COVID-19: Erfahrungen & Austausch

  • @offroader

    Also, "gestreckt" hört sich schon etwas fies an.


    Tatsächlich ist es aber wohl so, dass die Fläschchen mit dem Konzentrat generell eine "Überfüllung" erhalten, damit in jedem Fall genügend Impfstoffkonzentrat enthalten ist. Wird der Impfstoff dann korrekt verdünnt, lassen sich bei sachgerechter Anwendung 6 anstatt der vorgegebenen 5 Impfstoffdosen zu je 0,3 ml entnehmen: https://www.welt.de/regionales…-Konzentrat-gewinnen.html

    Si vis pacem, para bellum.

  • Ich habe mich die letzten 10 Jahre immer gegen Grippe impfen lassen und die Impfung ohne "Probleme" vertragen. 

    Nur ein leichtes Druckgefühl an der Impfstelle, wenn man sich nachts auf die Seite dreht. Ein oder max zwei Nächte. Pipifax....

    Klar gibt Menschen, die anders darauf reagieren. Bei der Grippe-Impfung gibt es auch die "Baby"-Variante. Eine der Damen beim Frauenarzt hat mir davon berichtet, dass sie die "normale" Dosis für zwei Wochen ins Bett schickt (sprich starke Krankheitssymptome) , darum bekommt sie die "Baby-Version" und war ANGEBLICH trotz viel Kundenverkehr seit Jahren nicht mehr an Grippe erkrankt. (Ja, beim Frauenarzt redet man auch über was anderes ;-) )


    Es gibt dort (Grippe) also Alternativen. Vielleicht auch bald eine Corona-Impfung für die empfindlichen.


    Dieses Jahr (2020) hab ich leider keine Grippe Impfung abbekommen.....war zu gefragt und ich zu "jung". Keine Chance an den Impfstoff zu kommen. Leider.

    Aber durch extreme Kontaktarmut wird es hoffentlich trotzdem klappen keine Grippe zu bekommen.

    Haben wir dieses Jahr weniger Impfstoff, oder kommen mehr Leute, die es in den letzten 10 Jahren nicht für nötig gehalten haben sich gegen Grippe zu impfen?

    Hätte vielleicht ein "Abo" abschliessen sollen......? Bis Februar 2020 gabs noch Grippe-Impfstoff ohne "Ente".

    ANGEBLICH hat mein Hausarzt noch immer aktuell eine Warteliste von 200 Personen......und ich lebe in ner Kleinstadt.

  • Grippe Impfung muss der Arzt ein Jahr im vorraus bestellen bzw Bedarf anmelden. Das heißt der Impfstoff der jetzt verimpft wurde wurde Oktober 2019 bestellt. Also haben sich jetzt viele neue Leute dazu entschlossen sich impfen zu lassen. Wir haben in D ca. 20 Millionen Dosen für die normale Grippe.

  • Bei uns in der Fußgängerzone hat es schon Ladenschließungen gegeben. Es fällt optisch noch nicht so auf - momentan stehen noch weihnachtlich dekorierte Tannenbäume davor - und es sind auch sehr wenige Leute unterwegs. Aber so ab sagen wir Mai wird es unübersehbar werden. Es gab in den Vorjahren schon Probleme mit dem Herumlungern von "Männern" (ihr kennt den Code) und Vandalismus, Sachbeschädigung, Brandstiftung. Jetzt denke ich, dass die Anzahl der noch "gesunden", also wirtschaftlich überlebensfähigen Läden und Betriebe (wie Friseur, Bäcker, Restaurant) droht, unter eine kritische Masse zu sinken. Wenn dann erstmal ein erheblicher Leerstand besteht und der Vandalismus zunimmt, wird es schwer sein, diese Einkaufszone als solche zu erhalten. Das ist keine Frage einer Paketsteuer oder so, sondern: welche Betriebe schaffen die Anpassung an veränderte Kundennachfrage? Welche haben den langen Atem, um immer wiederkehrende Lockdowns zu überstehen? Der Fahrradladen könnte z.B. eine mobile Werkstatt aus dem Lieferwaren heraus betreiben, denn es gibt hier viel Radtourismus auf den Fernwanderwegen. Der Verkauf, sofern er sich gegen den Internethandel behaupten kann, muss nicht in der vandalismusgefährdeten Innenstadt erfolgen.

    Es gibt hier mittlerweile kleine Inseln der Fröhlichkeit, wie rasch aus ein paar Brettern zusammengezimmerte Punschbuden und Nachbarschaftsfeiern, alles im kleinen Kreis und ohne die Schnapsleichen, die man immer nach Veranstaltungen des Stadtmarketings fand. Ich hoffe, dass diese kleinen Wiederbelebungen der Kultur sich halten können, und würde im Gegenzug solche Versorgungsposten wie Frauen usw.-Beauftragte, Stadtmarketing usw. abwickeln. Labern und Bespaßen von oben helfen in dieser Situation überhaupt nicht, im Gegenteil. Jetzt wo sie schweigen (müssen), kann sich neues entwickeln. Und was die Frauen usw. betrifft, steht und fällt alles mit einer verlässlichen Kinderbetreuung. Ohne Worte und Forderungen.

  • Die meisten Läden in den Innenstädten schliessen aber nicht wegen Corona sondern Corona hat ihnen den Rest gegeben. Wenn ich mir die Einkaufszeile der Innenstadt bei uns so ansehe ist das Zielpublikum 75+. Die Kunden sterben ihnen einfach altersbedingt irgendwann weg. Die Preise liegen gute 30 - 40% über dem was ich andernorts zahle. Und dabei sind das Angebot meistens beliebige Marken/Edelklamotten.

    Echter Fachhandel dagegen kann sich bei uns in der Gegend sehr gut halten. Diesen findest du aber schon seit mehr als 10 Jahren nicht mehr in den überteuerten Innenstädten. Und um die Fahrradhändler mache ich mir überhaupt keine Sorgen die erleben ja gerade einen echten Boom. Der Händler bei mir um die Ecke hat den Laden nahezu leer stehen weil er alles verkauft hat.

    -= NUNQUAM NON PARATUS =-

  • In Österreich gibt es seit mehreren Jahren schon ein größeres Angebot an Geschäftsflächen als Nachfrage.


    Lt. Zeitungsberichten wird sich das durch die Pleitewelle, die durch Corona auf uns zukommt noch verschärfen.


    Man darf gespannt sein, ob sich das in sinkenden Mieten wiederschlägt, denn eines ist klar: Ein halbleeres Einkaufszentrum zieht kein Publikum an.

  • Das sehe ich auch so: Corona beschleunigt nur eine Entwicklung. Der Einzelhandel hat schon lange schwer zu kämpfen, und das gilt nicht nur für die wenigen noch vorhandenen inhabergeführten Läden, sondern inzwischen auch für die Ketten. Die sind halt vom Onlinehandel schon seit Jahren bedroht. Der Lockdown beschleunigt nur eine Entwicklung, die ansonsten vielleicht noch zehn Jahre gedauert hätte. Unter dem Strich werden sich die Innenstädte verändern. Der Handelsanteil in den Flächen wird weiter zurückgehen. Ich glaube auch nicht, dass Gastro diesen Flächenverlust auffüllen kann, wie das in den vergangenen Jahren geschehen ist. Da ist auch irgendwann ein Überangebot erreicht, für das es keine ausreichende Nachfrage gibt. In wachstunsstarken Städten werden sicher Wohnnutzungen in ehemalige Handelsflächen rücken. In insgesamt schrumpfenden Städten wird es allerdings eher schlecht aussehen.

  • Ich war Ende Februar '20 das letzte mal in der nächstgelegenen City (Vater zum Facharzt gefahren) und dann zum Zeit rumbringen in diversen Läden der Innenstadt. Einhelliger Tenor, bei allem was ich gesucht hätte (Outdoorsektor, immerhin in 4 verschiedenen Geschäften): "Haben wir nicht, führen wir regulär auch nicht, können wir aber bestellen und in drei Tagen können Sie's hier im Laden abholen..."


    Ja nun - bestellen kann ich es selbst, und drei Tage später bringts mir der Zusteller zuhause an die Tür. Weil dann im Netz gekauft, sind die Preise günstiger und die Versandkosten dann im Vergleich zum Einzelhandelspreis locker mit drin. Nicht zu vergessen, dass das Parkhaus auch ordentlich gekostet hatte...


    Für sterbende Innenstädte ist Corona nicht die Ursache, aber auf jeden Fall ein Brandbeschleuniger.

    Si vis pacem, para bellum.

  • Wobei man imho auch selbstkritisch sagen muss, dass wir Konsumenten anspruchsvoller geworden sind. Früher ging man mit einer ungefähren Vorstellung in ein Geschäft und nahm dann das, was die Mitarbeiter dort empfohlen haben. Heute hat man oft auf Grundlagen von Informationen aus dem Netz eine sehr genaue Vorstellung, was ein Produkt können muss. Da ist es klar, dass die Geschäfte mit ihrem notwendigerweise beschränkten Sortiment und dem auch nicht immer optimalen Fachwissen der Angestellten nicht immer exakt das Gewünschte da haben können. Allerdings sehe ich es auch nicht ein, etwas zu kaufen, das ich eigentlich im Detail so nicht haben möchte, nur um dem stationären Einzelhandel das Überleben zu sichern.

  • Naja, drei Teile meiner imaginären Einkaufsliste waren 2 Paar Schnürsenkel und 1x Einlegesohlen für Lowa-Trekkingstiefel :D


    Alle 4 Läden waren Fachgeschäfte, die regulär Schuhe von Lowa im Sortiment führen. Aber es hilft mir nix, wenn es in einem von 4 Läden dann doch immerhin je 1 einziges Paar Schnürsenkel mit der jeweils richtigen Länge gibt, eins mit der richtigen Länge aber leider in Rot/Pink, bzw. das andere in der zweiten richtigen Länge in Quietschneongrün ist :P

    Ich hab mal ganz "generös" angenommen, dass das wohl die Restbestände bzw. Ladenhüter waren, die man mir dann zum regulären Einzelhandels-VK verkaufen wollte...

    Si vis pacem, para bellum.

  • Alle 4 Läden waren Fachgeschäfte, die regulär Schuhe von Lowa im Sortiment führen

    Mich wundert immer wieder wie diese "Markengeschäfte" überleben können, die nur, wie bei uns Schöffel / Lowa verkaufen.


    Ich denke solche Shops sind kaum wirtschaftlich zu führen und dienen in erster Linie dem Marketing und Prestige einer Marke und sind die ersten, die wegrationalisiert werden, wenn es nicht gut läuft. Und das führt besonders in Einkaufszentren zu einem massiven Leerstand.

  • [...] Der Handelsanteil in den Flächen wird weiter zurückgehen. [..]

    ... nachdem der erstmal massiv zugenommen hat(te). In meiner nächstgelegenen Stadt bin ich seit etwa 30 Jahren "unterwegs". Vor, hm, 15 Jahren gabs da "von jetzt auf gleich" den Trend, dass aus einem größeren Laden zwei oder sogar 3 kleinere Läden wurden. Da fallen mir spontan nur im Bereich der Fußgängerzone locker 8 Gewerbe-Immobilien ein, die dahingehend umgebaut wurden (klar, macht aus Besitzersicht ja auch Sinn, aber...).


    Sicherlich toll für Nischenprodukte (sofern die dann auch die Laufkundschaft anspricht), nur haben sich die meisten eben doch nicht gehalten. Ergebnis: Dönerfizierung und zig Handyläden :|

    Si vis pacem, para bellum.

  • Die Aufteilung ändert allerdings nichts an der Handelsfläche insgesamt. Döner-, Handy- und Euroläden, Versicherungsafenturen etc. sind oft eine Lösung, wenn die Vermieter sonst keine Nutzer mehr finden. Aber das ist imho auch nur ein Zwischenschritt in der allgemeinen Abwärtsentwicklung.

  • Mich wundert immer wieder wie diese "Markengeschäfte" überleben können, die nur, wie bei uns Schöffel / Lowa verkaufen.

    [...]

    Man bedenke, ich wohne hier im Voralpenland, das Chiemgau mitsamt aller Ausflugsziele und den Wandergebieten ist nicht weit... was macht denn so ein Hamburger Urlauber - lässt der sich seine Online-Bestellung (weil er keinen adäquaten Ersatz für seine gerissenen Schnürsenkel in der Stadt bekommen konnte) dann ins Hotel oder die Ferienwohnung liefern?


    Speziell von Lowa gibts ein Testcenter, direkt am Parkplatz von der Kampenwand-Bahn, nach dem Motto: Ausleihen, ausprobieren, ggf. kaufen: https://lowa.de/finde-deinen-s…er/deutschland/kampenwand

    Si vis pacem, para bellum.

  • [...]und Euroläden, Versicherungsafenturen etc. [...]

    Stimmt, die zwei habe ich vergessen.


    Was mir aber auch ganz deutlich aufgezeigt wurde:

    komm' bitte Shoppen in die City, aber selbst als Landbewohner dann idealerweise mit dem ÖPNV - und wenn du doch mit dem Auto fährst, kein Problem, die Parkpreise der wenigen Parkhäuser- und Plätze sind schließlich gestaffelt und zu den Arbeitnehmer-Shoppingzeiten dann einfach dementsprechend teuer.


    Mal angenommen, ich fahre also mit dem Zug (zu den Stoßzeiten 1x pro Stunde) in die Stadt (einfache Strecke etwa 7 Euro/Person) dann habe ich natürlich einen Rucksack/Tasche/Behältnis dabei, denn irgendwie müssen die etwaigen Einkäufe ja auch wieder mit dem Zug mit nach Hause. So, und da gehts schon los, dass ich mich in fast jedem Laden blöd anreden lassen darf, nach dem Motto "den Rucksack hätten Sie aber mal im Auto lassen können" X(

    Freude kommt da ganz sicher nicht auf. Und dann soll man richtig ausgiebig shoppen, am besten noch alle Familienmitglieder zusammen, ohne dass einer dann gefühlt 5x zum Parkplatz zum Einkäufe im Auto deponieren rennen kann/muss...?

    Si vis pacem, para bellum.

  • Für sterbende Innenstädte ist Corona nicht die Ursache, aber auf jeden Fall ein Brandbeschleuniger.

    Genauso sehe ich das auch, der Einzelhandel / Fachhandel überlebte doch in den letzten Jahren fast ausschliesslich von Leuten die wenig oder gar nicht mit " dem Internet" umgehen können.


    Was man dann nicht vorrätig hatte wurde wurde für den Kunden schnell bestellt. Bzw. seit der Abschaffung der Papierkataloge hatte man dort einen kleinen "Aufschwung" von älteren Kunden.


    Doch diese Situation ist ein Auslaufmodell, mittlerweile ist fast flächendeckend Internet vorhanden und - so ist es zumindest bei mir und meiner Schwester- wird viel durch Verwandte im Internet bestellt.

    ( Kauf bei Amazon - Lieferadresse = meine 80 jährige Mutter )

  • Bei mir kommt nun ein wenig das Gefühl auf, als würden sich einige richtiggehend über den Niedergang freuen. Aber vielleicht täusche ich mich da auch.


    Ich stehe dem Detailhandel ein wenig zwiegespalten gegenüber.


    Zum einen bin ich sicher nicht bereit, in einem Geschäft mehr zu zahlen, wenn ich dafür keinen Mehrwert erhalte.

    Beispiel: Als ich vor Jahren das letzte Mal in einem Mediamarkt war und den Verkäufer fragte, ob die Tonerkartusche auch mit meinem Drucker kompatibel sei, musste der zuerst tatsächlich googeln gehen. Ich konnte wohl noch froh sein, dass er den Unterschied zwischen Tintenstrahdrucker und Laserdrucker kannte.


    Andererseits bin ich gerne bereit, im lokalen Geschäft etwas mehr zu zahlen, wenn ich dafür eine wirklich kompetente Beratung und Serviceleistung auch nach dem Kauf erhalte.

    So würde ich nie Küchengeräte aus Deutschland kaufen, welche von polnischen Arbeitern montiert werden, welche mich kaum verstehen. In einem Garantie- oder Pannenfall weiss ich, dass spätestens am übernächsten Tag jemand vorbei kommt und das ist mir hier der Aufpreis wert.

    Edit: Sorry, nicht persönlich nehmen. Ich habe das so geschrieben, weil es bei meinem Schwiegervater tatsächlich so vorgefallen ist. Am Ende musste der lokale Handwerker für zusätzliches Geld deren Schäden beheben.


    Ich würde nicht per se sagen, dass der Wegbruch des Detailhandels immer gut/sinnvoll/nötig... ist.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

    Einmal editiert, zuletzt von Chuck Noland ()

  • Der Detailhandel leistet nicht zuletzt auch einen wichtigen Beitrag zum Wohlergehen einer Region. Wenn alles nur noch via diverser Plattformen aus Fernost produziert und geliefert wird ist das zwar für den Konsumenten billig, aber die Rechnung wir das Allgemeinwesen tragen in Form von Arbeitslosen oder der Bevölkerungsabwanderung ganzer Regionen. Denn warum soll ich dort wohnen bleiben wo ich weder Job noch Auskommen habe? Was passiert wenn alles in Fernost produziert wird um die Gewinnspanne zu erhöhen haben wir im Frühjahr 2020 gesehen wo doch einige sehr wichtige Artikel wie Hygienemasken einfach nicht oder sehr spät geliefert wurden. Diese "Geiz-ist-Geil" Mentalität wird dann sehr schnell destruktiv.

    Ich selber kaufe eigentlich sehr gerne vor Ort ein, vor allem bei teureren Anschaffungen. Da halte ich das Wunschobjekt vor dem Erwerb doch gerne mal in der Hand um Haptik und Qualität mit meinen eigenen Augen zu prüfen. Klar kann man auch Internetkram retournieren wenn es einem nicht passt, aber für mich gehts wirklich nicht ohne "Vor Ort" Beratung und Betatschung. Vor allem wenn ich einen zuverlässigen regionalen Händler habe werde ich auch in Zukunft lieber dort einkaufen, auch wenn es mich ein paar Cent mehr kostet.

    Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren. - Abraham Lincoln