Artikel: Fluthelfer beschimpft und angegriffen

  • Sehr merkwürdig. Wie kommt dann die Vizepräsidentin des THW dazu, solche Aussagen zu machen?

    Ist wohl wirklich irgendwas in der Richtung „wir brauchen medienwirksame Schuldige, und mir fallen gerade keine besseren ein“…

    -<[ N u n q u a m - N o n - P a r a t u s ]>-

  • Da auch ich nicht glaube, dass jeder Prepper gut erkennbar ein P auf der Stirn spazieren trägt... würde auch mich mal brennend interessieren, woran die jute Frau (bzw. ihre Zuträger) festmachen will, dass da ausgerechnet Prepper unter den Angreifern waren :thinking_face:


    Andersrum: ich hab mir in den letzten Tagen einige bei Youtube veröffentlichte Videos von dem hinlänglich bekannten Lohnunternehmer/Landwirt angesehen, was der da teilweise in Wartepausen für Helfer "interviewt" und was die dann so erzählen, was alles sie als Hilfsgüter eingepackt und mitgebracht haben... da bin ich mir doch ganz sicher, dass einige Prepper die Hühner gesattelt und ins Krisengebiet zum Helfen aufgebrochen sind.

    Si vis pacem, para bellum.

  • Witzigerweise sind die meisten "Prepper" die ich in meinem Bekanntenkreis habe selbst irgendwo in der Blaulichtfamilie, als First responder, bei THW, Feuerwehr und DRK oder als Reservisten in der ZMZ eingebunden. Service to Others spielt also eine große Rolle. Gut, viele würde ich als gut vorbereitet einordnen, den Begriff Prepper benutzt aber eigentlich keiner für sich selbst.


    Vielleicht sind die Prepper und wissen das selbst gar nicht.


    Ich hab da am Mittwoch und Donnerstag keine Feindseligkeiten erlebt, aber sehr viel Dankbarkeit und noch mehr Verzweiflung.

  • Unsere Fachgruppe fährt noch hin, wir haben eine Anfrage. Dann werde ich es ja sehen.


    Ich vermute, dass es weder Prepper noch Querdenker sind, welche die Leute angreifen. Das werden die üblichen Problemgruppen sein, die man politisch korrekt nicht benennen darf. Die Problematik der Plünderer wird auch medial eher diskret behandelt.

  • Zitat von LFM Lokal-Fernsehen-München

    D. van O., Garten- und Landschaftsbauer aus Rees, hilft bei Aufräumarbeiten in Ahrweiler
    Überall in NRW helfen Landwirte und kleine Firmen beim Aufräumen - das ist schwer belastend, berichtet D. van O. aus Rees.




    Zitat von Money Qote


    Und das wird in den Medien, ich guck immer nur, Feuerwehr, THW, Bundeswehr hat alles im Griff - die sieht man da nicht. Wenn dann fahren die da spazieren oder stehen im Weg - die Bauern machen das.



    Querdenker und Prepper ist die medial verklausulierte Form für Nazis. Spätestens seit "Nordkreuz", bzw. "Hannibal" wird das jetzt immer Synonym verwendet statt zu sagen "Umstürzler", "Putschisten" oder "militanten rechtsextremen Gruppierungen". Da wird das Wort Prepper verwendet weil diese Gruppen sich auf einen "Staatsstreich" aktiv vorbereitet haben.


    Wobei Prepping für mich die Vorbereitung auf eine potentielle Katastrophe ist bei der ich nicht hoffe auf ein Eintreten.

    Vorbereitung auf einen aktiv herbeizuführenden Staatstreich halt simpel als "politisch-militanter-Extremismus" zu betiteln ist.


    Also die, die da mit Steinen und Müll das THW bewerfen sind natürlich keine Prepper oder Querdenker oder QAnon. die haben ja keine T-Shirts mit "Ich bin xyz" an um sie zu erkennen. bzw spreche ich den medien im krisengebiet ab eine ordentliche attribuierung zu stande zu bringen.  und wenn, sind die T-Shirts Gatsch verschmiert.


    Ich kann mir auch nicht vorstellen warum QAnonschwurbler dort irgendwie aufmarschieren sollten. Zumindest hab ich jetzt noch keine Verschwörungstheorien dazu aufgeschnappt. Obwohl, irgendwas wird sich irgendwer schon ausgedacht haben und die Theorie geht in den Kreisen sicher instant steil. schwurbler halt. für mich ist die Lage aktuell noch zu dynamisch um von der Ecke was zu erwarten.

    Das sind halt da die Anwohner und deren Helfer bei denen die Emotionen hochgehen. Wenn du siehst wie drumherum "dem Nachbarn" geholfen wird im TV, wobei es dir viel schlimmer geht und du mit dem Gatsch und Dreck schaufeln physisch und psychisch im Limit bist. Ausnahmezustand halt.

    Nur das kann die Presse halt nicht schreiben, deshalb sagt man es sind Staatsfeinde/Nazis, das kann man so natürlich auch nicht schreiben, deshalb schreiben die von Preppern und Querdenkern. Ohne jeden Beleg oder Nachweis.
    Das ist halt "geframter" journalismus. Das Framing hier lautet: "Das THW hilft."  Das ist auch gut so. Ich würde auch nicht gerne im TV Katastrophenbilder sehen und die Message lautet dazu: "Anwohner fühlen sich vom THW im Stich gelassen, FF/BW/THW bewältigen die Aufräumarbeiten nicht alleine"

    Klar ohne THW wäre schlimmer und die rackern sich ab wie nix, (sind aber halt auch limitiert in Quantität und das ist eine sehr große Großschadenslage), aber in den Medien immer das THW sehen wie es sich abrackert, aber dann beim Fenster raus zu sehen und zu merken das THW ist bestenfalls Statist oder steht im Weg rum... in der eigenen Ortschaft die noch nicht dran war. Das generiert halt so Emotionen bei den betroffenen. Emotion schlägt Logik. Es ist Katastrophe, die Menschen dort sind wohl grad am beenden des Schockzustands und jetzt in der Ernüchterung/Zorn und wechseln in die nächste Phase der psychischen Bewältigung das Ausnahmezustands.


    Die andere Message wäre, das THW bringt nix. Also ist nicht groß genug und effektiv genug.


    Wenn man den Standpunkt der Presse einnimmt, braucht man halt jemand der im TV sprechen kann. Der Journalist kann sich nicht einen x-beliebigen Trecker Fahrer rauspicken. Wenn der Trecker-Fahrer schlau ist, weis er dass er im Schockzustand und im Einsatz kein Interview geben sollte das Bundesweit, ja Internet weit ausgestrahlt wird.

    Der Journalist kann auch nicht ordentlich selektieren welcher Trecker Fahrer oder welche Ortschaft das Money Quote liefern soll.


    Der Journalist hat aber eine Organisation zur Verfügung bei der er a) anfragen kann, b) es dort ein Presse-Team gibt und c) es eine Organisation überhaupt gibt, d) es auch Personen in Leitender Position gibt welche auch mal ein Interview geben können und einen Überblick haben.

    Deshalb wird da das THW gewählt für ein Interview.



    Was ich für mich aus den Berichten rauslese, da gehts drunter und drüber, Katastrophengebiet halt. Jetzt gehen halt auch noch die Emotionen hoch.


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    Drei Schritte zurück und nachdenken.

    Was kann ich als Prepper für mich aus dem Zustand dort lernen? Wie wird der Zustand dort bewältigt? Was sind die stärksten Einschränkungen? Strom, Wasser, Nahrung, ...  Wie reagiert die Bevölkerung dort und wie entwickelt sich die Hilfsbereitschaft untereinander?

    Starkregenereignis ist ein ernstzunehmendes Szenario. Welches Equipment wird dort verwendet, an das ich nicht gedacht habe bis her? Kann ich für mich einen blinden Fleck erkennen den ich bisher nicht betrachtet habe. Wie lagere ich mein Zeug im Keller?

    Einmal editiert, zuletzt von rand00m ()

  • Das hatte ich übersehen.


    Hier zwei Kurzzitate:


    "...Unsere Mitarbeiter wurden mit Resten aus dem Hausrat beworfen, der sich da

    getürmt hatte..."


    "... dass einige Menschen mit Sprinter vorgefahren sind und auch Falschinformationen in der
    Bevölkerung vor Ort streuen. Wir sind da jetzt in sehr engem Kontakt mit der Polizei,..."


    Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass sich die Vizepräsidentin des THW oder die ZEIT das ausgedacht haben.


    Was den Vorwurf betrifft, das THW würde nichts tun.Irgendwo habe ich gelesen, dass die 80(!) Brücken zu reparieren haben.


    Ich kann mir gut vorstellen, dass man solche Aufgaben neben Trinkwasserbereitung, Aufbau einer Stromversorgug u.a. priorisiert und das THW eben nicht einsetzt um Schutt wegzufahren. Mir erscheint das ohne genauere Kenntnisse zu haben erstmal klug so.

    Der einzeln mag natürlich denn Schlamm im unnd den Unrat vor dem eigenen Haus als wichtiger erachten.


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    Was die Kosten für Traktorenreifen betrifft: Es gib doch zig Millionen Euro Spendengelder. Wo gehen die dennn hin?

    Einmal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Das es passiert ist halten auch hier im Forum viele für möglich/wahrscheinlich.


    Das Problem was viele hier haben ist die Beschuldigung von ganz bestimmten Personengruppen die nicht nur unwahrscheinlich ist sondern auch gerade gut ins politische Kalkül passt.


    Da scheint die eigentliche Wahrheit (Bewerfen von Hilfskräften) etwas ausgeschmückt worden zu sein das es gut ins Bild passt. Und das ist das Problem. Die eigentliche Handlung ist lediglich eine Übersprungshandlung von Leuten denen es im Augenblick echt scheisse geht durch Überlasung auf allen Ebenen. Wie bei jeder Großschadenslage.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • WIr haben im Katastrophengebiet in Westdeutschlanfd eine interessante Gemengelage.

    Normalerweise funktioniert unser dezentral aufgestelltes Hilfswesen mit örtlichen Feuerwehren und auf Kreis-Ebene organisiertem Katastrophenschutz sehr gut. Nun wurden jedoch in einem relativ großen Gebiet die örtlichen Strukturen zerstört (Feuerwehren vor Ort waren praktisch nicht mehr einsatzfähig) und durch den Ausfall der BOS-Kommunikation fehlte den Landkreisen tagelang der Überblick und sie hatten auch kaum Zugriff auf die Einheiten vor Ort.

    Das ist für D seit dem 2. Weltkrieg eine neue Erfahrung. Hochwasser und die Schadensbewältigung kennt man ja, z.B. von 2002 an der Elbe. Aber dort kam das Wasser mit Ansage und die Gefahr wurde weitgehend richtig eingeschätzt. Gegen den Sachschaden kann man zwar wenig machen, aber man kann Menschenleben schützen, was im aktuellen Fall kläglich schiefgegangen ist, wegen Fehleinschätzungen und gleichzeitig extrem schnell eintretender extrem hoher Flutwellen, das hat schon was tsunamimäßiges.


    Die staatliche HIlfsmaschinerie ist naturgemäß etwas träge, bis sie angelaufen und voll leistungsfähig ist. Mittlerweile läuft das aber generalstabsmäßig.


    In der Chaos-Phase der ersten Woche waren die Landwirte, Gala-Bauer und Lohnunternehmer schneller vor Ort, als jede andere Hilfstruppe. Die haben damit Fakten geschaffen und auch die Medienhoheit errungen. Hier kam nun noch ein Umstand hinzu, dass viele Landwirte in Gruppierungen wie "Land schafft Vertrauen" organisiert sind, die für die großen Trecker-Demos u.a. in Berlin verantwortlich sind. Ursprünglich war gerade LsV eine Initiative von Landwirten, die sich vom Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ausgebeutet sehen (Milch- und Fleischpreise unter den Herstellungskosten) und deren Geschäftsmodell von zunehmend strengeren Umweltauflagen bedroht wird.

    Die LsV-Mitglieder radikalisieren sich leider zusehends und haben eine sehr niedrige Triggerschwelle, um auf ihre Traktoren zu springen und irgendwelche grenzwertigen Aktionen zu machen. Die fehlende Abgrenzung zu politisch extremen Bewegungen wird in diversen Video-Berichterstattungen erkennbar, die teilweise sogar als Livestream aus den Schadensgebieten (Wipperfürth z.B.) erfolgen, mit deutlich staatsfernem Unterton der Sprecher und der Personen, die in den diversen Videos ausführlich zu Wort kommen.

    Es läuft da viel unterschwellige Hetze gegen THW, Feuerwehren, DRK und die Forderungen der "Trecker-Helfer" werden immer selbstgerechter und dreister: "Wann bringt uns das THW endlich Diesel, Verpflegung und repariert uns die kaputten Reifen und Hydraulikschläuche?" oder "Hier siehste keinen von denen, wir! müssen hier alles alleine machen, das ist unglaublich." Sekunden später stapft der Videoblogger schweigend an einem Bundeswehr-Tankwagen vorbei, der gerade die Traktoren und Bagger eben jener Helfer versorgt. Der Blogger motzt dann noch, dass sich "diese Bundeswehrler nicht filmen lassen wollen.". Dann wird gefordert, dass der Staat ihnen "verdammt nochmal die Maschinenstunden bezahlen solle, wenn wir denn schon helfen". Schon ist es vorbei mit der selbstlosen Katastrophenhilfe.

    Die Weinbauern im Ahrtal appelieren mittlerweile verzweifelt an die Baggertrupps, weggeschwemmte Weinfässer nicht einfach wegzubaggern und zu entsorgen, sondern die Funde den Weinbauern zu melden, da die Fässer wiederverwendet werden sollen. Die zunehmend selbstgerechte Baggertruppe geht teilweise recht radikal mit dem Hab und Gut der Betroffenen um. Auch das behutsame abtragen von Trümmerbergen findet nicht überall statt. Man brettert mit dem 30t-Radlader mit Karacho in den riesigen Berg aus angeschwemmtem Material, egal, ob sich darin noch Tote oder evtl. sogar noch Überlebende befinden. Das ist die Schattenseite der entfesselten Helfer-Massen.


    Der Unmut gegenüber staatlich organisierten Helfern scheint mir stellenweise inszeniert zu sein. Die zuständige Polizei Koblenz kann jedenfalls die behaupteten Übergriffe auf das THW nicht bestätigen. Da hat jemand was gezielt gestreut und es wurde von vielen Stellen gierig aufgegriffen.


    Auch die BILD-Zeitung spielt da keine so tolle Rolle, genausowenig wie die privaten Fernsehsender: eine RTL-Reporterin wurde dabei ertappt, wie sie sich vor der Live-Schalte aus dem Katastrophengebiet erstmal am Wegrand ordentlich mit Schlamm eingeschmiert hat, um authentischer zu wirken. Das wurde gefilmt und ging viral, die Moderatorin wurde beurlaubt und eiert jetzt peinlich herum.


    Grüsse

    Tom

  • Wir wissen ess derzeit nicht.


    Worauf ich aber hinaus wollte: Der Prepper wird in Katastrophen mittlerweile als Feind gesehen, nicht als Freund.


    Medien leben ja nicht im luftleeren Raum, die spiegeln schon die typische Meinung wider und die scheit sehr Prepper-phob zu sein.

    Es ist jetzt nicht so, dass es in den Kommentaren da viel Entrüstung gäbe, dass die Prepper doch ganz super seien und man denen Unrect antue, wenn man einfach ,al sowas behauptet.


    Wie konnte es soweit kommen? Vor 10 Jahren waren wir schlimmstenfalls ein bissl wunderliche Spinner, aber noch keine Gefahr!


    Welche der ominösen Facebook-Prepper-Gruppen müsste ich mir mal anschauen, um mir ein Bild vom dortigen Geschehen machen zu können?


    Gibt es da links?


    MfG