Ukraine-Krieg: News & Informationen

  • dann sollte zumindest europaweit eine Vereinheitlichung der großen Systeme

    Das ist seit mindestens 70 Jahren ein Thema, also seit dem Versuch der EVG. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass das schnell passiert, wegen der erwähntern wirtschaftspolitischen Interessen der einzelnen Länder und der Rüstungskonzerne.

  • Die Chinook-Transporthubschrauber für die Bundeswehr werden wohl leider ein wenig teurer:


    Chinook: Neue Transporthubschrauber für die Bundeswehr werden wohl deutlich teurer - WELT


    Zitat: "Die Bundeswehr will Transporthubschrauber vom Typ Chinook anschaffen – der Kauf wird sich laut einem Medienbericht aber deutlich verteuern. Die Luftwaffe soll bereits ein Krisentreffen abgehalten haben.......Laut einem Medienbericht wird die geplante Anschaffung von 60 schweren Transporthubschraubern des Typs CH-47F Chinook offenbar doppelt so teuer wie geplant. Dazu habe es am Mittwoch auch schon ein Krisentreffen der Luftwaffe in Berlin gegeben, berichtet das Portal Business Insider unter Berufung auf Regierungs- und Industriekreise.

    Deutschland will 60 Chinook-Hubschrauber des US-Herstellers Boeing kaufen. Nachdem dafür ursprünglich sechs Milliarden Euro eingeplant gewesen seien, signalisierte die US-Armee nun laut Business Insider, dass das deutsche Wunsch-Paket bis zu zwölf Milliarden Euro kosten werde. Grund seien die Inflation und teure Extrawünsche der Deutschen. Zudem sollen die ersten Hubschrauber dem Bericht zufolge zwar ab 2026 geliefert werden können – allerdings nicht in der gewünschten Ausstattung."


    Bei 60 Stük und 12 Milliarden kostet das Teil pro Stück also dann ca. 200 Millionen.


    Bei den 100 Milliarden Sondervermögen der Bundeswehr würden damit also 12% des Budgets nur für Transporthubschrauber ausgegeben werden. Interessante Größenordnungen. Frage mich ob das Restbudget dann noch reicht um hier die Bundeswehr wieder auf einen ordentlichen Stand zu bringen.


    Neues material und dessen Lieferzeit wird ja indirekt auch mitbestimmen welche Materialmengen nun in/an die Ukraine geliefert werden.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Laut Flugrevue vom 22.8.2022 wäre der Stückpreis für die aktuelle Variante des bei der BW seit langem genutzten CH-53G, dem CH-53K, doppelt so hoch gewesen wie für einen CH-47F und man hätte für das geplante Budget nur 44 Stück CH-53 statt 60 Stück CH-47 bekommen. Auch wäre eine Lieferung nicht vor 2030 möglich gewesen.

    Man kann vermutlich auch davon ausgehen, dass sich auch beim CH-53K der Systempreis pro Exemplar verdoppelt hätte, wenn die BW-Wünsche alle eingepreist sind.


    Ein weiterer wesentlicher Grund pro CH-47F ist wohl, dass er nicht nur bei den US-Streitkräften das Arbeitspferd schlechthin ist, sondern die Niederlande ihn ebenfalls beschafft haben (20 stück in 2022).

  • Bei den 100 Milliarden Sondervermögen der Bundeswehr würden damit also 12% des Budgets nur für Transporthubschrauber ausgegeben werden. Interessante Größenordnungen. Frage mich ob das Restbudget dann noch reicht um hier die Bundeswehr wieder auf einen ordentlichen Stand zu bringen.

    Die Generalität hat die Studie ja schon 2021 und früher gemacht. Die Studie wurde dann ja für die 100 Mrd herangezogen.


    a) die Studie war 120Mrd+ (nicht 100)

    b) die Studie war pre-Inflation

    c) die Studie war pre-Krieg


    Die Mun-Beschaffung wurde ja schon aus den 100Mrd Budget rausdekliniert. Das muss jetzt der Wehretat schaffen.

  • Vielleicht mal keine deutsche Sonderlösung mit Goldrand anstreben? Was genau ist an der US Version des Hubschraubers für Deutschland nicht gut genug?


    6 Mrd. Euro Mehrkosten sind umgerechnet ca. 350 Stück nagelneue Leopard 2 A7 auf letztem technischen Stand mit Servicepaket.


    Am Ende wird man 30 Stück kaufen, die kosten dann das dreifache, durch die ganzen speziellen Sonderwünsche ist man damit im Einsatz eingeschränkt, der Hubschrauber wird nicht vor 2035 kommen und weil Ersatzteile fehlen und aufgrund absurder Vorschriften (kein bindertengerechter Zutritt und Cockpitbeschriftung nicht Genderneutral) werden nach kurzer Zeit 27 von den 30 nicht einsatzfähig sein.


    Alles wie gewohnt.

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

    Einmal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Leider zieht sich dieser Faden "so lange Anforderungen ändern und erhöhen, bis technisch nur noch hingemurkst" durch sehr viele Beschaffungen der Bundeswehr: Starfighter, Puma, Eurofighter, A400M, Tiger, etc pp. Das glaubt kein Mensch, wenn er es nicht sieht. Da ist der Chinook in logischer Konsequenz keine Ausnahme.


    Würde man in die Ukraine schauen könnte man sehen, dass 200 gut funktionierende Schützenpanzer besser sind, als 20 perfekte. Dieses Hütchen kann man allen oben genannten Projekten überstülpen!

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Auf den Trichter ist sogar schon das Dritte Reich gekommen mit der geplanten E-Serie: Mehr Vereinheitlichung, weniger Probleme bei Herstellung, Instandhaltung und dem Nachschub.

    Richtig. Für diesen Erkenntnisgewinn hat das Deutsche Reich aber auch erst einmal

    vier Jahre Krieg geführt, um zu kapieren, dass einfach zu viele verschiedene Systeme

    bzw. Produkte einer Gattung vorhanden waren. Und dann grätschte da noch die

    rasante technologische Enwicklung mit hinein: Am Anfang war der PzKpfW II und

    fünf Jahre später stand der Königstiger auf dem Schlachtfeld.

  • Ich frage mich sowieso, wo das ganze Geld des Wehretas hingeht, in die Truppe jedenfalls nicht.

    Frankreich z.B. hat nur wenig mehr Etat als D (ca 56,6 Mrd (F) zu 56 Mrd (D) in 2021 (Statista), wenn ich aber allein deren Flotte anschaue, scheinen die mit dem Geld besser umgehen zu können, als die deutschen "Geldverpulverer".)

    Immerhin sind wir mit 56 Mrd Etat auf Platz 7 weltweit (Statista, 2021: https://de.statista.com/statis…echsten-militaerausgaben/ ), bekommen es aber nicht mal gebacken, nen paar funktionierende Maschinen auf den Kasernenhof zu stellen.

    Hat (ohne jemandem Schmu unterstellen zu wollen) schon fast russische Verhältnisse hier...

    "Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf." Theodor Fontane


    Als ich zur Schule ging, fragten sie mich,

    was ich werden will, wenn ich erwachsen bin.

    Ich schrieb: "Glücklich".

    Sie sagten mir, ich hätte die Aufgabe nicht verstanden.

    Ich sagte ihnen, sie hätten das Leben nicht verstanden.

    - John Lennon -


    DE/Hessische Bergstrasse

    Einmal editiert, zuletzt von Previ () aus folgendem Grund: Korrektur

  • Nunja, mal auf Deutschland bezogen ist natürlich das eine "dasGerät" aber entscheidender ist für mich eher die unbedingt zu verbessernde sowie längerfristige militärische Ausbildung "derTruppe" bis in die untersten Dienstgrade und hier garnicht nur/so mit einer Gewichtung auf hochkomplexe Waffensysteme wie z.B. der Kampfpanzer sondern eben vorallem realitätsnahe mit echter Bewaffnung & genügend Munition zum Ballern/Üben als praxsisnahe Kampfsimulation :exclamation_mark:


    Ich bezweifle mal das sich hier seit den 90.zigern was groß geändert hat aber meiner Meinung nach unbedingt ändern sollte und damals bei meinen amerikanischen Freunden wurde denen auf dem Schießplatz ne Munitionskiste hingestellt wo ich mir solange ne Handvoll nehmen konnte bis leer und wenn noch Laune zum üben eben die nächste Kiste aufgemacht... ja und beim BW wird jede Patrone abgezählt, notiert, ausgeteilt, gegengezeichnet - kurz verschossen - und alles wieder von vorn in umgekehrter Reinfolge usw. wenn überhaupt mal mehr als 10 Schuß pro Probant vorhanden sind und da reden wir erst garnicht von Großkaliber, HGranate, Panzerfaust&Co. in der Schulung der praktischen Handhabe...


    Ich denke es ist dann im Feld eben die Ausbildung & mal in Anlehnung meiner Signatur: "unorthodoxes militärisches Denken, Ideen, handwerkliches Geschick und die verknüpfte Improvisation davon" eine/die entscheidende Resource wie z.B. hier gut verdeutlicht im Sinne der hier gerade stattfindenden "Panzerdiskusion" :


    Ukrainische Armee nutzt E-Bikes als Anti-Panzer-Waffen


    DirtyBike.jpg

    Optisch sehr schmale Silhouette, geringe Wärmeemission, schnell, leise, geländetauglich sehr wendig und auf den Kostenpunkt gebracht mit 30.000 $ killt es einen 3 Millionen Panzer wenn der Soldat im Einsatz gut ausgebildet, motiviert und ja auch Totesmutig zuschlägt :exclamation_mark:

    "Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!"

    Meine wichtigsten Ressourcen sind Zuversicht, mein Wissen, Ideen, handwerkliches Geschick und die verknüpfte Improvisation davon!

    Sicherheit ist relativ und erfordert der alltäglichen Anwendung meiner intelligenten Beurteilung selbiger!

    Gruß derSchü

    536833-rufus-gif

  • [...]

    Ich bezweifle mal das sich hier seit den 90.zigern was groß geändert hat aber meiner Meinung nach unbedingt ändern sollte und damals bei meinen amerikanischen Freunden wurde denen auf dem Schießplatz ne Munitionskiste hingestellt wo ich mir solange ne Handvoll nehmen konnte bis leer und wenn noch Laune zum üben eben die nächste Kiste aufgemacht... ja und beim BW wird jede Patrone abgezählt, notiert, ausgeteilt, gegengezeichnet - kurz verschossen - und alles wieder von vorn in umgekehrter Reinfolge usw. wenn überhaupt mal mehr als 10 Schuß pro Probant vorhanden sind und da reden wir erst garnicht von Großkaliber, HGranate, Panzerfaust&Co. in der Schulung der praktischen Handhabe... [...]

    Ich kam auch noch in den Genuss von "5 Schuss richtig übergeben, 5 Schuss empfangen", aber zumindest das hat sich mit den Einsätzen in Afghanistan geändert! Es wurde ein neues Schießausbildungskonzept ausgearbeitet:


    Neues Schießausbildungskonzept
    Beim „neuen Schießausbildungskonzept” geht es darum, mit Pistole und Gewehr systematisch zu treffen. Wie wie funktioniert das genau?
    www.bundeswehr.de

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Previ : die Franzosen haben bei ihrem Militär 1:1 die gleichen Probleme wie die Deutschen bei der Bundeswehr:


    "Frankreichs Armee hat Probleme mit der Einsatzbereitschaft ihrer Flugzeuge und Hubschrauber. Die Zeitung „La Tribune“ berichtete am Dienstag unter Berufung auf einen Expertenbericht, dass die Tiger-Kampfhubschrauber des französischen Heeres im ersten Halbjahr 2017 nur zu 26 Prozent einsatzbereit gewesen seien. Bei den A400M-Transportflugzeugen lag die Einsatzfähigkeit demnach bei 30 Prozent.

    Verteidigungsministerin Florence Parly hatte schon im Dezember nach Erhalt des Berichts gesagt, dass insgesamt weniger als jedes zweite Luftfahrzeug des französischen Militärs einsatzfähig sei. „Die Verfügbarkeit lag 2012 bei 44 Prozent und ist heute immer noch bei 44 Prozent“, erklärte sie. Und das obwohl die Kosten für Unterhalt und Logistik der Flotte im gleichen Zeitraum von 3,2 Milliarden Euro auf mehr als 4 Milliarden Euro gestiegen seien." (Handelsblatt vom 20.2.2018)


    Und als Frankreich der Ukraine Caesar-Geschütze und Munition liefern sollte, stand man auch vor dem Dilemma: zuwenig Kanonen, zuwenig Munition:


    "Das Nachschubproblem zeigte sich ganz besonders, als Frankreich nach dem russischen Überfall auf die Ukraine kurzfristig Artilleriemunition und diverse Ausrüstungen aus den eigenen Beständen dorthin lieferte und die nationalen Reserven – die sich bei dieser Gelegenhet als völlig unzureichend erwiesen – möglichst schnell wieder aufgefüllt werden mussten. Die dafür benötigte Zeit beträgt je nach Typ oft mehrere Monate." (nd-aktuell vom 31.7.2022)


    Und im vergangenen September titelte die Welt: "Angriff auf Europa? Frankreichs Armee würde nicht lange durchhalten" (Artikel hinter Paywall)


    Der wesentliche Unterschied ist die weinerliche Nabelschau in den deutschen Medien, wie ach so schlecht das eigene Militär doch sei und dass alle anderen viel besser da stünden. Tun sie aber nicht. Dass nicht verwendetes Material lange eingelagert und zu wenig bewegt, zu Standschäden neigt, ist keine neue Erkenntnis. Wenn man das noch mit der heute allgegenwärtigen Verantwortungs-Vermeidungs-Methode kombiniert (die gerne von Beratern als Effizienzsteigerung verkauft wird), dann hat man schlecht gewartetes rollendes/fliegendes/schwimmendes Material in den Standorten, weil man die Wartung und Instandsetzung nahezu komplett an die freie Wirtschaft ausgelagert hat. Und dann muss jeder Ölwechsel und jede Probefahrt gefühlt erst ein mal ausgeschrieben werden.


    Ist doch bei den Feuerwehren und HiOrgs im Grunde inzwischen auch nicht viel anders: am KatSchutz-Anhänger ist ein Birnchen defekt => Meldung an den Kreisverband "nicht einsatzbereit", dann tagt (irgendwann) der Vorstand, dort spricht man das kaputte Birnchen an, beschließt, "man(sic!) sollte Kontakt mit der Autowerkstatt aufnehmen, um einen Kostenvoranschlag für die Birnchen-Reparatur zu bekommen". Vier Wochen später, bei der nächsten Sitzung fordert ein anwesender Vorstand, bitteschön einen weiteren Kostenvoranschlag von einer Werkstatt aus seinem Heimatort einzuholen "die hätten sich beschwert, warum man sie nicht fragt". Also werden weitere KV eingeholt, der erste ist mittlerweile nicht mehr bindend, muss also neu eingeholt werden. Irgendwann geht der Anhänger tatsächlich in die Werkstatt, dann ist aber das Birnchen nicht kurzfristig lieferbar...usw.


    So muss man sich das auch beim Militär vorstellen. Egal ob in Frankreich oder D oder anderswo.


    Back to topic:


    Laut CNN sollen im neuen Hilfspaket der USA für die Ukraine bis zu 100 Radpanzer Stryker enthalten sein. Und es deutet sich ein Strategiewechsel bei der US-Regierung an, so will man Kiew dabei unterstützen, russische Stellungen auf der Krim stärker als bisher bekämpfen zu können. Und schon sind die ATACMS-Raketen mit 500km Reichweite für die HIMARS wieder auf der Tagesordnung.

  • Medvedev rülpst wieder Nukular Drohungen.


    Aber diesmal in Verbindung einer Niederlage.


    Die spekulieren selber schon drauf.



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    Ich glaub jetzt gibts wieder 2-3 Monate Säbelrasseln mit der Atomsau.

  • Ich hoffe das war noch nicht Thema in den letzten 280 Seiten, die hatte ich nicht allesamt gelesen, sondern nur vereinzelt reingeklickt....


    Also was ich mich immer frage ist, wie das mit der Logistik läuft. Und damit meine ich nicht Munition.....

    Aus gutem Grund gibt es bei komplexen Waffensystemen Wartungspläne, wo - keine Ahnung - nach 100 Schuss das Rohr getauscht werden muss, wo nach x Betriebsstunden Schmierstoffe erneuert werden, und nach wasweisich das Gerät in die Werkstatt für ne Grundüberholung muss.


    Bei Helmen und Handfeuerwaffen bis hin zu Bazookas brauchts ja nicht so die Logistik, aber bei komplexen Waffensystemen steigt das Risiko für Versager für jede ausgelassene Wartungsmaßnahme.


    Und jetzt hat die Ukraine einen wachsenden kunterbunden Mix aus verschiedenen WaSys aus allen möglichen Nationen und soll die alle Nutzen?

    Stelle ich mir jetzt schwierig vor, das Material nachhaltig einzusetzen - soweit das in einem Abnutzungskrieg überhaupt geht.....


    Ich denke die Ukrainer sind auf dauerhafte Lieferungen von Waffensystemen angewiesen, eben weil die Waffensysteme nicht nur einen gewaltsamen Tod sterben sondern auch einen Verschleißtod irgendwann....


    Es wirkt auf mich wie ein Fass ohne Boden.

    Eine bessere Lösung fällt mir aber leider auch net ein..... denn ohne Hilfe sind die Ukrainer glaube ich aufgeschmissen.


    Edit: Ich sehe gerade mein Beitrag wäre besser in "westliche Waffenlieferungen" aufgehoben, sorry für den falschen Topic.

  • Also was ich mich immer frage ist, wie das mit der Logistik läuft. Und damit meine ich nicht Munition.....

    Aus gutem Grund gibt es bei komplexen Waffensystemen Wartungspläne, wo - keine Ahnung - nach 100 Schuss das Rohr getauscht werden muss, wo nach x Betriebsstunden Schmierstoffe erneuert werden, und nach wasweisich das Gerät in die Werkstatt für ne Grundüberholung muss.

    Ich hatte bei der Bundeswehr nur mit LKW und anderem rollenden Kleinkram zu tun.


    Aber auch für diese Fahrzeuge gab es jeweils umfangreiche Dokumentationen darüber, was alles zum Fahrzeug gehört und für bewegliche Teile, wie einem Beil zum Beispiel, wo diese im Fahrzeug in welchem Staufach oder welcher Halterung unterzubringen sind.


    Einer meiner Feldwebel hat das auf die Spitze getrieben: jedes noch so kleine Item wurde genau dort abgelegt, wo es in der Vorschrift beschrieben stand. Die Staufächer sind dann nur zu einem Bruchteil ihrer Kapazität gefüllt? Egal! Steht so in der Vorschrift! Bämmm!


    Uns Landser hat das auf unseren Tonnern wenig interessiert. Gerade bei den Sachen in den Staufächern haben wir eher alles zusammengeraffelt gepackt und freigewordenen Stauraumfächer für unsere Rucksäcke etc. genutzt.


    Für die Wartung der Fahrzeuge gab es ein zweites, separates Buch, das ebenfalls sehr genau beschrieb, was wann wie von wem zu prüfen und ggf. zu insten war.


    Die einfachste Frist, die F1-Frist mussten wir monatlich durchführen. Für die halbjährliche F2-Frist ging es in die Inst des Bataillons. Ebenso für die F3 (jährlich) und die F4 (2-jährlich).

    Der Haken an der Sache: viele Arbeiten wurden/mussten durchgeführt werden, völlig egal, wie die tatsächliche Kilometerleistung oder Belastung durch das Gelände war. Folglich wurden Fahrzeuge auch gerne mal eher totgefristet (totgewartet) als dass sie effektiv einen echten Nutzen im Sinne der Materialerhaltung davon gehabt hätten.


    Für andere Systeme gilt das ähnlich. Beim MG sollten nach so und so viel Schuss das Rohr gewechselt werden. Ist natürlich völliger Blödsinn, solange man die sagen wir 3000 Schuss nicht innerhalb von einer Stunde rausgerotzt hat.


    Gerade bei der Bundeswehr wurden technische Vorschriften für nahezu jedes System geschrieben, die beschreiben, wer was wann womit zu tun hat. Unter Friedensbedingungen erfüllen diese Vorschriften sicherlich absolut ihre Bestimmung im Sinne einer möglichst hohen Materialerhaltung.


    Das ist aber unter Gefechtsbedingungen eher hinderlich. Natürlich ist es richtig, dass eine Panzerhaubitze nicht einsatzbereit zu melden ist, wenn eine Birnchen vom Bremslicht nicht funktioniert. Auf dem Schlachtfeld interessiert mich das aber nicht die Bohne! Da frage ich mich eher, ob der Feuerleitcomputer der Haubitze funktioniert oder ich genug Murmeln für den Feind habe.

    aus Niedersachsen, DE gesendet...


    "Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit." Marie von Ebner-Eschenbach


    Dorfleben. Entweder du liebst es oder du liebst es nicht. Es gibt kein Versuchen!

  • Naja und wer kann und macht diese Wartungen in der Ukraine? Ukrainische Werkstätten? Oder völlig drauf verzichten weil man es unnütz findet? Oder weglassen weil man niemanden hat, der es kann?

    Vermutlich letzteres, vor allem wenn aus aller Herren Länder unterschiedlichste WaSys geliefert werden.


    Ich sag ja nur mit jeder ausgelassenen Wartung (Verständlich in einem Konflikt) steigt das Risiko für Versager....

    Ich vermute einfach mal das Gerät solange genutzt bis es kaputt ist. Also wie ein Wegwerfprodukt.

  • Quasi vom anderen Ende der Welt, trotzdem sehr interessant aus dem heutigen N-TV-Ukraine-Ticker:


    Zitat: "+++ 14:29 Südafrika kündigt gemeinsame Marinemanöver mit Russland und China an +++
    Südafrika kündigt eine gemeinsame Marineübung mit Russland und China an. Die Manöver zur Stärkung der "bereits florierenden Beziehungen zwischen Südafrika, Russland und China" sollen vom 17. bis zum 27. Februar vor der Küste der Hafenstadt Durban und dem 180 Kilometer entfernten Richards Bay stattfinden, erklärt die südafrikanische Armee. Mehr als 350 südafrikanische Armeeangehörige sollen sich den Angaben zufolge bei den Manövern mit ihren russischen und chinesischen Kollegen über operative Fähigkeiten und Kenntnisse austauschen. Kürzlich hat Südafrika den Vorsitz der Brics-Gruppe übernommen. Dazu gehören neben Südafrika China und Russland auch Brasilien und Indien. Ziel der Staaten ist es, ein Gegengewicht zu den USA und Europa zu bilden. Südafrika hat den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bislang nicht verurteilt und eine neutrale Position in dem Konflikt eingenommen."


    Das nennt man wohl eine recht eindeutige Positionierung......

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • "defeated in Ukraine" ist halt ne verschärfte Atomdrohung. Bisher gilt ja der Einsatz russischer Kernwaffen nur beim Angriff aufs Vaterland. Wobei ja die Russen Teile dr Ukraine bereits als eigenes Land deklaiert haben.


    Die Drohungen muss man aushalten, egal wie schrill sie werden. das ist der Preis den die Menschheit dafür bezahlt, dass man solche Waffen gebaut hat. Ob die Russen sie einsetzen weiß eh keiner und es ist auch völlig unabhängig davon, welche Waffen wir in die Ukraine liefern.

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

  • ...in Afrikas Süden gehen die Uhren komplett anders. Nicht nur in RSA. In Namibia huldigt die SWAPO-Regierung ganz offen Nordkorea (man hat sich ein protzig-stalinistisches Revolutionsmuseum von den Nordkoreanern schenken lassen) und lässt sich von den Chinesen die Gebäude für die Ministerien bauen (u.a. auch das Verteidigungsministerium). Das geht manchmal sogar den nativen Einheimischen etwas zuweit und dann gibts Haue für die chinesischen Krämer, die die chinesischen Bauarbeiter mit ihren Nudelküchen verpflegen.

    Das ist halt der Preis für die westlich-europäische Arroganz, mit der wir die Region behandeln: für Großwildjagd und noblen Lodge-Tourismus jettet man da runter, ansonsten ist es uns egal, wie es den Leuten da geht (und die Tourismuseinnahmen bleiben eh in den Händen einer (weißen) Oberschicht). Einziger Lichtblick im südlichen Afrika ist Botswana, die Menschen dort sind selbstbewusst, "open-minded" und nehmen ihr Schicksal in die Hand. Botswana hat auch zu Russland eine eindeutige Meinung.

  • Und jetzt hat die Ukraine einen wachsenden kunterbunden Mix aus verschiedenen WaSys aus allen möglichen Nationen und soll die alle Nutzen?

    Stelle ich mir jetzt schwierig vor, das Material nachhaltig einzusetzen - soweit das in einem Abnutzungskrieg überhaupt geht.....


    Ich denke die Ukrainer sind auf dauerhafte Lieferungen von Waffensystemen angewiesen, eben weil die Waffensysteme nicht nur einen gewaltsamen Tod sterben sondern auch einen Verschleißtod irgendwann....

    Die ukrainischen sodlaten kämpfen einen realen Krieg um ihr eigenes Leben.


    Entweder es ist gar keine Zeit irgendwas zu warten oder aber sie werden sich in allerhöchstem eigenem Interesse im Rahmen der Möglichkeiten sicherlich weitaus intensiver darum kümmern als jeder Soldat hierzulande.


    Waffen werden für den Krieg gebaut, das hat man zumindest in Deutschlands Armee und Politik die letzten Jahrzehnte ganz offenbar vergessen. Man wollte dort nur noch ein bisschen Krieg spielen, aber keinen Krieg mehr führen.


    Wenn es für die Soldaten nicht mehr möglich ist, den modernen Krempel selber reparieren und warten zu können muss man sich eine Lösung ausdenken, wie das in Zukunft geschehen soll. Es ist doch keine Lösung, wenn 80% der eigenen Hubschrauber und 100% der U-Boote und meinetwegen 60% der Haubitzen angeblich nicht einsatzbereit sind.

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

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