... Freunde betteln?

  • In der Verwandschaft hab ich leider auch so Schmarotzer, die immer nur wollen aber nie was geben. Das dreisteste war als ich bei einer Sammelbestellung gefragt habe, ob sie auch mitbestellen wollen. Die Antwort war, das sie dafür kein Geld ausgeben wollen, und wenn sie es brauchen, wissen sie ja wo sie es sich ausborgen können.

    Könntest du sie eventuell dahingehen "erziehen", dass ihr innerhalb der Familie eine Art Sharing-System einrichtet?

    Ich kaufe beispielsweise keinen Bohrhammer, da ich den meines Vaters ausleihen darf, wenn ich ihn benötige. Mein Vater hingegen borgt sich von mir dafür ab und an das Fein-Multitool. etc.


    Bei gewissen speziellen Dingen, die man nicht alltäglich braucht, kann dies sinnvoll sein.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Für mich hat Lucy in Post Nr. 2 schon die richtige Antwort gegeben: Im SHTF bekommt der Freund die Möglichkeit, sich durch Mithilfe etwas von meinen Lebensmitteln zu verdienen.

    Wenn man sich ein wenig die alten Filme anschaut wird das Prinzip schnell klar: Ja, in der Familie, Dorfgemeinschaft und unter Freunden hält man zusammen. Das bedeutet aber nicht, dass man etwas verschenkt. Man vergibt halt die Arbeiten (und auch Ressourcen) primär an den o.a. Kreis - und erst dann, wenn es mehr Arbeit als Arbeiter gibt, kommen Fremde zum Zug.

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Ich schilders mal aus der anderen Perspektive. Persönlich gehört mir zwar die Wohnung, aber keine Fläche für Anbau, letztlich nur der Balkon. Der Bauer in der Nähe hat aber Fläche und ein paar Beete die sonst brach liegen würden - Deal, ich kann ein paar bestellen, wenn IT Probleme anliegen oder eine zusätzliche Hand an der Schaufel, Rechen oder Mistgabel benötigt wird springe ich natürlich ein. Die Flächen sind jetzt nicht sehr groß, aber man lernt. Wenn der SHTF kommt und die Flächen erweitert werden müssen habe ich Erfahrung und könnte dann auch in größerem Maßstab mithelfen (und einen Anteil bekommen). Größere Experimente sind schwierig wegen Grünland, Bürokratie usw.

    Ja, es kommt auf den eigenen Antrieb an, habe - eigentlich erstmal zum Test - ein kleines Gerüst für Bohnen gebaut. Dauerte nicht lange, sagt einer, er macht mir Stangen für ein großes Gerüst... reden und zusammen arbeiten, dann geht was.

  • Könntest du sie eventuell dahingehen "erziehen", dass ihr innerhalb der Familie eine Art Sharing-System einrichtet?

    Ich kaufe beispielsweise keinen Bohrhammer, da ich den meines Vaters ausleihen darf, wenn ich ihn benötige. Mein Vater hingegen borgt sich von mir dafür ab und an das Fein-Multitool. etc.


    Bei gewissen speziellen Dingen, die man nicht alltäglich braucht, kann dies sinnvoll sein.

    Da halte ich es so wie UrbanTrapper und ignoriere die liebe Verwandschaft. Freunde kann man sich aussuchen Verwandte leider nicht.


    Das mit dem Sharing-System ist sehr einseitig, da wird immer von mir ausgeborgt und ausborgen ist bekanntlich leichter als zurück geben. Wenn ich es dann zurückfordere bekomme ich es dreckig und manchal sogar kaputt retour.


    Somit habe ich einen begründeten Verleihstop. Andersrum hatte ich es mal versucht und fragte ob ich mir die Motorhacke ausborgen kann. Das ging dann auf gar keinen Fall und da gabs 100 Argumente warum nicht. Oder mal gefragt ob er mir nachmittags helfen kann, da kam die Antwort er hat keine Zeit, da muss er Motorrad fahren gehen. Somit ist das Kapitel für mich abgehakt.


    Das liegt nunmal in der Eigenheit des Preppens, ich werfe nichts weg, repariere alles wenn möglich selbst und hab dementsprechend Werkzeug, Ausrüstung und Ersatzteile. Somit habe ich fast alles zuhause und ich habe den Eindruck, dass dadurch die Verwandschaft denkt, der hat eh alles, das brauch ich mir nur ausborgen.


    Ich denke da manchmal an die Simpsons so wie Homer und Flanders. Ich tu mir halt schwer mit Nein sagen, und hab keine Argumente warum ich es ihm nicht borgen will. Vor allem schaff ich es nicht ihm ins Gesicht zu sagen, was für ein elender Schmarotzer er ist.

  • Für Hilfen und Verliehenes noch einen ganz anderen Tipp: Buch führen!


    Es ist mir unangenehm immer wieder mahnen zu müssen, und noch viel schlimmer ist es bei einem, der so viel leiht, das ich schon den Überblick verliere, zu unrecht mahnen.


    Das ist jetzt nicht kleinkariert, sondern auch nützlich, wenn man manchmal Dinge für mehrere Wochen verleiht und ein schlechtes Gedächnis hat.


    Dann kann man z.B. auch die Ablehung einer Hilfe begründen, oder auch andersrum das Gewähren von Hilfe begründen. Auch Dinge, die man ausgeliehen hat, und leicht vergisst, können da rein, damit man nicht vergisst sie zurückzugeben. Da erzeugt Vergesslichkeit komplett unnötige Abneigung.



    Nick

  • Ich verleihe zB Werkzeug oder dgl. nur an bestimmte Personen/Freunde: man kennt sich schon lange, leiht sich gegenseitig was aus, bekommt/bringt es pünktlich zurück.

    Für alle anderen hängt ein Schild in meiner Werkstatt:

    "Täglich scheint die Sonne wieder,

    täglich weicht die Nacht dem Licht.

    Täglich seh'n wir alles wieder,

    nur verliehenes Werkzug nicht!"

    Himihergottzagramentzefixallelujamilextamarschscheissglumpfaregtz

  • "Täglich scheint die Sonne wieder,

    täglich weicht die Nacht dem Licht.

    Täglich seh'n wir alles wieder,

    nur verliehenes Werkzug nicht!"

    ...wie Wahr... wie Wahr :!:


    Danke für den Lacher am Morgen :):thumbup:

    Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!

    Meine wichtigsten Ressourcen sind Zuversicht, mein Wissen, Ideen, handwerkliches Geschick und die verknüpfte Improvisation davon!
    Gruß derSchü

  • Mit den Menschen, die ich persönlich als Freunde bezeichne, teile ich was ich besitze. Wir kennen uns seit 25, 30 Jahren und haben uns Gegenseitig schon immer untersützt, ganz ohne Fragen oder "was bekomme ich dafür". Diese Leute wissen auch das sie auch in einer wie auch immer gearteten Krise gern gesehene Gäste sind. Und wenn die Vorräte dann nur noch für drei statt sechs Monate reichen? So what. Werden wir dann auch eine Lösung finden. Sind aber auch Leute die niemals auf die Idee kommen würden zu schmarotzen. Die bringen sich dann von ganz alleine ein.

  • Da ich weder Haus noch Grundstück besitze und die wirklichen Freunde auch nicht in der Nähe wohnen wird mein größtes Problem sein das die Nachbarn etwas ab haben wollen. Und da wird es dann schwierig zu entscheiden wer etwas ab bekommt und wer nicht. Aufgrund der geringen Lagerkapazitäten sind unsere Vorräte auch nur klein, aber bestimmt um einiges ergiebiger und aufgeräumter als die der meisten Nachbarn. Die allermeisten Nachbarn hier würde ich auch nicht als Freunde bezeichnen, dennoch würde ich es als sinnvoll ansehen mit einigen von ihnen in einer Krise eine Zweckgemeinschaft zu bilden. In einem so eng besiedelten Gebiet wie hier sind viel zu viele Menschen mit viel zu vielen unterschiedlichen Meinungen und Herkünftigen. Wenn der Supermarkt nicht funktioniert dann gibt es hier viel zu wenig Ressourcen. Sehr viele Leute hier haben keine Vorräte und können sich auch keine leisten. Eine Gemeinschaft die sich gegenseitig hilft und beschützt dann sinnvoller als 2000 Einzelkämpfer in einem Block.

  • Sehr viele Leute hier haben keine Vorräte und können sich auch keine leisten.


    Da man seien Vorräte sinnvollerweise rotiert, ist das nur eine einmalige Anschaffung, die man auch über einen längeren Zeitraum strecken kann.

    Ab und zu mal eine Packung Nudel oder Reis kann sich auch ein Transferempfänger leisten, wenn nur der Wille da ist.


    Nach meinen Beobachtungen konsumieren die aber deutlich mehr Fertiggerichte als selber aus Grundzutaten zu kochen und backen.

  • Nach meinen Beobachtungen konsumieren die aber deutlich mehr Fertiggerichte als selber aus Grundzutaten zu kochen und backen.

    Da hast du recht.


    Ab und zu mal eine Packung Nudel oder Reis kann sich auch ein Transferempfänger leisten, wenn nur der Wille da ist.

    Es braucht nicht nur Willen sondern auch Platz und eine Perspektive. Wer keine Zukunft für sich sieht sorgt auch nicht vor.

    Wozu Nudeln einlagern, ich kann mir doch jetzt Zigaretten holen....

  • Es braucht nicht nur Willen sondern auch Platz und eine Perspektive. Wer keine Zukunft für sich sieht sorgt auch nicht vor.

    Wozu Nudeln einlagern, ich kann mir doch jetzt Zigaretten holen....

    Besser hättest du das nicht formulieren können.


    Wie oft hatte ich schon Telefonanrufe von Müttern, welche die 20 Fr. Schulreisebeitrag erst Ende Monat zahlen konnten, wenn der Ex die Alimente überwiesen hat. Aber Kippen hatten sie und die Tochter immer zur Hand...

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Es braucht nicht nur Willen sondern auch Platz und eine Perspektive. Wer keine Zukunft für sich sieht sorgt auch nicht vor.

    Es gibt solche und es gibt solche. Ich habe sowohl die einen wie auch die anderen kennengelernt. Aber ja, in bestimmten Bevölkerungsgruppen ist eine gewisse, vorausschauende, planende Lebensweise nicht gerade en vogue.

    Vielleicht liegt es daran, dass sie sich aufgegeben haben. Vielleicht liegt es daran, dass sie keine Perspektive sehen, vielleicht aber auch einfach nicht kreativ genug sind, um sich eine Perspektive zu schaffen. Oder sie haben es schlicht und ergreifend nie gelernt, planvoll vorzugehen.


    Es ist nun mal nicht jedem Menschen gegeben, über den Tellerrand schauen zu können oder einfach nur in größeren Zusammenhängen denken zu können. Deswegen sind sie nicht unbedingt schlechtere Menschen. Ich finde sie in manchen Aspekten einfach nur anstrengender als andere.

  • Naja, als die Nachbarn von gegenüber gejammert haben, dass sie nirgends mehr Toilettenpapier bekommen, habe ich ein paar Rollen rausgerückt. Die Anzahl schien ihnen zunächst zuwenig, also musste ich noch auf den deutschen Durchschnittverbrauch von 1 Rolle/Person und Woche verweisen.


    Ausserdem habe ich ein paar Tütchen Trockenhefe an eine Freundin verschickt, die in der Großstadt(!) in keinem einzigen Laden Hefe bekommen hat.