Gesetzliche Rente und Altersvorsorge

  • Zitat von Abendrot;312578

    Zumindest bei der Krankenversicherung, insbesondere wenn man nicht Single ist, macht das keinen Sinn. Vor allem langfristig nicht. Trotz Altersrückstellungen steigen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung im Alter in unbezahlbare Höhen.


    Das kann heute keiner voraussagen.


    Die Altersrückstellungen sind meist vernünftig kalkuliert. Und in der gesetzlichen Krankenversicherung steigen die Beiträge auch. Oder die Leistung wird gekürzt.


    Wie es sich entwickeln wird, kann man nur in der Glaskugel lesen.

  • Zitat von mueller;312584

    Das kann heute keiner voraussagen.


    Die Altersrückstellungen sind meist vernünftig kalkuliert. Und in der gesetzlichen Krankenversicherung steigen die Beiträge auch. Oder die Leistung wird gekürzt.


    Wie es sich entwickeln wird, kann man nur in der Glaskugel lesen.


    Fakt 1: bei den PKVen, die ständig neue Tarife auflegen (also eigentlich alle außer der Debeka), sind irgendwann in einem Tarif nur noch schlechten Risiken und Alte, alle attraktiven Risiken werden in bessere Tarife umgebucht
    Fakt 2: die meisten PKV Versicherten haben Tarife mit Löchern (Spartarife), die sich irgendwann in naher oder ferner Zukunft gegen sie wenden
    Fakt 3: die Basisabsicherung ist keine, da man kaum Ärzte findet, die zu GOÄ 1,0 abrechnen wollen und können.
    Fakt 4: die Beiträge in der PKV wachsen deutlich schneller als die in der GKV
    Fakt 5: diejenigen, die die PKV verlassen (müssen) nehmen ihre Altersrückstellungen zur Zeit nicht mit, das wird so sicher nicht ewig bleiben


    Wie das wird, kann man da sehen, wo es kein solidarisches KV System gibt. Krank möchte ich da nicht sein.

  • Ich finde das alles ganz nett, aber für uns könnte das so nicht funktionieren. Es liest sich alles wie ich mir "Singlekonzepte" so vorstelle. Gerade als Single glaube ich, ist man im Alter ohne Familie aber eh Freiwild im Gesundheitssystem, so wie es heute schon ist.
    Von der Warte gehören nach meinem Dafürhalten Kinder genau so zur Vorsorge wie alles Andere. Da investiert man ja auch ganz schön. Bei uns sind das ca. 800€/Monat für die Bildung unserer Kinder. Insagesamt kommen wir dann ca. auf 1000-1200€ im Monat.(ohne Essen,Kleidung , Obdach)
    Persönlich halte ich hingegen nichts von Finanzkonstrukten, aber das ist ja Geschmackssache.
    Wir sind als umsichtige Menschen damals voll bewusst raus aufs Land gegangen, haben aber darauf geachtet, das wir infrastrukturell gut liegen. Ferner haben wir uns damals für eine nicht so normale Immobilie entschieden, die damals schon nicht mehr so oft zu finden war. So haben wir auch eine Wohnung zu vermieten, ich hasse das aber. Wenn es gut läuft, dann kommt es auf null raus, ergo ein schlechtes Geschäft. Liegt natürlich auch an der Lage. Ein Invest in ein Miteigentum ist für mich wiederum unvorstellbar, weil Miteigentum für mich schlicht nicht mit Prepardness vereinbar ist.


    TID

  • Es dürfte nun wirklich wenig Möglichkeiten geben, das gesetzliche System als Angestellter zu umgehen.


    Und für eine großartige private Vorsorge werden viele kein Geld haben.


    Daher wird sich fast jeder von uns in die Welt der Kleinsparer Begeben müssen.


    Ich halte es daher so, dass ich neben der gesetzlichen Rente in Fonds investiere einmal in einen ETF und einmal in einen aktiven Aktienfond.


    Natürlich gibt es viele prepper, die hier dies kritisch sehen. Aber Goldberge und Tauschmittel sind im Alter, wenn es nicht kracht, keine gute Altersversorgung.


    Das Geld, das ich übrig habe, gebe ich also für die oben genannten Fonds aus. Sowie zur Tilgung des Darlehens.



    Ansonsten ist für mich die Gesundheit die beste Altersversorgung. Viele verarmen, weil sie gebrechlich werden.


    Noch ein kurzes Statement zu der privaten Krankenversicherung:


    Wer vor diese Angst hat, dem kann nicht geholfen werden. Diese Art der Krankenversicherung ist genauso sicher oder unsicher wie das gesetzliche System.
    Tarife können ohne weiteres gewechselt werden.
    Die Kosten steigen prozentual über längere Sicht genauso wie im gesetzlichen System.


    Ärzte müssen die Patienten ohnehin behandeln, egal welcher Krankenkasse sie angehören ( es sei denn sie haben die Kassenzulassung zurückgegeben).


    Und der Notlagentarif zahlt ebensogut wie die gesetzliche Krankenversicherung.


    Nur eines kann gefährlich werden, und das ist, wenn man glaubt, unbedingt einen Billigtarif kaufen zu müssen. Dann bekommt man auch nur billige Leistung. Das ist wie mit allen anderen Produkten auf dem Markt. Dann muss man sich an die eigene Nase fassen, wenn es schief läuft.


    Ich kann nur jedem raten, sich auch im derzeitigen Renten und Gesundheitssystem gut zu versichern. Denn ob es wirklich einmal alles Baden geht, ist letztendlich Spekulation.

  • Zitat von mueller;312594


    Noch ein kurzes Statement zu der privaten Krankenversicherung:
    ...
    Ärzte müssen die Patienten ohnehin behandeln, egal welcher Krankenkasse sie angehören ( es sei denn sie haben die Kassenzulassung zurückgegeben).


    Und der Notlagentarif zahlt ebensogut wie die gesetzliche Krankenversicherung.


    Für normale Versicherte rechen die Ärzte das 2,3 - 3 fache der GOÄ ab.
    In den Basis-Tarif darf er nur maximal das 1,2 fache Abrechnen. Die Sätze GOÄ wurde seit viele Jahren nicht angepaßt.
    Daher erhalten die Ärzte für viele Leistungen inzwischen von den Gesetzlich Krankenkassen mehr Geld.


    Das Kasenärzte auch Patienten im Basis-Tarif behandel müssen, wurde erst vor kurzen nachgebessert.



    Und zu den Beitragssteigerungen Ich hatte in den letzten Jahren mehrmals welche von über 30% erlebt.

  • Meine Vorsorge ist eher als Investment in die kommende Generation gedacht.


    Das Haus hat ein wenig was an Potential ein Mehrgenerationenhaus zu werden. Die Lage ist okay (Alles im Nachbardorf).
    Monatlich laufen hier alle überschüssigen Einnahmen (mind. 600€) rein. Das wird noch gute 10 Jahre so weiter gehen, mit dem Ziel der Autarkie (soweit möglich).


    Die Wiese dahinter wird mit Obst und Gemüse bepflanzt, was sich selbst wieder aussät oder sonstwie Bestand hat.
    Monatlich laufen hier etwa 300€ rein. In 3-4 Jahren bin ich mit der Bepflanzung durch, so hoffe ich :-)


    Die Rente wird ergänzt mit Riester- und privater Rentenversicherung. Eine Lebensversicherung und ein Bausparer laufen ebenfalls.
    Insgesamt laufen monatlich etwa 600€ in diese form der Vorsorge. Das muss noch 30 Jahre so weiter gehen.
    Spoiler: Eine Firma, die betriebliche Altersvorsorge anbietet, fragte, ob ich mir vorstellen könnte für sie zu arbeiten. Dann käme da noch ein Posten hinzu.
    Im Idealfall habe ich später einen Unfall, bin zu 80% behindert und sterbe ein Jahr später einfach so. :) Dann hätten meine Nachkommen ein Maximum raus geschlagen ;-)


    Keine Miete, wenig für Essen, Wasser, Strom. So klappt's auch mit der Minirente, wenn mein Plan aufgeht :-)
    Wenn nicht, liege ich eben den Bälgern auf der Tasche ;-)

  • Zitat von Cephalotus;312564


    Die durchschnittliche reale Bruttorente liegt in Deutschland irgendwo bei etwas über 1000 Euro bei Männern, netto also irgendwo um die 1000 Euro. Bei Frauen ist der Durchschnitt idR erheblich geringer, da viele keine durchgängige Erwerbsbiografie aufweisen.


    Das ist nicht viel. Wenn man alleine in einer Großstadt zur Miete wohnt ist fast auf ALG II Niveau.


    Deswegen würde ich zuallererst dafür sorgen, dass in der Rente/Pension keine Mietkosten mehr anfallen und so mehr vom Netto übrig bleibt.
    D.h. eine eigene Wohnung erwerben und alle Kredite vor dem Eintritt ins Rentenalter zurückzahlen.

  • @ T I D


    Was die Vermietung anbelangt kann ich Dir nur zustimmen; wir haben auf dem Grundstück bei uns ein zweites Haus, welches wir innerhalb von 20 Jahren 3x vermietet haben. Die ersten Mieter blieben lange, machten wenig "Ärger" und es waren ordentliche Leute, welche das Haus anständig behandelt haben. Hier hat sich die Vermietung unterm Strich noch rentiert. Die zweiten Mieter waren schon etwas schwieriger und verweilten nur kurz; sie waren immer am Jammern wegen aller möglichen Kleinigkeiten, und stets auf der Suche nach einer besseren Immobilie, die sie dann auch glaubten gefunden zu haben - schlussendlich traf man sich mal nach ihrem Auszug wieder auf der Straße und redete etwas locker....da meinten diese nur "Bei Euch hatten wir es ja sooooo gut....". Egal, diese Episode ging ungefähr null auf null für uns auf und die letzte Vermietung war für uns Grund genug zu sagen, dass wir das Haus anderweitig nutzen, wobei wir auch seither geblieben sind. Vermieten lohnt sich nur unter gewissen Umständen, und wenn sichergestellt ist, dass man genügend Erträge generiert, die allen anderen Aufwand kompensieren. Die Vermietdauer muß auch hinreichend lange sein, dann könnte es durchaus passen.


    Was die Kinder betrifft - wenn man nicht in sie investiert, dann hat man irgendwie den Sinn des Lebens falsch interpretiert, aber das ist nur meine Meinung. Es stellt sich nur die Frage welche Zukunft sie haben werden und ob sie gewillt sind einem im Alter vielleicht mal etwas auszuhelfen. Ich will mich darauf nicht verlassen, habe aber nicht zwangsläufig die Erwartungshaltung, dass ich späterhin mal geholfen bekomme, denn einfacher wird auch das Leben unserer Kinder nicht; die werden ihre liebe Not haben einen vernüftigen Job zu finden und dauerhaft angestellt zu bleiben.


    Finanzkonstrukte.....ich kann gut nachvollziehen, dass Du da Deine Zweifel hast und mir gehts damit nicht viel anders; seit ich die Erfahrung gemacht habe in derartigen Dingen einen fünfstelligen Betrag versenkt zu haben, halte ich mich davon fern - und ich arbeite in dieser Branche! Die Bank gewinnt immer und es werden keine Wunder verkauft, die einen mal eben so "reich" machen. Passiert zwar immer wieder, aber überwiegend anderen Leuten ;-)


    Das System lässt einen nicht so leicht vom Haken und all jene, die es geschafft haben, sind meinen Beobachtungen nach entweder Kriminelle oder Obdachlose, die im Notfall (z.B. Krankheit) ziemlich schlecht dastehen. Als Ausweg sehe ich nur einen guten familiären Zusammenhalt um im Alter zu einem gewissen Grad durchgeschleppt werden zu können. Desto länger man sich selbst über Wasser halten kann, desto besser. Sofern man uns nicht jeden Kleinkram in Zukunft verbietet kann man zusehen, dass man in seinem hoffentlich vorhandenen Garten Gemüse anbaut und ein paar Hasen nebst Hühnern hält, damit es auf dem Teller nicht allzu karg ausschaut.


    Geld soll zwar ein Wertaufbewahrungsmittel sein, aber alle 20 Jahre macht sich deutlicher Schwund in der Kaufkraft bemerkbar; Gold und Silber mögen Alternativen darstellen, aber man kann sich auch darauf nicht verlassen, denn es gab in diversen Ländern schon entsprechende Verbote (USA / China) und da derzeit die Digitalisierung voran schreitet ist auch hier noch nicht das letzte Wort gesprochen wie man mit solchen Geschäften irgendwann einmal verfahren wird. Besser wird - wie gesagt - selten etwas.


    Warten wir es ab, und möge sich jeder "richtig" entscheiden und seinen Frieden damit finden.


    Gruss, Fairlane


    [COLOR="silver"]- - - AKTUALISIERT - - -[/COLOR]


    Generelles Statement meinerseits zum Thema Wohneigentum:


    Es ist zwar unbestritten, dass Wohneigentum eine gute Altersvorsorge ist, aber man sollte auch nicht vergessen, dass es schon Zeiten gab in denen sogenannte Zwangshypothek den Eigentümern vom Staat aufgebrummt wurden. Die letzte Volksbefragung in Deutschland zielte vorwiegend auf Immobilieneigentümer ab und es mag vielleicht nur eine negative Sichtweise meinerseits sein, dass dies irgendwann Folgen haben wird.
    Alle Eigentümer stehen im Grundbuch und welche Chance bleibt einem hochverschuldeten Land effektiv um diese Schulden abzubauen, wenn es anders nicht mehr geht? Genau - man folgt dem berüchtigten Satz "Eigentum verpflichtet" und lässt die Eigentümer bezahlen.


    Ich zitiere mal aus Wikipedia:


    "
    [h=2]Währungsreform in Deutschland 1948
    [/h]Zur Finanzierung des Staatswesens im Zuge der Währungsreform 1948 wurden 1952 mit dem Lastenausgleichsgesetz alle im nichtstaatlichen Besitz befindlichen Immobilien im Geltungsbereich mit einer Zwangshypothek zu Gunsten der Bundesrepublik Deutschland belastet, welche in den folgenden 30 Jahren durch die Besitzer abbezahlt werden musste. In der Praxis wirkten sich die Zwangshypotheken wie eine Zusatzsteuer für Immobilieneigentümer aus. Da Immobilien bei Währungsreformen wertstabil sind, wurde durch diese Maßnahme versucht, die somit bevorteilten Immobilieneigentümer stärker in die Pflicht zu nehmen.[2]"


    Ein derartiger "Kunstgriff" könnte uns in Zukunft drohen....


    Gruss, Fairlane

  • Hallo,


    bezüglich einer Zwangshypothek für Eigentümer von Häusern/ Wohnungen:
    Die Kosten würden Alle betreffen.
    Der Eigentümer einer Immobilie legt diese auf evtl. Mieter um, ergo währe jeder betroffen.
    Außerdem sind dann auch diejenigen betroffen, die eine Zwangshypothek durchsetzen!


    Gruß
    Sobi

  • Zitat von Cephalotus;312556

    Eigentlich müssten die Finanzen im Alter ein klassisches Prepperthema sein, immerhin gibt es auch eine reale Chance darauf, das es zu keiner Katastrophe kommt ;-)


    In diesem Szenario (siehe Beitrag 1) würde ich Zwangshypotheken aussen vor lassen.

  • [MENTION=7958]Martin_S[/MENTION]
    Du meinst mit Zwangshypotheken die Einzahlungen in den Fonds des Lastenausgleichsgesetzes?
    Diejenigen, denen nach Krieg(szerstörungen) und Währungsreform noch erhebliches Vermögen verblieben war (das betraf insbesondere die Besitzer von Immobilien) wurden auf eine Lastenausgleichsabgabe verpflichtet. Die Höhe dieser Abgabe betrug 50% des Wertes mit Stand vom 21. Juni 1948 und konnte in bis zu 120 vierteljährlichen Raten, also verteilt auf 30 Jahre, in den Ausgleichsfonds eingezahlt werden. Ergänzt wurde das durch eine Vermögensabgabe, eine Hypothekengewinnabgabe und eine Kreditgewinnabgabe.
    Durch die Verteilung auf viele Jahre betrug die Belastung lediglich 1,67 % pro Jahr. Damit konnte sie aus dem Ertragswert des Vermögens gezahlt werden ohne die Vermögenssubstanz anzugreifen. Durch die Inflation und den Wertzuwächse war die Abgabe leicht leistbar und ermöglichte die Entschädigung derer, die durch die gleichen Ereignisse (Kriegszerstörungen, Vertreibung und Währungsreform) geschädigten zu unterstützen.
    Es wurden von 1952 bis 1982 insgesamt etwa 3000 DM pro Einwohner umverteilt.


    historischer Rückblick
    Übrigens schon von 1923 bis 1943 gab es genau das Gleiche (nannte sich Gebäudeentschuldungssteuer). Diese betraf alle vor 1918 entstandenen Wohngebäude und sollte die Gewinne der Hyperinflation abschöpfen. Abgeschafft wurde sie zum 1.1.43 zur Personaleinsparung in den Finanzämter mit einer 10fachen Jahresprämie. Allein diese Ablöse betrug 8,1 Milliarden RM. (Die von Herrn A,H, im Wahlkampf 1933 versprochene sofortige Abschaffung wurde natürlich nicht umgesetzt.)

  • Wirklich sehr interessante und aufschlussreiche Diskussion :Gut:


    Ich persönlich erwarte später eine Pension. Würde mich aber gerne noch durch eine selbstbewohnte Immobilie (=freistehendes Haus) absichern. Leider ist das im Raum Frankfurt für Normalverdiener echt utopisch (zumindest wenn man auch sonst noch was vom Leben haben will). Momentan setze ich auf Aktien in Form von Indexfonds (ETF) mit möglichst breiter Streuung (Regional, Marktkapital- und Branchenabhängig). Weiterhin ganz normale Banksparpläne und ein wenig auf Sachwerte (Edelmetall, Werkzeuge etc.) Riester und sonstige Versicherungen meide ich aus den bereits von Anderen genannten Gründen (hohe Gebühren am Ende der Laufzeit und Intransparenz bei der Berechnung, sowie rechtliche Unsicherheit ob das eingezahlte Kapital nicht irgendwann verrechnet wird).

  • Moin, über dieses Thema mache ich mir auch viele Gedanken.


    1) Vor 20 Jahren kaufte ich hier im Aldi ein Päckchen Spaghetti für 29Pfennig.
    Jetzt kostet es 79cent. Der Faktor ist etwa 1:5, und da bei mir die Gehirnwäsche nicht ganz erfolgreich war, traue ich noch meinen eigenen Augen und Rechenkünsten.


    Die Verrechnungseinheit ist gerade der €, und die Wertstabilität und überhaupt diese ganze Währung ist imo für den Arsch.


    Wer will kann sich das ja schönreden, ich gelange allerdings zu der Ansicht, dass wenn es bereits in "guten Zeiten" meine Kaufkraft quasi fünfteln kann über 20 Jahre, dann müsste ich doch verdammt bescheuert sein mit IRGENDETWAS vorzusorgen, was auf einer Währung basiert. Damit meine ich Finanzprodukte wie zB kapitalbildende Versicherungen etc.


    Ergo: Nur was einen innewohnenden Wert hat, das taugt als Wertspeicher. Währungen sind scheixx Wertspeicher auf die lange Sicht. Ich meine nicht nur Edelmetalle, zB eine gepflegte Marken-Blockbandsäge ist auch ein guter Wertspeicher.


    2) In Griechenland, seines Zeichens Mitglied der westlichen demokratischen endgeilen wir holen uns auf unsere Werte einen runter Gemeinschaft, gehen plötzlich die ATMs nicht mehr, egal was Du an Guthaben nach Deiner Ansicht verfügungsberechtigt hast, Krankenhäuser machen dicht, die Rente wird halbiert und erstmal ein halbes Jahr gar nicht ausgezahlt, Unternehmen ein Jahr im vorraus besteuert. Ja klaaar, is ja alles nur weil die Griechen so faul sind und so... bei uns kann das ja nicht passieren...


    Ergo: Eine Zahl auf einem Zettel oder Bildchirm ist a) kein Geld b) kein Wert c) nur solange verfügbar wie Dritte es zulassen.


    3) Ich kann entweder versuchen einen erworbenen Wert zu speichern, oder versuchen etwas zu schaffen, was kontinuierlich Werte generiert, auch wenn ich gebrechlich werde. Wenn man es schafft selbstständig zu arbeiten und die Tätigkeit familienkompatibel und für die Familie partizipierbar macht, gerade über Generationen, dann bietet das u.U. riesen Vorteile. Man kann nie komplett aus Abhängigkeiten herausgelangen, aber wenn schon, dann bitte von den Menschen abhängig die mich mögen.
    Die fortschreitende Zerstörung der familiären Strukturen und der dahinterliegenden jahrtausende überdauernden Wirtschaftskonzepte muss man nicht zwangsläufig mitmachen.


    Ergo: Selbstständig und autark werden (#Selbstermächtigung). In Generationen denken, für die Enkel schaffen, nicht für sich selbst. Da muss ich investieren.


    4) Geld, welches ich für langfristige Reserve/ Investitionen zur Seite lege, aber ohne Schwierigkeiten wandeln können will falls mal Not am Mann ist, geht imo tatsächlich am besten in Gold und Silber, Münzen und Barren. Der Werterhalt über 10-30 Jahre ist deutlich besser als bei unseren diversen Schrottwährungen.


    5) Immobilie kommt für mich im Augenblick nur selbstbewohnt in Frage, versuchen möglichst viel Eigenkapital, und wenn leihen, dann möglichst privat, am besten familiär. Dann bekommen die Leute die Zinsen, wo sie am besten aufgehoben sind. Imo immer einen Teil des Immobilienwertes in Gold liegen haben, um plötzliche Zwangsabgaben leisten zu können.


    6) Statusgeplänkel überwinden, Genügsamkeit. Mein Dacia hat in Holland neu mit 3 Jahren Werksgarantie 8500€ cash gekostet. Ist jetzt 6 Jahre alt und noch 5000€ wert, Reparaturen bis dato incl. Verschleißteile <200€ selbstgemacht. Es fährt.
    Die Alufelgen am A6 von einem Kollegen haben auch 8000€ gekostet, und er hat sich über meine Karre lustig gemacht. Dumm von ihm, sein Problem.


    7) Autarkie. Je weniger ich jetzt und später von anderen erwerben muss, um so einfacher wird es zu finanzieren. Nutzgarten, Holzheizung, geeignetes Grundstück, Hütte, Umfeld, know-how.


    8) Gemeinschaft, Freunde und Familie. Ein eigenes soziales Netz, getragen von Zuneigung und Verantwortungsgefühl ist besser, als ein staatlich öffentliches, in dem Private wildern, und welches auf Gesetzen und Verordnungen beruht, die jederzeit geändert werden können, und durch abstruse Finanzprodukte gedeckt ist.

  • @ Florian 7.) Autarkie
    Altersvorsorge bedeutet ja, daß man im Alter ohne Erwerbstätigkeit sein Auskommen hat. Je weniger ich für laufende Ausgaben dann aufbringen muß, umso besser komm ich mit der Kohle aus.
    Soweit es finanzierbar ist, sollte man auch den Faktor Energie in die Überlegungen einbeziehen:
    das eigene Haus mit PV- und eventuell Kollektoren ausstatten. Was ich an Strom selbst produziere, muß ich nicht kaufen . Was mir die sonne an Wärme liefert muß ich auch nicht kaufen.
    Zukünftig gibts dann noch die Erweiterung > Elektromobilität. Unter Berücksichtigung gewisser Aspekte, hat man dann auch seinen Strom zu Zeiten eines Netzausfalls.
    Muß ja keine 100 prozentige Autarkie und Unabhängugkeit sein, sondern PV könnte eine massive Einsparposition darstellen . Und wenn man in Rente ist , hat man ja hoffentlich die Zeit, Wäschewaschen , Holzsägen , Einkaufsfahrt mit E-Mobil ein bißchen nach dem Sonnenschein zu planen.


    Auch nicht der große Renner, aber ein gewisses Einsparpotential wäre Regenwassernutzung, Brunnen. Wasser und Abwasser werden in den nächsten Jahrzehnten auch nicht billiger.


    Ne Überlegung wäre bei bestehenden Gebäuden auch die Wärmedämmung. Es gibt ja die These , daß die Kosten einer nachträglichen Dämmung möglicherweise nicht während der
    "Restlaufzeit" des Gebäudes armortisieren . Andere Herangehensweise wäre: wenn ich jetzt Geld anlegen will, lege ich es in Dämmung an . Mit der Dämmung spare ich auf jedenfall
    "Kohle" , fraglich wie viel, wobei das auch von der Entwicklung der Energiepreise abhängt, aber sie kann ihren Wert nur im Fall eines Brandes versichern, wenn das Haus nicht versichert ist.
    .


    frieder

  • Zitat von Asdrubal;312565

    Bei Immobilien ist halt problematisch, dass die für den üblichen Haushalt eine große Einzelinvestition darstellen, die dann auf Gedeih und Verderb in einem einzelnen Asset steckt. Wenn ich sehr vermögend bin, kann ich durchaus ein paar gestreute Eigentumswohnungen kaufen. Allerdings würde ich nicht 50% meines Vermögens in eine nicht selbst genutzte Immobilien stecken, weil man da erhebliche Marktrisiken tragen muss. .


    Da frage ich mich auch, warum ausgerechnet (heute völlig übertreuerte) Immobilien als Altersvorsorge hier empfohlen werden.
    In nichts versenkt man so viel Geld wie ausgerechnet dort - dabei ist die Grundregel der sicheren Geldanlage die "Streuung" - "nur wer streut, der rutscht nicht"


    Man geht also mit Immobilien eine enormes Klumpenrisiko ein, setzt alles auf eine Karte, legt alle Eier in einen Korb - das kann nur schiefgehen!


    Dazu kommt, dass man dann "immobil" ist, man kann auf sein Geld nicht zugreifen, wenn es am nötigsten wäre.
    Ganz abgesehen von dem Fakt, dass man sich mit nichts so vom Staat und dessen Wohlwollen abhängig macht, wie gerade mit Immobilien - der Staat allein entscheidet ob die Immobilie Eigentum bleibt oder nicht, was für Zwangsgelder er hier auferlegt usw. usf.


    Und im Alter nutzt einem die Hütte nichts, weil man sie schlicht bei schwindenden Kräften nicht mehr unterhalten kann - wer alte Leute kennt, der kennt deren Probleme ein Haus zu unterhalten.


    Alles in allem ist die Immobilie heute die allerschlechteste Anlage zur Altersvorsorge!
    Warum nicht einfach klassisch Geld ansparen, Edelmetalle kaufen und mit Fremdwährungen absichern?


    Dieses "Geld muss Rendite bringen" führt bei vielen heute zum "Gier frisst Hirn" - Geld muss gar keine Rendite liefern, sondenr einfach nur sicher angelegt sein!

  • @ xsurvivor
    "Alles in allem ist die Immobilie heute die allerschlechteste Anlage zur Altersvorsorge!"
    Wenn einem im Alter das eigene Haus zu groß ist und man auf fremde Unterstützung oder gar Pflege angewiesen ist, kann man im Haus
    jemand aufnehmen , der einem entsprechend der Umstände gegen kostenloses Wohnen unterstützt/betreut.
    Und wenn bis dahin der große Knall noch nicht stattgefunden hat oder nicht unmittelbar bevorsteht, kann man die Immoblie verkaufen ,
    und sich in einem guten Pflegeheim im dann eventuell sicheren Ausland für die letzte Tage niederlassen.


    Wohnraum verliert erst dann seinen Tauschwert, wenn Wohnraum in der betreffenden Gegend ausreichend und billig vorhanden ist,
    wenn zB nach einer Pandemie gerade noch 5 Mio. Menschen in Mitteleuropa leben.



    Frieder

  • [MENTION=8448]xsurvivor[/MENTION]: Das "allerschlechteste" würde ich so auch nicht stehen lassen. Erst mal muss man zwischen selbstgenutzter Immobilie und Anlageobjekt unterscheiden. Erstere ist in den meisten Fällen eine gute Idee; natürlich nicht dann, wenn die Finanzierung nichts mehr zum Leben übrig lässt oder wegen zu niedriger Tilgung übermäßige Zinsrisiken entstehen.


    Meine Kritik bezog sich auf Anlageimmobilien, und selbst die können sinnvoll sein, wenn man über ein sehr gutes Einkommen verfügt, aus den Erträgen die Fremdvwaltung finanzieren kann und der Anlagemix insgesamt stimmt.


  • Hat Dirk Müller gut erklärt, warum die Immobilie das schlechteste Investment fürs Alter ist:
    von wegen man spart Miete - eine Immobilie altert und kostet immer mehr, während der Mieter sein kapital voll verfügbar hat und sinnvoll investieren kann, statt ein Klumpenrisiko einzugehen.
    Bei den heutigen Horror-Preisen verbietet sich eine Immobilie ohnehin von selbst.


    Vor allem ist man nie Eigentümer von so einem Haus - solange Schulden draus sind gehört es vollends der Bank.
    Danach ist Eigentümer immer der Staat auf dessen Gebiet die Immobilie steht. Er kann es den Leuten vorübergehend zum Besitz lassen, aber letztlich bestimmt nur der Staat darüber was mit der Immobilie passiert, ob sie enteignet wird oder mit Zwangsabgaben belastet wird.
    Da kann ich ja lieber gleich in Miete wohnen und vermeide dieses Risiko!


    Dirk Müller erklärt auch, warum Mieter deutlich sorgenfreier leben und weitaus mehr Vermögen (fürs Alter) aufbauen können.


    Deutschland im Immobilien-Rausch

  • Naja, Müller ist zurecht ziemlich umstritten. Und selbst wenn man seine seltsamen politischen Ansichten auslässt, bezweifle ich, dass jemand, der davon lebt, dass er Leuten Aktienfonds (due übrigens schlecht performenl verkauft, ein neutraler Ratgeber zu anderen Anlage- bzw. Vorsorgeformen ist.