Ukraine-Krieg: News & Informationen

  • Also ich verstehe das mit den schweren Waffen nicht.


    Will Russland alle europäischen Länder gleichzeitig angreifen. Wie und mit was soll das gehen. Alleine die Luftstreitkräfte würden die Angreifer in Schutt und Asche legen.

    Wenn ich es zwischen den Zeilen richtig verstanden habe, bist du im Irrtum.


    Der Westen hat massive Angst davor, seine schweren Waffen in der Ukraine zu verbrauchen und anschließend nackig vom Putin platt gemacht zu werden.


    Ähnliches hat der Scholz mit anderen Worten heute im Spiegel Interview gesagt.

  • Der Westen hat massive Angst davor, seine schweren Waffen in der Ukraine zu verbrauchen und anschließend nackig vom Putin platt gemacht zu werden.

    Genau das ist das Problem.


    Lt. US-Quellen verbraucht die Ukraine derzeit pro Tag soviel Munition und Panzerabwehr-Raketen, wie der Westen innerhalb einer Woche herbeischafft. Die Nachproduktion dauert aber Monate.


    Bei komplexerem Gerät wie Panzer, Flugzeuge oder Marschflugkörper dauert die Produktion in nennenswerten Stückzahlen viele Monate bis einige Jahre.


    Rheinmetall schätzt, dass allein die Vollausrüstung der Bundeswehr 5 bis 7 Jahre dauern wird:


    Konzernchef Armin Papperger geht davon aus, dass es mindestens fünf bis sieben Jahre dauern wird, bis eine Vollausrüstung der deutschen Streitkräfte beim Heer umgesetzt ist. Vor allem werde Munition benötigt, weil die Depots nahezu leer sind. Vom gesamten geschätzten Munitionsbedarf über 20 Milliarden Euro hofft allein Rheinmetall auf Aufträge über zwölf Milliarden.
    Bis erste zusätzliche Munition geliefert werden kann, dauere es mindestens sechs Monate, sagte Papperger. „Bei Munition ist das größte Problem das Pulver – es muss reifen“, so der Konzernchef, andernfalls sei es nicht sicher. Neben Munitionsgroßaufträgen rechnet der Konzern mit 30.000 weiteren Militär-Lkw im Volumen von grob 16 Milliarden Euro. Papperger listete bei der Bilanzpressekonferenz fünf Projekte auf, die in einer Zeitspanne über grob zehn Jahre Milliardenumsätze bescheren sollen. Dazu zählen etwa zusätzliche Puma-Schützenpanzer über 3,7 Milliarden Euro (zweiter Bauabschnitt), oder eine Bewaffnung des Transportpanzers Boxer bis hin zu Soldatenausstattung. (
    Quelle: welt.de vom 17.3.2022)


    Selbst die Bereitstellung von 50 alten Leopard 1-Panzern aus Industriebeständen soll insgesamt 3 Monate dauern. (Quelle: rnd.de vom 11.4.2022)


    Bei Neufertigung von Systemen, die Elektronik enthalten, muss man noch die zusätzliche Produktionsdauer von Mikrochips hinuzrechnen. Für ein Produktionslos Mikrochips in heute üblichen Technologien hat man bis vor Corona mit knapp 2-3 Monaten zwischen Auftragserteilung und Lieferung rechnen müssen. Aktuell schwankt die Dauer zwischen 6 Monaten und "wir nehmen 2022 keine neuen Aufträge mehr an, vielleicht 2023 auch noch nicht". Und die Produktionskapazitäten lassen sich nicht einfach erweitern. Chipfabriken laufen grundsätzlich schon immer 24/7/365 durchgehend, sonst rechnen sie sich nicht. Und eine neue Fab aufzubauen dauert 2-3 Jahre, bis sie dann stabil und mit brauchbarer Ausbeute produziert, dauert es nochmal 1-2 Jahre. Derzeit bekommt man aber viele Anlagen und Großgeräte für die Chipfertigung gar nicht geliefert. Die werden nämlich nur auf Bestellung und quasi in Handarbeit gebaut. Ein EUV-Waferscanner (damit werden die Strukturen der Mikrochips auf dem Silizium abgebildet) von ASML kostet zwischen 100 und 150 Millionen Euro, Bauzeit 1-2 Jahre. Die Fa. Advantest, einer von weltweit zwei Herstellern für Chip-Testsysteme (mit denen die produzierten Wafer getestet werden) schiebt derzeit einen Auftragsbestand von drei Jahren vor sich her. D.h. wer jetzt ein Testsystembestellt, bekommt das frühestens 2026.


    D.h. für einen anhaltenden Abnutzungskrieg haben wir momentan nur das, was noch in den Depots der Streitkräfte ist, sofort griffbereit. Allzu großzügig Ausrüstung und Munition abzugeben, um es innerhalb von Tagen aufzubrauchen, ist tatsächlich eine Sache, die unsere eigene Verteidigungsfähigkeit deutlich schwächt.


    Die Lage ist ziemlich komplex. Was will man tun?


    • Öl- und Gas-Einfuhren sofort stoppen?
      Käme einer Vollbremsung für unsere Industrie gleich.Energieintensive Produkte würden bis auf weiteres Mangelware werden: Baustoffe, Chemie, Kunststoffe, Glas, Papier, Metalle, Reifen. Auch für die Rüstungsindustrie. Gleichzeitig hätten wir eine Bewirtschaftung des Heizungs-Sektors: Fernwärme und Stadtgas nur stundenweise oder eine wie auch immer zu lösende Senkung des Heizbedarfs in Wohnungen mit Gasheizung. Z.B. dass nur noch Wohn- Bade- und Kinderzimmer beheizt werden dürfen, in den übrigen Räumen werden die Thermostate in Nullstellung verplombt.
    • Alles an schweren Waffen und Munition liefern, was sich die Ukraine wünscht?
      Wäre aus den Armeedepots zwar möglich, aber dann hätten wir eine Verteidigungslücke von mehreren Jahren, zumal die europ. Armeen ohnehin sowohl runtergespart wurden als auch von der Territorialverteidigung auf Expeditionsheere (Afghanistan, Mail, Somalia etc.) umgestelltt wurden.
    • Beides zusammen? Also Importstopp russischer Energie und "all-in mit Waffen für die Ukraine?"
      Dann hätten wir eine brisante Mischung aus Wehrlosigkeit, Energiemangel und Unmut in der Bevölkerung, der Putin in die Hände spielt. Vgl. LePen in Frankreich.

    Eine einfache planbare Lösung gibt es nicht, vieles muss vermutlich täglich neu bewertet werden und die Politik muss aus der Lage heraus immer neu entscheiden.

    Wenig hilfreich ist jedenfalls ein großes öffentliches Palaver darüber, wann welches westliche Land genau welche Waffensysteme an die Ukraine liefert. Der Feind hört mit. Das niederländische "we are not like Germany" mit der MItteilung, die PzH2000 zu liefern, ist nicht wirklich hilfreich. Die Franzosen wahren ziemliche Funkstille darüber, was sie liefern, die Polen ebenfalls. Deutschlands Politiker schlingern zwischen diesen Positionen hin und her.

  • Deine Worte scheinen den Punkt zu treffen.

    Wenn ich es frei interpretiere, ist Dresden, Leipzig und Berlin militärisch nicht zu halten.

    Und dieses ist auch dem Gegner bekannt.

  • Deine Worte scheinen den Punkt zu treffen.

    Wenn ich es frei interpretiere, ist Dresden, Leipzig und Berlin militärisch nicht zu halten.

    Und dieses ist auch dem Gegner bekannt.

    Zynisch gesagt: ganz Europa wäre nicht zu halten. Wenn schon eine Eroberung

    (oder sollte ich sagen Unterwerfung?) konventionell-militärisch nicht möglich sein sollte, dann kann man den widerspenstigen Europäern immer noch ein paar 1A-Murmeln auf den Kopf werfen. Dann kann man zwar nicht mehr I Schwarzwald wandern gehen, ohne ein strahlendes Lächeln auf den Lippen zu haben, aber das scheint dem irren Iwan mittlerweile wahrscheinlich auch egal zu sein. Getreu dem Motto "Wenn ich schon nicht damit spielen darf, dann soll niemand damit spielen können..."

    aus DE gesendet...

  • Auch die russischen Waffen-und Munitionsvorräte dürften nicht unendlich reichen, vor allem die "Hightech-Waffen", wie Kalibr & Kinzhal dürften wohl mittlerweile nur noch wenige vorhanden sein.

    Auch konventionelle Mun. wurde bestimmt sehr viel mehr verbraucht & verloren als kalkuliert wurde...siehe Logistikprobleme der Russen.

    Nachproduzieren können selbst die Russen nicht einfach so über Nacht.


    Für die Ukrainer gilt mit der hochfahrenden Offensive noch mehr: 1 Schuss-1 Treffer

    Die Party ist vorbei!

  • Deine Worte scheinen den Punkt zu treffen.

    Wenn ich es frei interpretiere, ist Dresden, Leipzig und Berlin militärisch nicht zu halten.

    Und dieses ist auch dem Gegner bekannt.

    Hast du in letzter Zeit mal auf eine Karte geschaut?


    Zwischen der Belorussischen / Russischen Grenze und "Dresden, Leipzig und Berlin" liegen diverse NATO-Mitglieder.
    Salopp ausgedrückt; die Panzergrenadierbrigade 41 verteidigt nicht alleine Berlin gegen die 1. Garde Panzer Armee und die Panzergrenadierbrigade 37 nicht alleine Dresden & Leipzig gegen wenauchimmer.


    Bei einem Angriff auf das Baltikum, PL, CZ, SK, BGR, etc. haben wir den Bündnisfall und da steht die NATO (gerade nachdem was wir in der UKR von den RUS Streitkräften aller Truppengattung gesehen haben...) nicht schlecht da.

  • [...] dann kann man den widerspenstigen Europäern immer noch ein paar 1A-Murmeln auf den Kopf werfen. Dann kann man zwar nicht mehr I Schwarzwald wandern gehen, ohne ein strahlendes Lächeln auf den Lippen zu haben, [...]

    Das gilt auch andersherum. Die NATO hat genau dafür Taktische Atomwaffen in DE, BE, NL und IT.

    "Licht und Wärme für Kaliningrad & St. Petersburg"

  • Das gilt auch andersherum. Die NATO hat genau dafür Taktische Atomwaffen in DE, BE, NL und IT.

    "Licht und Wärme für Kaliningrad & St. Petersburg"

    Dessen bin ich mir sehr wohl bewusst. Bislang funktionierte die nukleare Abschreckung. Wollen wir hoffen, dass niemand in Schlüsselposition die Nerven verliert.

    aus DE gesendet...

  • Ich glaube hier ist der Wille maßgebend, um schnell Waffen und Munition herzustellen und der Ukraine zur Verfügung zu stellen. Aber nicht nur ihr, sondern auch unsere Lager auffüllen.

    Vielleicht ist es noch nicht bei allen angekommen, besonders bei einigen Politikern, die noch immer vom Frieden träumen.

    Spätestens jetzt müsste man auf eine vermehrte Waffen und Munitionserweiterung nachdenken, und wenn der Wille und das Geld vorhanden ist sollte, das auch sehr schnell gehen. Keine Jahre, sondern wahrscheinlich nur Monate bei manchen auch nur Wochen. Man kann, wenn man will, aber vor allem, wenn man muss, weil sonst einem die Decke auf den Kopf fällt.

    Ja es ist ein Abnutzungskrieg, nur es kommt darauf, an wer den längsten Atem hat.

    Wie WAY TO GO schon schrieb, die Russen haben auch nur eine gewisse Zahl in ihren Lagern, und ich denke, der Ami weiß genau wie viel da liegt, und wie viel er in die Ukraine reinpumpen muss, bis die Russen eine Grätsche machen. Das wird sich dann schnell bemerkbar machen, wenn der Beschuss nachlässt.

    Es gibt nur einen Weg und der heißt, jetzt die Russen in der Ukraine so weit ausbluten zu lassen, dass sie wie ein geprügelter Hund das Schlachtfeld verlassen müssen, wenn sie nicht ganz aufgerieben werden wollen. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg und man ist sich immer noch nicht sicher, wie sich der Chinese weiter verhält.

    Trotzdem geht kein Weg daran vorbei. Oder wollen wir uns an Massengräber gewöhnen. Ich glaube nicht.

    Mein Vater hat immer gesagt, der Russe ist ein warmherziger und gastfreundlicher Mensch, doch wenn er losgelassen und aufgestachelt wird, wird er zur Bestie, vor allem wenn Wodka im Spiel ist. Mein Vater war im Kriege in Odessa und auch auf der Krim stationiert. Er kannte also die Ukrainer und wollte selbst im Krieg nichts auf sie kommen lassen. Aber er hat die Russen auch bei der Besetzung Ostpreußens erlebt, als er half seine Familie auf der Flucht behilflich zu sein, bevor er wieder an die Front und in russische Gefangenschaft kam, aus der er sich glücklicherweise befreien und in den Westen flüchten konnte. Er kannte also all die Facetten der Russen und hat auch viel darüber berichtet.

    Wenn der Westen sich endlich nicht mal aufrafft und der Ukraine so hilft wie es angebracht wäre dann steht der Russe bald an der polnischen grenze, und dann helfen 100 Marder mehr oder weniger auch nicht mehr.



    Noch eine andere Anmerkung, warum sind die Ami nicht bereit ein paar Kriegsschiffe in den Hafen von Odessa zu steuern, sagen wir mal um ein Freundschaftsbesuch abzuhalten. Welches Land kann einem anderen Land verwehren, den Besuch eines befreundeten Landes zu verbieten. Ich meine niemand. Auch nicht Russland. Sofern die Amis nicht in russische Hoheitsgebiete eindringen, sollte das doch möglich sein. Sollte der Russe angreifen verteidigen sich die Amis nur und mehr sollte das auch nicht werden? Ist solche Aktion möglich, oder würde sie einer Kriegserklärung gleichkommen. Also ein NATO Fall sich ergeben.

    Was dem Russen auf der Krim gelungen ist, brach doch keine Eintagsfliege zu bleiben. Zahlen wir es ihnen mit gleicher Münze zurück.

  • Die Franzosen wahren ziemliche Funkstille darüber, was sie liefern,


    hat sich wohl geändert.

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    12 CAESAR AriSysteme, sind 4 pro Batterie => 3 Batterien => 1 Battaillon.

    naja, zumindest ein halbes Bt. 4 pro zug, 2 züge pro Batterie.



    Für die Ukrainer gilt mit der hochfahrenden Offensive noch mehr: 1 Schuss-1 Treffer

    das hieß aber immer schon, ein Schuss, ein Ru.... *duckundweg*

    Einmal editiert, zuletzt von rand00m ()

  • Interessant. Die CAESAR-Haubitzen sind im Systemverbund ziemlich leistungsfähig. Je nach Munition 40-50km Reichweite und (Zitat Wikipedia):

    "Am Geschütz ist eine halbautomatische Ladehilfe installiert, die eine Feuergeschwindigkeit von 6–8 Schuss pro Minute erlaubt, wobei die ersten drei Projektile innerhalb von 15 Sekunden verschossen werden können. Somit können acht Geschütze innerhalb einer Minute über eine Tonne Munition ins Ziel bringen."

  • wobei die ersten drei Projektile innerhalb von 15 Sekunden verschossen werden können. Somit können acht Geschütze innerhalb einer Minute über eine Tonne Munition ins Ziel bringen."

    So ein Feuerschlag mit 12x 3 Geschosse in 15 Sekunden richtet unglaublich viel Schaden an. Egal, ob in der Fläche gesehen oder punktuell, wenn alles auf dieselbe Koordinate gesetzt wird (==> da würde dann kein Stein mehr auf dem anderen stehen).


    Artilleriebeschuss im Einzelfeuer ist "langweilig" unter dem Gesichtspunkt der Moral. Artillerieschläge (eine ganze Batterie oder gar alle Geschütze eines Artilleriebataillons oder -regiments) und erst recht Artillerietrommelfeuer haben eine verheerend demoralisierende Wirkung auf die Truppe insgesamt und den einzelnen im Besonderen. Man kennt sicher die Filmsequenzen von Frontrückkehrern aus dem 1. Weltkrieg die als Kriegszitterer daherkommen.

    Wikipedia: Kriegszitterer (vor allem nach dem 1. Weltkrieg)

    aus DE gesendet...

  • ...

    Wenn der Westen sich endlich nicht mal aufrafft und der Ukraine so hilft wie es angebracht wäre dann steht der Russe bald an der polnischen grenze, und dann helfen 100 Marder mehr oder weniger auch nicht mehr.

    ...

    Die Nato-Länder sind Russland doch in praktisch jeder Hinsicht x-fach überlegen. Russland ist wirtschaftlich auf Stufe Italien (noch vor den Sanktionen). Ein Nato-Land anzugreifen wäre Russisch Roulette mit 6 Kugeln ..


    Ein Grund, weswegen D noch zögert schwere Waffen zu liefern könnten auch die ehemals guten (Wirtschafts-) Beziehungen zu Russland sein. Vielleicht erinnert sich ja noch jemand an Putin im Bundestag 2001 oder der Schröder-Ära. Gas ist nicht der einzige Rohstoff, den die deutsche Wirtschaft gut gebrauchen könnte. Wenn man schwere Waffen an eine Kriegspartei liefert, dies noch zusammen mit massiven Wirtschaftssanktionen, macht man sich wahrscheinlich faktisch selbst zur Kriegspartei. Vielleicht hat man die Hoffnungen noch nicht zu 100% aufgegeben oder fürchtet sich stärker vor einem Gaslieferstopp als man das offiziell zugeben will.

  • Die Nato-Länder sind Russland doch in praktisch jeder Hinsicht x-fach überlegen. Russland ist wirtschaftlich auf Stufe Italien (noch vor den Sanktionen). Ein Nato-Land anzugreifen wäre Russisch Roulette mit 6 Kugeln ..

    Ja auf dem Papier bestimmt. (In der Realität sicher auch)

    Aber wie sieht es nur mit den europäischen NATO Ländern aus vs. Russland?
    (USA und Kanada haben den Grossteil ihres Kriegsgerät in den eigenen Ländern und nicht in Europa)


    Wenn die Munition bei den NATO Ländern gerade mal 1-2 Wochen hält, die Hälfte der Flugzeuge und sonstigem schweren Gerät in Reparatur oder sonstwie nicht Einsatzbereit ist?

    Wie sieht die Kampfmoral der Soldaten im "satten" Europa aus? Würden die überhaupt kämpfen, oder doch eher in grösserer Anzahl die Flucht ergreifen. (Früher war die Strafe für Deserteure die Erschiessung, heute ist sie sicherlich deutlich kleiner (Gefängnis?). Dann sagen sich vielleicht viele, ich gehe lieber ins Gefängnis, als dass ich im Krieg vielleicht umkomme.


    Natürlich gilt das Gleiche für Russland auch. Aber Russland hat etwas andere Rahmenbedingungen.


    Ich persönlich sehe es einfach nicht ganz so überheblich, bin aber auch zuversichtlich, dass Russland bei einem NATO Abtausch (mit konventionellen Waffen) nicht bis Deutschland oder Österreich kommen würde.

  • Jetzt am Sonntag entscheiden die Franzosen darüber, ob die NATO schrumpfen wird.

    Danach muss die Lage neu bewertet werden.

    Also, mal wieder? Die Franzosen hatten die NATO 1966 verlassen, zumindest in Sachen Militär und waren nur noch assoziiertes Mitglied. Seit 2009 sind sie wieder mit dabei. Also, ich würde eher darauf wetten, dass die Franzosen hier das "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass"-Spiel spielen, wie damals die Briten lange Zeit mit dem Brexit.

    Nun gut, den Brexit haben die Briten dann doch endlich mal vollzogen und werden noch lange mit den Folgen dieser Entscheidung zu knabbern haben.

    Ähnlich wäre es für die Franzosen mit einem Austritt aus der NATO, wie auch immer der sich im Detail dann gestalten möge. Sollte Russland ein NATO-Staat angreifen, wären die Franzosen fein raus, weil sie keine Beistandsverpflichtungen hätten. Andererseits würde spätestens der Ami oder die Spanier und die Portugiesen die Franzosen am langen Arm verhungern lassen, wenn der Russe über den Rhein gehen will, um mal mit ein paar T-72 zu Louvre für eine Spazierfahrt zu scheppern. Wer weiß, vielleicht scheppert Putin persönlich mit einem der wenigen T-14 durch den Triumphbogen in Paris?

    aus DE gesendet...

  • Interessant. Die CAESAR-Haubitzen sind im Systemverbund ziemlich leistungsfähig. Je nach Munition 40-50km Reichweite und (Zitat Wikipedia):

    "Am Geschütz ist eine halbautomatische Ladehilfe installiert, die eine Feuergeschwindigkeit von 6–8 Schuss pro Minute erlaubt, wobei die ersten drei Projektile innerhalb von 15 Sekunden verschossen werden können. Somit können acht Geschütze innerhalb einer Minute über eine Tonne Munition ins Ziel bringen."

    Wie bringt man auf diese Entfernung die Mun ins Ziel? Ich hab da keine Ahnung und frage mich wie da ein halbwegs genaues Zielen möglich sein soll durch unterschiedliche Windrichtungen auf der Flugbahn, Auf- und Abwinde etc.


    Wie macht man sowas und wie groß ist der Streukreis bei solchen Teilen dann bei "normalen" Wetterbedingungen? Hilft ja nur wenn ich damit sagen wir aus 30-40km Entfernung einen Gebäudekomplex auch wirklich treffe.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Wie macht man sowas

    ganz grob: da gibt es Feuerleitrechner die Wetterdaten (wind, luftfeuchtigkeit, ... ) und andere Parameter verrechnen und die sagen dir dann welche Rohrerhöhung und Richtung eingestellt werden muss um das Ziel zu treffen - und das funktioniert sogar recht genau :)

    Indirektes Feuer – Wikipedia

    Artillerie – Wikipedia

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :face_with_open_mouth:
    - aus Oberfranken in DE -

  • Wie bringt man auf diese Entfernung die Mun ins Ziel? Ich hab da keine Ahnung und frage mich wie da ein halbwegs genaues Zielen möglich sein soll durch unterschiedliche Windrichtungen auf der Flugbahn, Auf- und Abwinde etc.

    a) üben

    b) Feuerleitrechner der die Physik kennt

    c) Strix-Munition


    Die Strix Mun ist jetzt für Kaliber 120mm Mörser, gibts aber für 155mm auch. Hab da grad keinen Namen parat.

    Entweder selbstsuchend, oder mit Laserzielsystem.

    Da muss halt noch eine Drohne(früher vorgeschobener Artillerie Vorposten/Artillerieaufklärer) mit einem kleinen Laser Pointer kurz vorm Einschlag noch mitn Laser draufleuchten. Dann korrigiert die Granate in den letzten Sekunden noch kurz die Flugbahn und die Granate landet einen direkten Treffer.


    edit:

    Präzisionsgelenkte Artilleriegeschosse: M982 Excalibur, Vulcano_(Munition), Krasnopol_(Munition), Kitolow




    M898 SADARM und SMArt-Munition (Suchzündermunition Artillerie) dient zur gezielten Bekämpfung einzelner, gepanzerter Fahrzeuge. Ein Geschoss enthält zwei Subgeschosse, die autonom agieren und getrennte Ziele bekämpfen können. Ein Problem liegt allerdings darin, dass
    nur bis zum Ausstoß der ersten Submunition die Ballistik genau bestimmt werden kann,

    der Ausstoßpunkt der zweiten Submunition nicht genau bestimmt werden kann,

    die Windrichtung und Windgeschwindigkeit im Ziel (ggf. > 30 km entfernt) genau bekannt sein muss. Diese Daten können der „Zielmeldung“ beigefügt werden (siehe auch Artillerie-, Daten-, Lage- und Einsatz-Rechnerverbund – ADLER) oder durch ein Wettermodell (z. B. „WeModArt“ der Bundeswehr) errechnet werden und

    die Ziele sich nach dem Ausstoß der Submunition im „Footprint“, der mit dem Sinken des an einer Art Fallschirm hängenden Geschosses immer kleiner wird (Radius ca. 150 Meter), befinden müssen.

    Einmal editiert, zuletzt von rand00m ()

  • Wenn ich es zwischen den Zeilen richtig verstanden habe, bist du im Irrtum.


    Der Westen hat massive Angst davor, seine schweren Waffen in der Ukraine zu verbrauchen und anschließend nackig vom Putin platt gemacht zu werden.


    Wir müssen davon ausgehen, dass wir die konventionelle Schlagkraft und Einsatzfähigkeit der russischen Armee extrem ÜBERschätzt haben,


    Vielleicht kann Russland noch im Baltikum gegen die Nato eine Weile bestehen, aber selbst darauf würde ich nicht mehr wetten wollen. Vor drei Monaten hätte man noch gedacht, das Baltikum ist durch die Nato überhaupt nicht verteidigbar.


    Heute würde ich glaube, dass die Russen in einem konventionellen Krieg bereits im Luftkampf nicht den Hauch einer Chance gegen die Nato (USA inkl.) hätten. Sie bekommen ja noch nicht mal die ukrainische Luftwaffe ausgeschalten.


    Der Grund, keine modernen Waffen an die Ukraine zu liefern dürfte der sein, dass diese Waffen dann in die Hände der Russen geraten werden.


    An einem erbeuteten Marder oder Leopard 1A5 kann der Russe nichts mehr lernen oder auswerten, an einem Puma sehr wohl.

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.