueller Entwurf EEG Änderung. Finanziert zu 50% über EEG Umlage, zu 50% über Netzentgelte.


    Zitat von Endzeitstimmung;95977

    Die Windmühlen hier im Windpark werden auch bei bestem Wetter teilweise angehalten, weil die PV das Netz vollballert, der Betreiber freut sich, kein Getriebeverschleiß und trotzdem Kohle aufs Konto...


    In 2011 wurde 0,34% der Windkrafterzeugung abgeregelt. Man bekommt m.W. nur 95% der entgangenen Erträhge ersetzet, die Freude dürfte sich also in Grenzen halten.
    Wie das bei PV geregelt wird ist m.W. noch unklar.


    Zitat


    Und nur weil die Großbauern sich die billigen China-Module zu hauf aufs Dach legen und die Chinesen vielleicht die Abwässer in den Dorfteich leiten ist das bei den Japanern, Koreanern, Europäern noch lange nicht so, ich glaube nicht, das ein Schott, Bosch, oder Aleo... sich sowas hier leisten kann!


    Naja, Verbesserungsbedarf besteht da schon noch, wenn man die Vorschriften von Solar- und Chipindustrie vergleicht. Ein Drama ist es aber nicht.
    Auch die Module aus Chine sehe ich unproblematisch. Da derzeit alle unter Produktionskosten verkaufen subventioniert derzeit der chinesische Staat unseren Solarstrom, der ohne diese chinesische Subvention eben teurer wäre.
    Selbst wenn sich bei Modulen mal wieder ein positiver Ertrag einstellt so ist das heute doch nur noch ein kleines Eck an der Wertschöpfungskette bei einer PV Anlage. Vielleicht 10%.


    Das war vor Jahren noch anders, aber diese Zeiten sind vorbei.


    Zitat


    - Natürlich ist es wichtig auch die grossen Energieautobahnen zu bauen, aber ist es so viel teurer, das Nieder und Mittelspannungsnetz zu optimieren?


    Es ist eine Frage von Kosten vs Nutzen. Es ist ökonomischer Blödsinn, die NS Netze auf maximale PV Rückspeisung hin zu optimieren, die an 20 Stunden im Jahr auftritt.
    Der ökonomische Nutzen von Hochspannungsleistungen hingegen ist extrem hoch. Details siehe mein link im anderen Beitrag weiter oben.


    mfg

  • Zitat von Endzeitstimmung;95977


    ...
    Rundsteuerempfänger gibt es, und auch die Möglichkeit Daten durch die Strom-Leitungen selbst zu senden, die RWE hat vor 6 Jahren mal ein "DSL durchs Stromnetz" Projekt gestartet, von dem ich aber nix mehr gehört habe!
    ...


    Das Problem an "DSL durchs Stromnetz" liegt an den verwendeten Leitungen und Frequenzen. Die Stromleitungen sind ungeschirmt, vergleichsweise lang und gern etwas exponiert montiert, kurz gesagt ziemlich gute Antennen. Um Daten übertragen zu können wird eine zusätzliche Frequenz auf die Stromleitung aufmoduliert die deutlich über den 50 Hz Netzfrequenz liegt. Grob gesagt lassen sich umso schneller Daten übertragen je höher diese Frequenz ist oder je mehr Frequenzen man verwendet. Da das Funk-Frequenzspektrum aber schon recht intensiv für Sprech- und Datenfunk genutzt wird, stören die Energieversorger mit ihren tollen Antennen diese Funkdienste aber immer wieder. In Österreich hat es vor Jahren mal einen Feldtest gegeben, bis sich das Rote Kreuz über Störungen auf den Frequenzen für Katastrophen-Funk beschwert hat (neben einer Menge Amateurfunkern).
    Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass Internet per Stromleitung eine Zukunft haben wird. Der Trend geht zu Glasfasern die mit irgendwelchen anderen Leitungen (Wasser, Gas, Fernwärme, Strom, etc.) mitgelegt werden.

  • Hallo zusammen,


    bereits im Januar dieses Jahres gab es erste Vermutungen/Gerüchte zur Ursache des Blackouts in der Ukraine:
    http://www.faz.net/aktuell/wis…ker-angriff-14005472.html


    Hier jetzt weitere aktuelle Berichte wenn das alles so stimmt, dann ist das der erste Blackout von dem bekannt ist, dass er durch einen Angriff via Netzwerk verursacht wurde:
    http://www.golem.de/news/us-un…-ukraine-1602-119432.html
    Hier noch ein weiterer Bericht dazu:
    http://www.faz.net/aktuell/wis…ker-angriff-14005472.html


    Ich hoffe Ihr verzeiht mir die Leichenfledderei, aber die Überschrift passt einfach zu dem über was ich gerade gestolpert bin! Ein neues Thema wollte ich nicht aufmachen und so recht wollte kein anderer Faden passen (höchstens noch der hier: https://www.previval.org/forum…sich-Energieversorger-vor aber auch nicht wirklich). Sollte es einen besseren Thread geben, freue ich mich über eine Verschiebung!

    Gruß Wasser

    Nein, ich gehe nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes - ganz im Gegenteil!

  • Zitat von ID 3077;95860

    Was passiert, wenn großflächig und länger der Strom ausfällt? Hier ist ein Link zu einem Fachbericht an den Bundestag Deutschland.
    http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/056/1705672.pdf


    Habe mir heute Nachmittag mal alles durch gelesen und ich denke nicht dass dies Schwarzmalerei ist. Bei einem längeren Stromausfall wird es nicht nur eng werden, sie betonen auch noch das es unmöglich ist alle zu versorgen. Eigentlich genau das was ich mir gedacht habe. Länger als eine Woche und es ist auch ohne die Kernkraftwerke ein Gau^^

  • Wir haben 1999 den Orkan Lothar in der Dordogne miterleben müssen und waren knapp 3 Wochen von der Außenwelt abgeschnitten.
    Die umgestürzten Bäume blockierten wie Riesenmikados manchmal 10 m hoch die Straße und die Leute haben sich mit Motorsägen und Äxten selber die Straßen einspurig freiräumen müssen. Hilfe von außen kam erst viel später.


    Das Krankenhaus bat um Spenden von Taschenlampen und Kerzen für die Patienten,weil der Strom der Notstromaggregate für Notoperationen gebraucht wurde. Wer während dieser Zeit in einem der abgeschnittenen Weiler wohnte und krank wurde hatte schlechte Karten.


    Mein letztes Telefonat führte ich am Abend des 26.12.1999; ein Lebenszeichen von uns an unsere Freunde und Verwandte konnten wir erst Mitte Januar aus einer 50 km entfernten Stadt absetzen,wo das Kommunikationsnetz notdürftig wieder funktionierte.


    Ein weiteres Problem waren die nicht funktionierenden Banken und Tankstellen. Wer kein Bargeld im Haus oder sein Auto betankt hatte, konnte also,als dann eine schmale Fahrspur von den Anwohnern geschaffen war, keinen Treibstoff für weitere Versorgungsfahrten bekommen.


    Einige Supermärkte hatten anfangs geöffnet- und mit Taschenlampen bewaffnet stürmten die Kunden in den Laden und rafften alles an sich, was irgendwie essbar und trinkbar war. Beleuchtungsmittel waren schon durch die Angestellten des SM sichergestellt worden und ausverkauft.
    Die Leute haben sich am meisten um Brot gezankt,wohl, weil viele Menschen nicht die Möglichkeit hatten zu kochen.
    Später hat ein findiger Geist seinen alten Holzbackofen hinter dem Haus aktiviert und sich sein Baguette vergolden lassen.
    Aber wenigstens hatten die Stadtbewohner dann Brot,rationiert auf 2 Stück pro Familie.


    Auf den Höfen mit Massentierhaltung sind viele Tiere erstickt,verhungert,verdurstet oder an Erkrankungen als Folge des Stromausfalls anderweitig verendet.


    In den ländlichen Gebieten hatten die Häuser fast alle Kamin, so konnte man sich wärmen und auch kochen.
    Die Wasserversorgung war durch die reichlich vorhandenen Seen und Teiche auch keine Schwierigkeit.
    Leider tauten die Gefriertruhen innerhalb von 48 Stunden auf und wer konnte und genügend Einweckgläser hatte,kochte alle aufgetauten Lebensmittel irgendwie ein.


    Schwierig war es ebenfalls, die Schäden,die der Sturm an den Gebäuden angerichtet hatte, notdürftig zu beheben.
    Zerbrochene Fensterscheiben und abgedeckte Dächer konnten meist nur notdürftig ausgebessert werden.


    In der ersten Woche hatte sich eine Frau,die mit dem Auto zwischen die herabstürzenden Bäume geraten war,glücklicherweise unverletzt in unser Haus flüchten können. Die ist uns fast verrückt geworden,weil sie ihrer Familie keine Nachricht über ihren Verbleib geben konnte. Sie hat sich dann,nach einigen Tagen,gegen unseren Rat, zu Fuß auf den Weg nach Haus gemacht.


    Wir haben einen alleinlebenden,älteren Nachbarn auch aufgesucht,um nach dem Rechten zu sehen und haben für eine Strecke,für die man sonst knapp 10 Min. mit dem Auto brauchte, einen halben Tag benötigt. Zwischen den umgestürzten und umstürzenden Bäumen war das nicht gerade ungefährlich.
    Später habe ich gehört, daß dort, in Süd-Westfrankreich über 100 Menschen durch den Sturm und seine Folgen ums Leben gekommen sind.

  • Hallo Kassandra,
    vielen Dank für den Bericht. Ich kann mich recht gut an den Sturm Lothar erinnern. Ich war draussen und hörte ein komisches brummen hinter mir aus Richtung des Waldes. Als ich mich umdrehte war unser schöner Wald verschwunden. Mit 2-3 aufeinanderfolgenden Böen waren fast alle Bäume entwurzelt. Den darauffolgenden Tag waren wir mit Nachbarschaftshilfe beschäftigt. Gemeinsam wurden die Dächer geflickt.
    Damals fand ich echt Toll wie jeder jedem geholfen hat. Und ein klein wenig war ich auch stolz Teil dieser Gemeinschaft zu sein.
    Der Strom war bei uns übrigens nur ein paar Stunden weg. Allerdings kenne ich auch ein paar Erzählungen aus Dörfern in der Nähe die 1-2 Tage stromlos waren.

    -= NUNQUAM NON PARATUS =-

  • Hallo Wolpertinger,


    es sollen Orkanböen bis zu 215 St/km gewesen sein,die diese Spur der Verwüstung hinterlassen haben.
    Mein Mann musste damals mitten in der Nacht in den Sturm raus,um zu helfen und konnte sich nur auf allen Vieren vorwärts
    bewegen. Ich erinnere mich,daß kleinere Bäume waagrecht durch die Luft schossen und manches Gebäude am nächsten
    Tag ganz einfach ein Trümmerhaufen war,wie nach einem Artillerieangriff.
    Daß der Strom in dieser französischen Region so lange weg war liegt darin begründet,daß alle Stromkabel überirdisch verlegt waren,
    wie es auch in Spanien üblich ist.
    Deshalb ist im Winter,bei Unwetter,auch hier häufiger auf einige Stunden kein Strom da.


    Viel schlimmer fand ich in den 70er Jahren die Wasserratinonierung in Südspanien,von der meine Eltern betroffen waren.
    Da es einige Jahre so gut wie nicht geregnet hatte,wurde das Wasser nur für 2 Stunden irgendwann in der Nacht angestellt.
    Alle,die keine Zisterne besaßen,wie auch meine Eltern, hatten riesen Probleme mit den Sanitäranlagen.


    Weil dieser katastrophale Zustand leider viele Monate anhielt, waren sämtliche Rohre verstopft- es stank buchstäblich zum Himmel.
    Die Leute waren damals, in der warmen Jahreszeit oft erkrankt an Magen-Darminfektionen,weil die Fliegen eben.....ich mag dieses unappetitliche Thema lieber nicht weiter ausspinnen. Kann sich ja jeder denken!

  • Zitat von Kassandra;265294

    ......70er Jahren....!


    Hallo Kassandra,
    @all,


    das Thema finde ich echt interessant, Danke für die Beiträge! Aber ich bin der Meinung, dass das hier leider ein vollkommen falscher Faden dafür ist. Es hat zwar (zumindest am Rande) was mit Stromausfall zu tun, aber aktuell ist das Thame nun gerade nicht mehr.... Wir geraten damitziemlich weit weg vom Titelthema, wenn wir jetzt auch hier anfangen über die Folgen eines Blackoutes zu diskutieren/berichten.


    Es würde mich freuen, wenn ich das Thema an passender Stelle weiter verfolgen könnte!


    Gruß Wasser

    Nein, ich gehe nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes - ganz im Gegenteil!

  • Hallo Zusammen


    Habe im Forum nichts über OSTRAL gefunden, daher wollte ich dies hier mal kurz vorstellen. OSTRAL = Organisation für Stromversorgung in ausserordentlichen Lagen und gilt in der Schweiz. Zitat von deren Webseite: www.ostral.ch


    Zitat

    Bei einer Strommangellage handelt es sich um eine «schwere Mangellage» nach Art. 102 der Bundesverfassung, in welcher der Bund für die Vorbereitung und Durchführung von Massnahmen zur Sicherstellung der Versorgung der Schweiz mit lebenswichtigen Gütern wie Strom zuständig ist.
    Der Bund ordnet bei einer Strommangellage Bewirtschaftungsmassnahmen an, welche das Gleichgewicht zwischen Produktion und Verbrauch auf reduziertem Niveau sicherstellen sollen. Dabei folgt der Bund stets dem Subsidiaritätsprinzip und greift nur so weit ins wirtschaftliche Gefüge ein, wie dies zur Bewältigung einer Krise unbedingt notwendig ist. Er hat den Verband Schweizerischer Elektrizitätswerke (VSE) beauftragt, die notwendigen Vorbereitungen zur Bewältigung einer Strommangellage zu treffen. Der VSE hat zu diesem Zweck OSTRAL ins Leben gerufen.


    Wichtig zu Wissen. Die OSTRAL ist nicht verantwortlich, wenn es aufgrund einer Störung (z.B. Zerstörung einer Freileitung) zu einem Stromausfall kommen sollte, sondern tritt dann in Kraft, wenn ein Mangel der Stromversorgung zu erwarten ist.


    Dabei gibt es vier Bereitschaftsgrade:
    BG1: Monitoring der Speicher und des Verbrauchs
    BG2: Einsparapelle an Bevölkerung
    BG3: Verbote und Kontigentierung
    BG4: Abschaltungen (4h Unterbruch/8h Versorgung oder 4h Unterbruch/4h Versorgung)


    Wieso bringe ich dies nun?
    Gegen Ende 2015 waren die Speicherseen in der Schweiz so gering gefüllt wie schon lange nicht mehr. (Einfach "Speicherseen Schweiz 2015" suchen) Dies aufgrund des sehr trockenem Sommers. Dabei für in der Energiebranche vorausgesagt, dass wenn Anfang 2016 keine längeren Regenfälle eintreten würden, dann vor allem im 220kV Netz ein Energiemangel herschen würde. Dies auch gerade desswegen, weil einige AKW ausgeschaltet waren, welche ebenfalls wie die Speicherseen ins 220kV einspeisen.
    Nun weiss ich, dass die OSTRAL darauf bei den EVU's bezüglich Abschaltplänen nachgehackt hat. So durften kürzlich die EVU's der OSTRAL angeben, wie sie in der Lage seien, Lasten abzuschalten / zu sperren. Ich sehe dies nun als direkte Massnahme auf obige Situation und frage mich nun, ob hier eventuell doch noch mehr dran ist.


    Hat sonst von euch darüber eine Ahnung oder irgend etwas vernommen? Wie seht ihr dies?


    Grüsse Moski

    Keep It Simple

  • Hallo Moski,


    Zitat von Moski;265669

    .... So durften kürzlich die EVU's der OSTRAL angeben, wie sie in der Lage seien, Lasten abzuschalten / zu sperren. Ich sehe dies nun als direkte Massnahme auf obige Situation und frage mich nun, ob hier eventuell doch noch mehr dran ist. ....


    hier, bei euren deutschen Nachbarn, fragen die ÜbertragungsNetzBetreiber (kurz ÜNB) auch bei den Verteilnetzbetreibern (Regionalversorgern/Stadtwerken) an, wie sie einer Aufforderung "Lasten abzuwerfen" nachkommen. Einzelne Energieversorger (Stadtwerke) haben bereits Rollenspiele mitgemacht, in dem der ÜNB den Befehl gab Lasten mit einer Leistung X abzuwerfen, oder aber auch in der anderen Richtung eben EEG Einspeiser einzusenken.


    Höchstwarscheinlich setckt dahinter lediglich die Umsetztung (Vorbereitung, Übung) der sogenannten "Kaskade" im Sinne des "Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG)".


    Bei Meldungen aus der Energiewirtschaft ist eine Einordnung immer recht schwierig wie ich finde. Man ist sich nie sicher, handelt es sich um "Jammern auf hohem niveau" Ansgtmache, um gewisse Ziele durchzusetzen, oder gibt es tatsächlich Probleme.


    Ich sehe es inzwischen so:
    Bei jeder "Panikmache" die aus dieser Richtung kommt, z.B. J2K, Sonnenfinsternis, Dezentrale Einspeiser, trocken(wenig Kühlwasser),... lehne ich mich zurück und rechne mal maximal mit einem Viertel der vorhergesehenen Probleme. Denn auf alle Probleme die man schon lange sieht, kann man sich entsprechend vorbereiten. - Oder aber es passiert doch nichts, eben weil alle so absolut großartige Arbeit geleistet haben.... :-)


    Um wieder den Boden halbwegs zurück zum Thema zu bekommen, einen aktuellen Stromausfall hat es aufgrund des Wassermangels nicht gegeben und wird es auch kurzfristig (so meine Einschätzung) nicht geben, wenn nicht noch andere Faktoren überraschend hinzukommen.


    Gruß Wasser

    Nein, ich gehe nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes - ganz im Gegenteil!