Pro & Contra: Verpflichtende Krisenvorsorgeausstattung für zu Hause

  • Nach meiner Kenntnis wurde in D diese sog. behördliche Brandschau vor einigen Jahren abgeschafft. Das war ja in den Bauordnungen für bestimme Gebäudetypen, z.B. Mehrfamilienwohnhäuser, inkl. zeitlicher Abstand vorgeschrieben. Das hätten die Bauämter, die ja früher auch mal Baupolizei hießen, machen sollen. Wurde aber von den Kommunen meist an die Feuerwehren, und/oder an die Schornsteinfeger delegiert.

    Ich bin aus Ö. ;-)

    Think positive, stay negative! :)

  • Ganz ehrlich - ich denke sobald rotationspflichtige Sachen in der Ausrüstung sind wirds lästig und nur die Prepper bleiben am Ball.

    Klar ist abgestandenes Wasser besser als keines, kann man ja abkochen. Aber bei vor 7 Jahren abgelaufenen Wiener im Glas bin ich mir trotz Abkochen nicht sicher, dass es sicher für den Verzehr ist.

    Vielleicht sollte man es irgendwie aufteilen:

    Ausrüstung/Gear - ewig haltbar (inkl. Gaskartuschen und Spiritus). Einmal da und wegpacken.


    Dann die haltbare Futterecke wo mal alle 2-3 Jahre prüfen sollte. Nudeln, Reis, Linsen & Co. (Monatstonnenmäßig)


    Dann ein Teil Energieversorgung für o.a. Ausrüstung und Alltagsgegenstände, also (Batterien, Powerbanks usw) wo man alle 4-6 Monate prüfen und ggf. nachladen sollte.


    Also das ist jetzt nicht im Detail ausgeplant (mir selbst auch noch nicht ganz klar wie es am besten ist) aber Prinzip ist klar oder?


    Mit einer derartigen Gruppierung der Notfallausrüstung bewegt man vielleicht noch einen weiteren Anteil der Normalbevölkerung mitzumachen, weils so schön einfach ist und das Risiko für Überlagerung einfach minimiert (nicht eliminiert) wird.

  • Um nochmal auf Kriesenvorsorge und ihre Pflicht zurückzukommen, dann halte ich auch meinen Mund, sind doch Dinge über die wir uns hier den Mund fusselig reden können. Die Menschen da draußen in ihrer Blase mit dem Diskounter um die Ecke werden die angedachten Massnahmen im Sande verlaufen lassen. Wir wissen alle was es für einen Aufschrei gegeben hat als sich das BBK erdreistet hat darauf aufmerksam zu machen das man für 10 Tage doch bitteschön etwas an Wasser und Lebensmittel einlagern sollte.

    Eine Massnahme kann nur dann greifen wenn sie auch kontroliert wird, wird sie es nicht ist sie ein Luftschloss. Wenn ich dann noch an die Bürokratie denke die solch eine Massnahme beinhaltet, na dann Prost Mahlzeit. Die Ämter bekommen es ja nichtmal auf die Reihe genug Lebensmittelkontrolleure auf die Strasse zu bringen. deshalb über ungelegte Eier sich zu unterhalten ist sinnlos.

    Wir wissen alle was in solch ein Kriesenpaket gehört, darüber sich zu unterhalten halte ich aber für nützlich. Eine Pflicht dieses Paket in jeden Haushalt zu bekommen, vielleicht auch mit Kontrolle und Busgeld halte ich für Absurd. Aber das ist meine persönliche Meinung

  • Die BBK-Broschüre "Für den Notfall vorgesorgt" deckt Deine Fälle (abgesehen von Erster-Hilfe/Wiederbelebung) eigentlich ganz gut und verständlich ab. Man kann sie beim BBK auch in gedruckter Form kostenlos bestellen. Darin gibt es neben den bekannten Listen für Notvorräte und Fluchtgepäck auch Handlungsempfehlungen zur Vorsorge, aber auch wenn ein Krisenfall eingetreten ist. Die Themen gliedern sich in

    • Vorsorge und Eigenhilfe (u.a. Lebensmittel, Energie, Hygiene, Notgepäck, Dokumentensicherung)
    • Hochwasser
    • Unwettergefahren inkl. Hilfe zur Selbsthilfe
    • Brandsschutz (u.a. "bevor es brennt", "wenn es brennt", "Löschgeräte")
    • CBRN-Gefahren (u.a. Verhalten bei Gefahrstofffreisetzung und Eigenschaften von CBRN-Gefahrstoffen)

    Dabei werden unter "CBRN" die Themen chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren verstanden.


    Man merkt der optisch modernen Broschüre allerdings hier und da auch noch die "Kriegsvergangenheit" aus Luftschutz-Zeiten an. So wird in den Checklisten für den Brandschutz eine Kübelspritze und für das Notgepäck eine Schutzmaske/Atemschutz empfohlen. Die aktuelle Broschüre stammt von 2007, da war Corona noch kein Thema, da verstand man unter Atemschutz eher noch die "Volksgasmaske", wie sie in der Zivilschutzfibel aus den 1960er noch als Bestandteil der Schutzraumausstattung vorgesehen war. Die alte Zivilschutzfibel ist interessanterweise beim BBK bzw. kritis.bund.de als PDF-Download verfügbar. Beeindruckend finde ich darin nach wie vor die schlichte grafische Darstellung der Schutzraumausstattung als Icons auf Seite 38. Das sagt ohne Worte eigentlich, was man im Haushhalt verfügbar haben sollte.

    Ich mag solche Listen oder Gedanken auch. Ich hoffe nur, ich brauche sie nicht...

    Alles schön und gut, aber ich kann auch nur vermuten diese Vorschläge würden es nicht weit bringen... Man kann für privat nichts vorschreiben. (wie war das denn bis sich die leute von selber Rauchmelder gekauft haben?...)

    Was man am ehesten umsetzen kann, etwas auf Basis dieser Broschüre! In der jüngeren Vergangenheit haben immerhin schon mal einige Menschen mehr davon gehört, obwohl es diese Ausgabe schon ein paar Jahre gibt. Ähnliches gab es immer schon. Im Herbst 2016 hat man drüber gelacht als die mal aktualisiert wurde. Anfang Corona hat man drüber gelacht... Vor ein paar Wochen im Hochwasser haben sicher einige daran mal wieder gedacht und nicht gelacht. ...

    Jedenfalls könnte man diese Broschüre um Erste Hilfe Anleitungen und Piktogramme ergänzen für jedes Thema. Nicht jeder kann deutsch oder englisch lesen und verstehen. Aber sowieso darf es nicht mehr Text werden. Die Checkliste darin ist sonst schon mal gut.


    Jedenfalls wissen viele wiederum nicht was das BBK ist. So eine Broschüre müsste der Masse der leute immer mal wieder begegnen. Als Auslage in öffentlichen Gebäuden, als "Internet-Werbung", also Seite in den kostenlosen Sonntagszeitungen... Man müsste die überreicht bekommen wenn man eine Ausbildung anfängt oder ähnlcihes.

    Gruß David

  • Kriesenvorsorge ist einfach nicht "sexy" genug in der Öffentlichkeit.

    Das leben genießen ist viel cooler statt zuhause Notrationen zu stapeln, für einen Fall der ja doch nicht eintrifft....


    Wenn ich bedenke bei wie vielen meiner Kollegen es normal ist sich über Pokemons zu unterhalten, aber keiner hat einen Vorrat der 3 Tage reicht, dann staune ich immer wieder das der Mensch den Weg vom Baum gefunden hat. Dabei ist es eine einfache Tatsachen das Vorbereitung ein Imageproblem hat. Wenn vorbereitung und prepping cool währe dann währe eine überprüfung der Vorgaben auch nicht notwendig, den die Leute würden ja versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen.

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

  • Ein vollgemüllter Dachboden sieht zwar brandgefährlich aus, taucht aber in der Statistik sehr weit hinten auf.

    Als Brandursache sicher nicht so häufig, als (unnötige) Brandlast und die Löscharbeiten sehr erschwerend wohl schon.

  • So eine Notfallbroschüre als Taschenkarte auf "Unkaputtbarpapier" wie die Bundeswehrtaschenkarten wäre doch auch eine Idee, oder? Kann man dieses Papier eigentlich irgendwo einigermaßen günstig kaufen?

    Hallo,


    ich habe sowas ähnliches im Büro aufgehängt.


    Wir haben eine MA die mit einem Anaphylaktischen Schock auf Wespenstichen reagieren könnte.


    Habe auf DIN A3 in drei Spalten Massnahmen für Helfer 1, Helfer 2 und Helfer 3+4 definiert.

    Das ganze einlaminiert und aufgehängt. Unter der Notfallkarte hat der Autoschlüssel zu hängen, unter dessen Beifahrersitz sich das Notfallset befindet.

    Das Ganze auch bebildert dargestellt, ein Bild sagt mehr ….


    Da sich das dort beschriebene eh keiner merken kann, habe ich das ganze nochmal ausgedruckt, aber die drei Spalten separat laminiert. So kann der jeweilige Helfer seinen Part - analog der Feuerwehrlaufkarten bei BMA - abreissen, mitnehmen und abarbeiten.

    Somit ist sicher gestellt, dass z.B. Helfer 2 einen qualifizierten Notruf mit den richtigen Stichworten absetzt, dann das Telefon im Büro für eventl. Rückrufe der ILS besetzt bzw. freihält.

    Helfer 3 und 4 sollen sich Warnwesten anziehen und den RD einweisen, dies mit dem Hinweis, dass immer mindestens 2 Rettungsmittel kommen RTW und NEF / RTH (ggf. noch KTW als First Responder).

    Helfer 1 hat den meisten Stress, Patienten versorgen, bei 💉 assistieren bzw. selbst durchführen.


    Bis jetzt haben wir es nicht gebraucht, haben aber zusätzlich alle Mitarbeiter (ca. 25!) - soz. flankierend - zu betrieblichen Ersthelfern geschult, danach war Grillfest mit anschliessender unangekündigter Übung unter Zuhilfenahme der Realistischen Unfalldarstellung. (Gern gegeben, offene Unterschenkelfraktur mit KoPlaWu). War gute Teambuildingmassnahme.


    Wir haben 2 Bergwachtler, 2 RDler, 2 FW, 1 Wasserwachtler im Team.


    Das Jahr darauf haben wir mit einem 🔥 Simulator das Löschen geübt, natürlich mit anschliessender thermischer Behandlung von Fleischstücken unterschiedlicher Genese 😉 in Tateinheit mit oraler C2H4OH - Gabe.


    Wegen C war dieses Jahr nix derartiges möglich, nächstes Jahr gehts wieder mit EH Kurs los.


    Bin jetzt etwas abgeschwoffen, aber mei 😏.


    Nix für ungut, schönen Abend.


    Transalp

    Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum!

    Einmal editiert, zuletzt von transalp ()

  • Witzig zu sehen auf wie viel Widerstand selbst in einem Prepperforum ein verpflichtendes Notfallausrüstungspaket stößt.


    Muss das vielleicht ein Drama gewesen sein, als man beschlossen hat in Autos verpflichtend Verbandskasten und Co. vorzuschreiben. Ich kann es mir richtig vorstellen, wie die Polizeigewerkschaft die zusätzliche Arbeitslast für die Polizisten beklagt hat und die Autofahrer sich über die Kosten aufregten.


    Tja, gibt's dennoch und hat zweifellos schon einige Leben gerettet. Veränderungen sind nunmal manchmal unbequem, aber oft sinnvoll.


    Ich werde eine Ausrüstungsliste mit dem bisherigen Input erarbeiten und einen neuen Thread hierzu eröffnen, sobald ein erster Entwurf steht.


    Hier darf gerne weiter über Sinn oder Unsinn solch einer Verpflichtung diskutiert werden.

  • Ben

    Hat den Titel des Themas von „Krisenvorsorgeausstattung für zu Hause“ zu „Pro & Contra: Verpflichtende Krisenvorsorgeausstattung für zu Hause“ geändert.
  • Naja, es wurde ja in D gerade erst die Pflicht für den Einbau von Rauchmeldern nach DIN 14676 - ugs. Heimrauchmelder - eingeführt.

    So abwegig ist bzw. wäre das vielleicht doch nicht.

    Und auch wenn nicht ständig Johnny Controlletti klingelt, dürfte dies mittlerweile in den meisten Haushalten umgesetzt sein.


    Transalp

    Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum!

  • Ich würde da eventuell die Gemeinden mit einspannen. Bei uns gab's vor einiger Zeit ein Informationsvideo der FF aus einem Nachbardorf in den sozialen Medien, das von den ganzen Gemeinden rundherum beworben wurde.


    Parallel dazu haben die Gemeinden verstärkt für die Bevorratung lt. ZSV geworben und auch ein Aufklärungsprogramm Richtung Blackout gestartet.

    Think positive, stay negative! :)

  • A propos Verbandkasten im Auto: abgelaufenes Verbandmaterial ist der Klassiker bei Verkehrskontrollen, wenn die Polizei bei Fahrzeug und Fahrer ansonsten partout nichts zum Beanstanden findet. Zum Glück gibts von Söhngen ein Austausch-Set mit den Bestandteilen des Verbandkasten, die ein Verfallsdatum haben. Im Austausch-Set haben die Sachen 20 Jahre Haltbarkeit, ist auch so aufgedruckt. Da steht dann eben "2041" als Verfallsdatum drin und nicht 2016...


    Bei einer verpflichtenden Krisen-Vorsorge-Ausstattung stellt sich die Frage, wo hört die sinnvolle Ausstattung auf und welche Erwartungen wecke ich (oder Ängste)?


    Jodtabletten halte ich in Haushalten, die 150km von einem AKW weg sind, für vernachlässigbar. Dagegen wäre eine Hochwasser-Schutzausrüstung in entsprechend gefährdeten Gebieten sinnvoll: Wathose, Gummistiefel, Tauchpumpe, Nass-Sauger, Sandsäcke. Andererseits bringen sich die Leute dann möglicherweise in Gefahr, weil sie im gefluteten Keller herumspazieren, sich nen tödlichen Stromschlag holen oder ausrutschen und ertrinken. Also noch ne Schwimmweste und nen Spannungsprüfer?

    Bei Stromausfall drucksen die Ratgeber um das Thema Stromerzeuger herum. Aus gutem Grund: in Wohnungen haben Stromerzeuger nichts verloren, wegen der Abgas-/CO-Problematik. Ausserdem braucht man Sprit für den Moppel und das nicht wenig, wenn der Strom tagelang fehlt. Wo sollen die Leute von Mehrparteien-Häusern ihren Generatorsprit lagern und wieviel? Brandgefahr. Dito bei Gaskochern.


    Am Ende bleibt nur ein sehr rudimentäres Basic Emergency Supply Kit übrig, das wirklich idiotensicher ist: Dosenfutter, Batterien, Taschenlampe.


    Was ich mir vorstellen könnte, wären dezentrale Zivilschutz-Depots, z.B. bei den ohnehin vorhandenen Feuerwachen. Dort lagert man für alle einen 14-Tage-Vorrat an Essen und Wasser ein, sowie die wichtigsten Sachen für die grundlegenden Bedürfnisse der Haushalte eines Quartiers. Finanziert wird das über eine jährliche "Zivilschutzabgabe" von z.B. 40 Euro pro (Vier-Personen-)Haushalt. Der Staat /die Kommune finanziert das Ganze vor und holt sich die Kosten z.B. über 10 Jahre wieder durch die Abgabe zurück. So hätte man pro Haushalt ein Budget von 400 Euro über 10 Jahre, womit man die Grundausstattung mit 100 Euro im ersten Jahr finanziert und dann jährlich 30 Euro für den Austausch von Teilen mit ablaufender Haltbarkeit übrig hat. Damit sollte man eigentlich ein gutes Stück weit kommen. Den Austausch macht man ein paar Monate vor Ablauf MHD und gibt diese Sachen verbilligt oder kostenlos z.B. über Tafelläden ab, dann muss man nichts wegwerfen (Lebensmittel, Batterien etc.).


    Grüsse

    Tom

  • A propos Verbandkasten im Auto: abgelaufenes Verbandmaterial ist der Klassiker bei Verkehrskontrollen, wenn die Polizei bei Fahrzeug und Fahrer ansonsten partout nichts zum Beanstanden findet.

    Völlig richtig. Ich wurde mal vor fast zwanzig Jahren für eine Verkehrskontrolle angehalten. Sie hätten mich wegen allem möglichen drankriegen können. Aber sie zogen sich damals an dem angegriffenen, teils "abgelaufenen" Verbandmaterial auf... Ja, ich hatte die entnommenen Verbandpäckchen nach einer Sportverletzung nicht wieder aufgefüllt und sicher auch das eine oder andere fehlte noch. Okay, geschenkt.

    Meine Konsequenz daraus: Im Auto liegt ein billiger Verbandmaterialbeutel, der irgendwo günstig im Angebot geschossen wird, wenn es mal wieder notwendig wird und dann im Auto verbleibt, um "vorgezeigt zu werden" bei TÜV bzw. bei einer Polizeikontrolle.

    In meinem jetzigen Auto liegt der am designierten Platz im Kofferraum. Daneben habe ich für den Ersthilfeeinsatz eine kleine Tasche, die deutlich mehr Material enthält als für den PKW-Verbandkasten vorgeschrieben. Die liegt ebenfalls im Kofferraum. Und hinterm Beifahrersitz im Fußraum habe ich für den "täglichen Gebrauch" noch einen zweiten Verbandkasten. Warum hinterm Beifahrersitz im Fußraum? Weil das Täschchen nach einem Auffahrunfall dort definitiv in Reichweite und Zugriff ist. Was nutzt mir die beste Erste-Hilfe-Ausrüstung, wenn sie im Kofferraum liegt und ich nicht rankomme, weil mir jemand den Kofferraum zusammengeschoben hat?


    Was die Haltbarkeit angeht: Da wird auch sehr viel Scharlatanerie mit betrieben. Theoretisch ist, von rechtswegen, der Verbandkasten einen Tag nach Ablaufdatum absolut und garantiert tödlich. Der Polizist von der Szene oben fragte mich, wen ich den damit noch retten wolle... Ganz ehrlich? Im Zweifelsfall ist es mir lieber, eine blutende Wunde wird mit einer Kompresse oder einem Verbandpäckchen abgedeckt und versorgt, das "über dem Datum" ist statt nicht versorgt zu werden, weil "man sich damit ja eine Infektion" einfangen könnte. Völliger Schwachsinn! Wenn man seinen Verbandkasten nicht gerade vor dem Einsatz regelmäßig durch den Ölschlamm gezogen hat oder das Verbandpäcken vorher jahrelang in der Hosentasche spazierentrug, ist davon auszugehen, dass die Verpackung unbeschädigt ist. Und somit ist das Material als sauber und frei von irgendwelchem Krabbelviehzeugs anzusehen. Eine Wunde, die so schwer blutet, dass es durchaus lebensbedrohlich sein kann, da ist es völlig egal, ob die verletzte Person "vielleicht" sich eine Infektion dabei einfangen könnte. Aber sie wird ganz sicher dabei draufgehen, wenn die stark blutende Wunde nicht versorgt wird! So etwas sagt man einem aber nicht im durchschnittlichen Erste-Hilfe-Kurs!

  • Ich kaufe auch immer fertige Verbandskästen fürs Auto nach und nutze die abgelaufenen Sachen dann daheim zur Versorgung von Wunden.

    Think positive, stay negative! :)

  • ...Zum Glück gibts von Söhngen ein Austausch-Set mit den Bestandteilen des Verbandkasten, die ein Verfallsdatum haben. Im Austausch-Set haben die Sachen 20 Jahre Haltbarkeit, ist auch so aufgedruckt. Da steht dann eben "2041" als Verfallsdatum drin und nicht 2016...

    Volle Zustimmung! Das handhabe ich seit Jahren so, bei mir kommt nur noch Söhngen ins Haus/Auto. Aktuell haben meine Verbandskästen ein Verfallsdatum der Sterilprodukte bis 2023, da wisst ihr, wann ich die das letzte Mal neu bestückt habe.


    ...Finanziert wird das über eine jährliche "Zivilschutzabgabe" von z.B. 40 Euro pro (Vier-Personen-)Haushalt. Der Staat /die Kommune finanziert das Ganze vor und holt sich die Kosten z.B. über 10 Jahre wieder durch die Abgabe zurück. So hätte man pro Haushalt ein Budget von 400 Euro über 10 Jahre, ...

    Das wäre dann aber absolut unfair denen gegenüber, die bereits wesentlich mehr Geld in eine eigene, der jeweiligen Situation angepasste Vorsorge investiert haben. Ich würde nur dann diese Zivilschutzabgabe zahlen, wenn im Gegenzug die für mich völlig sinnfreie Rundfunkgebühr entfällt.


    Meines Erachtens sollte von staatlicher / kommunaler Seite ganz klar kommuniziert werden, dass in der ersten Woche nach einem Ereignis /einer Krise keinerlei Unterstützung für die Zivilbevölkerung (außer Rettung, Bergung und med. Behandlung) geleistet werden kann. Damit wäre aus meiner Sicht ein deutlicher Anreiz für eine Eigenvorsorge gegeben.

  • Nach meinem Dafürhalten liegt die Krisenvorsorge, wie so vieles andere auch, im Bereich der persönlichen Verantwortung des Einzelnen.



    Klar ist es das Einfachste diesen Bereich, nach Abbau der staatlichen Ressourcen auch in die Verantwortung des kleinen Bürger zu geben.

    Um bei dem unglücklichen, immer wieder bemühten Bespielen mit Verbandkästen und Sicherheitsgurte zu bleiben. Ich kann mich da noch gut dran erinnern. Natürlich wurden damals, Anfang der 70er im Opel Kapitän keine Sicherheitsgurte nachgerüstet, war viel zu teuer. Dann wurde 1974 oder 75 ein Opel Rekord gekauft, da waren dann halt Gurte drin, die zunächst nur selten benutzt wurden.


    Von daher wäre es für mich eher befremdlich, wenn irgendjemand dann vorgeben würde, was ich als "Krisen Ausstattung" zu Hause haben sollte.


    Apropos Rauchmelder, ich habe glaube 2009 mal einen Karton mit 12 Rauchmeldern von meiner Versicherung geschenkt bekommen, aber immer noch keinen aufgehängt...


    Gruß


    Tid

  • Eine Wunde, die so schwer blutet, dass es durchaus lebensbedrohlich sein kann, da ist es völlig egal, ob die verletzte Person "vielleicht" sich eine Infektion dabei einfangen könnte. Aber sie wird ganz sicher dabei draufgehen, wenn die stark blutende Wunde nicht versorgt wird!

    So habe ich bei unserem betrieblichem Ersthelferkurs auch argumentiert und wurde dafür beinahe vom Kurs ausgeschlossen!

    Aber jedes Jahr fleißig die Helmabnahme üben weil bei Betriebs!unfällen mit abgetrennten Armen und ähnlichem ja auch immer mal wieder n Motorradfahrern angeflogen kommt.

    Und wehe du bringst Beispiele aus der Praxis, dann ... Alles sitzen rum und wollen ihren Stempel, wissen alles und besser. Das sind aber genau die die beim Unfall unter Schock stehen, überfordert sind und nicht mal mehr die Notrufnummer wissen.


    Den aktuellen Erste Hilfekasten (kostet ja nicht viel) hab ich auch unterm Beifahrersitz wie du schon geschrieben hast, um ihn griffbereit zu haben und zum zweiten wird der Vorwand des erste Hilfekastens gern für eher nicht legale Fahrzeugdurchsuchungen missbraucht.

    Ich kann sie nicht alle retten, will ich auch nicht mehr.

    Andere wissen es "Besser"? Dann Popcorn raus und kein Applaus:popcorn:

  • Apropos Rauchmelder, ich habe glaube 2009 mal einen Karton mit 12 Rauchmeldern von meiner Versicherung geschenkt bekommen, aber immer noch keinen aufgehängt...

    In vermietetem Wohnraum sind Rauchmelder in mindestens Niedersachsen und Hamburg Pflicht. Betonung liegt auf "vermietet". In deiner "eigenen Hütte" ist bislang, soweit mir bekannt, niemand dazu verpflichtet. Mein Ex-Schwiegervater hat in seinem Haus mindestens im Wohnzimmer einen Rauchmelder hängen. Das aber primär wegen des dortigen Kamins. 🤷‍♂️ Vielleicht hat er die Rauchmelder nur aufgehängt, um noch eine Liste führen zu können mit Dingen, die er regelmäßig überprüfen muss... 🤪😁


    Stichwort: eigene Verantwortung, wie du schon sagst. Man kann vieles regulieren, die Frage ist immer: muss man das?

  • A propos Verbandkasten im Auto: abgelaufenes Verbandmaterial ist der Klassiker bei Verkehrskontrollen, wenn die Polizei bei Fahrzeug und Fahrer ansonsten partout nichts zum Beanstanden findet.

    Gutes Beispiel. Ich fahre seit 16 Jahren Auto und wurde in der Zeit etwa 10 Mal kontrolliert von der Polizei. Kein einziges Mal wollten sie den Verbandskasten sehen. So viel zum Thema Kontrollierbarkeit. Mit habe ich dennoch einen seit 16 Jahren, weil mir der Sinn dieser Pflicht klar ist und ich sie nachvollziehen kann. Ich habe auch schon selbst öfter was aus dem Verbandskasten gebraucht, von daher gut, dass er da ist.


    Apropos Rauchmelder, ich habe glaube 2009 mal einen Karton mit 12 Rauchmeldern von meiner Versicherung geschenkt bekommen, aber immer noch keinen aufgehängt...

    Glaubst du nicht an die Notwendigkeit von Sicherheitseinrichtungen, die deiner eigenen Sicherheit dienen?

  • Stichwort: eigene Verantwortung, wie du schon sagst. Man kann vieles regulieren, die Frage ist immer: muss man das?

    Das ist natürlich eine Grundsatzfrage, die der Staat aber bereits in vielen Bereichen mit "Ja" beantwortet hat.


    Man muss sich bei Vorschriften immer an die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft orientieren.


    Bei der Krisenvorsorge sind das die Menschen, die sich nicht selbst vorbereiten können oder wollen. Die "müssen" halt zwangsbeglückt werden mit einem Notfallpaket, damit sie dennoch im Fall der Fälle nicht hilflos dastehen.


    Hier im Forum übererfüllt sowieso jeder die Minimalanforderungen an so eine Ausstattung. Es wäre auch in unserem Interesse wenn die Nachbarn das tun. Gerade wenn man in einem Mehrparteienhaus lebt, kann das Fehlverhalten eines Nachbarn für einen selbst fatale Folgen haben (fehlende Rauchmelder, Feuerlöscher, etc.)

  • Bei einer verpflichtenden Krisen-Vorsorge-Ausstattung stellt sich die Frage, wo hört die sinnvolle Ausstattung auf und welche Erwartungen wecke ich (oder Ängste)?

    Das ist in der Tat eine schwierige Entscheidung. Würde es tatsächlich eine bevorstehende Pflicht für eine Krisenvorsorgeausstattung in Haushalten geben, würde erwartungsgemäß der Umfang so minimal wie möglich ausfallen. Eben aus den genannten Gründen: Das Paket darf nicht teuer sein, muss möglichst viele Szenarien abdecken, möglichst wartungsarm bis wartungsfrei sein und selbst für Kinder leicht zu nutzen.


    Ich persönlich zum Beispiel wäre stark dafür Fluchtfiltermasken in so ein Paket zu geben. Wird aber wohl nicht der Fall sein, weil sie zu teuer sind. Sinnvoll wären sie dennoch, weil sie so einige Rauchgasvergiftungen inkl. Todesfälle verhindern könnten.