Ideen und Wirklichkeit - was hat sich bewährt und was nicht?

  • Mit den bevorstehenden (und Stand heute teilweise bereits umgesetzten) Ausgangsbeschränkungen, Grenzschließungen, stellenweise leeren Regalen, massiven Eingriffen in das gesellschaftliche Leben und die noch möglichen massiven wirtschaftlichen Verwerfungen sind wir m. E. nun mitten drin: im SHTF-Szenario. Vielleicht wird daraus auch noch ein TEOTWAWKI. Jedenfalls ist die nächsten Wochen erst mal ein Bug-in angesagt.


    Die Anhäufung von Buzz-Words aus der Prepperszene macht bestimmt schon deutlich, worauf ich mit diesem Thread hinaus will: losgelöst von den tagesaktuellen Informationen und Erfahrungen rund um die Coronakrise würde ich gerne eure Gedanken zu den immer wieder diskutierten Eckpfeilern der Krisenvorbereitung hören. In den Jahre der Vorbereitung war das Allermeiste für uns Theorie. Man konnte es durchdenken und versuchen, sich in potentielle Krisensituationen hineinzuversetzen. Eben Planspiele. Jetzt wird aus der fernen Idee unmittelbare Realität. Echtes Leben, mit allen Herausforderungen und Kleinigkeiten. Das würde ich gerne gegeneinander halten.


    Dinge, die immer wieder lebhaft diskutiert wurden, und die man nun auf den Prüfstand stellen kann:


    1. Richtigen Zeitpunkt zum Handeln erkennen - ist das möglich?
    2. Bug-in oder Bug-out?
    3. Sicherer Ort?
    4. Fluchtfahrzeug?
    5. Lone Wulf oder Service-to / with-others?
    6. ??


    Richtigen Zeitpunkt zum Handeln erkennen - ist das möglich?

    Zentrale Entscheidungen bei der Krisenvorsorge hängen davon ab, dass man rechtzeitig handelt. Zum Beispiel "vor allen anderen" aufbricht, um einen sicheren Ort zu erreichen. Oder außer Landes flieht. Oder Urlaub nimmt und sich zu Hause einigelt etc.


    Je nach dem für welche Handlungsmöglichkeit ihr euch in der Coronakrise entschieden habt, würdet ihr sagen, dass ihr den Zeitpunkt zum Handeln erkannt habt? Konntet ihr rechtzeitig von Normalität auf Krise umschalten?


    Ich kann das für mich nicht sagen. Bei mir läuft der Alltag mit allen Einschränkungen weiter. Urlaub habe ich bislang nicht eingereicht, um mich zu Hause einzuigeln (= meine Strategie).


    Bug-in oder Bug-out?


    Darüber wird ja gerne lebhaft diskutiert. In der Coronakrise erscheint mir ein Bug-in aktuell sinnvoller. Weglaufen geht bei einem weltweite Ereignis nicht wirklich. Und ob jemand für Wochen oder gar 2 Monate in Mitteleuropa im Wald überleben kann? Kann ich mir schwer vorstellen. Jedenfalls nicht, ohne sein Alltagsleben (Job, Wohnung, Familie) aufzugeben.


    Ja, wenn man zu den 5 % Reichen oder VIPs gehört, dann geht das. Sind nicht wenige Stars und Sternchen vorübergehend in eine Almhütte oder auf eine private Yacht geflüchtet. Aber für die Normalos unter uns? Ist jemand mit seinem INCH-Rucksack aufgebrochen?


    Was man möglicherweise noch gut gebrauchen könnte, ist eine gepackte Krankenhaustasche. Mit Hygieneartikeln, Unterwäsche, Radio + Kopfhörern, Kleidung etc. Eben ein Bug-out-Bag.


    Sicherer Ort?


    Seid ihr nun (schon) an eurem sicheren Ort? Wenn nein, warum nicht?


    Was sich aus meiner Sicht sehr schnell zerschlagen hat, war die Vorstellung, man könne sich an einem anderen Ort oder in einem anderen Land vorübergehend in eine Pension oder Ferienwohnung einmieten. Dem Szenario eines Bug-outs / Sicheren Orts wurde ja sehr schnell und gründlich der Riegel vorgeschoben. Selbst wenn man den richtigen Zeitpunkt schon sehr früh erkannt hätte, wäre man als Tourist mittlerweile zum Verlassen des (Bundes-)Landes aufgefordert worden!


    Bestätigt hat sich für mich allerdings die Vorstellung, dass es einen "sicheren Ort" in einer solch umfassenden Lage (weltweite Katastrophe) nicht gibt. Allenfalls die privaten Hochsee-Yachten oder einsam gelegenen alpinen Berghütten kämen mir dafür in den Sinn. (Bunkeranlagen halte ich auf Dauer nicht für lebenswert und schon gar nicht für sicher.)


    Was ist mit der Idee der Bergdörfer und Selbstversorgerhöfe? Seid ihr mit eurem Kernteam bereits auf Selbstversorgung eingeschwenkt oder habt es in naher Zukunft vor? Jetzt ist das Frühjahr da und es müsste gesät werden.


    Fluchtfahrzeug?


    Was ist nicht alles über das perfekte Bug-out-Vehikel geschrieben worden. Geländegängig, um Staus zu umfahren; geräumig, um Ausrüstung und Vorräte unterbringen zu können; mit WC, Bett und Küche für den Komfort; und mit Tarnnetz, möglichst mit Infrarotschutz.


    Habt ihr es bislang sinnvoll einsetzen können? Die Grenzen sind international sehr schnell geschlossen worden. Da Hotels, Pensionen und Campingplätze nicht mehr aufhaben, bleibt nur noch Bug-out abseits der Zivilisation. Ähnelt dem Yacht-Szenario. Funktioniert das für jemanden?


    Lone Wulf oder Service-to / with-others?


    Das wird sich m. E. erst noch herausstellen müssen, was besser funktionieren wird. Durch die Quarantäne und Ausgangsbeschränkungen favorisiert es für den Augenblick das "Lone-Wulf-Szenario". Langfristig wird es aus meiner Sicht aber nur gemeinsam funktionieren. Gerade der "Wiederaufbau" bzw. das Meistern von alltäglichen Herausforderungen. Vielleicht auch der Tauschhandel: Klopapier gegen Nudeln. :)


    ??


    Was habe ich vergessen? Was wollt ihr ergänzen? Gibt bestimmt noch viele weitere Klassiker aus der Krisenvorbereitung, bei denen man jetzt Idee und Wirklichkeit miteinander vergleichen könnte.

  • Richtigen Zeitpunkt zum Handeln erkennen - ist das möglich?

    Jein, richtiger Zeitpunkt um zuhause zu bleiben geht als Arbeitnehmer mit begrenzten Urlaubstagen nun mal nicht. Ab 1. Februar 2020 zuhause geblieben? Willkommen zurück am Arbeitsplatz nächsten Montag...

    Richtiger Zeitpunkt um sich zu überlegen was man noch so an Lebensmitteln, Medikamenten und (sic!) Toilettenpapier braucht? Ja. Habe ich gemacht. Deswegen sind mit die leeren Regale im Bereich Nudeln und TP auch vollkommen egal.


    Bug-in oder Bug-out?

    Ich wohne in einem Einfamilienhaus, Ortsrandlage, in einem kleinen Dorf im Bereich Neckar-Alb. Natürlich bleib ich hier.

    -> Falsches Szenario für Bug-Out


    Sicherer Ort?

    Die Innere Sicherheit ist gegeben (es gibt keine "marodierenden Banden"). Also warum soll ich in einer Jagdhütte auf der Schwäbischen Alb ohne fließendes Wasser und Zentralheizung wohnen? Abgesehen davon geht das Leben weiter, sprich ich muss am Montag zur Arbeit. Die Freizeitaktivitäten (Sport, Kino, Essen gehen, Shopping, etc.) sind eingeschränkt / nicht mehr vorhanden. Aber das sonstige Leben geht seinen Gang.
    -> Falsches Szenario


    Fluchtfahrzeug?

    Ein Fluchtfahrzeug brauche in einem "Hurricane Katrina in New Orleans" Szenario. Wenn ich die Region verlasen muss. Ist hier nicht gegeben.

    -> Falsches Szenario


    Lone Wulf oder Service-to / with-others?

    Im Freundeskreis helfen wir uns. Whatsapp-Gruppe. Bisher aber alles OK. Keiner von uns würde sich auf der Arbeit oder im Sportverein als "Prepper" bezeichnen. Die "BKK Vorräte" und mehr haben aber alle zuhause.

    Uns geht es eher darum, diejenigen (bzw. deren Familien) die in Blaulichtorganisationen (Feuerwehr, Rotes Kreuz, THW) sind zu unterstützen wenn sie "einrücken" müssen. Wenn "Kamerad Müller" mit dem THW ausrücken muss, bekommt seine Familie Unterstützung. Und wenn es "nur" Kaminholz-Spalten ist.

    Meine direkten Nachbarn rechts und links (Rentner, Risikogruppe) haben Kinder die hier im Dorf wohnen und oft vorbeischauen. Da brauche ich mich nicht drum kümmern.

  • 1.

    Zum richtigen Zeitpunkt:

    In diesem Falle war er klar zu erkennen.

    Ich habe plötzlich Anfang Februar siet länger Zeit mal wieder 30kh Nudeln gekauft, weil es ja schon in der Luft lag.

    Bis vor 2-3 Wochen wäre das aber auch als Nachzügler noch möglich gewesen.

    Der limitierende Faktor ist nach meinem Dafürhalten das Vermögen Situationen einschätzen zu können. Das lernt man in m. A. am besten wenn man recht kritisch ist und sehr genau beobachtet und mit Berichten ähnlicher Geschichten abglwicht.


    2. Wir bleiben zu Hause, ist ja noch nix wildes passiert.


    3. Nö, warum sollte man das jetzt tun? (Ausser man ist Städter und hätte eine entsprechende Option).

    Wir haben ein solches echtes Ausweichquartier und ich war heute da und habe m nach dem Rechten gesehen.

    Das ist aber derzeit sehr unbestückt.


    4. Die meisten Mensch, die ich kenne, die ein Fluchthahrzwug haben, idealerwiese immer so ein Klimbim wie unimog oder Rover, alles immer irgendwas auffälliges und martilisches, sind meist um die 50, leicht adipös und haben irgendwelche Zielmarkierungen in Form von Patches auf den Jacken.

    Ich halte davon nix.


    Gruß


    Tid

  • 1. Richtigen Zeitpunkt zum Handeln erkennen - ist das möglich?

    Ich habe am 24.01. noch versucht, bei einem großen Händler meinen vorhandenen Bestand an FFP3-Masken aufzustocken, Bestellung wurde dann am Montag den 27.01. vom Händler storniert. Da klappte aber wenigstens noch eine kleine Bestellung von 10 Stück bei einem anderen, unbekannteren Händler - der keine 3 Tage später ebenfalls leergekauft war.


    Die ohnehin vorhandenen Nahrungsvorräte wurden dann in der letzten Februarwoche kräftig aufsgestockt, bevor alles leergekauft und/oder Mengenbeschränkungen eingeführt wurden.

    Die darauffolgenden 14 Tage lang habe ich dann noch eine Bedarfs-/Verbrauchsanalyse vorgenommen und dann nochmal den Ergebnissen entsprechend für den Gefrierschrank eingekauft.


    2. Bug-in oder Bug-out?
    Da ich auch einen Hof und großen Garten ums Gebäude habe, ganz klar Bug-in, zumindest betreibe ich das (bis auf 3 Ausnahmen, 2x einkaufen, 1x Getränke für meinen Vater) nun seit 1 Monat.


    3. Sicherer Ort?
    Steht mir ohnehin keiner zur Verfügung. Ich hab zwar eine rudimentäre Hütte, die ist aber verpachtet an einen Teilzeit-Zivilisationsflüchtling, ausserdem befindet die sich im gleichen Ort.


    4. Fluchtfahrzeug?

    Ist mein reguläres Auto, ein Octavia Scout. Ich habe derzeit sogar eher weniger Ausrüstung als sonst im Fahrzeug, dafür aber aktuell die Sitze für mehr Ladefläche umgeklappt, falls ich schnell losmüsste, um Vorräte zu ergänzen.


    5. Lone Wulf oder Service-to / with-others?

    Wenn einkaufen für Risikogruppen (betagter Vater u. seine Lebensgefährtin sowie eine in der Altenpflege tätige Nachbarin) auch zählt, dann Service-to-others.

  • Generell:

    Was mich an "Internet-Preppern" (nicht hier in diesem Forum!) nervt ist das Schwarz-Weiß-Denken. Zwischen "FPCON NORMAL" und "Grab your AK and go into the woods" gibt es da nichts... Die Beschreibung von TID passt da ganz gut "Zielmarkierungen in Form von Patches auf den Jacken" aka "Shoot me first". Ausrüstung ist alles, aber nicht in der Lage 5km zu joggen und noch nie mehr als eine Nacht in einem Zelt gepennt. Aber von INCH-Rucksack und "autark im Wald leben" faseln.


    Ich habe z.B. einen "Krankenhaus-Rucksack". Der ist genau dafür da wofür der Name steht: ein Krankenhausaufenthalt

    Wenn ich morgen einen Verkehrsunfall habe und stationär aufgenommen werde kann den ein Familienangehöriger oder ein Freund ins Krankenhaus bringen und ich habe Unterwäsche, Schlafanzüge, MP3-Player, Buch, etc.

    Das ist kein BoB oder INCH! Soll es auch gar nicht sein. Ich trage zuhause nie Schlafanzüge, also ist es schonmal egal ob die im Schlafzimmerschrank liegen oder im Rucksack. Dito mit dem anderen Zeug.


    Verschiedene Szenarien, verschiedene Herangehensweisen!


    Wobei es natürlich Überschneidungen gibt. Wenn ich Nahrung für 14 Tage "Blackout" zuhause habe, hab ich auch jetzt genug zu essen. Trotzdem gab es heute Abend (aus der Tiefkühltruhe) Zebra-Steak und nicht EPA auf dem Esbit-Kocher...

  • Wer nutzt denn jetzt seinen Notvorrat und seine Masken?


    Ich hab das Gefühl ich bin der einzige.


    Wozu hab ich das, wenn ich es im Krisenfall nicht verwende?

  • Am Notvorrat bin ich noch nicht dran. Da ich das letzte Mal Dienstag

    einkaufen war, steht der nächste Einkauf am kommenden Dienstag,

    morgens um 7 Uhr an; mit der Uhrzeit habe ich vor vier Tagen eine

    gute Erfahrung gemacht. Beim nächsten Einkauf das erste Mal mit

    Maske und Handschuhen.

  • Zu 1.

    Der Zeitpunkt war eher leicht zu erkennen. Für mich waren erste Zeichen Mitte Jänner und dann noch mal Anfang Februar sehr deutlich.
    2. und 3. und 5. BUGIn zu Hause. Es gab kurze Überlegungen an einen anderen Ort zu reisen. Für diesen Fall war dann die eventuell doch nötige medizinische Versorgung der Grund in Österreich zu Hause zubleiben. Auch weil sich für uns Anfang Februar das Gefühl einstellte, das diese Situation besser in Gruppen zu bewältigen sein wird.
    4. da ist schon alles gesagt.


    Cephalotus Wir sind noch in der ausgeweiteten Rotation (Einkauf ca. alle 10 Tage) Masken verwende ich nicht, habe ich nur für den Fall das im Haushalt eine Erkrankung auftritt.

    Gsund bleiben

    Keep clam and chive on

  • @Cephalotus

    Ich bin Jäger und habe die Masken (sowohl OP als auch FFP) schon länger um Füchse abzubalgen (Fuchsbandwurm). Deswegen auch zig Packungen Einweghandschuhe, ziehe ich generell beim Wild aufbrechen und zerlegen an. Hab das Zeug also nicht jetzt erst angeschafft.


    In der aktuellen Lage sehe ich den Zweck eher darin wenn ich einen positiven Familienangehörigen pflegen müsste.

    Ich habe meine Supermarkt Einkäufe quasi ausgesetzt, nur einmal die Woche für Obst etc. Kurz vor Ladenschluß um 20 Uhr ist da kein Mensch mehr unterwegs. Also keine anderen Kunden die vor und hinter einem in der Schlange an der Kasse stehen. Daher keine Maske. Hände werden vor dem ins Auto steigen desinfiziert.

  • Cephalotus

    Maske habe ich für möglicherweise notwendige Ladenbeauche seit letzter Woche einsatzbereit im Auto liegen.

    Da wir aber seit 1 Woche keinen Laden mehr betreten haben gab es keine Notwendigkeit.

    Wir leben derzeit nicht vom Voorat, kaufen aber eben nicht mehr ein. Die Frage ist, wie man Vorrat definiert, letztlich sind wir schon dabei die Vorräte zunutze, wobei wir 3 Wochen eh immer im Hause haben, also für uns das noch ncith zählt.


    Gruß


    Tid

  • Wer nutzt denn jetzt seinen Notvorrat und seine Masken?


    Ich hab das Gefühl ich bin der einzige.


    Wozu hab ich das, wenn ich es im Krisenfall nicht verwende?


    Auf den Notvorrat greifen wir bereits zurück, um nicht mehr so häufig und umfangreich einkaufen zu müssen. Aber auch, um tatsächliche Versorgungslücken (Toilettenpapier) auszugleichen. Es gibt im ganzen Tal seit einer Woche in den Läden kein Toilettenpapier mehr ...

    Außerdem hat die Firmenkantine seit ein paar Tagen nur noch eine sehr eingeschränkte Menüauswahl. Da greife ich lieber zu Mitgebrachtem.


    Die wenigen Masken, die ich habe, setze ich noch nicht ein. Da halte ich es wie Der_Stuffz. Ich glaube auch, dass ich sie noch dringender bei einem FW-Einsatz in der Zukunft brauchen könnte. Eine KH-Evakuierung mit Coronapatienten wäre z. B. so ein Fall. Dagegen ist Einkaufen im leeren Supermarkt überschaubar riskant.


    Doch zurück zur Eingangsfrage. Viel hängt ganz sicher auch vom jeweiligen Szenario ab. Aber was wäre z. B. bei einem flächendeckenden Stromausfall so viel anders? Reisen könnte man auch nicht mehr oder jedenfalls sehr eingeschränkt. Die Sicherheitslage wäre eine andere als heute ... wobei ich das noch nicht abschließend beurteilen will. Ein paar Wochen häuslicher Quarantäne können auch noch zu „interessanten“ Reaktionen führen.


    Ich stelle für mich fest, dass die romantische (?) Vorstellung, man sitzt als einer der Wenigen vorbereitet zu Hause und wartet die Krise einfach ab, ziemlich weltfern ist. Dazu ist man zu sehr in die Gesellschaft eingebunden. Arbeit, Familie, Vereine etc. Wenn die anderen nicht vorbereitet sind, hat das sofort Auswirkungen auf die eigene Situation. Mit gefangen, mit gehangen, sozusagen.


    Insofern hat sich für mich die Annahme bestätigt, dass das eigene Umfeld ebenfalls vorbereitet sein sollte. Und die Aktivitäten dahingehend, dies zu fördern, sind wichtig. Leider zeigt die Realität, dass viel zu wenige tatsächlich nennenswert vorbereitet sind. Ich habe auch nicht die Illusion, dass sich das nach der Coronakrise dauerhaft ändern wird.

  • 1. Richtigen Zeitpunkt zum Handeln erkennen - ist das möglich?
    2. Bug-in oder Bug-out?
    3. Sicherer Ort?
    4. Fluchtfahrzeug?
    5. Lone Wulf oder Service-to / with-others?
    6. ??

    1. Ja, ist sicher möglich. Im aktuellen Fall war es ab Mitte Februar eindeutig abzusehen.


    2. Bug-in Szenario


    3. Ja, bin ich. Nachdem es global ist, gilt aber gleiches für den SO im SL.


    4. Im Pandemiefall müsstest du schon fast ein Überdruck/Filtersystem im Fluchtfahrzeug haben, aber generell würde ich jegliche Bewegung im Freien vermeiden.


    5. Lone Wulf


    6. Sicher makaber, aber endlich mal ein real case scenario um die eigene Vorbereitung zu testen. Fazit nach einer Woche Bug-in:

    - Traurig aber wahr, das Internet würde am meisten fehlen. Keine Kommunikation, kein Austausch. Kein Netflix und so weiter.

    - Strom. Ich habe 99% meiner Bücher elektronisch, sobald die Akkus von Laptop und Reader leer sind ist es vorbei mit dem Lesespaß.

    - Wasser. Gerade heute früh beim Duschen wieder daran gedacht, wie das fehlen würde. Trinkwasservorrat ist zwar vorhanden, aber nur für 2-3 Wochen.

  • Richtigen Zeitpunkt zum Handeln erkennen - ist das möglich?


    Habe mich vor 14 Tagen ins Home-Office in meine "Gartenhütte" in der Ostdeutschen Pampa verabschiedet.

    Ich denke, das war der richtige Zeitpunkt.


    Allerdings hatte ich erst eine Woche vorher hier eingekauften Sachen in Zuge der normale Rotation mit in die Stadtwohnung genommen.

    Eine Woche später mußte ich die Hälfte der Vorräte zurücklassen, ein Kleinwagen hat nun mal nur ein begrenztes Ladevolumen.

    Die Auswahl hätte auch besser sein können, von dem, was unten im Regal stand haben ich im Verhältniss zu wenig mitgenommen.

    Das erste Werkzeug und Installationsmaterial vermisse ich auch schon, außerdem steht mein fetter 300Ah Akku (nicht wirklich transportabel,

    müßte ich wahrscheinlich erst zerlegen) auch noch dort.

    Vielleicht fahre ich in 2-3 Wochen noch einmal hin.


    Vorlauf gab es eigentlich genug, ich hätte schon vor Wochen anfangen können, Vorräte zu verlagern (bin jedes WE hier) und ein Packliste für die letzte Fahrt zu erstellen.

    Das habe ich verpennt.


    Arztbesuch (Rezept + Impfungen auffrischen) hatte ich 6 Wochen vorgezogen.


    Die Vorratsmenge hatte ich nicht erhöht (war am Limit, was ich rotieren kann), jetzt änderst sich gerade das Verbrauchsprofil.

    Mal sehen, ob ich nächste Woche noch mal einkaufen fahre und was ich da noch bekomme.

    Da hätte ich auch früher daran denken können und z.B. Mehl einkaufen können.


    Krisenbedingte Anschaffungen waren bisher eine Waschmaschine und 2 Solarmodule.



    2. Bug-in oder Bug-out?

    3. Sicherer Ort?


    Auf einen 3000qm-Grundstück ist es jetzt natürlich angenehmer als in einer Mietwohnung in der 3 Etage in einer Großstadt.

    Habe das Haus aber erst vor 1 1/2 Jahren gekauft und es wurden bisher nur die allernötigsten Reperaturen gemacht (dafür Schuldenfrei).

    Langweilig wird es hier auf keinen Fall.


    4. Fluchtfahrzeug?

    Ist mein reguläres Auto. Einmal-Handschuhe, Schutzbrille und Maske sind jetzt an Board.

    5. Lone Wulf oder Service-to / with-others?


    Normale Nachbarschaftshilfe läuft vorsichtig weiter.





  • 1. Richtigen Zeitpunkt zum Handeln erkennen - ist das möglich?


    Jaein. In Bezug auf Covid-19 habe ich die Berichte aus China aufmerksam verfolgt, spätestens als es in Italien losging, hier alles als "Schnupfen" abgetan und belächelt wurde habe ich noch einen vernünftigen Einkauf für die PSA getätigt - ohne Hamstern. Da ich meine persönlichen Kontakte zu den Mitmenschen auch im Beruf sehr gut steuern und reduzieren kann sollte es eine Weile ausreichend sein. Sicherlich haben auch die Gastgeschenke eines Freundes in Form von mehrfach verwendbaren 3M Halbmasken und einer Schachtel Einweghandschuhe geholfen - er wurde zu Beginn der Krise von seinem Chef angewiesen das Zeug zu entsorgen da es sowieso niemand brauchen würde. Nun ja.... Kein Kommentar...

    Ich denke das was wir wirklich machen können ist laufend die Situation zu beobachten und versuchen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Idealerweise ist man der Masse immer ein bis zwei Schritte voraus. Vielleicht hat man dabei etwas voreilig entschieden -- ist aber immernoch besser als "nur" hintennach zu hinken.



    2. Bug-in oder Bug-out?


    Auch wieder in Bezug auf Covid-19 halte ich derzeit einen Bug-in für die sicherere Variante da ich zu Hause die hygienischen Verhältnisse unter Kontrolle habe. Allerdings sieht die Sachlage für Mieter anders aus als für Eigentümer. Habe ich kein Einkommen mehr bin ich irgendwann auf die Gutmenschlichkeit meines Vermieters angewiesen. Also bereite ich für den Notfall schon mal einen Bug-out vor, immer in der Hoffnung dass dies bis zum Ende der Corona-Krise nicht gebraucht wird. Nachher alles wieder wegräumen geht immer.



    3. Sicherer Ort?


    Vorhanden, die Herausforderung wird sein einen "Umzug" bei kontrollierten Ausgangssperren zu vollziehen.



    4. Fluchtfahrzeug?


    Werden regelmässig gewartet und teilweise auch täglich benutzt, sind aber als solche nicht erkennbar. Also nix mit Landi oder REO im MadMax-Style (obwohl ich beide Fahrzeuge geil finde). Ich setze da eher auf Understatement, es müssen nicht unbedingt 3000km in 24 Stunden zurückgelegt werden, oft werden wohl auch 100km ausreichend sein. Zudem sind in meiner Umgebung die Fahrzeuge schon bekannt und werden nicht weiter beachtet - also stehen die Chancen gut wenigstens aus der näheren Umgebung unbehelligt rauszukommen.



    5. Lone Wulf oder Service-to / with-others?


    Kommt auch auf die "Other's" an. Das wird wohl auch eine situationsbedingte Entscheidung werden.

    Die grösste Verwundbarkeit ist die Unwissenheit - Sun Tsu

  • Habe ich kein Einkommen mehr bin ich irgendwann auf die Gutmenschlichkeit meines Vermieters angewiesen. Also bereite ich für den Notfall schon mal einen Bug-out vor, immer in der Hoffnung dass dies bis zum Ende der Corona-Krise nicht gebraucht wird.


    Du wirst dann nicht der einzige ohne Einkommen sein. Woher soll Dein Vermieter dann schnell einen solventen neuen Mieter herbekommen?

    Ich würde versuchen, mich da zu einigen (z.B. stark reduziert Miete und Stundung des Restes)

  • Henning


    Eine mögliche Einigung steht durchaus im Vordergrund sollte es zu Problemen kommen. Da ist mein Vermieter durchaus für Überraschungen gut - in beide Richtungen. Trotzdem ist es immer gut einen Plan B oder gar C zu haben und sich nicht nur auf eine Möglichkeit zu verlassen.


    Bis jetzt weiss noch keiner mit Bestimmtheit wie sich die Geschichte entwickeln wird. Kann leicht sein dass wir in 2 oder 3 Monaten diesen Thread bzw. diese Art Threads lesen und ob unserer eigenen Beiträge schmunzeln. Das wäre mir sogar recht und ich würde mich freuen zuviel vorbereitet zu haben. Aber es kann eben auch ganz anders kommen als wir uns das derzeit vorstellen können - dann werden wir eventuell feststellen dass unsere Vorbereitungen unzureichend waren. Aber wissen was Sache ist werden wir erst wenn es vorbei ist oder doch einen SHTF - Fall haben. Und dafür sind wir ja Prepper, damit wir einen hoffentlich nicht eintretenden Fall etwas abmildern können.

    Die grösste Verwundbarkeit ist die Unwissenheit - Sun Tsu

  • Trotzdem ist es immer gut einen Plan B oder gar C zu haben und sich nicht nur auf eine Möglichkeit zu verlassen.


    Einer meiner Mieter (Schmuckgeschäft) hat gerade angefragt. Kaltmiete habe ich erst mal erlassen, Nebenkosten werden reduziert weitergezahlt.

    Insolvenz nützt mir auch nichts.


    Wie seht Plan B und C aus?

    Grenzen sind zu und wo noch nicht ganz, ist mit Ausweisung und Verweigerung von medizinischer Versorgung zu rechnen.


    Selbst ohne Strom und Wasser ist es in einer Wohnung immer noch besser, als in den Wald rennen.

  • Wie seht Plan B und C aus?

    Grenzen sind zu und wo noch nicht ganz, ist mit Ausweisung und Verweigerung von medizinischer Versorgung zu rechnen.


    Selbst ohne Strom und Wasser ist es in einer Wohnung immer noch besser, als in den Wald rennen.

    Für sowas gibt es eben auch einen SO. Und ich gehe davon aus dass Du verstehst dass ich dies unter Verschluss halte.

    Die grösste Verwundbarkeit ist die Unwissenheit - Sun Tsu

  • 1. Richtigen Zeitpunkt zum Handeln erkennen - ist das möglich?

    - Hatte die letzten Wochen mehrfach das Gefühl, der Entwicklung ein, zwei Wochen voraus zu sein, die Lage ernster eingeschätzt zu haben, als mein Umfeld.

    - Desinfektionsmittel hatte ich am 3. Februar aufgestockt, vier Tage nach dem "Webasto-Cluster" im Bayern. Preise und Lieferzeiten völlig normal.

    - Eine Woche später Schutzausrüstung (Kittel, Handschuhe, Schutzbrillen etc.), Schutzmasken hatte ich bereits in der "Pandemie-Kiste" seit 2015.

    - Ende Februar dann die Zutaten für WHO-Desinfektionsmittel in größerer Menge bevorratet, sowie Plastikflaschen 50/250/500ml mit Klappdeckel bzw.

    Pumpaufsatz. Bestände an Flüssigseife und Handcreme aufgestockt.

    - Parallel zu diesen Beschaffunsmaßnahmen die Notvorräte seit Anfang Februar forciert rotiert (alle Dinge nah oder über MHD aus den Wochenvorratskisten

    in den normalen Vorratsschrank umgepackt und die Wochenkisten mit aktueller Ware wieder ergänzt (dadurch entfiel bei uns das spätere Hamstern von Nudeln und Tomatensoße...).

    - Beim normalen Einkaufsverhalten einen Monatsbedarf vorweggenommen (je zusätzlich eine Kiste H-Milch, 4 Kisten Wasser, 1 Packung Klopapier, etc.)

    - Als klar war, dass wir für mindestens zwei weitere Haushalte voll und zwei weitere zumindest teilweise "mitdenken" müssen und dann z.B. das Klopapierthema viral (im Wortsinn) ging, habe ich entschieden, die vorhandenen Familien-Packungen gehen an die Seniorenhaushalte und habe für uns im Gastro-/Bürobedarf eine Großpackung geordert. Somit ist das Thema für uns erledigt, ich muss nicht durch mehrere Läden "organisieren" gehen und vor allem erspare ich das meinen Risikopersonen in ihren Einpersonen-Haushalten und kaufe anderen Leuten das nicht auch noch im Einzelhandel weg. Damit ist für mich auch der Zielkonflikt "pro Person und Einkauf nur eine Packung Klopapier" vs. "Nicht-Risikopersonen sollen bitte für Risikopersonen einkaufen gehen" entschärft.


    2. Bug-in oder Bug-out?

    - Eindeutig Bug-in.


    3. Sicherer Ort?

    - bei einer Pandemie irrelevant. Zuhause ist definitiv am sichersten. Woanders ist man Fremder und wird möglicherweise als "Schuld am Virus" verfolgt. Vor dem Problem stehen derzeit tausende im Ausland gestrandete Globetrotter. Die Stimmung der Einheimischen diesen Ausländern (die auch noch aus einem der schlimmsten Corona-Gebiete herstammen) gegenüber kippt momentan ins hässliche.


    4. Fluchtfahrzeug?

    - wie Punkt 3 bei einer Pandemie irrelevant. Dennoch sind die Fahrzeuge alle immer aufgetankt (bzw. werden bei 75% nachetankt) und voll fahrbereit.


    5. Lone Wulf oder Service-to / with-others?

    - Eindeutig Service-to/with-others. Ergibt sich schon aus dem Versorgungsauftrag für die Risikohaushalte in der Familie.

    - Dazu kommt noch Verantwortung auf kommunaler Ebene (Handlungsfähigkeit erhalten).


    6. ??

    - Zugegeben hab ich die Anforderung, andere bis auf weiteres an ihren verteilten Standorten mitversorgen zu müssen, in all den Jahren bisher kolossal unterschätzt, nach dem Motto: wenn es dicke kommt, holen wir sie halt zu uns. Ein "Jeder-bleibt-für-sich"-Szenario hatte ich nicht auf dem Schirm. Vor allem nicht, wenn diese Jeders aus 80jährigen mit Herz-Kreislauf-/Diabetes-Erkrankungen bestehen und nicht unbedingt einsichtig sind ("Ach Jungchen, wir haben schon ganz anderes erlebt und überstanden").


    Grüsse

    Tom

  • Ja, man unterschätzt den Bedarf für andere.


    In den eigenen Kleingarten darf man hier noch, was mir natürlich zusagt.


    Regeln aufstellen hatten wir auch schnell durch (es wäre sehr übel, wenn die Leute jetzt anfangen dort mit Freunden zusammen zu hocken, der Gedanke ist ja verlockend), aber was ich nicht oder nur sehr bedingt anbieten kann ist z.B. Desinfektionsmittel fürs Gartentor oder Schutzmasken für die, die dann z.B. die Wasseruhren wieder einbauen sollen...


    Bei einer globalen Krise als Tourist im Ausland zu stranden ist immer außerordentlich blöd. Das könnte mir prinzipiell auch passieren.


    Wobei mir hier Zeit gehabt hätte.


    Was ist denn eigentlich aus den Leuten im Wohnwagen in Spanien geworden?


    MfG