Was tun, wenn am Bugout Tag 40 Grad Außentemperatur sind.

  • Was tun, wenn am Bugout Tag 40 Grad Außentemperatur sind ?

    Hat jemand dafür schon ein Konzept? Berücksichtigt ihr so etwas?


    Packgröße

    Da man kaum etwas anziehen kann, müsste man ja eine ganze Garnitur mehr ins Gepäck nehmen, um das gleiche zu haben wie sonst.



    Gewicht

    Plant ihr reduziertes Gewicht bei solchen Temperaturen? Was bleibt zurück ?




    Zusätzliche Ausrüstung

    Was käme zusätzlich rein, was ihr sonst nicht geplant hättet?



    Lebensmittel

    Also selbst mein Corned Beef kocht schon in der Dose. Wasser ist warm wie Kaffee.

    Kaum erfrischend. Wir bräuchten viel mehr Flüssigkeit als geplant.

  • Bei mir müsste improvisiert werden: Zusätzliches Wasser an / in den Rucksack, Ärmel und Hosenbeine hochkrempeln, HAD immer wieder mit Wasser benetzen. Zusätzlich einpacken würde ich außer Wasser nichts. Muss man alles tragen und weniger ist sowieso mehr, wenn es schnell gehen muss. Sonnencreme wäre eine Überlegung, aber da es nicht lebenswichtig ist...


    Bug Out im SHTF: Bei mehreren Tagen "unterwegs" die Märsche erst in den Abendstunden beginnen, in den Vormittagsstunden dann ein schattiges Eckchen suchen.

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Hey,


    interessante Gedanken.


    Man müsste glaube ich unterscheiden ob geplant oder spontan.


    Spontan würde ich natürlich nur mein BOB schnappen. Darin sind 2L Wasser sowie die nötigsten Sachen. Da ich nicht von einem totalem Chaos in Berlin ausgehe, sondern vlt. von einem Wohnungsbrand, Bombenentschärfung etc. würde ich relativ schnell zu Verwanden (5 KM entfernt) kommen (Taxi, Fahrrad, Abholen, Laufen....)


    Wenn es absehbar ist, würde ich wahrscheinlich den Inhalt meines BOBs anpassen. Tendenziell mehr Wasser/Trinkblase und die Kleidung anpassen. Aber das dann halt an die jeweilige Situation angepasst.


    VG wit4r7

  • Weniger: Geht nicht, weil die warmen Außentemperaturen nicht anhaltend sind. Dann würde bei nachlassenden Außentemperaturen was fehlen.


    Mehr: Ja sicher ... neben der kurzen Kleidung alles mögliche zum Thema Sonnenschutz und Sonnenbrandbehandlung, ebenso für weitere Hautbehandlung aufgrund von Mücken, Eichenprozessionsspinner, Pflanzengiftstoffe - alles was wegen der kurzen Kleidung nun direkt die ungeschützte Haut trifft. Desweiteren irre viel mehr an Wasserkalkulation.


    Im Winter bei plötzlichem Extremkälteeinbruch käme die gegenteilige Frage auf, mit gegenteiligen Überlegungen. Auch da käme es stets zu einem erheblichen "Mehr" statt "Weniger".


    All das macht deutlich, welch riesigen Rattenschwanz es mit sich bringt, einen Bugout vorzubereiten. Abgesehen davon, dass der einen wahrscheinlich "vom Regen in die Traufe" führen würde - denn ich weiß nicht, wie weit ich laufen müsste, um aus der Situation wirklich "raus" zu sein.


    Ich frage mich daher, ob es nicht wesentlich (!) leichter möglich ist, seine Daseinsvorsorge vor Ort auszubauen und zu stabilisieren, weil das eine bereits existente Welt ist, die man vielleicht leichter nachbessern kann, als eine komplett neue aufzubauen.


    LG Gode

  • All das macht deutlich, welch riesigen Rattenschwanz es mit sich bringt, einen Bugout vorzubereiten. Abgesehen davon, dass der einen wahrscheinlich "vom Regen in die Traufe" führen würde - denn ich weiß nicht, wie weit ich laufen müsste, um aus der Situation wirklich "raus" zu sein.


    Ich frage mich daher, ob es nicht wesentlich (!) leichter möglich ist, seine Daseinsvorsorge vor Ort auszubauen und zu stabilisieren, weil das eine bereits existente Welt ist, die man vielleicht leichter nachbessern kann, als eine komplett neue aufzubauen.


    LG Gode

    Ja das ist das alte Thema "gehen oder bleiben" was natürlich von der Art des eingetretenen Notfalls/Anlasses abhängig ist
    und wo man vermutlich sehr schnell die falsche Entscheidung treffen kann.
    "Bleiben" klingt erst mal einfacher, das ist so. Aber man müsste ja das tun was richtig ist, nicht das was einfach ist.

  • Mir ist das heute so aufgefallen. Mein BugOutBag wäre für heute nicht optimal. Im Grunde könnte man für die ganze Woche auf die meiste Kleidung, auf Schlafsack, auf Isomatte etc. total verzichten und dafür literweise zusätzlich Wasser schleppen. Selbst ohne die BugOutStrapaze trinke ich wie ein Kamel in der Wüste. Soll man ja auch, sagen die Ärzte. Das Gepäck wird dann ja sehr schnell wieder leichter .;)

  • Wie wäre es wenn man bei der Kleidung auf Zip-off setzt?

    Also Hosen, Hemden oder Jacken, bei denen man Beine und Ärmel abnehmen kann?


    So kann man bei diesen Temperaturen mit kurzen Hosen starten und wenn es kühler wird, die langen Beine dran machen. So kann man ggf. etwas Platz und Gewicht einsparen.

  • So kann man ggf. etwas Platz und Gewicht einsparen.

    und wo bleiben die "Zip-off" Teile :?:


    wenn die im Rucksack verstaut werden bleibt ja das Gewicht bei dir - wenn die off Teile daheim bleiben … :/

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:

  • canuck Ich gehe davon aus, dass Chuck damit sagen wollte, man kann sich ggf. eine zweite Garnitur Wäsche sparen, da ich dank dem Zip Off sowohl "kurz" als auch "lang" darstellen kann.

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    Bertold Brecht

  • Danke Papa Hotel.

    So habe ich es gemeint.

    Die Hitze hat mir wohl auf das Kommunikationszentrum im Gehirn geschlagen.


    Nur die Zip-off Hosenbeine beanspruchen weniger Platz im Rucksack als eine zweite lange Hose.

  • Zipp Off ist ansich eine gute Sache, nur gibts die Hosen nicht immer in brauchbarer Qualität. Hemden habe ich allerdings noch nie gesehen, und meine Daunenjacke mit abzippbaren Ärmeln ist über 20 Jahre alt - da suche ich schon länger eine neue, bisher vergeblich.

  • Ich würde bei 40 Grad nicht mehr und nicht weniger mitnehmen, als im BOB ist.

    Da ich sowieso etwas sonnenempfindlich bin, habe ich immer Sonnenschutz dabei, die Hitze auszuhalten kann man trainieren.


    Früher musste ich öfter mal auch an Länder in der nähe des Äquators auf Montage, und nach einer Weile gewöhnt sich der Körper auch an die Hitze.


    Ich würde die aktuellen Temperaturen als gute Gelegenheit sehen, mal wieder mit einem Spaziergang bei Sonnenhöchststand zu schauen, wie viel mein Körper schon abgebaut hat...


    Das wichtigste ist bei Bugout bei 40 Grad, nicht möglichst weit zu kommen, sondern vorher abschätzen zu können, wie weit man kommt. Und dementsprechend die Planungen darauf ausrichten.

  • Lange Ärmel und lange Hosenbeine sind auch Sonnenschutz.

    Wenn man sie feucht macht kühlen sie.

    Auch der aufgenommenne Schweiß gibt Kühlung bei der Verdunstung.

    Für kurzfristige Spaziergänge benutze ich auch nur ein T-Shirt, bei längeren Aufenthalten in der Sonne liebe ich ein Flanellhemd mit laqngen Ärmeln. Diese kann man ja auch hochkrempeln.

  • Hast du da evtl. ein paar Tipps diesbezüglich?

    Ich glaube, das würde einen neuen Thread füllen, weil es einfach ganz viele Kleinigkeiten sind.


    Am wichtigsten, ist es, auf seinen Körper zu hören, und alles etwas langsamer machen.


    Weniger Fett essen, weniger salzig essen, mehr Zucker und mehr Sauer und scharf.


    Insgesamt weniger essen, mehr trinken.


    Warm oder kalt trinken? Für mich macht das keinen Unterschied, aber die einen schwören auf kaltes Cola, manche trinken nur lauwarmes Wasser.

    Selber ausprobieren.


    Wenn Du merkst, dass du zu schwitzen anfängst, dann mach kurz Pause, auch wenn Du noch nicht erschöpft bist.


    Wenn Du Zeit hast, ein paar Tage einfach rumhängen.


    Langsamer atmen, dafür tiefer.


    Möglichst langsam an die Wärme gewöhnen.


    Klimaanlagen meiden, wo es möglich ist.


    Kleidung anpassen. Lockere und luftige Kleidung, die aber trotzdem möglichst großflächig viel Sonne abhält


    Anstrengungsspitzen vermeiden. Lieber langsamer und dafür gleichmäßig arbeiten.



    ...



    EDIT: habe vergessen, weils für mich selbstverständlich: Die Vorschläge sind natürlich rein subjektiv,

    und funktionieren bei mir. Schon beim Getränk angedeutet: kann vermutlich bei jedem etwas anderes sein.

    Einmal editiert, zuletzt von Opa ()

  • Mhm, das meiste davon praktiziere ich bereits, bis auf mehr Zucker.


    Vielen lieben Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast, die Tipps niederzuschreiben - vielleicht helfen sie ja anderen :)

  • Und gaaaanz wichtig, aber eigentlich selbstverständlich: bei längerem Aufenthalt in großer Hitze unbedingt Kopf bedecken!

    Eine Sonnenstich merkt man meist erst später.

  • Ein stabiler Kreislauf und eine bezogen auf Mineralstoffe ausgewogene Ernährung können auch helfen. Ich nehme an heißen Tagen gerne unterstützend Basica Sport. Gibts in der Apotheke und ist eine Art isotonische Lösung.

    Eine solide Kondition hilft auch beim Bugout bei Normaltemperaturen.


    Gegen Altern kann man nichts machen. Sehr wohl aber beeinflussen, wie man altert. Bisschen Glück (oder Anlage) gehört natürlich auch dazu. Was auch unterschätzt wird, ist das eigene Körpergewicht/-fett. Wenn man stark übergewichtig ist, wirkt das wie eine zusätzliche Isolierschicht um den Körperkern. Das erschwert dem Körper bei heißen Temperaturen und körperlicher Anstrengung die Temperatur zu regeln.


    Warum sollte man Salz reduzieren, wenn man stark schwitzt? Da würde ich bei vermehrter Wasseraufnahme eher verstärkt drauf achten, dass ich auch genügend Salz zu mir nehme.

  • Warum sollte man Salz reduzieren, wenn man stark schwitzt? Da würde ich bei vermehrter Wasseraufnahme eher verstärkt drauf achten, dass ich auch genügend Salz zu mir nehme.

    Das habe ich auch ursprünglich gedacht. Aber wenn Du mal eine Weile in Malaysia warst, wirst Du feststellen,

    dass an deren Speisen Salz für unsere Zungen fast komplett fehlt. Ich hab immer nachgesalzen.


    Als ich das mit dem Nachsalzen aufgegeben habe, war es besser.


    Warum das so ist, weiss ich nicht, aber wenn die Einheimischen gelernt haben, dass wenig Salz gut ist, dann vermutlich für uns auch.



    Nick