Wie würdet ihr ein Haus planen?

  • Mal angenommen, ihr wärt in der Situation ein Haus neu zu bauen oder bauen zu lassen, wie würdet ihr das tun?


    Ich habe in Deutschland ein Reihenhaus, in dem im Erdgeschoss Küche, Esszimmer, Wohnbereich und Toilette mit Waschbecken liegen. Im OG das Schlafzimmer, Hauptbadezimmer mit Dusche, Badewanne, Toilette und zwei Waschbecken sowie mein Büro. Dachgeschoss ist Lagerraum, Waschküche und Werkstatt (Keller gibt es keinen).

    Wenn ich ans Alter und auch an die Temperaturbelastung (je höher desto wärmer) denke, dann würde ich das heute anders machen.
    Treppenlift? Mein Hund hatte letztes Jahr und dieses Jahr ne OP an den Hinterläufen wegen abgerissenem Kreuzband. Das heisst; 4 Wochen Hund die Treppen rauf und runter tragen.
    Noch kann ich das. Ist ja kein 50 kg Hund.
    Ich weiss nicht, ob es Sinn machen würde die bisherige "Einteilung" zu ändern.

    Hätte gerne eure Ideen dazu.
    Vielen Dank, Isa

    Per aspera ad astra („Durch Mühsal gelangt man zu den Sternen“)

    Ich hatte zwar mal nen Opel Astra, aber damit hat es nichts zu tun :P

  • Hallo Isa,

    Wenn ich neu bauen würde und Grundstück und Barmittel es hergeben, würde ich Rollstuhl gerecht bauen. Falls das über mehrer Ebenen stattfindet mit Lift das Rollstuhl und Begleitperson Platz finden. Alle Türen so breit das der Rohlstuhl bequem durch fahren kann. Anstelle von Stiegen und Treppen im Aussenbereich würde ich Rampen vorsehen oder zumindest so planen das diese im Bedarfsfall errichtet werden können.
    Die Sache mit deinem Hund versteh ich. hatte mal in den Niederlanden ein Ferienhaus gemietet wo die Treppe so steil und gewunden war das meine Hündin nicht ins Obergeschoss konnte.

    Als jeden Abend hoch und in der Früh runter tragen, nicht so einfach mit 35 kg im Arm selbst nicht über die Treppe stürzen.
    gruß

    Kcco

    Gsund bleiben

    Keep clam and chive on

  • Es gibt ja Vorschriften zur Barrierefreiheit, in denen viele Dinge minutiös bis auf Zentimeter von Durchgängen oder Unterfahrhöhen festgeschrieben sind. Wenn man an diesen Vorschriften entlang plant, sollte das eigentlich funktionieren.


    Es stellt sich in einer typischen Bausituation (junges Alter, überschaubare Finanzmittel) die Frage, ob man sich die damit verbundene Mehrkosten leisten kann und will. Da sollte man dann zumindest darauf achten, dass die unabänderlichen Gegebenheiten wie Höhe des Eingangs gegenüber dem Straßenniveau, die Stellung tragender Wände oder die Grundfläche des Treppenhauses einen späteren barrierefreien Umbau nicht unnötig erschweren. Das allein kann schon teuer genug sein, zum Beispiel wegen der Kosten für den Erdaushub bei einem Keller vollständig unter Bodenniveau verglichen mit Halbparterre, aber ist eventuell gerade noch so leistbar. Auf wirklich barrierefreie Einbauten in Bad und Küche kann man dann eher verzichten. Nach 30 Jahren müssen die ja wahrscheinlich ohnehin grundsaniert werden und können dann durch barrierefreie Strukturen ersetzt werden.


    Eventuell kann man sich gleich überlegen, alle nichttragende Zwischenwände in Trockenbauweise auszuführen. Das erhöht die Flexibilität bei einer mögelichen neuen Raumaufteilung, egal aus welchen Gründen.

    Einmal editiert, zuletzt von Asdrubal ()

  • Da ich mittlerweile die 60 Lebensjahre geknackt habe würde ich definitiv raten schon früh daran zu denken das man mal irgendwann nicht mehr so mobil ist.


    Idealfall :

    - Alles ebenerdig

    - Zufahrt mit dem Auto bis gaaanz kurz vor die Haustür

    - alle Wege im Garten barrierefrei halten

    - keine Treppen oder Stufen

    - Ebenerdige Dusche - keine Wanne / Duschtasse mit Schwelle

    - Hauswirtschaftsraum sehr groß planen


    Und um später auch noch Technische Dinge nachrüsten zu können diverse Kabelschächte "leer" in jedes Zimmer ziehen,das kann viel Arbeit sparen - kostet aber erstmal im Verhältnis wenig !


    Und als Sicherheits "Bonus" das "Besuchermanagement" schon an der Grundstücksgrenze installieren. Also Briefkasten und Türklingel ( mit Sprechverbindung ,evtl Video) so bauen das Niemand unangekündigt das Grundstück betreten soll.Zaun und Gartentor so bauen das zumindest ein Überklettern erschwert wird.


    Und eine Klimaanlage zumindest für einen Raum ( Schlafzimmer) mit einplanen.


    Auf jeden Fall auch einen Kaminofen incl. Schornstein einbauen,gibt erstmal Gemütlichkeit und falls es mal eng wird

    "Betriebssicherheit" zum heizen der Bude !


    Je nach Gegebenheit auch eine Garage dazu - mit einem Innen-Zugang zum Haus der nach dem schliessen der Garage dann uneinsehbar das aus und einladen ermöglicht !


    Definitiv kein Flachdach,bei so was hat man immer Ärger mit Undichtigkeiten !


    Wenn man ein hohes Sicherheitsbedürfnis hat schon beim Bau auf ausreichend stabile Fensterlaibungen achten,denn was nützen einem die schönsten einbruchshemmenden Fenster wenn man die nicht vernünftig befestigen kann !


    Jaaa,so in Etwa - ohne Anspruch auf Völlständigkeit :))

  • Ich habe in meinem Berufsleben Tischler/Zimmermann schon so manche Bude gebaut. Von ganz groß (300-400qm bis ganz klein (30qm).

    In der Regel wird in Deutschland zu teuer und zu langlebig gebaut. Hier müssen wir aber unterscheiden von Mehrfamilienhäuser und Eigenheimen. Ich spreche hier nur von Eigenheimen. Das langlebig finde ich normalerweise gut, da nicht jede Generation ein neues Haus bauen muss, aber heute sieht es anders aus. Wir nähern uns amerikanischen Verhältnissen an. Nicht umsonst sind Fertig und Tiny-Häuser so beliebt.

    Teuer daher da die meisten einen Keller haben müssen, der 1/3 der Herstellerkosten verursacht. Wenn man dann sich mal die Keller anschaut ist nichts weiter drin wie eine Heizung, die Waschmaschine, und jede Menge Abstellraum.

    Wenn ich heute nochmal bauen würde, dann nur noch Ebenerdig. Hat den Vorteil das man im Alter nicht mehr Treppensteigen muss. Auch hier sollte man nicht zu groß planen, da man irgendwann das alles auch sauber halten muss/will. Vieleicht ist man wieder allein, oder die Kinder sind raus. Apropos Kinder, auch so bauen das die Kinderzimmer später für andere Dinge genutz werden können oder in einen anderen Raum aufgehen, sprich Vergrößerung des Wohnzimmers, oder als Hobbyraum. Auch Untermieter sind nicht von der Hand zu weisen wenn die Zimmer leer stehen. Oder wie auch mal gesehen die Zimmer sind abgeschlossen und werden einfach übersehen.

    Zudem würde ich heute viel mit Holz, Ton und Lehm bauen. Eingepackte Häuser in Plastik mag ich überhaupt nicht. Auch wenn sie sich Niedrigenergiehäuser schimpfen, deswegen sind sie in meinen Augen nicht besser und belassten die Umwelt zusätzlich mit Chemie (moderne Baustoffe). Nicht umsonst leiden heute soviele Menschen an Alergien.

    Aber das muss jeder für sich entscheiden, ich habe schon vor langer Zeit mich für ein natürliches Wohnen entschieden, mit natürlichen Materialien, die wenn man will heute fast überall bekommt. Natürlich sind sie etwas teuer, aber du willst ja dein Leben in den vier Wänden verbringen, da sollte man schon drauf achten.

  • Mal angenommen, ihr wärt in der Situation ein Haus neu zu bauen oder bauen zu lassen, wie würdet ihr das tun?

    Meine Frau und ich haben uns auch bereits darüber Gedanken gemacht. Aktuell wohnen wir in einem Reihenmittelhaus. Hier, in einem Altbaubestand, gibt es so ein paar Dinge, die wir anders gemacht hätten oder worauf wir bei einem Umzug in eine andere Immobilie achten würden.


    1. Barrierefreiheit bzw. entsprechende "Vorrüstung", Raumaufteilung

    2. Moderne Elektrik

    3. Allgemein Zukunftsfähigkeit

    4. Parkmöglichkeiten


    Vieles von den drei Punkten lässt sich bereits im Vorfeld durch die Auswahl der Lage und der Immobilie abwickeln oder zumindest bedenken.


    Ich möchte nun im weiteren auf die vier Punkte im Detail eingehen und meine Idealvorstellung betrachten.

    Parkmöglichkeiten: zwei Stellplätze in einer großzügig dimensionierten Garage mit direktem Zugang zum Haus, die breite der Stellplätze so, dass man alle Türen bequem aufbekommt, um zum Beispiel zu Be- und Entladen. Dazu noch mindestens zwei oder drei Stellplätze für zum Beispiel Anhänger oder Autos der Kinder. Die Wohngegend sollte auch nicht so sehr mit Autos zugestellt sein, dass etwaiger Besuch nur mit Mühe einen Stellplatz finden würde.


    Barrierefreiheit: vollständige Ebenerdigkeit wäre wünschenswert, aber wahrscheinlich nicht zu realisieren. Daher sollte entweder ein Aufzug nachgerüstet werden können oder das Treppenhaus zumindest so großzügig geschnitten sein, dass ein Treppenlift nachgerüstet werden kann.

    Alle Türen sollten für Rollstühle mühelos durchfahren werden können. Entsprechend grundsätzlich keine Bodenschwellen in den Türdurchgängen. War ich eh noch nie ein Freund von.

    Wenn der Hauseingang nicht ebenerdig liegen kann, dann zumindest Rampen bauen oder wenigstens schon mal den entsprechenden Raumbedarf hierfür vorsehen und einplanen, dass diese später nachgerüstet werden kann.

    Grundsätzlich das Haus und die Türen/Flure so planen, dass der Rettungsdienst mit seiner Krankentrage ohne Schwierigkeiten in die Räume kommt. Also auch zum Beispiel Treppenaufgänge im Haus entsprechend dimensionieren. Okay, im Zweifelsfall rückt die Feuerwehr eh mit der Drehleiter an und holt einen durch ein Fenster im Obergeschoss raus, aber das muss man ja nicht provozieren.

    Bei der Raumaufteilung würde ich versuchen, das Haus insgesamt so zu gestalten, dass im Erdgeschoss eine vollständig "autarke" Wohneinheit möglich wäre: also ein rollstuhlgerechtes Gäste-WC mit Nasszelle sowie einem kleinen Raum, der aber so groß ist, dass man dort ein Krankenbett und ein paar ergänzende Möbel aufstellen kann, so dass man im Krankheitsfall mit Bettlägrigkeit den Pflegedienst nicht durch das gesamte Haus scheuchen muss.


    Moderne Elektrik: Ich bin ein Freund von ausreichend Steckdosen in jeder Ecke des Raumes. Mich nerven Steckdosenleisten an, aber sie sind oftmals auch in unserem jetzigen Haus nicht vermeidbar. In jedem (Wohn-)Raum haben wir eine Buchse für LAN und Kabelfernsehen. WLAN ist was tolles, aber eine stabile LAN-Verbindung ist hier und da dann vielleicht doch die wünschenswertere Alternative. Dazu noch zumindest die Option, Kameras etc. platzieren zu können.


    Was ich gerade in Zeiten von Corona schätzen gelernt habe bzw. vermisst habe: ausreichend dimensionierte, gesicherte Ablagemöglichkeiten für Paketlieferdienste und ein ausreichend großzügig dimensioniertes Arbeitszimmer, dass ein ungestörtes HomeOffice-Arbeiten ermöglicht. Natürlich mit der entsprechenden PC-Power ausgestattet. Und für die Kinder versteht sich ein jeweils eigener Schreibtisch, vorzugsweise im eigenen Kinderzimmer von selbst. Ich bin der Ansicht, dass jeder einen privaten Rückzugsraum haben sollte. Und die Möglichkeit an einem eigenen PC mit vernünftigen Monitoren und Maus/Tastatur seine Aufgaben zu erledigen. Egal, ob HomeOffice oder HomeSchooling. Notebooks und Tablets sind zwar ganz nett, aber manche Sachen lassen sich auf großen Bildschirmen einfach besser erledigen.


    Ach ja, Beleuchtung: Für jeden Raum würde ich zumindest die Möglichkeit vorsehen, sie tageslichthell ausleuchten zu können. Erleichtert in vielen Bereichen das Leben.

  • Was ich gerade in Zeiten von Corona schätzen gelernt habe bzw. vermisst habe: ausreichend dimensionierte, gesicherte Ablagemöglichkeiten für Paketlieferdienste ..

    wenn da Lösungen gibt bin interessiert

    Gruß kcco

    Gsund bleiben

    Keep clam and chive on

  • Ihr alle, die geantwortet habt, ihr seid ein Schatz. Vielen Dank! Mein Mann ist 20 Jahre älter (leichte Demenz) und kommt nicht mehr von selbst auf solche Ideen. Ich habe mich in den letzten 20 Jahren nicht so intensiv mit technischen Sachen beschäftigt. Daher danke ich euch als Frau dafür, dass ihr mir für Input sorgt, den ich versuche umsetzen. Vielen Dank!

    Per aspera ad astra („Durch Mühsal gelangt man zu den Sternen“)

    Ich hatte zwar mal nen Opel Astra, aber damit hat es nichts zu tun :P

  • wenn da Lösungen gibt bin interessiert

    Gruß kcco

    Die einfachste Lösung: wir haben bei uns einen kleinen Schuhschrank im Vorbau. Der ist fast leer und wird dann und wann vom DHL-Boten zur Ablage von Paketen genutzt. Gibt dann eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten.


    Ist natürlich alles andere als optimal. Wünschenswert wäre es, wenn ich da ein Depot hätte, das per PIN gesichert werden kann und ich dem Paketdienst den PIN mitteile. Mittlerweile kann man bei der Lieferbenachrichtigung entsprechende Informationen kommunizieren, wenn man sie denn hätte. 😇

  • wenn da Lösungen gibt bin interessiert

    Gruß kcco

    Ich plane sowas gerade.


    Ich habe mir die Paketaufgabeautomaten bei der Post als Inspiration hergenommen. Siehe https://futurezone.at/digital-…bedienung-aus/132.757.643


    Ich mache ein Loch in die Gartenmauer und baue eine schräge Schleuse rein mit einem Alurollladen. Der Paketbote schiebt den Rollladen auf, legt das Paket ein und sobald er den Rollladen schließt, fällt das Paket auf der anderen Seite raus in eine wettergeschützte Ablage.

  • Es gibt verschiedene gesicherte Paketkastensysteme inzwischen schon käuflich zu erwerben. Dabei ist die Bandbreite ziemlich groß, insbesondere, was elektronische Beteiligung betrifft.


    Ich finde eigentlich rein mechanische Lösungen am besten, die nach dem Prinzip eines Vorhängeschlosses arbeiten: Standardmäßig ist die Tür offen. Wenn der Paketbote etwas reingelegt hat, drückt er das Schloss zu. In diesem Zustand kann es dann nur mit dem richtigen Schlüssel wieder geöffnet werden. Wenn man mehr als ein Paket am Tag bekommt, funktioniert das halt nicht mehr so gut.


    Vermutlich kann man sowas auch mit einer stabilen Kiste und einem Vorhängeschloss improvisieren. Der eingesessene Postbote wird es vermutlich kapieren und anwenden, wenn man ihm das mal erklärt. Für die häufig wechselnden Boten diverser Paketdienste müsste man vermutlich eine Erläuterung in mehreren Sprachen oder Piktogrammen dazu kleben. Ob die das dann auch nutzen, ist eine andere Frage.

  • Wir haben erst neu gebaut und dabei versucht, möglichst altersgerecht zu bauen. Wo das heute noch nicht möglich war (wegen Kinder, benötigten Zimmern) haben wir uns bemüht für später vorzusorgen, indem wir das altersgerechte Wohnen vorbereitet haben. Das heißt einen möglichst ebenerdigen Zugang ins Haus (ließ sich leider aufgrund des Geländes und der Bauvorgaben nur mit einer Treppenstufe realisieren), im EG bereits in der Speisekammer Zu- und Abwasser sowie gesondert abgesicherte Steckdosen für Waschmaschine und Trockner montiert (im Moment steht das alles im Keller), im jetzigen Büro im EG schon heute extra Lichtschalter und Steckdosen für ein Doppelbett (Krankenbett) an den Wänden (und einen Fernseher gegenüber ;)) montiert. Außerdem ist Bad/WC im EG über eine normbreite Türe zu betreten (vielfach werden diese Türen für das zweite WC schmäler konstruiert) und die Dusche wurde ebenso bodentief wie im OG ausgeführt. Die Öffnung der Dusche würde für einen Rollstuhl genügen. Die Treppe ins OG / UG wurde so geplant, dass wir Treppenlifte einbauen lassen könnten (Stromversorgung, ausreichend Platz am Treppenanfang und -ende).


    Zu den Tipps und Hinweisen der anderen wollte ich noch anmerken, dass ein richtiger (Außen-)Lift sehr teuer und wartungsintensiv ist. Uns wurde davon beim Bau abgeraten. Und das "komplett ebenerdig bauen" ist für eine Gegend eine tolle Idee, in der die Grundstücke nicht das Preisniveau des Großraum Stuttgart / München / Hamburg etc hat. Für uns hier im Speckgürtel von Stuttgart war eine Unterkellerung des Hauses die einzig sinnvolle Variante, da die Grundstücke nicht groß oder nicht mehr erschwinglich sind und somit ein ebenerdiger Bau schlicht zu klein geworden wäre. Mir wäre ein großzügiger, eingeschossiger Bungalow mit 5000 m2 Grund drumherum auch lieber gewesen, aber man muss mit dem arbeiten, was zur Verfügung steht.

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Jetzt sind mir tatsächlich noch ein paar Kleinigkeiten zu dem Thema eingefallen :) Bin auch nicht mehr der Jüngste ;)


    In unserem Neubau haben wir in jedem Zimmer mindestens eine Steckdose auf Lichtschalterhöhe, dass man sich später nicht für jedes Elektrogerät bücken muss, das man einstecken möchte.


    LadyBelle Vielleicht kannst Du im Zuge anstehender Renovierungen / Umbauten / neuer Küche schon das Eine oder Andere altersgerrechter umsetzen oder vorbereiten als es jetzt ist? Ich kenne den Grundriss nicht, aber beispielsweise die Waschküche in das Bad im 1.Stock umziehen - dann müsste später ein Treppenlift nur bis in den 1 Stock. Gibt es eine neue Küche, dann den Backofen auf Brusthöhe (oder zumindest höher) planen anstatt auf den Boden. Zusätzliche Steckdosen in den Zimmern und Gängen montieren lassen, wenn ohnehin ein Lichtschalter darüber sitzt. Ggf. auf eine Normtüre verzichten und eine Schiebetüre verwenden, um mit einem Rollstuhl durch die Wohnung zu kommen (schafft zusätzliche Durchfahrts-cm durch Wegfall der Zarge). Vielleicht mal Infomaterial von Treppenliftbauer besorgen um zu prüfen, wieviel Platz und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um sowas mal einzubauen.

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    Bertold Brecht

  • Vielen Dank für Deine Infos, PapaHotel

    An die Steckdosen auf Lichtschalterhöhe wurde damals schon gedacht gedacht und auch der Backofen ist auf Brusthöhe. Es ist ein Reihenmittelhaus Baujahr 2006.

    Ich muss mir das in Ruhe überlegen, wie man es am besten umsetzen könnte, wenn mein Mann, oder ich selbst, irgendwann nicht mehr sicher Treppen steigen können, oder einer einen Rollstuhl benötigt.

    Im Moment gehe ich davon aus, dass es nur die Möglichkeit eines Treppenlifts in das 1. OG geben kann (Schlafzimmer und Hauptbad). (Sofern nicht doch irgendwann das Reihenhaus verkauft und etwas seniorengerechtes gekauft wird.)
    Im EG ist nur ein Gästebad und die Tür ist zu schmal für einen Rollstuhl, der Raum ist auch viel zu klein und es gibt nur die Toilette und ein Waschbecken.

    Wünsche einen schönen Tag
    Isa

    Per aspera ad astra („Durch Mühsal gelangt man zu den Sternen“)

    Ich hatte zwar mal nen Opel Astra, aber damit hat es nichts zu tun :P

  • Hallo,


    bin jetzt zwar nicht ganz sicher ob es jetzt konkret um die Umgestaltung deines Reihenhauses geht,

    oder um den optimalen Neubau, aber folgendes halte ich persönlich für optimal:


    Ein Treppenlift halte ich persönlich für eine "günstige" Notlösung.

    Langfristig halte ich einen Außenaufzug für das Optimum. Kostet aber vermutlich über 50k.


    Ich habe bei meinem Bau auf jeder Ebene mit bodentiefen Fenstern gearbeitet die später zu Eingängen umfunktioniert werden könnten.


    Dann habe ich später die Wahl ob Fahrstuhl oder Umzug...


    Das optimalste ist sicherlich ein Bungalow, aber es ging dir ja nicht um Neubau, oder?


    Grüße


    Mork

  • Wie groß ist dein Esszimmer? Wäre es möglich eventuell darauf zu verzichten und die Futterstation in die Küche oder das Wohnzimmer zu verlegen? Wir haben vor Jahren zugunsten eines separaten Kinderzimmers unser Schlafzimmer in den am Wohnzimmer angeschlossenen Bügelraum (ca. 8 qm) verlegt. Platz genug für ein Doppelbett und zwei Kleiderschränke. Vorteil: Das Schlafzimmer bekommt so Wärme vom Kaminofen im WZ mit ab, spart Heizkosten.

    Findet deine Waschmaschine auch in der Küche Platz? Mit der Wäsche jedes Mal unter das Dach zu fußen finde ich sehr unpraktisch. Wir haben dafür neben unseren Minibad eine Art Wirtschaftsraum von ca. 6 qm, in dem ich auch die Regale für die Vorräte gebaut habe.

    Die zwei Zimmerchen unterm Dach fungieren nun als Gästezimmer mit eigener Toilette/Waschbecken und als Lagerraum. Früher war dort mein Bürozimmer, das ich elektrisch beheizen musste. Mittlerweile habe ich Drucker und Laptop im Wohnzimmer stehen und spare mir damit die Treppen und die Heizung da oben.

    Die zwei Garagen nutze ich als Lagerraum und Werkstatt. Dafür habe ich für die Autos und den Wohnwagen Carports gebaut. Einen Keller haben wir nicht.

    Im Prinzip leben wir nun mit drei Erwachsenen und dem ÖPi ebenerdig auf knapp 70 qm. Alle haben ausreichend Platz und auch eine Ecke in die man sich zurück ziehen kann. Reicht uns so völlig aus.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • Alles ebenerdig ist im Alter so eine Sache. Ich habe in der Familie alleinlebende Seniorinnen, die teilweise echt schlecht zu Fuß sind, aber um nichts in der Welt in eine ebenerdig gelegene Wohnung ziehen wollen - aus Angst vor Einbrechern. Da hilft keine noch so schlüssige Argumentation mit Statistiken und einbruchhemmenden Jalousien. Bei einer Wohnung in einem oberen Stockwerk kann ich nachts das Fenster weit offen lassen, im EG müsste es vergittert sein.


    Barrierefreiheit sehe ich in erster Linie im Badezimmer als wichtig an. Platz um das WC und am Waschbecken. Eine bodengleiche Dusche ist optimal. Und überall die Möglichkeit, Griffe und Handläufe montieren zu können.


    Könnte man neu planen und mit "unbegrenztem" Budget, dann würde ich ein Haus so gestalten, dass mindestens zwei Wohnungen zumindest optional realisiert werden können. Mit separatem Zugang und eigenem Balkon/Terrasse. Dann kann man auf sehr viele Veränderungen im Leben flexibel regaieren: kleine Kinder/Kinder ziehen aus/die eigenen Eltern werden hilfsbedürftig und man holt sie zu sich/man selbst benötigt Hilfe und quartiert z.B. eine Pflegeperson in die 2. Wohnung ein/man hat Finanznöte und vermietet eine Wohnung als Ferienwohnung oder an Dauermieter usw.


    Aus Previvalsicht würde ich auf "Komfort-Fallen" verzichten: keine ausschließlich elektrisch bedienbaren Jalousien (diskutieren wir ja gerade hier), eine stromlose Alternative zur Hauptheizung (z.B. ein Kaminofen, benötigt i.d.R. einen eigenen Kaminzug), keine Sanitärräume im Untergeschoss, wenn man dann eine Hebeanlage fürs Abwasser braucht usw.


    Desweiteren Photovoltaik aufs Dach, soviel wie nur möglich. Auch einen evtl. Carport oder eine Terrassenüberdachung würde ich damit ausstatten. Die Anlage dann auf Eigenverbrauch mit "Stromspeicher" auslegen. D.h. man braucht einen Technikraum, ggf. einen separaten Batterieraum und vorausschauend geplante Elektroverkabelung. Künftig wird dezentrale Stromerzeugung und -speicherung immer wichtiger. In ein paar Jahren wird es sehr wahrscheinlich immer üblicher, dass man Strom bedarfsweise ankaufen oder überschüssigen eigenen Strom verkaufen kann. Dabei wird es dynamische Tarife geben: bei einem Überangebot (Sonnenschein) kann man Strom billig einkaufen bzw. selbst erzeugen und gespeicherten Strom bei Knappheit zu guten Konditionen verkaufen.

    Die Anlage muss natürlich "inselfähig" sein, damit man bei Netzausfall weiter Strom hat.


    Ausserdem würde ich einen Vorratsraum neben der Küche einplanen.

    Im Außenbereich oder der Garage würde ich großzügig Abstellplatz für Fahrräder vorsehen. Wir machen gerade die Erfahrung, dass bei Rädern die Lenker immer breiter werden (>70cm) und man mit herkömmlichen Fahrradständern nicht mehr weit kommt. Als 3-Personenhaushalt kommen wr derzeit auf 6 Räder und wir sind noch nicht "elektrifiziert" - dann wären wir bei 9 Rädern, damit ist eine ausgewachsene PKW-Stellfläche komplett belegt.

    Für e-Bikes und E-Autos braucht man Ladeanschlüsse, d.h. die Elektroinstallation bei den Stellplätzen muss dafür vorhanden bzw. ausgelegt sein.


    Grüsse - vom Nachbarlandkreis (RT), direkt an der Grenze zum Kreis ES

    Tom

    2 Mal editiert, zuletzt von tomduly ()

  • Ich würde auch dafür sorgen, daß in dem Haus eine Kochgelegenheit vorhanden ist , mit der man auch mit Holz heizen kann.


    Was die Sicherheit betrifft , würde ich vor der Haustüre einen eingezäunten Bereich, zB Vorgarten, Garagenauffahrt

    schaffen , in den man nur durch eine fernbediente Tür/Tor reinkommt. So schafft man eine gewisse Distanz zu nicht unbedingt erwünschten "Besuchern".


    Zu denken wäre dann noch an die Sicherung von Fenstern und Türen insbesondere im Erdgeschoßbereich.

  • Nicht nur eine Kochgelegenheit mit der man auch die Umgebung mit Wärme versorgen kann, sondern einen Kochofen der auch die Zentralheizung im Winter mitversorgen kann. Im Sommer muss die Warmwasserversorgung auf dem Dach über eine Solaranlage gespeist werden.

    Solch eine Anlage habe ich bei einem Freund mit aufgebaut. Ersparniss bei Öl ca. 50-60% im Jahr.