Wie würdet ihr ein Haus planen?

  • Vielen Dank für eure tollen Hinweise.


    Der Umstand, dass die Treppe ein Problem darstellt, ist mir erst in den letzten Wochen wirklich klar geworden.
    Der Hund hatte sich das Kreuzband abgerissen und musste operiert werden. Treppen-lauf-Verbot für mindestens 4 Wochen.

    Das hinaufgehen ist relativ unproblematisch mit Hund auf dem Arm. Beim runterlaufen fühle ich mich manchmal unsicher und da kam bei mir schön öfters der Gedanke auf "Mist, was machste, wenn Du jetzt zusammen mit dem Hund die Treppe runter fällst....". Dann könnte ich wohl auch erst mal keine Treppen mehr steigen und der Hund wäre sicher ziemlich "verbeult".

    Mein Mann darf noch mehrere Wochen (wegen einer Darm-OP) nicht schwer tragen. Das nur zur Info.

    Deshalb kam ich darauf mir die Frage zu stellen, warum wir 2006 noch nicht so weit gedacht haben und im EG (ca. 50 qm) die Küche, Esszimmer, ein grosses Bad mit Waschmaschinenanschluss etc und das Schlafzimmer haben bauen lassen.

    Wahrscheinlich hätte man uns für verrückt erklärt, aber dann wäre das Problem Treppe jetzt nicht vorhanden

    Im OG wäre dann das Wohnzimmer, noch ein Bad und das Büro.


    Liebe Grüsse zurück

    Isa

    Per aspera ad astra („Durch Mühsal gelangt man zu den Sternen“)

    Ich hatte zwar mal nen Opel Astra, aber damit hat es nichts zu tun :P

  • Wir haben unser Häuschen geplant, als noch niemand von Internet oder Leerrohren geredet hat. Wir haben dann halt zum Teil gebohrt, zum Teil Powerline als Hausnetz verwendet.


    Ich will damit sagen: Du wirst nie für alle Zukunft planen können, und es wird viele in der gleichen Situation geben, und zwar so viele, dass es sich für Unternehmen lohnt Lösungen anzubieten. Rampen vergessen? -->Treppenlift.


    Was ich auf jeden Fall heute anders machen würde, wäre etwas mehr Abgrenzung. Unser Grundstück geht bis an die Strasse, und da parkt dann schon mal jemand auf unserem Rasen oder Hunde scheissen da rein. Von ungebetenen Gästen gibts hier zum Glück nicht so viele, aber auch da muss man ab und zu mal bescheid sagen, was ein Zaun als Markierung von alleine deutlich machen würde.


    Unser Haus hat keine klare Trennung für Gäste, bzw. keinen Partyraum. Gäste sitzen bei uns auf dem Sofa und am Esszimmertisch. Mindestens ein Gästeklo würde ich einplanen.


    Bezüglich Heimverteidigung würde ich nicht nur die Eingangstür stabil machen, sondern auch an strategischen Stellen im Haus Innern Türen von der Stabilität einer Feuertür einbauen.


    Edit: Eins hatte ich noch vergessen: Fluchtwege einplanen! Bei uns im Haus kommt man nicht mehr raus, wenn das Treppenhaus brennt. --> Abgang vom Balkon im 1. Stock nachträglich angebracht.



    Nick

  • "Mist, was machste, wenn Du jetzt zusammen mit dem Hund die Treppe runter fällst....".


    Deshalb kam ich darauf mir die Frage zu stellen, warum wir 2006 noch nicht so weit gedacht haben und im EG (ca. 50 qm) die Küche, Esszimmer, ein grosses Bad mit Waschmaschinenanschluss etc und das Schlafzimmer haben bauen lassen.

    Na jaaa,über vergangene Entscheidungen brauchst Du Dich nicht zu ärgern,das hast Du damals "nach bestem Wissen und Gewissen" getan ;)


    Guck nach vorne,analysiere die Situation im Bezug auf die Zukunft. Handeln kannst Du dann halt nur in dem Masse wie es Euer Geldbeutel hergibt.

    Als Vorschlag und kostengünstig : Legt evtl schonmal den Schlafraum nach unten,und denkt drüber nach die Gästetoilette mit einer Dusche zu versehen. Da liegen bereits alle Anschlüsse - es muss dann halt nur noch ein Bodenablauf her. Das geht auch auf engstem Raum,wenn man sich z.B. Wohnmobile anguckt...Da werden beim Duschen auch der Klodeckel und das Waschbecken nass- aber das zerstört ja nicht gleich was ;)


    Von wegen Hund und Treppe...

    Ich kenn jetzt Euren Hund nicht,ob der - wenn nachts alleine - das große Heulen kriegt...Aber bevor Du Euch zusammen "die Treppe runterschmeisst" mach ihm lieber "unten" ein Hundebatt / Körbchen hin und gewöhne ihn dran...Einen Treppernsturz kannst Du überhaupt nicht gebrauchen !

  • Vielen Dank für Deinen Input :-)

    Gästetoilette ist viel zu klein, ich habe leider keine Ahnung wie die Wasserleitungen aus dem Mini-Gäste-WC so "gesplittet" werden könnten, dass man ein vollwertiges Bad, ebenerdig, im noch-Wohnzimmer realisieren könnte. Aber ich habe auch sehr wenig Ahnung davon. Sorry.


    Ich habe den Hund (Hündin) damals persönlich aus nem spanischen Tierheim geholt. Musste, obwohl ich totale Angst vor grossen Hunden habe durch ein Gehege laufen in dem nur grosse, (fast) ausgewachsene Hunde (Rottweiler, Schäferhunde usw.) waren, um zu dem Gehege mit den kleineren, jungen Hunden zu kommen. Jemand, der ebenfalls Angst vor (fremden) grossen Hunden hat, kann das sicher nachvollziehen. Vor allem, weil alle natürlich gerne ein neues Zuhause haben wollen (kommen einem sehr nahe.....schluck ....Panik. Ich wurde als Kind (etwa 8 Jahre) mal von einem gefühlt 40-50 kg Hund umgerissen und auf den Boden gelegt)

    Bezüglich Deiner Frage AndreasH :

    Ja, sie wollte als Welpe (4 Monate) als sie frisch bei mir war schon ins Bett. Das wollte ich aber nicht - kein Tier im Bett. Das Gefiepse und Gejammer hat sich nach 3 Tagen gelegt gehabt. Bett = meins , Körbchen = ihres. Aber zumindest will sie beim "Rudel" schlafen. Das heisst neben meinem Bett auf dem Boden im Körbchen.
    Sie ist inzwischen 11 Jahre alt. Ich denke sie würde es als "Strafe" sehen (ohne Verständnis warum) , wenn sie nicht mehr neben mir im Körbchen schlafen dürfte.

    Per aspera ad astra („Durch Mühsal gelangt man zu den Sternen“)

    Ich hatte zwar mal nen Opel Astra, aber damit hat es nichts zu tun :P

  • Wir haben vor 7 Jahren neu gebaut.

    Da wir in der komfortablen Lage sind und genügend Platz haben, ist alles ebenerdig und barrierefrei.

    Im ganzen Haus gibt es keinen Absatz, die Türen sind breit genug für einen Rollstuhl - hoffentlich brauche ich nie wieder einen - auch die Tür zur Dusche und die Balkontür.

    Auch zu den Eingangstüren gibt es keine Schwelle.

    Der Carport ist direkt neben der Nebeneingangstür, auch wenn es regnet kommt man trockenen Fusses zum Auto oder ins Haus.

    Alle Steckdosen sind auf Lichtschalterhöhe und es gibt genügend in jedem Zimmer.

    Ein Gästebad fanden wir wichtig, denn wir finden es besser so. Das hat auch eine große Duschkabine, so daß ein Besucher sein eigenes Bad hat.

    Die Küche hat 25 qm mit einer Insel in der Mitte und einem Essplatz ( Tisch und Eckbank ). Endlich genug Platz um richtig zu kochen und zu backen.

    Und immer mal wieder doch noch zu klein. ;)

    Der Vorratsraum ist in etwa genauso groß - und doch viel zu klein.

    Zum ersten Mal bekamen unsere Bücher ein eigenes Zimmer, dort stehen auch der Schreibtisch und der PC meiner Standesamtlichen Zuteilung.

    Ich kann am PC nicht lange sitzen und habe deshalb ein Laptop, das geht auch auf dem Sofa.

    Wichtig fand ich auch eine Außenspüle und genügend Auslaufhahnen im Außenbereich. Ebenso eine Beleuchtung, die man bei Bedarf einschalten kann.

    Wir haben, im Gegensatz zu den meisten Latinos, nachts keine Festbeleuchtung am Haus an.

    Sollte jemand kommen, kann man das Licht draussen von innen anmachen - drinnen natürlich aus lassen - und den ungebetenen Besucher kurzzeitig blenden. Wir sehen ihn, er sieht uns nicht.



    Was ich auf jeden Fall heute anders machen würde, wäre etwas mehr Abgrenzung.

    Kannst du da keinen Zaun hinmachen?

    Wir haben an der Zufahrt zu unserem Terreno ein Metalltor montieren lassen, weil immer wieder Leute reinfuhren und bis zur Werkstatt oder an die Umzäunung vom Haus fuhren.

    Seither haben wir Ruhe vor den "fliegenden Händlern".

    Diejenigen, denen wir regelmäßig was abkaufen, wissen, daß sie das Tor öffnen und reinfahren dürfen. Und es natürlich wieder schließen müssen.


    Ich denke sie würde es als "Strafe" sehen (ohne Verständnis warum) , wenn sie nicht mehr neben mir im Körbchen schlafen dürfte.

    Sie würde das nicht verstehen.

    Mein Leo verstünde es auch nicht, dürfte er plötzlich nicht mehr in seinem Korb neben dem Bett schlafen.

    Sei vorsichtig und pass auf euch auf.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

  • Fällt mir gerade noch ein...

    Kann man sich einen barrierefreien Umbau eines Hauses nicht sogar durch die KfW oder den Rentenversicherungsträger fördern lassen? Und seien es nur extrem günstige Kredite?

  • ein vollwertiges Bad, ebenerdig, im noch-Wohnzimmer realisieren könnte

    Schau mal hier.

    https://www.vogtland.de/freize…ppe-zu-artikel8035441.php



    Sie ist inzwischen 11 Jahre alt. Ich denke sie würde es als "Strafe" sehen (ohne Verständnis warum) , wenn sie nicht mehr neben mir im Körbchen schlafen dürfte.

    Vernünftig. Deswegen Schlafbereich ins Esszimmer verlegen.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • Bei der Elektrischen Verkabelung fallen mir noch 2 Sachen ein.


    Ein 12V Netz für kleinverbraucher und Notsysteme aus der Solaranlage. Und ja, vor und Nachteile dazu hab ich schon ein paar gelesen.


    Mein zweiter Punkt ist eine Frage an die Experten: ist es sinnvoll 230V Stromleitungen abzuschirmen? Es gibt geschirmtes Leitungen im industriellen Umfeld, zum Beispiel hinter Frequenzumrichtern. Hätte das in einem Einfamilienhaus auch Vorteile oder währe das nur Geldverschwendung?

  • Bezüglich der Verkabelung würde mir noch einfallen, Sicherungskasten , Telefonanschluß ,Router in einem geschützen Raum unter zubringen, also zb im Keller hinter einer massiven Türe und nicht im Flur . Da kann nämlich ein Einbrecher schnell mal Strom und Telefonie lahmlegen, wenn er erst mal im haus drinn ist.

  • Ich unterbreche die Leitungen immer ausserhalb des Hauses ;-).


    Wenn jemand drin ist, ist der Drop doch eh gelutscht.


    Als Idee: Wir haben auch einen Brunnen im Haus.

    Gruß


    tid

  • Concideratus: ein 12V-Gleichstromsystem ist ein interessanter Ansatz, ich hab das auch schon mal mit nem Kollegen diskutiert, zumal viele Kleingeräte (Router, Monitore, Schnurlostelefone etc.) ohnehin mit 12V DC betrieben werden, die man überall vor Ort mit Steckernetzteilen erzeugt. Man muss das Konzept aber gut durchplanen, da man sonst sehr schnell mit hohen Strömen kämpft, was auf längeren Leitungsstrecken dann zu entsprechenden Spannungsverlusten führt. Würde man z.B. 20A über 30m Leitungslänge eines 12V-Sstems führen wollen, dann bräuchte man über 50mm² Leiterquerschnitt, damit die Spannungsverluste nicht über 3% steigen. Würde man die 20A über 30m mit 2,5mm³ Querschnitt führen, dann hätte man 70%(!) Spannungsabfall auf der Leitung, d.h. am Ende kämen von den 12V noch 3,6V an und auf der Leitung würden fast 170W Verlustleistung verheizt.


    Bezüglich der Abschirmung von Stromleitungen: bei Industrieanlagen macht man das, um die massiven Störfelder, die bei Umrichtern oder ständig anfahrenden und stoppenden E-Motoren, Relais etc. entstehen können, nicht überall hin zu verschleppen und sich auf Steuerleitungen keine Störungen einzufangen.


    In Wohnhäusern macht man das, wenn der Bauherr das für sein Wohlbefinden (Elektrosmog) wünscht. Ist aber richtig teuer. Effektiver und auch nachträglich einrüstbar sind dagegen automatische Netzfreischalter, die z.B. in Schlafzimmern die Stromleitungen spannungsfrei schalten, sobald man den letzten Verbraucher (z.B. Nachttischlampe) ausgeschaltet hat. Der Netzfreischalter erkennt, wen auf der freigeschalteten Leitung ein Schalter geschlossen wird und gibt dann die Netzspannung wieder frei.


    Grüsse

    Tom

    Einmal editiert, zuletzt von tomduly ()

  • Der war ursprünglich außerhalb des Hauses.
    dann wurde er Ende des 19ten Jahrhunderts bei der Erweiterung des Haupthauses in das Gebäude integriert.


    Gruß


    tid

  • ....mit hohen Strömen kämpft, was auf längeren Leitungsstrecken dann zu entsprechenden Spannungsverlusten führt.

    Das kann ich auch für 24V bestätigen.

    Zum Betrieb meines Laptops habe ich mir ein Extra-Solar-Panel mit 24V Spannungswandler sowie 2 in Reihe geschalteten 60AH Akku`s installiert.

    Trotz der Kabellänge von nur knapp 12m kommen "hinten" nur noch 19,6-20V An !

    Hat aber den Vorteil das ich direkt in den Laptop gehen kann ;)


    Bei der vorherigen 12V Variante war der Verlust -trotz 3,5² Kabelage- so hoch das dann nichtmal mehr das 12V PKW Ladegerät vom Laptop einen eingehenden Strom erkannt hat und der Laptop nicht geladen wurde !


    Wenn ich mal die ganze Installation neu machen sollte stelle ich dann alles auf 24V um !

  • Man kann das ganze System einfach als 24V oder 42V oder 48V "Bus" system aufsetzen, und ab den Endpunkten einen Buck-Boost Wandler mit13,8v oder 27,6V oder einstellbar machen...

    Dann kommt man auch mit 2x4mm2 recht weit....


    Bei vielem ist es auch bald egal, wie viele Volt ankommen... insbesondere bei LED Beleuchtung


    Entweder die regelt intern selbst, ansonsten einfach etwas dunkeler...


    Insgesamt lässt sich die Physik natürlich nicht bescheissen!


    Gruß EZS

  • Man kann das ganze System einfach als 24V oder 42V oder 48V "Bus" system aufsetzen, und ab den Endpunkten einen Buck-Boost Wandler mit13,8v oder 27,6V oder einstellbar machen...


    Die arbeiten auch nicht Verlustlos, da kannst Du dann auch gleich bei 220V bleiben.


    Eine 12V-Versorgung macht nur auf kurzen Strecken Sinn, wie Wohnmobile, Gartenhütte, Tiny House, usw.

    Ehe ich aus meinen Haus eine Kupfergrab mache, würde ich überlegen, ob man nicht 12V-Batterie und 12-V Dauerverbraucher wie DSL-Router, Hausserver usw. zusammen in einen Technikraum installieren kann. Wer mag, kann dann seine Beleuchtungs-Stromkreise dann auch mit einen I-0-II Umschalter auf einen kleinen Inverter umschalten (den solle man erst bei Stromausfall wegen Eigenverbauch einschalten) umschaltet.
    Der Anteil der Beleuchtung am Stromverbrauch eines Haushaltes wird heute total überschätzt.

  • Der Anteil der Beleuchtung am Stromverbrauch eines Haushaltes wird heute total überschätzt.

    Du meinst wegen des Einsatzes moderner LED-Technik? Das kann ich bestätigen. Bei uns an der Wache hatten wir 3 Strahler à 300 Watt zur Beleuchtung des Vorfelds vor den Toren. Die hatten wir aus gutem Grund nur wenige Stunden am Tag eingeschaltet. Also, zwei, vielleicht drei Stunden am Abend. Jetzt sind dort 3 LED-Strahler à 30 Watt drin. Machen ein helleres Licht und könnten jetzt theoretisch 24/7 durchgängig eingeschaltet sein, ohne dass wir einen Unterschied bei der Stromrechnung bemerken würden.


    In Privathaushalten ist es nicht sehr viel anders. Da wurden früher(TM) 100-Watt-Leuchtmittel eingesetzt, wenn man es besonders hell haben wollte. Dann wurden die vor einigen Jahren verboten, so dass man sukzessive auf 60 Watt bzw. 40 Watt runtergehen musste, sofern man nicht gleich auf Energiesparlampen umstieg, die aber so ihre eigenen Probleme mitbrachten (Quecksilber, brauchten eine Weile bis zur vollen Helligkeit und eigneten sich aufgrund dieser Eigenschaft und ihrer empfindlichen Elektronik nicht für Räume, in denen man "nur mal kurz die Lampe einschaltete).

    Klar, seit LED-Technik zu erschwinglichen Preisen verbreitet ist, hat man im Haus natürlich auch deutlich mehr Leuchtmittel verteilt. Das eine oder andere "der Stimmung wegen" und im Außenbereich sicherlich auch der Abschreckung zwielichtiger Gestalten. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass der Stromverbrauch gemessen am Gesamtstromverbrauch nur einen kleinen Posten ausmacht. Verbraucher wie Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte verbrauchen da deutlich mehr. Und mittlerweile gibt es für alles mögliche elektrische Helferlein.

  • Gleichstromversorgung wird in Rechenzentren tatsächlich gemacht. Das wurde im Open Compute Project von Facbook u.a. entwickelt und ist mittlerweile sowas wie ein Data Center Standard, nennt sich dann Open Rack. Da werden 48V DC auf Kupferschienen an die einzelnen Serverschränke geführt. In jedem Schrank gibt es dann einen "Netzteil"-Einschub, der daraus 12V macht, die wiederum auf eigenen Kupferschienen allen Servern, die im Schrank eingesetzt werden, bereit gestellt werden. Die Verbindung mit den Schienen geschieht über ein Steckverbindersystem, das bis 500A belastbar ist. Alle Spannungen kleiner 12V, die ein Rechner benötigt, werden dann auf dem jeweiligen Mainboard der Server erzeugt. Hier ist das Prinzip dargestellt.

    Das spart unterm Strich erheblich Energie, wenn man pro Schrank statt z.B. 60 einzelnen Schaltnetzteilen, die 230V AC in 12V DC umwandeln, nur noch wenige zentrale Großnetzteile hat, die 230V AC in 48V DC wandeln und dann in jedem Schrank nochmal zwei dicke DC/DC-Wandler, die aus 48V dann die 12V erzeugen.


    Das Stromnetz in Wohngebäuden könnte man ähnlich aufbauen: wie Endzeitstimmung auch schreibt, würde ich das als 48V DC Verteilsystem auslegen und pro Etage oder Raum einen zentralen DC/DC-Wandler vorsehen, der daraus 12V erzeugt, die man dann über kurze Strecken direkt an die Verbraucher führt.

    Ich würde auch noch einen Schritt weiter gehen und Verbraucher wie Lampen mit Akkus ausstatten. Dann könnte man diese Akkus z.B. tagsüber mit Solarstrom aufladen und braucht nicht einen riesigen "Stromspeicher" in den Keller stellen. Bei Laptops, Tablets, Handys, Rasierern, Zahnbürsten, E-Bikes, Staubsaugern, Akkuschraubern etc. machen wir das mit der dezentralen Speicherung ja auch schon. Bei der Beleuchtung mit LED-Technik wäre das auch kein Problem, auch Radio, Fernseher usw. wären auf Akku umstellbar.

    Dann blieben am Ende nur noch elektrische Großverbraucher übrig, wie Waschmaschine, Spülmaschine, Herd, Staubsauger, Wasserkocher, für die man ein eigenes "Hochleistungs-"Stromnetz planen könnte. Dass wir in einer Wohnung an jeder Steckdose theoretisch 3.680 Watt Leistung abzapfen können, ist ohnehin ein Overkill. Die Geräte im Kilowattbereich in einer Wohnung kann man an einer Hand abzählen. Und mit passender Technik (Wärmepumpentrockner, Warmwassernutzung bei Spül- und Waschmaschinen, Induktionskochfelder/Mikrowelle) kann man auch diese Verbrauchsmonster zähmen.


    Bis dahin ist es aber für die meisten noch ein längerer Weg. Konkret würde ich heute bei einer Hausplanung aber schon eine halbwegs dicke DC-Verkabelung über die Etagen und in Funktionsräume legen, damit man für Solarstrom, Batteriespeicher und Ladestellen für E-Bikes etc. die Leitungen dann schon liegen hat. Ebenso würde ich eine Notstrom-Einspeisemöglichkeit mit manueller Netzumschaltung einplanen.


    Ein Beispiel:

    DC-Verkabelung 4x Einzelader mit PV-Leitungen 25mm² vom Dachboden bis in den Keller bzw. in die Garage. Das reicht, um z.B. bei 120V PV-Spannung und 100A Strom für 25m Leitungslänge unter 3% Verlust zu bleiben (pro Einzelader). Oder bei 48V und 90A für 12m bei 3%. Damit ist man in alle Richtungen flexibel, was die Nutzung betrifft.


    Grüsse

    Tom

  • Ich glaub ich muss mich hier auch als jemand outen der gerne viel Kupfer in der Wand versenkt. Natürlich habt ihr recht das bei so geringen Spannungen die Verluste durch die Ströme recht hoch werden können. Größere Verbraucher wie zum Beispiel der Camping Kühlschrank sollten natürlich so dicht wie möglich an der Batterie angeschlossen sein. Eine Notfallbeleuchtung mit LEDs verbraucht dagegen nur so geringe Ströme das kaum Verluste in den Kabeln entstehen, 100 mA leuchten einen Raum völlig ausreichend aus damit niemand sich stößt oder stolpern muss. Desweiteren wäre es natürlich auch sinnvoller so ein 12 V Netz in einer Sterntopologie aufzubauen. Wenn jeder Raum sein eigenes Kabel zum zentralen Verteiler und Sicherungskasten hat braucht man auch nicht so einen riesigen Querschnitt für ein zentrales Bussystem, nur eben mehr Kabel. Zum Glück verbrauchen moderne Systeme schon relativ wenig Strom. Der Router hat maximal 2 A, ein Radio braucht für gewöhnlich weniger. Handyladesysteme sind auch schon relativ effizient, haben einen weiten Eingangsspannungsbereich können Verbraucher die über USB versorgt werden können somit problemlos aus einem 12 V Netz versorgen bzw. aufladen.


    tomduly :

    ich wäre wohl auch so ein Bauherr der geschirmte Leitung für sein Wohlbefinden haben möchte. Ob es effektiv etwas ausmacht habe ich aber noch nicht genau in Erfahrung bringen können. Netzfreischalter mir bekannt, bin mir aber noch nicht sicher ob sie einerseits Kleinverbrauchern hinter Steckernetzteilen richtig umgehen können im anderen bleiben ja auch immer ein paar Verbraucher an, zum Beispiel Wecker oder Ladegerät. Von daher glaube ich (weiß es aber noch nicht genau) das eine Abschirmung besser wäre als ein Netzfreischalter. Noch besser wäre natürlich eine Kombination aus beiden.

  • ...jaja, die die geschirmte Stromleitung bis an den Nachttisch legen und dann dort nachts das Smartphone aufladen...in Kopfnähe...;)

    Mein Nebensitzer im Gemeinderat ist ein vehementer Gegener von Mobilfunkmasten in Siedlungsnähe und auch von Solarmodulen auf Schulhausdächern, wegen Elektrosmog und so. Aber bei jeder Gelegenheit zieht er das Smartphone aus der Tasche, um einen Termin nachzusehen oder jemanden ein Foto zu zeigen oder was zu texten.


    Also ich bin als E-Ing. in Sachen Elektromagnetismus nicht unbedingt ängstlich und würde zuhause jetzt keine geschirmten Leitungen oder Freischalter verbauen - aber Handys oder ein netzebtriebener Radiowecker im Schlafzimmer sind für mich ein NoGo. Und zwar wegen der EM-Felder dieser Geräte in Kopfnähe beim Schlaf. Handys bleiben bei uns nachts aus dem Schlaf- und Kinderzimmer draussen. Was bei nem angehenden Teenager nicht so einfach zu vermitteln ist.